teure ukrainische Eier.
In Berlin gibt es für die Woche vom 23. bis 31. Null laut amtlicher Bekanntmachung ein Ei für den erhöhten Preis von 56 Pfg. Als Grund für die Preisheraufsetzung der von der Z. E. G. eingeführten Eier wird angegeben, daß sie aus der Ukraine starmuen, und hinzugefügt: „Eine Ermäßigung des recht hohen Preises habe sich trotz Bemühung nicht erreichen lassen." Das muß das lebhafteste Befremden erwecken. Denn wir sind in Deutschland über die Verhältnisse in der Ukraine doch nicht so n »unterrichtet, daß wir ohne weiteres alles glauben müßten, was man uns darüber er zählen möchte. Tausende von Urlaubern und FeLdpost- oriefen geben uns ein hinreichendes Bild, wie es in der Ukraine auch mit den Lebensluittelfragen steht. Des öfteren ha: man auf unseren Eisenbahnen Feldaraue antreffen können, die aus der Ukraine außer Schinken, Speck usw. ganze Kisten voll Eier heimschleppten, und ihre Angaben über den dafür gezahlten Preis wollen mit obiger Behauptung der A E. G. nicht recht über- einstnnrnein Auch nach den Feldpostbriefen ergibt sich, daß die Lebeusnutte! in der Ukraine an sich keineswegs teuer. Eier z. B. schon von 10 Pf. an zu haben sind. Die Ereisstbranberei wächst ohne Zweifel mit der zunehmenden „Organisation". Das Ergebnis ist, daß wir schließlich, je länger in der Ukraine „organisiert" wird, desto abenteuerlichere Preise zahlen sollen. Ebenso verhält es sich ja auch mit der Zuckerfrage. Wir sollen für den Zentner ukrainischen Zuckers 300 Mark geben, während in Deutschland der Preis für den Ver- braßchszncker 40 Mark betrügt. Wie man von fachmännischer Seite mitteilt, bat das Deutsche Reich rund eine Million Zentner ukrainischen Zucker gekauft, der sonach 260 Millionen Mark über den deutschen Zucker- preis kostet. Diese ungeheure Summe geht unserem Nationalvermögen zugunsten der betreffenden Kreise der SpekulantenMrganisation verloren, stellt eine Kriegskontribution dar, die das siegreiche Deutschland an die Ukraine, einen Teil des von uns besiegten Nuß-
• lands zahlt!
Ebenso soll es nun wohl mit den Eiern werden: anders ist der übermäßig hohe Preis für die ukrainischen Eier kaum zu erklären. Daß ir zendeine besondere Absicht hinter der Sacke steckt muß man aus dem Verhallen der „Norddeutschen Allgemeinen ZeitÄng" schließen. Diese hat zwar den Satz, eine ErmäWqung des reckt hohen Preises habe sich trotz Bemühungen nickt erreichen lassen, gebracht, die Angabe über den Ursprung der teu- I ren Eier aus der Ukraine aber ihren Lesern vorenthal- len. Das konnte doch den Eindruck machen, als seien i
alle Eier fetzt so teuer geworden. Man muß aber doch in der Wilhelmstraße wissen, daß unsere deutschen Landleute für ihre Eier solche Preise nicht fordern dürfem Sie haben bet hohen Strafen die Eier M wesentlich billigeren Preisen an die Sammelstellen abzuliefern, und selbst am freihändigen Verkauf überschießender Eier möchte man sie hindern. Was sollen nun deutsche Land- leute, die ihre guten frischen Eier je nach dem Bezirk für 28, 30 oder 32 Pf. abaeben müssen, dazu sagen, daß die ukrainischen Eier angeblich nicht billiger als 56 Pf. geliefert werden können, trotzdem sie doch auf dem weiten Weg durch die „Organisation" gewiß nicht besser geworden sind.
Oder soll man nach der Art, wie die Nordd. Allgem. Zta. die teuren Eier aukündigt, anehmen, es bestehe die Ablicht, auch die Preise für deutsche Eier um weitere 40 bis 50 v. H. heraufzuschrauben? Das wäre doch gewiß um der Städter willen höchst bedauerlich, und auch unsere Landleute müssen das nicht wünschen. Auf sie sind ja die fetzigen, schon unverständlich hohen Eierpreise nicht zurückzusühreu. Vielmehr haben lange Zeit vielfach Bauern Eier unter den Höchstpreisen abgegeben, weil diese ihnen unbillig erschienen. Erst allmählich haben sie sich daran gewöhnt, das zu nehmen, was ihnen ja nach behördlicher Festsetzung Zustand, und dann wohl auch noch mehr. Aber es wäre doch endlich genug des Unguten und höchst bedenklich, wenn man die Ukraine als Feigenblatt benutzen wollte, um den Preis für eins der besten Nahrungsmittel noch weiter in die Höhe zu treiben. Die Verhältnifse in der Ukraine an und für sich geben dazu keine Berechtigung.
„Bßtetlßnh“.
Es war, so lesen wir in der Franks. Ztg., „Vaterlands" Schicksal, seine Herren zu enttäuschen Zuerst die Hamburg—Amerika-Linie, die mit einem Kostenauf- mand von 35 bis 40 Millionen Mark dieses Schiff aus- stattete, die auf ihm Raun: schuf für rund 5900 Menschen, es mit Prachträumen versah, die beispiellos öa- standeu: es sei nur erinnert an die Konzertbühne, an die mit kostbare« Gemälden geschmückte Bibliothek und an das prunkvolle Schwimmbad. 11 Docks waren übereinander aufgebaut, 280 Meter lang war der Dampfer, 30% Meter breit und 19% Meter tief. „Vaterland" kannte nur zwei einigermaßen vollgültige Rivalinnen. Das waren die ebenfalls der Hamburg—Amerika-Linie gehörenden Schwester-schiffe „Imperator" und „Vis-
marä" die mit ihm Zusammen Sie Jmperatorklaffe M» deten. Der etwas kleinere „Imperator" liegt wohlbehalten in Hamburg, und „Bismarck" mit feinen 56 000 Tonnen, noch etwas größer als „Vaterland", war bei Krieasausbruch noch nicht ganz fertig. In ziemlich weitem Abstand von diesen drei Ungetümen steht in der Reihenfolge der berühmten Riesenichiffe der Cunard- dampfer „Aauitania" mit 48 000 Tonnen.
Nur ganZ wenige Fahrten hatte „Vaterland" für die Havaa unternommen, als der Kriegsausbruch das Schiff im Neuyorker Hafen festhielt. Mit geradezu fieberhafter Ungeduld stürzten sich die Amerikaner in uen ersten Februartagen des Jahres 1917, lange vor der förmlichen Kriegserklärung an Deutschland, auf „Vaterland" und seine kleineren Schicksalsgenossen. Indessen war die Verwendung für amerikanische Rechnung doch nicht so einfach, wie man sich das drüben vorgestellt hatte: die deutsche Bedienungsmannschaft hatte ihre Schuldigkeit aetan und soviel rote möglich die Maschinen unbrauchbar gemacht. Und so dauerte es bis Anfang d. I., ehe „Vaterland" sich auf den weiten Ozean hin- auswaaen konnte. Aber auch beim neuen Herrn ging es nicht anders als beim alten: nur wenige Fahrten und das Ende war da. Es ist, als ob die deutsche« Schiffe ihren: alten Vaterland nicht untreu werde« könnten, denn in ganz kurzer Zeit sind mehrere frühere Hapag-Danrpfer auf den Grund des Ozeans versunken. So kau: erst vor wenigen Wochen die Meldung von der Torpedierung des ebenfalls recht ansehnlichen „Präsident Lincoln" (18160 Tonnen) und des „Cinci- nati" (16 239 Tonnen).
Ganz auffallend ist es, wie kurzlebig viele der Rte- fendampser sind. Schon vor dem Krieg war die „Titanic", damals das größte Schiff, ebenfalls nach wenigen Fahrten untergegangen, und der Krieg hat unter der berühmten Dampfern schlimm gehaust. Wir erinnern an die „Lusitania", an die „Baltie" u. a. Ob diese Erfahrung nach dem Kriege zur Fortsetzung oder gar zur Steigerung im Bau solcher gewaltigen Schiffe reizen wird, scheint zweifelhaft, doppelt zweifelhaft, wenn man sich einen Begriff macht von den Baukosten und den* Werte, den heute Dampfer von den Ausmaßen der „Vaterland" darstellen. Mit einigen 100 Millionen dürfte dieser Wert nicht überschätzt sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden deshalb in der bevorstehenden Zeit de: Schiffsraumnot und der allgemeinen Verarmung Luxusdampfer nicht mehr gebaut werden.
Amtlicher Zeit
MWtMHNW Ar MMeWn
Hersseld, den 24. Juli 1918.
Auf Abschnitt C der ländlichen Lebensmittelkarten für Versorgungsberechtigte werden
100 Gramm Graupen 8 Psg.
oder 100
Nudeln 12
BetrU KHemchWU
Die im ßaufe des Sommers bereits erfolgten und weiter erfolgenden Zuweisungen an Hausbrandkohlen an die einzelnen Verbraucher werden auf die Jahresmenge
Braves tüchtiges
Mädchen
für sofort oder später gesucht.
Regierungsbaumeister
Watt, Kaiserstr. 27.
ferner auf Abschnitt A der ländlichen Lebensmittelkarten für Kinder
2 Pakete Zwieback. 40 Pfg. das Paket
In Jndustriegemeinden kommt als besondere Zulage
50 Gramm Sago. 15 Psg.
zum Verauf.
An Selbstversorger werden keine Lebensrnittel ausgegeben, weil sie bei der letzten Verteilung die für sie Bestürmten Lebensmittel zum größten Teil nicht genommen haben. Hiernach ist anzunehmen, daß sie ausreichend versorgt sind.
Die Verkaufsstellen werden auf ortsübliche Weise bekannt gegeben. Der Verkauf hat alsbald nach Eintreffen der Ware zu erfolgen. Die Kartenab- schnitte sind bis zum 10. Aug. ö. I. an die Firma G. W. Schimmelpfeng in Hersfeld einzureichen. Diejenigen Händler, die sich in der Einreichung der Lebensmittel- kartenabschnitte nachlässig zeigen und überhaupt bei der Verteilung die Anordnung nicht beachten, haben zu erwarten, daß Ihnen der Verkauf von Lebensmitteln entzogen wird.
Als Jndustriegemeinden sind folgende Gemeinden bestimmt.
Allmershausen, Asbach, Eitra, Friedewald, Friedlos, Gethsemane, Gittersdorf, Harnroöe, Heenes, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kathus, Kleinensee, Kohlhausen, Leimbach, Lengers, Obergets, Oberhaun, Petersberg, Philipsthal, Ransbach, Röhrigshof, Rohrbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Untergeis, Unterhaun, Widdershausen, Wippershain, Wölsershausen, Unterneurode.
Tgb. No. K. G. 2635.
Der Landrat.
v. Heö emann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 24. Juli 1918.
Bei einem Pferde des Mineralwasserfabrikanten Heß in Morles Kreis Hünfeld ist Räude festgestellt.
Die vorgeschriebenen veterinärpolizeilichen Schutzmaßregeln sind angeordnet worden.
Tgb. No. 1. 8030. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersseld, den 25. Juli 1918.
Der auf öen 30. Juli 1918 in Bermutshein, Kreis Lauterbach, angesetzte Viehmarkt fällt aus.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
J. A. No. 6581. I. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Pflückt Waldhimbeeren für die Kreissammelstelle Firma Sophie Rehn in Hersfeld.
durch Diebstahl, Beraubung oder Beschädigung
Um Insf^iMtf schützt sicher nur der Abschluß einer KcisWM-DklkDluiz.
Diese bietet zu billiger Prämie und sehr günstigen
Der Eingang an Nußkohlen ist so gering, daß den einzelnen Haushaltungen höchstens 5 Ztr. für Küchen- brand überwiesen werden können. Wer bereits 5 Ztr. bezogen hat, erhält weitere Nußkohlen nicht.
Weiter wollen die Verbraucher, besonders von Anthrazit und Eierbriketts, die noch keine Zuweisungen erhalten haben, sich rechtzeitig auf dem Kohlenamt melden, damit möglichst alle Haushaltugen noch vor dem Winter berücksichtigt werden können.
Kreiskohlenamt.
öobnuiig, möglichst mit Bad u. Gartenanteil in freier Lage gesucht.
Gest. Angebote unter K. 07 an die Geschäftsstelle d. Bl. erbeten.
A.-G. in Berlin-Schöneberg.
Auskünfte erteilt und Anträge nimmt entgegen die General - Agentur in Cassel, Hohenzollernstraße 41
-—- Fernsprecher 877 —— und Spediteur C. Drude in Hersfeld.
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Angebote erbitte unter A. P. 70 an die Geschäftsstelle d. Bl.
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Fuchsktute»
eingetroffen.
Freund, Fulda
Adalbertstraße 12.
Telefon 396.
MWe $*i$«.
Sonntag, den 28. Juli.
Vormittags 8 Uhr: Herr Pfarrer Gonnermann.
Vormittags V2IO Uhr: Herr Sup. Feyerabend. Vorbereitung und Abendmahl.
Zuverlässiges, ehrliches, sauberes
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für sofort gesucht. Zu melden Vormittags.
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Tccbn. Büro im Hause des Kfm. Jean G ö b e l, Klausftratze.
Petersberg.
Mittags 1 Uhr Gottesdienst.
Unterhaun.
Nachmittags 2 Uhr Gottesdienst.
Kathol. Gottesdienst.
6> Uhr hl. Mesfe.
9BA Uhr: Hochamt m.Predigt llVsUhrZNachmittagsandacht Wochentage 7 Uhr hl. Messe: Freitag abend 8 Uhr: Kriegsandacht.
Gelegenheit zur hl. Beichte : Samstag nachm. um 5 u.
8 Uhr bei einem fremden Geistlichen.
Sonntag früh um 8 Uhr.