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Staatssekretär o. Kühlmann über die Lage.

[ W»s dem ZrotzM Hm^qm«?Ker. ]

*#i Großes Hauptquartier, 24. Juni 1918. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

An der Ancre und Avre blieb die Gefechtstätigkeit tagsüber gesteigert. Am SlbenS lebte sie auch tu anderen Abschnitten -er Kampffront auf. Während der Nacht rege Erknndnngstätigkeit.

Oestlich von Ba-ouvillers -rangen Sturmtrupps i« amerikanisch fra«zösische Gräben ein, fügten -em Feiiröe schwere Verluste zu « brachten 40 Gefangene zurück.

Leutnant Udet errang seinen 31. und 32., Oberleut, «ant Göhring seinen 20. und 21. Luftsteg.

' Der Erste Generalquartiermeister:

s . Lu-eu-orff.

Der deutsche Abendbericht.

Berlin, 24. Juni. (Amtlich. WTB.) Von Seu Kampffronten nichts Neues.

Vor neuen Schlachten im Westen.

Die LorrdonerMorningpost" meldet: Die Anzei­chen mehren sich, daß die Schlachten im Westen vor ihrem Wiederbeginn stehen. Aus den verschiedensten Teilen der langgestreckten Front nimmt das feindliche Artilleriefeuer zu. Die Armeeausschüsse der Verbänd- ler begeben sich in das Hauptquartier.

DerZürcher Anzeiger" meldet, daß im Falle wei­terer Bedrohung der Westsront durch deutsche Angriffe die Rückberufuna der englisch-französischen Truppen aus Italien erfolgen soll. Weitere französisch-englische Hilfskräfte sind überhaupt nicht mehr in Italien ein­getroffen.

Paris rüstet zu unbedingtem Widerstand.

Wie dieZürcher Morgenzeitung" erfährt, fand vor ewigen Tagen im Verbandshauptquartier eine große Konferenz statt, an der die Generale Joch und Petain teilnahmen, und zu der auch der Pariser Militärgou- verneur, General Guillemat, hinzugezogen wurde. Es sind die letzten notwendigen Maßnahmen znr Vertei- dignna von Paris beschlossen worden.

DerSecolo" läßt sich von einem Pariser Vertreter drahten, daß der «nbeöinqte Widerstand von Paris in Reser Konferenz von allen militärischen und Regie­rungsinstanzen beschlossen wurde.

Die Räumungsmaßnahmen.

Haag, 25. Juni. (T. U.) Daily Mail meldet aus Paris: Die Wegführung der überzähligen Bevölkerung nimmt chren Fortgang. Niemand wird gezwungen, die Stadt zu verlassen: aber man legt die Abreise besonders denjeniqen nahe, die im Augenblick der Gefahr am hilf­losesten sind. Die Krankenhäuser werden noch nicht plan­mäßig geräumt, obwohl man sich auch hier bemüht, Frauen, Kinder und Greife weit ins Innere des Lan­des zu schaffen.

Auch Sumts gibt den Sieg über Deutschland auf.

!>*i Haag, 25. Juni. lEig. Drahtn.) Der englische General Smirts hielt dieser Tage eine Rede, in der er sagte, ein entscheidender Sieg von Seiten irgendeiner -er frienfttlirenögiL^ttritien. teL^BoHM8*ii^^

WRIst Mrter völlig siegen wolle, so müsse der Krieg noch Jahre lang fortgesetzt werden. Dies würde aber die ganze europäische Zivilisation zugrurrde richten. Diese Aeußerungen erregen in ganz England großes Aufsehen. Man nimmt an, daß sie im Einverständnis mit Lloyd George erfolgt sind und auf eine vollständige Sinnesänderung des englischen Premierministers schließen lassen. _ <.

17500 Tonnen versenkt.

Berlin, 24. Juni. (Amtlich. WTBJ Unsere Uboote haben auf dem «ör-lichen Kriegsschauplatz, vor­wiegend im Kanal, wiederum 17 500 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet.

Der Chef des A-miralsta-M

mit unentwegter Sicherheit zum Enderfolg.

Zum Maiergebnis des UbootkrtegeS schreibt die Köl­nische Zeitung: Die Maibeute zeigte genau das Ge­sicht, das wir seit drei Vierteljahren gewohnt sind, eine Beute zwischen 600- und 700 000 Bruttorsgistertonnen, und das trotz der selbstverständlich ungeheuer.gewach­senen Abwehr, trotz der verringerten Schiffahrt, trotz der Verschiedenheit der Witterung und trotz allen englischen Ministerreden, die den U-Bootkrieg nur mehr eine Be­drohung. aber keine Gefahr nennen und diese Logik da­rauf gründen, daß der U-Bootkriea weniger Schiffe

Edith Bäthet« Liebe.

Roman von Fr. Lehne.

8) (Nachdruck verboten.?

Wie hübsch, mein Mädele, wenn ich es verkauft habe, wenn es dann aufgeMrt wird und ich die Tan­tiemen einstreichen kann! Schau, was die Sudernrann- schen Stücke ihrem Verfasser eingebracht haben. Warum sollt' ich nit vielleicht auch mal solch' Glück haben? Dann könnten wir doch auch an heiraten denken. Aber so prost Mahlzeit! liegt das noch in weiter Ferne. Denn von meinem bisserl Gehalt können wir auch nit leben! Und ich hab' manchmal so 'ne nnsinnige Sehnsucht nach Dir, nach einem eigenen Heim!"

Hold errötend senkte Edtth den Kopf. Es Mir' schön gewesen!

Leise seufzte sie.

Ach ja, Lucian, das Geld, das dumme Geld, das wir nicht haben!"

,^a, ja, Armut macht nit glücklich, und Reichtum schändet nit! Na, gräm' Dich nit, Mädele- 's wird noch alles gut! Geh, ich kann Dich nit traurig sehen! Deine Heften Guckerl müssen immer lachen weg mit den alten Schatten aus Deinem lieben Gesichtel."

Er strich leise über ihre weiche Wange.

Erschreckt wehrte sie ihm und blickte sich scheu um. Lucian!"

Es wurde Zeit zum gehen.

Der junge Künstler beglich die kleine Zeche und ließ sich noch ein Stück Ananastorte einwickeln, die Edith so gern. Er wollte ihr den Kuchen heute abend noch afö Gutenachtgruß bringen.

Edith wartete mtttlerweile auf der Straße auf ihn.

Als er zu ihr trat, war sie gerade im Gespräch «rner Dame begriffen, die ihn ungeniert musterte.

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[ Bs« Sstsrr.-rrnMr. GsRwalstabT^

Wien, 24. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Die durch Hochwasser und Witterungsunbill e«t- standeue Lage veranlaßte uns, den Montello und einige Abschnitte unserer auf dem rechten Piavenfer erkämpf» ten Stellungen z« ränmen. Der hierzu schon vor vier Tagen erteilte Befehl wurde trotz den mit dem Uferwechsel verbundenen Schwierigkeiten so durchgeführt, -atz Sem Gegner unsere Bewegungen völlig verborgen geblieben sind. Mehrere -er geräumten Linien waren gestern -as Ziel starker italienischer Geschützwirkung, -ie sich stellenweise bis znm Trommelfeuer steigerte. Auch feindliche Infanterie ging gegen die von nns ver- laffenen Gräben zum Angriff vor. Sie wurde -nrch unsere Fernbatterien zurückgetriebe«.

Der Chef -es Generalstabes.

Das Piavegebiet ein Sumpf.

** Haag, 25. Juni. (T. u.) Der Berichterstatter des Daily Telegraph in Marland berichtet, infolge der an­haltenden Regengüsse sei das Piavegelände derartig ver- schlannnt, daß das ganze Gebiet, soweit das Auge reiche, nur einem einzigen Sumpf gleiche, in dem nur ein wenig Stein geröll hervorrage.

Das italienische Oberkommando

teilt am 24. Juni mit: Vorn Montello bis zum Meere ist der Feind geschlagen und geht, von unseren tapferen Truppen verfolgt, in Unordnung über die Piave zurück.

versenke, als neue gebaut würden. Selbst wenn es so wäre, hätten sie nicht einmal recht: denn der Mangel an Frachtraum setzt sich erst allmählich in Wirkung um, und was der heutige Zustand bedeutet, das wird erst rrach einigen Monaten gefühlt. Im Mai betrug der Gesamtschiffbau nach den amtlichen englischen und ame­rikanischen Angaben 353 000 Br.-R.-T. Der Vergleich mit der jetzt bekanntgegebenen Versenkungsziffer von 614 000 Tonnen zeigt, in welchem für unsre Begriffe ganz unfatzlichen Maß man in England das System des amtlichen Lügens entwickelt hat. Denn daß es sich um ein System und nicht um eine Einzelerschet- nuna handelt, das kann nach den Vorkommnissen der letzten Zeit keinem Zweifel mehr unterliegen.

Das Blatt führt die veröächtiqe Haltung der Eng­länder im Fall derKoninqin Regentes", bei den Mi- nenunqlücksfällen in holländischen und schwedischen Ge­wässern an, bemerkt, daß die Engländer, welche zuvor gleich mit einer Verdächtigung Deutschlands bei der Hand waren, oft nachher des Gegenteils überführt wur­den und fährt fort: Das gibt natürlich noch ein viel bes­seres Bild davon, wie verzerrt das Bild vom U-Boot- kriea ist, das man der englischen Oeffentlichkeit vor- setzt. Es ist schon seit geraumer Zeit auffallend, wie häufig die Meldungen von Strandungen und Zusam­menstößen werden. Und dabei ist als selbstverständlich anzunehmen, daß nur die bekannt werden, die aus ir­gend welchen Gründen nicht verborgen gehalten wer­den können. Sei das wegen der Zahl der Augenzeugen, oder Opfer oder aus andern Gründen. Es mag schließ­lich auch noch erwähnt werden, daß der Monatserfolg außerdem noch besonders hoch zu bewerten ist, weil er trotz denkbar ungünstiger Witterung erzielt worden ist. Ueberall in den Sperrgebieten war den ganzen,M

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ungünstiges Wetter, das allen, auch den kleinsten Ab- wehrfabrzengen, wett auf See hinaus zu kommen ge­stattet, das das verräterische Sehrohr weit kenntlich macht, jede Kräuselung der Oberfläche, jede Spur von Oel deutlich beobachten läßt. Je schöner für unsere Be­griffe das Wetter, um so mehr Gefahren bedrohen das U-Boot bej der Arbeit. Auch im Vorjahr zeigte sich diese Schattenseite des schönen Monats Mai. Damals war eine wesentlich kleinere Beute zu verzeichnen als vor- und nachher. Diesmal ist der Rückgang ver­schwindend.

Wir können also in jeder Richtung nur immer wiederholen: der U-Bootkrieg geht mit unentwegter Sicherheit seinen Gang, der zum Enderfolg führen muß und wird.

Ein englischer Zweifler.

Der Manchester Guardian schreibt zu Lloyd Georges letzter Rede über die Besiegung der Tauchboote:Wir haben im April 12 Prozent und im Mai 10 Prozent Schiffsverluste weniger zu verzeichnen als im Oktober und November des Vorjahres. Das bedeutet keine Folge der Bekämpfung der Uboote, sondern nur ein unwesentliches Nachlassen -er allgemeinen Versen« knngsztffer. Wir sollten uns jedenfalls davor hüten, dem Feinde Borwände zu geben, zu behaupten, daß wir unser eigenes Volk nicht über die Schiffsverluste klar sehen lassen."

Darf ich Sie mit meiner Kusine Fräulein Hildebrandt bekannt machen?"

Er verneigte sich vor dieser, die ihm ihre große Freude ausbrückte, endlich einmal Gelegenheit zu ha­ben, den großen Künstler kennen zu lernen, der sie so oft durch sein seelenvolles Spiel entzückt hatte.

Etwas verwundert sah Edtth auf ihre Shtfine, die ungemein liebenswürdig war. Sie hatte auf einmal viel Zeit und redete unaufhörlich auf Walbow ein. Auch war sie sehr erstaunt, zu hören, daß Edith so gut be­kannt war mit ihm dadurch, daß er bei deren Eltern wohnte.

Davon hast Du mir ja gar nichts gesagt! Aber frei­lich, wer sich so selten macht wie Du, Edith, da wagt man kaum mehr, noch zu Euch zu Kramten,* meinte sie im Laufe des Gesprächs.

»Ich habe ja immer zu tun, Martha. Bei mir ist jede Stunde berechnet. Es ist also kein böser Wille von meiner Seite. Du dagegen hast viel mehr Zeit als ich," entgegnete Edith, sehr erstaunt über Marthas Liebens- würdigkett.

Und als sie sich trennten, mußte sie Martha fest ver­sprechen, sie in den nächsten Tagen zu besuchen.

Beim Abschied bekam Lucian einen Händedruck, der von einem so feurigen Blick begleitet war, daß er der Davongeherrden erstaunt nachblickte.

Also, das ist Deine -Kusine, Ditele?" fragte er dann.

Ja. Du kennst sie wohl schon?"

Nur so vom Ansehen. Sie ist nämlich in fast jedem Konzert und sitzt stets in der ersten Reihe. Den gairzen vorigen Winter ist sie mir schon ausgefallen, und ich hab' so meine eigenen Gedanken über sie." Er faßte dabei in seine innere Rocktasche und entnahm ihr ein Kuvert. Sag ^ mal, Schatzele, kennst Du vielleicht diese Hand-

' -DM M G WMVgS HaMchritt!" rief Mich in

Bottäden der Tschechen und Kosaken. !

Nach Meldungen der Moskauer Presse ist der Damp­ferFeldmarschall Sugorow" von den tschecho-slowa« kischen Truppen zwischen Rybinsk und Astrachan in dia Wolaa versenkt worden. Die Schiffahrt auf der Wolga werde zwischen Rybinsk und Kasan und auf der Kama bis Perm aufrechterhalten. E

Die neue sibirische Regierung soll sich mit der Bitt« nur Unterstützung an China gewandt, jedoch eine ab« schlägige Antwort erhalten haben. Nach Meldung der Petersburger Telegraphenagentur ist Sysran von den Tschechen und weißer Garde besetzt worden. Die tsche« chischen Truppen und Kosaken rticken auf Kusnezk und Pensa vor. Zwischen Tahil und Nowojansktwarken hat ein mehrtägiger Kampf stattgefunden. Orenburg soll von Kosaken umzingelt sein. Der Sowjet in Tachow wurde unter der Lösung für die konstituierende Ver­sammlung von den durch Mobilmachungsbefehl Einbe­rufenen vertrieben. ,

Trotzki gibt die Stärke der Tschecho-Slowaken out 30 000 Mann an, die von den Franzosen erhalten wer­den. Eine Kasansche Zeitung berichtet: Bei der Ein« nähme SamaraS wurden die Tschechen durch die dor­tigen Roten Truppen und besonders die Bevölkerung unterstützt. Die Bevölkerung jubelte den Tschechen zu.

Die Ententeautwort auf eine Protestnote.

Die Ententevertreter antwortete« auf die Note Tschitscherins, daß sie ihre Schiffe ans den russischen- fen nicht entfernen könne«, da sie zum Schutz -er E«- tentetruppen un- -es Materials, die vor dem Breste« Frieden gelandet wurden, verbleiben müßte«.

Die Sowjetkämpfe mit den Donkosaken.

Aus Kiew wird berichtet: Der Stab der gegen den Donaufstand gestmöten Sowjettruppen befindet sich in Alexikow, an der Bahn Borissoglebsk-Zarizyn. Dia Truppen gehen auf Urjupine vor. Die bei Zarizyn kämpfenden Truppen werden von einem Reisenden auf über 10 000 auf jeder Seite geschätzt. In Stawropol be­findet sich eine kombinierte Matrosen- und Rote Ärme^ Abteilung zum Kampf gegen Denikin, dessen Vortrupp- am Kalaus-Fluß, östlich Stawropol, stehen.

Trotzki schränkt die Freiheit -er Milttärmissioue« ein.

o-ti Basel, 25. Juni. (T. U.) Nach einem HavaS- bericht aus Petersburg hat Trotzki die den Mitgliedern der Entente-Militärmrssionen bewilligte Bewegungs­freiheit nach russischem Gebiet zurückgezogen.

Vorgestern ist eine russische Milttärmission unter Leitung des Generals Walther nach Berlin abgereist.

Amerikanisches Eingreifen in Sibirien?

Rotterdam, 25. Juni. (Eig. DrahtnJ AuS Washington wird gemeldet, daß der Druck der Entent« auf die amerikanische Regierung in der sibirischen Ein- greiffrage immer stärker werde. Wilson soll zu einem Einfall in Sibirien bereit sein.

Das Hervortreten Spaniens.

Zu Mauras Ausführungen.

as* Bern, 25. Juni. (T. U.) Ueber die aufsehen­erregenden Ntttteilungen des spanischen MinistertzrW- ter Zeitung noch folgende Einzelheiten gemeldet: Spa­nien darf, so sagte Maura, nicht eine auswärtige Macht nötig haben, um seine Gebiete zu verteidigen. Es muß die Unterstützung ausländischer Streitkräfte zur Vertei­digung seiner Landesgrenzen unnöttg machen und im­stande sein, feilte militärische Macht nach Belieben zu verwenden. Die militärischen Anstrengungen Spanien- kommen sicherlich zu spät, um mit der Liquidierung der durch den europäischeil Krieg aufgeworfenen ProKemq zusammenzufallen. Aber das Wesentlichste ist, daß bis Welt sich darüber Rechenschaft gibt, daß Spanien sein« Willenlosigkeit abschüttelt, um die Bahn -er Jnittativöj und -er prMischen Entschlüsse zu beschreite«. Dann spielte Maura auf das Mittelmeerprogramm an unb sagte u. a., Spanien müsse, um die Meerenge von Gi­braltar einzunehmen, schon jetzt bereit sein und sein« Pflicht erfüllen.Unseren Willen nicht in diesem Sinns kundzugeben," bemerkte er,wäre gleichbedeutend mit der Andeutung an das Ausland, uns zu verdrängen.^

v. kühlmam über die Lage.

Reichstagssitzung vom 24. Juni.

Nachdem in der gestrigen Reichstagssitzung das Notgesetz zur vorläufigen Regelung des Reichst Haushaltsplanes in allen 3 Lesungen angenommen worden war, wandte sich die Aussprache den HauS-i

höchstem Erstaunen aus.Wie kommst Du dazu? WaS hat sie an Dich zu schreiben?"

Er pfiff leise vor sich hin.

Dacht' ich's doch! O, nix Besonderes! Brauchst Halt nit eifersüchttg zu werden! Steht auch nix weite« drin, als in all den arrderen Brieferln, die ich doch sq oft und viel bekomme! Weißt ja, Schatzele, was ich drauf gebe! Ich wollt' nur wissen, wer M. H. ist, voq der ich schon sechs Briefe diesen hier gestern erst h sowie einen großen Blumenkorb bekommen habe -i weißt, den mit den vielen Rosen also nun weiß ich es und bin sehr beruhigt! Sag' mal, sie ist wohl reich?"

Ja, sie hat viel Geld"

Und viel Gold int Munde mehr, als wir vielleicht in der Tasche haben! Die Glückliche! Na, mir ist aber mein Mädele mit seinen kleinen weißen Mausezähnche« so lieber," neckte er.Also eine so reiche Kusine hast Du. Wie doch die Glücksgüter halt so verschieden »erteilt sind! Besonders schön ist ja Fräulein Hildebrandt nichts aber zu kleiden versteht sie sich Donnerwetter, das muß man ihr lassen! Und gut gewachsen ist sie auch! Ich wundere mich, daß sie noch zu haben ist"

Ich eigentlich auch, aber ihr ist eben keiner gut ge­nug! Sie wählt und wählt so lange, bis sie schließlich noch sitzen bleM. Sie wird schon sechsundzwanzig

Wie seid Ihr denn eigeEich miteinander v^» wandt?"

Ganz einfach: meine Mutter ist eine geboren, Hildebrandt. Ihr Bruder, Marthas Vater, hat sehr viel Glück in seinem Leben gehabt: alles was er anfatztrj gelang ihm. Und bei weinen Eltern war es umgekehrt sie hatten eben kein Glück. So kommt es, daß beinahe darben müssen, während jene schwelgen unk sich nichts zu versagen brauchen. Sie sitzen an dem ge- deckten Tisch -es Lebens, sie sind immer so satt."

' ItVMsMssa.&&&!,