Einzelbild herunterladen
 

rrmng den MeSenSvorMag und den WiedenSvertrag unterbreiterr zu können. Im übrigen wäre der Staat beibehalten worden mit Machtbefugnissen, die von den gegenwärtigen sehr verschieden wären.

Dieser phantastische Plan Caillaux' war immer nach dem Giornale d'Jtalia voll von Einzelheiten über die Zusanrmensetzung des neuen Ministeriums, über die Militärregierung von Paris besonders wäh­rend des Regierungswechsels und über die diplomati­schen Vertreter Frankreichs im Auslande, die sämtlich gewechselt worden wären. Die Nachforschungen sind im Aufträge der Untersuchungskommffsion der franzö­sischen Justizbehörden allein durch die italienischen Be­hörden vorgenommen worden.

Lonstalot verhaftet.

9s», Parks, 18. Januar. Der Deputierte Loustalot ist verhaftet worden.

Caillaux Brief an den Grafen Luxvurg.

Nach der ententefreundlichenNeuen Korrespondenz" in Zürich gehört zu den Caillaux besonders belastenden Schriftstücken ein Briefwechsel zwischen dem Grafen Luxburg und Caillaux. Es heißt daselbst, deutsche Zei­tungen Hätten von Caillaux zu liebenswürdig Notiz ge­nommen. Darauf habe Caillaux angeblich an Luxburg depeschiert, er möge dafür sorgen, daß man in Deutsch­land weniger nachsichtig von ihm rede. Ja, man möge ihn sogar angreifen, denn ein zu großes Entgegenkom- men der Deutschen würde seine Mission in Frankreich beeinträchtigen, die er als eine sehr delikate bezeichnete. Ueber den Zeitpunkt sowie sonstige Einzelheiten dieses Telegrammwechsels wird nichts weiter gesagt." (Carl- laux war bald nach Beginn des Krieges in einer wirt- schastlichen Mission in Südamerika.)

SriegMerlei..

60 000 Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse.

Die Zahl der Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse wächst von Tag zu Tag. Ihre Zahl ist bereits auf Wer 60 000, nicht nur in unserer, sondern auch in den Ar­meen unserer Verbündeten, angewachsen. Von fürst­lichen Truppenführern tragen es 112, ebenso 741 Ge­nerale und 15 Staatsminister bezw. in gleich hoher Stellung stehende Staatsbeamte. Auf 39 266 belauft sich die Zahl der Offiziere und die Zahl derer, die dem Un- terosfi^ierstande angehören, werst eine Höhe von 8832 auf. §ön den Mannschaften tragen es 3091, außerdem 500 dem Militär-stande angehörende Personen. Bei den Luftstrettträsten sind 2865 Ritter der ersten Klasse, und in der Marine beträgt die Zahl 3848. Das Sanitäts­und Veterinärwesen weist 716 auf, und beim Jnten- danturwesen sind es 254. Bei der Feldgeistlichkeit be- sitzen 46 Divistons- und 1 Marinepfarrer beide Klassen des Ehrenzeichens. Ferner tragen es 8 Angehörige der z Feldpost, 3 Mitglieder des Freiwilligen Automobilkorps und 2 des Motorbootkorps.

Die von Tykziwikz.

Auf die Proklamierung des Königreichs Polen hin hatte der in Köln wohnende erwerbslose Paul Henner weitschweifenöe Pläne ausgebaut. Er ist das unehe­liche Kind des Grafen Stanislaus Tykziwikz, dessen Großvater 1831 seine großen Güter durch die russischen Annexionen verloren hatte. Henner fälschte ein Schrei- ben der deutschen Botschaft in Wien und des österrei­chischen Justizministeriums über gute Aussichten der M Wiedererlangung der 30 000 Hektar umfassenden Güter

derer von Tykziwikz. Ein Berliner Agent war bereit, durch Vermittlung eines Bonner Bankhauses 50 000 Mark zu beschaffen, aber im letzten Moment beschloß -----EF-WW^MIMWi^ kundenfälschung auf neun Monate Gefängms.

--------------- ..............

PreufeiFdies ßerrenhoiis*

Sitzung vom 17. Jaunar.

x- Berlin, 17. Januar. (WTB.) In der henti- gen Sitzung des Herrenhauses erklärte vor Eintritt in die Tagesordnung Dr. Graf York von Wartenvurg: In Anbetracht dessen, daß der Hauptausichutz des Reichstages gegen die Stimmen der beiden sozialdemo- kratstchen Fraktionen beschlossen hat, mit Rücksicht. auf die Verhandlungen in Brest-Litowsk von einer Bespre­chung der mit der auswärtigen Politik zusammenhän­genden Angelegenheiten vorderhand abzusehen, halten wir - die Unterzeichneten uns verpflichtet, an den Präsidenten die Bitte zu richten, unseren Antrag von der Tagesordnung der morgigen Sitzung abzusetzen. Auf Verhandlungen zu einem geeigneteren Zeitpunkt verzichten wir darum nicht.

Präsiöerrt v. Arnim-Boitzenburg: Es wird nach dem Wunsche des Herrn Vorredners verfahren werden.

Nach Erledigung von Petitionen vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung unbestimmt.

Einige Elalszahlen.

Aus bem preußischen Staatsetat, der bekanntlich mit 6,546 Milliarden Mark abschließt, seien einige Ein­zelheiten anfgeführt. Die Zuschläge zur Einkommen- !md E-'g^rulugsgeuer, die für das neue Rechnungs­jahr beibehalten sind, füllen die Defizitlücken. 100 Mil- ftonen Mark, die von dem Gesamtaufkommen an Ein- komvie!!- imd Ergänzungssteuer zur Deckung der Fehl­beträge der Kriegsjahre abgesetzt sind ohne deren Ab- tetmng würden sich Einnahmen und Ausgaben des Rechnungsjahres 1918 das Gleichgewicht halten sollen durch Anleihe aufgebracht werden.

für Ersahjeßüng neuer Einnahmen ist bei der EisenbabuverwWnrig, die an den Mehrausgaben aus Anlaß des Krieges in erster Linie beteiligt ist, eine all- gemeine Erhöhung der Personen- und Gütertarife in Aussicht gcngmmcn, woraus eine Mehreinnahme von 089 Millionen Mark erwartet wird. Troudem bleibt der für allgemeine Staats zwecke verwendbare Reiner­trag der Ersenbahnverwaltung hinter der Höchstgrenze von 2,10 vorn Hundert des statistischen Anlagekapitals noch um rund 159 Millionen Mark zurück. Nur dadurch, daß gleichzeitig bei anderen Einnahmezweigen, so bei den direkten Steuern, den Forsten und der Seehandlung infolge des Krieges entsprechend höhere Einnahrnestei- gerungen erwartet werden, war es ausnahmsweise möglich, den Minderertrag der Eisenbahnverwaltung auszugleichen.

Bei derr Steuern und den staatlichen BeLitebsver- wattnngen ergibt sich ein Ueüerschnß von 94 527 146 JL Für die JorstverWaltnnq ist ein Neberschuß von 29138 000 Mark angesetzt. Die EinNähme für Holz ist um 31100 ooo Mark höher angesetzt. Die Verwaltung der Zölle nrw indirekten Steuern läßt einen Neberschuß von 17 884 966 Mark erwarten. Bei der Domänenver- waltnng ist ein Ueberschuß von 2 835 360 Mark veran­schlagt. !

Von den Mehreinnahmen der Eisenbahn entfallen i 292 740 000 Mark auf den Personenverkehr und ; 495 070 000 Mark auf den Güterverkehr, von Seit Aus- gaben 420 328 200 Mark auf persönliche Ausgaben, da- | runter die Gehälter für U7M uxue vlarmlüßige Stellen, 1

194 875 000 Mark auf KriegSbeihilfen und Kriegsteue­rungszulagen für Beamte. Die Bergverwaltung weist einen Fehlbetrag von 2 205 286 Mark auf. Die Dota- tione» und die allgemeine Finanzverwaltung erfordern einen Mehrbedarf von 26 458 669 Mark. Bei den eigent­lichen Staatsverwaltungen ergibt sich ein Mehrbedarf von 168 068 477 Mark, beim Finanzministerium von 133 570 566 Mark, der sich aus der Einstellung der Kriegsbeihilfen und Kriegsterterungszulagen für Be­amte usw. erklärt. Im ganzen werden für diesen Zweck 370 000 000 Mark angefordert, davon für Beamte und Volksschullehrer 330 000 000 Mark, für Geistliche 10 000 000 Mark und für Beamte und Volksschullehrer des Ruhestandes sowie für Hinterbliebene von Beam­ten und Volksfchullehrern 30 000 000 Mark. In den Haushalten der Bergverwaltung, der Eisenbahnver­waltung und der Justizverwaltung erscheinen von den Kriegsbeihilfen und Kriegsteuerungszulagen für Be­amte 216 641 000 Mark, von den Kriegsbeihilfen für Be­amte des Ruhestandes und für Hinterbliebene 17 350 000 Mark.

.Bei der Justizverwaltung ergibt sich ein Menhrbe- darf von 41329 800 Mark. Im Extraordinarium er­scheinen die Kriegsbeihilfen und Kriegsteuerungszu­lagen für Beanuc usw. mit 21100 000 Mark. Die geist- liche und Unterrichtsverwaltung beansprucht einen Mehrbedarf von 1224194 Mark. Zu den Verwaltun­gen, die einen Minderzuschutz aufwetsen, gehört das Ministerium des Innern. Der Minderbedarf von 5 005 982 Ntark ist aber nur ein scheinbarer, weil her­vorgerufen durch Uebertragung der Strafanstalten und Gefängnisse auf die Justizverwaltung. Dadurch allein entsteht ein Minderbedart von 8 940 829 Mark. Ohne Berücksichtigung dieser rein formellen Aenderung schließt der Haushalt des Ministeriums des Innern mit einem Mehrbedarf von 3 834 847 Mark ab. Die Bauverwal- t«»a hat einen Minderbedarf von 2 924 858 Mark. Die landwirtschaftliche Verwaltung weist einen Minderzu- schutz von 946 079 Mark auf. Selbst während des Krie­ges sind die dauernden Ausgaben des Ministeriums für Kultus und Unterricht gegen das vorige Jahr um 2% Millionen Mark gestiegen «von 278 auf 28011 Milli­onen), während freilich das Extraordinarium von 4,7 auf 3,5 Millionen Mark zurückgegangen ist.

Hessen-Nassau im Etat.

Der neue Etat enthält unter anderem folgende Posten:

100 000 Ji. für Erweiterung des Bahnhofes Friedberg. 2 500 000 X für Erweiterung des Hauptpersonenbahn- . Hofs Frankfurt a. M.

1000 000 ^ für Erweiterung des Bahnhofs Fulda. Kulturetat

48 200

^ für Herstellung einer Zentralheizungs­und Warmwaiserbereitungsanlage in der Universitätsaugenklinik Marburg.

Finanzministeriums:

,/Z für- bauliche Instandsetzungen bei dem Km. Theater in Cassel.

Etat des

844 300

Bon der Justizverwaltung wird ein weiterer Ä-taatsanwalt bei der Staatsanwaltschaff Cassel ange- fordert. Srafanstalten und Gefängnisse in Cassel, Zre- genhain und Cassel-Wehlheiden /ollen vom 1. April 1918 ab auf die Justizverwaltung übernommen werden.

Politische Rundschau.

Die Wahlrechtsvorlage. Im Berfassungsausschuß des Abgeordneterchauses führte gestern ein National- liberaler aus, die Wahlrechtsvorlage sei durch das- sei aber von der Stelle der Staatsregierung oktroyiert worden, die zwar vom reifgewordenen Volke gespro­chen, aber die Volksvertreter- mundtot gemacht nahe. Ein Freikorsiervativer wandte sich gegen die grotzpol- nische Bewegung in Polen und Oberschlesien. Nicht daS gleiche Wahlrecht fördere das Streben nach vorwärts, sondern das Pluralwahlrecht. Ein Konservativer be- dauerte die Radikalisierung der polnischen Fraktion. Das gleiche Wahlrecht unterminiere den Eirrflutz der Kvone und schalte die Krone in der Folge aus. Ein Zentrumsabgeordneter meinte, eine brauchbare und volkstümliche Wahlrechtsvorlage müsse Zustandekommen, ob mit oder ohne das gleiche Wahlrecht, lasse er dahin­gestellt. Das parlamentarische System brauche daraus nicht mit llkvtwendigkeit zu folgen. Gegenüber der Ra­dikalisierung der zweiten Kanrmer müsse der Radika­lisierung der ersten Kammer vorgebeugt wer dem Der Vertreter der Polen erkannte an, daß die Möglichkeit einer Verständigung vorhanden sei. Preußen Müsse sich nach dem Kriege damit abfinden, daß die Polen in Preu­ßen ein eigenes nationales Leben führen.

Wechsel im Zivilkabinett des Kaisers. Tchon ver einiger Zeit war die Nachricht aufgetaucht, daß der Chef des Zivilkabinetts, von Valentins, den erbetenen Ab­schied erhalten habe und durch den Oberpräsidenten von Ostpreußen, von Berg, ersetzt worden sei. Damals war die Nachricht noch falsch, heute ist sie richtig, und sie hat eine gewisse politische Bedeutung. An sich ist freilich der Chef des Zivilkabinetts keine politische Persönlich­keit,' er hat die Ernennungen, Verabschiedungen, Be­förderungen, Auszeichnrrngen geschäftsmäßig zu bear­beiten und die Entscheidungen des Königs auszuführem Aber die nahe persönliche Stellung des Monarchen bringt es mit sich, daß der Kabinettschef leicht auch zum Berater bei der Entscheidung von Personalfragen wird, die politische Bedeutung haben, v. Balentini galt als Verfechter eines bestinnnten Systems. Es wurde ihm vielfach zum Borwurf gemacht, daß er im Verein mit anderen Vertrauten des Kaisers diesen von der Oef- fentlichkeit und von dem persönlichen Verkehr mit An­dersdenkenden absperre. Ist das der Fall gewesen, so hat er seine Stellung mißbraucht. Rudolf von Valen­tins wurde, als der Tod von Lucanus im Alter von 77 Jahren nach ununterbrochener 20jähriger Tätigkeit als Chef des Zivilkabinetts am 3. August 1911 abberief, zum Chef des Zivilkabinetts ernannt. Er ist am 1. Oktober 1855 zu Crussow geboren und gehört einer Familie an, die aus Hessen nach Preußen übersiedelte.

.Tonne für Tome."

Unter der UeberschriftDeutschland muß bezahlen!" findet man im Dezemberheft desNautical Magazine", der Zeitschrift englischer Kapitäne und Schiffsoffiziere, einen Brief, der die ganze Größe der englischen Anma­ßung und die wahrenKriegsziele" der englischen Ge- 'chäftswelt enthüllt. Er lautet:

Geehrter Herr! Ich habe mit großem Interesse den Artikel des Herrn BywaterWie die Hunnen be­zahlen müssen" in der November-Nnmmer desNau­tical Magazine" gelesen.

Persönlich stirmne ich nicht mit der TheorieTonne für Tonne" übereilt. Die Neutralen Alben ganz ge­wiß nicht unsere Interessen roährend des Krieges stu­diert, warum sollten wir uns mi! der! ihrigen beschäf­tigen r Und wenn der SatzTonne für Tonne" nur für W alliierte Schiffahrt in Anrechrmna kommt, dann

wird der Verlust, den Deutschland zu vergüten hat, vie? zu gering sein.

Deutschland muß deshalb gezwungen werden, nicht nur eine Enffchädigung zu bezahlen, sondern Ersatz bis zum äußersten seiner Kräfte zu leisten. Zu diesem Zweck müssen all' seine verfügbaren Ativposten ausgeliefert werden, einschließlich der gesamten deutschen Kriegs­und Handelsflotte. Das ist es, wofür wir agitieren müssen.

Ihr ergebener

George W. Dale, Ehrensekretär,

One-Flag-League. (Ein-Flagge-Verbartd.)

Unsere Boote werden wohl dafür sorgen, daß auch Herr Dale seineKriegsziele" bis zum Friedensschluß noch ein wenig herunterschraubt. Und die Feldgrauen werden ihnen dabei helfen!

Vermischtes.

Erblindung nach Genuß vo« Likörersatz. In der Medizinischen Gesellschaft in Berlin wurde ein fünfzig­jähriger Mann vorgestellt, der am Weihnachtstage ei­nen von einem nicht ermittelten Händler bezogenen Likörersatz" getrunken hat urrd infolge davon auf bei­den Augen völlig erblindet ist. Zweifellos handelt es sich, wie seinerzeit bei den Erblindungen im Asyl für Obdachlose, um die Wirkung des Methylalkohols in dem Likörersatz.

Der Fleisch schmuggei in den Harzer Berghotets. Die vielbesprochene Affäre der unerlaubten Fleischab­gabe in einer ganzen Reche großer Hotels des Harzes, die daraufhin von der zuständigen Behörde geschlossen wurden, beschäftigte als Berufungsinstanz die Halber­städter Strafkammer. Die Schließung der Hotels er­streckte sich auf die Orte Wernigerode, Haiferode, Schierke, Jlsenburg, Dreiannenhohne u. a. und berührte die Besitzer umso schärfer, als sie mitten in der Saison erfolgte. Diese Maßnahme wurde auf Beschwerde denn auch nach einiger Zeit wieder aufgehoben, die Hotelbe­sitzer aber erhielten Strafbefehle über ziemlich hohe Geld- und teilweise auch' Gefängnisstrafen. Auf Ein­spruch gegen diese Strafbefehle verhängte das Schöffen­gericht Wernigerode nur Geldstrafen. Mit diesem Ur­teil beruhigte sich nicht der Vertreter der Anklage, so daß jetzt die Strafkammer Wer die Angelegenheit zu ent­scheiden hatte. Das Gericht erkannte nur bei den beiderr Haupffchuldigen auf je drei Monate Gefängnis und 1000 bezw. 600 Mark Geldstrafe,' gegen die übrigen Angeklagten wurden Geldstrafen von 1500 bis 400 Mk. verhängt.

Weitere Drahtnachrichten,

v. Valentinis Rücktritt.

*>* Berlin, 18. Januar. Wie der Berliner Lokal­anzeiger meldet, dürfte der Rücktritt des Chefs des Zi­vilkabinetts v. Balentini weitere Veränderungen nach sich ziehen.

Der neue Chef des Zivilkabinetts beim Kaiser.

9-£ Berlin, 18. Januar. iWTB.) Der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Chefs des Admiralstabes und den des Chefs des Milstärkabinetts. Am 16. Ja­nuar abends empfing der Kaiser den neuernannten Chef des Zivilkabinetts, den bisherigen ostpreußischen Oberpräsidenten von Berg, zur Meldung.

Amerikas großer Kohlenmangel.

^ Washington, 17. Januar. iWTB.i Um dem Kohlenmangel abzuhelfen, wurden alle industriellen Anlagen, so weit sie nicht Lebensmittel erzeugen, fünf ' ^aMMrug gwWWn. " <^" '^BW

Eine spanische KaseMe in die Luft geflogen.

'^ Genf, 18. Januar. 3?ad) einer Genfer Blatter- meldung ist in Bilbao eine Kaserne, in der ein Waffen- und Munitionslager untergebradü war, infolge Bran­des in die Luft geflogen.

Das belgische Königspaar in Italien.

^ Genf, 18. Januar. iT. U) Zur Erwiderung des Besuches des Königs Viktor Emmanuel vor einigen Wochen im betgischeu Hauptanartier begibt sich, laut Petit Parisien, das belgische Königspaar demnächst nach Jtalierr.

Arbeiterbewegung in Oesterreich wegen Kitrznng der Mehlguote.

Äs»! Wien, 18. Januar. (Eigene Drahtnachricht.) Nach derArbeiterzeitung" stehen seit gestern in Süd- Wien nahezu alle Betriebe der Südbahn- und Staats- bahnwerkstätten still, in Ottakring sämtliche Betriebe, ebenso in Woridsdorf und Stadlau am Simmering die Eisenbahnwerkstätten und einige große Firmen, in Bri- gittenau Siemens-Schuckert und Friedemann. Die Streiks in Niederösterreich haben im Laufe des gestri­gen Tages zugenommen. Ueberall haben die Arbeiter Versammlungen abgchatten und gegen die Kürzung der Mehlguote protestiert. Um 4 Uhr nachmittags versam­melten sich in den Hauptverkehrsstraßen von ganz Wien Arbeiter an, die sich zunächst ziemlich ruhig verhielten, aber sich dann wie auf ein gegebenes Zeichen überall auf die Straßenbahngleise stellten und den Straßenbahn­verkehr zum Stocken brachten. An den .Kreuzungs­stellen hatten sich inzwischen Hunderte von Personen an- gesammelt, die vergeblich auf Wagen warteten. Ein Teil der Knndgeber durchzog die innere Stadt. Ver­schiedene Trupps bewegten sich über die Kärlltnerskraße und die Ringstraße. Die Kundgebung verlief im all­gemeinen ruhig. Es kam zu keinen AnsschreiUrngen und auch zu keinen wesentlichen Verhaffungen. Im Wiener Gemeinderat wurde ein scharfer Protest gegen die Kürzung der Mehlquote beschlossen.

Aufregender Borfall auf der U«tergruu»vah».

D» Berlin, 18. Januar. (T. U.) Ein aufregender Vorfall spielte sich am Umergrundbahnhof Potsdamer Plan gestern mittag ab. In dem ungeheuren Strom der Fahrgäste, die bei der gegenwärtig herrschenden Verkehrsnot die Untergrundbahn benutztet,, saß man auch zwei Militärtransporteure, die in ihrer Mitte ei­nen Häftling führten. Stars vor der Bahnsperre sprang plötzlich der Gefangene kühn auf die Gleise, anscheinend in den Tunnel in Richtung Cötlxnerftratze. Die Trans­porteure stutzten einen Augenblick, dann sprang der eine gleichfalls auf den Bahnkörper, geriet aber durch einen einfahrendeu Zug in Lebensgefahr und mußte sich in Sicherheit bringen. Der ziveite Begleiter hatte indessen einen Schutz in den Tunnel abgefeuert, der in die Wöl­bung ging. Von der Bahnhofsverwaltung wurde sofort der Tunnel beleuchtet, doch war der Gefangene spurlos verschwunden. Da hinter der Cöthenerstratze irgend- ivelche Schneespuren nicht sichtbar waren, ist arrzunetz- men, daß der Entflohene in einem Paralleltunnel den Bahnsteig wieder betreten hat und in der allgemeinen Erregung entkommen ist.

Jauras Mörder

^ Genf, 18. Januar. (T. U.) Die AburreUuna des Mörders Jauras, Raul Villails, wurde von neuem auf die nächste Schwurgerichtssitzung verschoben. Um. die Forur ,;n wahren, wird er von neuem von einer Aerzte koMUifsiou auf feinen Geisteszustand untersucht