Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Das Sommetal ein englischer Kirchhof

Der deutsche Abendbericht.

Berlin, 27. März. (Amtlich. WTB.) Z« beide« Seiten der S o m m e find unsere Armeen i» langsam fortschreitendem Angriff.

Las Sommetal ein englischer Mchhos.

Das Verrott strmgsrverk der Engländer in Frankreich.

Berlin, 27. März. (WTB) Das alte Somme- schlachtseld mit 'einen zerstörten Städten, anfgerissene« Straßen, «nzäbiigen Stellungen, Grabensystemen, Drahtverhauen und Rnineudörfer» liegt im Rücken der deutschen Angriffstrursen. Vor ihnen breitet sich fran­zösisches Land, das bisher von der Krieasfnrie verschont blieb. Anders heute. Gleich Fanalen lodern an vielen Stellen rote Brands zum Himmel empor. Durch beson­dere KavüRcrieksrumandos lassen die Engländer Wohnstätten und Fluren ihres Bundesgenossen ver­wüsten, angeblich um den dentschen Vormarsch zu hemmen, den 'gleichwohl sieben Tage lang weder Kanal, Flüsse und versumpfte Trichterzonen, noch stärkste eng­lische Befestignngsn anfhalten konnten. Bereits liegen Sie Wichtigen englischen Bahnzentren nnö Stapelplätze St. Pol und Donllens unter schwerem deutschen Sperr- teuer. Mit dem reichlich erbeuteten englischen Pionier- geret uud Material werden alle Straßenzerstörnnge« schnell " wLerhergestellt. In Pozieres wurde neben wohlgefüllten Werkstätten rollendes Material erbeutet, darunter allein 29 Fcldbahnlokomotive«. Immer rotes der werden überall die ungewöhnlich schwere« blutigen Berlnste der Engkäuder festgestellt. Bei Noyy« grenzten die khakibrannen englischen an die hellblauen französischen Leichenfelder. Das Sommetal ist ein englischer Kirchhof. In einer Mulde bei Elöry lag ein völlig zufammengeschoffe­nes englisches Artillerieregiment rmt vierzig Geschützen.

42 fein liche Divisionen geschlagen.

Berlin, 28. März. (Eigene Drahtnachricht.) Von der Front bei Cambrai wird berichtet: Die Zahl der bis jetzt von uns angegriffenen «nd im Verlaufe des hin- nr herum- enden Kampfes geschlagenen englischen DivU-onen beträgt 87. Sie ist also feit drei Tagen um ein WträmtFches gewachsen. Ueber die Hälfte des ge­samten englische« Heeres in Frankreich ist damit in den Strudel hineingezogen worden. Der übrige Teil der englischen .Kontingente besteht hauptsächlich aus den Brunnen, die in den nicht angegriffenen Abschnitten ge­bunden sind. Drei Divisionen unter den 37 kann man als besonders gute Truppen bezeichnen. Von franzö- MLen Divisionen sind bisher 4 Infanteriedivisionen und eine KauallerieSivision in die Schlacht verwickelt. Auch das sind Truppen hervorragender Qualität, na­mentlich drei der Infanteriedivisionen galten immer schon als Angriffsmaterial ersten Ranges, auch sie sind vollständig geschlagen.

Stets frische deutsche Reserven zur Hand.

$-t Rotterdam, 28. März. (Eigene Drahtnachricht.) Der Halbamtliche englische Militärkorrespondent Geddes drahtet, daß die Deutschen mit ihren ständig heran- geführte« frischen Kräften imstande sind, jeden er- rungene» Vorteil arcsznnutzen, gegenüber den schwer miie nomMenen britischen Trnppen. Die Gesichter der englischen Soldaten seien verstört und übermüdet aus Mangel an Schlaf. Ihre Uniformen sind zerrissen und mit Schlamm bedeckt. Der Korrespondent sah eine Ab­teilung, die so tödlich erschöpft war, daß sie kaum mehr gehen konnte.

Oberst Repington führt in der Morningpost aus, daß alles getan werden müsse, um eine Frontlinbe auf- rechtzuerhälten die mit der Finölichen- parallel läuft, und daß der Rückzug fortgesetzt werden müsse, bis der Gegner sich erschöpft habe. Bei dem Rückzugsrezept Repingions könnte den Verfolgten eher der Atem ans- gehen als den Verfolgern. Bisher wenigstens war es so.

Die verblüffende Schnelligkeit der deutsche«

Operatione«.

Zum ersten Male gesteht eine Havasnote zu, daß die rerblüfsende Schnelligkeit der deutschen Operatio­nen die Hauptsache des Zusammenbruches der englisch- franMischen Pläne gewesen ist. Nun gelte es, durch Einsatz bedeutender neuer Reserven neue Pläne zur Reise zu brinaen.

Das Osterei von 1918.

Von GeorgPerstH.

Es war noch kein lenzliches Wetter, das ins Freie lockte. Was sollte man da anfangen? Ostern zu Hause sitzen? Unmöglich.

Manche besuchten die Gemäldegalerien und Museen der Stadt.

Unter ihnen auch Herr Weber mit seiner jungen Gattin.

Sie hatte erst nach vielem Zureden eingewilligt, sie schmollte mit ihm.

Er besaß einen Fehler, den sie ihm nicht verzeihen konnte er nahm aus ihre Wünsche nicht genug Rück­sicht. Auch bei den Ostereiern hatte er sich wieder nicht nach ihren Wünschen gerichtet.

Ihr Tiettstmadchen würde üher die gewöhnlichen Nadeneier mit Marzipanfüllung die Nase gerümpft Haben.

s'ö hätte auch nicht so bald nachgegeben, hätte er nicht sein Unrecht eingesehen und Besserung gelobt.

Das Museum, zu dem man die Schritte lenkte, war Wr ; sucht. Fast alle Säle waren voll von Schaulusti­gen. Der stärkste Andrang war aber in dem Saal, wo m gelehrt aussehender Herr, einer der Museumsprofes­soren, den Führer und Erklärer machte.

Einzelne Gegenstände entnahm er den Glasschrän- fen unö zeigte sie in erhobener Hand, damit sie auch den entfernter Stehenden sichtbar wurden.

Und hier können wir einen hundertjährigen Ge­burtstag feiern," sagte er gerade, als Weber und seine grau herantraten.In diesem Schränk sind nur inge, die jetzt hundert Jahre alt sind." Und er zeigte einige davon.Das zeitgemäßeste am heutigen Oster- tage ist aber wohl das! Sehen Sie!" Man sah einen rundlichen Gegenstand.Ein Osterei! Ich darf es ruhig fest anfassen, ja, drücken, es schadet ihm nicht. Es ist aus einem unzerbrechlichen Stoff gefertigt. Hierauf nimmt auch die Inschrift Bezug, die ich Ihnen vor­lesen werde:

Ich bin kein Ei zum Beißen, Bin nicht aus Zuckerbret.

'

Sie gnglänöet siirchlen für Amiens.

Amiens der Angelpunkt der englischen Stellung.

Bern, 28. März. (Eigene Drahtnachricht.) Die Londoner Morningpost und der Daily Telegraph, mel­den, der deutsche Stoß richte sich direkt gegen Amiens, das die Engländer nickt ansgeven dürften, wenn sie den Deutschen nicht den Weg nach dem Meere freigeben wollten. Um Amiens seien gewaltige nndsckwere Kämpfe zn erwarten. Nach Anffassnng der Militär- sackverständigen sei Amiens der Stütz- «nd Angelpunkt der englische« Stellung in Frankreich. Das eroberte Mvert liegt von Amiens etwa 35 Klm. entfernt.

Ins Herz des feindlichen Landes.

Die gegnerische« Verluste.

Berlin, 27. März. (WTB.) Angesichts der fortge­setzten deutschen Siege, die den Gegner bereits zwan­gen, britische, französische und amerikanische Soldaten von fast allen Fronten her eiligst in den Kampf zu werfen, versuchen franko-britische Bernhigun^sberichts, die deutschen Verluste ins Ungemessene zu übertreiben. Sie vergessen die Erfahrungen der großen Durchbruchs­schlachten, die bewiesen haben, daß ein geschickter An- areiser weniger blutet als der Verteidiger. Auch jetzt übertreffe« die gegnerischen Verluste die deutschen «m ein Vielfaches. Andernfalls hätten die Deutschen ihre nun schon sieben Tage währende Offensive nicht fort­setzen sönnen. Dezimierte Truppen durchstürmen kein 50 Kilometer tiefes, auf das stärkste ausgebautes und zäh verteidigtes Gelände. Aber gerade dieser hartnäckige Widerstand kostet dem Feinde Blut. In den eng mas­siert eingesetzten Verbänden herrscht Verwirrun«: sie vermischen sich. Geordnete Befehlserteilung wird zur Unmöglichkeit. In heißen Kämpfen wird der Femd immer wieder geworfen, feine frischen Reserve« wer­den in die Niederlage hineingeristen. Unaufhaltsam aber dringt der deutsche Siegeslauf immer tiefer in das Herz des feindlichen Landes.

Feindliche Heeresmeldungen.

Englischer Bericht vom 27. März vormittags.

Als Ergebnis der gestrigen feindlichen Angriffe am Nachmittag und abends zu beiden Seiten der Somme wurden unsere Truppen auf beiden Usern auf kurze Entfernung bei Bray zurückgedrängt. Ein bei Anbruch der Nacht unternommener schwerer Angriff gegen unsere neue Linie südlich der Somme wurde nach deftigem Kampfe abgewiefen. An einer Stelle in der Nähe des Flufses erzwäng der Feind sich einen Weg in unsere Stellung, wurde aber durch unseren Gegen­angriff zurückgewörfen. Weitere örtliche Kämpfe fan­den nördlich und nordöstlich von Albert statt, aber die Lage auf diesem Teil der Kampffront blieb unverändert.

Französischer Nachmittagsbericht vom 27. März.

Gestern abend und die Nacht über waren die Deut- schon durch beträchtliche Verluste überall geschwächt, und ihre Anstrengungen zu verlangsamen gezwungen. Die Tapferkeit der französischen Tritppen, die jeden Fuß­breit verteidigen, ist über alles Lob erhaben. Die Fran- oserc halten die Linie Echelle-St. Aurin-Beauvraignes

und am linken Ufer der Dise. Während der Nacht wie­sen die Franzosen starke Erkundungsabteilungen ab, die sich den französischen Stellungen nordwestlich von Noyon zu nähern versuchten. An der Übrigen Front zeitweise Bombardement.

Fochs Manövrierarmee im Kampf.

** Zürich, 28. März. (T. It) Die Zürcher Post berichtet: Die Manövrierarmee des Generals Foch ist bereits in vollem Umfange zur Unterstützung der Eng­länder in Anspritch genommen worden. Diese Reserve­armee soll übrigens nicht 60, sondern nur 30 Divisionen umfassen. Die Differenz erklärt sich dadurch, daß zu den kämpfenden Divisionen auch die Reserven der ein­zelnen Armeen gezählt sind. Diese würden für den eng­lischen Abschnitt kaum ausreicken, da General Haig mit einem Angriff auf seinen Nordflügel rechnen muß.

Vergeudung der englischen Reserven.

Deutsche Kampstruppe« verzichte« a«f Ablösung.

Berlin, 27. März. (WTB.) Die ganze Größe des Sieges von Bapanme stellt sich erst jetzt heraus. Die Engländer haben vergeblich Division auf Division ein­gesetzt. Ihre zu ««unterbrochenen Gegenangrissen nach einander vorgeworfenen Reserven hatten die Stärke einer Armee. Im Angriffsgebiet hat die Armee Be-

äch bin ein Ei aus harter Zeit, a voll die Welt von Leid und Streit.

Und doch will stolz ich heißen Und sein ein Osterei."

Einige lachten. Der Professor aber blieb ernst.Es ist ein Osterei aus dem Jahre 1918!" fuhr er in seiner Erklärung fort.Und es ist aufbewahrt worden und hat im Museum seinen Platz gefunden, weil es ein Bei­spiel dafür ist, was erfinderisch die Not jener Tage die Menschen gemacht hat. Es ist kein Ei ausMarzipan, Schokolade oder Zuckerguß Süßigkeiten waren wie andere Nähr- und Genutzmittel damals außerordent­lich knapp und teuer, es ist auch nicht aus Holz oder Eisen geformt, sondern aus einer Masse, die sich noch nicht sicher bestimmen ließ.

Ein junger Handwerksmeister hat dies Ei seiner Frau zu Ostern geschenkt. Er war als Soldat in einem Gefecht verwundet in feindliche Gefangenschaft geraten, hatte lange darin geschmachtet und als verschollen ge­golten, als es ihm endlich glückte, zu fliehen und sein Regiment wieder zu erreichen. Man gab ihm Urlaub und in der Nacht auf dem Ostersonntag traf er in der Heimat ein.

Als er vor seinem Hause stand, tat es ihm leid, seine Frau zu wecken. Das Fenster der Werkstatt war offen. Er stieg hinein, zündete Licht an und da er keine Müdig­keit verspürte und der Anblick seines Werkzeugs ihn wieder zum Schaffen reizte, dachte er:Du hast deiner Frau kein Geschenk mitbringen können, du wirst ihr schnell noch eins anfertigen, und da morgen Ostern ist, soll es ein Osterei fein." So ging er an die Arbeit.

Der Ostersonntag dämmerte schon, als die Meiste­rin erwachte. Sie hörte ein Hämmern, Schaben und Feilen und als sie sich aufrichtete, sah sie in der Werk­statt einen Lichtschein.

Ihr Herz klopfte, aber sie war eine mutige Frau, kleidete sich an und öffnete etfe die Tür zur Werkstatt.

Da erblickte sie ihren Mann und glaubte erst an ei­nen Spuk. Als sie jedoch erkannte, daß er es leibhaftig war, flog sie mit einem Freudenschrei auf ihn zu.

Und als sie sich genug geherzt und geküßt hatten, erzählte er, daß er sie nicht in ihrem Schlummer habe

low, während ihr Nordflügel den zähesten Widerstand brach, mit ihrem südlichen Teil weiter rückwärtige Stel­lungen durchbrochen. Der rücksichtslos

ckwärtige Stel- , » Angriffsgeist der "vorderen deutschen Truppen, die auf angebotene Ablösung verzichten, macht sich glänzend belohnt. Die englischen Armeen sind durch.die kopflose Verausga­bung ihrer Reserven, durch die vergebliche Opferung ganzer Divisionen nicht weniger geschädigt als durch den moralischen Eindruck ihrer unerwartet großen Nie­derlage. Englische Gefangene von allen Frontteilen klagen über die englische Führung, die alle Befehle zu spät erteilt, die Herrschaft über, die Truppen verliert, die Verbände durcheinanderwirft und ungeheure Ver-

lüfte verschuldet.

Die Kopflosigkeit der englischen Führung,

Berlin, 27. März. (WTB.) Ein höherer Generak- stavsoffizier berichtet von der großen Kampffront: Die Prophezeiungen derer, die behaupteten, es bedürfe nur der Erstürmung des ersten englischen Grabensystems, um die ganze " englische Führung in Verwirrung zu stürzen, hat sich nicht nur vom ersten bis zum dritten Gefechtstage, sondern auch im ganzen Verlauf der jüng­sten Operationen bewahrheitet. Die drohende Kata­strophe, die die englische Armee anscheinend besonders aus nördlicher Richtung über Vapaume befürchtete, ver­anlaßte die feindliche Führung, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen Fronten in kopf- und fysterw- losem Entgegenwerfen aller verfügbaren und heran­kommenden Divisionen die Deutschen aufzuhalteu. Wenn sie hierdurch an dem einen oder anderen Punkte eine Verzögerung der deutschen Angriffe erzielen konn­ten, so brach an anderen Stellen der englische Wider­stand um so rascher, und zwar mit progressiver Schnel­ligkeit zusgmmen. Nicht einmal hinter den stärksten Flnßavfchnitten, wie dem der Somme, gelang es den Engländern, dauernd Widerstand zu leisten. Immer wieder wurden ihre Linien durchbrochen, immer system­loser wurde ihre Führung, immer schleuniger ihr Rück­zug. Die Beute mußte sich nach Zahl und Material ins Ungeheure steigern. Leichenfelder, wie sie nach Auaen- zeugenberichten auf den verschiedensten Kriegsschau­plätzen kaum jemals dem Auge sich ögrboten, bezeichnen die Orte des energischen feindlichen Widerstandes oder die Stellen, wo die englischen Truppen, von allen Seiten umfaßt, der Vernichtung anheimfielen. Die Zahl der eroberten Geschütze übertrifft nach vorläufiger Schätzung die bisher in freien Feldfchlachten erreichte Höchstziffer. Das stolze englische- Heer, das unter Führung feines vielgepriesenen Oberfeldherrn schon im Sommer 1917 in Brüssel einzuziehen gedachte, ist heute mit großen Teilen im Rückzug.

Die Ungeduld tn Paris.

' Der Ruf nach Foch.

«^ Bern, 28. März. (T. U.) Der UnterstaatS- sekretär des Kriegsministeriums, Abrarm, war gestern in den Wandelgängen der Kammer eifrig bemüht, die allzu begreifliche Ungeduld der Volksvertreter zu zü­geln. Er wies daraus hin, daß Clemenceau und Lloyd

Ernstes der Lage in der Obersten Heeresleitung der englisch-französischen Armee zu vollziehen seien, und welche neuen Streitkrttste Frankreich zum Schutz seiner bedrohten Gebiete einzusetzen vermöge. Der Name des Generals Foch schwebt auf aller Lippen, doch war über eine neue Abgrenzung seiner Befugnisse nichts Zuver­lässiges zu erfahren.

Offiziöse französische Bernhigungsversuche.

Abramis Ausführungen lassen sich, laut Havas, fol­gendermaßen zusammenfassen: Nach den schweren Kämpfen, die die deutschen Truppen letzt mit den eng­lischen ausgefochten haben, werden sie auf völlig frische, opferbereite und durch einen Vorhang von Geschützen gedeckte Frontheere stoßen. Nur einige Divisionen ha­ben das Vordringen des Feindes verzögert. Anderer- seits treffen gewaltige englische Reserven auf den Schlachtfeldern ein, fodatz die bisher vom Feinde er­zielten Gelanöegervinne nur vorübergehender Natur sein werden. Die Rede wurde von Abgeordneten, Se­natoren und Journalisten mit Begeisterung ausgenom­men. Franklm Bouillon vom Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten erklärte in den Wandelgängen, ob- wohl die Lage ernst sei, müsse man sie mit gelassener Ruhe betrachten. Es hatten in der Tat bisher nur ein ganz kleiner Teil des französischen Heeres, noch nicht einmal 10 Divisionen, in die Schlacht eingegriffen.

stören wollen, und wie ihm der Gedanke gekommen sei, ein Osterei für sie zu machen. Er habe doch nicht mit ganz leeren Händen vor sie treten wollen.

Sie lachte unter Tränen. Du närrischer Mann! Deine leeren Hände, auf die Du mich nehmen kannst, sind mir tausendmal lieber, als Deine vollen, und wäre Gold und Silber darin!"

Herr Weber stieß seine Gattin am

DaL Osterei war fertig bis auf die Inschrift, aber die Hatte der Meister schon im Kopf und stichelte sie am Tage ein.

Herr Weber und seine Frau wanderten weiter durch die Räume des Museums.

Sie war so schweigsam, daß er schon fürchtete, sie hätte sich wieder in ihren Schmollwinkel zurückgezogen.

Die Menschen vor hundert Jahren haben wohl viel leiden und entbehren müssen?" war ihre Frage.

Du kannst es in jedem Geschichtsbuche lesen. Es war buchstäblich eine harte Zeit/

Und man wird das Osterfest damals kaum gefeiert haben!"

Nicht so wie wir jetzt, 2018 nicht so froh und sorglos, aber gefeiert doch. Je größer das Leid, umso großer auch die Sehnsucht und Hoffnung. Und mit Sehnsucht und Hoffnung wird man an jenem Ostern in die Zukunft geschaut haben. Das ist, scheint mir, auch der Sinn der Worte auf dem alten Osterei:Und doch will stolz ich heißen und sein ein Osterei!"

Und hatte die Erzählung des Professors nicht noch einen Sinn?" fragte sie wieder nach einer Pause.

Welchen?"

Die junge Meisterin will nicht beschenkt sein. Die leeren Hände ihres Mannes, auf die er sie nehmen kann, sind ihr lieber als wenn sie mit Gold und Silber gefüllt wären. Soll eine Frau nicht in Glück und Un­glück so denken? Und ich bin nie zufrieden und habe immer kindliche Wünsche."

Wir müßten das Osterei von 1918 im Hause ha­ben!" sagte Weber nach einer Weile.Aber es genügt auch, wenn wir es im Gedächtnis behalten. Ich und Du. Dann wird auch unser Glück so unzerbrechlich sein/