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Serslelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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| Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- : AMÜiÄbk ÄN^illk^ i Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im E - zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : 2, . : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. :

s Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. = sur Den Kteis Hersfew Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprechrr Nr. 8.

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Nr. 169 Sonntag, den 21. Juli 1918

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 160 R. V. O. wird der Wert der den Versicherten gewährten Sachbezüge für den Bezirk des Versicherungsamts Hersfeld allgemein wie folgt festgesetzt: »

Bezeichnung der einzelnen Bezüge

fürV e r

sicherte

----

über 21 männlich Mk.|Pfg.

Jahre weiblich Mk.|Pfg.

von 16 bis 21 Jahre

von 14 und 15 Jahren

unter 14 Jahren

männlich Mk. |Pfg.

weiblich Mk. |Pfg.

männlich Mk. (Pfg.

weiblich Mk. | Pfg.

männlich Mk.|Pfg.

weiblich

Mk. |Pfg.

Freie Wohnung

20

A.

Sind

15

tvezir

k He

20

rsfeld

15

15

15

15

15

Tagesbeköstigung

1

90

1

60

1

90

1

60

1

60

1

50

1

35

1

35

Freier Unterhalt

2

10

1

65

2

10

1

65

1

75

1

65

1

50

1

50

Frühstück

40

30

40

30

30

30

30

30

Mittagbrot

1

80

1

80

80

-

75

60

60

Abendbrot

50

50

50

50

-

50

45

45

45

Freie Wohnung

B. j

15

!andv

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15

des

kreist 15

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15

15

15

15

15

Tagesbeköstigung

1

60

1

30

1

60

1

30

1

30

1

10

1

10

1

10

Freier Unterhalt

1

75

1

35

1

75

1

35

1

45

1

25

1

25

1

25

Frühstück

40

30

40

30

30

20

20

20

Mittagbrot

70

60

70

60

60

55

55

55

Abendbrot

50

40

50

40

40

35

35

35

Diese Festsetzung tritt

am

1. August

1918 in Kraft

und

ist für den Bereich der Kranken-Unfall-

und

Jnvalrdenversrcherung maßgebend. Wo der wirkliche Wert der Sachbezüge von vorstehenden Sätzen erheblich ab-

weicht bleibt eine besondere, Festsetzung durch daS Versicherungsamt vorbehalten.

durch die vorstehende Festsetzung 'nicht geregelt' sind! ~ " ^*^M^WW«WM«HMW

Herrfeld, den 13. Juli 1918.

Königliches Verfichernngsamt.

Der Vorsitzende:

I. V. No. 1443. I. V.

Funke, Kreis-Sekretär.

Bus der Helmut«

):( Hersfeld, 20. Juli. Nächsten Montag, den 22. d. M., nachm. 5 Uhr, treten Magistrat und Stadt­verordnete im RathauSsaal zusammen, um die durch die Amtsniederlegung des Herrn Beigeordneten Schimmelpfeng notwendig gewordene Neuwahl eines unbesoldeten Beigeordneten für die Stadt Hersfeld vorzunehmen. Anschließend um 5Va Uhr findet eine Sitzung derStadtverordneten mit folgender Tagesordnung statt: 1) Festsetzung der Vergütung für die HolzverwertungSarbeiten im Stadtwald. 2) Nach- bewilligung der Schenkungssteuer für die Schenkungen des Lederfabrikanten Jean Rechberg. 3) Verschiedene Nachbewilligungen für die Jahre 1917 und 1918. 4) Wahl der Mitglieder der Kommission für die Auf­sicht über der städt. Arbeitsnachweis. 5) Bewilligung eines Betrags für die Zwecke der Kriegsjugendwehr. 6) Bewilligung eines Betrags zwecks Stiftung von Bildern zur Ausstattung des DampfersHersfeld" der Continentalen Reederei A.-G., Hamburg. 7) Er­hebung einer Miete für Strom-Automaten. 8) Er­höhung der Entschädigung für militärische Einquartie­rung. 9) Abänderung des § 45 der Städteordnung, betr. Beschlußfähigkeit der Staötverordnetenversamm- lung. An die öffentliche Sitzung schließt sich eine vertrauliche an.

Für die Ludendorff-Spende

gingen ferner bei dem Bankhaus L. Pfeiffer ein: " Frau Lotz, Hersfeld Mk.

Herrn Rentier Gesing, Hersfeld

von

2.

Firma H. Reuß,

Herrn Baurat Müller,

Ungenannt

Gewerkschaften Wintershall, Heringen,

Gottesdienst

Kreis Hersfeld

SO. 30. 25,-

100.

//

HerSfeld, den 16. Juli 1918.

Das Verbot der Versittterung von Nesselstengeln wird nicht genügend beachtet. Es wird erneut auf die Strafbarkeit aufmerksam gemacht. Die Nesseln werden vielfach mit dem Gras abgemäht. Safern das nicht zu umgehen ist, werden die Besitzer ersucht, entweder die Nesseln selbst auSzusuchen, wo sie in Horsten gestanden haben, und bei den Vertrauens­leuten oder Sammelstellen abzxgeben (Mk. 28. pro Dz) oder das Auslesen durch Schulkinder zu gestatten.

Auf jeden Fall müssen die Nesselstengel (mindestens 60 cm Höhe) der Fasergewinnung erhalten bleiben.

Wenn irgend möglich, die Nesseln jetzt noch stehen lassen und gleichzeitig mit Stengeln und Blättern den reifen Samen durch abstreifen ernten!

Die Sammeltätigkeit soll auch in den Sommer- ferien stattfinden.

Tgb. No. I. 7502. Der Lanörat.

I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assefsor.

der Gemeinde Heimboldshausen Röhrigshof (einschl.

Mk. 200. von Herrn Bergassessor Wüste)

Hof Weißenborn

der Gemeinde Philippstal (einschl.

MWm

80.

3 000.

10.70

80.-

256.

100.

542.50

180.

Gabe Seiner Hoheit des Landgrafen der Gemeinde Niederjosfa _________

Mk. 18 708.20

bisher eingegangen 26 621.22

Mk. 45 324.42

England henke wie ehedem.

Englands SeMtändigkeitserklärung einer Murman republik ruft die Erinnerung wach an ähnliche Machen- fchasten, um an dem ' Ende des Nikaraguaki zu fassen und um mit, in seinen Besitz zu bekommen.

nals in Ausucyt genommenen s in Mittelamerika festen Fuß weit das Ende der Bagdadbahn

Eines schönen Tages wurde an daskleinere und schwächere" Nikaragua von England das Ansinnen ge­stellt, es solle das Gebiet der Nioskito-Jndianer als ein unabhängiges Königreich" anerkennen, weil diese In­dianer mit Englandbefreundet" seien. Da das fragliche Gebiet einwandfrei zu dem fest 800 Jahren bestehenden Kolonialreich und seit 16 Jahren unbestritten zu dem selbständig gewordenen Nikaragua gehört hatte, ein Moskitoreich auch nie in der Geschichte bestanden hatte, lehnte Nikaragua natürlich diese Forderung ab. Da er- f (Dienen 1841 ohne Kriegserklärung englische Kriegs­schiffe und nahmen den Kommandanten oes Hafenzoll­amtes gefangen, weil er sich weigerte, die Unabhängig- keit des mit Englandverbündeten" Königreichs der Mosküns anzuerkennen. Nun bestimnUe England ganz nach Belieben die Grenzen des MoSkttoretches und ver­langte einen Verzicht in aller Form, den die drohenden Kriegsschiffe auch endlich erzwängen. Dw Engländer würden noch dort fein, hätten nicht die interessierten Vereinigten Staaten endlich das Gaukelwiel durchschaut und keinen Zweifel darüber gelüsten, daß sie es zum Kriege kommen lassen würden, wenn nicht die Briten das Feld räumten. Es gab ein jahrelanges Hin und Her. Durch den Krimkrieg wurde England endlich doch gezwungen. Da auch das Projekt dev Nckaraguakanals verschwand, hob es sein Protektorat 1860 wieder auf und gab das strittige Gebiet des Moskito-Königreichs an Nikaragua zurück.

Ganz ähnlich weckte England die Selbstündigkeits- gelüste eines andern Herrschers, der von selbst nie auf den Gedanken gekommen wäre. Das kleine arabische Sultanat von Kuweit hatte sich am.Anfang der /0er Jahre freiwillig den Türken angeschroffen. Es stach aber den Engländern sehr in die Augen, weil zu ihm der beste Hafen am Persischen Golf gehörte, der auch als Endhafen der Bagdadbahn in Aussicht genommen war. Eines Tages erfuhr der Sultan von Kuweit, er fer gar kein Vasall von Konstantinopel, sondern: ein selbftan- htzM Fürst. Gleichzeitig würden ihm Geld und Waffen

zugesteckt, um seine Unabhängigkeit gegen die Türken verteidigen zu können. Die Türken jedoch entsandten Truppen nach Kuweit 1906 und richteten daselbst ihre Herrschaft wieder auf. Die Engländer natürlich er­klärten, die Türken hätten dort nichts zu suchen. Als daher die Türken 1912 durch den Krieg in Anspruch ge- nonnnen waren, sandten die Engländer im Sommer 1912 Kriegsschiffe nach Kuweit und landeten Truppen. Im Frühjahre 1913 wurden die Türken zum Verzicht ihrer Hoheitsrechte gezwungen und Kuweit seitdem als brittsche Besitzung behandelt. Zwar hat derselbstän­dige^ Sultan sich noch nicht unter das britische Protek­torat gestellt, aber diese Unterlassungssünde können selbst die Engländer einem so ««zivilisierten Herrscher

So geht England heute wie vor Jahrzehnten seinen Wea: in Mittelamerika, am Persischen Gott, am Nörd­lichen Eismeer, soffen wir nur, daß es ihnen an der Murrnanküste vorbeigelingen wrrd! W. W.

Krupps Sieg über Armstrong.

Eine Jnli-Crinnerung.

Deutschland hat Ursache, an den Juli des Jahres 1868 gerade jetzt mit Dankbarkeit zu denken. Bedeutet er doch nichts Geringeres als die Befreiung der preu­ßischen und damit auch der deutschen Artillerie von einem englischen Geschützsystem, das in damaliger Zeit so gut wie eingeführt galt. 1865 erfand Krupp den Rundkerl- verschlutz für Geschütze, der zunächst in Rußland An- llang fand. In Preußen sollte sich das mit diesem Ber- Muß ausgerüstete Geschütz erst bei einem Probeschreßen bewähren. Auf dem Schießplatz zu Tegel bei Berlin vermochte es aber die gestellten Aufgaben nicht zu er­füllen, seine Geschosse drangen nicht durch die als Scherbe ausgestellte Panzerplatte hindurch. Zu gleicher Zeit wurde ein englisches, von Ärmstrong geliefertes Ge­schütz ausgeprobt, das glänzend siegte. Die Panzerscheibe wurde von seinem Geschoß glatt durchbohrt. Daraufhin erfolgte der Ankauf des englischen Geschützes, eines großen 96-Pfünders, der zunächst für die Marine Be; stimmt war. Krupp war außer sich! Er wußte, daß sein Geschütz dem englischen überlegen war, also mußte der Grund des Mißerfolges in irgend einer anderen Ur­sache liegen. Bet seinen Nachforschungen aus dem Schießplatz fand er neben dem Geschütz noch unver- branntes Pulver, und nun war ihm plötzlich alles klar:

Sein Geschütz war für prismatisches Pulver emgertchteij und hier hatte mau mit gewöhnlichem Pulver geschossen.

Krupp beantragte die Wiederaufnahme der Ver­suche, aber man hielt den Fall für erledigt und ging nicht auf seine Vorschläge ein. Krupp schien endgültig besiegt. Da erhielt er aus Rußland die Nachricht, daß man dort mit seinem Gutzstahlgeschütz allerdings bei Verwen­dung von prismattschem Pulver geradezu glänzend« Ergebnisse erzielt hatte. Nun forderte Krupp die amt- lichen Berichte über das Prüfungsschießen in Rußland ein und sandte sie an die Artillerie-Prüfungskommission

in Berlin.

Am 7. Juli 1868 standen beide Geschütze, das Kruppsche und das Arrnstrongsche, auf dem Schießplatz zu Tegel bereit. Vor ihnen das Ziel, eine Panzerplatte von 8 Zoll Dicke. Die Entfernung beträgt etwa 500 Meter. Schuß auf Schuß kracht aus den Geschützen, wo­bei die Kruppschen Geschosse die Platte glatt durchschla­gen. Nach 138 Schutz spaltet sich die Wandung des Arm- strongschen Geschützes etwas auf, aber der Engländer feuert trotz der Gefahr des Springens werter. Endlich aber geht es doch nicht mehr: er muß stoppen. Aus dem Kruppschen Geschützrohr aber kracht unentwegt Schuß auf Schuß: 200,300, 400 Schüsse! Schließlich ist das halbe Tausend voll, aber die Kruppschen Mannschaften feuern unentwegt weiter, bis endlich die Zahl von nicht weniger als 676 Schüssen erreicht ist! Sie bedeutet den Sieg!

Damit war die Sache mehr als entschieden. Die Be­stellung bei Armstrong wurde wieder rückgängig gemacht, und Krupp lieferte nunmehr das gesamte Geschütz- Material für die preußische Armee und Marine. Hatte der Krieg von 1864 die Liebhaber der Bronzege­schütze noch nicht aus der Welt zu schaffen vermocht und hatte auch 1866 nur eine bestimmte Anzahl von Krupp­schen Geschützen mitgewirkt, so bedeuteten öte Jahre 1870/71 eine Probe auf das von Krupp gelieferte Ge­schützmaterial, wie sie glänzender nicht gedacht werden konnte. Noch waren, als man in den Krieg zog, nicht alle Geschütze mit dem neuen Verschluß versehen, und viele wurden erst während des Krieges damit ausgerüstet, aber das vermochte am Gesamtergebnis nichts su an* öern. Die deutsche Artillerie zeigte sich der französischen im entschiedensten Maße überlegen. Leichte und schwere Geschütze konnten gleichen Kalibern Frankreichs erfolg­reich gegenübertreten.