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Von Alfred Goetze.

Frankreichs größter Bildhauer, Auguste Rodin, ist kürzlich nach kurzer Krankheit im 77. Lebensjahr ge- storben. Er hat schon bei Levzeit.u sein Haus bestellt und seine, ein ungewöhnlich reiches. Kunstlebeu wider- spiegelnden Werke dem französischen Staat überlasse«. In diesem Rodirr-Museum des Hotel Biron ist den Pariser SraatLsammumgeu da» Erbe eines Künstlers zugefalletl, der in der Bildhauerkunst der uwderuen Zeit nicht seinesgleichen in der Welt hat. Daß auch dreier Großmeister, vom Hasse der Stunde verblendet, reinen Namen unter ein Manifest teure, das unsBar­baren" schalt, soll uns Deutsche nicht hindern, uns an der Bahre Rodins vor einem Genius zu neigen, dessen Kunst für die Welt eine Offenbarung bedeutete. Ulrich von Wilamowitz-Möllendorf hat gelegentlich des 75. Geburtstages des französischen Meisters das den deut­schen Ltandpunkt treffend kennzeichnende Wort geprägt, daß wir uns durch den Verrat Frankreichs an der Uu- Wisienschaft und Kunst die Freude an Männern wie Rodin nicht verderben lassen wollen. Und dieses über­ragenden Vertreters einer idealen KrUturgemeinschaft dürfen wrr uns umso aufrichtiger freuen, als sich in dem Werk des Franzosen eine Innerlichkeit der künst­lerischen Problemsaffung ausspricht, die in der Tief- grttndigkest ihres versonnenen Wesens einen ausge­sprochen germanischen Zug nirgends verleugnet. Dieses für Rodrns romantische Eigenart charakteristische sec- lrsche Sichversenken macht es auch begreiflich, daß der Verstorbene, der in seinem Vaterlande bis zu seinem 50. Lebensjahre heftig umstritten war und nicht nur den akademischen Kreisen als wunderlicher Eigenbröd- ler galt, schon frühzeitig in Deutschland verständnis­volle Anerkennung und Bewunderung gefunden hatte.

. Wie viele Großen der Kunst, war auch Rodin ein Einsamer, der abseits der Seeresstraße seinen eigenen Weg ging. In einem kahlen, künrmerlich möblierten Atelier der rue de J'Universitö in Paris, das einem Anfänger zu schlecht gedünkt hätte, fetzte er den Schöp­ferwillen einer schier übermenschlichen Urkraft in Kunsttaten um, die in ihrer monumentalen Wucht und Ursprünglichkett der Naturauffassung und ihrer wun­dervoll geschlossenen Form eine Verschmelzung der An- ttke mit der Gotik verkörpern. In all diesen Schöpfun- gen, die sich den Meisterwerken der Renaissanceplasti--

ker würdia zur Seite stellen, steigert sich das heiße Stre­ben des Bildhauers, die, innere Bewegung im spröden Material festzuhalten und Stein und Bronze von innen heraus zu beseelen, zu Empfindungsekstasen, die die na­türlichen Grenzen der Plastik hätten sprengen müssen, wenn nicht die genial gestaltende Künstlerhand stets mit untrüglichem Feingefühl den restlosen Ausgleich zwischen Form und Ausdruck zu finden gewußt hätten. Diesem ungestörten Gleichgewicht des künstlerischen Krästespiels, das zwischen dem Gedanken und seiner Ausfiihrung sofort die Berbindung fand, einte sich ein nnerbitterlicher, fast fanatischer Wahrheitsdrang, der, unbekümmert im Beifall oder Tadel, nur der inneren Stimme lauschend, mit eiserner Folgerichtigkeit den ein­mal als richtig erkannten Weg verfolgte. So durfte Rodin mit Fug und Recht von stch und seiner Knnsttä- tigkeit sagen: , ^ "^- m"ft-a --^- ^ ^'

sagen:Ich habe mein Bestes getan. Ich habe nnmals gelogen. Ich habe niemals meinen Zeitgenossen geschmeichelt. Meine Büsten haben oft Mißfallen erregt, aber sie haben sicherlich ein Verdienst: die WahrhafUg-

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cheu für Rodins gesamtes Kunstempfinden sehen darf, wie für das durch einen nackten Mann verkörperteEi­serne Zeitalter", von dem sich ein zweites Exemplar in der Berliner Nationalgalerie befindet, für den predi­gendenJohannes der Täufer", die Monmncnralgrnppc derBürger non Calais", denAufruf zu den Waffen" wie für die zahlreichen Porträtbüsten, die sich nicht auf die Aehnlichkeit beschränken, sondern stets daraus ans- gehen, dasinnere Gesicht" des Dargestellten zu ent- hüllen.

Rodin, am 4. November 1840 geboren, ist ohne fremde Unterstützung zu seiner künstlerischen Höhe em- porgestiegcn, unter freiwilligem Verzicht auf die Hilfs- brticke der akademischen Schulästhetik.Die entscheiden­den Grundbedingungen der Kunst", gestand der Meister in einer autobiographischen Skizze,lehrte mich kein be­rühmter Bildhauer oder beamteter Lehrer, sondern ein bescheidener Handwerker, ein Werkstattkamerad namens Simon, mit dem ich in einer Dekorationswerkstatt für einen Tagelohn von 6 Francs arbeitete." Das technische Rüstzeug seiner Kunst eignete er sich dann in den Jah­ren 186470 in den Werkstätten des Tierbildners Barne und des Bildhauers Carrier-Bellause an. Seine prak­tische Kunstausübung begann Rodin in Brüssel, wo er gemeinsam mit dem belgischen Bildhauer von Ras- bourg an der Ausschmückung der Börse arbettete. 1875 debütierte er im Pariser Salon mit einer Büste des Architekten Garnier, der zwei Jahre später dasEiserne Zeitalter" folgte, ein Werk, das durch die Wucht der Charakteristik und die kühne realistische Behandlung all- gemeiues Aufsehen erregte und einen heftigen Wider­streit der Meinungen entfesselte, der sich erst spät zu Gunsten des Künstlers entschied.

Die rauhen Herbststürme heulen jetzt über das Meer, und unter ihrem Tosen ballen sich die grauen Wellen zu schäumenden Hügeln auf. Nicht leicht haben es jetzt unsere kleinen U-Boote, die weit draußen im Sperr­gebiet den harten Kampf mit Sturm und Wogen zu bestehen haben. Was unsere tapferen U-Boots-Kämpfer in den Stürmen des Atlantischen Ozeans auszuhatten haben, davon kann man sich in Deutschland kaum einen Begriff machen. Wie Hock man die Zähigkeit und Pflicht­treue einschützen muß, mit der unsere wackeren U-Bovt- Helden den schweren Kampf mit hinterlistigen Feinden und tückischen Elementen durchkämpfen, zeigt nach­stehende Schilderung.

Eines unserer kürzlich zurückgekehrten Untersee­boote hatte auf seiner Reise in dem Atlantischen Ozean sehr schweres Wetter zu bestehen, und die unheimliche Kraft der empörten Wogen hatte dem Boot beträchtliche Beschädigungen zugefiigt, sodaß es fast wie ein Wun­der zu betrachten ist, daßU . . ." glücklich den heimat­lichen Hafen erreichte. Mehrere Tage lang waren schwere Nordweststürme über das Meer heraefegt,' und der hohe Seegang hatte jede Waffenverwendung ausgeschlossen. Beigedreht wiegte sich das kleine Boot auf dem langen Wellenrücken, andauernd überflutet von den mit un­heimlicher Gewalt niederprasselnden Wassermassen. Wäh­rend der Nacht war der Sturm fast zum Orkan ange­wachsen, und als man am anderen Morgen bei Hell­werden das Boot untersuchte, stellte sich heraus, daß das vordere Tiefenruder klennnte, mithin die Tauch-

von Wasser, und durch losgeschlagene Nieten drang an mehreren Stellen Seewasser in das U-Boot hinein. Im­mer mehr neigte sich das Boot nach seiner Backbord- flinken) Seite über. Tiefer sank das Heck, und es ent­stand die doppelte Gefahr des Kentsrus und Sinkens. Dabei tobte immer noch rundum das entfesselte Ele­ment im höchsten Aufruhr, .Sturzwelle auf Sturzwelle flutete heran, bäumte sich auf und schüttete ihren Wasser­segen donnernd auf die schwachen StaMwänöe herun­ter. Angestrengt, mit dem Mute der Verzweiflung und dem festen Willen, das Leben so teuer wie möglich zu verkaufen, der eisernen Entschlossenheit, kein Mittel un- versucht zu lassen, um das sinkende Boot zu retten, ar­beitete jeder Mann auf seiner Station. Es gelang, das Boot schwimmend zu erhalten und dem weiteren Ein­dringen des Wassers vorznbMgcn. Zum Glück ließ das Unwetter etwas nach, doch an eine Ausbesserung der Schäden war hier in der hohen Ozeandünung nicht zu denken.

Deshalb entschloß sich der Kommandant, nach der in der Nähe liegenden Insel . . . zu fahren und dort zu versuchen, das Boot einigermaßen seetüchtig zu machen. Die Dunkelheit war schon hereingebrochen, als man lang­sam den Ankerplatz anstenerte. Immer noch stand ein starker Seegang und häufig brausten Schnee- und Re­genböen vom Westen heran. Wie eine Erlösung wnrSe es begrüßt, als bei der Einfahrt in die stille Bucht sich die Wellen glätteten und das schwerhavarierte Boot nun endlich aus seinen torkelnden Bewegungen zur Ruhe gelangte. Der kleine Anker sauste in die Tiefe, und so­fort wurde an die Ausbesserung der Schäden gegangen. Würde das Werk gelingen, oder mußte man sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß es keine Heimkehr mehr für das Boot gab? Aber deutsche Zähigkeit» und das deutsche Geschick des Maschinenpersonals trugen den Sieg davon. Obgleich die Nacht außerordentlich dunkel war, und unausgesetzt schwere Böen in die einsame Bucht hineinjagten, gelang die schwere Arbeit. Um das, unter dem vorderen Teil des U-Bootsrumpfes festgeklemmtc Tiefenruder loszulösen, mußten primitive Hämmer aus Bootshaken mit daran befestigten Trimmgewtchten her­gestellt werden. Abwechselnd wurde durch Zufluten der vorderen oder tieferen Tauchtanks das U-Boot in eine solche schiefe Lage gebracht, daß man zum Arbeiten an die betreffenden beschädigten Stellen des Außenkörpers herankommen konnte. Endlich war nach Wstündiger har­ter Arbeit das Werk getan und das Boot wieder bedingt tauchklar, sodaß es seinen kriegerischen Zwecken wieder zugeführt werden konnte. Die Heimfahrt wurde ange- treten, doch der starke Oelverlust hatte den Vorrat an Treiböl soweit vermindert, daß es unmöglich erschien, ohne Ergänzung den HeimatsHafen zu erreichen. In. der Nordsee nahte aber die drahtlos herbeigerufene Hilfe, und es gelang bei dem inzwischen ruhiger gewordenen Wetter, die Oelvorräte auszufüllen und dann glücklich in den heimatlichen Stützpunkt eiuznlausen.

Aus dem Bericht des Kommandanten an seine Vor­gesetzte Behörde feien folgende Sätze hervorgehoben: Dem mustergültigen Geist und verständnisvollen Mit­arbeiten der tüchtigen Besatzung hat das Boot seine Rettung zu verdanken. Zähe Ausdauer, tatkräftiger Wille und die starken Nerven der in jeder Beziehung aufs äußerste angestrengten Offiziere und Mannschaften zeigten sich jeder Lage gewachsen. In den vielen kriti­schen Augenblicken bewahrte die Besatzung eiserne Ruhe, und ihr hervorragendes mustergültiges Verhalten hat in außerordentlichem Maße dazu betgetragen, daß daS , Boot in den Hafen zurückgebracht werden konnte." WWWWWWWWWW^mÄolWWWWWWIWE..

dene Tauchtanks leckgeschlagen. Wichtige Rohrleitun­gen hatten sich losaeriiien, der Maichinenraum stanö halb

Fortsetzung des amtlichen Teils.

Hersfeld, den 23. November 1917.

Nachfolgend gebe ich die Gemeinden des Kreises bekannt, dereü Bürgermeister es trotz dringender Erinnerung unterlassen haben, die nach meiner Ver­fügung vom 11. September 1917 I. A. No. 9936 Kreisblatt No. 241 freigegebenen Zulagen an Hafer und Gerste für die schwerarbeitenden landwirtschaft­lichen Pferde, sowie für die Zuchtsauen und Eber an die Berechtigten unterzuverteilen und das Verzeichnis darüber mir rechtzeitig einzusenden. Dadurch ist den Landwirten in diesen Gemeinden die Zulage verloren gegangen, was bei dem Mangel an sonstigen Kraft­futter zu bedauern ist, abgesehen davon, daß diejenigen Landwirte, die Hafer und Gerste auf Grund der oben bezeichnete» Kreisblatt-Bekanntmachung verfüttert haben, ohne die Zuweisung durch den Bürgermeister abgewartet zu haben auch noch der Gefahr der Be­strafung ausgesetzt find. Die Herren Bürgermeister dieser Gemeinden ersuche ich daher, für die Folge derartige Ersuchen pünktlicher zu erledigen. Eine nachträgliche Zuweisung der Zulagen ist unstatthaft.

Allmershausen, Bengendorf, Bingartes, Ausbach, Dinkelrode, Heimboldshausen, Hilmes, Kalkobes, Kleinensee, Landershausen, Leimbach, Meckbach, Meise­bach, Obergeis, Oberrode, Reilos, Röhrisshof, Rohr­bach, Sorga, Unterhaun, Unterneurode, Wippershain, Wölfershausen und Wüstfeld.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

I. A. No. 10351. II. J. B.

v. Hedemann, Reg.-Affeffor.

Hersfeld, den 24. November 1917.

Der Kriegsinvalide Wilhelm Weber aus Heringen ist als Fleisch- und Trichinenbefchauer der Gemeinde Heringen bestellt worden, was ich hiermit zur öffent­lichen Kenntnis bring«.

Tgb. No. I. 14396. Der Landrat.

F. B.:

v. Hedemann, Reg.-Affeffor.

Sie GÄllilklichstelle

befindet sich bis anf weiteres im Geschäftslokal des M HiN** Srch. Lauser, AqM. wo jederzeit «oldwaren, Goldmünzen, Platin «ud Edelsteine angenommen werde».

Hersfeld, den 20. November 1917.

Goldankaufsstelle.

in i i i i i i i i i i r rrnjTn i i ,, , u r n rrÄ i r in i i i > rn t r im r in r r ri i , sii nnnTTi

BekmtuichnnM her Sstilitsist».

MMWtr Hilfsdienst»

In Gemäßheit der Verordnung des Bundesrats vom 13. November 1917 haben sich alle in der Stadt Hersfeld wohnhaften Personen als:

1. alle männlichen Deutschen, die nach dem 31. März 1858 geboren sind und das siebzehnte Lebens­jahr Vollendet haben, soweit sie nicht

a. zum aktiven Heere oder zur aktiven Marine gehören, oder

b. aus Grund einer Reklamation vom Dienste im Heere oder in der Marine zurückgestellt sind.

2. alle männlichen Angehörigen der österreich- ««ga^jsche» Monarchie, die nach dem 31. März 1858 geboren sind und das siebzehnte Lebens- j 'hr vollendet haben, soweit sie im Gebiete des Deutschen Reiches ihren Wohnsitz oder ihren gewöhn­lichen Aufenthalt haben und nicht zum aktiven Heere oder zur aktiven Marine gehören,

in der Zeit vom

1. bis einschliehlich 14. Dezember 1917

vormittags 8V2 bis 1 Uhr

bei der HilfSdienstmeldestelle hier, Stift No. 10 persönlich zu melden und die zur Ausfüllung der vor­geschriebenen Meldekarten erforderlichen Angaben zu machen. Von der persönlichen Meldung sind befreit, wer sich innerhalb der festgesetzten Zeit bei der angegebenen Stelle schriftlich unter Ausfüllung der Meldekarte meldet.

Bei Anstaltsinsasien hat der Anstaltsleiter oder dessen Vertreter die Meldung zu erstatten.

Meldekartenformulare sind bei der Hilfsdienstmelde- hier zu erhalten.

Von der jetzige» Meldung find befreit alle die­jenigen, die sich nach der Verordnung des Bundes­rats vom 1. März 1917 bereits in der Zeit vom 23. bis 29. März 1917 durch Ausfüllung einer Meldekarte gemeldet haben.

Genügen die Angaben in der schriftlichen Meldung nicht oder bestehen Bedenken gegen die'Richtigkeit, so hat sie der Meldepflichtige zu ergänzen oder aufzuklären. Deshalbiger Vorladung der Ortsbehörde ist Folge zu leisten.

Mit Gefängnis bis »zu 6 Monaten oder mit Geld­strafe bis zu 10 000 Mark wird bestraft, wer in der Meldung wissentlich unwahre oder unvollständige An­gaben macht.

HerSfeld, 20. November 1917.

Der Magistrat.

Durch die fortwährende Steigung der Preise für Rohmaterialien sieht sich die Schmiedevereinigung von Hersfeld veranlaßt, vom 1. Juli d. I die Preise abermals zu erhöhen und wie folgt festzusetzen:

neues

Hufeisen No. 0 u. 1 aufschlagen Mk. 1.80 » ,, 2

1

1 1 1 1 1 1

1

, » lo Für Wagenreparaturen und sonstige Arbeiten der Preis um 25%.

H

» ,, 3

Schluß oder Schraubeisen

Strickeisen

Ochseneisen

Hufeisen Umschlägen

2.

2.50

w

3.

(kl.)

2.25

(gr )

2.75

1.50

(kl») I

1.20

(gr.)

1.50

erhöht sich

altes

Die Schmiede - Vereinigung zu Dersfeld.

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