Einzelbild herunterladen
 

hat 6er Franzose selbst die Engländer in die Festung eingelassen. Diese haben nicht verfehlt, aus ihr einen Sauvtstützpunkt für ihre Armeen in Flandern zu machen.

Nach einer Pariser Meldung sind durch den in der Nacht zum 1. Oktober auf Dünkirchen erfolgten deut­schen Fliegerangriff über 100 Personen getötet oder verwundet worden. Die Stadtviertel in der Nähe des Hafens haben stark qelitten. Mehrere Häuserreihen sind vollständig zertrümmert worden

Ein englisches Großslngboot abgeschossen.

Amtlich wird aus Berlin bekanntaeaeben: See- kamofflugzeuae der flandrischen Küste haben unter der bewährten Führung des Oberleutnants zur See Chri­st tansen am 1. Oktober abends vor der Ohemsemünduna ein englisches Großflugboot abgeschossen und vernichtet.

Luftanisrlff auf deutsches Gebiet.

Dienstag abend 10,30 erschienen, rechtzeitig gemel­det und von den Abwehrgeschützen lebhaft beschossen, mehrere feindliche Flieger und warfen auf Frankfurt und Umgebung eine größere Zahl von Bomben ab. Im Weichbild der Stadt sind in verschiedenen Stadtteilen 18 Bomben niedergefallen, die geringen Sachschaden an- richteten und nach den bis jetzt eingegangenen Meldun- aen 5 Personen verletzten. 11,35 Uhr war der Angrrff beendet. .

Ebenfalls am Dienstag abend und im Laufe der Nacht waren zahlreiche feindliche Flieger über tzadrschem Gebiet. Nach den bisherigen Meldungen hatten sie als Ergebnis ihrer Unternehmungen nur einige Bomben­würfe ohne Menschen- oder Sachschaden auf freiem Ge­lände bei Achern, Rastatt und Baden-Baden. Im üb­rigen hatten sie dank der tatkräftrgen Abwehr keinerlei Erfolge. ,,

Feindliche Flieger überflogen in der Nacht am Mittwoch zwischen 11 und 12 Ukr das Festungsgeblet. von Cöln. Bomben wurden nicht abgeworfen. Die Z5= wehr trat in Tätigkeit.

Konflikt der russischen Marine mit dem

Marineminister.

Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Da der Hauptausschuß der Flotte an das Marineministe- rium mehrere Ford erringen gerichtet harte, die den Cha­rakter eines Ultimatunrs tragen, ordnete Marmemr- nister Admiral Werderervski seine Aullösung an und die Wahl eines neuen Ausschusses. Als die Versamm- lnng der Vertreter der Besatzungen der Ostseeflotte da­von erfuhr, nahm sie eine Entschließung an, in der argen die Auflösung protestiert und erklärt wird, da» die Versammlung den Ausschuß unterstützen werde. Sie fordert den Minister auf, den Konflikt auf,-fremtbfd)= Hebe Weise zu regeln

Die Forderungen der russischen Eisenbahner

Da die russischen Eisenbahner weiter energisch auf einer Lohnerhöhung ünde auf der Berücksichtigung ihrer Ansprüche bestehen und in gewissen Gegenden mit einem Ausstand drohen hat, laut Nachrichten der Pe- ccrsburaer Telegraphenagentur, die Regierung ange­ordnet, die Löhne dringend zu überprüfen und die Mit­tel zu suchen, um die Verpflegung der Eisenbahner un­abhängig von dem für das Land angenommenen System durchzukühren. Gleichzeitig verfügte d'e Regi-rung eine dringliche Revision der Eisenbahntarife, um die Mittel für die ungeheuren Kosten aufzubrtingen, die eine Lohnerhöhung mit sich bringen würde.

M-tinschädlichmachnng des Kvrmlowsche« Armeeanhangs.

Im Zusammenhang mit der Bewegung Kornilows veröffentlicht die provisorische Regierung die Entlassung bezw. Bersetzung von 31 Korps-, Divisions- und Regi­mentskommandeuren.

Der Arbeiter- und Soldatenrat für ein Koalitions- kavinett.

i»> Lugano, 4. Oktober. (T. U.) Aus Petersburg wird gemeldet' Der Soviet beschloß mit 119 gegen 101 Stinrnren die Bildung und Unterstützung eines Konli- tionskabinetts.

Direktes Vermittelungsangebot -es

Papstes an die Entente?

^ Berlin. 4. Oktober. X U.) Die Mitteilung des Giornale d'Ftalia. der Papst habe den Enteutemachceit ein direktes Vermittlungsangebot unterbreitet, da er über, die Absichten der Mittelmächte hinlänglich unter­richtet sei, kann an Berliner amtlicher Stelle allerdmgv noch nicht bestätigt werden. Dock dürfte die Nachzucht nach Mitteilungen, welche der Germania von einer Stelle, die wohl unterrichtet sein dürfte gemacht wurden, ihre Nichtigkeit haben.

Znnichtemachnng der Friedensbemühungen durch die Entente?

^ Bern, 4. Oktober. (T. N.l Wie das ferner Jn- telligenzblatt ineldet, glaubt man gerüDtweife, daß die bevorstehende Antwort der Entente an den Papst so ab­lehnend ausfallen werde, daß sie die weiteren Friedens­bemühungen vorläufig zunichte mache

Die widerspruchsvolle demokratische

Konferenz.

Versuch des Ausgleichs der Widersprüche.

Nach den sich widersprechenden Beschlüssen für und gegen die Koalition entschied die demokratische Konfe­renz, daß das beträchtlich von Vertretern aller Karteien verstärkte Büro zu einer außerordentlichen Sitzung zu- inmmentreten solle, um die Mittel Zum Ausgleich der Widi rsprüche zu suchen und bre Einheit des demokrati­schen Willens zu verwirklichen. Gleichzeitig nahm die Konferenz einstimmig eine Entschließung an, sich nicht eher aufzulösen, als bis sich die Regierungsgewalt in einer für die Demokratie annehmbaren Form gebildet habe.

ficieasoncdel

Ein Opfer der Pflicht.

Der ordentliche Professor für Geologie und Pa- laeontolvgie an der Universität Breslau. Geheimer Verargt Dr. Fritz Frech, der als Kriegsgeologe bet einer Heeresgruppe im Osten tättg war, ist an Malaria gestorben. Pros. Frech stand im 66 Lebensjahre. Der Ausschluß Hervees aus der sozialistischen Partei wurde vom Kongreß des Seineverbandes fast einstim- mig beschlossen. LautJournal de Peuple" enthalt der gefaßte Beschluß die härtesten Anschuldigungen gegen Hervee, denen auch Albert Thomas und Cochrn bei- pflichteten. (Bekanntlich hat sich Hervee mit dem Kriege zum ruppigsten Chauvinismus geschlagen, den er in seinerGuerre Soziale" propagiert.) ,

glischen Ausfuhrverbotes gegenüber den Neutralen.

Verschärfung des en

Reuter meldet: DerReichsanzetger" macht be­kannt, daß die Ausfuhr aller Artikel nach Schweden, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden verboten ist, die bis jetzt noch nicht unter das Verbot Men. AM-

genommen sind nur Drucksachen aller Art sowie Privat- besitz, den die Eigentümer selbst mit sich führen. Das Verbot tritt am 8. Oktober in Kraft.

Deutsch-Holländische Einigung in der Kohlen- licfernngssrage?

Der RotterdamerMaasboöe" teilt mit, daß es der niederländischen Regierung gelungen sei, mit Deutsch­land in der Frage der Kohlenlieferung eine Einigung zu erzielen.

Die Kohlensorgen Münchens.

Da alle Schritte, die Kohlenversorgung Münchens auf einen erträglichen Stand zu bringen, bisher erfolg­los blieben, hat der Magistrat beschlossen, die Vermitt­lung des Königs, des Landtags und des Kriegsmini- steriums bei den Reichsstellen zu erbitten. Unter Um­ständen soll der Personenverkehr auf den Bahnen noch weiter eingeschränkt werden.

Unfall des Königs von Italien.

Aus Le Havre wird gemeldet: Als der König von Italien am Samstag die belgische Front besuchte, ex­plodierte während der Besichtigung ein Geschoß in un­mittelbarer Nähe des Königs. Der Luftdruck warf den König zu Boden, er erlitt jedoch keine Verletzungen.

Hauplausschuß und Krlezswucher.

In der weiteren Debatte über den Kriegswucher führte der Abg. Liesching (Volksp.) aus, es sei allge­meines Verlangen, daß das Wuchergesetz geändert werde. Die Literatur über die Begriffeübermäßiger Gewinn" undtäglicher Bedarf" und die entsprechende Rechtspre­chung zeigen die Notwendigkeit dafür. Die Bilanzen der Gesellschaften, die Kriegsaufträge haben, sollte man im Ausschuß zur Prüfung der Lieferungsvertrüge sorg­fältig prüfen. Die Erfahrungen mit diesem Ausschutz sind dieselben, wie bei der sogenannten Rüstungskommis­sion. Die Besichtigungsreisen sind ganz interessant, nüt- zen aber für den Zweck wenig. Ministerialdirektor im Reichsjustizamt Delbrück: Die Präzisierung des Wucherbegrisfs und die Einziehung der übermäßigen Gewinne wird erwogen. Schon jetzt muß das Gericht auf eine Strafe erkennen, die das Doppelte des erstreb­ten und erzielten übermäßigen Gewinnes ist. Ob da­neben noch ein Zivilanspruch des Reiches einzuführen ist wird noch erwogen, begegnet aber Bedenken und Schwierigkeiten. Gibt man dem Reich einen Anspruch, so muß man auch eine Behörde haben, die ihn verfolgt. Zu welchem Resultat die Erwägungen führen werden, steht noch nicht fest. Ministerialdirektor Dr. Lewald: Der Ausschuß zur Prüfung von Lieferungsverträgen ist genau nach der Resolution des Reichstages zusammen­gesetzt. Die Regierung hat sein Interesse, die Dinge üin- auszuschieben, im Gegenteil: es kounnen nur vielfach äußerliche Hindernisse dazwischen. Auch die Besichti­gungsreisen find auf Wunsch des Ausschusses erfolgt, um nicht vom grünen Tisch urteilen zu müssen. Ich weiß nicht, wie anders verfahren werden soll, als ge­schehen ist. Abg. Giesberts (Z.) : Es wird behauptet, daß Jlnzeigen, in die hochgestellte Personen verwickelt seien, nicht weiter verfolgt oder wenigstens verschleppt werden. Die Rechtsauffassungen sind nach verschiedenen Richtungen bedenklich erschüttert. Abg. Warmuth lD^utsche F-r.): Die Vorwürfe gegen den Richterstand sind zurückzuweisen. Neue Formulierungen haben ge­rade für den redlichen Kaufmann Bedenkliches. Abg. List (natl.): Eine Auskunisstelle über die Auslegung der Kriegsverordnunaen würde sehr nützlich feilt. Ein­ziehung der unlauteren Kriegsgewinne ist nötig. Abg. Schiele (kons.): Den Schleichhandel wird man am besten bekämpfen, wenn man dem Produzenten ausreichende Preise gewährt. Die unlauteren Gewinne mühen etn= gezogen werden. Abg. Schmidt-Berlin (Soz.): Die Berücksichtigung derMarktlage" kommt nur dem Wucher zu Gute: sie muß ausscheiden. Daß der Begriff destäglichen Bedarfes" ausgedehnt werden soll, ist nur nützliche Unterstaatssekretar im Reichswirtschaftsamt Dr. Müller glaubt nicht, daß die neue Gesetzgebung den Wucher beseitigen, wenn auch manches bessern wird. Der Schleichhandel habe seine Wurzeln in der allgemeinen Knappheit: ibn ganz zu beseitigen, erscheine aussichts­los. Der Zentrumsantrag auf fchleunigste Vor­legung eines Gesetzes gegen den Kriegswucher wird einstimmig angenommen, ebenso eine weitere Reso­lution des Zentrums. Nach dieser sollen die wucheri­schen Preistreibereien des Schleichhandels mehr als bis­her verfolgt, bei Bestrafungen soll besonders auf Rück­erstattung der Gewinne, zumal wenn die festgesetzten Höchstpreise überschritten wurden, erkannt und ferner sollen Maßnahmen getroffen werden, daß auf Grund der Erfahrung der Preisprüfungsstelle gemeinsam mit denen der Vertteter des Kaufmannsstandes willkürliche und ungerechtfertigte Preiserhöhungen verhindert und Höchst- oder Richtpreise festgesetzt werden.

Politische Rundschau.

Parlamentarischer Abend beim Reichskanzler. Ge­stern abend fand zum ersten Male seit Kriegsbeginn wieder ein parlamentarischer Abend m Reichskanzler- Hause statt, zu dem außer den Abgeordneten fast alle Staats minister, Staatssekretäre, Unterstaatssekretäre und Ministerirldirektoren, mehrere Mitglieder des Bun­desrates, der Direktor und die Räte der Nachrichten- abieilung des Auswärtigen Amtes und der Polizeiprä­sident von Berlin erschienen waren. Auch eine große Anzahl von Vertretern der Presseorganisation des Reiches und der Berliner Presse war geladen. Die tw= Mische Unterhaltung war sehr rege und hielt die Gäste des Reichskanzlers bis in die zwölfte Stunde becsam-

Reichskanzlerrede bei der Interpellation über die Vaterlandspartei? Der Reichskanzler Dr. Michae­lis wird, wie dieGermania" hört, in der Vollsitzung des Reichstags in den nächsten Tagen das Wort über in­nerpolitische Fragen nehmen, voraMstchtlich in Beant­wortung der sozialdemokratischen Interpellation über amtliche Unterstützung der deutschen Baterlandspartei. Die Interpellation wird wabrfcbctttlM) Freitag auf die Tagesordnung gestellt werden. Die Tagung des Reichstages dürfte voraussichtlich vor Donnerstag oder Freitag nächster Woche nicht zu Ende gehen.

Die Reformvorlagen getrennt. Wie derNa- tionalzeitung" aus Abgeordnetenkreisen mitgeteilt wird, ist die Nachricht, daß die Reform des Wahlrechts zum Abgeordnetenhaus mit der Reform des Herrenhauses verkoppelt wird, falsch. Es kalkdelt mb vielmehr um zwei formell von einander getrennte Vorlagen, zu öe- iteit noch eine dritte fommt die eine Zeiteinteilung der Wahlbezirke Vorsicht Diese Dreiteilung ist politisch von Bedeutung, da sie das Zustandekommen der Ne- form, wenn auch mit wechselnden Mehrheiten, nicht ge­währleistet, aber doch wahrscheinlich macht.

Wiener Snminenlar zu Ezemins Hebe.

Aus Wien wird gemeldet. Von zuständiger Stelle wird betont. Graf (S^eruim.- Rede sei eine Ergänzimg der Autwprt der Ntonarchie auf die Papstlivte für die

breiteste Oekfentlichkeit. Dieser Netze könne die viS herige Ausrede der Entente, daß die Mütelmächte mit Friedensangeboten nur spiegelfechten. nicht standbalten denn es sei unmöglich, einfacher, klarer, allgemein ver« ständlicher die Auffassung der Mittelmächte über Ab­rüstung, Schiedsgericht und Freihest der Meere darzu- legen. Die Rede sei weder eine Friedens- noch eine Krtegsrede. sondern ein neuerliches, aufrichtiges Be­kenntnis zum Verständigrtugsfrieden ohne territoriale imd wirtschaftliche Bergen altigung: nur freilich mit der Einschränkung, daß unser Friedeusangebot kein Dauer, augebot sei, weil sonst die Feinde freie Henü hätten zur risikolosen Fortführung des Krieges. Wenn also die Feinde unsere Bereitwilligkeit zum Frieden wieder zn- rückweisen. dann behalten auch wir uns die Freiheit der Entschließzcngen unseres Programmes vor.

DieNorddeutsche Allgenreine Zeitung" schreibt zu der Czerninschen Siede u. a.:Wenn der österreichisch­ungarische Staatsmann mit dieser Sicherheit für die künftige internationale Ordnung eintritt, so steht er dabei auf dem festen Boden nicht mehr zu erschütternder Kriegsergebnisse. Zu ihnen zählt er vor allem die Be- sectiaung des Dogmas, daß Oesterreich-Ungarn ein sterbender staat sei. Nur ein Staat, der kämpfend sein Lebensrecht erwiesen und seinen Platz in der Völker­gemeinschaft gegerc alle Angriffe sichergestellt hat, ver­mag Sie Hand zu Vereinbarungen zu bieten, die nur in rückhaltloser gegenseitiger Anerkennung staatlichen Lebensrechtes möglich sind. Das gilt wie für Oester­reich-Ungarn so für alle Glieder unseres Bundes. Wol­len die Feinde die Fortsetzung des Krieges, so sind auch nur in unteren Entschließungen frei und an des letzt ausgestellte Programm nicht gebunden, doch warten wir darauf, ob auch auf anderer Seite der neue Geist sich vernehkuen lasten wird. Daß diese Zeit des War­te n s n i ch t u n begrenzt ist, hat Graf Czernin mit Kreft itn6 Nachdruck ausgesprochen."

*

... .Es ist in der Tat der Kernpunkt der diesmaligen Ausführungen des Grafen Czernin, deß den Feinden kem Zweifel mehr daran gelassen wird, daß die Mittel­mächte für mutwillige Verlängerung des Krieges ent- ivrechende Forderungen bei den Friedensverhandlungen geltend machen werden. Darin sind sich das anrtlichg Wren und das amtliche Berlin einig und die ent­sprechende Auslegung der Entschließung der Reichstags- mehrhert nomig Juli ist ja nur sinngemäß, daß bis nrptöe lediglich bis zu einem gewissen Zeitpunkt der Kriegsverlangcruug die Zusage eines schonenden Frie­densschlusses haben.

Vermischtes,

, Die Hannoverschen Kinder zu Hrndenvurgs Ge­burtstag. Zu Hmdenburgs 70. Geburtstag haben die Kiemen und Kleinsten aus Hannover und Linden auf Veranlassung der freiwilligen Kriegshilfe für eine Hin- denburgspende Abfälle und ähnliches gesammelt. Allein an Kartoffelschalen wurden von ihnen über 576 Zent­ner zusannnengetragen. Nachmittags fand die Samm­lung, deren Resultat dem Generalfeldmarschall tele- graphiz ch nntgetetlt worden ist, mit einem Umzug ihr Ende. Ueber 3009 Kinder.........." " - " "

oen ist, mu einem Umzug ihr her zogen mit Musck durch die Stadt nach dem Heim Hinden-

> eine Abordnung der fleißi-

mit Fahnen geschmückte (____

burgs am Holzgraben, wo tmc ^iuvluiuiuh uer reini­gen Sammler eine künstlerisch ausgeführte Glück- wunschadresse abgav.

Anfechtungsklage des -Priv w-n Friedrich Leopold gegen seine Entmündigung. Gegenwärtig steht vor dem Geheimen Justizrat am königlichen Kammerge­richt als Gericht erster Anstanz die Anfechtungsklage des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, Sohn, ge­gen die über ihn durch den Kammergerichtsrat Strö- oer unter dem 21. Juni 1917 ausgesprochene Entmün- digung wegen Verschwendung zur Verhandlung. Die Klage richtet sich, dem Gesetz entsprechend, gegen den Kömg ovn Preußen und den preußischen Hausminister. Der am 27. August 1895 geborene Prinz war trotz sei­nes Herzleidens bei Kriegsbeginn in das Heer einae- treten, in dem sein Bruder den Heldentod gefunden hat. Er mußte wegen Verschlimmerung seines Zu­standes den Dienst aufgeben und ging nach München, um seine künstlerischen Studien wieder aufzunehmen. In München hat sich der Prinz eine Mietwohnung eingerichtet und feinem Geschmacke gemäß mit antiken Möbeln, Gemälden und kostbaren Werken der Klein­kunst ausgestattet. Die Auswendungen, die der Prinz für die Einrichtung seiner Wohnung und für seine Kunstsammlungen gemacht hat, bilden in der Haupt­sache die Unterlage für die Beschuldigung der Ver­schwendung. Sie schließlich zu dem Antrag der Entmün- digung führte. In der Anfechtungsklage wird der Nachweis angetreten, daß die Anschaffungen von Mo­biliar und Kunstwerken in keiner Beziehung leichtsin­nig, sondern mit Ueberlegung und Geschmack vorge- nommen worden seien, und daß dadurch nicht nur kein Vermögensverlust eingetreten sei, sondern der Wert der Gegenstände heute ihren Ankaufspreis erheblich übersteige. Auch erklärten sich die Anschaffungen zum großen Teil mit dem Plan einer Eheschließung des Prinzen mit der Prinzessin Marie Antoinette von Schwarzburg, Tochter des designierten Nachfolgers des jetzt regierenden Fürsten beider schwarzburgischen Län­der. Demnach stiege die Voraussetzung einer Enturtin- digung nicht vor, die nur eintreten könne, wenn der zu Entmüridigende sich oder seine Familie der Gefahr eines Notstandes aussetze. Außerdem rügt die Klage u. a., daß das Entnründigungsverfahren mit einer der Tragweite der Sache nicht entsprechenden Beschleuni­gung betrieben worden sei, ohne daß auf die von dem Prinzen angebotenen umfangreichen Beweise umm^ wie eingeaangen worden oder er selbst trotz mehrfach ausgesprochene: Wrtnsches auch persönlrch gehört wor­den wäre. Die Interessen des Prinzen werden ver­treten durch den Im'titiar des pnnzlrchen Hauses^Iu. stizrat Dr. Julius Lubszonski und durch ReMSanwalt Werthgzcer. Außerdem hat der Prinz den Nechtsan- walt Wollgang Heine zu seiner Vertr-etung zugezogen.

Tokio von einem Taifun verheert.

Reuter meldet unter dem 3. Oktober: Ein Taifun von nie dagewesener Stärke hat Tokio Montag früh verheert. 100 000 Menschen sind obdachlos. Hundert« wurden getötet, verletzt, oder werden vermißt.

Weitere Drahtnachrichten.

Der markende Wilson.

Amerikanisches Geld nur gegen rnssischen Blutzoll.

' ^ Lugano, 4. Oktober. W. It.) Aus Washington wirb gemeldet: Präsident Wilson benachrichtigte die russische Regierung, daß Rußland auch fernerhin di< finanzielle Unterstützung Amerikas zu erwarten habe Die Nntersttttznng werde sich jedoch in ZukuRt nach den militärischen Leistungen Rnblands gegen Denttchlam richten.