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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld t^P Mark, durch die Post be­zogen" > . Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdrucksrei HersfeL. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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für den Kreis Hersfeld

G^MfMaii Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im

Mul5UIUll amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder­

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 303. "-"ffiffi*' Sonnabend, den SS. Dezember

1917

Amtlicher leil.

Hersfeld, den 21. Dezember 1917.

Kriegserkatzgeschillt 1918.

Zur Abhaltung des Kriegsersatzgeschäfts 1918 im Kreise Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:

Donnerstag, den 3. Januar 1918

Musterung der als g. v. oder a. v. bezeichneten Mann­schaften des beurlaubten Standes der Jahrgänge 1899 bis 1876 und des ungedienten Landsturms 1. der Jahrgänge 1899 bis 1890 (einschließlich).

Freitag, den 4. Januar 1918

Musterung des ungedienten Landsturms 1. der Jahr­gänge 1889 bis 1876 sowie des Ung. Landsturms 1. (ehemalige D. U.) der Jahrgänge 1899 bis 1892 (ein­schließlich).

Sonnabend, den 5. Januar 1918 desgleichen des ungedienten Landsturms 1. (ehemalige D. U.) der Jahrgänge 1891 bis 1879.

Montag, den 7. Januar 1918

desgleichen des ungedienten Landsturms 1. (ehemalige D. U.) der Jahrgänge 1878 bis 1876 sowie ferner des ausgebildeten Landsturms 1. (ehemalige D. U.) -er Jahrgänge 1899 bis 1876 und der Militärpflichtigen der Jahrgänge 1895 und 1896.

----IWkOOtzf-chE^ Sutateww-w- desgleichen der Militärpflichtigen der Jahrgänge 1897 und 1898 sowie der vorläufig zurückgestellten Land­sturmpflichtigen des Jahrgangs 1899 ans -er Stadt Hersfeld.

Mittwoch, den 9. Januar 1918

desgleichen der vorl. zurückgestellten Landsturm- pflichtigen des Jahrgangs 1899 aus sämtlichen Land­gemeinden und Gutsbezirken des Kreises Hersfeld.

Das Musterungsgeschäft beginnt jedesmal Morgens um VsS Uhr und findet in der neuen Turnhalle (August-Gottliebstratze) in Hersfeld statt.

Die Mannschaften die in Kontrolle des BezirkS- kommanbos stehen und zur Musterung erscheinen müssen, erhalten schriftliche« Gestellungsbefehl. Die Militärpflichtigen der Jahrgänge 1896, 1897 und 1898, sowie die vorl. zurückgestellten Landsturmpflichttgen des Jahrgangs 1899 erhalten keinen besonderen Gestellungsbefehl.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit angewiesen, Vorstehendes alsbald und wieder­holt auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Be­teiligten zu bringen und dafür zu sorgen, daß sämt­liche Gestellungspflichtige zu den bestimmte« Terminen

pünktlich erscheine«. Etwaige Ausweise über frühere Musterungen haben die Mannschaftex mitzubringen. Ebenso sind entwaige ärztliche Atteste über frühere Krankheiten (Bluthusten, Epilepsil u. s. w.) deren Vorhandensein sich nur schwer feststellen läßt, mitvor zulegen.

Tgb. M. No. 11986.

Der Landrat.

Funke,

reis-Sekretär.

Hersfeld, den 21. Dezember 1917.

Ausdrusch um Getreide und tzülsrnsrüchten.

Auf Grund der Bundesratsverordnung über den Ausdrusch und die Inanspruchnahme von Getreide und Hülsenfrüchten vom 34. November Kreisblatt Nr 286 sind die Besitzer von Vorräten an Brot­getreide, Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten verpflichtet, ihre Borräte, soweit dies noch nicht geschehen ist, bis zum 28. Februar 1918 auszudreschen. Die. Landes- zentralbehörden sind auch befugt, einen früheren Zeitpunkt für den Ausdrusch festzusetzen. Die Be­sitzer der vorgenannten Borräte im Kreise, die noch nicht ausgedroschen haben, werden daher aufgefordert, das Ausdreschen ihrer Borräte alsbald vorzunehmen. Falls sich hierbei besondere Schwierigkeiten ergeben, ersuche ich mir hiervon Anzeige zu erstatten. Die­jenigen Besitzer, die den Ausdrusch ihrer Vorräte innerhalb der gesetzten Frist nicht vornehmen, haben zu erwarten, daß die Arbeiten durch einen Dritten ««.y^.^^ "-'gx : -^-^r^m--------

Der Landrat.

Tgb. Nr. K. G. 4397. J. V.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Befehl, betreffend die russischen und poinWe Arbeiter.

N

Der Befehl vom 7. Skezember 1916 mit der Er­weiterung vom 1. 8. 1917 bleibt entsprechend auch für das Wirtschaftsjahr 1918 in Kraft.

Mangels anderweiter Vereinbarungen gelten die für das Wirtschaftsjahr 1917 zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossenen Verträge auch für das Wirtschaftsjahr 1918.

Cassel, den 14. November 1917.

Der Kommandierende General gez. v. K e h l e r Generalleutnant.

* * *

Hersseld, den 14. Dezember 1917.

Wird veröffentlicht.

Tgb. Nr. i. 14646. Der Landrat.

I V.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Belannlmachms

der Reichsbekleidungsstelle über baum­wollene Verbandstoffe.

Vom 1. Dezember 1917.

Aus Grund der §§ 1 und 2 der Bun-esratsver- ordnung über Befugnisse der Reichsbekleidungsstelle vom 22. März 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 257) wird folgen­des bestimmt:

8 1.

Fertige Verbandstoffe aus Web-, Wirk- oder Strick­waren (Meterware und fertig geschnittene Binden), die ganz oder zum Teil aus Baumwolle hergestellt sind, dürfen, soweit sie sich im Besitze von Berban -stoff- fabriken oder von Händlern befinden oder künftig von Berbandstoffabriken fertiggestellt werden, im Groß­handel nur an die von der Reichsbekleidungsstelle zu bezeichnende Stelle und von dieser nur an Apotheker veräußert werden.

Berbandstoffabriken dürfen künftig Verbandstoffe aus Web-, Wirk- oder Strickwaren, die ganz oder zum Teil aus Baumwolle hergestellt sind, nicht mehr im Kleinhandel an Verbraucher veräußern. Ausgenommen hiervon sind die zur Zeit des Inkrafttretens der Be­kanntmachung bei ihren Kleinhandelsverkaufsstellen befindlichen Bestände. Die Berbandstoffabriken haben ihre gesamten Bestände an derartigen Verbandstoffen mit Ausnahme der zur Zeit des Inkrafttretens dieser Bekanntmachung bei ihren Kleinhandelsverkaufsstellen befindlichen Bestände unverzüglich der Reichs­bekleidungsstelle nach Art und Menge mitzuteilen. , 8 2.

Von der Vorschrift des § 1 bleiben die Mengen unberührt, die als sog. Anstaltskontingent zur Ver­fügung der Reichsbekleidungsstelle zu halten find, .,.^^^. .^. ,,,,,.,.,-.,,.,. -,-..... .^. ^«.fo^Bvn-^-

Heeres oder der Marine angefertitz* find.

(Fortsetzung auf der 4. ^ tte.)____________

Verzeichnis

über die bei L. Pfeiffer, Depositenkasse, Hersfeld, ein- gegangenen Spenden für Weihnachtsgaben für die Krieger im Felde, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:

von

bereits früher veröffentlicht: Mk. Frau Wwe. Grenzebach, Niederaula Herrn Valentin Lenz, Beiershausen Hermann Overbeck, Hof Kühn-

bach

Ungenannt

Herrn Balenlin Grenzbach, Kerspen-

häusen

J. Engelsing

Stadt Hersfeld

Gemeinde Unterweisenbvrn

Kriegsbeschädigten - Vereinigung

Stadt & Land

Herrn B., Kirchheim

Frau Alixe Dannhof, hier

Herrn Georg Wal-eck sen., hier

für

3968.54

10

20

10.

20

15

500

37.30

10

50

10

20

Mk. 4670.8 t

.L1UJM"

Die Wahlrekom in Enzland.

Parallel zu den Verhandlungen des preußischen Ab­geordnetenhauses hat auch das englische Unterhaus sich mit einer Wahlrechtsreform befaßt, die bestimmt ist, mit den starken Rückständigkeiten des bisherigen englischen Wahlrechts aufzurärunen. In der Hauptsache sollen da­durch das wahlfähige Alter auf 21 Jahre herabgesetzt, manche Bevorzugungen des Besitzes aufgehoben, die Möglichkeit einer mehrmaligen Stimmabgabe in ver­schiedenen Bezirken beseitigt und schließlich auch den Frauen über .:" Fahren das Stimmrecht zugestanden werden. Das Naterhans hat die Vorlage mit großer Mehrheit angenommen, deren Verwirklichung damit als gesichert gelten kann: denn selbst^ wenn das Oberhaus eine ablehnende Haltung einnehmen sollte, so würde die abermalige Annahme im Unterhauie der Borlage den­noch Gesetzeskraft verleihen.

Wie die Zusammensetzung des Unterbauses sich un­ter dem Einfluß eines so ra.dikal reformierten Wahl­rechts gestalten wird, ist vorderhand nicht abzuseben. Bei dem im allgemeinen konservativen Charakter des Eng­länders und seiner staatlichen Einrichtungen ist jedoch zunächst nicht anzunehmen, daß darin sofort. eur Vv- tzerer Wandel in Erscheinung treten wllte. Bisher weit man in England eine gesellschaftliche Schichtung des Parlamentes in der Weise für angemessen, daß vor al­lem in das Unterhaus Angehörige der sogenannten be- iten Kreise, vor allem des Landadels, erngezogem da­neben die Herren aus den ortsansässigen angesehenen Familien der Grafschaften, derregierenden Familren , wohl 50 000 an der Zahl. Wenn seit 1906 auch mehr Angehörige des gebUdeieu Bürgerstmides oeEelt auck Arbeitersekretme in das NnterhiMS gelaugt so isi zu beachten, daß der Engländer zu diesem EMer - lichen Bekenntnis u) Jahre langer als dasrückstan- Mne" Deutschland mit seinem demokratischen Muven Mih (recht aebrancht haß und daß die öffentliche MeK

nung derlei Zuzug ins Parlament immer noch mr un­angemessen hält. Dabei ist eine wirkliche Bolkstümlich- mächung des Unterhauses, ein Bvrrviegen des Mittel­standes, heute noch ebenso ausgeschlossen wie ehedem, denn die gut 1211000 Mark, die eine Wahl kostet, muß der Anwärter auf einen Sitz im Unterhause aus eigener Tasche zahlen. So sind denn auch im letztge­wählten Parlament nur 6 v. H. Vertreter der Arbeiter- interefsen (gegen 28 v. H. im Deutschen Reichstage) vor- harrden.

Aber auch die Macht des wenig demokratischen englischen Parlamentes ist überraschend gering, denn das Parlament steht dem Ministerium nicht als selb­ständige Einrichtung des Staatslebens gegenüber, son- be^n es bildet in senker ausschlaggebenden Mehrheit le­diglich die Gefolgschaft der im Kabinett sitzenden Par- tenührer, deren Politik man blindlings imtmächt. So war die gesamte Borberestung dieses Weltkrieges be kannstich hinter dem Rücken des Parlamentes erfvlgr und die Abmachungen mit Frankreich und Rußland waren abgeleugnK oder doch wesentlich entstellt dem Hause mitgeteilt worden. Ebenso häufig wird das Par- lament jedoch auch auf dem Gebiete der Gesetzgebung velseiie geschoben, und in der Berroaltung Indiens wird es ganz als Luft behandelt. Die Opiumbill von 1891, die Prüfungsordnung für.indische Beamte 1898 wurde vom Parlament zwar beschlossen, von der Regierung 'über völlig außer acht gelassen ohne daß das Haus der Gemeinen es wagen konnte, mit der Wimver zu zucken. Schließlich herrscht auch im Hause selbst autokratische Willkür. Noch heute kann derSpeaker^ des Unter- hauseS, will er bestimmte Dinge nicht in die Oefferck- lichkeit lassen, das Publikum wie die Presse einfach aus dem Hause weisen. UM me «um Sprecher gehandhabte Zensur ist so. streng, daß er jede Interpellation, jede Diskussion zu uerhindern m-rmag. indem er den lie- tiessenden Abgeordneten beM Atund verbietet.

Was sich daran unter dem Einfluß des neuen Wahl­rechts ändeim wird, biecht a^zurlirrten,

Siettansnnflnii^r Sampsmatze

Zu den für die Franzosen höchst fatalen Ereignis­se« an der Ostfront bemerkt Gustave Terey tu der Oeuvre" vom 23. November:Hüten wir uns vor falschem Optimismus, hüten wir uns, su mgen: Was kommt es darauf an, denn: k. Wenn die Deutschen nichts mehr von Rußland zu befürchten haben, w kön­nen sie von der Ostfront eine so große Zahl Tioisivnen an die Westfront ziehen, daß wir uns auf einen geiuaU tigen Ansturm gefatzr machen muifein L Werm Ruß- Innh £tripben .»ließt, werden die Deutschen Rußland

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inen

rigen Ansturm anaß: machen munem L Wenn R land Frieden .chlietzi, werden die Deutschen RuM sehr bald in eine Kornkammer verwandeln, die W gestattet, der Blockade zu spotten und bis in alle Ewig- teit durchzuhalten. 3. Die mitemmtder ausgeföhnten Teutschen and Russen werdest sich Veellen, die Gesell­schaft der Nationen zu begründen, die trerlich nur etnä Zerrbild unseres eigenen Fdeals, aber bar um nur um so gefährlicher sein wird. . , ~.

Das sind drei unmittelbare drohende ^fahren. ®n zu beschwören, ist nicht unmöglich. Wir müssen sogar fest überzeugt sein, daß es sehr gut möglich nt aber um bufe Gefahren abznmenden, müssen wir thuen vor allem erst- twlossen ins Auge sehen. Zunächst ist der «Avzet ntto ganz Rußland, und Rußland hat sein tetzteS Wort r^ nicht gesprochen. Selbst aber, wenn mir das schlimmste unnehmei: selbst wenn die RUffen uns völlig im stich lassen, so sind die Amerikaner unterwegs, um an ihr^ -teile zu treten Alio: reden wir nicht mehr von der berühmten Dampfwalze, die eine böse Ericlieinmrg ge« "'eien ist. Jetzt fetzt sich die transatlantische Dampf« walze in Bewegung." » llu . tts_

Man sieht, die Franzvien sind rrvtz aller, rrüden iabrünaen unverbesserliche Optimisten. Dierunuche Danwfwals^ ist tot, es lebe die transatlantische' Wenn Mr alle Abteinmaen des Betriebes belasten werben.