sich hier erst um eins Mreitungsschiacht handele. Auch ier meint im „Echo de Paris , daß der Feind durch e gewaltigen Operationen seine linke Flanke mit cksicht auf einen Hauptangriff in Richtung auf iens decken wolle, ebenso wie er das bet seinem An-
griff in Flandern bezüglich seiner rechten Flanke bezwecke. Hervs schreibt: Wir sind überzeugt, daß unsere Ueberlegenhett in der Luft unsere Führer in die Lage versetzen wird, sehr bald über die wirklichen Plärre im Waren zu sein. ’
„Temps" schreibt: Es könne nicht mehr die Rede ein von einer bloßen Ablenkung, sondern es handle ich um eine große Schlacht. Der Feind habe sich sorg» am vorbereitet und Reserven bereitgestellt, um dort rinzugreifen, wo es nöM scheine. Er habe nur dadurch den Uebergang über die Aisne erzwungen, daß er starke Reserven vorschob. Mir stehen erst am Beginn der Schlacht. Die Reserven werden eingreifen, wenn der Plan des Feindes sich voll entwickelt hat.
„Liberts" schreibt: Der wahrscheinlich unverhoffte Verlauf der Ereignisse am Chemin -es Dames veranlaßt den Feind, feine Offensive weiterzusühren, indem »r mit allen seinen Gästen stach Osten voritieh. Unter diesen Umständen ist der Sieg eine Frage -er Reserve« und der Schnelligkeit geworden.
ne Frage -er Reserve«
Englische Stimme«. i
„Westminster Gazette" schreibt: Die Deutschen beabsichtigen, Foch zu veranlassen, seine Reserven in Bewegung zu setzen und zu verbrauchen, während sie heimlich an einem anderen Frontabschnitt zu dem eigentliche« Hauptstoß übergehen. Man kann ruhig sagen, daß kein Plan weniger Aussicht auf Erfolg haben wird als dieser. Die Pause von einem Monat war für uns von größtem Vorteil. Mit wachsendem Vertrauen können wir dem Augenblick entgegerisehen, wo sich das Blatt zu unseren Gunsten wenden wird. — „Pall Mall Gazette" sagt, daß die Front nirgends durchbrochen worden sei. — „Evemng Standard" schreibt, die Verbindung zwischen französischen und britischen Truppen sei vollständig aufrecht erhalten worden. Der Feind habe einen Erfolg errungen, den alle Kriegführenden bei einem solchen Angriff hätten erzielen können.
Neutrale Stimmen.
Haag schreibt: Die deutschen __________ ,______ . . _____ die Arsne überschritten, sie haben auch den Uebergang über die Beste erzwungen. In 1% Tagen sind die Deutschen bis Fismes, an dem Orte des Besle-Ueberganas, bis zu einer Tiefe von 18 Mlowetern vorgerückt. Von feiten des Verbandes ist man -er Ansicht, daß diese Offensive nur eine Ableitungsoffensive ist, um die Reserven von Foch zu binden und daß der Hauptstoß an einer anderen Stelle erfolgen wird. Wenn aber bereits eine Ableitungsoffensive mit einer solchen Kraft geführt wird, fragt man sich unwillkürlich, mit was für einer Gewalt -er Hauptstoß bann losbrechen wird.
„Nieuwe van den Dag" in Amsterdam schreibt: Der erste Angriffsstoß der Deutschen ist mit soviel Kraft und Erfolg durchqesührt worden, daß man kaum noch glauben kann, daß man es an der Aisne nur mit einer Ableitungsoffensive zu tun hat.
„Hot Vaderland" im Armeen haben nicht nur
Die Beschießung von Paris.
Die BMiebung des Pariser Gebietes durch weiü- tragen-e Geschütze ging, laut Havasmel-ung, noch weiter.
Flucht aus Paris.
unö^des deutschen Vordringens über die Aisne zahlreiche Personen die Hauptstadt verlassen, hat das Tran» zösische Eisenbahnrmnisterium erneut einschränkende Vorschriften erlassen, um eine Behinderung der militärischen Transporte zu verhüten.
Die Verluste im Luftkrieg.
Der „Temps" weist daraus hin, daß in den letzten beiden Atonalen rund 1500 Flugzeuge auf beiden Seiten der Kriegführenden zum Niedergehen gezwungen worden sind und daß in den letzten beiden Monaten von den Verbündeten Über eine Million Kilogramm Bomben auf feindliches wie vom Feinde besetztes Gebiet geworfen worden seien.
Feindliche Heeresmeldungen.
Frauzöfischer Aven-bericht vom 28. Mai,
Jm Verlaute der letzten Nacht und während des Lages hat der Feind, seine zahlenmäßige Ueberlegen- heit benützend, neue W--------------- —— “-
Vorstoß gegen Süden w
nstrengnngen gemacht, um den _______und Soissons mehr vorzutrei- ben. Auf unserem linken Flügel haben unsere Truppen durch energisch geführte Gegenangriffe den deutschen Vormarsch angehalten und ihre Angriffe am die Hohe von Neuville und Meraival-Tregny nordöstlich von der Umgegend von
retten
Vormarsch angehalten und ti.
von Neuville und Mergival-^regny Soissons sowie auf die Berge in de ..... Citry-Salsogny und Vaseny, die tm Süden das Tal der Vesle unmittelbar beherrschen, gebrochen. In der Mitte, auf die der Feind serne Haupranstrengunaen richtete, wickelt sich die Schlacht mit Heftigkeit ab, besonders an der Linie der Besle, die zu über schien den Deutscherl an einigen Punkten, rmmentlich in der Gegend von Basoches und Fismes geglückt ist. Auf dem rechten Flügel haben britische Truppen auf dem Maßiv von S t: T v i e r r y dem Sturmangriff des Feindes, der ungewöhnlich hohe Verluste erlitten zu haben scheim, Widerstand geleistet. Im Westen von Morttdrdier haben amerikanische Truppen, unterstützt durch unsere Sturmwagen, auf einer Front von zwei Kilometenl den Bor- sprung bei Cantigny sowie das Dorf selbst, das stark iwrt den Deutschen eingerichtet war, kampfend geiwm- men und 170 Gefangene gemacht sowie Material erbeutet. Am Nachintttag sind sämtliche Gegenarlgriffe, die aus Cantigny gerichtet waren, vollends gescheitert.
:-
Englischer Bormittagsbericht vom 28. Mal.
Der anhaltende Druck gegen die englischen Truppen, die an der A töne im Kanwf stehen, wurde während des ganzen gestrigen Tages vom Feinde fortgesetzt, und schwere Kämpfe vollziehen sich noch an der ganzen Front des englischen Abschnittes. Auf dem rechten Flügel hat die 22. Division in Fühlung mit unseren Alliierten ihre Kampfstellung den ganzen Tag hindurch gehalten und den Feind bet seinen Versuchen, vorzu- rückeu. erfolgreich Widerstand geleistet. In.der WMte und auf dem linken Flügel des britischen Abschnittes hielten die 3., 50. und 25. Division durch entschlossenen Widerstand die Stellungen ihrer Metten Lmie gegen die Angriffe des Feindes bis zur spaten Abendstunde. Gegen Ende des Tages gelangten die feindlichen Truppen durch die Wucht ihrer Angrüffe über die Aisne hinaus bis westlich vom britischen Abschnitt und zwangen den linken Flügel unserer Linie, zurückzugehen. Der Feind entuttckelte seine Angriffe in großer Stärke längs der ganzen AiSrteschlachtfronr.
Stegemann über die Lage.
Fochs gefährliche Lage.
27009 MUMM SMMNet SN MUMV.
Berkirr, 29. Mai. (Amtlich WTB.) Unsere« Uboo- te« sin- im Sperrgebiet um England wiederum 30000 BRT. feindlichen Handelsschiffsranmes zum Opfer gefallen. Davon entfallen allein 27000 BRT. auf Rechnung -es von Oberleutnant zur See Po ...... Bootes, -as an '
ierleutnant zur See Patzig befehligten _____.....__der Westküste Englands, vorwiegend in der Irischen See und deren Zufahrtsstratze«, sieben Dampfer und zwei Segler versenkt hat. Die Schaffe waren in der großen Mehrzahl englischer Rstdiouakität, darunter vier tiefbeladene Dampfer von 500 BRT. Größe und darüber. An Ladnnqe« hatten die Schifte Vieh, Erz, Grubenholz für England, Stückgut für Amerika au Bord. Ein tiefbeladener englischer Dampfer wurde aus großem stark gesichert einlaufeudem Geleit- zug herausgeschossen. Namentlich festgestellt wurde der englische bewaffnete Dampfer Medora (5135 BRT).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die vor einigen Wochen im St. Georgs-Kanal erfolgte Versenkung eines kleinen Seglers von 312 BRT. läßt in mehrfacher Hinsicht interessante Schlüsse auf die durch den Ubootkrieg hervorgerufene Frachtraumuot unserer Feinde zu. Dieses Segelschiff, ein Dreimastscho- ner, hätte 454 Tonnen Pech geladen, das von Fleetwood bet Liverpool nach Cadiz bestimmt war. Für diese Ladung erhielt das Schiff eine Fracht von 75 000 Mark, die im voraus bezahlt worden war, also 165 Markfür eine Tonne. Im Frieden hätte man höchstens 10 Mark für die Tonne auf dieser kurzen Reise bezahlt und nur einen verhältnismäßig geringen Frachtvorschuß entrichtet, während die Hauptsumme erst nach Ablieferung der Ladung zu bezahlen gewesen wäre. Dieses Betspiel beweist treffend, wie drückend England die Schiffsraumnot empfindet und wie teuer es den Ueberseeverkehr entlohnen muß. Ferner geht daraus hervor, daß bei der Versenkung eines Schiffes nicht nur der Wert von Schiff und Ladung, sondern auch häufig die nicht ««bedeutende Frachtsumme verloren ist.
Versenkung russischer Kriegsschiffe?
o-r Wien, 29. Mai. (T. U.) Aus Kiew wird gemeldet. im Hafen von Noworossisk befinde sich jener Teil der Schwarzmeerslotte, der aus Sewastopol floh. Es sind dies zwei Großkampfschifse, zwei Torpedoboote und 10 Dampfer. Die Matrosen dieser Schiffe
10 Dampfer. Die Matrosen dieser Schiffe sollen in einer Konferenz beschlossen haben, vor Ankunft der Deutschen in diesem Hafen alle Schiffe, mit Ausnahme der Handelsschiffe, zu vernichten.
Wieder ei« Opfer englischer Mine«.
»* Kopenhagen, 29. Mai. (T. U.) Die im Kattegat ausgelegten englischen Minen haben abermals ein schweres Opfer gefordert. Derschwedische Fischdampfer „Enos" aus Göteborg ist mit Mann und Maus unter* gegangen. Die Besatzung betrug 11 Mann.
im Bund folgendermaßen beurteilt: Die deutsche Heeresleitung zog aus der strategischen Hairdlungsfrethett einen ßroheu Nutzen und tibertrug in kühnem Wechsel des Angriffsfeldes die OperaNonen vom orittschen auf den französischen Heeresflügel. Hindenburg und Luden- -orff halte» nicht am Schema, sou-er» suchen entschlossen, -er wechselvollen Lage nette Seite» abzugewinnen. Der deutsche Stoß richtete sich gegen einen Frontteil von großer strategischer Bedeutung. Es handelt sich um den Abschnitt Sorsions-Reints, den die Franzosen unter allen Umständen halten müsse». Der gewaltige deutsche Angrisf. der wiederum von überlegener Führung und Äigem Angriffsgeist zeugt, riß die Front in der ei«.' MchS Lage ist heute gesa-rtnyer aus «e -e- ster« sei» konnte.
Französtscher Vorwurf gegen die Engländer.
o-s Genf, 30. Mai. (T. u.) In Frankreich wird allgemein darauf hingewiesen, daß infolge -es Z»rückge- Yenö -er englischen Divisionen der Chemin ses Damez verlorengegangen sei. So schreibt das Journal: „Das Zurückweichen der britischen Divisionen, die Villers aux Bois hielten, hat die ganze Flanke des Chemin des Sa« mes entblößt und somit unsere Armee gezwungen, die Stellung rasch zu räumen." Petit Parisien sagt: „Die englischen Truppen zogen sich bei Bermertt und Craon- nelle auf die zweite Stellung zurück, auf die die Deutschen sofort losstürmtem
Englische E»tsch«l-ig«uge».
** Amsterdam, 30. Mai. (Eig. Drahtn.)' Der Korrespondent der Daily News meldet von der Westfront: Die deutsche Offensive begann in allen Einzechetten mit ihren charakteristischen Kennzeichen. Das Artilleriefeuer war von kurzer Dauer, aber äußerst heftig. Dre deutschen Trirppen wurden erst im allerletzten Augenblick in die Linien gebracht und waren mit der größten Ge- heimhaltuna dahin gebracht worden. Es befanden sich schließlich 25 der beste» feindliche» Divistone« in der Schlacht. Der Feind hatte den unvermeidlichen. Vorteil einer großen zahlenmäßigen Ueberlegenhett. einer gewaltigen Artillerievorbereitung und des starken Gebrauchs von Handgranattr. Die Stelle, an den der deutsche Angriff begann, war bisher von den Deutschen nur sehr schwach besetzt gewesen.
*
Italiener a« der Kampffront eingesetzt.
o^i Zürich, 30. Mai. (Eig. Drahtn.) Die Zürcher Post erfährt von französischer Seite, daß italienische Truppen nunmehr in die Kampflinien an der Westfront eingesetzt worden sind.
Einberufung -er 48- und 49jährige» in England.
Aus Bern wird gemeldet: In England ist die Ein- Verufung der Männer vou 48 und 49 Jahren verfügt worden.
Clemencean unsichtbar geworden.
Ueber den Eiridruck in Paris heißt es im Berliner Lokalanz., daß Clemencean selbst für seine intimsten Freunde unsichtbar blieb.
Englische Truppen im Kaukasus.
Die Kiew er Zeitung „Poslednije Nowsti" berichtet: Aus Baku kommen Nachrichten, daß vor drei Wochen englische Trirppen in Lastautos ans Mesopotamien den Kaukasus betrete» habe«. Die starke Slvantgarbe sucht Verbindung mit der Kornilowsche» Abteilung. Die Hälfte der Insel Abscheron und Baku sind von -e«( Engländer besetzt. Das Vorgehen geschieht in Richtung TifM, Alexandropol, Sarykamysch, Kars und Erzerum. Die Bewegung ist nur gegen die Türken gerichtet.
v. Waldows Eindrücke aus der Ukraine.
Der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts, von Waldow, hat im allgemeinen günstige Eindrücke aus der Ukraine mitgebracht. So sind die dort von uns vermin teten Mengen an Getreide tatsächlich vorharrden. Wenn sich bisher die Lieferung über Gebühr verzögert hat, so trägt zum Teil die frühere ukrainische Regierung die Schuld, die allem Anschein nach nicht recht an die ^che heran wollte. Im 6^egcnsatz zu ihr hat sich das Zusam- menarbeiten mit der neuen ukrainischen Regierung -SMM MMkM. Wenn wir bisher nur tMSSttnW
Schuld, die allem An
MSM MMz VöEK MS VM NMttM^eMMU 501 o ist zu einem Teil daran auch die Tätigkeit österre cher Aufkäufer schuld. Diese Schwierigkeiten ins c wtzt gleichfalls beseitigt, da der gesamte Aufkauf
nnsport in 6
schen Behörden gelegt ist.
Kriegsallerlei.
Für eine Kriegsentschädigung, die vor toent Är teresse der Kriegsteilnehmer verwandt werden so« sprach sich die bayerische Reichsratskammer aus.
Die russische Kaiseriuwitwe wird, ebenso wie -i- üv rigen Mitglieder der Familie Romanow, auf der KriN bleiben. Die Mitteilung von ihrer Reise nach Dän« mark ist also unbegründet.
Ein großzügiger Plan zum GefangenenauStanfM zwischen England und Deutschland soll, wie Bonar Laa laut Reuter erklärte, ausgestellt werden und den Nichts linien der jüngsten deutsch-französischen Vereinbarm» gen folgen.
Ein Beileidstelegramm schickte der Kaiser an bis Witwe des Generalobersten v. Kessel, in welchem el der Verdienste des Verstorbenen als kaiserlichen Flt» geladirrtanten, Gardekommandeurs und £)derbeseoIN Haber in den Marken gedachte.
Politirdie Rundschau.
Die Gedächtnisfeier für Dr. Kaempf fand gestern im Reichstag unter zahlreicher Beteiligung von Vers tretern des Reichstages, der Behörden, Korporationen der Stadt Berlin usw. statt. Der Kaiser hatte einen Vertreter zu der Trauerfeier entsandt und ließ einen Kranz am Sarge niederlegem Auch der Vertreter der russischen Republik, Joffe, war anwesend. Nach der Feier im Reichstage wurde die Leiche im Trauerzug« nach dem Mathäikcrchhofe gefahren und dort beigesetzt.
Der Hauptausschutz des Deutsche« Industrie- ««4 Handelstages nahm in einer Sitzung zu den Reichssieu^rs gesetzentwürsen Stellung. In einer Erklärung über bis Ordnung des Reichshaushaltes heißt es: „Der Hauptt ausschutz erklärt die Bereitwilligkeit von Industrie um Handel, an ihrem Teile an den schwersten Lasten trag^j zu helfen, die der Weltkrieg dem deutschen Volke auf/ S' iiidet bat. Er geht dabei von der Voraussetzung au» die Reichsreglerung mit Erfolg bestrebt sein wird einen möglichst großen Teil der Kriegslasten in For« einer Kriegsentschädigung in Geld und in vio^ stoffen unseren Feinden aufzuerlegen."
Vermischtes.
Die Ludendorffspende in Berlin hat bereits 40 Mth Honen Mark erreicht. Am 1. Juni findet der erste Tal der Straßensammlung für die Spende statt.
Einen Raubmordversuch verübte nachts der weg« Mordversuchs mit 15 Jahren Gefängnis vorbestraft^ Schneider Läsecke aus Berlin an einem 23jährigen Maö« chen bei Stendal. Er lockte das Mädchen, mit sich antet der Vorspiegelung, daß er mit ihm in einem Nachbavi dorfe Kriegstrauung machen wolle, versetzte ihm Mesiev- stiche in den Kopf und wollte es eben in die Elbe werfe« als angelnde Stendaler Postbeamte einartffen. Der Täter ergriff die Flucht und benutzte in Schönhausen best Zug nach Berlin. In Ratenow wurde er im Zug ve»
tion nicht eintreten zu lassen. _
Eine» Hciratskandidatc« gemietet hatte die HetratS. Vermittlerin Frau Luise Schall aus Friedenau bet Berlin, und zwar auf dem Wege einer Zeitungsanzeige, in welcher ein „weltgewandter Hen, reprasentable Erschein nung, für Fichte Beschäftigung" gesucht wurde. 01 meldete sich ein Herr, der die Rolle des Herratskandthaten auf Lager zu spielen hatte, und der jeweils den he» ratslustigen Samen als „Junggeselle in guten JBermfr gensverhältnissen" vorgestellt wurde. Für jede, Bor, steüung erhielt er zwei Mark. Die -HeiratsvermittlertH wurde wegen Betrugs zu 9 Monaten Gefängnis ve« urteilt.
Bei der seltsamen Epidemie in Spanien scheint es sich, laut Schweizer Meldung, um etn Schluchzen- fieber zu handeln, das offenbar nicht bösartig verläuft. Auch die Zeitungen erscheinen in beschranktem Umfangs Viele Seeleute bei der Kriegsflotte sind erkrankt.
^ Ein Grubenunglück ereignete sich auf de« Franzschacht in Oderfurt in Oesterreichrsch-Schlesien, Ein Förderstuhl mit 20 Bergleuten stürzte in die Tief^ 3 Bergleute wurden schwer verletzt, die übrigen leicht
Weitere Drahtnachrichten.
Die französischen Reserve«.
^ Haag, 30. Mai. (Eig. Drahtn.) AuS PariS wtrü gemeldet: In den Wandelgängen der beiden Kammer« wurde mitgeteilt, daß die französischen Reserven etna* troffen seien. • i
Die Irreführung -es Feindes.
^ Zürich, 30. Mai. (Eig. Drahtn.) Wie aus.französischen Blättermsldüngen hervorgeht. beftattgt es sich, daß die Franzosen und Engländer völlig im Unaewis. feit darüber waren, wo der neue deutsche Offensimtotz «folgen werde. Die Franzosen sind diesmal tatsächlich gründlich irregeführt worden.
Ser, die sticht „befreit" fern wolle«.
, 30. Mai. (T. U.) Wie man hier von unterrichteter Seite erfährt, sind die französischen Srü- baten über die Haltung der elsassischen Bevölkerung M dem von den Franzosen besetzten Frontabschnitt lebt erstaunt. Nach allem, was die Propaganda in Work und Schrift klar zu machen suchte, envarteten sie, all Befreier mit offenen Armen empfangen zu werden. Aber die Bevölkerung nehme keinen Anstand, zu sagen, daß sie sich bei Deutschland stets wohlgefühlt habe. Als Clemenceau unlängst in der Gegend von Niederaspach weilte, nahmen die Bewohner laum Notiz von ihm. Der von der Presse gebrachte Bericht über einen ve- aeisterten Empfang Clemenceaus wurde von den französischen Soldaten mit großer Hetterkert aufgeiwmmen.
Die Bajonett- und Handgranateukämpfe.
9**» Haag, 30. Mai. (Eig. Drahtn.) Die Times MZ. den aus dem französischen Hauvtguartier: Der deutscha Vormarsch am Damenweg erfolgte mit cmßerordent- licher Wucht. ES kam zu erbitterte« Baionett- ttn» Handgranateukämpfe«. Sie Besatzungen der französ^ schen Höbenstellunaen tteßen sich tetlwelse nach heiße» Känrpfen bnchstäbltch Mann für Mann niederschtagem (Und die Engländer?)^ Die Deutfche« kämpften mit furchtbarer Entschloffeuheit, sie wurden dabei durch ei« geivaltiges Artillerrefeuer unterstützt, d./i nur ew km-ze Zeit dauerte aber außermdentlich bestig war. aufcderum wurde festgestellt, daß die feindliche« feiltitic mit großer Schnelligkeit vorwärts komme«, wa- -arauf schließen läßt, daß sie längere Zeit eingeübt wor-
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