.ktzgen, Tfftö sollte HMrlv ein entsprechender Vorschlag an die königlich sächsische Staatsregierung gelangen, so würde die Regierung zu prüfen haben, ob sie ans einer wlchen Verbindung für das Königreich Sachsen ent- sprechende Opfer zum Wohle des Reiches zu bringen habe.
Die italienische Regiernng gegen
Sonderfrieden.
Kriegsminister Alfieri über den Sieg.
Aus eine Anfrage erklärte Svumno in der italienischen Kammer, daß die italienische Regierung niemals in irgendeiner Form einem Sonderfrieden zugestimmt habe. Auch die Nachricht von Verhandlungen über einen Sonderfrieden sei vollkommen falsch. Kriegsminister Alfieri erklärte, die Regierung werde voll und ganz ihre Pflicht tun, um der Kommission, die die Untersuchung über den italienischen Rückzug zu führen hat, ihre Aufgabe zu erleichtern. „Der Sieg," sagte Alfieri weiter, ,Fvird uns nicht entgehen, wenn die Nation fort- fährt, einmütig und entschlossen die heldenhaften Soldaten zu unterstützen."
Strengste Sperrung der schweizerisch-italienischen Grenze.
Aus Bern wird gemeldet: Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist völlig gesperrt. Der ganze Personen-, Gepäck- und Güterverkehr ist eingestellt, auch der Zugverkehr Brig-Jsolle, was bisher bei G^enzsperren nicht der Fall war.
Feindliche Propaganda gegen Ludendorff.
Amtlich wird aus Berlin bekanntgegeben: In einer Pressebesprechung am 11. Februar hat der Chef des Kriegspresseamtes den Pressevertretern mitgeteilt: Nach verschiedenen Meldungen, deren Glaubwürdigkeit nicht im geringsten anzuweifeln ist, ist die Ententepresse im Begriff, das raffinierte Mittel eines neuen Propagandaplanes gegen die Person des Ersten Generalguartier- meisters in Szene zu setzen. „Weg mit Ludendorff!" heißt die Parole. Mit diesem neuen Schlachtruf wendet die Entente eines der hinterlistigsten Mittel an, um Deutschland zu schwächen. Es »oll damit eine große Kluft im deutschen Volke geschaffen werden, von der die Entente ihre Rettung erhofft. Auf Schwert und Aushungerung scheint man große Stücke nicht mehr zu setzen. So versucht man uns des Führers zu berauben, der als rechte Hand Hindenburgs unersetzlich ist Bon einer näheren Bekanntgabe der tatsächlich vorliegenden Nachrichten, die zu der vorstehend angeführten Mitteilung an die Pressevertreter Veranlassung gab, mußte aus be- greislichen Gründen abgesehen werden.
SdegsaMeL
Fortschaffung der Deutschen aus Ostafrrka.
Im englischen Unterhaus sagte ein Regierungsver- treier, daß bald Austatten getroffen werden, um alle deutschen Staatsangehörigen aus Ostafrika fortzu- schaffen.
Eisenbahn-Fähre über den Kanal.
Wie die Pariser Zeitungen mitteilen, ist eine große Danrps-Fähre zur Beförderung von Eisenbahnzügen über den Kanal hergestellt worden. Der erste Eisenbahn- zng soll vor einfgen Tagen in Dieppe ■eingetroffen sein mit einer Sendung von Waren für Rouen.
Sitzung vom 28. Februar.
Im Reichstage erklärte gestern vor dichtgefülltem Hause und stark besuchten Tribünen der Reichskanzler in seiner Rede, die er zu Beginn der Sitzung über die Kriegslage hielt, u. a.: Wir denken nicht daran, Belgien zu behalten, wir müssen uns aber dagegen schützen, daß dieser Staat wieder einmal Einmarschgebiet unserer Gegner wird. Der Anregung zu einer von Belgien ausgehenden Besprechung gegenüber verhalten wir uns nicht ablehnend. Den vier Hauptforderungen Wilsons könnten wir unter dem Vorbehalt zustimmen, daß auch die übrigen feindlichen Staaten diese Bedingungen unterschreiben. Ein Gericht für internationale Streitigkeiten müssen wir als befangen ablehnen. Englands Kriegsziele sind immer noch imperialistisch, die unsrigen sind die der Verteidigung des Vaterlandes. Wir denken nickst daran, uns in Finnland und Esthland festzusetzen. Unsere militärischen Leistungen haben einen über Erwarten großen Erfolg gehabt.
Hier machte der Kanzler Mitteilung von der Annahme unserer Friedensbedingnngen önrch Rußland und fuhr fort: Die neuen Verhandlungen in Brest- Litowsk werden morgen beginnen, und demnächst dürfte der Friede mit Rußland volle Tatsache geworden sein. Die Verhandlungen mit Rumänien sind nicht leicht, man darf aber hoffen, daß die Schwierigkeiten zu überwinden sind, desgleichen die bezüglich der Absteckung der polnisch- ukrainischen Grenze. Bald wird
von der Ostsee bis z«m Schwarzen Meer Frieden herrschen. Die Hoffnung auf einen allgemeinen Frieden ist gering. Die Kriegsziele der Entente sind nach wie vor agressiv and annexionistisch. Es gibt keine elsaß- lothringische Frage. Die Behauptungen der Feinde über unsere annexionistischen Gelüste sind üble Ver- IcumbmtgeiL Wir sind ins Stadium der Entscheidnug getreten. Wollen die Feinde Weiterkämpfen, so kommt das Blut der neuen Opfer auf ihr Haupt.
Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden mit Beifall ausgenommen.
Nach dem «-rasen Hertling nahm der Vizekanzler von Paper das Wort. Im vierten Kriegsjahre kann es für die innere Politik Deutschlands nur einen Leitsatz geben: Zusammeufassnug aller Kräfte, Beseitigung aller Gegensätze. Unsere bisherigen Ersolge verdanken wir un ferer Einigkeit. Der Burgfrieden ist in der letzten Seit erschüttert, aber nicht beseitigt, worden. von Payer sprach dann über die Neuerungen, die von den Bnudes- regierungen im freiheitlichen Sinne während des Krie ges getroffen worden sind. Die Regierung wird auf diesem Wege fortschreiten. Das Land wird nach dem Kriege in sozialer Hinsicht über die nötigen Mittel verfügen. Die ©Inselstaaten und der Kreis werden dann organisiert und finarrzielle Hilfe leisten, von Payer menbet sich dann der
Wahlrechtsfrage in Prentzen
zu. Diese Frage, sagte er, sei auch von entscheidender Bedeutung für das Reich. Die Reichsregierung würde es begrüßen, wenn die königlich preußische Regierung die Vorlage nach ihren Wünschen durchführen könnte. Die Reichsleitung, die dabei ganz auf dem Boden der bekannten Erklärungen des preußischen Ministerpräsidenten stehe, dürfe den Entwurf noch nicht als ganz gescheitert ansehen. Die in Frage itehenden Parteien werden einsehen, daß in dieser Srunde sie nicht eine un- richtige Verantwortung auf sich laden können.
Der Vizekanzler sprach dann von der Parlameuta- risieruug der Regierung und hofft, daß diese Kriegs- fchöpfMg öerc Krieg überdauern werde. Die Versuche von ganz rechts und von ganz links, den inneren Frieden zu stören, müssen aMören. Man denke nur an
die schad?cheu Wrrknstgeu der letzte» ArbeiteransstänSel Der Redner verbreitet sich dann ausführlich über die Anfänge und Beweggründe des Streiks, der die Interessen des deutschen Volkes empfindlich schädige. Aber auch von rechts werde am Burgfrieden gesündigt.
Auf die Kriegszielerörterungen eingehend, bezeichne es der Vizekanzler als beklagenswert, daß unlängst rn Berlin in einer von Tausenden besuchten Verfamm- untg von der niederträchtigen Friedensrevolution der Reichstagsmehrheft gesprochen und daß ein Reichskanzler gefordert werden konnte, auf den geschossen würde, der aber auch wieder schießt.
«Stürm. Beifall ItW und in der Mitte. Unruhe und Widerspruch rechts.)
Der Vizekanzler ging dann auf die Kriegsgesell- »chaften ein mrd Sein nie, nie Reichsleitung denke nicht daran, die für den Krieg notwendigen Organisationen zu verewigen. (Beif.) Vielleicht könnten sie aber dem Handel und der Industrie in der Uebergangszeit noch tüchtig mithelsen. Schließlich bat er erneut um Einigkeit und Entschlossenheit. Nach den jahrelangen Entbehrungen und Kämpfen des .Krieges könne man damit rechnen, daß die Spanne bis zum Friedensschluß nur noch kurz sein werde. 9tut eines könnte noch unseren Feinden helfen: Deutsche Uneinigkeit hinter der Front. (Stürm. Beif. und Händekl., auf der Linken Wiöerspr., Pfuirufe und Zischen rechts. Erneuter lauter Beifall links und im Zentrum, wodurch der. Widerspruch von rechts erstickt wird).
Vizepräsident Dr. Paasche: Händeklatschen und Pfuirufe entsprechen nicht der Würde des Hauses. Der Vizepräsident schlägt vor, die nächste Sitzung Dienstag vormittag 11 Uhr abzuhaltem
Abgg. v. Kamp (Rpt.) und v. Schönaich-Carolath (ntL) beantragen Sitzungsbeginn für 1 Uhr. Abg. Graf Westarp (kons.) beantragte Sitzungsbeginn für 2 Uhr, damit man genügend Zeit habe, den Wortlaut der herausfordernden Rede zu studieren, die man soeben gehört habe. «Lauter Beifall rechts. Widerspruch links.)
Bei der Abstimmung wird der Antrag Westarp ge- gen die konservativen Stimmen abgelehnt.
Nächste Sitzung Dienstag nachmittag 1 Uhr. Fortsetzung der Etätsaussprache.
Stimmen der Presse.
v. Payers Rede heftig umstritten.
!$»;■• Berlin, 26. Februar. (T. U.) Zu der Rede des Reichskanzlers Grafen von Hertling in der gestrigen Reichstagssitzung schreibt der Berliner Lokalanzeiger: Wir haben einen Kanzler für die Einigkeit, und wir haben einen Vizekanzler für die Uneinigkeit des deutschen Volkes. Das ist der traurige Gesamteindruck des gestrigen Tages.
In der Täglichen Rundschau heißt es: Der Kern- teil der gestrigen Hertlingschen Rede war die Eröffnung, daß die Petersburger Regierung unsere Friedensbe- öinguügen angenommen hat und deutsche Vertreter zu weiteren Verharrdlungen nach Brest-Litows abgegangen sind. Wenn Payer das, was er sagte, als Redner auf der Parreibank der Fortschrittler ausspielte, mochte man es nicht etwa für fein finden. Aus dem Munde des Vizekanzlers aber nahm es sich sehr übel aus.
Das Berliner Tageblatt faßt den Eindruck der Kanzlerrede wie folgt zusammen: Wenn die Entente nicht zum Frieden bereit ist, wird auf den schon mit unge- ueureu Blutströmen getränkten Schlachtfeldern diese Entscheidung vor sich gehen. Zur Rede Payers schreibt das Blatt: Wir begrüßen es als ein großes Vorzeichen,
' Die Wkorgenpost schreibt: War flaätsmänttrfche Weisheit das Kennzeichen der Kanzlerrede, so war staatsmännische Gerechtigkeit dasjenige der Rede des Vizekanzlers.
Die Germania fdrretöt: Herr Wilson wird nidü tagen können, der Reichskanzler sei ihm eine klare Antwort auf die von ihm aufgeworfenen vier Grundbegin- gnngen des Friedensschlusses schuldig geblieben.
Der Vorwärts kommt zu folgender Feststellung: Zum größten Teile befaßte sich die Kanzlerrede mit dem Westen, und da ist eine Annäherung an Wilson und Czernin nicht zu verkennen. Zur Rede Payers.sagt das sozialistische Blatt: Hätten die Socialisten einen Regierungsvertreter so behandelt wie gestern die Konservativen Herrn von Payer Behandelt haben, die ganze konservative Presse würde reute den Untergang des Staates prophezeien. Mitten im größten, aller Krrege erlebt die Welt das schmähliche Beispiel einer Junkerrevolte gegen das gleiche Recht. t
In der Post heißt es: Schließlich mag der Kanzler- recht behalten. Rußlands innere Zustande geben uns die Gewähr dafür, daß nicht mehr so viel Zeit vergehen kann, bis auf der ganzen Offfront Friede herrscht.
Die Redner in der heutigen Sitzung.
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«■^ Berlin, 26. Februar. (T. U.) In der heutrgei Reichstagssitzung werden nach dem RerchsfthatzsekreM Grafen von Rüdem die Zlbgeoröneten L-chmdenmnn lSöz.), Trimborn (Ztr.), Dr. Wremer (Fortschr. Vp.) und Graf Westarp (kons.) sprecherr.
Politische Rundschau.
Der Vizekanzler von Payer wird von nun an in seiner Eigenschaft als MEbereckstigtes Mitalred des Bundesrates für Preußen auch den stellvertretenden Vorsitz im Bundesrat führen. _.
Der Kvltusmiuistcr warnt vor dem weiblichen Stu- dinm. Im Haushaltsausschutz des Abaevröuctenlmu>es teilte bei Beratung des Kulrusetats der Kultusminister mit. öaü die. stahl der Studierenden an allen preu- Uck?n'L schulen zurzeit 37 779 betraae, darunter 4104 weibliche. Sehr erheblich vermehre, sich die Zahl der weMsthrn Studierenden,.was dem Minister schwere Sorge mache, zumal namcutlid) für den höheren.und den Elementarschullehrer-Beruf zurzeit „schon eine .ziemliche UeBcrfüllunn vorhanden sei. Für ine Zukunft werde er nicht umhin können, eine Warnung vor dem weiblichen Studium ergehen zu lassen.,
Zum Tode des Großherzsss
Adolf Kriedrich.
Beileidstelegramm des Kaiserpaares.
Wie die Landeszeitung in Neustrelitz meldet, haben der Kaiser und die Kaiserin folgendes Telegramm ge-
„Großherzogin Elisabeth, Neustrelitz.
Aufs tiefste erschüttert durch die Nachricht vom plötzlichen Ableben Deines Sohnes, sprechen wir Dir unser von Herzen kommendes Beileid aus. Gott gebe Dir Kraft in dieser schweren Stunde. Vor wenigen Wochen war er noch so frisch im Hanptquartter. Welch schwere Zeit für das Land. .
Wilhelm. Viktoria."
Regelung der Regierungöfrage.
Berlin. 26. Februar. (D U.) Wie das Berliner- Tageblatt erfährt, ist der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin gestern abend in Neustrelitz etnaetroffen und
hat iofort mit der Lösung der Fragen begonnen, ov durch den Tod des Großherzogs von Mecklenburg-Stre- litz entstanden sind.
Vorbereitung der Beisetzung.
^ Nenstrelitz, 26. Februar. lEig. Drahtnachricht.) Die Landestrauer ist, vom großherzoglich mecklenbur- anchen LtaatsmrnrNerrum bis zum Tage nach der Bel- «etzung mit einem Verbot der Schau,viele, Lichtspiele und Tanzmusik angeordnet morden. Die Beisetzung, nndet in dem etwa eine Stunde von dem Schloß em- lernten Erbbegräbnis Mirow statt. Der feierliche Trauergottesdienst und die Aufbahrung der Leiche erfolgt in der Schloßkirche, die in unmittelbarer Nähe des <-chloises liegt. Die Vorbereitungen werden getroffen. Alle Beileidsbezeugungen wurden an die Mutter bei Verstorbenen, Großherzogin Elisabeth, gerichtet, seit langem schwer leidend, ist sie durch das Unglück ganz zummmengebrochen.
Der voraussichtliche Thronfolger,
Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Friedrich Franz P • iteht rm gleichen Alter wie der verstorbene Grotz- Herzog Adolf Friedrich VI. und ist seit dem 7. Juni 1904 mit Alexandra, Prinzessin von Großbritannien und Jr- mnd, -verzogrn zu Braunschweig und Lüneburg, ver- mahlt. Der Ehe entstammen zwei Söhne im Alter von sechs und acht Jahren.
Großherzog Adolf Friedrich VI.
war von mittelgroßer, schlanker, spannkräftiger Gestalt, lerne stets überaus gepflegte und elegante Erscheinung wurde, zumal in der Generalsuniform, die er zuletzt trug, rn den Straßen von Neustrelitz oft gesehen. Indessen hieß es,-daß seine Gemirtsstimmung und seine Nervenvermsmng nicht gguz diesem gesunden, kräftigen Aeußeren entiprachen. Mancherlei kleine Absonder- Herten , eines ,Allen, feinen Wesens standen damit im Zusammenhang. Er verstand sich bewußt mit einer Atmoiphare von Unnahbarkeit zu umgeben, die seinem Vater fremd gewesen war. Den sprichwörtlichen Reichtum fernes Geschlechts hielt er nicht engherzig fest, sondern hatte. zumal für jede künstlerische Ausgestaltung eine. trete Hand. Er hat das Parkbild von Neustrelitz in eurer Weise umgestaltet mrd ausgebaut, die seinem Verständnis für die schönen Künste alle Ehre umcht. Gern werlte er bei den mecklenburgischen Truppen im Felde, unternahm häufige Frontenreifen zu ihnen und freute sich über jede Heldentat, die ihm von ihnen berichtet wurde. Persönlich ein tüchtiger Reiter, der wohl imstande war, Strapazen auszuhalten, kannte er auch keine Furcht vor dem Tode. Verheiratet war, entgegen fälschlicher Meldung, Adolf VI. von Mecklenburg nicht. Außer der Mutter, der Großherzogin Elisabeth, stehen an seinem letzten Lager seine beiden Schwestern. Von »einer Großmutter Augusta Karoline, einer geborenen britischen Prinzessin, her waren ihm früher Sympathien für England nicht fremd. Um das Los der gefangenen englischen Offiziere soll er sich persönlich gekümmert haben. Schmerzliche Erlebnisse, über die er, wie über alles, still und verschlossen hinwegging, trafen ihn vielleicht herber, als er seine Umgebung ahnen ließ. Der Verstorbene war einer der reichsten Fürsten Deutschlands.
Vermischtes.
Raubmord im Walde. Die Frau des Leutnants und Fabrikbesitzers Lipfert aus Bockteich bet Rudolstadt wurde im Walde ermordet und beraubt. Der Täter ist noch m«efannt
Dlmmmgron, einer Stadt in den Vereinigtem Staaten, wurde das JunWescllenkeocn plötzlich verboten, da eine Miteriuchungskommssion feftfteKte, daß eine große Anzahl iungei Darven und Witwen ganz allein einzelne große Manier bewohnt, während sie gut in der Lage- ware, einen Mann zu ernähren. Die Kommission ist der Ansicht, daß jetzt, Wo die Frauen das Wahlrecht besitzen, aucy das Recht hätten, auf einen Mann Anspruch machen zu sönnen. Kein Junggeselle darf künftighin ein Heiratsangebot von zarter Seite aus abschlagen, vorausgesetzt, daß die Frau die nötigen Mittel besitzt, einen .vaushalt heftreiten zu können. /
- Vom Flugzeug erfaßt und getötet. Der Mechaniker Detzel verunglückte bei einem Uebunqsflng bei der Landung in fernem Heimatsort Wülfershausen in Unterfranken. Er erlitt Verletzungen an den Beinen. Das sechs Jahre alte Sölmchen eines Landwirts, das dem Flugzeug zu nahe tun, wurde ersaßt und getötet.
Moröaukchür.i auf einen Schuamaun. Ein nachts in München patrouiWcreuöer Schutzinann traf vor einem Geschäft einen Mann, der Verdacht erregte. Als er ihn kontrollieren wollte, gab der Mann zwei Schüsse auf ihn ab, ohne zu treffen: hieraus ergriff er die Flucht und gab im Laufen noch einen dritten Schutz ab. Er wurde eiugeüolt und feftgenemmen; es ist der fahnen- flüchttge Soldat Anton Christoph, der schon einural auf einen Schutzmann geschossen hat. Als er nun überrascht wurde, spielte er den Aufpasser, während in dem Geschäft zwei Einbrecher am Werk waren. Auch diese wurden festgenommen.
Wertvolle Briefe Tolstois verbrannt. Zu den wertvollsten Briefen Tolstois gehören die, die er an seinen Bruder Serge Nikolajewitfch richtete, und die sich im Besitze seiner Schwägerin befanden. Eine andre Reihe von bedeutfameu Briefen wurde, von Tolstoi an feine Schwester, die Gattin des verstorbenen Prinzen Obolenski, gerichtet. Beide Briefsarmnlungen sind nunmehr, wie der Figaro mitteilt, zu den Opzern der russischen Wirren zu zählen. Das Haus von Tolstois Bruder, wo die erstgenannte Briefsammlung untergebracht war, ist vor kurzem von einer Räuberbande in Brand gesteckt worden. Bald darauf wurde auch das Schloß des Prinzen Oboleuski, das die zweite Briefsammlung barg, durch an^übreriicke Bauern niedergebranut. Wie das Pariser ' l itt erfährt, ist von der ganzen, anßelordent- wertvollen Tostoi-Korrespondenz auch nicht ein einziger Bogen übriggeblieben.
Weitere Drahtnachrichten«
Sophie Menter gestorben.
^ München, 26. Februar. (T. U.) Hier ist die Pia- nisttu und Pädagogin Sophie Menter im Alter von 72 Jahren gestorben.
Im Wahnsinn.
'^ München, 26. Februar. (T. U.) Eine erschütternde Familientragodie hat sich in einem der vornehmsten Stadtteile Münchens zugetraaen. Die Gattin des im Felde stehenden Bildhauers Rothenburger stürzte ihre sieben und vier Jahre alten Knaben aus dem Fenster ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung und sprang dann nach. Alle drei blieben tot liegen. Die Frau hat die Tat im Wahnsinn begangen.
Naturkatastrophe über Bataoia.
^ Amsterdam, 26. Februar. lEig. Drahtnachricht.) Die Niederländische Presseagentur meldet aus Batavia, daß infolge eines hestigen Wolkenbruches und eines gewaltigen ' Wirbelsturmes halb Batavia unter Waffer stehe. Mehrere Dörfer sind weggespült. Einige Tausend Menschen sind obdachlos.