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OffonsivvorstoßderKronprinzenarmee.

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Nus dem großen HrWpiGmrtier

^ Großes Hauptquartier, 27. Mai 1918. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südwestlich von Meteren wurden bei erfolgreicher Unternehmung «»Engläuder gefangen.

Die Artillerietätigkeit lebte auf den Kampffronten erst in den Nachmittagsstunden auf. Die feindliche Ar­tillerie war vor allem im Kemmelgebiet, auf dem Nord- ufer der Lys, zwischen Arras und Albert und auf dem Westufer der Avre tätig. Die Erkundungstätigkeit blieb rege.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Der deutsche Abendbericht.

Berlin, 27. Mai. (Amtlich. WTB.) In dem Kampfabschnitt in Flandern und an der Lys, aus dem Schlachtfelbe zu beiden Seiten der Somme und der Avre haben sich die Artilleriekämpfe verschärft.

Südlich von Laon ist seit heute früh die Schlacht um den Chemin des Dames im Gange. Die Truppen des deutschen Kronprinzen haben den Berg­rücken in seiner ganzen Ausdehnung erstürmt und stehen im Kampf an der Aisne.

Die MMW Ses Demeges.

Ein mächtiger Vorstoß der Armee des Deutschen Kronprinzen hat die ungeheure, wochenlange Span­nung, welche die von neuem erwartete deutsche Of­fensive umgab, aufgelöst. Wie mit Donnerhall fällt der gestrige Abendbericht in das Atemverhalten, mit welchem die Welt ihre Blicke dem westlichen Kriegs­schauplatz zugewandt hielt. Es scheint, daß der Auf­takt zum neuen Drama, das, wie viele meinen, den Höhepunkt Bringen soll, begonnen hat. Die deutsche Heeresleitung hat sich diesmal als Offensivschauplatz den Damenweg südlich von Laon ansaewählt; das Gelände schließt sich an die bisherigen Offensivschau- e! an. Mit dem Erfolg des ersten Schlachttages n wir sehr zufrieden sein. Der Bergrücken, um den sich die Franzosen seinerzeit wochenlang abge­müht hatten, ist von den Kronprinzentruppen an einem einzigen Tage überwogt worden, sie stehen im Kampf an der südlich des Damenweges fließenden Aisne. Die begeisterte Freude über den bisherigen Erfolg spiegelt sich auch in den nachstehenden Presse- stimmen wider.

^ Berlin, 28. Mai. lT. It.) Zum Sieg am Chemin des Dames schreibt der militärische Mitarbeiter des Berliner Tageblattes: Der Sieg ist besonders darum bedeutungsvoll, weil er wiederum bewiesen hat, wie sehr die deutsche Heeresleitung es versteht, ihre groß­zügigen Pläne bis zum Augenblick der Ausführung zu verschleiern. Wenn man sich das Rätselraten der En- tcntepreffe in den letzten Wochen vergegenwärtigt, muß man sich sagen, daß die Gegner über den Ort des An­griffes vollständig im Unklaren gewesen sind. Sie werden fest umso mehr überrascht sein. Auf alle Fälle scheinen Fachs Pläne durch den unvermuteten Angriff der deutschen Heereslettnni nü?^ Bi'

Die Bossische Zeitung schreibt: Wahrlich, eine ge­waltige Leistung hat unsere Oberste Heeresleitung voll­bracht. Wenn die Ententepresse von Siegen redet, schweigt die deutsche Presse, und Hindenburg handelt. In heftigem Sturm haben die Truppen des deutschen Kronprinzen in breiter Front den ganzen Damenweg, also den Raum von nördlich Vailly bis Berry au Bac in einem Zuge erstürmt und an einem Tage wieder­gewonnen, was in den Kämpfen vieler Wochen die Franzosen tm letzten Herbst errungen hatten.

In der Kreuzzeitung heißt es: Glänzender hat die ungebrochene Schlagkraft des deutschen Heeres nicht be­wiesen werden - können wie durch diesen Erfolg des neuen ersten Schlachttages.

Der Lokalanzeiger schreibt: Sollte der Kampf an dieser Stelle bereits feinen Abschluß gefunden haben, so hat er uns an der Aisnelinie mit den dahinter liegen­den Bollwerken des Damenweges eine erstklassige Stel- luna verschafft.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeit««« sagt: Großes haben unsere Truppen und unsere herrliche Führung wieder einmal geleistet. Größeres aber als dies wer­den uns die nächsten Tage bringen.

Die feindliche« Berichte.

Die Franzosen melden am Montag nachrm: In der zweiten Hälfte der Nacht richteten die Deutschen hef­tiges Geschützfeuer gegen die ganze Gegend zwischen

Der Väter Erbe.

Roman von Otto Elster.

477 (Nachdruck verboten.)

„Nein, nein. Ihnen will ich alles sagen, und wenn Sie mir dann raten, zu dem Pfarrer zu gehen, oder zu dem Notar, so will ich es tun, sollte ich auch in das Ge­fängnis kommen. Mir ist es jetzt einerlei, ich kann dieses Leben nicht mehr ertragen — es war ein ent­setzliches Leben in feinern Haufe. Er hat uns alle bis aufs Blut gequält, seine arme kranke Frau, seine Toch­ter und mich. Seine arrne Frau starb, sie war glücklich daran, — seine Tochter entfloh mit dem jungen Baron — nur ich, ich nmßte bei ihm bleiben, durch seine Kennt­nis meiner Schuld an ihn gekettet — und ich ward seine Helfershelferin bei allen feinen Schandtaten. Jetzt ist seine Tochter zurückgekehrt und er wird auch sie zu Tode quälen, wie er seine arme Frau getötet hat — er wird den jungen Barmt zugrunde richten, wie er den alten Herrn ins Verderben gestürzt hat ... er wird uns alle ins Unglück bringen — Aber nein, seine Zeit ist ge­kommen — ich werde sprechen —. ich will nicht länger schweigen — was liegt noch an mir? Mag ich meine Tage auch im Gefängnis beschließen — auch er soll seine Strafe erhalten."

Ihre graugrünen Augen funkelten — ihr hagerer Körper straffte sich, — ihre knöcherne Hand Ballte sich zur Faust. Mit den wirren grauen Haaren, die ihr auf­gelöst um den Kops hingen, den funkelnden Augen, dem in wilder' Rachsucht verzerrten, bleichen, hageren Ge­sicht erinnerte sie an die Erynnien, die Rachegöttinnen der alten Griechen.

Schwester Martha schauderte leicht zusammen. In ihrem schweren BerUf hatte sie oft Gelegenheit gehabt, einen Einblick in das Drama einer Familie zu gewin­nen, sie hatte Schuld und Unglück kennen gelernt- aber iq schrEnerregend, tote hier, war ihr noch keines sv-

BSM Sfterr.EGKr. GMWKWsrb.

ös#< Wien, 27. Mai. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

Im Anschluß au die Erknndnngsunternehmungen des 25. Mai griffen die Italiener gestern mit mehreren Alpinibataillonen, unterstützt durch schwerstes Artillerie- und Minenfeuer, unsere Stellungen südlich des Tonale- passes an. Ein kleiner Teil unserer Linie» wurde etwas zurückgedrückt. Sodann wurde das weitere Vor­dringen des Gegners verhindert.

Der Chef des GeneralstabeS.

15 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 27. Mai. (Amtlich. WTB.) Neue Uboots- erfolge im Sperrgebiet um England: 15 000 BNT. Zwei tiefbeladene Dampfer wurden an der Ostküste Englands anS gesicherten Geleitszügen Seransgeschossen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Die Versenkungen im Eismeer.

Halbamtlich wird aus Berlin gemeldet: Am 24.

Mai ist aus Christiania gemeldet worden, der dortige deutsche Gesandte habe gelegentlich einer Rücksprache mit dem norwegischen Minister des Aeutzern wegen des Unterganges von norwegischen Fischerboote« im Sperr­gebiet des Eismeeres auf dessen Mitteilung, daß auch Rettungsboote von deutschen Ubooten beschossen worden seien, geantwortet, davon wisse er nichs, noch könne er es ableugnen. Diese Meldung ist unrichtig. Der kai­serliche Gesandte hat im Gegenteil die angebliche Be­schießung von Rettungsbooten durch deutsche Kriegs­schiffe ebenso ......

schießung von Rettungsbooten durch deutsche Kriegs­schiffe ebenso wie früher, so auch jetzt mit Bestimmtheit als ein Ding der Unmöglichkeit zurückgewiesen. Da­gegen hat der Gesandte seine Vermittelung zur War­nung und zum Herausholen der norwegischen Fischer­boote aus der Gefahrzone zugesagt.

dem Walde von P i n o n und R e tm s. Heute morgen erfolgten feindliche Angriffe auf 1 ehr brei­ter Fr'ont zwischen diesen beiden Punkten. Die französisch-englischen Truppen leisten mit der gewohn­ten Tapferkeit dem deutschen Stoß Widerstand. Die Schlacht ist noch im Gange. In Flandern, auf dem rech, ten Maasufer, im Walde von Apremont und in der Woevre war die Artillerietätigkeit nachts lebhaft. Die Deutschen machten mehrere örtliche Angriffe.

Die Engländer berichten: Starke feindliche An­griffe ohne vorhergehendes Geschützfeuer von großer Heftigkeit entwickelten sich Montag in der Frühe auf Bretter Front gegen die englischen und französischen Truppen in der Linie zwischen Reims und Sots- ' gegen Nie französisch« Boormezeele. Betracht

sons und

ien Truppen zwischen . . _ ____________ _______jtltdje feindliche Artil-

lerietätiakeit Sonntag und in der Nacht auf Montag an

°>n Front.X

Loker und

lerretangke der britisch

die ZMaljve aus unserer Seife

ren sollte rund eine

Berlin, 27. Mai. (WTB.) Die ungeheuren Ver­luste, die England im Jahre 1917 während der ganzen ergebnislosen Flandern-Offensiven erlitt, gestalten die b^ifche @rfaj£ra0e ^

sogenannte Auskämmeverfah' ? ' Million neuer Rekruten aufBringen. Das neue Wehr- des Widerstandes der Berg- voll zur Ausführung. Die ____________ : Industrie hatte sehr geringe Ergebnisse gezeitigt. I den die vierten Bataillone bei oi

gesetz kam jedoch infolge des Wid« und Metallarbeiter nicht voll zur Aushebung älterer Jahrgänge aus der bis dahin nur " ' " '

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meisten Jnsanteriebrigaöen (die englische Infanterie- brigade entspricht dem deutschen Regimentsverband) der an der Westfront liegenden englischen Divisionen aufgelöst. Diese Maßnahme bedeutete eine Schwächung der Kampftruppen um rund 150 Bataillone. Die hohen Verluste in der großen Schlacht von Ende März bis Anfang Mai rissen aufs neue schwere blutige Lücken in den Bestand des englischen Heeres und übersttegen die Verfügung stehenden bri-

waren in den

Zahlen des in Frankreich zur Berfügun tischen Ersatzes. Die dortigen Depots ____________

ersten Tagen geleert, und aus England mußten schleu­nigst starke Ersatztransporte an die Front geschickt wer­ben. Jedoch auch der Meftani) an ausgebildeten kriegs- brauchbaren Mannschaften in den heimischen Ersatz­formationen genügte nicht. Die britische Heeresleitung war gezwungen, Mannschaften unter 19 Jahren ein« zustellen, die nach den bisherigen Bestimmungen nicht außer Landes verwendet werden sollten. Die Herab­setzung der Kampfkraft der englischen Verbände durch Mannschaftsmangel auf) Verschlechterung des Ersatzes machte eine immer weitergehende Entlastung der Eng-

schienem Schuld und Unglück waren hier zu einem grausigen Gewebe verwickelt, aus dem kein Entrinnen möglich schien. Zu helfen vermochte sie nicht, und wel­chen Hat konnte sie geben? Kannte sie die Verhältnisse so genau, um einen wirklich wertvollen Rat erteilen zu können?--r

»Ich kann Ihnen nur raten," sagte Martha nach einer kleinen Weile, während der Frau Maiboyms Au­gen angstvoll auf sie gerichtet waren, „einen Mann in das Vertrauen zu ziehen, der mit den Verhältnissen die­ses Hauses ganz vertraut ist."

„Ja — ia, aber wen? — Wenn Böhmer etwas da­von erfährt, bringt er mich um. . ."

In diesem Augenblick klopfte es an der Tür, und gleich darauf trat der Sanitätsrat Doktor Grutter ein.

„Na, was gibt es denn hier?" fragte er erstaunt. „Man sagte mir unten, daß Sie erkrankt seien, Frau Maibohnr, und da wollte ich doch einmal nachsehen."

In den Augen der Kranken leuchtete es auf. Sie wechselte einen Blick mit der Schwester Martha: diese nickte ihr zu, sie hatten sich verstanden, der Mann ihres Vertrauens war gefunden.

„Ich bitte, Herr Sanitätsrat — setzen Sie sich zu mir — ich habe Ihnen viel zu sagen," bat Frau Mai­bohm.

„9ta, nrachen Sie es nur nicht gar zu lang," entgeg- nete der Doktor, gutmütig lächelnd, und setzte sich ne­ben Ihr Bett.

Leise entfernte sich Schwester Martha.

Der Sanitätsrat blieb wohl eine Stunde bei Frau Maibohm, und was er während dieser Unterredung hörte, ^füllte Wir teils mit Freude, teils aber auch mit tiefem, schmerzlichen Kummer. Er tat einen Einblick in einen Abgrund von Schlechtigkeit; er erfuhr, wie jah relange Intriguen und dunkle Pläne der Habsucht den Frieden und den Wohlstand der ihm befremweten Fa­milie Rudow unteraruben, wie Edaar durch trügerische.

länder durch die Franzosen notwendig, die ebenfüM während der großen Westschlacht infolge der englisches Niederlagen außerordentlich schwere Blutige Berlustt hatten. Die Schwere der engüschen Verluste läßt sich an der aufs neue erfolgten Auflösung mehrerer Bl^ taillone erkennen. Dre Gefechtskraft der englische« Armee ist herabgesetzt; die wiederaufgefüllten Divistone« sind mit zahlreichem jungen und unausgebildeten Ersaf- durchsetzt. Der Ernst der Lage zwang England zu immer größerer Ausdehnung des Wehrgesetzes und zul Einführung der Wehrpflicht in Irland. Der Widev- stand der Iren hatte jedoch den Aufschub der Durch- sührung dieses neuen Gesetzes zur Folge. Die englisch, Ersatzlage beweist, daß die Schwächung der feindliche« Kampfkraft und die Fesselung starker französischer Wert bände bereits in hohem Matze erreicht ist. Zugleich haben die fortgesetzten franzöfisch-brittschen Niederlage« der Entente die Initiative genommen, die nach wie voi auf deutscher Seite ist.

Die Situtation vor der Offensive.

Der Berichterstatter der „Daily Chronicle" Braßtet aus dem englischen Hauptquartier: Die Artillerietätig-, kett ist in den letzten 48 Stunden so lebhaft geworden, daß man jeden Tag das Losbrechen der deutschen Offen­sive erwarten muß. Immerhin beteiligt sich schwere deutsche Artillerie noch nicht im vollen Umfange an dem Kampfe. Französischer- und englischerseits wird na­mentlich in der Nacht das Feuer ausgiebig beantwortet. Die Deutschen haben einige Tage dieser Woche, an denen der Himmel bedeckt und die Aussicht nicht besonders gut war, zu Truppen- und Artillerieverschiebungen benutzt. Unsere Flieger glauben eine große Anzahl deutsche« Tanks beobachtet zu haben. Andererseits scheint man auf der Seite des Feindes die Absicht zu haben, Artil­lerie im größten Maßstabe bei diesem Angriff zu vert- wenden. Das Wetter ist in den letzten Tagen wieder sehr heiß geworden. Die Verbündeten haben die letzten Gefechtspansen benutzt, um ihre Stellungen zu verstär­ken. Auf der Linie Noyon-Apern wird der Feind wahr­scheinlich auf Stellungen stoßen, wie sie auf unserer Seite in dieser Stärke noch nicht vorhanden gewesen sind. Trotzdem wird die Aufgabe des Oberbefehlshabers der Verbündeten nicht leicht sein. Er muß mit der Mög­lichkeit rechnen, daß die Deutschen an verschiedenen Stellen vorstotzen. Auch liege eine deutsch-österreichisch« Offensive gegen Italien im Bereich der Möglichkeit.

Bethune völlig zerstört.

fc* Genf, 27. Mai. (T. U.) HavaS teilt mit, Se« feit vier Wochen dauernde Brand habe Bethune voll­ständig zerstört. Arras wurde gleichfalls furchtbar heimgesucht, doch ist dort noch eine Straßenorientierung möglich.

Beschießung von Paris.

Die Beschießung des Pariser Bezirks durch SdS weittragende Geschütz ist, laut Havas, Montag früh wieder ausgenommen worden.

Luftsiege auf dem — Papier. ^^^—-2—

,, , , ~ . (WTB.) Seit Beginn der großen Schlacht haben sich unsere Gegner für ihre Niederlagen rm Kanipf durch Siege auf dem Papier schadlos gehal­ten. Da man von siegreichen Erdkämpfen nicht gut re­den kann, wenn man keine eroberten Ortschaften anzu- geben vermag,. so hat sich ihre ganze Erfindungsgabe dem Luftkarupse zugewendet. Hierin feiern ihre Waf­fen denn auch Tag für Tag Erfolge — wohlverstanden mrmer auf dem Papier. Am 16. Mai will eine einzige Brigade der englischen Fliegertruppe 21 deutsche Flug- UM abgeschossen und kein einziges verloren haben. Tatsächlich verloren wir am 16. Mai an der Haupt- kampffront neun und auf der ganzen Westfront elf Flugzeuge, unsere Feinde dagegen 19 ,vezw. 26 Flug­zeuge. Am 17. Mai wollen die Engländer 30 deutsche ^Inaaeuste aüaefdjoffen, 5 steuerlos heruntergetrieber und 2 durch Notlandung in ihren Linien erbeutet haben In Wahrheit verloren wir am 17. Mai an der engli­schen Front 5 und an der ganzen Westfront insgesamt 6 Flugzeuge, während die entsprechenden Verluste un­serer Gegner 18 bezw. 21 Flugzeuge betrugen. Diese Feststellungen lassen einen Schluß zu: Es muß dtt Stimmung bei unseren Gegnern schlecht stehen, wenn sie es für nötig halten, ihre Länder fortwährend durch der­artige Falschmeldungen zu täuschen.

Kampfmttde Amerikaner und Franzosen.

Berlin 27. Mai. (WTB.) Heimgekehrte deutsch» der französischen Gefangenschaft entflohene Soldaten

---- -------------------!--- schlaue Ratschläge eines falschen Freundes in die Netz, der Schuld verwickelt ward, wie sein Vater betrogen uni zugrunde gerichtet wurde, wie das Verderben sich irw mer drohender um die Familie zusanrmenzog, seitden die sorgende und schützende Hand der Gattin und Mutt ter nicht meßr über ihr waltete.

»Sie haben sich durch Ihre Mstteilungen ein großes Verdienst um die Familie von Rudow erworben, lieb, Frau!" sagte er ernst, als Frau Maibohm erschöpft in die Kissen zurücksank. „Das soll Ihnen unvergessen bleiben."

„O, auf mich kommt es nicht mehr an," flüsterte sie „Aber nehmen sie da aus meinem Koffer das kleine Päck­chen, welches mit einem schwarzen Siegel verschlossen ist. Es enthält einige Briefe, welche ich heimlich fortge« nommen habe, und die näheren Aufschluß über das Treiben Böhmers geben. Vielleicht können Sie die Briefe als Beeveisstücke benutzen."

Doktor Gutter fand das Paket und steckte es zu sich Das waren alleröirlgs wertvolle Beweise!

„Und nun leben Sie wohl," sagte er freundlich, ihr die Hand Eichend. „Beunruhigen Sie sich nicht; es wird Ihnen nichts geschehen. Schwester Martha soll Bei Ihnen bleiben, da sie bei der Frau von Rudow nichi nrehr nötig ist. Bleiben Sie im Bett, ich werde Herrn Böhmer sagen, daß ich es Ihnen verordnet hätte. Ich schicke Ihnen eine bernhigende Arznei. Also nur Muße liebe Frau — Sie haben uns allen einen großen Diensl geleistet, wofür ich Sie unseres Dankes versichere."

Sie blickte dankbar zu ihm empor und atmete er­leichtert auf. Der Arzt nickte rhr nochmals freundlich zu, dann entfernte er sich.

Nach kurzer Zeit trat Schwester Martha ein; sie fani die Kranke ruhig daliegen, die Augen wie zunr Schlaf, geschloffen, die Hände über der Brust gefaltet. Still uni leise nahm sie neben dem Bette Platz.

(Fortsetzung folgt.)!