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W^Mtzen der Festung und der Flotte ständen 70000 Soldaten und Matrosen. Aus Reval trafen Tausende Bolschewisten in Helsingfors ein. Eine Anzahl reiste nach Rußland weiter. In Petersburg agitieren Sozial­revolutionäre Anarchisten und Kommunisten für den Krieg. Ein allgemeiner Bolschewistenkongretz tritt zu­sammen.

Vom Vormarsch in Esthland.

Die Rote Garde läßt den Friedensschluß unbeachtet

Vom deutschen Vormarsch in Esthland wird unter dem Datum des 5. März noch gemeldet: Aus Wesen­berg sind viele Personen verschleppt. Einige sind durch die Weiße Garde befreit. Zur Zeit besteht eine syste­matische Sperre vom Baltischen Meer bis zum Peipus- see. Aus Petersburg eingetroffene Deutsche berichten von Hunger. Die Regierung stützt sich auf die Rote Garde, die in eine neue Rote Garde umgebildet wird und den Friedensschluß unbeachtet läßt. Auserwählte Teile der Roten Garde verbleiben an der Front und regierungen vollkommen unwillkürlich. Der Vorstand der schwedischen Komnnssion für Kriegsgefangene emp­fing heute in Wesenberg 25 aus Narva entflohene Kriegsgefangene, die dort im Laufe der letzten neun Tage nur einmal ein wenig zu essen bekamen. Viele deutsche, lettische und esthnische Gefangene befinden sich noch dort. Darum mußte der Vormarsch in größter Anstrengung und Eile geschehen. Die Bevölkerung chat sich zur Weißen Garde organisiert. Das esthnische Re­giment in Wesenburg hilft den Deutschen bei der Be­wachung der Eisenbahnen. Unter großen Syurpathie- kundgebungen der Bevölkerung ist heute morgen eine fliegende deutsche Abteilung in Wesenberg eingetroffen. Mehrere Züge Sprengmassen, 2150 000 Klg. Naphta, viele Maschinengewehre und Stahl sind unsere Beute. Die esthnische Bevölkerung beteiligt sich freiwillig an unserer Hilfsaktion.

Die englische Botschaft in Helsingfors angekommen.

Wie Reuter mitteilt, ist das Personal der englischen Botschaft aus Petersburg in Helsingfors angekommen.

Japan und Sibirien.

Eine japanische Note.

i»* Genf, 6. März. (T. lt.) Der Temps von Sonn­abend veröffentlicht aufgrund einer Londoner Depesche folgende Note aus Tokio:Infolge des Chaos, das in Rußland herrscht, steht die Entscheidung Japans noch nicht fest. Japan ist zu einer militärischen Tätigkeit in Sibirien außerstande, abgesehen davon, daß der Standpunkt der Verbündeten erst geklärt und ein volles Einvernehmen zu einem endgültigen Entschluß erzielt werden muß."

Reuter und Havas dreyen mnd wenden sich.

Inzwischen lassen Reurer und Havas Meldungen flattern, die eins immer wieder durchblicken lassen: daß der Verband sich nicht einig zu sein scheint in der Frage der Uebertragung eures Mandats an Japan, und daß Amerika mit einem japanischen Vorgehen schon gar nicht einverstanden ist.

Reuter gibt die. Meldung der Daily Mail'wieder, daß die Botschafter Großbritanniens, Frankrerchs und Italiens in Tokw beabsichtigen, gemeinsame Vorstel­lungen zu machen und zu versuchen, daß Schritte zum .Sckutze der Intereffen der Alliierten in Sibirien untere * ^nrfncüntieYlRm; ' M^

ter der Vereinigten Staaten in Tokw an diesen ge­meinsamen Vorstellungen teilnehmen werde. Es sei aber von Seiten der Bereinigten Staaten keine Oppo­sition zu erwarten.

Havas berichtet: Der Kammerausschuß für. aus- wärttge Angelegenheiten hörte Ausführungen Pichons über die diplomatische Lage und über die Verhandlun­gen zwischen Rirtzland und Japan an. Nach Schluß der Sitzung gaben Mitglieder des Ausschusses, ohne ge­nauere Auskünfte geben zu wollen, zu Verstehen, e» habe den Anschein, als ob alle alliierten Länder über- eingekommen seien, Japan die Intervention in der Mandschurei und in Sibirien zu überlasten.

Das grollende Washington.

Manchester Guardian erfährt aus Washington: Es verlautet noch nichts über die Haltung Wftwns zu dem vielleicht bevorstehenden Vorgehen Japans in Sibirien. In Wilsons Umgebung würde man es vor­ziehen, daß Rußland sich selbst rette, falls m dem neuen Rußland Elemente seien, die gemeinsam vorzugehen im­stande seien. Man möchte eine Aussicht aus Erfolg Glicht damit verderben, daß in Rußland durch Japans Auftreten eine Gereiztheit hervorgerufen werde.

Was nun?

Im Osten haben wir reinen Tisch. Alle Welt weiß, daß wir im Westen vor der Möglichkeit eines entscher- denden Schlages stehen: um der Menschheit das neue Blutopfer zu ersparen, hatte, 10 schreibt die Kolik. Ztg., Graf Hertling noch einmal an den Berstandigungs- willen unserer Feinde appelliert. Wir müssen heute fest­stellen, daß Graf Hertling mit diesem Entgegenkommen eine völlige Ablehnung erfahren hat: nur in den neu­tralen Ländern hat man seinen guten Willen ebenso anerkannt wie die Billigkeit seiner Friedensgrundsatze. In Amerika, in England, in Italien hat man mit gro­ßer Gebärde unsere Bereitwilligkeit znrnckgcwmeu: in Gram reich hat man sogar in der Sorbonne mit jieg= basten Reden einen Rummel für Frankreichs Knegs- ,viele in Szene gesetzt, der lächerlich wirkt, wenn man bedenkt, daß alle unsere Feinde in fast vier Jahren Krieg nicht hinausgekommen sind über die platonische Ver­fechtung ihrer Zerstücklungspolitik Deutschlands und ihrer Eroberungsabsichten. Wie die Russen nicht nach Berlin gekommen sind. so werden die Gurkhas nicht in Potsdam lagern, so wird die Trikolore nicht wieder «om Straßbürger Münster wehen.

Unsre Offensive im Westen wird kommen: wir werden uns den Frieden im Westen nicht anders holen können als im Osten. 1 Bisher ist unsrer Obersten Heeresleitung seit dem Tage, da sie ihr Amt im Au­gust 1910 an trat, nichts fehlgeschlagen: wir vertrauen felsenfest darauf, daß auch die neue Aufgabe in ihr den Meister finden wird. Die Verantwortung für den Ausgang des Unternehmens, der uns nicht zweifelhaft ist, fällt damit auf unsre störrischen westlichen Feinde sie wären wohl kaum so störrisch gewesen, wenn sie bisher nicht so verzweifelt unergiebig gekampft hät- reu, daß jetzt ihre Rettnug allein die des Vabaugue- spielers ist, der alle seine Hoffnung auf die letzte Karte .setzk.

Cnnsöorone erkennt Hertlings Rede an.

Lauodowne, zur Zeit wohl der gewichtigste Ver­treter eines Perständiguugsfriederls in England, er-

kennt im Gegensatz zu Balfour und anderett eng- amten und Arbeitern der Eisenbahn für ihre Pflicht-

Ischen Staatsmännern, an, daß HertttngS Rede einen wesentlichen Fortschritt in der.. Richtung zum Frie­den biete. Von feinem englischen Standpunkt aus ist es ja wohl zu verstehen, wenn er von Ansprüchen Frankreichs auf Elsaß-Lothringen, Italiens auf öster- reichifche Bezirke und Englands auf Teile der Türkei redet. Aber selbst er als (Engländer verkennt nicht die Schwierigkeiten dieser Frage, die für den Vier­bund, zumal er militärisch die Oberhand hat, ja gar keine Fragen sind. Wie schon früher, so bildet auch jetzt die Quintessenz der Lansdownschen Ausführun­gen der Wunsch nach weiterem Gedankenaustausch und der Zusammenkunft zur Herstellung des Friedens.

.$-£ Rotterdam, 6. März. (Eigene Drahtnachricht.) L.a:ly Telegraph veröffentlicht einen zweiten Brief Lord Lausdoivnes, in dem dieser sagt, daß die jüngste Rede des Reichskanzlers Grafen von Hertling einen wesent­lichen Fortschritt für den GedaAkeuanstausch und den ^rieben biete. Bezüglich Belgiens, das von Balfour als ein Prüfstein für die inneren Absichten Deutschlands angesehen werde, sagt Lord Lansdowne, daß Hertlings Worte zwei Auffassungen znlassen. erstens, daß Deutsch­land Bedmgnuacn stellen werde, die es verhindern, daß Belgien seine Unabhängigkeit zurückerhalte, und zwei­tens, daß Deutschland, nachdem es der Papstnote zuge- stimmt habe, die Zugeständnisse der Antwort erfülle; denn in der Papstnote werde gefordert, daß Belgien ge­räumt werden müsse, unter der Garantie politischer, militärischer und wirtschaftlicher Unabhängigkeit allen Rationen gegenüber. Es sei nicht schwierig, Hertling cn dreier Hinsicht zu befriedigen, da er nichts weiter wünsche, als daß Belgien fünftig kein Aufmarschgelände für remölrche Machenschaften werde. Lansdowne hofft, daß Hertling deutlicher erkläre, ob dies allein feine Ab­sicht fei, oder ob ihm noch andere Ziele vorschweben. Diefer Punkt müsse zuerst erörtert werden. Dann werde es möglich sein, dem Gebiet von Frankreich und den anderen besetzten Territorien eine gleiche Behand­lung angedeihen zu lassen. Fast alle deutschen Staats­männer Hatten eine Eroberungspolitik verurteilt. Schwie- nq/werdc es sein, wenn England und die änderen Machte mit Gebietsabtretungen von einer Macht an die andere kommen würden. Diese ergäben sich im Zu- iammenhang mit den französischen Ansprüchen auf Elsatz-Lothrlttgen, den italienische« i-lnsprücheu auf ge- wrpe österreichische- Bezirke sowie den Vrittfche« An­sprüche« auf Teile des türkischen Reiches. Darum werde es wohl möglich sein, daß Fragen dieser Sirt dem Frie­denskongreß zur Entscheidung überlassen würden. Im Zmanm:enhang hiermit stehe die Frage, was aus den deutschen Kolonien werden solle.

ZWischenfäüe in Versailles.

Drohung Italiens mit Sonderfrieden.

Der amerikanische Bo Master verläßt den Saal.

» Rotterdam, 6. März. (Eigene Drahtnachricht.) W.e Londoner Blatter berichten, soll Italien auf der Bersailler Konferenz mit einem Sonderfrieden gedroht haben, falls die Alliierten Italien gegenüber ebenso zu Handeln gedächten wie gegenüber Rußland. Nach langen heftigen Debatten wurde beschlossen, daß die Allnerten sich verpflichten, die territorialen Forderungen Italiens 3« «nterfttitzett.

Die Sonderstellung, die Amerika innerhalb der En­tente emnimml, kam darin zum Ausdruck, daß der amenkaursche Botschafter in Paris, der an der Sitzung teilnahm, den Saal verließ, weil ein Eintrag Amerikas

_ der der Alliierten infola? 1 -es Eintretens für d-e italienischen Krieasziele itfflM mehr verhandelt werden konnte.

Neue Konferenz in Versailles.

Genf, 6? März. (T. U.) Nach einer Meldung des Matin wird die neue L negskonferenz des Biel- verbandes am 28. März in Versailles abg^alten wer­den. Die Beratungen werden auch WilsonS leßte Note und die rumänische Frage behandeln. Von dieser Kon- serenz sind amtliche Erklärungen über die neugeschaf­fene Lage an der Öftfront nicht zu erwarten.

Nötigung der Russen in Frankreich.

** Genf/6. März. (T. U.) Nach dem Journal des Debats sollen die russischen Truppenabteilungen in Frankreich nicht demobilisiert, sondern in die zweite Linie zurückgezogen werden.

Geddes im Mittelmeer.

Flottenbewegungen bevorstehend?

r-c Haag, 6. März. (T. 11) Aus London.wird ge­meldet: Die Abwesenheit von Geddes als Erster Lord der Admiralität hat wiederholt im Parlament Kritik hervorgerufen, weil man glaubte, Geddes sei wegen PrwatangZegeuheiten abwesend. Bonar Law teilte jetzt im Unterhause mit, daß Geddes sich im Zusammenhang mit wichtigen bevorstehenden Flotte«bervegtt«gen im Mittelmeer befinde.

Preußisches Abgeordnetenhaus^

Sitzung vom 5. März.

Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sit­zung mit einer Ansprache, in der er bervorhebt, daß der infolge des ekitschlossenen Bornrarsches unserer Trup­pen unterzeichnete Friedensvertrag mit Rußland von weltgeschichtlicher Bedeutung sei. Auf der Tagesord­nung steht die Beratung des Haushalts der Eisenbahn- verwaltnng in Berbiuduug mit der zweiten Beratung des Gesetzentwurses über die Erhebung von Kriegs­zuschlägen im Güter- und Tierverkehr der Staatseisen- bahnell. Auf Beschluß des Hauses wird zunächst über die Tariffrage verhandelt. \

Die Redner der Parteien brachten übereinstimmend ihre schweren Bedenken gegen den Zuschlag von 15 Proz. int Güter- und Tiervertehr zum Ausdruck, weil er die Volkswirtschaft schwer belaste.

Eiseubahriminister von Breitenbach: Die Regie­rung ist mit schwerem Herzen an die Tariferhöhungen herangegangen. Ich bin itberzeugt, daß unser Wirt­schaftsleben den Zumutungen, die ihrn durch die Vor^ läge gestellt werden, staudhalten wird.

Der Gesetzentwurf wird in der Kommissionssassung in zweiter und dritter Lesung angenommen.

Abg. Graf v. d. Grüben (fonf.) spricht dem Eisen- bahnpersonal, auch den Frauem Dank und Anerken­nung für die Pflichttreue während des Krieges aus. Gegen die Eiseubahudiebstählc müsse mit der größten Strenge vorgegangen werden. Die Nachricht von der Erbeutung von 800 Lokomotiven und 8000 Eisenbahn­wagen im Osten habe man freudig begrüßt. Es sei jetzt nicht mehr möglich, daß wir vom Feinde ausgehun­gert würden.

Abg. Dr. Schnleddrug (Ztr.) dankt ebenfalls den Be

treue. Das Abgeordnetenhaus werve stets bestrebt fern die Lage der Eisenbahnbediensteten zu verbessern. Eine Verminderung der Unfälle müsse mit allen Mitteln an- gestrebt werden.

Abg. Dr. vonWoyna (freikons.) schließt sich namens seiner Partei dem Dank der Borredner an.

Minister von Breitenbach dankt für die Anerken­nung der Leistungen des Eisenbahnpersonals, dessen Stimmung im ganzen fest und geschlossen sei.

Weiterberatung Mittwoch 11 Uhr.

Politische Rundschau.

^ Die preußische Wahlrechtsvorlage. Wie das Ber­liner Tagebl. berichtet, setzt der Berfassungsausschuß des Abgeordnetenhauses am Freitag die Beratung der Wahlrechtsvorlage fort. Es ist beabsichtigt, vor -er öfter* pause noch drei Sitzungen abzuhaltan.

Die Reform in Sachsen. Der Berfassungsaus. schuß der Zweiten Sächsischen Kammer nahm einen na­tionalliberalen Antrag auf Einführung des gleichen, ge­heimen und direkten Wahlrechts mit zwei Zusatzstim­men an, die nicht nach Einkommen und Vermögen zu. geteilt werden dürfen. Der Ausschutz der Ersten Kam­mer stimmte, gegen zwei Stimmen, der Regierungsvor­lage über die Reform der Ersten Kammer ohne Aende­rung zu. Eine gründliche Aenderung durch die Zweite Kammer ist sicher.

Neuer deutscher Wirtschaftsverbaud. In Berlin wurde gestern der Zentralverband der deutschen Elek­trotechnik ins Leben gerufen.

Das buntscheckiae Thüringen. Wie notwendig der in jüngster Zeit vielfach geforderte thüringische Gebtets- austausch ist, zeigt die Tatsache, daß Thüringen über 50 Orte aufweist, die zurzeit zwei Staaten angehören. Sachsen-Altenburg hat 22 Orte gemeinsam mit anderen Staaten davon 16 mit Sachsen und 6 mit Reutz t. L., Sachsen-Weimar 6; zwei mit Preußen, je einen mit Gotba und Reutz ä, L. und zwei mit Reutz t. L., Sach- sen-Meiningen 2 Orte, je einen mit Reutz jüngere Linie und Schwarzburg-Rudolstadt. Schwarzburg-SonderS- Hausen hat nur einen Ort mit Meininaen und Schwarz- bMg-Ruöolstadt hat zwei Orte mit Reutz ältere Linre gemeinsam. Sachsen-Gotha hat je einen mit Preutzen und Weimar zusammen. Coburg ist in dieser Bezie­hung am besten daran, es hat keinen Ort mit einer an­deren Landeshoheit zusammen. Reutz i. Linie hat 12 Orte, davon 6 mit Altenburg, 2 mit Rudolstadt, je einen mit Weimar, Preußen, Bauern und Sachsen gemein­sam Reuß ä. Linie hat 4 Orte gemeinsam, und zwar 2 mit Weimar und 2 mit Sachsen. Zu alledem kommt dann noch das Aneinanderliegen von Gemeinden, die nicht den gleichen tarnen tragen und zu verschiedenen Staaten und Reichstagswahlkreisen gehören.

Vermischtes.

^ Polizeibeamter von Hamsterern erschossen. Bei Mettingbausen in Westfalen wurde ein Polizeibeanster von Hünrsterern, die er verfolgte, erschossen. Die Ham­sterer, vier Männer, die in einem Versteck im Walde

Die Feldpostdiebstähle bei der B«aarmee. Seü län­gerer Zeit wurden viele Abgänge von Feldpostseudun- gen für die Bngarmee festgestellt. Es ist jetzt gelungen, eine Diebesgeiellschas! zu verhaften, die umfangreiche Feldpostdiebstähle in Przemml ausgeführt hat. Die Ge- fedfcöaft bestem aus einem polnischen Legionär, einem österreichischen Eienbalnzugführer, einem österreichischen Korporal, zwei oftcrreidnfÄen Infanteristen, drei Pre- stiiuierten, zwei Bauern, zwei Zivilisten und einem jü­dischen Händler. Die vorgefundenen Gegenstände an Feldpostsendungen füllten mehrere Feldwagen.

Heiteres vom Tage. Die Souffleuse. Bei Guts­besitzer Tonderns herrscht große Aufregung. Ein Flie­ger hat auf dem einsamen Gut eine Notlandung vor­nehmen müssen. Am Abend sitzt die Familie mit dem Gast bei einem guten Glast Wein, und der Flieger er­zählt dem jüngsten Tonöern, den er auf seine Knie ge­nommen hat, von den Wundern der Ein- und Zwei­decker. Plötzlich unterbricht ihn der Junge:Sag nral, Onkel Leutnant, bist du eigentlich verheiratet?"Nein, mein Junge," lautet die Antwort. Da blickt der Kleine auf seine große Schwester:Martha, was rollte ich noch fragen," iLuslige Blätter.) P a n e n d.Liebe Frau, gehen wir doch mal in ein Sumphoiliekonzert heute abend! Da ist zum Beispiel ein Violinkünstler ... Nein, nein lieber in ein Militärkonzert: ich muß dir über Verschiedenes mal gründlich meine Meinung sa­gen!" Ein kleiner Irrtum.Aber hör' mal, Grrtz, du hast doch'auch nur das Gold geheiratet?!" «Nee! Reine Neigungsehe! Alles längst zur Goldankaufsstelle getragen!" Auf dem Standesamt. Sekretär:Dre Herrschaften müssen sich fünf Minuten gedulden: Bräutigam:Mit Vergnügen!"Braut (vorwuAS- voll):Aber Gustav! . . ." (Fliegende Blatter, )

Weitere Drahtnachrichten.

Schwede« und unsere Feinde.

» Stockholm, 6. März. (T. U.) Das vorläufige Schiffahrtsabkommen mit England und Amerika er­scheint auch der schwedischen Regiernug als ein leidiges Muß, da die Bolksernährung wenig davon profitiert und die Gefahr der Torpedierung die bewilligte Einsuhr fraglich macht, abgesehen von dem Verlust der Schiffe in der Sperrzone.

Liga gegen den französischen Chanvinismus.

^ Genf, 6. März. (Eigene Drahtnachricht.) Aus Einladung sozialistisch-radikaler Führer, unter ihnen Renaudel und zahlreiche Vertreter der republikanischen Kreise, fand die Gründung einer neuen remtbltfannchen GruppeLiga für die republikanische Verteidigung statt, die in gewissem Sinn eine Nachfolgerin der von Caillaux im vergangenen Jahr geplanten republikani­schen Liga ist und deren Hauptziel die Bekämpfung der nationalistischen Bestrebungen ist.

Asqnith verlangt Veröffentlichung der Kriegsziele.

^ Haag, 6. März. (T U) Das Blatt Scotsman meldet, daß Asautth in der Stadt Cupar, in seinem Wahlbezirk, eine Rede halten werde, in der er die iteuen Ereignisse besprechen und die sofortige Beröffenttichung der englischen Kriegsziele verlangen werde.