Sersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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« Bezugspreis vlerrerjayrncy sur yersfelo ^.iu Ä-carr, ourch die Po,t ve- • ; zogen 2,52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Vuchdruckerei ; « Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. : 8BEQBB3aHesBaaeinaB6BiaHaMBBaaaeBBaBBeHuaBßaxaRBaaaÄaiaaftsnisaaB«aMn3aiBsosM8eaa8B8aMM3
Nr. 8.
Donnerstag, den 10. Januar
1918
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 3. Januar 1918.
Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 16. November 1917 — K. G. 3941 — Kreisblatt No. 275 liebe ich bekannt, daß nach einer Bestimmung der Reichsfuttexmittelstelle Haferzulagen an Pferde, die mit Holzfahren beschäftigt sind, zunächst wegen des Hafermangels nicht bewilligt werden können. Die beim Landratsamt gestellten Anträge sind damit hinfällig geworden. Ein besonderer Bescheid wird-den Antragstellern daher nicht mehr zugehen.
Der Landrat.
Tgb. Nr. K. G. 4373. I. V:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 4. Januar 1918.
Für den Monrt Dezember haben die nachstehend bezeichneten Kaufleute Spiritus erhalten und zwar: Fr. Weber 40 Flaschen mit Marken und
10 Flaschen ohne Marken Lorenz Schäfer 40 Flaschen mit Marken und
10 Flaschen ohne Marken Ed. Cohn 40 Flaschen mit Marken und
10 Flaschen ohne Marken L. Lotz 40 Flaschen mit Marken und
10 Flaschen ohne Marken Herm. Altenburg 40 Flaschen mit Marken und
10 Flaschen ohne Marken.
Der Spiritus mit Marken zum Preise von 55 Pfg. pro Flasche ist ausschließlich zur Befriedigung des Bedarfs minderbemittelter Personen bestimmt, die denselben zu Koch- oder Heizzwecken gebrauchen, die aber weder Gas, elektrisches Licht oder Petroleum zur Verfügung haben. Ferner wird dieser Spiritus auch zu Kranken- und Säuglingszwecken aboeaeden^ t^^-^^^m^^ sind die piritusmarken bei der Polizeiverwaltung zu haben. Für die Einwohner auf dem Lande gibt das Landratsamt die Spiritusmarke« aus.
Tgb. Nr. I. 16407. Der Lanörat.
v. H e d e m a n n, Reg.-Assessor.
Bekanntmachung
betreffend die Herstellung von Margarine nnd Knnstspeisefett.
Vom 22. Dezember 1917.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen:
Die Herstellung von Margarine und Kunstspeise- sett ist nur denjenigen Betrieben gestattet, denen der Reichskanzler oder die von ihm bestellte Stelle die Genehmigung dazu erteilt. Die Genehmigung ist widerruflich und kann von Bedingungen abhängig gemacht werden.
§ 2
Wer ohne die nach § 1 erforderliche Genehmigung Margarine oder Kunstspetsefett herstellt oder den Bedingungen, an die die Genehmigung geknüpft ist, zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu fünfzehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft.
Neben der Strafe kann auf Einziehung der Gegenstände erkannt werden, auf die sich die strafbare Handln- g bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht.
§ 3
Die Verordnung tritt am 28. Dezember 1917 in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 22. Dezember 11/17.
Der Ikekchskanzler
In Vertretung: gez. Freiherr von Stein.
* -«- *
Hersfeld, den 8. Januar 1918.
Wird veröffentlicht.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
J. A. Nr. 84. I. ».
v. Hedeman «, Reg.-Assessor.
Bekanntmachung
betreffend Ansführnugsbestimmungen zur Verordnung, betreffend die Herstellung von Margarine n«d Knnstspeisefett vom 22. Dezember 1917
(Reichs-Gesetzbl. S. 1118).
Vom 22. Dezember 1917.
Aus Grund des § 1 der Bekanntmachung, betreffend die Herstellung von Margarine und Kunst- speisefett vom 22. Dezember 1917 (Reichs-Ges. Bl. Ä. 1118) wird der Margarineverband (Verband der Margarine und Speisefettwerkes G. m b. H. in Berlin als diejenige Stelle bestimmt, die die Genehmigung
zur Herstellung von Margarine- und Speisefett zu erteilen berechtigt ist.
Berlin, den 22. Dezember 1917.
Der Reichskanzler
J. V. gez.^Freiherr von St°ein.
Hersfeld, den 3. Januar 1918.
Wird veröffentlicht.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.
I. A. Nr. 84. I. V.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 7. Januar 1918.
Die Herren Fleischbeschauer ersuche ich, mir die Zahl der vorgenommenen Ferkelschlachtungen im Dezember im Lebendgewicht bis zu 30 Pfund sofort und spätestens bis zum 12. d. Mts. anzuzeigen.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.
J. F. No. 23. I. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Bus der Heimat.
* (Verwendung von Rohzucker.) Bereits während des ersten Kriegsjahres ist aus den Kreisen der Rohzuckerfabriken an die zuständigen Stellen die Anregung ergangen, die Versorgung der Bevölkerung mit Zucker durch eine ausgiebige Verwendung von Rohzucker anstelle von Weißzucker zu erleichtern. Vom Bunde deutscher Zuckerrübenbauer wurde an den Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes eine Eingabe gerichtet, in der eine möglichst weitgehende Verwendung von Rohzucker befürwortet wurde. Daraufhin ist folgende Antwort erteilt worden: „Der Verzicht auf die Herstellung von Ver^an^szucker empfiehlt sich JitUüi^äUjM^ *WW unoeomgr nötig uns für die Herausgabe an die Bevölkerung dem Rohzucker vorzuziehen. Die Melasse ist für die Futterwirtschaft, insbesondere auch für die Pferde in den Großstadt- und Jndustriebezirken und für viele andere Zwecke nicht zu entbehren. Daher wird der Hergabe von Rohzucker in den Verbrauch der Bevölkerung nur im Notfalle näher getreten werden."
* (Der Preissturz für Rotwein.) Die Nachricht von dem Preissturz für Rotwein wird ohne Zweifel in weitesten Kreise« mit großer Genugtuung ausgenommen werden. Namentlich wird man aus vollem Herzen jenen Produzenten und Händlern ihren Verlust gönnen, die, wie es in dem Artikel hieß, ihre Bestände fortwährend zurückhielt^n, in der Hoffnung, immer noch höhere Preise dafür auS den Taschen der Konsumenten einheimsen zu können, zu welchen bei dem Artikel Rotwein namentlich auch viele Kranke und*Leidende zu zählen sind. Es wäre lebhaft s» wünschen, wenn auch in anderen Artikeln, deren Preise über alles Maß hinaufgetrieben worden sind, plötzlich ein solcher Preissturz einsetzen würde, der den Verteuerern mit dem unvermeidlich eintretenden Verlust die beste und wirkungsvollste Strafe für ihr wucherisches Verhalten bringen würde. Es gibt eine ganze Menge Artikel, bei denen die Händler und Produzenten, wie der VolkSmund sagt, „den Rachen nicht voll genug kriegen können" und es wäre dringend zu wünschen, daß recht viele von ihnen auf ihrem teuren Posten bei einem Friedensschluß sitzen blieben.
* Das ungebührliche Benehmen Jugendlicher auf der Eisenbahn hat zu vielfachen Klagen und Beschwerden der Reisenden Anlaß gegeben. Die Eisenbahnverwaltung steht sich daher genötigt, die Reisenden gegen derartige Neber- griffe Jugendlicher zu schützen. Die Aufsichtsbeamten der Eisenbahn sind angewiesen worden, die Feststellung der Personalien und der Schule von Schülern und Schülerinnen, deren Betragen zur Klage Anlaß gab, anzuordnen. Die zuständigen Betriebsämter sollen darauf hin den Direktor der betreffenden Schule ersuchen, gegen die Beschuldigten einzuschreiten. Jugendlichen Personen, die nicht mehr schulpflichtig sind, wird das ungebührliche Betragen von den Aufsichtsbeamten zunächst untersagt. Leisten sie dieser Aufforderung nicht Folge, so soll dann Anzeige gegen sie wegen Uebertretung der Bahnpolizeiverordnung erstattet werden.
* (Tod dem Ra ben-Volk.) In vielen Gegenden haben die Krähen derartig zugenommen, daß sie zu einer Landplage geworden sind. Jetzt bei Schnee und Kälte kann man, wie eine Zuschrift aus Landwirtskreisen besagt, ergiebige Jagd auf Raben und Krähen ausüben. Allgemein ist ja bekannt, wie schädlich sie nicht nur für die landwirtschaftlichen Pflanzen, sondern auch für die Niederjagd sind. Krähen sind, was früher zu wenig beachtet wurde, eßbar. Sie schmecken sogar recht gut und werden gern gekauft. Der Höchstpreis beträgt 1 Mark.
* (Der künftige deutsche Personentarif.) Die Generalkommission der deutschen Eisenbahnen hat dieser Tage in Berlin den künftigen deutschen
Personen- und Gepäcktarif nach den Vorschlägen des Unterausschusses der ständigen Tarifkommission genehmigt. Falls keine Einsprüche erhoben werden, soll der Tarif so zum 1. April eingeführt werden. Man darf wohl annehmen, daß bis dahin die Verdoppelung der Fahrpreise in den Schnellzügen^ ihre Ausgabe erfüllt haben wird, so daß die Reisenden der Schnellzüge den neuen erhöhten Tarif als eine wesentliche Erleichterung empfinden werden. Unter den jetzigen Verhältnissen ist eS nicht ausgeschlossen, daß inzwischen wieder Aenderungen notwendig werden. Man wird also vom 1. April an in den Perwnenzügen für das Kilometer in den vier Klassen 2,4 - 3,7 -5,7-9 Pfg. bezahlen. Für Schnellzüge wird ein Zuschlag erhoben, der in der 3. Klasse bis 75 Klm 50 Pfg. beträgt, von 76 bis 150 Klm 1 Mk., von 151 bis 350 Klm 1,50 Mk., für längere Strecken 2 Mk., 1. und 2. Klasse das Doppelte Feriensonderzüge kosten 3. Klasse 6 Pfg. das Kilo- meter, zweiter 9,2 Pfg., für Gesellschaftssonderzüge werden 3. Klasse 2v- Pfg., zweiter 4 und erster 6 Pfg. erhoben. Für das Kilometer find mindestens 6 Mark, im ganzen mindestens 150 Mark zu entrichten. Es sind 3. Klasse mindestens 240 Fahrkarten, in der zweiten 160 und in der ersten 100 zu lösen. Angehörige der freiwilligen Kriegskrankenpflege zahlen 3. Klasse den halben Fahrpreis mit 25 Kg. Freigepäck. Die Gepäckfracht wird sonst durchschnittlich um 40 Prozent erhöht. Die Aufbewahrung von Gepäck kostet für die ersten beide« Tage zusammen 20 Pfg., für jeden folgenden Tag 10 Pfg., ebenso für jedes weitere Stück.
§ Hersfeld, 9. Januar. Durch die Bekanntmachung Nr. Pa. 1600/11. 17. K. R. A. vom 5. Januar 1918 ist die Beschlagnahme aller Mengen von Papier zur Herstellung geklebter Papiersäcke (Sack-
erungs- und Verarbeitungsverbot. Dom 20. Januar 1918 ab darf die Veräußerung und Lieferung von Sackpapier nur gegen einen Bezugsschein der Reichssackstelle, Berlin, erfolgen. Die Verarbeitung von beschlagnahmten Sackpapier zur Herstellung geklebter Papiersäcke von mehr als 3000 qcm Sackflächeninhalt bleibt zulässig. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist bei den Landrats-Aemtern, Bürgermeister- Aemtern und Polizei-Behörden einzusehen.
Fulda, 8. Januar. Der Schweinemarkt war mit 4 Ferkeln beschickt, die mit 60 bis 65 Mark bezahlt wurden.
Gelnhansen, 8. Januar. In das hiesige Kreishaus wurde in der vergangenen Nacht ein EinbruchS- die bstahl verübt, bet dem den Dieben 2000 Retsebrot- und Fleischmarken, außerdem 300 Mark Geld und zahlreiche Briefmarken in die Hände fielen.
AuS der Rhön, 8. Januar. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierte das Johann Oetzelsche Ehepaar in Stadtlengsfeld. Beide Ehegatten erfreuen sich trotz des hohen Alters, er ist 83, sie 82 Jahre alt, noch großer Rüstigkeit. •
AuS der Rhö«, 6. Januar. Im Rhöngebirge ist in den letzten Tagen viel Schnee gefallen. Auf dem Kreuzberg liegt der Schnee 60 Zentimeter hoch. Das Thermometer zeigt —9 Grad Reaumur. In der Gegend von Brückenau liegt der Schnee bereits 36 Zentimeter hoch.
Fraufurt «. M., 7. Januar. Der Mörder des Schutzmanns. Ertl ist in der Person des knapp 19jährigen Schmiedes Johann Georg Weckfuß, aus Lohr Bezirk Aschaffenburg festgenommen worden. Er hatte mit einem gleichfalls ergriffenen Komplizen Billeneinbrüche begangen und war von dem Beamten beim Beutetransport beobachtet und gestellt worden.
Frankfurt a. M., 6. Januar. Ist folge der Angriffe auf Schutzleute und der Zunahme der Einbrüche sind jetzt jedem Polizeirevier von abends 10 Uhr au militärische Hilfskräfte beigegeben. Diese begleiten, völlig bewaffnet, die Schutzleute auf ihren Patroujllen- gängen, so daß die Streifen von je drei bis vier Mann ausgeführt werden.
Aus dem Kreise Kirchhaiu, 4. Januar. Im Walde bei Speckswinkel würde ein 18 Jahre altes Landwirtssohn, der zum erstenmale beim Holzmachen tätig war, von einem umstürzenden Baum erschlagen.
Ottberge«, 8, Januar. Sonnabend nacht riß tu der Nähe von Hembsen bei einem Güterzugc die Kuppelung zweier Wagen, was in dem starken Schneetreiben nicht bemerkt wurde. Auf die stehengebltebeue Hälfte des Zuges fuhr dann ein von Ottbergen kommender zweiter Güterzug auf, zertrümmerte mehrere Wagen und warf einige andere auf das andere Geleise. In diese Wagen fuhr bald darauf ein von Brakel kommender Güterzug hinein, entgleiste und feine Maschine stürzte die Böschung hinab. Lin Bremser aus Lüchtringen und ein Schaffner aus Altenbeken wurden getötet, eine Schaffnerin liegt schwer verletzt m Brakeler Krankenhause. Kleinere Eisenbahnunfälle bei Neuenbeke«, bei Bsrwohle, bei Niedermarsberg und Nordhausen machen den Sonnabend zu einem rechten UnglÜckstag.