Krieg gewinnen, auch wenn Elsaß-Lothringen an Frankreich, die Jrreöentaländer Oesterreichs an Italien abgetreten werden. Der Zerfall Rußlands bedeutet für Deutschland einen großen Sieg."
Robertson hinter Repington?
Der Berner Bund berichtet: Echo de Paris meldet aus London. General Robertson habe direkt oder indirekt die lebhaften vom Obersten Reviugtoa gegen den Kriegsrat von Versailles gerichteten Angriffe inspiriert und Repington sehr genaue Auskünfte geliefert, die der Militärucitiker in seinem Artikel verwandte. Dem Petit Parisien wird aus London gemeldet, daß der Chefredakteur von The World-Newpaper, der einige Stellen aus dem Artikel Repingtons veröffentlicht hatte, vom Gericht zu einer Buße von 2580 Francs oder 3 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
Nach Amsterdamer Mitteilungen ist der Rücktritt des englischen Generalstabschef Robertson das beherrschende Gespräch des Tages in England. Mit großer Spannung steht man den Erklärungen Lloyd Georges im Unterhaufe entgegen. Die holländische Preste sieht in dem Rücktritt Robertsons einen wichtigen Entschluß und glaubt, daß dieser ernste Debatten in Presse und Parlament hervorrufen werde. Handelsblad sagt, der Rücktritt Robertsons zeige, bis zu welcher Tiefe der Einfluß Northcliffes gedrungen sei, und welche Folgen die Versailler Beschlüsse für die englische Heeresleitung gehabt hätten. -Es sei die Frage, ob es in diesem Stadium des Krieges günstig sei, einen anderen Generalstabschef zu ernennen. Der Wechsel in der Obersten Heeresleitung sei bedeutend und werde großen Einfluß auf die augenblickliche Lage haben.
Lord Rhoudda wird schlank.
Lord Rhondda, der englische Lebcnsmitteldiktatvr sagte einem Vertreter des „Weekly Dispatch" vom 13. Januar 1918 in einer Untereöung aus Anlaß der Fleischknappheit u. a. folgendes: „Jetzt, wo das Schiffs- bauproblem uns so weit gebracht hat, daß wir uns mit weniger Fleisch begnügen müssen und wahrscheinlich nicht mehr als die Hälfte dessen essen dürfen, was wir im Oktober an Fleisch verzehrten, müssen wir uns mit den Tatsachen abfinden. Unsere Gesundheit wird durch den verminderten Fleischgenuß Nicht leiden. Ich persönlich esse so wenig, daß ich eine ganze Woche lang zu Hause kein Fleisch angerührt habe. Einmal hatte ich in einer Volksküche eine Fleischpastete, aber darin war mehr Pastete als Fletsch. Ich kann schwere Arbeit verrichten, wenn ich nur einen Hering habe. Als Knabe be- kam ich die ganze Woche zweimal Fleisch. Neuerdmas habe ich mich mit den freiwilligen Rationen begnügt und alle diejenigen Lebensrnittel vermieden, die knapp sind. So habe ich denn an Gewicht 28 Pfund verloren, und mein Arzt sagt mir, daß ich deshalb 10 Jahre langer leben werde." Wenn dieses erhebende Beispiel nicht wirkt, dann wirkt sicherlich überhaupt nichts mehr. Da muß doch das Hungern zum Vergnügen werden.
Der Verteidiger von Przemysl.
General der Infanterie Hermann von Kusmanek, der Verteidiger der Festung Przemysl, ist nach dreijähriger Gefangenschaft in Wien eingetroffen: er war am 12. Februar von Nihny-Nowgorod abgereist. Vertreter von Miliär- und Zivilbehöroen nahmen ihn auf dem Wiener Nordbahnhof in Empfang._________________
DeldsenSnnge« W Oefangene in Rußland.
Die Deutsche Bank teilt mit, daß ihr mit Rücksicht auf die Zustände in Rußland und angesichts der vollständigen Unterbrechung des Postverkehrs augenblicklich die Weitergabe von Zahlungen an die Kriegs- und Zivilgefangenen in Rußland unmöglich sei. Wegen der Zahlungen an die Gefangenen in der Ukraine hofft die Deutsche Bank demnächst weitere Mitteilungen machen zu können. >
Set IriedensvertrsZ mil der Alwine im Hnushaltsnnsschntz.
Der Haushaltsausschutz des Reichstages hielt am Dienstag abend nach Schluß der Vollsitzung eine Sitzung ab, um den Friedensvertrag mit der Ukraine zu besprechen.
Staatssekretär von Kühlmann führte aus: Die ungünstige Voraussage über das Verhalten der russischen Delegation in Brest-Litowsk habe sich leider als richtig erwiesen. Das Verhalten insbesondere Trotzkis ist ohne Vorgang in der Geschichte. Der Verlauf der Verhandlungen zeigte, daß es Trotzet im Ernst nicht auf den Frieden ankam. Wir können die Vergewaltigung Finnlands nichO zulassen, müssen vielmehr in den an die besetzten Gebiete angrenzenden Ländern für Ruhe und Ordnung sorgen. Unser erneutes Eintreten in den Krieg wird in Petersburg ernüchternd Wirten und die Geneigtheit zum Frieden stärken. Auch heute noch > sind wir bereit, einen Frieden zu schließen, der unseren Interessen entspricht.
Aus unserer Friedensbereitschaft ist der Friede mit der Ukraine entstanden. Wer die Pflege guter Beziehungen zum Osten für richtig hält, nutB die Verständigung mit der Ukraine als den ersten Schritt mit Freuden begrüßen. Bei der Feststellung der Grenzen des neuen WaatsgeWetes zeigten sich Schwierigkeiten hinsichtlich des GouverncureuE Cholm. Die Ukraine machte ihre Ansprüche auf dieses Gebiet mit äußerster Energie geltend, so daß die Gefahr eines Scheiterns der Verhand- umgen bestand. Es liegt nicht der geringste Anlaß vor, eine Trübung des Verhältnisses zwischen den Msttel- mächten anzunehmen. Die Polen haben sich nun durch die getroffene Lösung der Frage verletzt gefühlt, was vorauszusehen war. Andererseits war ein Scheitern der Verhandlungen mit der Ukraine nicht zu verantworten. Die Vorräte in der Ukraine sind großer, als wir transportieren können. Ueber die Lieferung sind genaue Vereinbarungen getroffen worden, so daß uns noch im laufenden Jahr die Vorteile des Vertrages zugute kom men werden, von Kühlmann schloß mit der Erklärung, daß er den Friedensvertrag für nützlich halte, und ersuchte den Reichstag um seine Zustimmung.
Abg. Groeber (Ztr.) meinte, die Aufregung über die Lösung der Cholmer Frage wäre vielleicht vermieden, wenn man polnische Vertreter zu den Verhandlungen zugezogen hatte. Die Hauptsache bei diesem Friedens- vertrag liege darin, ob es gelungen sei, in den Ring, der uns umfasse, eine Bresche zu schlagen.
Abg. Seyda (Pole) legte Protest ein gegen die Art, wie mit dem Selbstbestimmungsrecht des polnischen Volkes und dem polnischen Regentschaftsrat verfahren worden sei. , ,
Abg. Naumann (VolkSp.) vermottete, daß neben dem Friedensvertrag noch weitere Abmachungen laufen und daß sogar ein Bündnisvertrag vorliege, denn sonst wär- ren manche Abwachungeu und gewisse Handlungen nicht W verstehest.
Abg. Dr. David (Soz.) bemerkte, von irgendwelchen Gevhard aus Pirmasens gesprochen. Otto Gebhakl
Geheimverträgen könnten die Sozialdemokraten sich keinen Erfolg versprechen.
Abg. Dr. Cotzn (unabh. Soz.): Hat man sich versichert, daß die ukrainischen Unterhändler Beauftragte der Rada waren? Will man den deutschen Krieg mit ukrainischen Nahrungsmitteln unterhalten und sort- setzen?
Abg. Graf Westarp (kons.): Wir empfinden ungetrübte ,3 leude über den Frieden mit der Ukraine und würden es bedauern, wenn die einmal gezogenen Grenzen des Cholmer ' ebiets wieder abgeanderr würden.
Abg. Stresema«« (natlib.): Täglich kommen Deutsche aus Limand und Estland und geben genaue
Schilderungen von den dortigen Zuständen. Irgend ein Zweifel an dem Hilfsbedürfnis jener Gebiete ist also ganz ausgeschlossen.
Staatssekretär von KüOlmamt führte zum Schluß noch aus: Ueber die Vorräte in der Ukraine kann Näheres nicht gesagt werden. Wir stützen uns auf sachkundige Urteile und auf die Angaben der ukrainischen Vertreter. Wenn in Kiew zeitweilig Mangel war, so ist das kein Gegenbeweis. Wir wissen doch, daß die Transportmittel beschränkt sind. Zu den Rechten der gemischten Kommission, welche die Grenzen der Ukraine uacö dem Cholmer Land hin genau festsetzen soll, gehört auch das Ausscheiden ganzer Bezirke. Es war unmöglich, an der Cholmer Frage den Frieden scheitern zu laßen. Die Entente hat die Ukraine gleichfalls anerkannt und Vertreter entsandt. Augenblicklich ist in der Ukraine ein Chaos. Als der Vertrag unterzeichnet wurde, Befand sich Kiew in den Händen der Rada. Ein Bündnis zwischen uns und der Ukraine besteht nicht und ist auch von keiner Seite angeregt worden. Sie militärische Aktion in der Ukraine erfolgt durch deutsche und österreichisSe Truppe». Sie Gegenleistungen an die Ukraine für Lieferungen, erfolgen am besten in Waren. Wir haben nur einen Leitstern: das richtig verstandene und weitgefatzte deutsche Interesse. Der Friede mit der Ukraine ist die Vorstufe des Friedens mit ganz
Rußland.
Hierauf vertagte sich der Ausschug.
Ä
Zustimmung des Bundesrats zum Friedensvertrag.
Der Friedensvertrag mit der Ukraine fand gestern
die Zustimmung des Bundesrats.
StiAmen der Presse.
Berlin, 20. Februar. (T. U.) Die Bossische Zeitung schreibt zu Kühlmanns Rede: Bemerkenswert war die starke Unterstreichung der Erwartung, daß unser erneutes Eintreten in den Krieg auf Die Petersburger Machthaber ernüchternd wirken und ihren Friedenswillen stärken werde. Man hatte den Eindruck, als habe der Staatssekretär besondere Gründe für diese Hoffnung.
Im Tageblatt wird ausgeführt: Dem Auszug aus den BespreHüngerr des Ausschusses zufolge hat Herr von Kühlmann gesagt, wir seien auch heute noch bereit, einen Frieden mit Rußland zu schließen, der unseren Interessen entspricht. Die Worte „der unseren Interessen entspricht" sind dehnbar und lassen nicht erkennen, ob Die deutsche Regierung andauernd zu einem Frieden auf der Grundlage Bereit ist. Die bisher den deutschen Interessen entfprecyend galt.
In der Täglichen Rundscha» heißt es: Eine Aussöhnung zwischen Den Polen und Den Deutschen kann nur stattfinderr Durd) völlige Preisgabe des Deutschtums zu Gunsten des Polerrtums. Weil die Polen in
yu rveru«W»WWMMMWMMWWiMWWMWMMM men, daß zwischen den Interessen der Ukraine und den Wünschen Der Polen sich ein Mittelweg nicht finden läßt.
Sie Börferrzeitnng rechnet damit, daß Rußland sich nicht wieder von seinem Verfall erholen und zu einem mächtigen Staatsgebilde werden könne, sondern baut ihre Politik auf der Möglichkeit auf, unsere zukünftige kontinentale Politik auch mit einem uns weiterhin feindlich ‘und vielleicht noch mehr gegen uns gereizten Rußland führen zu können.
Deutscher Reichstag«
Sitzung vom Dienstag, dem 19. Februar.
Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung in Vertretung des erkrankten Präsidenten Dr. Kaempf mit einer Ansprache, in der er des Friedens mit der Ukraine gedenkt, der für beide Teile ehrenvoll sei. Wenn es nicht gelungert sei, fuHr Dr. Paasche fort, ganz Rußland zum Frieden zu brirrgen, so trifft uns die Schuld nicht. Hoffen wir, daß unser Ziel, zu einem Frieden zu gelangen, bald erreicht wird.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst kurze Anfrage». — Abg. Ledebour (Unabh. Soz.) fragt wegen wiederholten Verbots einer Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbcrnöes. — Generalmajor von Wrisberg: Ein Verbot der Generalversanunlung wurde ursprünglich nicht erlassen. Später wurde ein solches ttvUvendig angesichts der im Verbände herrschenden gefährlichen Strömnngen, die verhittdert werden sollten. — Abg. König (Soz.) wünscht Vorkehrungen gegen die Heranziehung weiblicher Personen unter die Bestimmungen des Hilfsdienstgesetzes. Ein Vertreter des Kriegsminifteriums erklärt, daß es sich um Notstandsar- beiten bei Dortmund gehandelt habe, für welche weibliche Kräfte herangezogen werden mutzterr. — Abg. Bogtherr (Unabh. Soz.) fragt nach dem Verbot von Versammlungen der nnachhängigen sozialdemokratischen Partei in Stettin. Unterstaatssekretär Dr. LeWald: In den Einladungen 3it den Versammlungen wurde zu ^tragen* Demonstrationen aufgefordert. Hiergegen mußte ernge- f^ritten werden. t
Nach Erledigung weiterer Anfragen und einer Reche von Petitionen tritt das Haus indie Besprechung des AussÄusMcrtÄts für den ReichshanshM (mrlttartzche Angelegenheiten). - Abg, Kotzman» (Ztr.): Die Ent- lassulm der alten Mannfchaften vom Frontdienn wüte baldigst erfolgen. An ihrer Stelle sollten iunge, unverheiratete Militärpersonen eingezogen werden. In den iWer. in denen Vater und Sohn glerchzeum an der Front sieben, sollte auf Antrag der Vater aus der Feuerlinie zursiggezogen werden. Bei den Reklamationen in der Kriegsindustrie sollte den Familienvätern ein Vorzug vor 'den Ledigen eingeräumt werden. — General- nrajor von Wrisberg: Dem Gedanken auf Entlasiung älterer Mannschaften stehen wir, soweit es die militärischen Verhältnisse gestatten, mmpathcsch gegenüber. E-n Mstausch älterer Manmchasten mit jüngeren findet schon jetzt regelmäßig statt.
Darauf tritt die Vertagung ein.
Nächste Sitzung heute, Mittwoch, 11 Uhr: Vertrag mit der Ukraine. Bekämpfung der Geschlechtskrankhei- iett Antrag auf Haftentlassung des Abg. Dittmann.
Todesiirlei! im »mbmordprsreb.
^ Zweibrücken, 19. Februar. (T. U.) In vergangener Nacht wurde das Urteil gegen die des Mordes an dem Kaufmann Löwenthat aus CHarlottenSurg befchubdWeu Schubwarensabrikanten Heinrccb und Otto
wurde, entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, wegen Mordes zum Tode verurteilt, sein Vater Heinrich wegen Beihilfe zu 5 Jahren Zuchthaus und in Jahren Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte für Heinrich Gebhard 15 Jahre Zuchthaus beantragt.
Der junge Gebhard soll den 30 Jahre alten Kaufmann Walter Löwenthal, der sich zwecks Einkaufs von Sohlenschonern, Lederabfällen usw. im Juni 1917 nach Pirmasens begehen hatte und im Besitz einer Summe von über 47 000 Mark war, aus dem Wege geräumt haben. Wie ihm die Atcklage zur Last legte, soll er eine Reise des umgebrachten Löwenthal von Pirmasens nach Köln vorgetäuscht haben. In Kölner Hotels tauchte ein Fremder, in dem man den Mörder zu vermuten hat, auf, der sich auf den Meldezetteln als Löwenthal aus- gab und an die Angehörigen Löwenthals ein Telegramm schickte, auf dem er mitteilte, daß seine Rückkehr sich infolge Geschäfte verzögere. Ein Schriftsachverständiger begutachtete vor Gericht, daß die Meldezettel und das Telegramm von der Hand des jungen Gebhard stammen. Der Prozeß wurde aufgrund von Indizien geführt. Alle Bemühungen zur Auffindung der Leiche des verschwundenen Löwentyal waren bis heute vergeblich. Beide Beschuldigten bestritten von vornherein nicht, mit Löwenthal bekannt und in der kritischen Zeit wiederholt beisammen gewesen zu sein, stellten aber jede Kenntnis von einem Verbrechen in Abrede.
Vermischtes.
Ausgabe» für die Landwirtschaft in Preußen. Zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft in den westlichen Provinzen sind in dem neuen Haushaltsplan des preußischen Landwirtschaftsministeriums 1015 000 Mk. ausgeworfen, für die östlichen 1252 000 Mk. Eine Million ist zur Hebung der inneren Kolonisation bestimmt, zur Errichtung von ländlichen Stellen mittleren und kleineren Umfangs auf staatlichen Grundstücken 200 000 Mark. Hier handelt es sich vornehmlich um die Kultivierung und Besiedlung der in der Provinz Hannover gelegenen Moorflächen und um die Moore in Ostpreußen. Zur Zucht landwirtschaftlicher Tiergattungen und zur Förderung des Molkereiwesens stehen 500 000 Mk. zur Verfügung. Die Schafzucht soll hierbei in erster Linie berücksichtigt werden, um die Fleisch- und Woll- erzeugung zu heben. Die wissenschaftlichen Versuche über die Maul- und Klauenseuche auf der Insel Rients erfordern 40 000 Mk. Die Durchführung des öffentlichen Wetterdienstes soll mit 210 000 Mk. bestritten werden. Für die nicht gewerbsmäßige landwirtschaftliche Arbeits- verimttlung stehen 60 000 Mk. bereit, da die Beschaffung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte immer größeren Schwierigkeiten begegnet. Die ländliche Wohlfahrtspflege wird mit 90 000 Mk. unterstützt.
Die Ledjgensiener. Nach Oschatz und Auerbach i. B. hat jetzt auch Waldenburg i. Sa. die Ledigensteuer für beide Geschlechter eingeführt. Ebenso hat der Stadt- gemeindcrat von Dipvolöiswalde unweit Dresden diese Steuer einzuführen beschlossen. Nicht nur ledige, soir- dern auch verwitwete und geschiedene Personen müssen zahlen, wenn sie nicht über 55 Jahre alt sind. Die Steuer beginnt bei 1400 Mark Einkommen mit 5 Prozent und erreicht bei 7800 Mark Einkommen 70 Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer.
Den Sohn in der Dnnkelbeit getroffen. In einem HaUie in der Hanfemannstraße in Köln versuchten Einbrecher Treibriemen zu stehlen. Der Sohn des Hauies
Dieser gab mit dem Revolver einen Schutz in die Dunkelheit ab, der aber den Sohn traf. Mit einem Bauchichun wurde dieser schwer verletzt ins Hospital gebracht.
Veränderte Hautfarbe. Zu den fouderbarsten Be- gleiterschcinunaen des Krieges gehört Sie von den Aerz- icn festgesieilte Tatsache, daß viele Menschen ihre Haut- "atue vollkommen verändern. Diese Erscheinung nmröe nicht nur an Kriegern, sondern auch im Hrnterlarrde beobachtet. Man sieht jetzt viele Gesichter, die ohne Sonnenwirkung nachgeönnkelt sind. In der Wiener Gesellschaft der Aerzte stellte Professor Riehl Patienten vor, die im Gesichte eine Negerfarbe zeigen. . Auch in Berlin konnte Sanitätsrat Dr. Saalfeld ermge Falle von Schwarzfärbung des Gesichtes an ernem „>ir!egv- ä^ztlichen Abend" demonstrieren. Die Haut des Gesichtes ist sehr verdickt, teigig und smwarz. Erst am Runrpf geht die Bräunung in die normale Hautfarbung über. «Dr. Saatfeld vermutet gleich Riehl. dan es sich um giftige Substanzen handelt, die nur mit der Nahrung ein- nehnren. daß also das Leiden mit der Kriegskost zu- sanimenRmc^m^mrtz.^^. ^^ xinem AbenteurerrorMN.) . . . Der „Geschniegelte" schob die Pfeife aus einem Mundwinkel in den andern und den Gerefselteri vor sich her. Als dieser M nicht fügen wollte, gab er ihm einen Messerstich in den Arm und meinte zynrsch: (Fortsetzung folgt.) — (Aus einem Liebesroman.) . . . Asta lächelte schwärmerisch. „Liebster." flüsterte, sie und legte ihr blondes Köpfchen an seine breite Brust, so daß fern heißer Atem ihre glühende Stirn kühlte . . - (Aus einem Kliminalroman.) . . . Der Polizeikommisiar blickte überlegen. Er schob das Attenbüuöe! etwas zurück, sah seinem Gegenüber ins Gesicht und rausperte sich. Dies Räuspern hatte für den Verdächtigen etwas Fürchterliches, es war wie das Krachen des Blitzes oder M3 Meißen des Donners ... (Nebelspalter. )
Adens.
(Ukrainisches Gedicht.)
Beim Hüttlein steht ein Weichselgarten, Durchsummt von Käfern ohne Zahl. Die Pflüger ziehen heim durchs Tal, Und Mägdlein singen, Mütter warten Daheim schon mit dem Abendmahl.
Das öffne Haus — der Tisch daneben — Es blinkt des Abenösternes Licht . . - Still bringt die Tochter das Gericht, Die Mutter will ihr Kehren geben, Die Nachtigall —, sie duldet's nicht.
Die Mutter legt die Kleinen nieder, Sacht ihre Hand die Wiege schwingt, Bis selber sie in Schlummer sinkt. 9htr Nachtigall- und Mädchenlicöer — Kein andrer Laut die Welt durchöringt . . .
Weitere Drahtnachrichten«
Aufhebung des verschärften Belagerungszustandes.
x Berlin, 20. Februar. (Eigene Drahtnachricht^ Der Oberpräsident in den Marken, Generaloberst von Kessel, hat durch eine Bekanntmachung vom heutigen Tag den verschärften Belagerungszustand in Berlin wieder aufgehoben.
Selbstmord Kale-ins?
^ Haag, 20. Februar. (T. U.) Reuter meldet aus Petersburg, nach einem Bericht t^r maximalistischen Rechermra habe Kaledin Selbstmord beaanae«.