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Bei unseren Minensuchern.

Alltagsgeschichten.

So hart und mühsam das Tagewerk unserer Mi­nensucher ist, so fehlt es doch auch zeitweilig nicht an Abwechslungen, die als Unterbrechungen des einförmi­gen, abstumpfenden Dienstes freudig begrüßt werden. Rütteln sie doch die Leute einmal auf und führen ih­nen zum Bewußtsein, daß der Minensucher zuweilen auch noch andere nützliche Aufgaben erfüllen kann, als nur den gefährlichen Kampf gegen die vom Feinde ausgelegten Minen Tag für Tag zu bestehen. Gerade zwei Tage, ehe ich dieser Minensuchflottille meinen Be­such machte, hatte eins der Boote Gelegenheit, einen Menschen dem sicheren Wellentode zu entreißen.

Spät am Abend rüstete sich eine Halbflottille vor der holländischen Küste zur Heimfahrt. Schon begann die Tageshelligkeit zu verbleichen und die Dunkelheit langsam ihre Herrschaft anzutreten, als der Chef der Halbflottille der mit seinem Boot an der Spitze sei­nes Schifsszuges fuhr, plötzlich in einigem Abstand ei­nen Gegenstand auf dem Wasser sichtete, der ursprüng­lich als treibendes Faß oder Balken angesprochen wurde. Doch aus einem unbestimmten Gefühl heraus änderte der H.-Chef den Kurs und.fuhr in die Nähe, vielleicht, daß man einer Treibmine den Garaus machen konnte. Dichter Bermtacfommen, stellte man jedoch fest, daß hier ein Mensch auf den Wellen trieb, ein S e e f l i e q e r, der sich an dem Schwimmkörper seines untergegäuge- nen Flugzeuges mühsam festhielt. Seit drei Tagen trieb der Bedauernswerte bereits auf dem Wasser. Sein Gefährte war vor Ermattung versunken. Nun nahte dem Erschöpften die Rettung. Er wurde an Bord ge­holt, erhielt sogleich warmes Essen und trockene Klei­der- und sollte dann rußen. Doch der Schlaf floh den müden Körper. Das ganze Nervensystem befand sich in einer derartigen Aufwallung und Gereiztheit, daß trotz größter körperlicher Mattigkeit und Erschöpfung der erquickende Schlummer sich nicht einstellen wollte. Wenige Wochen vorher konnte. ebenfalls kurz vor An- bruch der Nacht, a» der dänischen Küste die Besatzung eines anderen abgestürzte« Wasserflugzeuges geborgen werden.

Im Sommer letzten Jahres sichtete derselbe H.-Chef eines Abends in der mittleren Nordsee ein langes/ fla­ches Boot, das mit zwei Menschen besetzt war. Sie wurden an Bord geholt und meloeten sich hier in mi­litärischer Haltung:U-Bootssteuermann X. und Vize­feldwebel X.. aus dem englischen Gefangenen­lager entkommen." Das kleine offene Boot, dessen sie sich am Strande Südostenglands bemächtigt hatten, wurde an Bord des Minensuchers genommen, die bei­den Geretteten.mit Speise und Trank erquickt. Hatten sie doch während der letzten Tage nur von Zitronen und Wasser gelebt.

Doch trotz des wurde in eines auf geborgen,

auch an heiteren Unterbrechunqen fehlt es grausigen Ernstes dieses Dienstes nicht. So einer Nacht bei der Rettung der Besatzung eine Mine geratenen Suchbootes ein Mann der sich krampfhaft an ein Balkenstück klam-

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fenschellsksch eifern umspannte, der durch die Ex­plosion sein Leben hatte lassen müssen. Den Fisch brächte der Mann mit auf das rettende Boot, wo ihn der Koch sogleich in eine schmackhafte Mahlzeit verwandelte.

Unter manchen Leuten herrscht eine Krankheit: der Minensummel". Ein Koller, der durch die stets vor-' handene Gefahr, das ewige Warten auf den Minenknall und die fortgesetzte Anspannung aller seelischen Kräfte seine Erklärung findet. Nur eiserne Nerven merken von diesemMinenfummel" nichts. Wer aber hat solche noch in diesem nervenzerrüttenden Zeitalter und erst recht bei einer derartigen Tätigkeit im Rachen eines Hüllen Mundes? Da kommen denn auch manche heite­ren Mißgriffe vor. So wird zuweilen eine Blechdose, deren Inhalt vielleicht gestern noch einen hanseatischen Krösusmagen labte, heute von einem Minensuchboot ge­sichtet und als Sehrohr eines englischen U-Bootes an- gesehen. Wütendes Schnellfeuer befördert sie schnellstens auf den Meeresboden. Ebenso wird einmal ein schwar­zer Kohlenkorb, den der Kohlendampfer in Emden über Bord geworfen, für eine Mine gehalten. Von vielen Schüssen durchbohr, versinkt dann die Pseudomine. Doch der Minensuchmann denkt sich, wenn er zur Kenntnis seines Irrtums kommt:Vorsicht ist besser als Nach­sicht!"

Noch eine andere heitere Geschichte möge hier ihren Platz finden. Lag da eine Minensuchflottille im Sommer 1915 in der Ostsee und rüstete zu einer Fahrt in den Rigaischen Meerbusen aus, um den Hochfeestreitkräften einen Weg zu bahnen. Da kommen drahtlose Meldun­gen über eine irgendwo treibende Mine angeschwirrt. Bald darauf das Ersuchen, den Teufelsspuk abzuschießen. Die Flottille war aber gerade beim Kohlennehmen und der Chef der Meinung, daß die Unschädlichmachung des schwarzen Ungetüms mühelos von irgendeinem anderen, mit Gewehr ausgerüsteten Fahrzeug erfolgen könne. Schließlich entschloß er sich doch noch auf erneutes Er­suchen, mit seinem Führerboot auszulaufen. Nach eini­gen Stunden fand er auch die Mine und in der Nähe als Richtmarke ein Fischerfahrzeug treiben, jedenfalls den Minenentdecker, der auf eine Belohnung Anspruch zu haben glaubte. Ganz aufgeregt deuteten die Men­schen auf einen schwarzen Gegenstand, von dem sie sich in respektvoller Entfernung hielten. Korvettenkapitän K. ging langsam heran: seine Leute standen mit schuß­bereiten Gewehren an Deck. Bald aber stellte man fest, daß es keine Mine war, die da herumtrieb, sondern eine schwarze Holzboje. Zweifellos ein sehr harmloser Ge­genstand. Nun kommt aber die Pointe der Geschichte. Mit großer Fahrt lief das Führerboot an dieMine" heran, mii> mit viel Aufwand an Lungen- und Muskel­kraft wurde unter dem Entsetzen der Zuschauer auf dem Fischerboot das schwarze Ungetüm an Bord geholt. Schreckensbleich glaubten natürlich die Fischer, daß das tollkühne Schiff jeden Augenblick in die Lust fliegen müßte. Sie stellten deshalb schleunigst ihren Motor an und nahmen Reißaus. Dieses Gegenteil von persön­lichem Mut bewog aber den Flottillenchef zu einem klei­nen Scherz. Er jagte den Flüchtlingen nach, und unter dem Ruf:Da habt ihr eure Mine!" warfen seine Ma-

Den Heldentod fürs Vaterland erlitt in den schweren Kämpfen im Westen mein inniggeliebter einziger Sohn, unser guter, treuer Bruder

Sans Bemann Pelzer

Leutnant in einem Infanterie-Regiment

Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse im Riter von 20 Jahren.

Potsdam, den 8. Juli 1918.

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In tiefer Trauer;

Frau Jeannette Pelzer geb. Braun

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Hanni Pelzer Erna Pelzer Hedwig Pelzer.

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trofen den schwarzen Höllenzauber auf das Deck bei Fischdampfers. Ob Leute seiner Besatzung vor Schrecken gestorben sind oder weiße Haare bekamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls dürfte es ein unbebaglicheZ Gefühl sein, wenn einem plötzlich eine halbmannshohe Mine" vor die Füße geworfen wird. D. K.

Englands Versorgnngskifis %iNg 1918.

Erst neuerdings erfährt man aus der englischen Presse einiges Genauere über die kritische Lage, in der sich Englands Versorgung zu Beginn dieses Jahres be­fand. DieTimes", der die nachfolgenden Ausführun­gen entnommen sind, versichert natürlich, daß die Lag« heute eine andere fei. Aber was von dieser Behaup­tung zu halten ist, kann man sich leicht sagen, wenn man an die seither andauernden Uvoot-Erfolge Lenkt und an die unentwegt optimistische Haltung derTi­mes" selbst währeed jener Monate, die sie jetzt als im höchsten Maße kritisch hinstellt.Jetzt," so erklärt das Blattkann frei herausgesagt werden, daß Eng" land Anfang dieses Jahres der ernstesten Nahrungs­mittelkrisis seit Beginn des Krieges gegenüberstand. Die in Australien aufgespeicherten Weizenvorräte und die Fleisch- und Buttervorräte in Neuseeland existierten für uns praktisch nicht. Aeußerste Ausnutzung des Schiffsraumes zwang uns damals zur Bevorzugung der nächsten Märkte, und das waren Nord- und Süd- amerika. Die Weizenausfuhr aus Argentinien war ver­boten und in den Vereinigten Staaten herrschte eine wirkliche Knappheit an vielen Dingen.

Dazu kam, daß infolge des Mangels in Bunker­kohlen die amerikanischen Häfen verstopft waren, und daß infolge heftiger Schneestürme das gesamte Eisen­bahnsystem Amerikas sozusagen zusammenbrach. Im Januar und Februar dieses Jahres warteten ganze Geleitzüge englischer Fahrzeuge wochenlang in den amerikanischen Häfen auf Güter, die Hunderte von Mei- len im Inland einqeschneit waren. Daher kamen von den durch Abkommen festgelegten 1100 000 Tonnen Brotgetreide für Januar nur 080 000 in England an. In Speck hatten wir für Januar auf eine Zufuhr von 60 000 Tonnen gerechnet, nur 11 000 Tonnen kamen her­ein. Aehulich knapp war die Fleischzufuhr. Berichte des Nahrungsmittelministeriums zeigten, daß das Sand infolge Versagens der Zufuhren etwa 450 000 Tonnen Nahrungsmittel im Monat mehr verbrauchte, als sich mit unserer Sicherheit vertrug. Die hinreichend genü­gende Versorgung des Landes, der Armee und unserer Verbündeten stand auf des Messers Schneide.

Damals erörterte das Kriegskabinett mit ängst­licher Miene die Notlage unserer Brotversorgung, und Lord Rhondda wurde sofort ermächtigt, eine Zwangs­zuteilung von Fleisch, Geflügel, Speck und Butter durch- zuführen. Der Weizenausschutz ordnete eine Ausmah­lung des Weizens bis zur äußerst möglichen Grenze an. All diese Maßnahmen sind in sich selbst nicht genügend gewesen, die Lage zu retten, wenn nicht die unschätzbare Hilfe Amerikas und die äußerst tüchtige englische Orga- nrsation gewesen wären."

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