Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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; Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; Amtlicher Anzeiger * Der Anzeigenpreis beträgt für diö einspaltige Zeile 15 Pfennig, im • L zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : ' . - amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. -
; Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. • für oen svms Herssew Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8. S
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Nr. 10.
Sonnabend, den 12. Januar
1918
Amtlicher Teil.
An der königl. Lehranstalt für Wein-, vbst-n.8arteaban ruEeisrnheim a.Rh. finden im Jahre 1918 folgende Unterrichtskurse statt: 1. Oeffentlicher Reblauskursus am 11. und 12. Febr 2. Ovstbaukursus vom 11. bis 23. Februar.
3. Baumwärterkursus vom 11. bis 23. Februar.
4. Kriegsl. hrgang über Gemüsebau vom 18. bis 20. März.
5. Kriegslehrgang über die Verwertung der Früh- gemüse im Haushalte vom 13. bis 15. Mai.
6. Pflanzenschutzkursus vom 23. bis 25. Mai.
7. Kriegslehrgang über die Verwertung des Frühobstes und der Gemüse im Haushalte vom 17. bis 19. Juni.
8. Kriegslehrgang über die Herstellung der Obst- und Beerenweine sowie der alkoholfreien Weine und Obstsäfte im Haushalte vom 11. bis 13. Juli.
9. Wiederholungskursus für Obstbaulehrer vom 22. bis 26. Juli.
M 10. Obstbaunachkursus vom 22. bis 27. Juli.
11. Baumwärternachkursus vom 22. bis 27. Juli.
12. Obstoerwertungskursus für Männer vom 29. Juli • bis 8. AUgust.
M 13. Obstoerwertungskursus für Frauen vom 19. bis
- 24. August.
14. 1. Kriegslehrgang über das Sammeln und Ver- L werten von Pilzen vom 29. bis 31. August.
15. 2. Kriegslehrgang über das Sammeln und Ber- s werten von Pilzen vom 5. bis 7. September.
16. Kriegslehrgang über Winter-Gemüsebau vom 7. bis 9. Oktober.
L 17>IKriegslehrgang über Obstbau für Gartenbesitzer vom
18. Kriegslehrgang über Beerenobstbau vom 9. bis 11. Dezember.
Das Unterrichsgeld beträgt:
Für den Kursus 1: Nichts.
Für den Kursus 2 und 10: Preußen und Nichtpreußen
10 Mk. Preußische Lehrer sind frei. Personen, die nur am Nachkursus lNr. 10) teilnehmen, zahlen 5 Mk.
Für den Kursus 3 und 11: 10 Mk. Personen, die nur am Nachkursus (Nr. 11) teilnehmen, haben 5 Mk. zu zahlen.
Für die Kriegslehrgänge 4, 5, 7, 8, 14 bis einschließlich 18: Nichts.
Für den Kursus 6: Preußen und Nichtpreußen 10 Mk. Für den Kursus 9: Nichts.
^ Für den Kursus 12: Preußen 10 Mk., Nichtpreußen
15 Mk.
Für den Kursus 13: Preußen 6 Mk., Nichtpreußen 9 Mk.
Anmeldungen sind unter Angabe von Vor- und Zuname, des Standes und der Staatsangehörigkeit zu richten:
bezüglich der Kurse 2 bis einschl. 8 und 10 bis cinschl. 18 an die Direktion der Königl. Lehranstalt, Getsen- Heim a. Rhein,' bezüglich des Kursus 9 an den zuständigen Oberpräsidenten.
Wegen Zulassung zum Reblauskurse (Nr. 1) wollen sich Preußen an ihren zuständigen Oberpräsidenten, Nichtpreußen an ihre Landesregierung rechtzeitig wenden.
Weitere Auskunft ergeben die von der Lehranstalt kostenlos zu beziehenden'Satzungen.
Die unter 2, 3, 10- und 11 aufgeführten Kurse, sind Veranstaltungen der Landwirtschastskammer in Wiesbaden, werden aber von deren Lehrern an der Geisenheimer Lehranstalt abgehalten.
Der Direktor: Wortmann.
Geheimer Regierungsrat.
. * * *
Hersfeld, den 28. Dezember 1917. Wird veröffentlicht.
Tgb. Nr. i. 16222. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Afsessor.
(Fortsetzung auf der 4. Seite.)
BuS der Heimat
* (Die erste Monatskarte 4. Klasse.) Als erste deutsche Eisenbahnverwaltung hat die sächsische die Einrichtung der Monatskarte auch auf die vierte Wagenklasse ausgedehnt. Am 1. März wird die Neuerung in Wirkung treten. Bisher lag ein wesentliches Bedürfnis für Monatskarten 4. Klaffe darum nicht vor, weil jedermann sich mit der außergewöhnlich billigen Arbeiterwochenkarte behelfen konnte. Nach den Bestimmungen des neuen Vetkehrssteuergesetzes haben jedoch nur Arbeiter Anspruch auf steuerfreie Bahnfahrt. Infolgedessen müssen Arbeiterwochenkarten den Arbeitern zum Verkehr zwischen Wohnort an)
Arbeitsstätte vorbehalten bleiben. Die Berechtigung, Arbeiterwochenkarten zu benutzen, ist künftighin durch eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung nach- zuweisen.
* (Einführung des Fahrkartenbezugs- scheins?) In den nächsten Tagen wird, laut Berliner Meldung, der Fahrkartenbezugsschein eingeführt, da trotz der Preissteigerung für Schnell- und Eilzüge die bekannten Ueberlastungen nicht beseitigt sind. Die Notwendigkeit der Reise soll einer Prüfung durch die Polizeibehörden unterzogen werden.
* (Die neueste amtliche Viehseuchen- statistik für die Provinz Hessen-Nassau.) Wie aus der soeben erschienenen neuesten Statistik über die Viehseuchen im Deutschen Reiche hervorgeht, ist der Reg.-Bez. Cassel zur Zeit von der Maul- und Klauenseuche vollständig frei, dagegen herrscht diese Seuche im Reg.-Bez. Wiesbaden in einem Kreise mit einer Gemeinde und einem Gehöft. Die Schweineseuche und Schweinepest treten augenblicklich im Reg.- Bez. Cassel in 6 Kreisen mit 19 Gemeinden und 53 Gehöften (früher in 5 Kreisen mit 22 Gemeinden und 54 Gehöften) und im Reg.-Bez. Wiesbaden in 3 Kreisen mit 7 Gemeinden und 7 Gehöften auf (früher in 3 Kreisen mit 18 Gemeinden und 16 Gehöften). Im Reg.-Bez. Cassel herrscht die Pferdeseuche Rotz in 2 Kreisen mit 2 Gemeinden und 2 Gehöften.
* (Die deutschenSparkassen imKriege.) Einen überaus anschaulichen Beitrag zur Entwicklung des Wohlstandes in Deutschland während des KriegeS liefern die Geschäftsergebnisse der deutschen Sparkassen über die Zunahme ihres Einlagebestandes in der Kriegszeit. In Deutschland ist die Spartätigkeit der Bevölkerung am stärksten entwickelt. Die Zahl der Einleger bei den Svarkaffen betrug im Jahre 1913: in Deutschland 23 872 000, fn Großbritannien 15111000,' 111 t/M;
Staaten 11098 000. Auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet betragen die Einlagen: in Deutschland 292,2 M., in Großbritannien 107,3 M., in Frankreich 114,8 M., in den Bereinigten Staaten 206,1 M. Im Kriege haben sich die Einlagen der deutschen Spar küssest ganz bedeutend vermehrt, während eine Verminderung durchaus nicht überraschend gewesen wäre. Bekanntlich gehen ja in Frankreich die Sparkassenbestände rasch zurück.
* (Weiteres Anwachsen der deutschen Spareinlagen.) Nach der „Sparkasse" haben die Spareinlagen im November 1917 einen Zuwachs von nicht weniger als 300 Millionen Mark erfahren gegen 100 bezw. 115 Millionen Mark im entsprechenden Monat der beiden Vorjahre. Der Zuwachs seit Beginn 1917 beträgt 3 300 Millionen Mark gegen 2 800 bez. 2330 Millionen Mark in der entsprechenden Zeit der beiden Vorjahre.
* (Keine Tabakkarten.) Die steigende Knappheit an Rauchtabaken hat neuerdings wieder Anlaß gegeben, die Einführung der Tabakkarten vorzuschlagen. Keiner der Gründe, die gegen eine solche Maßnahme geltend gemacht sind, ist aber bisher widerlegt worden. Im Gegenteil, die Praxis hat die schweren Bedenken gegen die Einführung von Tabakkarten bestätigt. Aus Mitteilungen eines Vertreters des österreichischen Finanzministeriums geht laut Tägl. Rundsch. hervor, daß in Bosnien bereits vor längerer Zeit die Tabakkarte eingeführt worden ist. Die Folge war ein ausgedehnter Handel mit diesen Karten, der die Erreichung des mit der Rationierung erstrebten Zieles unmöglich macht. Die Tabakkarten werden in großen Umfang für hohe Summen aufgekauft und mit erheblichen Gewinnen verkauft. Diese Erfahrung dürfte dahin führen, daß man in Oesterreich von der Einführung der Tabakkarte absieht. In Deutschland wird die Rationierung von Tabakwaren durch Karten jedenfalls nicht in Frage kommen.
* (Bor der Berufswahl.) Im „Hann. Cour." lesen wir: Nur noch wenige Wochen trennen uns von der Zeit, zu der wieder viele Heranwachsende Menschen in das Erwerbsleben eintreten. In heutiger Zeit, in der jede auch noch so jugendliche Hand, auch selbst die ungelernte und ungelenke, durch mechanische Berrichtungen unverhältnismäßig viel Geld zu verdienen Gelegenheit hat, liegt die Versuchung viel näher als sonst, sich Hals über Kopf ins „Verdienen" zu stürzen. Es ist beileibe nichts unrechtes daran, daß sich junge Menschen bald aufs Geldverdienen werfen: in vielen Fällen werden die Verhältnisse im Elternhause die Kinder sogar dazu nötigen. Wo jedoch ein solcher Notstand nicht vorliegt, da mögen sich Eltern und Kinder in dieser Zeit doch recht sorgfältig bedenken, ob der Junge oder das Mädchen einen Erwerb oder einen Beruf ergreifen soll. Das ist keineswegs ein und dasselbe. Das Geldverdienen ist beiden gemeinsam, vom Beruf aber darf doch wohl nur reden, wer sich zu seinem Handwerk oder was sonst sein Geschäft ist, innerlich. berufen fühlt, das heißt, wer nicht nur die Arme rührt, um des leidigen Geldverdienens willen, sondern wen es der Sache S^r Arbeit selbst zuliebe an »tefe oder jene Tätigkeit
treibt: wer nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Herzen bei seinem Tagewerke ist. Viele Leute, sehr viele in unserer Zeit, kennen wohl einen „Beruf", von dem sie, aber keinen, für den sie leben. Gewiß ist es verlockend für einen jungen Menschen, bald Geld in der Tasche zu haben und womöglich frei darüber verfügen zu können. Viel wichtiger aber ist es, ein ehrliches Handwerk oder ein Geschäft zu erlernen, für das man Lust und Liebe verspürt. Denn hat man einen Beruf, dann bleibt man nicht Tagelöhner sein Leben lang. Und der Beruf erst ist das Rückgrat des Lebens! Das sollen Eltern und Kinder in dieser Zeit sich recht eindringlich überlegen.
Cassel, 10. Januar. In der vergangenen Nacht tobten heftige Scheestürme im ganzen Bezirk. Sie brachten seit Jahren die höchste Schneemenge, die große Ber kehrsstörungen verursachte. Der gesammte Straßenbahnverkehr in Cassel mußte eingestellt werde«: er wird vermutlich einige Tage gestört bleiben, ehe es gelingen wird, die großen Schneemassen zu beseitigen. Der Fernverkehr war empfindlich gestört. Die Schnellzüge trafen meist mit stundenlangen Verspätungen ein, der Personenverkehr blieb überhaupt gestört, da einzelne Züge vorübergehend eingestellt werden mußten. Von den drei direkten Telephonleitungen nach Berlin sind zwei völlig gestört, eine einzige kann mit kleinen Teilstrecken-Unterbrechunge« benutzt werden. Ferngespräche und Telegramme müssen über Hannover, Frankfurt und Erfurt geleitet werden.
Hoof, (Bezirk Cassel), 10. Januar. Auf dem Geleise der Kleinbahn Cassel-Naumburg fand man die Leiche eines Urlaubers, der vom Zuge überfahren wurde.
Rabolöshause«, 10. Januar. Das Amtsgericht Homberg hat folgende hier in 1918 abzuhaltende Ge- rrrkstktags festgesetzt' " Januar, 1. "Nd 99 Februar, 22. Mars, *• Mgr, 2k <xaa», w. «tugMiM^oJ^**»«**^, 18. Oktober, 22. November und 20. Dezember,
Göttingen, 11. Jan. Dem jüngst um Wert- und sonstige Sachen im Werte von gegen 2000 Mark be- stohlenen Schriftleiter des Gött. Tagebl. Hans Jaeger ist jetzt die genugtuende Nachricht zugegangen, daß man in Frankfurt a. M. die beiden 17jährigen Diebinnen Berta Fraatz (J's Dienstmaid- und Babette Tittau nach Verübung von Zechprellereien in dortigen Hotels dingfest gemacht hat. Beide hatten vom Ertrag des Göttinger Raubes in Frankfurter Hotels einen guten Tag gelebt, bis ihnen das Geld ausging.
Brilon (Sauerland), 10. Januar. Der Handel mit Lebensmittelschuhen macht Schule. So beschlagnahmte hier die Polizei ein Schuhwarenlager, in dem sich u. a. noch 235 Paar gute lederne Schuhe (Friedensware) befanden. Der Händler hatte seine Ware nur im Tauschhandel abgegeben, in der Meinung, daß Butter und Schmalz die nahrhafteste Stiefelschmiere seien.
Hanan, 8. Januar. Ende November o. J. hatte sich hier ein angeblicher Postassistent Konrad Büttner eingemietet, der sich als Sohn eines reichen Landwirts aus Bayern ausgab und auch bald Anschluß an eine Familie fand. Nach drei Tagen war er mit der hübsche« Schwägerin der Hauswirtin verlobt. Es wurden für die Ausstattung Einkäufe gemacht, die der Bräutigam bezahlen wollte. Die Polizei nahm sich aber seiner Person an und stellte fest, daß er der vielfach vorbestrafte 57 Jahre alte Schmied Konrad Steigerwald aus Unterwestern (Untersranken) war, der heute vor der Strafkammer mit 2 Jahren 3 Monaten Zuchthaus bedacht wurde.
Hanan, 10. Januar. Zwei 16jährige Burschen versuchten eine mit Pulver gefüllte Gasröhre durch eine Zündschnur zur Explosion zu bringen. Als die gewünschte Wirkung nicht eintrat, sah der eine der Burschen die Röhre nach. Im gleichen Augenblick explodierte die Ladung und zerriß dem jungen Man« den Kopf, fodaß der Tod augenblicklich eintrat.
Wiesbaden, 9. Januar. Ein Händler aus 2tor>= hausen, der hier 17 Pfund Butter durch Hausieren abgesetzt und für das Pfund 15 Mark verlangt unb erhalten hatte, wurde von dem Schöffengericht wegen unerlaubten Handels und Höchstpreisüberschreitung in eine Geldstrafe von 500 Mark genommen.
Die Kette
Nachdruck verboten.
Sie nahm die Kette still in ihre blaffen Hände: „Verdunkelt ist dein Glanz, getrübt der Glieder Licht, DaS Herz des Goldes hebt um Deutschlands
Schicksalswende:
So werde Eisen, Gold, das in die Feinde bricht!
So werde Schwert und Glut und gottentflammte Seele Und rühre an des Sieges sterngeschmückten Kranz: Erwecke Jubellaut aus leiderstickter Kehle Laß Saat des Frieden- blühn nach rauhem Tisentanz!"
Hedwig Forstreuter.