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8er. Mlm der KegMeW.

Die Notwendigkeit, nach der Oefinung der Grenzen sofort auf einen leosilknrchdaLten und der Möglichkeit der Bescbleunigiu'g weitgebendst Rechnung tragenden Abbau der qegcnwntigen Kricarpreise in allen Zwei­gen der wirtschaftlichen Erzeugung bedacht zu sein, be- f-büstint seit längerer Zeir alle beteiligten Reichs- und Staatsbehörden. Der wiinkü.entwerten Ve.chleunigung dieses RüctRGnnasprozesies werden die seit Monaten erfolgten BetriebÄrusaunnenlegungen und vielseitigen Kontrollnraßnalnnen wertvolle Dienste Leisten, Bei der zu erivartenden Maßnahme wird stets der Gedanke lei­tend sein, daß eine dauernde ScHäbLaun^ sowohl ein­zelner Wirischafts-weige als auch einzelner Bei neue durch eine >u unvermittelte Senkung der Preise unue- di.igi zu verhüten ist. Eine beßhiennüne Äkuvulinng des Prozesses wird aber sehr begünstigt durch die m großem Maßstab ge'roffene Borsorge der Mehrzahl oer landwiriiw.istüche:!, gewerblichen und industriellen Be­triebe selbst. Es braucht nur daran erinnert zu werden, daß fast in allen größeren Anteenebmungen die Knegs- bilanzen bereits unter weitgehendster Berücksichtigung der durch die Ucberfiihrnng in die Friedenswirtschaft bedingten Veränderungen ausgestellt n'orden sind. Ins­besondere fanden durchweg größere Abschreibungen als üblich statt. Hierfür war der Grundsatz maßgebend, Einrichtungen und Bermögeiisgegenstände so zu bewer­ten, ausländisches Besitztum, gleichviel ob Werte, Beter- tianngen oder Guthaben so einzusesen, dan Nachteile kaum daraus erwachsen konnten. Ausländische For­derungen rrurden faß ganz abgeschrieben. Außerdem wurden Anlagen, die lediglich zur Fabrikation von Lriegsbedarf bergestellt und daher später nicht wieder verwendbar waren, völlig abgeschrieben. Auf Waren, Rohstone und Fabrikate, sie zu erhöhten Kriegspreisen cinaelauft werden, die weil über dem Friedenspreis la­gen, wurde mit Rücksicht auf die nach Friedensschluß zu erwartende große Preisminderung gleichfalls eine entsprechende Abschreibung vorgenommen. Aehnlich verfuhren die Werke, deren Anlagen infolge der Kriegsarbeit ungewöhnlich in Anspruch genommen wurden, oder die schlechtes Material und ungelernte Arbeiter verwenden mußten. Diese versorg!iche Selbst- bUfe der Unternehmungen mindern die Gefahren, denen ein schneller Abbau der Kriegspreise unseren Wirtschafts- körper ausfetzen könnte, auf ein Mindestmaß herab.

Unsere ßtiessgefsngenen.

Nie wohl hat sich irgendwo in der Welt ein der­artiges Bölkergemisch zusammengesunden, wie in den deutschen Kriegsgefangenenlagern, die Völkerstämme aus allen fünf Erdteilen umfassen. Sie bieten dem Forscher ein wertvolles Material zu Studien und Ver­gleichen.

Eine außerordentliche Mannigfaltigkeit an Volks- typen weift zunächst die englische Armee auf, in der die Fuder eine besondere Gruppe bilden. Die in Indien so 'trenn durchgeführte Scheidung der Bevölkerung in einzelne Kasten muß, wie Professor Doeger in einem in derUrania" in Berlin gehaltenen Vortrag aus- sührte. auch in den Gefangenenlager« innegehalten

Fortsetzung des amtlichen Teils.

Hersseld, den 13. Dezember 1917.

Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 13. ptovember 1917 müssen sich sämtliche uachsteheuden Personen zum Hilfsdienst melden:

1. alle männlichen Deutschen, die nach dem 31. März 1858 geboren sind und das 17. Lebensjahr vollendet haben soweit sie nicht

a zum aktiven Heere oder zur aktiven Marine ge­hören oder

b auf Grund einer Reklamation vom Dienste im Heere oder in der Marine zurückgestellt sind,

2. alle männlichen Angehörigen der östreichischen- ungarischen Dtonarchie, die nach dem 31. März 1858 geboren sind und das 17. Lebensjahr vollendet haben soweit sie im Gebiete des deutschen Reiches ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufent­halt haben und nicht zum aktiven Heere oder zur aktiven Marine gehören.

Die Meldungen haben am Wohnort des Melde- pflichtige« zu erfolgen.

Für die Meldungen kommen mithin insbesondere auch Landwirte, Reichs- und Staatsbeamte sowie die jüngeren Lente (17 bis 48 Jahren) in Betracht, soweit sie unter die obigen Bestimmungen fallen. Ausge­nommen von den Meldungen find nur diejenige« Personen, welche fich bereits früher gemeldet haben und dieses durch den gestempelten Abreisstreife» der Meldekarte nachweisen können.

Ich ersuche die Herrn Ortsvorstände des Kreises hiernach den ungefähren Bedarf von Meldekarten für ihre Gemeinde festzustellen und mir denselben be­stimmt binnen 3 Tagen anznzeigen. Fehlbericht ist erforderlich.

Tgb. M. No. 11510. Der Landrat.

J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

HersfÄd, den 8. Dezember 1917.

Diejenigen Herren Bürgermeister des Kreises, die meine Verfügung vom 10. November d. J. i. 14084 -*- betreffend Heulieferung, noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 18. Dezember d. J. hieran bestimmt erinnert.

Tgb. No. I. 14429. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 10. Dezember 1917.

Auf Veranlassung des stelln. Generalkommandos in Gaffel wird erneut darauf hingewiesen, daß das Abschießen von Tauben aller Art verboten ist.

Tgb. Nr. I. 14683. Der Landrat.

I. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 10. Dezember 1917.

Zur Behandlung der Räude bei Pferden steht der Oler-Petroleumgesellschaft Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 25 Fernsprecher: Uhland 1571 bis 1580 und 5178 Mineralöl zur Verfügung. Jnteresfenien stelle ich anheim, sich bei Bedarf direkt an die Firma zu wenden.

Tgb. No. I. 14985. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg..Asseffor.

werdest. Es wohnen hier die drei haupisächlichfteu Kasten nebeneinander, jede aber hält sich von der andern fern. Die vornehmste Kaste sind die Brahmanen, die an einer braunen um den Hals getragenen Schnur kenntlich sind. So viele Photographien auch im Ge- iaugenenlaaer schon ausgenommen worden sind, einen Brähmanen auf die Platte zu bannen, ist bisher noch nicht gelungen, da sie sich aus Stolz und aus religiösen Gründen nicht photographieren lallen. An ihren Voll- bärten kenntlich, sind die Sikhs, die alle den Namen .Singh" führen, was auf deutschLöwe" bedeutet Sie sind ihrem Namen entsprechend äußerst tapfere Krieger und sümpfen tatsächlich wie die Löwen. Zur Pflege ihrer großen Bärte benutzen sie eine besondere Bart­binde, die täglich angezogen und um den Vollbart her- umgelegt wird. Durch Klugheit zeichnen sich die Tha- kurs nu8 Die so oft erwähnten Gurkbas gehören zur mongolischen Rasse, eine Zugehörigkeit, die sich nach außen hin durch den Zopf zu erkennen gibt, den sie tränen und den sie stets sorgfältig mit der Mütze be­decken. Ihr Anfchleichen an die Feinde mit dem Messer im Mund, ist bekannt. England ist ihnen zu großem Dank verpflichtet, da sie besonders in früheren Kriegen, so z. B. bei Delhi, Hervorragendes leisteten. Es sind kluge, flinke, intelligente Leute, von denen manche drei bis vier Sprachen sprechen und einzelne als Philosophen selten. Sie beschäftigen sich auch im Lager mit ihren heimatlichen Gebräuchen, insbesondere mit Geisterbe­schwörungen, SWrtarEnetnnaen, Tänzen und Gesängen.

Die Engländer zerfallen in drei große Bölkerstämme: in eigentliche Engländer, Schotten und Jrläuder und in zwei Sprachstämme, Angelsachsen und Kelten, denen sich noch die Kolvuinlengländer, also Kanadier, Australier usw. zugesellen. Sie fühlen sich in allen Gefangenen­lagern als eine Art von Herren und treten den Mitge­fangenen gegenüber auch vielfach als solche auf.

Auch die Franzosen setzen sich aus ein-"' "gnzeu An­zahl von Völkerstämmen zusammen. Zu ihnen gehören auch die Belgier, ferner die Wallonen und Bretonen. Diese letzteren sind Nachkommen der alten Kelten und sprechen eine besondere, die bretonische Sprache. Durch eine eigene Sprache zeichnen sich auch die im Süöwesten Frankreichs wohnenden Basken aus, die Nachkommen der alten Iberer sein sollen. Die von ihnen gesprochene Sprache hat keinerlei Verwandtschaft mit irgend einer anderen. Den Nebergang von den weißen zu den far­bigen Franzosen bilden die von der Insel Martinigue stammenden Kreolen, die das segenannteNegerfran- zösisch" eine Mischung aus Französisch und einer Ne­gersprache, sprechen. Besonderes Talent für Musik ha­ben die Berber, die Marokkaner sowie die Sudan- und vor allem die Kongo-Neger. Diese letztere^ benutzen im Lager zu musikalischen Darbietungen eine eigenartig gestaltete Holztrommel, die mit zwei Knüppeln zum Tönen gebracht wird. Alle farbigen Franzosen sind im Lager Wünsdorf untergebracht, wo die Mohammedaner eine eigene Moschee besitzen und sich vielfach mit funff= gewerblichen Arbeiten. Handarbeiten, Töpferei, Tisch­lerei, Matten- und Korbilschterei, Kunsttischlers usw. beschüstigen. Hier ist auch ebenso wie in anderen La­gern eine Schule, in der sie deutsch sprechen, lesen und schreiben lernen können.

Das mit dem russischen Heer zu uns gekommene Bölkergemisch ist ein derartig großes. daß sich die ein-

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WonUgedrüuche in Raten.

Wenn der erste ASventsountagabend feine Schatten über den verschneiten Dächern der kleinen Stadt aus- reitet, dann beginnt in den stillen Straßen ein selt­sames Treiben. Verkleidete Knaben eilen gruppeuweye von Haus zu Haus, von Straße zu Straße, geleitet von einem Schwärm jauchzender Kinder. DieChristkin­der" ziehen umher.

Schon einige Zeit vor Advent Haben sich drei, vier Knaben zusammengetan, um in der Bvrweihuachtszeit ihren Bekannten das Nahen des Festes anzukündigen. Seltsam ausstassiert ziehen sie am Abend der Advent- somrtage in die Häuser und. singen ihr kunstloses Lied:

Guten Aberrd, guten Abend zu dieser Frist, Herein schickt uns der heil'ge Christ.

Da drüben, da draußen, da steht ein Wage», Der ist ßeübmüctt mit Gottes Gaben, Er ist geschmückt mit Aepfeln und Rüst,

. Herein schickt uns der heit'ge Christ.

Wie zieh'tl die Schnüre über's Haiis, Da schaut eine goldne Dame 'raus. Sie hat den Schlüssel in der rechten Hand Und schließt den Himmel auf und zu.

Pelzebock komm auch herzu!"

Der Pelzebock (Beelzebub), der so lange auf dem Flur warten mußte, stürzt ins Zimmer. Er ist greulich anzuschauen. Der umgewetidete schwarzzottige Schaf­pelz vom Vater, mit dem er bekleidet ist, das rußge- schwärzte Gesicht, aus dem das Weiße des Auges ge­spenstisch leuchtet, die rauhe Stimme, cer dicke Knüppel, an dem eine Kette klirrt, alles das ist wohl geeignet, die Kleinen vor dem Teufel bange zu madjen. Er ist aber nicht so schlimm, wie er ausschaui. Gutmütig und ungeschickt versuch! er zu tanzen, und zum Schluß schlägt er gar noch einen Purzelbaum. Ein paar Gro­schen fallen in die Blechbüchse der Christkinder. Fröh­lich zieht die Schar von bannen, nicht ohne zuvor einen Tankvers gesungen zu haben.

Ihr hab't uns 'was gegeben, Und sollt noch lange leben, B^ ins andre Jahr!"

Diese Sitte verschwindet immer mehr. Früher wa­ren es meist erwachsene junge Burschen, die mehr zum eigenen Vergnüge« als zum (GelderwerbChristkinder" spielten und die Kinder ihrer Bekannten mit Naschwerk beschenkten. Heute sind die Christkinder meist Kinder armer Heute, die sich ein paar Groschen zum Fest ver­dienen wollen.

Für die vielen Beweise herzlicher

Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben unvergesslichen Ent­

schlafenen, für die zahlreichen Kranz­

spenden und die Begleitung zur letzten

Ruhestätte, besonders Herrn Pfarrer

"Gonnermann für die trostreichen

Worte sagen herzlichen Dank

öle trauernden HlnterDlleD$nen

Val. Vetter

u. Kinder.

Unterbaun, 12. Dez. 1917.

>n!

Wen!

Lichischaispieihaus Hersseld.

Spielzeit: Samstag, Sonntag und Montag

nachmittags 2 Uhr.

S p i e l p l a n:

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Märtyrer der Liebe. Eine Lebenstragödie in 4. Akten.

Sdmurzel geht einkaufen.

Lustspiel in 3 Akten.

.....-........... Großer Lacherfolg.-

Eiko - Woche.

Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz.

Samstag u. Montag, 26 Uhr nachmittags

Krch BgeniiWlßMlilg

Reisen und große Jagden im Innern Afrikas.

EiKo-Woche. Wiesbaden Naturaufnahme.

----Aenderungen vorbehalten.