Sersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
Aqug,preis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Pest be- l gegen 2.52 Mark. Druck und Verlag «en Ludwig Funks Buchdrucker»« : Hersfeld. Für die Kchristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. ;
Amtlicher Anzeiger fit den Kreis Hersfeld
Der UnieigtnyrMs Beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 93
Amtlicher teil
Hersfeld, den 10. April 1918.
Nachstehend veröffentliche ich die Beschlüsse, die in der Kreistagssitzung vom 28. März 1918 gefaßt worden sind:
Ziffer 1 der Tagesordnung. Die Prüfung der Akten über die Wahl eines Ersatzmannes für den ausgeschied«nen KreiStagsabgeordneten Bürgermeister a D. Strauß hier gab zu Beanstandungen keinen Anlaß.
ES wurde einstimmig beschlossen, diese Wahl für gültig zu erklären. Der Gewählte, Herr Bürgermeister Friedrich Wagner hier, wurde hierauf als Kreistagsmitglied eingeführt, ebenso Herr Dr. Scheffer von Hof Engelbach, welcher heut« zum erstenmal in der Kreisversammlung erschienen ist.
Ziffer 2 -er Tagesordnung. Nachdem dem Kreistag von dem Ergebnis -er Rechnungsprüfung Kenntnis gegeben war, insbesondere auch von Erledigung -er Revisionsbemerkungen, soweit eine solche möglich war, wurde die Rechnung -er Kreiskommunalkasse für das Jahr 1916 auf eine Gesamt-Einnahme von.....2 Oll 662,95 Mark
und
Gesamt-Ausgabe von
2 016 764,58
mithin auf einen Kaffenbestand von: ö»v-,4r Mark wörtlich: „Fünftaufen-achthun-ertachtundneunzig Mk. 42 Pfg." festgestellt und dem Kreiskommuualkassen- Rendant Entlastung erteilt.
Die Ueberschreitung -er Ausgabe-Titel 2, 3, -, 7, 8, 11, 12, 13 und 14 gegenüber dem Voranschlag wurde genehmigt.
Die Ueberschüsse aus dem Rechnungsjahr« 1916 belaufen sich auf 15520 Mark. Der Kreisausschuß hat
beantragt, sie zur Bildung eines KriegSfürlorgeffvnd» »n-wwttrtRr^tT Kreistag erteilt hierzu feine Genehmigung.
Ziffer 3 der Tagesordunug. Der KreiShauShaltS- Boranschag für das Rechnungsjahr 1918 wurde hin
er Tagesordunng. Der KreiShauShaltS
sichtlich der eingestellten Beträge näher geprüft.
Im allgemeinen wurde nichts zu erinnern ge- funden. Hierauf wurden die Voranschläge und zwar:
-er ordentliche auf . . der außerordentliche auf
469 919,50 Mark . 1571486,— „
festgestellt.
Der Erhebung von 50o/o der sämtlichen direkten StaatSsteuern als Kreissteuer wurde zugestimmt.
Ziffer 4 -er Tagesordnung. Zur vorschußweise« Bestreitung -er Kriegsfamiltenunterstützungen im Rechnungsjahre 1918 sind ungefähr 1500 000 Mark erforderlich und ist ein Betrag in dieser Höhe in den außerordentlichen Voranschlag eingestellt.
Der KreisauSschuß hat vorgeschlagen, die erforderlichen Vorschüsse, wie im abgelaufenen RechnungS» jähre, im Wege deS Wechselkredits bei der ReichSbank aufzunehmen, soweit dies angängig ist.
Dieser Voranschlag wurde einstimmig angenommen.
Ziffer 5 -er Tagesordnung. Der Kreisausschuß hat unter entsprechender Begründung beantragt, der KreiStrag wolle beschließen: der Kreis HerSfeld errichtet ein Kreisfürsorgeamt und erläßt über dessen Einrichtung -a- unter Anlage II diesem ProtokoL beigefügte Reglement.
Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. DaS Reglement wird in einigen Punkten ergänzt »ezw. berichtigt.
Ziffer 6 -er Tagesordnung Der Kreistag hat beschlossen, die Stelle eines Kreisfürsorgebeamten zu errichten.
Die Besetzung dieser Stelle erfolgt durch den Kreisausschuß.
Die Besoldung deS «nznstellenden Beamten soll sich nach der deS Kreisausschuß-Sekretärs richten.
Der Kreisfürsorgebeamte soll zur Ruhegehalts, fasse sowie zur Witwen- und Watsenkasse für die Kommunalbeamten -de- Regierungsbezirks Gaffel an* gemeldet werden.
Ziffer 7 der Tagesordnung. Der Kreisausschuß hat infolge der erheblichen Zunahme der Amtsge. schäfte in der Kreisausschuß - Verwaltung unter näherer Begründung den Antrag gestellt, der Kreistag wolle beschließen, eine zweite etatsmäßig« Äreil* ausschuß - Asststentenstelle zu gründen und für den Inhaber dieser Stele das Gehalt nach der durch Beschluß des Kreistages vom 12. März 1918 für den KreiSauSschußassisteuten Rockensüß bestimmten Grundsätzen zu bewilligen.
Der Kreistag beschließt einstimmig nach dem Antrag.
Ziffer 8 der Tagesordnung. Der Kreisausschuß hat unter entsprechender Begründung dem Kreistag vorgeschlagen, die Stadt Hersfeld und die am Bahnbau Niederaula — Alsfeld — Schlitz besonders interessierten Gemeinden unter Berücksichtigung ihrer Steuerkraft, der Se«lenzahl sowie der sonstigen Verhältnisse (Entfernung zur Bahn etc.) gemäß $ 10 deS Kreis- und Provinzial-Abgabengefeges vom 38. April 1906 wie folgt vorauszubelasten:
Sonntag, den 31. April
a. die Stadt H«rSfelö
b. „ Gemeinde Niederaula
-.
e.
i.
l.
m.
//
//
//
Der
Kreistag
Nie-er^ossa ASbach
Beiershauf«n Kerspenhausen Roßbach Hilperhausen Mengshaufen SvImS Engelbach beschließt ein
mit
n
17500 Mark
7000
8888
300
ff
50
M
70
187
15
v
59
263
50
15
st
nach dem
vorfchlag.
Ziffer 9 der Tagesordnung. An Stelle des «ach Leipzig verzogenen Bürgermeisters a. D. Strauß wurde als Kreisansfchußmitglied für die Zeit bis zum Ablauf dessen Wahlperiode (1. Juli 1920) der Bürgermeister Heinrich GroScurth von Unterhaun mit Stimmenmehrheit gewählt.
Ziffer 10 der Tagesordnung. Die beiden aus- scheidenden Mitglieder des KreiSauSschnsses
1. Bürgermeister Herr J. Rössing von Kersp«nhaxse» »• „ „ F. Wagner „ hier
wurden durch Aklamation einstimmig wiedergewählt.
Ziffer 11 der Tagesordnung. Die bisherigen Vertrauensmänner und Geschworenen für den Ausschuß zur Auswahl der Schöffe» wurden einstimmig für das Jahr 1919 wiedergewählt.
Für den verstorbenen Rentner H. Bätz von hier wurde Fabrik-irektsr Herr H. S«elig hier gewählt.
Ziffer 12 der Tagesordnung. Zur Prüfung der Kreiskommunalkassenrechnung für das Jahr 1917 wurden gewählt:
1. Rentner Herr L. Aul hier
2. Fabrikdirektor Herr H. Seelig hier Der Vorsitzende bei Krei-ansschuffes.
^^^^MNÜl^MMi v. Hed emann, Reg.-Asseffor.
Spannvitzhaurgleichstelle.
Ein Paar gute -jährige gelernte Stiere zu kaufen gesucht.
Hersfeld, den 20. April 1918.
Gliemeroth.
Bus der Heimat.
♦ (Falsche -0-M ark-Reichsbanknoten.) Seit einiger Zeit sind Nachbildungen der Reichsbank, noten zu fünzig Mark mit dem Datum des 21. April 1910 und mit den verschiedenen Nummern zum Vorschein gekommen. Die Nachbildungen sind hauptsächlich daran zu erkennen, daß sie keine Fasern haben, sondern daß die Faser» durch einen gelbbraunen Aufdruck ersetzt sind. DaS Papier der Fälschungen ist dem Gefühl nach etwaS stärker und weicher alS das echter Noten,- beim Schütteln eines Blattes klingt es weniger.
* (®ine willkommene Ausbesserung.) Zu laufenden Kriegsbeihilfen an Reichsbeamte im Ruhestande und an Hinterbliebene von Reichsbeamten und von Ruhegehaltsempfängern find, wie W. T. B. mitteilt, im Reiche wie in Preußen vom 1. April ab erhöhte Mittel bereit gestellt worden. Die Behilfen werden im Falle des Bedürfnisses gewährt, und zwar im allgemeinen in Höhe von 50 v. H. desjenigen Be. trage», der an Kriegsbethilfen und Kriegsteuerungs- zulagen den entsprechenden aktiven Beamten gezahlt wird. Ans besonderen Gründen kann über diesen Satz bis zum Vollsatze <100 v. H.) der KriegSteuerungs. bezüge der aktiven Beamten hinausgegangen werden. Personen, die bereits Kri«gsbeihilfen beziehen, brauchen einen neuen Antrag nicht zn stellen, da die Neufestsetznng der Beihilfen dnr* die inständigen Behörden von Amtswegen erfolgen wird.
* (vorläufig keine S eichen-Uebe rführungen mehr!) Infolge der militärischen Verhältnisse anf dem westlichen Kriegsschauplatz und mit Rücksicht «nf die dringend erforderliche Entlastung der Eisenbahn hat das Kriegsmintstertum bestimmt, daß Ueber* führungen von Leichen gefallener bis auf weiterer einzustellen sind. Die Sperre, die sonst allgemein erst am 1 Mai eintrat, mußt« schon jetzt auch auf den Osten und Südosten ausgedehnt werden, zumal hier nach abgeschlossenem Frieden für den Rücktransport von Leichen Gefallener und in Gefangenschaft Ber. storbener neue Bestimmungen vereinbart werden müssen. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß trotzdem gestellte Gesuche — auch Throngesuche oder an das Kriegsministerium gerichtete — grundsätzlich abgeleh»t werden müssen, da Ausnahmen nicht zugelassen werden können.
*(Das Schreibpapier wird schlechter), »i« Harzzuweisung ist ab 1. April auf ein Drittel der bisherigen Menge beschränkt worden. Außerdem wird auch nur »och Fichten- statt Kiefernharz zur Verteilung gebracht, das an sich wesentlich geringer
1918
leimt. Infolgedessen wird es nicht ausbleiben, da® die Schreibfähigkeit der Papiere noch bedeutend wette1 zurückgeht, worauf aufmerksam gemacht sei, damit es später keine Enttäuschungen gibt.
(§) HerSfeld, 20. April. Es ist eine neue Be kanntmachun- Nr.^. IV. 900/4.18. K.R.A., betreffend Beschlagnahme, Bestanössrheb» ng und Höch stpre ise von Lumpen und neuen Stoff, «»fällen aller Art am 9. April 1918 in Kraft getreten. In dieser Bekanntmachung find die verschiedenen Bestimmungen über die Beschlagnahm«, Bestands«rhebung und die Höchstpreise bei Lumpe» und neuen Stoffabfälle» einheitlich zusammengefaßt, so daß gleichzeitig die früher erlassenen Bekanntmachungen Nr. W. IV. 900/4. 16. K. R. B. vom 16. Mai 1916, W. IV. 950/4. 16. K. R. A. vom 16. Mai 1916 W. IV. 1900/11. 16. K. R. A. vom 25. Jannar 1917, W. IV. 1950/11. 16. K. R. A. vom 25. Januar 1917 und W. IV. 2100/9. 17. K. R. A. vom 6. November 1917 aufgehoben worden sind. Im allgemeinen verbleibt es bet -er bisherigen Regelung des Verkehrs mit beschlagnahmten Lumpen und neuen Stoffabfälle». Im einzelne» enthält die neue Bekanntmachung allerdings verschiedene Abweichungen gegen die bisherigen Unordnungen. Es ist näher bestimmt werden, was unter Lumpen und neuen Stoffabfällen zu verstehe» ist. Des weiteren ist die Meldepflicht aus alle beschlagnahmten Gegenstände ausgedehnt worden, deren Vorräte mindestens 100 kg betragen. Die Höchstpreise haben Veränderungen erfahren. Insbesondere fei derauf hingewiese», daß auch alle aus dem AuSlande kommenden, unter die Verordnung fallenden Lumpen und neuen Stoffabfälle von der Beschlagnahme betroffen sind. Der genau« Wortlaut der neuen Bekanntmachung ist bei den La«dratsämtern, Bürgermeisterämtern und Polizeibehörden einzusehen.
$ vw^jeitf, 10 «pm. fyrt ? w tagnaumre Ein
richtung-gegenstände bei Industrie, Handel und Bewerbe.) Die Handelskammer Gaffel schreibt uns hierzu: Zur Behebung von Zweifeln wird darauf aufmerksam gemacht, daß von der Bekannt, machung M. 8/1. 18. KRA. vom 26. März 1918, betreffend Beschlagnahme, Enteignung und Meldepflicht, von Einrichtung-gegenstände« auch diejenigen Einrichtung-gegenstände betroffen werden, diezurgewerbs. mäßigen Veräußerung oder Verarbeitung sich auf te» Lagern von Industrie, Haudel und Gewerbe befinden. Diese sogenannte» Handelswaren fallen zwar unter die Beschlagnahme nach § 4, jedoch nicht unter die Enteignung nach § 5 der Bekanntmachung. Sie seien nicht bet den beauftragten Behörden, daS heißt den kommunalen Sammelstellen abgegeben, sondern unver. täglich der Krtegsmetall-Aktiengesellschaft zum Ankanf «ngeboten werden. Im Interesse der Metallbesitzer liegt es, sich hierbei der Vermittelung der in unserem Bezirk errichteten Bertrauentstelle für freiwillige Sparmetallabgabe bei der Handelskammer zu Gaffel, Hohenzollernstraß« 4611, ju bedienen und nicht erst die Senderenteignuna dieser Gegenstände abzuwarten. Gleichzeitig werden die gewerblichen Kreise nochmals darauf hingewiesen, 'auch alle andern in ihrem Betrieb befindlichen mobilen Materialien aus Kupfer, Kupfer- legterunge», Nickel, Nickellegierungen, Aluminium und Zinn usw. durch Bermittelung der Vertrauenstelle anzubteten, da sie andernfalls mit der zwangsweise« Erfassung dieser Bestände rechnen müssen.
):( Hersfeld, 20. April. Der Sch«eiderling Bernhard Barthel hierselbst unterzog sich der Gesellenprüfung und bestand dieselbe gut.
Erfurt, 19. April. Der Schlosser Herman» Kuntze aus SonderShausen erzählte in Erfurt verschiedene» Leute«, er sei imstand, Lebensmittel zu beschaffe». Manche glaubten dies und leisteten Vorausbezahlung. Mit den zum Teil recht erheblichen Beträge» brannte er durch, und die Besteller wartete» vergeblich auf die LebenSmittel. Erst neuerdings konnte der Schwindler alt er sich eines TreibrirmendiebstahlS schuldig gemacht hatte, verhaftet werden. Die Strafkammer verurteilte ihn zu zwei Jahre» Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.
Frankfurt, a. M., 19. April. Eine von Körper, schalten deS Baugewerbes und des Hausbesitzers in Nassau und Hessen stark besuchte Versammlung, der auch Vertreter der beiden Regierungen beiwohnten, beschloß die Gründung einer Hypothekenschutzbank für Hessen-Nassau und daS Großherzogtum Reffen mit dem Sitz in Frankfurt a. M. In der Tagung «r folgten zahlreiche Anmeldungen für die Zeichnung zur Finanzierung des auf gemeinnütziger Grundlage auf. gebauten Unternehmens.
Aus Feldheer braucht dringend Hafer, He« und Ktroh!
Kaudmirte helft dem Feldheere!