liehe Ansprache, worin er die sogenannte Meerherrschaft der englischen Verbündeten mit Spott und Hohn bedachte. Die Regierung ließ Militär einschreiten,' nach einem blutigen Zusammenstoß mit diesem wurden die Demonstranten auseinandergejagt.
Der Eroberer von Oesel.
General v. Käthen, der die deutschen Landungs- truppen auf der Insel Oesel kommandiert, hat sich erst kürzlich bei der Eroberung von Riga hervorragend ausgezeichnet. Er wurde im August 1850 in Freienwalde a. O. geboren. 16 Jahre hat er dem Franz-Grenadier- Regiment angehört. Später war er im Generalstab und auf der Berliner Kommandantur, zeitweise auch im Kriegsministerium beschäftigt. Bei Äusbruch des Krieges war er Gouverneur von Mainz. In dem Ringen an der Sourme haben die ihm unterstellten schlestschen Truppen ganz Hervorragendes geleistet. Etwa Mitte vorigen Jahres erhielt General v. Käthen den Pour le merite.
Alexejew über die russische Statistenrolle
General Alexejew sprach die Meinung aus, daß Japan als Kompensation für sein Eingreifen am europäischen Kriege das russische Ussurigebiet fordern dürfte. Der gegenwärtige Krieg sei ein Kampf zwischen der germanischen und der angelsächsischen Rasse: die Russen seien nur Statisten. England werde den Krieg niemals ohne Sieg und ohne Deutschlands völlige Erschöpfung beendigen. Amerikas Eintritt in den Krieg sei ein Ereignis, das den Zlusgang des Krieges vorausbestimme, unabhängig von Rußland, dessen Schwäche den siegreichen Schluß nur eine Zeitlang verzögere. Wenn Rußland die Kampfkraft seiner Armee nicht wiederherzustel- le» vermöge, gehe es als schwächster Teil einem traurigen Schicksal entgegen.
Panik in Petersburg.
Die Petersburger Börsenzeitung schreibt, Rußland sei nun gezwungen, seine Verteidigungslinie in die Linie Reval—Hapsal—Pernaü zu verlegen. Durch den Verlust der Herrschaft im Meerbusen von Riga werde die Front bedeutend verlängert. Die Nordarmee sei in schwierigster Lage. Nach derselben Quelle ist in Petersburg wegen vermeintlicher Bedrohung der Stadt eine Panik änsgebrochen; die Stationen sind umlagert, Fahrscheine werden um jeden Preis gekauft.
Wie Mailänder Blätter aus Petersburg erfahren, wird in der russischen Hauptstadt die Besetzung der Inseln Oesel und Dagö als eine unmittelbare Bedrohung von Reval betrachtet. Dagegen wird die russische Hauptstadt infolge der vorgerückten Jahreszeit nicht als unmittelbar gefährdet angesehen.
Erst ein großer Sieg —
dann Friedensverhandlungen.
Aus einer neuen Rede Asgniths.
m» Basel, 17. Oktober. (T. U.) Asquith, der frühere englische Ministerpräsident, hielt in Glasgow eine neue Rede über die Kriegsziele der Entente. Er erklärte, Sie Alliierten wollten zunächst einen greifbaren und entscheidenden Sieg erringen, bevor sie mit dem Feinde über die FrieSeusbeSingungen unterhandeln würden.
Die englischen Diplomaten in Verlegenheit wegen Elsaß-Lothringens.
^ Amsterdam, 17. Oktober. (T. U.) Der Haagsche Nieuwe Courant hört von friedensfreundlicher englischer Seite, Deutschland habewor ^einiger Zeit in nichtoffi- zieller Weise bei der Entente die eventuellen Grenzver- besserungen in Elsaß-Lothringen sondieren lassen. (Nach allen bisher über Elsaß-Lothringen vorliegenden amtlichen deutschen Aeußerungen muß man das bezweifeln. Schriftl.) Das Ergebnis wären Meinungsverschiedenheiten zwischen den englischen und französischen Regierungskreisen gewesen. Lloyd George sprach seine Ansicht dahin aus, daß es nicht leicht sei, das englische Puv- liknm für die Eroberung Elsatz-Lothringens zn erwärmen. Auch würde diese neue Forderung in den päpstlichen Kreisen, wo man der Meinung sei, daß England nur Belgiens wegen den Krieg fortsetze, einen schlechte« Eindruck machen. In liberalen Streifen Englands herrscht ein lebhafter Widerstand gegen oas wirtschaftliche Programm des Kriegskabinetts. Es besteht die Absicht, dieser Frage wegen das Kabinett zu stürzen.
Friedensbestrebungen in
offiziellen belgischen Kreisen.
Aus Havre wird berichtet: Es ist nunmehr beschlossene Sache, daß eine Abordnung belgischer Politiker unter Führung des belgischen Ministerpräsidenten nach Italien reisen und Rom besuchen soll. In eingewech- ten Havreschen Kreisen wird es als selbstverständlich angesehen, daß ein Teil dieser Mission auch vom Papst empfangen werden soll. Einer der wichtigsten Punkte, der im Vatikan zur Sprache gelangen soll, ist die Zu^ kunft Belgiens. Für den Fall, daß der Papst deutliche Versicherungen bezüglich der künftigen Freiheit nnd Unabhängigkeit Belgiens auf Grund seiner Kenntnisse geben könnte, würde daraus wahrscheinlich eine Aktion der belgischen Regierungskreise entstehen, darauf gerichtet, die Ententeregierungen zur Aufnahme von Frie- densu rhaudlungen zu veranlassen.
Ueber die glänzend gelungenen Operationen der deutschen Flotte bei Oesel werden amtlicherseits u. a. folgende Einzelheiten mitgeteilt:
HtieasanetleL
Der Kaiser am Grabe v. d. Goltzens.
Der Deutsche Kaiser fuhr auf einem Dampfer nach Therapis, wo er den Friedhof im Parke der deutschen Botschaft besuchte, auf dem auch Generalfeldmarschall von der Goltz bestattet ist.
Wilsons Mitschuld am „Lusitania"-Uutergang.
Der amerikanische Senator Lafelotte erklärte, daß es dem Präsidenten Wilson bekannt gewesen sei, daß die „Lusitania" Munition transportierte. Das SchFf hätte also keine Passagiere an Bord nehmen dürfen. Lafelotte verlangt eine Untersuchung durch den Bundes- Gerichtshof.
Neuer französischer Generalstabschef.
Agence Havas meldet: Dimslonsgeneral Alvy wurde anstelle des Generals Dupont zum General- stabschef ernannt.
Die Schweiz vertritt die deutschen Interessen in Uruguay. „ r , <,
Der schweizerische Bundesrat hat sich entsprechend dem Ersuchen der deutschen Regierung bereit erklärt, die Wahrung der deutschen Interessen in der Republik Uruguay zu übernehmen.
Englisches Unterhaus.
Das englische Unterhaus trat nach den Sommerferien wieder zusammen. Bonar Law kündigte an, daß eine Aufstellung für die Zusammensetzung des Luft- Ministeriums in Vorbereitung sei und ein Gesetzentwurf hierüber eingebracht werden Erde. In zweiter Lesung,
wurde der Gesetzentwurf, der der Regierung die Kontrolle über alle in Großbritannien entdeckten Petroleumquellen sichert, angenommen.
Französische Kardinäle und Bischöfe beim Papst.
Dem „Secolo" zufolge find auf einen Ruf des Papstes mehrere französische Kardinäle und Bischöfe in Rom eingetroffem
Aus Argentinien.
Der Ausstand der Eisenbahnangestellten dauert an. An einigen Punkten kam es zu heftigen Zwischenfällen.
Ungewöhnlich starke Verwundetentransporte in England.
Aus London eingetrossene Reisende berichten, wie aus dem Haag gemeldet wird, daß in der englischen Hauptstadt seit vierzehn Tagen ungewöhnlich starke Verwundetentransporte eingetroffen seien.
Torpedierung eines italienischen Dampfers.
Reuter meldet: Der italienische Dampfer „Bari" mit den griechischen Konsuln aus der Türkei an Bord wurde von den Deutschen torpediert. 50 Ueberlebende wurden in Korfu gelandet, 120 in Italien. Man befürchtet, daß die griechischen Beamten umgekommen sind. —, —.
Politische Rundschau.
von Waldow in München. Der neue Staatssekretär des Ernährungsamts, v. Waldow, trifft in nächster Woche in München ein, um sich dem König vorzustel- len und mit den einschlägigen Kreisen längere Besprechungen zu pflegen.
Der Zentrumsabgeordnete Waldstein ist zu Arns- berg im Alter von 68 Jahren gestorben. Er gehörte dem Reichstage und dem preußischen Abgeordnetenhause seit 1893 an.
Zentrum und Baterlandspartei. Der Reichsausschutz der Zentrumspartei hat eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Der Reichsausschütz der Zentrumspartei fordert die Parteiangehörigen auf, der Gründung neuer -Partei'e'n 'und 'parteiähn- licher Gebilde zur Verfolgung politischer Ziele fernzubleiben. Der Reichsausschutz weist mit Abscheu und Entrüstung den unerhörten, nichtswürdiaeu Versuch Wilsons zurück, sich in die inneren Verhältnisse Deutschlands einzumischen und das unzerreißbare Band zwi- schen Kaiser und Volk zu lockern."
Born fozialSZWokrarischm Parteitag.
Aus dem Bericht des Parteivorsitzenden Reichstags- abg. Ebert über die Parteiwirren und den Stand der Partei sei mitgeteilt: Jede Stellungnahme zu den Kriegsverhältnissen konnte nicht ohne starke Rückwirkung auf das innere Parteileben bleiben. Bei aller grundsätzlichen Gegnerschaft zum Klassenstaat mußten wir sehen, Einfluß auf die Gesetzgebung und Verwaltung zu erlangen, damit den Arbeitern Möglichkeit verschafft werde, den kapitalistischen Händen allmählich den Hebel der Staatsmaschine zu entwinden. Es wäre besser gewesen, wenn die Parteikämpfe weniger erbittert ausgefochten worden wären. Man hätte nicht vergessen dürfen, daß die politische Entwicklung oft ganz andere Wege geht, als alle Parteitheorie. (Zustimmung). So aber wurde nun jede
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Der letzte Tag!
Morgen (Donnerstag) mittag ist Zeichnuugsschluß.
Lange genug hast Du gezögert. Lange genug iiberlegt, ob Du Dein Geld dem Vaterlande leihen sollst! Und bist noch zu keinem Schluß gekommen? Zögere nicht länger, es ist die höchste Zeit, Kriegsanleihe zu zeichnen, wenn Du nicht einst beschämt zurückstehen willst, weil
Du Dir sagen mußt: „Und ich habe nichts dazu getan".
Du bist ein Deutscher und mußt Dir die Ehre verdienen, ein Deutscher zu sein, mußt um Deine Heimat Munter aufs neue kämpfen. „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Erwirb es! Versäume nicht die Zeit, noch ist es möglich! Zeichne Kriegsanleihe!
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Differenz mit einzelnen Personen oder Zeitungen als verbrecherischer Abfall vom „wahren" Glauben verketzert. Kein führender Genosse blieb von dem Vorwurf der Prinzipienlosigkeit und des Verrats verschont, nicht einmal der Haupttheoretiker der Unabhängigen Karl Kautsky. (Heiterkeit). Man hat in der Sozialdemokratie stets über die Stellungnahme zu jedem einzelnen Kriege heftig gestritten. Das zeigte sich schon bei den Gegensätzen zum deutsch-französischen Kriege 1870/71. Damals erklärte der Parteivorstand in seinem Aufruf: „Solange die deutschen Marken vom Feinde bedroht sind, werden wir mit aller Entschiedenheit die Unantastbarkeit des deutschen Bodens verteidigen." (Bewegung und Hört, hört!) Hat doch sogar Kautsky beim russisch-japanischen Kriege die japanischen Sozialisten getadelt und ihre Kriegsbekämpfung als eine Unterstützung des Zarismus bezeichnet. Es zeigt sich also, daß die Stellungnahme zum Krieg eine rein taktische Frage ist, und daß der Borwurf des Prizipienverrats leeres, unehrliches Geschwätz ist. (Stürmischer Beifall.)
Ebert gab dann eine Darlegung des Standes der Parteiorganisation. Mindestens 70 v. H. der Mitglieder stehen jetzt im Heere, an manchen Orten sind fast alle Mitglieder eingezogen. Durch die Parteisplitterung sind 6 Bezirke und 57 Wahlkreise, darunter Berlin, Halle, Erfurt, Leipzig, Braunschweig, Frankfurt a. M. Land, aus der Partei ausgeschieden. Dazu kommen noch 21 kleinere Ortsvereine. Ueberall aber seien große Massen von treugebliebenen Genossen vorhanden. Der ganze Or- ganisationsapparat der Partei sei allenthalben im Gange. In Uebereinstimmung mit der Presse der Kriegsliese- ranten und Kriegshetzer trieumphiert die „unabhängige" Presse über den Rückgang der Partei. Der Jubel sei verfrüht. Was hätte man damit aber auch erreicht? Doch nur eine Schwächung der Arbeiterbewegung. Die Unabhängigen hätten mit ihrer Arbeit nur die Friedensbewegung geschädigt. (Beifall.) Nun müsse man mit aller Tatkraft daran arbeiten, die Rückschläge auszu- gleichen.
Der Parteitag nahm folgende Entschließung mit allen gegen 7 Stimmen an: „Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß eine erfolgreiche Wirksamkeit der Arbeiterbewegung nur durch ihre Geschlossenheit und Einheit möglich ist, teilt und unterstützt der Parteitag alle Bestrebungen, die auf Herbeiführung der Parteieinheit gerichtet sind. Die Parteieinheit setzt in einer demokratischen Partei bei größter Duldung aller Meinungsverschiedenheiten jedoch die Unterordnung der Minderheit unter die Beschlüsse der Mehrheit voraus. Wer diesen Grundsatz nicht anerkennt, verneint eine der Lebensbedingrmgen der Partei, die alle Kräfte zu einem einheitlichen Willen zusammenfassen
muß. Alle Bestrebungen auf Herstellung der Partei- einheit müssen deshalb die Forderung auf Anerren, nung des Mehrheitsgrundsatzes in sich schließen."
Dem Parteitag ging eine telegraphische BegEßun« der Sozialisten Bulgariens zu, welche lautet: wärts zum dauerhaften deutschen Frieden."
Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde Scheid»- mann von den Unabhängigen scharf angegriffen. ES wurde ihm vorgeworfen, daß er sich sowohl in dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg, wie in der Beurteilung der unabhängigen Sozialisten vollkommen geirrt habe.
Wackere öeufftbe Helfet auf Pastelle.
Im vordersten Graben auf Posten steht heute unsere StanaHerie. War ihr früher kein Hindernis zu hoch es zu nehmen, so gibt es. jetzt kein Drahtverhau, durch das sich unsere* braven Reiter nicht durcharbeiten. So trieb es denn auch in den kalten stürmischen Märztagen die Besten der Eskadron Nacht für Nacht hinaus, in der französischen Stellung einen Platz zu erspähen, wo man eindringen konnte. Den Unteroffizieren Walter Feyerabend aus Berlin und Ludwig Ossenschmidt aus Als- wede (Kreis Posen) gelang es nach harter Arbeit, in den bitterkalten Nächten sich zwischen zwei Sappen- posten durch vier starke Drahtverhaue bis auf zwei Meter an den französischen Graben heranzuarbeiten. In einer Nacht drangen sie mit den Dragonern Josef Pierre aus Finstingen bei Saarburg, Gotthard Nier aus We- Serau bei Jauer (Schlesien), Robert Arlt aus Welkers- öorf (Keis Löwcnberg) in die feindliche Stellung ein, während drei andere Kameraden für den Rückweg den Draht weiter zerschnitten. An zwei besetzten Unterständen vorbei schlichen sich die kühnen Patrouillengän- ger, um zu den Sappenposten zu kommen, den sie holen wollten. Einen Franzosen, der sich hier im Graben aufhielt, stach Feyerabend nieder, und als im nächsten Augenblick eine Leuchtkugel aufstieg, sahen sich die Dragoner plötzlich nicht einem, sondern zwei französischen Doppelposten gegenüber. Ehe noch der vorderste Franzose sein erhobenes Gewehr auf den Patrouillenführer Feyerabend niederfahren lassen konnte, hatte ihn Dragoner Pierre durch eine Pistolenkugel erledigt. Inzwischen hatten auch Arlt und Nier ihre Gegner niedergemacht, und Pierre wollte gerade den Letzten als Gefangenen aus dem Graben bringen, als die alarmierten Franzosen in die Sappe stürmten. Da mußte auch dieser letzte Feind dem Grabenöolch Ossenschmidts zum Opfer fallen. Der Unerschrockenhest und Umsicht des Führers gelang es, alle feine Leute unverwundet mit den Waffen öA überwundenen Gegner als Beute, über die starken Drahtverhaue hinweg zurückzuführen, obwohl sie von heftigstem Maschinengewehr- und Hanö- granatenfeuer verfolgt wurden. Für ihr schneidiges Verhalten wurden ausgezeichnet: Unteroffizier Feyerabend mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, Dragoner Pierre, Arlt und Mer mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse. Wenige Wochen später schon wurden diese beiden braven Unteroffiziere Feyerabend und Osienschmidt ihren Kameraden entrissen. Sie starben den Heldentod fürs Vaterland.
Vermischtes.
Ein Riesenprozeß wird sich demnächst vor der Essener Strafkammer abspielen. Es handelt sich um sehr umfangreiche Diebstähle von Schnelldrehstahl bei der Firma Krupp. Bis jetzt sind nicht weniger als 63 Personen aus Essen, Köln, Düsseldorf und Godesberg verhaftet. Hierunter befinden sich Leute der Kruppschen Werke, die die Stahlmengen aus dem Betrieb schafften. In Essen ist eine besondere Strafkammer für die Aburteilung der Diebstähle gebildet worden. Da auch Lieferantenbücher konfisziert wurden, ermittelte man verschiedene der Hehlerei verdächtige Personen.
Schlagende Weber. Auf der Zeche Minister Achen- bach bei Brambauer ereignete sich eine Explosion schlagender Wetter. Bisher wurden sechs Tote geborgen.
Amerikanische Viehhöfe abgebrannt. Ueber die Hälfte der Viebböfe von Kansas Oity find durch Feuer vernichtet worden. Einige Tausend Stück Vieh kamen dabei um. Die Ursache des Brandes ist unbekannt.
Las Hlüfferleiu.
Das Ehepaar und das holde Kiltd.
Elise, traulich beisammen sind. ' ' ■ Sie raten hin, sie raten her,
Wie es mit Kriegsanleihe wär'. — - .
Der Vater schüttelt das graue Haupt:
Zu zeichnen ist mir nicht erlaubt:
Im Geschäft zu verdienen ist mein Zrel, . * Drum bleibt für Kriegsanleihe nicht viel.
Elise ist auch nicht zmll Zeichnen bereit, Sie denkt an ein neues, modernes Kleid. " ■ Der Preis ist hoch, gekauft wird doch» Reißt auch in die Kasse die Rechnung ein Loch. -
Nur Mütterlein spricht für die Anleihe warm, Ihr Auge ist trübe, ihr Herz voll Harm, Steht doch ihr einziger Sohn im Feld, Ihm koumrt es zugute, das viele Geld.
Es kürzt den Krieg, es bringt ihm Glück,
8lehrt ihn um so eher in die Heimat zurück. * ie gibt den Ausschlag, einet die drei — Das Geld ist für die Anleihe frei.
Sie Lisenbahnkalaslrophe bei Schönhause».
Ferienkinder aus Sex Judustriegegend.
»-^ Ste«Sal, 17. Oktober. (T. U.) Ein trauriges Bild bietet die Trümmerstätte beim Bahnhof Schonhausen. Die Maschine des Ferienzuges hatte sich in die des Güterzuges Hineingewiihlt. Dadurch liegen drei Wagen des Güterzuges, die mit Kartoffeln beladen waren, auf der Maschine. Der Packwagen des Ferienzuges hat den auf ihn folgenden PerfonenwWen vollständig zerstört. Die vier letzten Wagen des Personen- zuges sind zur Seite geschleudert und liegen etwa 30 Meter vor dem SÄienenstrang entfernt. Die Schienen sind durch den kräftigen Anprall vollständig verbogen. Der eine der znr Seite geschleuderten Personenwagen hat sich auf die Seite gelegt. Ueberall liegen Fetzen von Kissen, Glasscherben und Splitter umher. A«tzer 20 Kindern wurde der Bremser Spohr aus Stendal getötet. Er befand sich im Bremserhäusckien eines Gitterwagens. Die Kinder stammen ans der Jndustriegegend, von wo sie zur Erholung nach dem Osten geschickt waren. 15 Verletzte sind nach dem Krankenhaus m Stendal gebracht worden. Zwei davon sollen bercuts gestorben sein. An Ort und Stelle waren sofort zwei Schönhauser Aerzte und Sanitätsrat Dr. Huth aus Stendal erschienen. Die Schuld an der Katastrophe soll den Leiter des Ferienzuges treffen, er blieb unversehrt. Kriegs- gefatrgene sind mit den Aufräumungsarbeiten befchäf- ^^'Einer weiteren Nachricht zufolge stammen die ver- Miglücktep Kinder ans Esse« (Ruhr) und M.-Gladbach.