Um MW anders W am Herzen Regen, als Ne Her» beisüyrung des Weltfriedens, von dem er schon monatelang schwatzt. Seine Absicht, das deutsche Volk mit seinem Kaiser zu verfeinden, wird ihm nie gelingen. Frankreich redet von „Desannerionen". England stößt in ein ähnliches Horn. Man wird darum dieser Tonart unserer Feinde allein die Schuld beimessen müssen, wenn das nutzlose Morden weiter geht.
Die Eindruck im Vatikan befriedigend.
; Nach einer Meldung -es „Sccolo" aus Rom vertaten laut „Frkf. Ztg." vatikanische Persönlichkeiten ^roße Befriedigung über die Antwort der Mittelmächte m den Papst.
. Enttäuschung in London.
i Der Londoner Korrespondent des „Handelsblad" schreibt einer Amsterdamer T. U.-Drahtung zufolge, daß man mit größter Anteilnahme die Antwort Deutschlands an den Papst erwartet habe. Die Zeitungen, die die Antwortnote veröffentlichten, fanden reißenden Absatz. Die Antwort habe aber alle enttäuscht, die aus dem, was in dieser Woche über die Wahrscheinlichkeit einer mdgiltiaen Lösung der belgischen Frage von Deutich- land geschrieben wurde. gehasst hatten, daß die Antwort die Grundlage für Friedensverhandlungen sem könnte. Fetzt, nachdem die Antwort bekannt ist, glaubt man allgemein, daß der Friede weiter entfernt wäre, als je. „Evening Standard" sagt: Es ist ein bemerkenswerter Unterschied zwischen der deutschen und der österreichischen Note Alt verzeichnen. Letztere ist ein viel aufrichtigeres Schriftstück,' erstere dagegen ein Dokument von Unverschämtheit und Heuchelei. Der Hauptgedanke in beiden Noten ist, daß die Mittelmächte zwar einen Frieden wünschen, aber einen Frieden in Ueberemstim- mung mit der europäischen Lage, d. h. einen deutschen Frieden. Die Note enthält kein Wort, über Belgrem Elsaß-Lothringen. Serbien usw. Der Standard" ist der Meinung, daß Deutschland und Oesterreich für den Frieden seien, er ist jedoch weiter der Ueberzeugung, daß keiner der beiden Staaten sich den Badingnngen der Alliierten unterwerfen werde, ebe nicht ihr Widerstand vollkommen gebrochen sei. „Manchester Guardian" schreibt: Das Dokument sagt weder etwas über Belgien, noch über die Bedingungen der Alliierten und es sei nicht mit ihren eigenen Maßregeln zur Wieder- derstelluna und Sicherung des Friedens und der Zukunft Europas in Uebereinstimmung zu bringen. „W e st m i n st e r Gazette" sagt: Eine Tatsache von der höchsten Bedeutung ist es, daß Deutschland und Oesterreich beide den Grundsatz der Abrüstung annehmen würden. Ein anderer bedeutungsvoller Satz. der deutschen Note sei der, daß Deutscblaudim geographischen Lage in seinen wirtschaftlichen Bestrebungen von dem friedlichen Verkehr mit den benachbarten und den ferneren Ländern abhängig seu Leider sei aber in der Antwort kein Wort über die. Bedingungen, des neuen Status quo gesagt. Bevor wir aber in Beivre- chungen eintreten können, und Bevor bie moralische Kraft des Volkes anstelle der materiellen Macht tritt, muß die Brücke des neuen Status guo gebaut werden.
Die Urteile der französischen Presse stimmen im allgemeinen mit denen der englischen
Italienische Stimmen.
>3^ Lugano, 24. September. (T. U.) Die italienische Presse erklärt sich laut „Voss.Ztg." mit den Antworten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns auf die Friedensvorschläge des Papstes ganz unSefriedrgt. Der „Carriere della Sera" nennt die deutsche Antwort ein Spiel mit unrealem Hintergrund. Die Mittelmächte hätten sich abermals als vollkommen unaufrichtig erwiesen. Der „Secolo" bezeichnet beide Antwort^ als naives Geschwätz. „Gioruale, d'Ftalia, das Organ Sonninos, nennt die Note eme heimtückische, gemischt von Lüge und Trug. „Tribuna" betont den Unterschied irr "der Abfassung. Die österreichisch-ungarische Note sei wärmer und versöhnlicher, aber es fehlten auch in ihr
positive Vorschläge.
Der Eindruck in Amerika.
^ Amsterdam, 24. September. (T. U i Mmbtt nreldet aus Washington: Dre Regierung gibt deutlich zu erkennen, daß die Antwort der Mittelmächte an den Papst keine Aenderung der Kriegsziele und Absichten Amerikas hinsichtlich der Kriegssuhrung nnd Regelung der Friedensfrage veranlassen werde.
Noch keine Entscheidung Argentiniens.
Reuter meldet amtlich aus Ruenos Aires: Die Note Deutschlands erweckt hier Befried,gnug.
(Wie wir erfahren, handelt es sich bei dieser Note um die Erklärung an den argentinischen Gesandten.)
Havas meldet, laut „Frkf. Zig.", aus Buenos Aires: Einige Minister erklären, daß es ungenau sei, die Regierung habe beschlossen, sie wolle Deutschland den Krieg erklären. Andere Minister geben zu verstehen, daß der Bruch möglich «er, wenn Deutschland nicht über einige Punkte Aufklärung gebe. Der Zlbbruch hängt von der Haltung des Kongresses ab: die Mehrheit' der Deputierten sei für einen Abbruch.
Nutzland voller Unruhe.
Der Dailn Erpreß" meldet aus Petersburg: Man kann mrS von einer Schr-ckensherrschaft in Petersburg spreche». Die Bolschewiki fordern den Tod Mil- jukvws, Rodziankos und 20 andeM Mitglieder der Duma von denen behauptet wird, daß sie die Kor- nilowsche Bewegung unterstützt haben. Kerensk, steht jetzt den Bolschewiki ebenso ohnmächtig gegenüber wie seinerzeit den Kornilowscherr Umtrieben. Er ist nickst imstande, Kornilowzum Tode zu verurteilen. Man erwartet für die nächste Zeit gewaltige^Demonitra- tionen der Bolschewikis in Petersburg, Moskau und in allen größeren Städten zugunsten des FAedens. Der Korrespondent des „Daily Telegraph üt Petersburg meldet, daß die Bolschewiki folgenden '»tandomM einnehmen: Es ist vor allem »otwendig, den ®iieg zu beenden. Für die Führung braucht man eine starke Regierung. Deshalb soll man eine sozialistische Regierung einsetzen, sofort einen Waffenstillstand schließen und die Friedensbedingungen vorschlagen. Da- Mrch würde man die Arbeiter in den anderen Ländern veranlassen, dem Beispiel zu folgen. Die Elemente w der äußersten Rechten erklären demgegenüber: Der Arbeiter- und Soldatenrat hat die Disziplin untergra- sen und dadurch im ganzen Lande Chaos Hervorgeru- en. Er hat die Stellung Rußlands als Großmacht ae- nhrdet. Man muß den Krieg fortsetzen und die Disziplin wiederherstellen. „
Ausländer verlassen massenhaft Rußland.
•» Stockholm, 24. September. (T. lt ) Die provi- orische Regierung ließ laut „B. T." eine Strafexpedi- ion stach Wsborg entsenden. Nach einer Meldung von Stockholms „?(ftonbladet" aus Haparanda reifen massenweise Ausländer aus Rußland nach Schweden. Hauptsächlich sind es Engländer. General Rutzki hat auf Grund seines Gesundheitszustandes den ihm angebo- tenen Posten eines Oberbefehlshabers an der Nordfront
abgelehnt.
Panrr m SMUMranv.
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Swckholm: Wie aus Haparanda gemeldet wird, erwecken in den letzten Tagen im südlichen Finnland Gerüchte über bevorstehende Landungen der Deutschen Unruhe in der Bevölkerung. Es herrscht Panik auch in solchen Kreisen, welche die Nachricht vom Falle Rigas gleichgültig ausgenommen haben.
Le«t« in Kronstadt?
ijx Lugano, 24. September. (T. U.) Dem „Popolo de Jtalia" wird laut „Tgl. Rdsch." aus Rom gemeldet, in dortigen russischen Kreisen verlaute, Lenin sei wieder nach Rußland zurückgekehrt. Wahrscheinlich befinde er sich in Kronstadt.
Neutrale MMtärattachees an der Dünafront.
Die Militärattachees der neutralen Staaten haben sich auf den Kriegsschauplatz an der Düna begeben.
Die deutsche Regierung hat dem argentinischen Gesandten in Beantwortung der Mitteilung, daß Graf Luxburg wegen des Inhaltes seiner Telegramme nicht mehr persona grata sei, erklärt, daß sie das Geschehene lebhaft bedauere. Die in den betreffenden Telegrammen ausgedrückten Ansichten des Grafen Luxburg seien seine persönlichen Ansichten und hätten auf die Entschließungen und die Besprechungen der deutschen Regierung keinerlei Einfluß ausgeübt.
StiegsoHetleL
Der Kaiser auf den rumänischen Schlachtfeldern.
Am 22. September durchfuhr Seine Majestät der
Kaiser die Schlachtfelder von Buzaru, Rimnieul Sarat und Focsani. Hier sah er Abordnungen der Truppen, die im Herbst 1916 an dem Siegeszuge durch Siebenbürgen und Rumänien teilgenommen hatten und jetzt an der Kampffront in der Moldau stehen. Seine Majestät sprach von der großen weltgeschichtlichen Bedeutung dieser Kämvfe, die auch wirtschaftlich für die Heimat von lohem Werte seien, und schloß mit den Worten. daß. wenn der Krieg weitergehe, dies nicht Deutschlands Schuld sei. Im Laufe des Nachmittags bestieg Seine Majestät den Magura Odobesti nordwestlich Focsani, der einen weiten Ueberblick über die Kapffelöer der letzten Woche Bietet.
Neutrale Urteile über die Flandernschlacht.
Einer Amsterdamer T. U.-Drahtung zufolge frohlockt die englische Presse über die Eroberung eines dem Erdboden gleichgemachten deutschen Laufgrabens in Flandern, als ob dessen Besitznehmung durch die englische Armee die größte Tat in der Weltgeschichte bedeutet. In Amsterdamer Bürgerkreisen (auch in den en- tentesreundlichen) urteilt man über die Sache anders, man weiß, daß das Resultat der bisherigen Offensive der Alliierten in keinem Verhältnis zn dem Aufwand nnd den gebrachten Menschenopfern stand und sieht nicht ein, weshalb es nun gegen Ende des Jahres unter Anwendung derselben Methoden anders sein sollte. Man ist vielfach der Meinung, daß die Entente über die ganze Anlage der Hindenburg-Linie noch im Dunkeln sei.
Der englische Bericht über Ostende.
Die englische Admiralität teilt mit: Schiffe der belgischen Küstenpatrouille beschossen Sonntag morgen die Marinewerke in Ostende mit biefriedigendem Ergebnis. Unsere Luftpatrouille schoß drei feindliche Wasserflugzeuge nieder.
Italienisch-französischer Trnppenanstansch.
Wie die „Neuen Züricher Nachrichten" laut „B. T." melden, hat zwischen Italien und-Frankreich ein Austausch von Truppen stattgefnnden. Unzuverlässige italienische Regimenter sind an die Westfront geschickt und durch französische und englische ersetzt worden.
Die amerikanische« U-Bootsjäger taugen «ichts.
Der „Petit Parisien" berichtet,,, die von den Amerikanern erbauten U-Bootsjäger hatten leider nicht die erwarteten Ergebnisse gezeitigt. Entsprechend der technischen Anweisung der englischen Admrralrtat seien sie zu leicht gebaut und zu wenig stark, um gegen die deutschen U-Boote ankämpfen zu können. Bezüglich der Reanlierung ihrer Geschwindigkeit, hätten sich bei den U-Bootsjägern bedeutende Schwierrgkeiten ergeben.
Das lafeiniftfie Amerika.
Der neueste Presseüberfall der Entente in der deutsch-schwedischen Depeschenangelegenheit hatte nicht zürn wenigsten auch wieder den Zweck, ern Land mehr aus dem lateinischen Amerika — Argentinren —uns zu entfrernderr, daß es uns künftig seine Rohstoff- und Le- bensmittelzufuhr versage. Ein Ausblick auf die Bedeutung, die, zumal in unserer Rohstoffversorgung, dem la- teinischerr Amerika innewohnte, ist daher zeitgemäß. Schon vor dem Kriege spielte das Gebret von Mexiko bis Patagonien eine wichtige Rolle in unserer Ermuhr. So konnten wir im Jahre 1912 von unserem über 2 Millionen Tonnen betragenden Einsuhrbedarf au Wei- zen fast ein Viertel allein aus Argentmren decken. Aehn- lich war es bei Hafer, mtö an Mais lieferte uns Argentinien mit einer halben Million Tonnen nahezu die Hälfte unseres Bedarfs. Die näher am Aequator gelegenen Teile Siid- und Mttelamerrkas kamen für die Erzeugnisse des Plantagenbaues in Betracht. So gehörte Brasilien zu unseren wichtigsten Versorgungsge- bieten in Kakao und Kaffee. Von unserem Bedarf an 20 000 Tonnen Kautschuk konnten wir aus Brasilien allein ein Drittel bezichett, aus dem lateinischerr Amerika iiberhaupt die Hälfte dieser Art ®mW. Von Bodenschätzen ist für die Ausfuhr am wichtigsten der Salpeter, den wir fast ganz aus Chile bezogen haben. Das Verhältnis wird sich nach dem Kriege verschieben, nachdem wir gelernt haben, den Stickstoff aus der Luft zu gewinnen. In wachsendem Maße wurde Zinnerz aus Bolivien und Kupfer aus Bolivien und Peru ausge- stihrt. In Brasilien sind Manganerze in reichen Lagern zu finden und in einer ganzen Reihe fudamerikanischer Städte Erdöle. Hier sind außerdem sehr wichtig die großen Felder in Mexiko, nach deren Besitz die Vereinigten Staaten von Nordamerika längst gestrebt haben.
In der Gewinnung aller dieser Erzeugnisse der Landnnrischaft, des Plarrtagenbanes, der Waldwirtschaft und des Bergbaues würde sich sehr rasch eine bedeutende Steigerung erzielen lassen, wenn den Mittel- und süd- amerikanischen Ländern zugefiihrt werden könnte, wessen sie vor allem Bedürfen: Menschenkraft und Kapital. Sind doch die in Frage kommenden Ländermassen doppelt so groß als Europa, wogegen Europa 400 Millionen Bewohner hat gegen 60—70 Millionen im lateinischen Amerika. Manche dieser Länder kämen für deutsche Siebelungen in Betracht. Schon jetzt gibt es, besmrders in Chile und Brasilien, Ansiedelungen, in denen deutsches Wesen und deutsche Kultur sich erhalten, mit etwa einer halben Wtiühvt Deutscher. Das Kapital, das für weitere Nutzbarmachung notwendig ist, würde sich vor allem der Aufschlietzung der zahlreichen, noch sehr: schwer zugänglichem Gebiete zu widmen haben. Bei den süd-
üstlki'kküiktsthM EtzölMMKN ist MstÜUkklich WWDH8 Kapstal angelegt, in neuerer Zeit in steigendem Matz« auch nordamerikanisches. Es wird darauf ankommen, die Eisenbahnen noch weiter auszubauen. daneben aber auch die Wasserwege zu fördern, für die vielfach die Vorbedingungen sehr günstig sind. Daneben kommt mehr und mehr der Kraftwagen als Vorläufer 6a EisenRlhnen in Betracht.
Gelingt es uns, nach dem Kriege die amerikanische«
Länder spanischer und portugiesischer Zunge enger mit unserer Wirtschaft zu verflechten und ihre Wirtschaft stärker zu entwickeln, so wird es vielleicht möglich werden, unsere Abhängigkeit von den Ländern englische, Zlbstammung ivenigstens zu mildern, zumal in der si wichtigen Frage der Baumwolleversorgung, die wir Bt& her zu vier Fünfteln aus Nordamerika erhielten. Dic Vorbedingungen zur Hebung des noch in den Kinderschuhen steckenden südamerckantschen Baumwollbaues sind günstig. Diese Frage ist um so dringender als di< Vereinigten Staaten von Nordamerika neuerdings ihr« eigene BaumwolleverarbestimgstndusMe bedeutend entwickelt haben, die seitdem als starke Wettbewerberin ach dem Baumwollmarkt auf tritt; ein Grund mehr für uns, unsere Rohstoffversorgung auf nicht angelsächsische« Markten anzustreben.
Politische Rundschau.
_ Des Kaisers Antwort an die Deutsche Landwirt, schaftsgesellschaft. Auf das an den Kaiser von der 32. Wanderversammlung der D. L. G. abgesandte Huldt- guugstelegramm ist nachstehende Antwort eingegangen: „Der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft meinen wärmsten Dank für die freundliche Begtstitzung. In den drei 5kriegsjahren hat Deutschlands Landivirtichaft ein glänzendes Zeugnis ihrer Kraft und Arbeitssamkeit abgelegt. Auf dem Schlachtfelde und auf der eigene« Scholle treu bewährt, wird der Landmann alle Zeit fest und unerschütterlich zum König und Vaterland, Karset und Reich stehen. Darauf vertraue ich mit Zuversicht
Eurpfang beim Reichskanzler. Beim Reichskanzler fand am Sonnabend abend ein Empfang statt, an dem die in Berlin anwesenden Staatssekretäre und die preußischen Minister nebst den leitenden Persönlichkeiten aus den Reichsämtern und preußischen Ministerien uneinige, Vertreter militärischer Stellen teilnahmen.
Der Ze«tralvorstand der «ationalliberale« Partei wendet sich in einer Kundgebung mit Entschiedenheit gegen die fortgesetzte einseitige Hervorhebung unseres Friedenswillens. In der Entschließung der Mehrheits- parteten des Reichstags vom 19. Juli 6. Js. sieht der Zentralvorstand eine schwere Gefährdung unserer deutschen Zukunftsentwicklung. Er dankt der Retchstags- fraktion, daß sie die Entschließung einmütig abgelehnt hat. Deutschlands zukünftige Sicherheit kann nicht allein auf Bölkerverträgen beruhen, sondern muß auj deutsche Macht und Stärke begründet sein. Der Zentralvorstand fordert eine strenge Durchführung aller das Gebiet der Ernährung des Volkes berührenden Maßnahmen und weitgehende Fürsorge für die minderbemittelten Schichten, insbesondere für den schwer- leidenden gewerblichen Mittelstand und die auf feste Besoldung angewiesenen Kreise. Die anmaßende Ein- mischung des Präsidenten Wilson in die innerpoltti- schen Verhältnisse unseres Landes weist der Zentralvorstand mit Entrüstung zurück. Er lehnt die Ueber- tragunq des parlamentarischen Systems ab, verlangt aber ein enges und vertrauensvolles Zusammenarbeiten von Volksvmtretnng und Regierung.
Betr. Elsaß-Lothringen wurde folgende Entschließung angenommen r Ter ZMtraTvorskauS ckeHM jede ~ Aufvollung der sogenannten elsatz-lothringichen Frage während des Krieges oder bei den Friedensverhand- lungen entschieden ab.
Vermischtes.
Hindenburgspende der Stadt Berli«. Aus Anlaß des 70. Geburtstages Hindenburgs hat der Magistrat Berlin 100 000 Mark bewilligt, die im Verein mit anderen Städten oder durch Vermittlung der Hindenburg- Gabe dem Feldmarschall dargebracht werden sollen.
Ei« schrecklicher Stratze«bahn«nfall hat sich in Ans bei Lüttich ereignet. Ein vollbesetzter Zug stieß mit einem Güterzug zusammen, wobei 23 Personen getötet, 90 verwundet wurden.
Gegen die Ferkelschlachtunge«. Stadtdirektor Tramm in Hannover äußerte sich in der letzten Sitzung der Stadtverordneten über die Spanferkelabschlachtung, die er für eine der gesährlichsten Verordnungen der Näh« rungsmittelversorgung hält. Unter dem Vorwande, Zopfündige Schweine abzufchlachten, kämen gewiß auch größere Tiere unter das Messer .Dadurch würde uns«: Fettmangel im kommenden Winter ganz erheblich singen. Es sei sicher nicht nötig gewesen, das Abschlach- ten in diesem Umfange zu gestatten, wodurch eine Gefahr für die Ernährung der Bevölkerung in diesem Winter vermieden worden wäre. Die Kartoffelernte sei groß, daß man gewiß auch noch Kartoffeln genug übrig behalte, um unsere Schweinebestände durchzubringen. Er gebe der zuständigen Stelle zu bedenken, ob es nicht angebracht sei, diese Massenabschlachtungen schnellstens
wieder aufzuheben. .
Dte Tragödie eines Schauspielers. In ihrer in Bei Taborstraße zu Berlin gelegenen Wohnung tmrrde der Schauspieler Schultze, der am Thaliatheater beschäftigt war, neben seiner Frau und drei Kindern tot aufgefunden. Alle fünf Personen haben sich mit Cyankali vergiftet. Der Grund soll in Nahruugssorgen beruhen.
Ein originelles Gnadengesuch. Aus, Berlin wir- uns geschrieben: Neulich gelangte in die Hände des Kaisers ein Gnadengesuch, dessen Urheber eiU biederer Hand, werksmcister aus einem hessischen Städtchen gewesen ist, und dessen Einfalt und ungewollter Hunror alle JM stanzen, die es durchlief, zur Heiterkeit brächte. Der vi«- dere Meister bat den Kaiser in seinem höchsteigenbandig geschriebeneu Gesuch um Erlaß einer kleinen Straf« und um Tilgung in der Weise, daß er als alter Mann nicht noch als vorbestraft gelte. Er wies dabei daraus hin, daß acht seiner Söhne und zwei Schwiegersöhne mit Aliszeichnuug für den Kaiser fechten. Und dieses Gesu^ trug folgende klassische Einleitung: „Entschuldigen Si^ Eure Majestät, wenn ich wage, auf einen Augenbltä ihren Thron zu besteigen, aber es ist nicht so schlrmm gemeint und ich will Sie auch nicht lange aMalten .. . Das Gesuch hatte durch seine originelle Abfassung d« Wirkung, daß es genehmigt wurde.
Weitere Drahtnachrichten.
Eine päpstliche Sondergesaudschaft «ach England.
Basel, 24. September. (T. U.) Die „Baslei NachMsten" melden laut „B. T." aus Mailmw: <^b« September wird sich auf einem spanischen Schiff ein« päpstliche Sondergesandtschaft «ach England et«schiffe»