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Englands gegenwärtiges Schicksal ist ein HaffutheS Beispiel für den unteren Zusammenhang von Seemacht und Welthaudetsgeltttilg. England, das seine Seekriege fast ausschlielich um seines Handels willen gefüllt und dies auch oft genug eingcstandcn hat, das, unbekümmert um Völkerrecht, um Verträge und alten Besitz sich der wichtigsten Platze für den Welthandel und Weltverkehr bemachttgt hm, läßt es sich jetzt widerchruchslos gefallen, daß tunertra und Japan Schiffe, die für englische Rechnung auf mne- likanische,! und japanischen Werften in Bau gegeben und, für sich mit Puchlag belegen und so mit englischem Besitz eine Konkurrenz gegen England auf dem stets eon ihm am eifersüchtigsten gehüteten, Gebiet ms Leben rufen. Wäre der englische Seelöwe nicht unheilbar dem Marasmus senilis und der dcnffchen NfBootpeit verfallen, so würde ein furchtbarer Tatzenbreb dre Kecken ffchtnng vor Englands Seeherrschaft gelehrt haben.
Die Gefahr, die für England herauizreht, ist ernst renug. Schon der alte Chamberlain harte, noch auf der Höhe seiner weitblickenden tatkräftigen Schaffenskraft, wr etwa 15 Jahren warnend seine Stimme gegen dre England auf dem Gebiete des Harrdels von Amerika drohende Gefahr erhoben, ohne damals den englischen Dünkel aus seiner selbstsichern Rune mmcheuchen zu können, obwohl Simerifct ani diesem Gebiet noch eine alte Rechnung mit England glatt zu machen hatte. Denn die wringe Bedeutung der amerikanischen Handele.,chiftahrt ist eine Frucht der Politik Englands das im Kriege zwischen den Nord- und Südstaaten die damals blühende unerrkanische Handelsschiffahrt so gründlich vernichtet hat, &CB sie sich nicht wieder erholen konnte. ,
Alle« in allem hat die amerikanische Regierung nach niitteilünq des amerikanischen Schiffahrtsamtes auf amerikanischen Werften 400 im Bau befindliche oder in Auftrag gegebene Schiffe mit rund 2% Millionen 8r.-R.kT. Mit Beschlag belegt, deren Fertigstellung, was für den U-Boot-Krieg von Bedeutung ist, wohl erst auch Beendigung des Kriegs erfolgen dürste, gerade zu str Zeit, wo England seinen Anteil aber am nötigsten brauchen würde, um seine so außerordentlich stark verminderte Handelsflotte wieder auf die Höhe zu bringen. An altem Belland besitzt Amerika nach derselben Quelle
' 458 Schiffe über 1500 Tonnen mit einem Raumgehalt von zusammeu 2 271 000 Tonuen, sowie 117 beschlagnahmte deutsche und österreichische Schiffe von insgesamt 700 000 Tonnen, die allerdings nur erst zum kleinsten Teil wieder hergestellt worden sind nnd zum Teil vielleicht überhaupt nicht wieder hergestellt werden können. Ferner hat Amerika noch 636 Schiffe mit 3 124 000 Tonnen in Auftrag gegeben. Unter der Voraussetzung der rechtzeitigen Fertigstellung würde es nach den Angaben des Schiffahrtsamtes vor Ablauf des Jochres 1918 über mehr als 1600 zum Ueberseeverkehr geeignete Schiffe mit mehr als 9,2 Millionen Tonnen verfügen.
Ob die amerikanische Leistungsfähigkeit auf dem Gebete des Schfffbaues ausreicht, um dieses Programm bis 1918 zu verwirklichen, erscheint allerdings sehr fraglich, und zwar selbst dann, wenn man eine außerordentliche Steigerung der Leistungsfähigkeit der amerikanischen Werften nutimmt. Selbst englische Stimmen, die feine Veranlassung haben, die amerikanische Leistungsfähigkeit herabzusetzeir, glauben nicht, daß Amerika auf fernen Werften jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen herstellen sann, während andere Urteile selbst hinter diesen
Ziffern noch sehr erheblich zurückbleiben. Jrnmertzin wird man damit rechnen können, daß Amerika die vom amerikanischen Schiffahrtsamt angegebene Tonnage tatsächlich in Auftrag gegeben hat, so daß sie bald nach Friedensschluß, wenn der Wettbewerb auf dem Weltmarkt wieder beginnt, zur Verfügung der Amerikaner stehen würden, keinesfalls aber bereits in früherer Zeit, so daß also die Tonnagenöte Englands damit nicht beseitigt werden können. Mit einer Handelsschiffstonnage von 9,2 Millionen Tonnen würde Amerika aber bereits an die Hälfte des englischen Schiffsraumes bei Kriegs- bcqinn und an % oder mehr des voraussichtlichen englischen Schiffsraumes am Ende des Jahres 1918 heranreichen. Bei der amerikanischen, der englischen weit überlegenen Tatkraft bedeutet eine Nebenbuhlerschaft, die mit ihrer Tonnage so nahe an die englische heran- reicht, das baldige Ende der britischen Welthaudels- stellung.
Im Gegensatz zu Amerika beträgt die Tonnage der auf japanischen Werften im Bau befindlichen und von Japan beschlagnahmten Handelsschiffe nur etwa 130 bis 150 000 Tonnen, was zwar nicht den Monatsziffern unserer Ubootserfolge gegentiber, wohl aber als Baustein
für die japanische Zukunstsflotte und noch mehr als Beweis für den tief gesunkenen Respekt Englands m der ganzen Welt ins Gewicht fällt. Nicht genug mit dieser Beschlagnahme hat Japan die Neubauten auf heimischen Werften ganz außerordentlich gesteigert, und zwar nach vorliegenden Meldungen von 30—40 000 Tonnen vor Kriegsbeginn auf 250 000 Tonnen im Jahre 1910, und ferner durch das Verbot, japanische Schiffe an das Ausland zu verkaufen oder zu vermieten, dafür gesorgt, daß in die javanische Schiffahrtspolitik sich kein fremder Einfluß eindrängen kann. Wie sehr Japan auf einen Einbruch in den englischen Handel hinzielt, bekundet schließlich noch die japanische Seeversicherung, die — wohlgemerkt nur für japanische Schiffe — für die weiten Fahrten nach England trotz der erheblich größeren Gefahr sehr viel geringere Sätze berechnet, als für die nahen Strecken nach Südafrika oder Ceylon.
Und neben Japan und Amerika rühren sich die Reeder auch in anderen Orten der Welt. So ganz besonders in Holland, in Norwegen und sogar in Südamerika, wo die brasilianische Regierung nach einer Meldung von „Stockholms Tidningen" vom 14. Oktober unter Benutzung von 42 beschlagnahmten deutschen Danrpfern 3 Schiffahrtslinien unter brasilianischer Flagge erngerrch- tet hat, von denen 18 zwischen Amerika und Europa, die übrigen zwischen Brasilien und Europa fahren sollen.
Daß man in England die Tragweite dieser Entschlüsse sehr wohl erkennt, beweist die Haltung der englischen Presse, die mit bemerkenswerter Selbstbeherrschung betont, Amerika müsse über die Tonnage freie Verfügung haben, schon um den Transport der versprochenen großen Heere nach Europa stcherzustellen — ohne daß jedoch die amerikanische Presse sich bemühte, diese Brücke zu benutzen und dieselben Gründe für Amerikas Maßnahmen geltend zu machen.
Englands Stellung auf dem Weltmärkte ist wesentlich bedingt durch feine Handelsflotte. Belaufen sich doch nach vorsichtigen Schätzungen Englands gesamte Einkünfte aus Auslandsgut, die auf der Handelsflotte beruhen, auf rund 6 Milliarden Mark jährlich, und der „Daily Telegraph" hat vollkommen recht, wenn er am 10. Oktober schreibt: „Wenn wir alle unsere Kriegsziele erreichen und dann ohne Handelsschiffe dastehe«, so haben wir alles verloren."
KriegerBerein.
Monatliche Versammlung Montag d. 3. Dez. 1917 abends 8 Uhr im Vereinslokal.
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Weihnachten in Bethet!
Von dem größten Wunder der ewigen Liebe redet das Weihnachtssest. Mitten untar Leid und Kampf des großen Krieges will es Augen und Herzen auf den hin- lenken, der arm geworden ist, um uns reich zu machen.
Innerlich durch die ewige Liebe reich gewordene Leute können dienen und geben, auch wenn sie nicht viel besitzen. Darum darf Bethe! es wagen, auch vor dem vierten Kriegsweihnachten bei seinen Freunden anzuklopfen mit der herzlichen Bitte: Bereitet den fast 3500 Kindern, Kranken und Heimatlosen in unseren Häusern eine Freude und denkt auch an unsere verwundeten Krieger. Fast 15 000 von ihnen haben wir schon in Bethel gepflegt. Und es werden voraussichtlich etwa 1500 zu Weihnachten bei uns sein. Sie alle hoffen auf eine kleine Gabe. Besonders willkommen sind natürlich jetzt Kleidungsstücke aller Art, daneben Zigarren und Tabak, Bücher und Bilder für die Großen, Spielsachen für die Kleinen und Geld, um das zu kaufen, was Große und Kleine erfreut. Je eher es geschickt wird, um so besser können wir alles so verteilen, daß jeder etwas erhält.
Mit herzlichem, dankbarem Weihnachtsgruß an alle Freunde von Bethel
F. v. Bodelschwingh, Pastor.
Bethel bei Bielefeld, im November 1917.
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Vormittags 3A9 Uhr: Herr Superintendent Feyerabend
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Petersberg.
Vormittags 10 Uhr Gottesdienst.
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Mathol. Gottesdienst.
Sonntag, den 2. Dezember.
7 Uhr hl. Messe
8 Uhr hl. Messe
8/<10 Uhr: Amt, Predigt, Christenlehre.
VsB Uhr Andacht, Mütler- verein.
Werktags 7,25 Uhr Hl. Messe, Gelegenheit zur Hl. Beichte.
Sonnabend 5 und 8 Uhr.
Sonntag Va7 Uhr-
Freitag abends 8 Uhr Bitt- Andacht. Gemeinschaft!. Hl. Kommunion des Müttervereins.