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fe UvßS TO DW NllWMgMNMis W RgJdeS oeS, Feldzugs eDalten bleibt. Hat sich nun daran et­was geändert? Es würde sich nur etwas geändert ha- dem wenn unsere Oberste Heeresleitung nun deshalb, Keil notwendig ^strebte strategische Wirkungen der Ängriffvsculacht bei Reims Nicht eingetreten wären, in ihrem ganzen Programm entscheidend gestört würde. Diese Bedeutung kommt aber der Schlacht bet Reims ncher nrcht zu, denn so knapp kann die Rechnung der Obersten Heeresleitnug auf keinen Fall sein. Das schlimmste, was eintreten könnte, wäre vielmehr: die erstrebte und vielleicht nicht eingetretene vorbereitende Wirkung muß nun auf andere Weise herbetgeführt werden. Darüber haben wir indessen kein Urteil.

An sich wußte man längst, daß Foch feine verfüg­baren Reserven im Südosten von Paris versammelt habe, und ein Angriff zwischen Aisne und Marne drängte sich ja den Franzosen sozusagen auf. Es waren auch, genügend Vorzeichen vorhanden. Man erinnert sich überdies der großen Offensive beiderseits der Aisne Gegen Soissons), durch die Foch vor einem Monat schon einmal den deutschen Marnekeil vergeblich abzu- cmeftchen suchte. Kurzum: Foch hat große Manövrier- masien amen die Linie SoissonsChateau-Thierry ge- worfen. Woher kamen diese Truppen? Unsere Of­fensive dauert nun seit bald vier Monaten: die Eng- lander haben demgemäß Zeit gehabt, ihr Heerzu reor­ganisieren, die Franzosen haben im selben Verhältnis wieder Kräfte frei bekommen, Italiener sind herbeige- eckt und anscheinend wirksam beschleunigte amerika­nische Transporte sind angekommen dies alles ergab neue Reserveir. Sie müssen nun niedergekäuipft werden.

Mit einem Teil dieser Reserven stehen wir heute im Kampf zwischen Aisne und Marne. Und ihrem Ein­greifen ist es zuzuschretben, wenn die Entwicklung des deutschen Angriffsplans durch ein ernstes Zwi­schenspiel augenblicklich unterbrochen worden ist. Ernst, aber nicht gefährlich, geschweige denn, entschei­dend. Der große Gegenangriff ist allerdings entschei­dend gemeint. Aeutzerlich hat es den Anschein, als gelte es nur dem Frontvorsprung der Armee Boehn und sei nur defensiv gedacht: in Wahrheit ist er aber auch strategisch von offensivster Natur, indem er, kurz vor dem Sprung, den Deutschen das Sprungbrett unter den Füßen wegzuziehen versucht. Foch will sozusagen in letzter Stunde durch diesen Flanken stoß das Schick­sal wenden. Die feindliche Presse wird in diesen Tagen nicht verfehlen, von einer zweiten Schlacht an der Marne zu reden: überraschender Flankenstotz gegen den Feind, der atemlos im Begriffe steht, die Hand nach dem Endsieg auszustreckem Romanphantasie! Weder Ueber- raschuna, noch erschöpft! und eine grundverschiedene Gesamtlage. Gewiß, im Augenblick ist eine Störung eingetreten. Aber mit Zwischenfällen hat Hindenburg sicherlich gerechnet wie stets. Man würde die deut­sche Strategie völlig verkennen, wollte man glauben, sie werde nicht die Kraft und die Erfindungsgabe haben, um dieses Hemmnis zu beseitigen. Vollends wird kein Deutscher daran zweifeln, daß die große Gegenoffensive an jedem folgenden Tag noch gründlicher scheitern werde als am ersten. Dann aber könnte es wohl sein, daß Ge­neral Foch zu unseren Gunsten durch seinen Angriff das bewirkt, was unser vorbereitendes strategisches Ziel ist: unnütze Kraftverschwenüung, Verbrauch der Re­serven. Was vielleicht durch unseren Angriff nicht gelang, konnte dann wohl zwischen Aisne und Marne in der Verteidigung erzielt werden, worüber unten noch einiges zu sagen sein wird. So oder so: der deut­sche Feldzug in Frankreich wird weiter seinem Ziele entgegengehem

Von den immer gefährlicher werdenden Verlusten ae- drängt und in der Ueberzeugung, daß das Ende des Feldzugs herankowme, benützt er die sich .günstig bie­tende Gelegenheit und wirft nach wohlerwogenem Plan den deutschen Armeen, die sich nach Süden und Osten in Bewegung gesetzt hatten, die neue Manövrierarmes in dem Augenblick in die Flanke, als sie in schwerem Kämpfe mit den zur Abwehr bereitgestellten Truppen- maffen verstrickt waren. Das sollte der Wendepunkt des Feldzugs, des Weltkriegs sein. Die Flutwelle zerschellt und die deutschen Armeen werden weitermaschieren nach dem Plan, ihrer Führer. Der Fochsche Angriff, die neue blutige Niederlage ferner Reserven könnte zur wichtigsten Etappe eines siegrer- chen deutschen Feldzuges werden. Das ist der Kern­punkt der neuen Lage.

Fochs Menschenvergeudung.

Der blutige 19. Juli.

Berlin, 20. Juli. (WTB.) Der 19. Juli, der zweite Tag der verlustreichen Foch'schen Gegenoftenswe brächte den deutschen Truppen wiederum einen großen Abweyr- erfolg. Unter Aufbietung aller Kräfte suchte der Fernd erneut, den am Vortage nach schweren Blutopfern nntz- lungenen Durchbruch zu erzwingen. Bererts um 6 Uhr vormittags kündete heftiges Trommelfeuer öre Wieder­holung der feindlichen Durchbruchsversuche am Tief gegliedert mit frischen Kräften und zahlreichen Tank- geschwadern rannte der Gegner gegen unsere Linien zwischen Aisne und nordwestlich von «

von neuem an. ®lit einer Verschwendung von Ptem fchenmaterial, wie seinerzeit Stikolai NikMajewitsch und Bruslilow, trieb Foch immerwieder seine Sturmtrup- pen in das mörderische deutsche ^euer hinein. Galt es doch für den Ententegeneralissimus ausinneWolitischen und persönlichen Prestige-Gründen hier unter allen Um­ständen einen Erfolg großen Stil» zu erringen. Unser zusammengefatztes Artilleriefeuer Whig. $c5Wreudiit die Reihen des anstürmenden Feindes, ste oft mit aus­gezeichneter Flankenwirkung treffend. Auf allen rück­wärtigen Straßen führte Foch ständig^ neue.Rrsmwen heran. Auch diese faßte vermchiend unser gut liegen­des Fernfeuer. Unter den feindlichen Truppenansamm- lungen, Bereitstellungen und Kolonnen räumtest unsere Schlachtflieger durch fortgesetzte Bombenabwürfe ent­setzlich auf. Hierbei wurden zahlreiche m Genhwadern versammelte Tanks außer Gefecht gesetzt. vrnndliche Marschkolormen stoben fluchtartig auseinander. Der Morgenansturm des Feindes ivar um die Mittagszeit teils im Feuer vor unseren Linien, teils nach Heftcgern Ringen im Gegenstoß zum Scheitern gebrmht. ^or^ ganzen Front liegen zahlreiche zufammengeschossene ^Jm^ Verlaufe der ersten Nachimttagsstunden folgte ein von frischen Kräften geführter Attgrisf, der vor un- feren Linien vollstttiidig zusammenbrach. Um 6 Uhr 30 Minuten abends lag wiederum Trornnrelfmrer aus unseren südlich der Aisne gelMteuen^

uns rechtzeitig erkannte Ailgriff brach gleichfalls unter schwersten feindlichen Verlusten zusammen. Auch auf der Front weiter südlich bis nordwestlich Chateau ^hierry setzten sich am Nachmittag die Anstrengungen unseres Feindes, die Linien zu durchbrechen, fort. Hier richtete sich nachhaltigster feindlicher Druck vor allem gegen unsere Linien südlich Villemmmre. Durch kraft- vollen Geaeiiangriff wurde der Jeuid über seine Aus- gaugsftellungen zurückgejagt. Altch südlich des Onrcq, wie ebenfalls südlich des Elignmlbaches waren alle An- griffsbewegmigen ^s F^inöes^mnstmst.^^Das^Er^eblns

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26600 Tonnen versenkt.

Berit«, 21. Juli. (Amtlich. WTB.) Im Sperr­gebiet «m England wurden 12 000 BRT, versenkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 20. Juli. (Amtlich. WTB.) Im Mittel­meer versenkten untere Uboote drei Dampfer von rund 14 000 Brnttoregistertonnen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Amerikanischer Kreuzer torpediert.

Nach einer Havasmeldueg aus Washington vom 20. Juli ist der amerikanische KreuzerSantiago" torpe­diert worden. Man glanbt, daß niemand umgekommen ist. Der Kreuzer hält sich noch über Wasser.

Reuter berichtet aus Washington: Das Marinede­partement meldet: Ein bewaffneter Kreuzer der Ver­einigten Staaten ist gesunken. Dampfer sind mit der Bergung der Ueberlebenden beschäftigt. Anscheinend sind keine Menschenleben zu beklagen.

Reuter meldet weiter: Die Ursache des Sinkens des Panzerkreuzers ist unbekannt. 336 Mann der Besatzung sind gelandet. Das Marineministerium berichtet von einer großen Anzahl weiterer Mannschaften an Bord von zwei Dampfern, welche mit unbekanntem Bestim­mungsort weiterfuhren.

Amerikanischer Waffentransportdarupfer versenkt.

s-r-l Stockholm, 22. Juli. (Eig. Drahtn.) Aus

Neuyork wird berichtet, daß ein amerikanischer Trans- portdawpfer, der mit einem Waffentransport nach Frankreich unterwegs war, in der Kriegszone torpediert wurde. 10 Ossiziere und Soldaten sind umgekommen.

nährte Angriffe auf der etwa 40 Kilometer langen Kampffront zu immer neuen Durchbruchsversuchen an- setzte, waren für ihn schwerste Verluste an Menschen und Material, ohne daß es ihm im entferntesten gelun­gen wäre, feinem beabsichtigten Durchbruchsziel nahe zu kommen. Die Größe des Zieles, das sich Foch ge­steckt hatte, geht aus der Bereitstellung starker berit­tener Kavalleriekräfte hervor. Der 19. Juli als einer der blutigsten Tage dieses für die Entenre so verlust­reichen Jahres brächte den Feind um alle seine Hoff­nungen und versagte dem Ententegeneralcsitmus den sehnlichst erwarteten Erfolg.

Fochs Theorie.

^i Haag, 22. Juli. (Eig. Drahtn.) In der fran­zösischen Presse wird das Vorgehen Fochs zwrschen Aisne und Marne als erste praktische Probe auf die früher von Foch geäußerte Theorie aufgefaßt, daß jede Offensive möglichst schnell mit einer Gegenoffensive zu beantworten sei. Es finden sich Urteile, welche rn dem Stoß Fochs seine Bereitschaft zu einer großen Bewe- gnngsschlacht annehnren. Jmnrerhin wird auf die rie­sigen Reserven hingewiesen, welche die Deutschen zu ihrer Verfügung hätten.

Fliegerangriff auf Paris.

Zürich, 21. Juli, (^im Drahtn.) Aus Paris wird berichtet, daß in der vorgestrigen Nacht nicht null die Bannmeile, sondern auch die inneren Pariser Be­zirke von deutschen Flugzeuge» überttogen wurden. Den Blättern ist es nach wie vor verböte«, Einzelheiten zu veröffentlichen.

Maffenabwurf von Bomben.

Berlin, 21. Juli. (WTB.).In der Nacht vonr 18.

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lischen Front mit 72 480 Kilogramm Somven ange­griffen. Die Angriffe richteten sich gegen die Haupt stapelplätze, Bahnhöfe und den Bahnverkehr des. Fein­des. Auf dem Bahnhöfe St. Pol flog ein Mumtlons- zug in die Luft. Die Lager von Poperinghe erhielten 12 000 Kilogramm, Chantilly 13 000 Kilogramm, Ort­schaften und Lager zwischen Coulpiegne und Chalons 36 500 Kilogramm und der für den Gegner wichtige Etappenort Epernay 15 240 Kilogramm Bomben. Starke Brände und Explosionen in Epernay, St. Dizier und Ehalons kennzeichneten noch stundenlang nach dem An­griff die Wirkung der deutschen Bomben. Auf der Strecke Chalons-Vitryle-Franeois brachten unsere Ge­schwader einen Transportzug durch Angriff aus nied­riger Höhe zum Stehen und vernichteten ihn. Die kriegswichtigen Betriebe der Werke von Pornpey wur- den durch Bomben angegriffen und auf lange Zeit lahm gelegt. Sämtliche an den Angriffen beteiligten Flug­zeuge kehrten trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung durch Abwehrkanonen und Maschinengewehre, Schein­werfer und Jagdflugzeuge unbeschädigt in ihre Heimat­häfen zurück.

Die Verbindung ParisLondon unterbrochen.

Nach einer Meldung desCorriere öella Sera" aus Paris ist die telegraphische Verbindung zwischen Paris und London unterbrochen.

Schweizerisches Urteil über die gescheiterte Gegen­offensive.

DieZüricher Morgenzeitung" stellt den völligen Zusammenbruch der Gegenaktion der Alliierten gegen die deutsche Offensive fest. Der Zweck der deutichen Offensive bestehe nicht darin, einzelne Städte zu erobern, sondern die feindlichen Streitkräfte zu zertrümurern. Dieser Zweck sei auch bei dieser Offensive wieder er­füllt.

Holländisches Urteil.

^i Haag, 22. Juli. (Eig. Drahtn.) Der Ltieuwe Courant schreibt: Falls Fockis Gegenoffensive als schwerer Schlag gegen die Deutschen gedacht war ist das Unternehmen bereits jetzt vollständig miMlückt. Die Deutschen haben ihre Truppen unbemerkt über die Marne zurückgenommen, was der Wahrheit entspricht. Sonst hätten die Alliierten schon die gröge Trominel gersthrt.

Sie Ermordung des Zaren.

DieNorddeutsche Allgemeine Zenitung" schreibt su der Nachricht vorr der Erulordung des Zaren:Obwohl diese Meldung mit Bestimmtheit auftritt, können die letzten Zweifel an ihrer Richtigkeit vorlamig nicht vvmg unterörtickt werden. Immerhin muß man damit rech­nen, daß das, was sich,das erstemal als em ahnungs­volles Gerücht erwies, diesmal Tatsache ist und daß der ehedem allmächtige Beherrscher Rußlands das traurige Eiröe gesunden hat, das seit Ausbruch der Revolution und seiner Thronerltsagung über seinem Haupte schwebte. Seither sind fast 1!^ Jahre vergangen, wäh­rend denen der Zar der Gefangene der Nevolutwn war. Man kann aus dieser Tatsache schließen, daß es nicht in der ursprünglichen Absicht weder des ersten noch des zweiten Umsturzes war, nach dem Muster der franzö­sischen Revolution das Leben des Monarchen der neuen Staatsform als blutige Btorgengabe, darzubrurgen. Wenn es nun richtig ist, daß man in Jekaternrburg of­fenbar auf eigene Verantwortung von diesem Entschluß abging und den Befehl zur Tötung des Zaren gab. io liegt der Grund wohl in den veränderten politischen -rbältniisen. Der Ei'rblick in diese Verhältnisse ist an-

Mchks der ttettvnrtettett sage nt RUßiüllö ckußeroroem lich erschwert, aber es scheint doch, daß die tschecho-sl« wakische Bewegung, hinter der der Verband als Äw treiber steht, Mmählich zur ernste» Gefahr für die Rei Sierung der Räte geworden ist, der sie nur mit den ra. dikalsten Maßnahmen Herr zu werden glaubt. So ist der Zar ein doppelt tragisches Schicksal durch dit indirekte Schuld derer gefallen, mit denen er einst freundschaftlich verbunden war, und die jetzt nicht um seiner Person willen, sondern weil sie ihrer Polftik in Rußland zu dienen hofften, seine Wiedereinsetzung in die Herrschaft betreiben wollten. Die grausame Tat, welcher der ehemalige Zar zum Opfer gefallen ist, wirr in der gesamten Kulturwelt die Verurteilung finden die sie als politischer Mord finden muß. Kein Zweck tfi so groß, daß er das Mittel des Mordes heiligt. Die Nachricht von der Tat wird in Deutschland mit Mschen ausgenommen werden. Ueber die menschliche Schulk des Zaren muß die Geschichte richten: jedenfalls waren die Täter von Jekaterinburg nicht berufen, diesem Ur­teil vorzugreifen, geschweige denn, es zu vollziehen Di< Wolke, die über der Zukunft Rußlands lastet, wird durch die Tat noch dunkler, die Aufgabe der deutsche« Politik: das große Rätsel des Osteus scharf zu überwache», «och schwerer und dringender."

Es lebe der rote Terror!"

Aus Moskau wird berichtet: Die Erschießung des Er^aren erfolgte laut Urteil des Nralsowiets. Die Bjednata" meldet die Ermordung in folgender Form: Durch den Willen des revolutionären Volkes ist der blntige Zar aufs glücklichste in Jekaterinburg verschieden. Es lebe der rote Terror!"

Ein Dekret vom 19. Juli erklärt das gesamte Eigen­tum des frühere» Zaren sowie der früheren Zarin und sämtlicher Mtiglieder des ehemaligen Kaiserhauses als Besitz der russischen Republik. Eingeschlossen in die Be­schlagnahme sind sämtliche Einlagen der Zarenfamllte in russische« u«d ausländischen Banken.

Deuffche Soldaten in Zivil in Moskau.

Die deutsche Regierung hat sich, wie die Köln. Ztg. berichtet, mit der Sowjetregiernna darüber geeinigt, daß zum Schutze der deutschen Gesandtschaft in Moskau einige Hundert Mann deutschen Militärs dorthin gesandt wer­den, und zwar sollen die Soldaten ihre« Wachtdieust i» Zivil ausübe«.

Neue Protestnote« der Sowjetregierung.

In Noten an die Vertreter Englands, Frankreichs und Amerikas protestiert die Sowjetregierung von neuem gegen das Vordringen im Murmangebiel. In der Note an England heißt es, daß Amtspersonen der Rätegewalt erschossen worden seien, aus dem Amerika zugedachten Protest spricht die EMtänschung über Amerikas Wand­lung. Aus den Noteir geht weiter hervor, daß der Sowjet des Murmangebietes sich auf einen das Ein­dringen der Verbandstruppen betreffenden Vertrag mit der Entente eingelassen hat. Dieser Sowjet ist demnach von der Räteregierung abgefallen.

Das deutsch-englische Gefangenenabkommen.

Halbamtlich wird aus dem Haag über das deutsch- englische Gefangenenabkommen berichtet: Der Text kann nicht veröffentlicht werden, bevor das Abkommen von beiden Regierungen ratifiziert ist, doch kann be­reits berichtet werden, daß in dem Abkommen Bestim­mungen vorkommen, denen gemäß der Austausch von Kriegsgefangene» sich auf die deutschen und englische« kriegsgefangeue« Offiziere und Mannschaften ebenso wie auf diejenigen, die gemäß dem Völkerrecht in Hol-

beziehen. Diese werden sämtlich allmählich das Land, wo sie interniert sind, verlassen.

Nach dem neuen Abkommen werden Unteroffiziere nicht mehr wie bisher interniert, sondern sofort ansae- tauscht werden. An Stelle der deutschen und englischen kriegsgefangenen Offiziere, Unteroffiziere und Mann- fchgften, sowie der bürgerlichen Gefangenen, die in Hol­land interniert sind, werden andere Offiziere, die län­ger als 14 Monate kriegsgefangen sind, und außerdem Kriegsgefangene, deren Gesundheitszustany derart ist, daß sie auf Jnternierung in Holland Anspruch haben, treten. . .

Kriegsallerlei.

Ein Kaisersohn als Thron kandidat für Finnland soll nicht in Betracht korumen. Der finnische Gesandte in Berlin, Staatssekretär Hjelt, Hat, laut Stockholmer Meldung, bei einem letzten Besuche in der Heimat denn Senat den Bescheid überbracht, daß Kaiser Wilhelm keinen feiner Söhne als Kandidat für den finnischen Thron aufgestellt Küssen wolle.

Staatssekretär v. Hinsie hat Sonnabend sein Anst angetreten. Am selben Tage veröffentlichte der Reichs- anzeiger die Amtsenthebung v. Kühlmanns und die Er­nennung v. Hintzes.

33 Lnstangrüfe auf das deutsche Heimatgebiet fanden im Monat Juni statt. Die Angriffe forderten unter der Bevölkerung 34 Menschenleberr: außerdem wurden 27* Personen schwer und 35 leicht verletzt. Die Schäden von militärischer Bedeutung waren unerheblich, der Schaden von Prwathäusern in mehreren angegriffenen Städten war ziemlich groß.

Die Munitionsfabrik der A. E. G. in Plane» ist, wie Leipziger Neuesten Nachr. melden, am 19. d. Mts. nach­mittags, vermutlich durch Selbstentzündung von Spreng­stoffen, teilweise zerstört worden, wobei außer beträcht­lichem Sachschaden auch eine größere Anzahl von Men­schenleben zu beklagen sind. Der Brand war nach 2K Stunden gelöscht. Es ist zu hossen, daß der Betrieb bald wieder ausgenommen werden kaun. Die Militär- und Zivilbehörden haberr jede erdenkliche Hilfe durch Stel» lung von Aerzten, Pflegepersonal usw., gewährt.

Weitere Drahtnachrichten.

Strafe für Fehler.

i^i Genf, 22. JUli. (Eig. Drahtn.) Der Temp- teilt mit, daß ein Gesetzentwurf vorbereitet werde, wel­cher sich auf die Bestrafung der Komnmnolerenden Ge­neräle beziehe, welche bei Ausübung ihres Komman­dos Fehler begingen.

Gedämpfte englische Kommentare.

ij-^ Rotterdam, 22. Juli. (Eig. Drahtn.» titach An­sicht der Daily Mail ist die Lage der Deutschen derart, daß sie jeden Augenblick kräftige Verstärkungen heran- führen können, um den französischen Vormarsch zum Stehen zu bringen und die Franzosen zurückzuwerien. Sie könnten einen starken Arlgriff an einer anderen Front nMernehmen und auf diese Weise den Druck des Feindes vermindern. Die Times warnen vor Ueber­treibung der Erfolge der Gegenoffensive und sagen, Fochs Ziel sei es, die Deutschen in überstürzter Esie zu bekämpfen. Es seien aber seine Anzeichen dafür vorhanden, daß es glücken werde, sie zu übenvaltmen Er habe noch keinen Einfluß auf die gefährliche Lage zwisäre» Otse n»d dem Meere. Die Engländer hatten den Wunsch, tat Norden seht Gebiet zu verlieren.