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Avgesvuöe SuftflnOe

beleuchtet der Berliner Schulinspektor Dr. Schlepp in einemSo kann es nicht weitergehen!" überschriebenen Aufsatz, der vornehmlich auf großstädtische Verhältnisse zutreffen dürfte. Es heißt darin:Daß bei Erwachsenen, besonders bet Familienvätern, Gehälter und Löhne ent­sprechend den teuren Preisen erhöht wurden, ist eine Selbstverständlichkeit. Nicht nötig ist es aber, daß man jungen Leuten Gehälter zahlt, die zu ihren Lei­stungen und ihren Bedürfnissen in gar keinem Verhält- __-M^reherr. In diesem Punkte wird manchmal in ge­radezu unglaublicher Weise gewirtschaftet, oder öeut- licher gesagt: verschwendet. Ein Student der neueren Sprachen im suchen Semester der Universität Berlin meldet sich zum vaterländischen Hilfsdienst itnb wird As Revisor und Kalkulatorin Spandau eingestellt. Ob­wohl er gar keine besonderen Borkennlnisse für dieser Amt besitzt, wird der 22jährige junge Mann mit einem monolithen Einkommen von 500 Mk. bedacht, im Jahre also 6000 Mk.! Ein anderer junger Mann (Unter- * Primaner) im Alter von 18 Jahren erhält in einer ähn­lichen Stellung monatlich 400 Mk., im Jahre also 4800 Mark! Das sind Gehälter. die weder durch die beson­deren Kenntnisse, noch durch das Alter, noch durch die Lebens- und Staatsnotwendigkeiten geboten sind. Die jungen Leute haben feine Familie, sondern wohnen bei ihren Eltern. Dadurch sind ihre Ausgaben auch geringe. Ist es angesichts dieser Tatsachen wirklich notwendig, ihnen Gehälter zu zahlen, welche die Eiukoutmeu ihrer <Mter übersteigen Ein mittlerer Reichs-, Staats­oder GemeindebeanNer, der eine zahlreiche Familie zu ernähren hat, muß bis zum 50. Jahre warten, ehe er zu einem derartigen Einkommen gelaitgt: sogar Höhere Beamte mühen sich in mittleren Jahren damit begnü- zen. Und wie viele Beamte mit 30 und mehr Dienst- iobren gibt es, die sich tagaus, tagein quälen müssen, die in ihrem ganzen Leben niemals ein derartiges Ein­kommen erreichen, trotz aller Kriegszulagen, die man thuen vielfach zögernd gewährt.

Das Vorgehen der Behörden in der Zahlung der­artiger Summen hat natürlich die Privatindustrie zu iühU'dn'it Maßnahmen gezwungen, um genügend Arbeitskräfte zu finden. Soweit sie an Kriegslieferun- gen beteiligt war, konnte sie das viellei-ht. Beantte in ergrautem Haar, die jahrelang treu ihre Pflicht erfüllt haben, stehen in ihren Bezügen hinter Jugendlichen von 1418 Jahren zurück. Ein Hinabgleiten der Beamten in und unter das Proletariat liegt nicht im Staats­interesse. Das geschieht aber oder ist vielmehr bereits gescheherc! Man beachte in diesem Zusammenhang noch die Tatsache, daß bei den Sparkassen der sämtlichen Ber­liner Bea m i e n v e r e i n e im Larrfe des 5krieges an­nähernd 5 Millionen Mark Sparguthaben abgeho­ben worden sind. Also die entgegengesetzte Erscheinung wie bei den öffentlichen Sparkassen. Es muß dafür ge­sorgt werden, daß durch das Reich, die Kriegsgesell- schasten u. a. nicht Gehälter gezahlt werden, die durch-

mr» unangebracht sind. Auch da» Wirtschaften mit dem Geld in der Kriegszeit muß seine Grenzen haben!"

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Hartnäckige Verteidigung

am Maschinengewehr.

Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse im Marine­korps ist Unteroffizier Oblau, geboren am 25. April 1892 zu GüterAvh, im 2. Marine-Jnfanterie-Regiment. Seit Anfang Oktober 1914 besitzt Oblau bereits das Eiserne Kreuz 2. Klasse: Er war damals noch Gefrei­ter und war der erste Mann der Kompagnie, der es erhielt. Erworben hat er es in den Gefechten von Haecht und Overdevoert.

Oblau, später zum Unteroffizier befördert, hat auch in zahlreichen weiteren Gefechten sich als Maschinen- gewehrführer durch Entschlossenheit und Kaltblütigkeit hervorragend ausgezeichnet. So hat er z. B. nach dem il. November, als ein Zugführer und der älteste Un­teroffizier seines Zuges gefallen waren, den Zug sehr gewandt geführt.

Ein ganz besonders schönes Beispiel von Kaltblü­tigkeit und Umsicht hat er am 22. Dezember 1914 ge- geben. Er lag an diesem Tage mit seinem Gewehr in den Dünen auf kurze Entfernung dem Feinde gegen­über. Nachmittags ging nach heftigster Artillerievor­bereitung die feindliche Infanterie zum Angriff vor. Oblau begann sofort mit feinem Gewehr das Feuer auf die Vorgehenden an richten. Er hatte aber kaum das Feuer eröffnet, als er von einem feindlichen Maschinen­gewehr, dessen Stellung nicht zu entdecken war, unter Feuer genommen wurde. Auch setzte die feindliche Ar­

geben, den T

tillerie ihr Feuer heftig fort, obwohl die feindliche In­fanterie bereits nahe herangedrungen war. In diesen wenigen Minuten verlor die dort liegende schwache In­fanterie acht Tote und etwa 12 Verwundete. Ein Voll­treffer schlug kurz vor dem Maschinengewehr ein und überschüttete es derartig mit Dünensand, daß es ver­sagte. In biefent kritischen Moment befahl Oblau seiner BesatMNm die Gewehre der Toten zu ergreifen und damit zu feuern. Auch befahl er der führerlos gewor­denen Infanterie, das Seitengewehr aufzuvflamen und sich zum Handgemenge bereit zu halten. Der Gegner, der beim Vorgehen schwere Verluste erlitt, erlahmte im letzten Augenblijck, so daß es nur einzelnen Leuten gelang, an unsere Gräben heranzukommen, wo sie auf kürzeste Entfernung abgeschossen wurden. Oblau wurde durch einen Granatsplitter verwundet, hielt aber trotz erheblichen Blutverlusts noch bis zum Abend auf sei­nem Posten aus. ,, _ _ -

Er wurde derauf mit dem Eisernen Kreuz 1 Klasse ausgezeichnet.

des Zszdlahk 1917.

«Die deutschen Jagdverhältnisse des letzten Jahres' und vor allem die Kriegswirkungen und weiteren Aus­sichten erörtert eine übersichtliche Darstellung imSt.

satz, anderseits durch Witterungseinfluß 5;

HuvertuS". Von dem «Raufenden Jagdfahr ist Bu« tes und Schlechtes zu melden, das letztere aller, dings aus leicht begreiflichen Gründen in größerem Maße: Zu den vielen Schwierigkeiten, die die Kriegs­verhältnisse einer günstigen Jagdentwicklung entgegen- brachten, gesellten sich die Unbilden der Witterung. Weitaus schädlicher als der ungewöhnlich scharfe und lange Winter war das unwirtliche Frühjahr. Da ge­rade diese Zeit sonst die Erholung und Vermehrung des Wildes gestatten soll, sind die Ergebnisse diesmal nicht gerade erfreulich gewesen. Am unzulänglichsten erwies sich die Fruchtbarkeit des Niederwildes, einer­seits durch den Mangel an dem erforderlichen Wildbe- satz, anderseits durch den der Fortpflanzung schädlichen Witterungseinflutz Hervorgerusen. Sehr fühlbar war in diesem Jahre auch die Tätigkeit der sog.Fleisch- macher", d. h. der Jäger, die ohne Berücksichtigung der ausschlaggebenden Jagdprinzipien lediglich $e Ge­winnung von möglichst viel Fleisch im Auge haben. Auch die im Kriege durch Veränderung der Vermögensver­hältnisse hinzugekommenen neuen Jäger haben einen ungünstigen Einfluß ausgeübt.

Dank den sehr hohen Preisen für die Winterbälge des Raubzeugs ist die schon im Vorjahre zu beob­achtende Abnahme der behaarten Jagdschädlinge erf­reulicherweise weiter vorgeschritten. Hingegen haben ich die Raubvögel vermehrt, weil Fang und Abschuß rn vielen Fällen unterblieben, der letztere nicht zum wenigsten wegen der erheblichen Verteuerung der Pa. tronen. Unter den Raubvögeln haben sich am stärksten der Hühnerhabicht und der Sperber vermehrt, unter dem behaarten Raubgesindel das Wiesel. Zugenommen hat auch das Wilderer-unwesen, da wegen des Mangels an Leuten und Zeit die Revieraufsicht nur oberflächlich durchgeführt werden konnte. Der Jagd ungünstig war weiterhin die Erschwerung der Verkehrsverhültnisse, der Ausfall zahlreicher Züge und das Verbot, die Kraftwa- gen zu Jagdzwecken zu benutzen. Die Preise für die Jagden sind aber trotz des Wildtiefstandes gestiegen, das gleiche gilt für den Jagdbedarf jederlei Art. Als hemmend ist schließlich noch ein Mangel an Jagdhun­den festzustellen.

Daneben hat aber, wie gesagt, das Kriegsjagdjahr 1917 auch allerlei Gutes gehabt. Der grimmige Winter hatte auch seine Vorteile, denn er hielt strenge Musterung unter allem Wild, er schaltete die kränk­lichen und schwächlichen Tiere endgültig aus, so daß eine allgemeine Gesundung des Ubriggeblieheneu Wildbesatzes zu beobachten ist, die man besonders im Interesse der Nachzucht begrüßen muß. Die Propa­ganda zur Vermehrung des Wildbestandes hat eben­falls bereits günstige Wirkungen gezeigt: so errichte­ten zahlreiche Jagdinhaber im Herzen ihrer Reviere sog.Wilöreservate", die dem ganzen Jagdgeläude ge­wissermaßen als Fortpflanzungsstellen dienen sollen. Weiter ist beabsichtigt, die entvölkerten Reviere durch Wildzufuhr zu heben, am erfolgreichsten wurde bereits die Einbürgerung von Feldhühnern in die Wege ge­leitet.

schaltete die kränk- gültig aus, so daß

Amtlicher Teil.

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Hersfeld, den 5. Januar 1918.

Auf Abschnitt G der ländlichen Lebensmittelkarte für Versorgungsberechtigte werden

200 gr. Gries

Tüchtige

befindet sich bis auf weiteres im Geschäftslokal des

und auf Abschnitt D der ländlichen Lebensmittelkarte für Selbstversorger

M MUMM ArH Lauser, jiiiwto;

verobsv'gt.

^n den hierunter genannten Jndustriegemeinden wird auf-Abschnitt G der ländlichen Lebensmittelkarte für Versorgungsberechtigte eine Zulage von 100 gr. Gries gegeben, sodaß die gesamt abzugebende Gries- menge 300 gr. beträgt

Der Preis für 100 gr. Gries beträgt 7 Pfg., für 1 Maggiwürfel 10 Pfg.

Die Verkaufsstellen werden auf ortsübliche Weise bekannt gegeben. Der Verkauf hat alsbald nach Ein­treffen der Ware zu erfolgen Die Kaitenabschnitte sind bis zum 20 Januar an die Firma G. W. Schimmel- pfeng in Hersfeld, einzureichen.

Diejenigen Händler, die sich in der Einreichung der Lebensmittelkartenabschnitte nachlässig ^zeigen, und überhaupt bei der Verteilung diese Anordnung nicht beachten, haben zu erwarten, daß ihnen der Ver­kauf von Lebensmitteln entzogen wird.

AlsJndustriegemeindensindfolgendeOrtebestimmt. Allmershausen, Asbach, Eitra, Friedewald, Friedlos, Gethsemane, Gittersdorf, Harnrode,Heenes,Heimbolds­hausen, Herfa, Heringen, Kalkobes, Kathus, Kleinensee, Kohlhausen, Leimbach, Lengers, ObergeiS, Oberhaun, Petersberg, Philippöthal, Ransboch, Röhrigshof, Rohrbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Untergets, Unter- Haun, Widdershausen, Wippershain und Wölsers- Haufen.

werden zu Reparaturen an Koksöfen für ständige Arbeit gesucht.

Paul Schöndding,

lut^g^n dreier, Uemmingerstr. 42.

Meldungen bei Ja! ob Alles, Aalhus bei Hersfeld.

!

Geschäftsbücher

Geschäftspapiere

Tgb. Nr. K. G. 29.

Der Landrat.

____ v. Heöemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 3. Jakluor 1918.

Der Witwe Barbara Sieinhauer aus Motzfeld ist die widerruflich erteilte Genehmigung zum Ankauf von Butter und Eiern im Kreise Hersfeld entzogen worden.

Der Vorsitzende des Kreisausfchuffes.

I. A. Nr. 12271. J. V.:

v. Heöemann, Reg.-Assessor.

Für Metzger!

Die vorgeschriebenen Kouverts zum

Einfüllen. d. Fleischmarken

sind zu haben in der

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Edelsteine angenomm n werden.

Hersfeld, den 20. November 1917.

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