Deutschlands Vewundernswerte Kraft.
Diö Schweizer Militärkritiker schreiben laut " „B. L.-A." über den Vorstoß bei Riga, daß er für die Entente ein neuer Beweis der Kraft und Stärke der deutschen Armee bedeute: welche nicht im mindesten durch die Generaloffensive der Verbandsheere an der West- und Südfront geschwächt sei. Der „Zürcher Tagesanzeiger" schreibt, es sei überraschend, daß die veutßhe Heeresleitung im Augenblick höchster Spannung im Wessen. Süden und Südosten nom Kräfte erübrigen kann für eine eigne Offensive auf einem neuen Kriegsschauplatz.
Neues aus Petersburger Archiven.
»-£ Amsterdam, 6. September. (T. U.) Die Pariser Ausgabe des „Neunork Herald" veröffentlicht mehrere Telegramme, die man kürzlich in Archiven der Petersburger Behörden aenmden haben will. U. a. befinde sich darunter ein Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren über einen angeblichen Bündnisvorschlag, der von Kaiser Wilhelm im Jahre M04 angeregt worden sein soll.
Wenn man annehmen darf, daß diese Depeschen des deutschen Kaisers und des Zaren wirklich den Pri- vatpavieren des russischen Herrschers entwendet worden sind, so geben sie, wie der „B. L.-A." dazu bemerkt, in der Tat ein gutes Bild von der Lebhaftigkeit des Gedankenaustausches, der zwischen den damals noch so eng befreundeten Monarchen gepflogen worden ist. Viel Unglück wäre der Welt erspart geblieben, wenn die gute Absicht Kaiser Wilhelms nicht von London her ständig durchkreuzt und schließlich durch die Spießgesellen, die an dem Zaren ihr unglückliches Spiel trieben, zunichte gemacht wurden.
Englische Blätter halten den vom „Neuyork Herald" veröffentlichten Depeschenwechsel für echt. Die meisten Blätter sehen darin eine Bestätigung der Worte, welche Wilion in seiner Antwort auf die päpstliche Note der Autokratie widmet.
Die Flucht des Rumänenkönigs.
Wie die Petersburger „Nowoje Wremja" laut „B.
L.-A." berichtet, hatten die rumänische« Truppen in Rumänien beabsichtigt,- den Stönig von Rnmänien gefangen zu nehmen, ihn abzusetzen und Rumänien als Republik nach Kronstädter Muster auszurufen. Der König rettete sich rechtzeitig durch Flucht vor der Ber- haftnng durch die Soldaten.
Eine halbamtliche durch das Londoner Reuter-Büro verbreitete Kundgebung besagt, daß das Volk und die Armee Rumäniens trotz der wachsenden Schwierigkeiten, welche durch das Weichen der Russen an einzelnen Stellen der Front entstanden, bei ihrem Entschluß beharren, um jeden Preis weiterzukämpsen. Die oft.erneuerten Versuche ausländischer Elemente, eine Umwälzung im Lande herbeizuführen und die Bauern zu verhetzen, damit sie von den Landwirtschaften Besitz ergriffen, seien völlig gescheitert.
. Hände weg, Herr Wilson.
Haag, 6. September. (T. u.) Das Haäger „Nieuwe Bureau" meldet laut „B. T." aus Waching- ton: Das Staatsdepartement macht bekannt, Amerika beabsichtige keineswegs die Absetzung der Hohenzollern- dnnastie zu fordern, damit eine mögliche Grundlage für Friedensunterhandlungen sich finde (!) Es liegen Gründe vor, anzunehmen, daß Amerika damit zufrieden sein würde, wenn in Deutschland innere Re-
'tMen UNm ^ R^gtzrungs- form vorzuschlagen, sei nicht beabsichtigt Amerika werde selbst darüber urteilen, ob es die Reformen, die eingeführt werden sollten, für ausreichend halte, um als Grundlage für die Friedensunterhandlungen zu dienen.
^ Zürich, 6. September. (T. II.) Der Exchange Telegraph meldet laut „Voss. Ztg.", Wilson betrachte die Tür zur Einladung von Friedensverhandlungen noch nicht als geschlossen, er sei im Gegenteil zu Unterhandlungen bereit, sobald Deutschland eine verantwortliche Regierung ernenne. Er beabsichtige keineswegs, sich in die inneren Angelegenheiten Deutschlands Änzu- mischen.
ßtiegsnletiel
Die Schreckenstage von Kalutz.
Unter dieser Ueberschrift stellt Oberst Egli, der militärische Mitarbeiter der „Basier Nachrichten" in längeren, durch grauenhafte Beispiele belegten Ausführungen fest, daß die Kosaken in Kalutz in wahrhaft tierischer Weise gehaust haben. Oberst Egli konnte sich laut „Köln. Ztg." bei diesem Besuche einwandfrei überzeugen, wie die Kosaken in diesen schrecklichen Julitagen die harmlose Zivilbevölkerung beraubt, geschändet und hingemordet hatten. Selbst vor Mord und Plünderung in den Kirchen schreckten die aus freiwilligen wilden und halbwilden Völkerschaften bestehenden Mordbrenner nicht zurück.
Organisierter Aufstand der Garnison von Kasan.
Ueber Finnland eingegangene Privatmeldungen, lassen laut „Voss. Ztg." keine Zweifel, übrig, daß es sich bei der Katastrophe in Kasan um einen organisierten Aufruhr der Kasaner Garnison gehandelt hat, dessen eine Folge die Sprengung der Kasaner Kriegsbedarfsfabriken und Munitionslager gewesen ist. Nach neueren Meldungen sind bei dem gewaltigen Brande rund 1500 Menschen ummlommen.
Die „Antwort der Alliierten".
Der „Matin" meldet: Die unmittelbare Antwort der Alliierten auf die Besetzung Rigas durch die Deutschen werde die Beschleunigung der ©elternlos] enfwe auf allen Fronten sein.
Die Zarenfamilie in der Verbanuuug.
Dem „B. L.-A." wird aus Kopenhagen berichtet, daß nach Meldungen aus Tobolsk die ZarenfamMe Mittet einer unnötig strengen Behandlung leiden müsse. Sie ist in einem nicht die geringste Spur von Bequemlichkeiten zeigenden Gebäude untergebracht und muß dicht zusammengedrängt leben. Der .unge Thronfolger ist wieder erkrankt. Es hat den Anschein, als ob die malische Presse nun allmählich d,e Ueberfuhrnng der Zärenfamilie nach England vorbereiten will.
Lebensmittelkarten in ganz Italien.
Wie dem „B. L.-A." aus Lugano berichtet wird, steht die Einführung des Karten,nstems für Lebensmittel binnen kurzem in ganz Italien bevor.
König Koustantiu läßt sich in Zürich nieder.
König Konstantin von Griechenland wird Mit seiner Familie seinen dauernden Wohnsitz in Zürich nehmen. Die königliche Familie hat bereits eine Villa gemietet.
Politische Rundschau.
Das deutsche Volk und sein Kaiser. Auf das nach der Kundgebung in der Handelskammer zu Bremen an den Kaiser abgesandte Telegramm ist, der „Weser- Zeitung" zufolge, eine Antwort eingetroffen, in der es heißt: „Die tückischen Pläne der Feinde sind bisher mit Gotteshilfe an deutscher Kraft und Standhaftigkeit zerschellt. Deutsche Treue wird jeden Versuch, das deutsche Volk, und seinen Kaiser zu trennen, zuschan- öen werden lassen."
Ein Wahlrechtskouflikt in Sachseu? 1 In der Mitt- Doch-Sitzung des Verfassungsausschusses der Zweiten sächsischen Kammer gab die Staatsregierung auf die Frage, ob sie bereit sei, eine dem kaiserlichen Wahlrechtserlasse entsprechende Reform des Wahlrechts für die Zweite Kammer einzuleiten, die Erklärung ab, daß sie sich nur auf die früheren Ausführungen des Ministers in der Vollsitzung vom 16. Mai 1917 beziehen könne und daß nach ihrer Meinung eine Aenderung der früheren Voraussetzungen für die damaligen Erklärungen zu den sozialdemokratischen unvorschriftlichen Anträgen nicht eingetreten sei. Aus dem Ausschutz wurde gefragt, ob dies die endgiltige Auffassung der Gesamtregierung sei. Der Regierungsvertreter ent- gegnete, Laß er feiner Erklärung etwas weiteres nicht zuzufügen habe. In der weiteren Beratung wurde festgestellt, daß der Regierung die Verantwortung für ihre Erklärungen zu überlassen sei.
Patriotische Pflicht jedes Deutschen. Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin haben eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: In kurzer Zeit wird die siebente deutsche Kriegsanleihe zur Zeichnung aufgelegt werden. Nicht früh genug können die Vorbe- reitungen getroffen werden, um ihr einen ebenso glänzenden Erolg zu sichern wie den vorhergegangenen sechs Kriegsanleihen. Alle darauf hinzielenden Schritte sind mit Freuden zu begrüßen und auf das eifrigste zu un- terstittzen. Dies ist in doppeltem Maße patriotische Pflicht und Herzenssache jedes Deutschen in einem Augenblick, in welchem der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in voller Unkenntnis der deutschen Verhältnisse und in Betätigung seiner auch früher schlecht verhüllten Feindschaft gegen das Deutsche Reich von neuem den frevelhaften Versuch macht, in Deutschland Zwietracht zu säen zwischen Regierung und Volk.
Der Reichskanzler über die Enthüllungen im Suchomlinow-Prozetz.
Dem Direktor vom Wolfsschen Telegravheu-Büro gegenüber hat sich Reichskanzler Dr. Michaelis auf Befragen in längeren Darlegungen über seine Meinung zu den Enthüllungen im Suchomlinow-Prozetz geäußert. Er hat darin die Machenschaften der wahren Urheber des Weltkrieges scharf beleuchtet und wei
ter ausaenihrt:
Deutschland mußte, in den schwersten Vertecdr- gungskamvf um sein Dasein eintreten, weil es bedroht war von seinen beute- und machtgierigen Nachbarn Frankreich und Rußland, die es zerstören wollten, und weil das JnsKreich jenseits des Kanals der Ansicht war, daß es den Kampf um die Hegemonie Europas gelte, wie Sir Edward Gren sich einmal ausgedrückt hat. England wollte sich diese Hegemonie, die es gefährdet glaubte, nicht streitig machen lassen. Deshalb unterstützte es Deutschlands feindliche Nachbarn in ihrer am den Krieg gerichteten Politik. Weder die deutsche Regierung noch das deutsche Volk, das seinem Reichsober- Haupt 'in gegenseitiger unverbrüchlicher Treue ergeben ist war damals oder zu irgend einer anderen Zeit von
den ihm angedichteten Macht- m«» Erobernngsaetuuen beseelt. Wäre das Gegenteil wahr, so hätte Deutschland sich in den 43 Jahren, die zwischen dem Ende des letzten Krieges mit Frankreich und dem Ausbruch des heutigen Weltkrieges liegen, gewiß nicht die mehr als einmal gebotene Gelegenheit entgehen lassen, den Kampf unter weniger schwierigen Umständen zu Beginnen. hat in jenem Abschnitt der Geschichte Europas Zeiten gegeben, wo Frankreich so gut wie ohnmächtig war: es Bat auch Zeiten gegeben, wo England, und wieder andere, wo Rußland durch kriegerische Verwicklungen außerhalb Europas gelähmt waren. Trotzdem hat unsere Sand nicht zum Schwerte gegriffen, das Deutschlands bedrohte Lage im Herzen Europas — wie Lloyd George einst selber zugestanden — uns scharf zu erhalten zwang.
Nichts anderes, als der frevelhafte Wille feindlicher verbrecherischer Kriegstreiver hat uns in Bett blutigen Verteidigunaskampf um Leben und Freiheit hineinae- zwungen. An dieser, durch Suchomlmow und Janusch- kewitsch fetzt erneut bestätigten geschichtlichen Wahrheit kann keine amerikanische Note etwas ändern und ebensowenig wird eine- solche Note unseren festen Willen erschüttern, in treuer Gemeinschaft znnschenKrone, Regierung und Volk das Kriegsziel zu erkämpfen, für das unsere Helden nun schon mehr als drei Jahre lang ringen und bluten: die Wahrung Heiligsten Rechts auf Deutschlands Unversehrtheit und auf die Freiheit seiner gesicherten friedlichen Weiterentwicklung.
Sie siebente kriegsanleihe.
Nichts weiß mehr auf die Kraft der deutschen Volkswirtschaft hin, als das Vertrauen, mit dem die Finanz- verwaltung des Reichs nach mehr als dreijähriger Kriegsdauer von neuem an das Kapiral, an die großen und kleinen Sparer in den Städten und auf dem Lande sich mit dem bekannten Aufruf „Zeichnet die Kriegsanleihe" wenden kann. Daß dieser Zeitpunkt jetzt, und zwar zum ficBenten Male, nahegerückt ist, bringt keinem eine Ueberraschung, ist doch die Finanzverwaltung bis jetzt jeweilig etwa sechs Monate nach der Ausgabe der ersten Kriegsanleihe dazu geschritten, die Kriegsausgaben gleichsam aus dem Schwebezustand auf eine sichere Grundlage zu stellen. Untere Gegner lassen sich mit der Umwandlung ihrer schwebenden Verbindlichkeiten in Anleihen weit mehr Bett — aber nicht aus freier Entschließung. Sie kennen sehr wohl die Grundsätze einer soliden Finanzpolitik, aber ihre Anwendung stößt bei allen unseren europäischen Feinden auf Schwierigkeiten, teils, weil ihre wirtschaftliche Kraft erlahmt ist, teils, weil der Patriotismus sich bei ihnen mehr in Worten als in Taten äußert. Bei uns harren bereits sehr erhebliche Summen des Augenblicks, in dem sie der Kruegsänleihe dienstbar gemacht werden können. Darauf' deutet die ganze Lage des Geldmarktes hin, im besonderen diL großen Beträge, die in Schatzwechseln des Reichs angelegt sind, ferner die hohen Etzrlagen bei den Banken und Sparkassen. Diese Tatsache darf aber niemand zu der Ansicht verletzen, es komme auf seine Mitwirkung nicht an. Vielmehr ist es, je näher wir Sem Frieden kommen, um so notwendiger, kein Nachlassen zu zeigen, sondern erneut einen kräftigen Beweis zu erbringen, daß unsere Kraft, auch auf wirtschaftlichem Gebiet, dem Vaterlands gesammelt nach wie vor zu seiner Verteidigung zur Verfügung steht.
Die siebente Kriegsanleihe wird fast genau nach dem Muster der sechsten ausgestattet. Sie besteht aus övrozentiae« Schuldvorlckreibv^*'— «M * «rozentise«
SWMMSkffMWN, M WW PMK Mit 88 MM M 100 Mark Nennwert in der Zeit vom 19. September bis . Mm 18. Oktober zur Zeichnung aufgelegt werden. Für Schuldbuchforderungen mit Sperre bis zum 15. Oktober 1918 ermäßigt sich der Zeichnungspreis auf 97,80 Mark für 100 Mark Nennwert. Das Reich darf die 5-vrozen- Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen. Das ist für den Zeichner insofern ein Vorteil, als er fein Geld bis zu dem genannten Zeitpunkt unbedingt mit 5 vom Hundert verzinst erhalten muß. Auch spater darf das Reich den Zinsfuß nicht herabsetzen, ohne gleichzeitig die Kirndicging auszu- fprechenföiei- bedeutet, daß dann jeder Anleiheinhaüer das Recht hat, den Nennwert seiner Schuldverschreibungen in barem Gelde, also 2 Mark für je 100 Mark mehr, als den Zeichnungspreis, zu fordern. Für die 1'x-prozentlaen Schatzarnveisungen ist von vornherein ein TilgungSplan aufgestellt, der mit dem für die Schatzanwenunaen der sechsten Kriegsanleihe vorgesehenen übereinstimmt. Nach den Einzelheiten des Til- gungsplanes muß der Inhaber von Schatzanweisungen im Falle der Auslosung seiner Schatzanweisungen min- Mens für 100 Mark Nennwert 110 Mark erhalten. Er kann aber auch unter den noch später zu erläuternden Voraussetzungen 115 oder 120 Mark als Erlös erzielen. Dieser große Vorteil verdient in den weitesten Stetien des Anlage suchenden Kapitals Beachtung.
Da, wie anzunehmen ist, viele Eigentümer der älteren 5-prozentigen Schuldverschreibungen und der früher ausgegebenen 5-prozentigen Schatzanweisungen den Wunsch haben werden, ihren Besitz in die neuen auslosbaren Schatzanweisungen umzuwandeln, so ist wieder, wie bei der sechsten Kriegsanleihe, ein von leichi erfüllbaren Bedingungen abhängiges Umtanschrecht geschaffen worden.
Die Einzahlungen auf die siebente Kriegsanleihe können vom 29. September ab sder 30. September ist ein Sonntag) geleistet werden: Pflichtzahlungstermine sind der 27. Oktober, der 24. November, der 9. Januar und der 6. Februar. Es können also alle die, die über flüssige Gelder verfügen, alsbald in den Genuß der hohen Verzinsung kommen: wer aber erst spätere Eingänge für die Kriegsanleihe verwenden will, dem sind sehr bequeme Zahlungsmöglichkeiten eingeräumt.
Daß eine Anleihe des Deutschen Reichs, eine Forderung mithin an das gesamte Nationalvermögen, die denkbar größte Sicherheit bietet, wissen wir alle. Der Verzinsung eines erheblichen Teiles der Kriegsanleihen sind bereits neue Steuerquellen gegenüber gestellt: im übrigen ist es kaum nötig zu sagen, daß jede Regierung und jedes Parlament, die für die Verwaltung des Reichs und seine Gesetzgebung verantwortlich sind, es als ihre vornehmste Aufgabe betrachten! werden, den Gläubig gern des Reichs das gegebene ZahlungSversprechen zu halten.
Wer Sie siebente Kriegsanleihe zeichnet, erwirbt die beste Kapitalanlage und trägt, indem er unseren Tapfern draußen zu Wasser und zu Lande hilft, zum Schutze des Reichs, zum Schutze der eigenen Person und des eigenen Vermögens bei.
Vermischtes.
Das freudige Ereignis im Kronprinzenhause. Der Hofmarschall des Kronprinzlichen Hauses teilt unterm 5. September mit: Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin ist heute 2 Uhr 55 nachmittags von einer gesunden Prinzessin glücklich entbunden worden. Die hohe Frau und die Prinzessin befinden sich wohl. Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz läßt bitten, wegen der großen Belastung der Feldpost
Soff zweite Kriegskind, ist das sechste Kind des Kronprinzenpaares. Der älteste Sohn Prinz Wilhelm steht im 12. Fahre, Prinzessin Alexandra Irene wurde am 7. April 1915 geboren.
Ein Ehreusäbel für Hindenburg. Die Waffenstadt Solingen wird dem Generalfeldmarschall von Hindenburg zum 70. Geburtstage einen Ehrensäbel überreichem
Eine Krankenpflegerin als Juweleudiebim Der große Juwelendiebstahl in Schloß Albrechtsberg bei Dresden, der im vorigen Fahr großes Aufsehen erregte, fand jetzt seine Sühne vor dem Dresdner Landgericht. Die Krankenpflegerin Lisbeth Gottwald, die im Schloß bedienstet war, hatte die Juwelen gestohlen. Sie war dann in Pyrmont ermittelt worden, als sie die Beute verkaufen wollte und erhielt jetzt 1% Fahr Gefängnis.
Beschlagnahme der Bronze- und Knpferdenkmäler. Die Beschlagnahme der Bronze- und Kupferdenkmäler ficht laut „B. L.-A." unmittelbar bevor, nachdem im ganzen Reiche die Bestandsaufnahme durchgeführt ist. Das bayerische Kriegsministerium hat die Beschleunig gung der Beschlagnahme bereits angeordnet. . _
Der Handel von Riga. Von dem gewaltigen Aufschwung, den Handel und Industrie pon Riga in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege genommen haben, zeugt wohl am besten ein Vergleich der Zahl der Fabriken, die Riga vor 20 Jahren, vor 10 Jahren und beim Ausbruch des Krieges besaß. Im Jahre 1895 gab es in Riga 102, 1905 dagegen 487 Fabriken, und deren Zahl war kurz vor dem Ausbruch des Krieges auf mehr als 700 gestiegen. Mehr als 80 000 Arbeiter waren in ihnen beschäftigt: der Wert der von ihnen erzeugten Güter überstieg im Jahre 150 Millionen Rubel. Fast alle Industriezweige waren darunter vertreten. Der eigentliche Handel von Riga hat seinen Mittelpunkt in der Börse, und hier wurden vor dem Kriege riesige Umsätze in den wichtigsten Ausfuhrartikeln des Rtgaer- Handels gemacht. Getreide, Flachs und Holz, Butter, Eier und andere russische Laudesprodukte wurden im Werte von vielen Millionen Rubeln ausgeführt: in der Einfuhr standen Tee, Rohbaumwolle, Kautschuk, Jute. Steinkohlen und Metalle an erster Stelle. Mehr als 4000 Schiffe fuhren vor dem Kriege aus und ein; die Hälfte davon diente dem Verkehr mit dem Auslande, in erster Linie mit den Ostseehäfen Stettin, Lübeck, Kopenhagen und Stockholm. Gewaltig waren stets die Vorräte an Roheisen und Eisenerzeugnissen, die in Riga lagerten.
Weitere Drahtnachrichten.
Weitere Vermittlungsversuche des Papstes.
Kopenhagen, 6. September. (T. U.) Der Primas der nordischen katholischen Kirche van Duch sagte laut „Bl. Mp.", der Papst beabsichtige sich nochmals an die kriegführenden Mächte zu wenden, um den Frieden her- beizuführen. Er betrachte dies als eine heilige Pflichi und werde alles tun, um zwischen den kämpfenden Ntächten zu vermitteln.
Verluste dqr Amerikaner in Frankreich.
im London, 6. September. (T. U.) Die amerikaui- sche« Truppen in Frankreich haben laut „Voss. Zta." nicht unerhebliche Verluste erlitte«. Nachrichten darüber werden in Anrerika erst veröffentlicht werden, wenn eine bestimmte Ziffer an Toten und Verwundeten er« reicht im