Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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: Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- • Amtlicher Anzeiger : Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im |
r sogen 2.82 Mark. Druck M> Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : . ' . / - amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. - ; Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfew. ■ für oen stets Hersfeld Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
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Nr. 65. Sonntag, den 17. März 1918
Amtlicher Zeit
AelanntmachMg.
Diejenigen Landwirte die noch ungerösteten, gerösteten und ausgearbeiteten Flachs vorrätig haben, werden ersucht, denselben dem amtlichen Flachsaufkäufer David Pfifferling, Rhina Post Neukirchen, Krs. Hünfeld spätestens innerhalb 14 Tagen anzumelden. Der Flachs ist beschlagnahmt und es wird auf die Strafen hingewiesen die bei Nichtanmeldung verwirkt sind.
Hersfeld, den 14. März 1918.
Der Landrat.
J. B.: v. H e d e ma n n, Reg.- Assessor.
Hersfelö, den 15. März 1918.
Betrifft:
Verteilms von La«mwMöhködea und LeineonShzwiru an Kltiuhöudler,
Seratbeiter und Anstalten.
Mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 2. März d. Js. Kreisblatt No. 64 wird folgendes bekannt gegeben.
Als Bedarfsstellen werden folgende Kleinhändler anerkannt.
1. in HerSfeld
straße 1, Karl Krach, Klausstratze 6, Jakob Nußbaum, Klausstraße 18, Valentin Seeltg, Weinstraße 12, Daniel Stern, Klausstraße 4, J. Unruh, Klausstratze 21.
2. in Friedewald A. Gerstung,
2. in Schenklengsfeld Emanuel Natan,
4. in Heringen Maier Bacharach,
5. in Niederaula B. Schuchhardt, Nachfolger,
6. in Mecklar Paul Schuhmann.
Diese Firmen sind allein berechtigt, die für die übrigen Kleinhändler, Verarbetter uud Anstalten ausgestellten Bezugsberechtigungen behufs Weitergabe an die Bezirksstelle 11 tu Frankfurt a/M. ent- gegenzunehmen. Sämtliche, oben nicht genannten Kleinhändler, Verarbeiter und Anstalten in der Stadt Hersfeld werden ersucht, die Bezugsberechtigungen für die ihnen für das 1. Vierteljahr 1918 zustehenden Nähgarnmensen unverzüglich im Büro der Be- kleidungsstelle Hersfeld von Montag, den 18. d. Mts. ab während der täglichen Dienststunden abzuholen. Den übrigen Kleinhändlern und Verbrauchern im Kreise gehen die Bezugsberechtigungen in den nächsten Tagen durch Vermittlung der Bürgermeisterämter zu. Die Bezugsberechtigungen sind alsdann von sämtlichen Kleinhändlern, Verarbeitern und Anstalten an einen der obengenannten alsBedarfsstelle anerkannten Kleinhändler weiterzureichen. Die Zuweisung des Pähgarnes erfolgt alsdann durch dieselbe Firma in einigen Tagen. Sofern noch Zweifel wegen der Verteilung des Nähgarnes bei den Interessenten bestehen sollten, können diese durch mündliche Rückfrage im Büro der Bekleidungsstelle HerSfeld, Breitenstraße erledigt werden.
Tgb. No. L 3010. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
Hersfeld, den 7. März 1918.
Am Dienstag, den 19. März d. Js. vormittags 11l/-'Uhr wird Herr Pfarrer Lic. Schaefer aus Schlierbach im Hotel Stern in Hersfeld einen Vortrag über die Beteiligung der politischen und kirchlichen Gemeinden bei den Zeichnungen zur nächsten Kriegsanleihe halten. Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher desKreses ersuche ich an dem fraglichen Vortrag teilzunehmen. Gleichzeitig gestatte ich mir die Herren Pfarrer beider Konfessionen, sowie die Herren Obmänner und Vertrauensmänner des Ausschusses für Kriegsanleihe zur Teilnahme an dem Vortrag er- gebenst einzuladen. Der Herr Redner beabsichtigt über eine neue Art der Beteiligung an der Kriegs
anleihe von Gemeinden und Körperschaften öffentlichen Rechts zu sprechen. Auch sonstige Interessenten sind zu dem Vortrag herzlich willkommen.
Tgb. Nr. L 2861. Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffor.
Hersfeld, den 7. März 1918.
RiftttWsztsWt Iahrzssz 1966.
Von dem Kriegsministerium ist die Musterung der Landsturmpflichttgen des Jahrgangs 1900, das früh alle männlichen Personen, welche in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich 81. Dezember 1900 geboren sind, angeordnet worden.
Für den Kreis Hersfeld, sind zur Abhaltung dieser Musterung folgende Termine bestimmt worden:
Montag den 18. März dieses Jahres.
Musterung dieser Landsturmpflichtigen aus der Stadt Hersfeld, sowie aus den Landgemeinden Allen- Sors, Allmershausen, Asbach, Ana, Ausbach, Beiers- hausen, Bengendorf, Biedebach, Conrvöe, Dinkelrode, Eitra, Friedewald, Friedlos, Frielingen und Gersdorf.
Dienstag den 19. März dieses Jahres.
Musterung dieser Land'! rmpflichtigen aus den Gemeinden GerShausen, Gethsemane, Gittersdorf, GoßmannSrode, Harnrode, Hattenbach, Heddersöorf, Heenes, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Hillarts- hausen, Hilmes, Hilperhausen, Holzheim, Kalkobes, Kathus, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kleinensee, Kohlhausen, Krußpis, Lampertsfeld, Landershausen, Lautenhausen, h LengerS, Malko- ^W^, ^**w*£ teg* ä^u^.- .—
Mittwoch den 20. März dieses Jahres.
Musterung dieser Landsturmpflichttgen aus den Gemeinden Mengshausen, Motzfeld, Niederaula, Niederjossa, Obergeis, Oberhann, Oberlengsfeld, Petersberg, Philippsthal, Ransbach, Reckerode, Rei- los, Reimboldshansen, Röhrigshof, Rohrbach, Roßbach, Rotensee, Rotterterode, Schenklengsfeld, Schenksolz, Sieglos, Solms, Sorga, Stärklos, Tann, Untergeis, Unterhaun, Unterneurode, Unterwetsenborn, Wehrshausen, Widdershausen, Willingshain, Wippershain, Wölfershausen und Wüstfeld.
Das Musterungsgeschäft beginnt jedesmal morgens um V29 Uhr und findet in der neuen Turnhalle fAugust-Kottliebstraße) in Hersfeld statt.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit aufgefordert, Vorstehendes alsbald und wiederholt auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Beteiligten zu bring, n und dafür zu sorgen, das sämtliche Gestellungspflichtige zu den bestimmten Terminen pünktlich erscheinen. Etwaige ärztliche Atteste über frühere Krankheiten (Bluthusten, Epilepst u. s. w.) deren Vorhandensein, sich im Termine schwer feststellen läßt, sind mitzubringen.
Am Dienstag den 19. März dieses Jahres habe» die Ortsvorstände sämtlicher Gemeinden des Kreises sich ebenfalls im Musternugslokale einzufinde«, um über etwaige Zweifelsfälle bezüglich der Landsturmpflichtigen der einzelnen Gemeinden Auskunft zu geben. An den beiden anderen Musterungstagen brauchen die Ortsvorstände nicht zu erscheinen. Die Gestellungspflichtigen sind noch besonders darauf aufmerksam zu machen, daß sie mit sauberer Wäsche und vollständig reinem Körper zu erscheinen habe«. Tgb. M. Nr. 2036. Der Lanörat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 15. März 1918.
Die Herren Ortsvorsteher ersuche ich unter' Bezugnahme auf meine Verfügung in Nr 61 des Kreisblattes vom 13. d. M. betreffend Zu- und Abgangs- ltsten um strengste Jnnehaltung der gestellten Fristen.
Die Listen müssen unter allen Umstände bis zum bezeichneten Termin hier wieder eingegangen sein.
i Der Vorsitzende der Eiukommeusteuer-Beraulagunsskommiffio«.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffor.
(Fortsetzung auf der 4. Seite.)
Aufruf!
Während im Osten die Morgenröte des Friedens heraufdämmert, wollen unsere verblendeten weltlichen Gegner die Band zum Frieden noch nicht reichen.
Sie mahnen noch immer, uns mit Waffengewalt zu Boden ringen zu können. Sie werden erkennen müssen, dass das deutsche Schwert die alte Schärfe besitzt, dab unser braves Beer unwiderstehlich im Angriff, unerschütterlich in der Verteidigung, niemals geschlagen werden kann. Von neuem ruft das Vaterland und fordert die Mittel von uns, die Schlagfertigkeit des Beeres auf der bisherigen stolzen ßöhe zu halten. Wenn alle helfen, Stadt und band, reich und arm, grob und klein, dann wird auch die 8. Kriegsanleihe sich würdig den bisherigen Geld- siegen an reihen, dann wird sie wiederum werden zu einer echten rechten deutschen Volksanleihe. .
Bus der Heimat.
* (Nutzbarmachung des Laubheus. Unter allen Umständen muß dafür gesorgt bleiben, daß für «nsere Heerespferde genügend Futter vorhanden ist. Den Zufälligkeiten der Futterernte darf mau sich nicht eine ungeheure Menge Futter' jedes Jahr zu haben und die schwere Zeit zwingt uns, darauf zurückzu- greifen. DaS Kriegsamt hat daher die Laubheuge- winnung im ganzen Reich organisiert: Alles Laub mit Ausnahme der Blätter des Faulbaums, der Akazie, des Goldregens und des Epheus ist verwendbar. Unsere Schuljugend und überhaupt alle Leute, die für die Laubwerbung Zeit haben, sollen sich ihr unter Leitung der betreffenden Ortsausschüsse mit allen Kräften annehmen. Damit das aber auch jedermann kann, wird der Zentner Laubheu von den OrtS- sammelstellen lohnend bezahlt. Es ist dringend notwendig durch eine außerordentlich umfatzende Gewinnung von Laubheu die Ernährung der Heerespferde sicherstellen zu helfen.
*(EineKleiderkartefürOffiziere.) Die „Boss. Ztg." meldet: Nachdem sich die Bezugschein- pflicht für die Bekleidung der Zivilbevölkerung als durchaus geeignet für die Streckung der Vorräte erwiesen hat, wird nunmehr auch zu einer Rationierung der noch vorhandenen Uniformen und Uniformstoffe geschritten. Es wird eine Kleiderkarte für Offiziere eingeführt werden. Alle dem OfftzierSstande ange- hörenden Personen erhalten eine solche Karte, in die jede Neuanschaffung eingetragen wird, und ohne die kein Bekleidungsstück ausgehändigt werden darf. Der bisherige Bestand an Kleidung braucht nicht angegeben zu werden. Die Versorgung der Unteroffiziere und Mannschaften wird wie bisher geregelt.
):( Hersfeld, 16. März. Schwerer Un glücks- fall. Die Firma Lorenz Mohr, Oel-Großhandlung, hatte ant 14. dieses Monats einen Kesselwagen Maschinenöl erhalten. Das Oel wurde durch einen Schlauch in bereitstehende leere Holz- und Eisenfäffer am Güterbahnhof abgefüllt. In einigen der Eisenfäffer, welche die Firma von einer Fabrik gekauft hatte, befanden sich noch kleine Ueberreste Benzol. Der bei der Umfüllung beschäftigte Weißbinder Heinrich Stiehl von hier wollte sich das Benzol in ein Gefäß füllen, angeblich um Kleider zu reinigen. Zu diesem Zweck rollte er das Faß an eine Vertiefung und ließ dessen Inhalt herauslaufen. Unbegreiflicher- weise nahm Stiehl ein brennendes Streichholz und hielt es an die Flüssigkeit. Sofort setzte sich letztere in Flammen, schlug in das nach unten liegende Spundloch des Fasses, wodurch beide Faßböden mit lautem Knall aus dem Eisenfaß flogen. Stiehl sowie der dabeistehende Güterbodenarbeiter Schäfer wurden dadurch schwer verletzt. Sofortige Hülfe wurde durch Herrn Direktor Dr. Mannel vom Landkrankenhaus geleistet.