An Ehrentag unserer Flieger.
Der 16. August war ein Ehrentag unserer Kämpfer- auf der Erde wie unserer Kämpfer in der Luft. Als die Engländer nach beispiellosem Trommelfeuer um 6.30 Uhr zum Sturm ansetzten, erschienen wie mit eurem Schlage gewaltige Mengen feindlicher Flieger über unseren Infanterie- und Artilleriestellungen,' zur glei- chen Zeit warfen englische Bombenflugzeuge einzeln und in Geschwadern Spreugmassen auf unsere vermme- ten Kommandostellen und unsere Flughäfen. Aber nur wenige Minuten konnten unsere Gegner unbehindert den Vorteil ausnutzen, den die vorherige Festsetzung der Angriffszeit dem Angreifer bietet, dann, warfen sich unsere Jagdflieger, allen voran Rittmeister Freiherr von Richthofen an der Spitze seiner sieggewohnten Schar, den feindlichen Fliegern mit unwiderstehlichem Schneid entgegen. In unaufhörlichen Luftkampfeu drängten sie die Gegner an und über die Front zurück. Rrttmelster Freiherr von Richthofen errang dabei feinen 58. Sieg. Unter dem Schutze unserer Jagdstaffeln konnten unsere Infanterie- und Artillerieflieger ihre Eingaben nur Er- wlg durchführen. Als kurz danach die Gegenangriffe unserer Stoßdivisionen einsetzten, stogen unsere Schlachtflieger ihnen voran, bis auf niedrigste Höhe» Heruuter- gehend und überschütteten die Gegner mit Bomben- und Maschinengewehrfeuer. Fern-, Erkundungs- und Bombengeschwader unternahmen während des ganzen Tages kraftvolle Bombenangriffe auf feindliche ArtU- leriestellungcn und Truppenansammlungen. Als der Großkampftag seinem Ende zuneigte, war die Wucht des Angriffes auf der Erde gebrochen mtö unsere Ueverle- genüeit in der Lust gesichert,- an dem großen Erfolge haben unsere Flieger ihren vollen Anteil.
■ Engla-iös Kamps nach zwei Seiten.
Von besonderer militärischer Seite wird uns aus dem Felde geschrieben:
Der Freund hält zum Freund. Der Feind des ei- nen ist des andern Feind. Das ist Naturrecht. Im Freund von heute den Feind von morgen zu sehen, ihn gleichzeitig als Freund auszmmtzen, wie als Feind zugrunde zu richten, das bringt nur englische Staatskunst zuwege. „Je mehr Frankreich und Belgien nach dem Kriege Städte aufzubanen haben, desto weniger werden diese Länder Kraft und Zeit besitzen, mir geschäftliche Konkurrenz und politische Schwierigkeiten zu machen." So rechnet der Engländer. Die Schlußfolgerung hat zum Vordersatz: „Ich werde, wenn auch selber schwach, noch stark und Sieger sein, wenn die andern, Freund wie Feind, noch ne.wämer sind als ich."
Diese herzkalte Sophistik ist im englischen Machthaber zur praktischen Brutalität ausgewachsen. Soweit geht diese Schamlosigkeit, daß sie es nicht einmal der Mühe wert hält, dem Freund von heute wenigstens die Larve der Freundschaft entgegenzuhalten. Nein, offener Hohn grinst dem Feinde von morgen ins Antlitz, der dumm genug war, sich der Hinterlist auf Gedeih und Verderb zu verschreiben.
Ist es nicht kalter Hohn, wenn englische Gefangene vom 31. Juli lachend erzählen, vor Litte stunden frans
Bfische Truppe«, um anszupasse Stadt von he« Engländern nich
eu, daß der schönen
_ _ ts zuleide geschehe?
Jst's nicht kalter Hohn, wenn der belgische Bundesgenosse es Tag für Tag mitanhören muß, wie die Granaten der englischen Schiffsgeschütze weit, weit über die deutschen Linien hinausfliegen, dorthin, wo er seine Lieben zurückgelassen hat, die er wiederzufinden hofft, oder wenn er in jeder mondhellen Nacht als vosten die evgMMN noer, ar,
singend über die Kampffront ziehen lassen muß, rttjin, wo die schönen -flandrischen Städte ein reiches, arbeit- ames Volk im Schlummer bergen? Im Juni war dieser Unfug, der im Namen der mUitärifdjen Notwendigkeit verübt wird, schon beträchtlich gestiegen, im Juli hat die Zahl der durch Fernfeuer und Bombenwurf im Gelände hinter der flandrischen Kampfftont ver- vundeten einheimischen Zivilpersonen das Dreifache, sie der Getöteten das Fünffache der „Juniernte" er= eicht. Die Stimmung der Zivilbevölkerung ist infolge
kueser zwecklosen Unternehmungen, die mtittarwn Schaden so gut wie garnicht angerichtet haben, im Höchsten Maße aufgebracht. Die drastische Beurteilung dieses unzweckmäßigen Handelns, das den Freund mehr schlägt, als dem Feinde schadet, wird ohne viel Muhe in gedankliche Verbmdung gebracht mit dem allgemeinen Groll, der im okkupierten Gebiet gegen den Engländer als den zähesten Friedensfeind mehr und mehr anwächst. Viermal sind die Flüchtlinge, die in der neu entbrannten Flandernschlacht aus den Ortschaften der vordersten Linie in Rvusselaere Unterkommen gefunden haben, entsetzt wie bei einer Feuersbrunst durch die Straßen der Stadt gestürzt, weil die gleichen Geschütze, die ihnen ihre Heimat in Trümmer geschossen, ihnen auch im neuen Unterschlupf keine Ruhe gönnten. Und die Geschütze gehören ihren „Rettern", von denen sie Freiheit erhoff- fett. Wird eine Bevölkerung es je vergessen können, kleine unschuldige Kiirder durch Fliegerbomben in Stücke zerrissen gesehen zu haben, die „Freundeshand geworfen hatte? Am 27. Juli kamen in dem Dorfe Heule bei Kortrijk acht Kinder durch einen englischen Flieger eben in dem Augenblicke ums Leben, als sie vor der drohenden Gefahr nach dem schützenden Unterstand trippelten.
Wenn der Engländer vorgibt, auf Bahnhöfe zu schießen, und zerstört Heimstätten friedlicher Menschen, wenn er behauptet, deutsche Fliegerschuppen treffen zu sollen, und tötet wehrlose Weiber und Kinder, ist es da ein Wunder, daß die Zivilbevölkerung anfängt, für den deutschen Eroberer Sympathien zu fassen, der sie mehr schont, als ihre eigenen Verbündeten?
Die „Gazette des Ardennes", die in hunderttausend Eremplaren im besetzten Gebiet gelesen und in weiteren Tausenden hinter der feindlichen Front durch Flieger . abgeworfen wird, hat die Opfer englischen Aberwitzes im Hintergelände der flandrischen Front bekanntgege- bem Die belgischen Kämpfer aus der Gegend von Kor- trijk, Oudenaarde, Jfeghem, Ostende, Bladsloo-Fort werden darunter manchen Namen gefunden haben, der ihnen teuer war.
Spanische Zustände.
Die Ententepresse kann ihren Jubel über die Zer- setznugsprozesse in Spanien kaum verbergen, verspricht sie sich doch in diesem aufgewühlten Nährboden für ihre kriegshetzerischen Absichten große Erfolge. In der Tat konnten allein revolutionäre Bewegungen in Spanien die spanische Neutralität umstürzen, denn die gegenwärtige Regierung uitö der gegenwärtige König sind für strikte Neutralität und denken nicht daran, sich durch die Entente aus ihrer Stellung herausdrängen zu lassen. Ganz auderssteht es leider um die republikanischen und sozialistischen Parteien Spaniens,- sie haben sich durch die Propaganda der Entente gegen die Zentralmächte aufhetzen lassen, nicht nur aus Liebe zur Entente, vielmehr um der so sehr durchsichtigen Absicht willen, mit dem Ausbruch des Krieges zugleich die gegenwärtige Monarchie und Regierung in Spanien zu stürzen. Die Wühlereien der Entente in Spanien werden durch die provin- zialen Gegensätze des Landes unterstützt. Zahlreiche Provinzen Spaniens kämpfen seit langem um eine starke Autonomie und gegen eine zentrale Regierungsgewalt,- sie benutzen in diesemKampfe jedes Mittel, und so jetzt auch die strikte Neutralität der Regierung und des Königs, der konservativen und ernsten liberalen Parteien. Es kommt hinzu, daß sich Spanien durch den Krieg wie kaum ein anderes Land in ein wirtschaftliches JÄÄÄÄM
(Während doch ganz offensichtlich ist, daß allein die englische Tyrannei zur See dieses spanische Elend im Innern verschuldet.) Schließlich ist die alte Leidenschaftlichkeit des spanischen Volkes hinlänglich bekannt, um befürchten zu lassen, daß jeden Augenblick das Pulverfaß in die Luft fliegt.
Indessen zeigt sich keinem Lande gegenüber so deutlich wie in Spanien, welche zwingende Kraft zur Er- nüchternug und Beruhigung die militärischen Siege der Zentralmächte ausüben. Die spanische revolutionäre Presse ist das glänzendste Barometer für die militärischen
Erfolge der Zentralmächte. Wenn diese groß sind, sinkt die Hitze der spanischen Hetzpresse auf ein Minimum, und wenn die militärische Lage der Zentralmächte stagniert oder gar hier und dort eine lokale Einbuße erleidet, so steigt in der spanischen Hetzpresse wieder eine Hitzwelle auf, die ganz Europa verschlingen möchte. Die spanische Regierung und der spanische König, aber auch die alten konservativen und ernsten liberalen Par-
ans Ruder zu brin- :el und unglaublicher
auch die alten konservativen und ernsten liberalen Parteien haben sich, wie gesagt, demgegenüber während des ganzen Krieges von ruhiger Sachlichkeit und von ernster Neutralität leiten laßen. Es ist von ihnen hierin auch keine Aenderung zu erwarten, und es ist daher begreiflich, daß sich die Entente zu immer stärkeren Mitteln hinreißen läßt, um entweder auch die spanische Regierung in ihre Netze zu ziehen oder durch revolutionäre Bewegung eine andere r gen. Trotz gewaltigster ..........„......
Lügen- und Hetzpropaganda ist es aber der Entente bisher nicht gelungen, Spanien von seiner Neutralität ab- • zubringen. Es ist auch nicht zu erwarten, daß das anders werden wird, solange die gegenwärtigen Parteien in Spanien am Ruder bleiben. Aber eben dies ist der Angelpunkt, um den sich nicht nur die imrere Politik Spaniens, sondern auch die äußere und damit die Stellung zum Kriege dreht.
Man kann von hier aus schwer beurteilen, wie sich die innere Lage in Spanien entwickeln wird, aber mau sollte sich nicht von jeder momentanen Erregung und revolutionären Zufälligkeit in Spanien in feinem Glauben an die Neutralität Spaniens irre machen lassen. Die historischen Gründe, die Spanien gegen die englische Weltherrschaft seit dem Utrechter Frieden von 1713, fett dem Raube Gibraltars, beherrschen, lassen sich auch durch die wütendste Weltpropaganda nicht aus der Welt schassen.
Gasgranaten.
Mit der Verwendung giftiger Gase als Kampfmittel wurde zuerst von unseren Gegnern begonnen. Als dann dank den Leistungen und Erfindungen der deutschen chemischen Industrie diese feindlichen Kampfmittel hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Erfolge von den neuen deutschen weit übertroffen wurden, erhob, wie immer in solchen Fällen, die seindliche Presse ein wrlöes Geschrei über die unmenschliche Grausamkeit der dentuhen Kriegführung. Das hinderte die feindlichen Heeresleitungen jedoch nicht, die Gasgranate ruhig weiter zu verwenden.
In der letzten Zeit versuchen die Feinde erneut, uns wegen der rriegsmätzigen Verwendung von Gasen bei der neutralen Welt anzuklagen. Die Beschießung mit Gasgeschossen hat unter der französischen Zivilbevölkerung einige Opfer gekostet. Diese Mögluh- keit soll nicht bestritten werden: die Schuld trifft aber allein die französische Regierung, die die Orte, welche noch innerhalb der Feuerzone liegen, nicht von der Zivilbevölkerung räumen laßt, wie wir es stets getan haben. Der Gegner beschießt bei uns das Gelände weit hinter der Front mit Gasgeschossen, wie wir es ebenfalls tun, um feindliche Batterien und Truppenbereit- stellunaen, die unsere Gegner, wie Gefangeneuaussa- gen und Fliegerphotographien beweisen, in möglichst belebte Orre zu legen lieben, erfolgreich zu bekämpfen. Unter diesen Umständen ist es sehr wohl denkbar, daß manche Zivilperson Opfer der Gasbeschießuna wird, während in den von uns besetzten Gebieten die Gasver- ikstten 'det" selten vorkommen,
weil wir die Einwohner gegen ihre „Befreier" au schützen wissen. Wir können den Engländern und Franzosen nur empfehlen, ihre eigenen Laudsleute so zu schonen. rore wir es mit der feindlichen Bevölkerung im besetzten Gebiete tun, dann dürfte kein Anlaß aur Klage mehr vorliegen. Die Unglücksfälle den deutschen Gasen zur Last zu legen, ist wohl kaum angängia. nachdem Franzosen und namentlich Engländer sich ihrer wirkungsvollen Gasgranaten rühmen und fortdauernd in der Preise mit blutrünstigen Schilderungen -m „guten" Erfolge ihrer Geschosse und deren verheerende Kraft dem angenehm erschauernden Leier vormalen.
Montag, den 27. AnM 1917
Nachmittags 5 Uhr werde ich in meinem Geschäftslokale die zum Nachlasse des Schreinermeisters Peter Hüter von hier gehörigen Grundstücke,nämlich : 1. Krtbl. A Nr. 490, Untere
Frauenstraße Wohnhaus mit Stall 0,49 ar,
2. Krtbl. A Nr. 492 daselbst Wohnhaus mit Hofraum
Auf Abschnitt 63 der allgemeinen Lebensmittelkarte kommen heute und morgen'
9 Mund Frühkartoffeln
durch die Geschäfte I. H. Otto, Epple Marktplatz, Heß Weinstraße, Schlag Hanfsack, Fehling Clausstraße, S. Levi, Frau Sauer Breitenstr., G. W. Schimmelpfeng, A. Oppenheim, Fr. Weder und Frau Derau zum Verkauf.
Verkaufspreis 12 Pfg. für das Pfund.
Ohne Lebensmittelkarten dürfen Kartoffeln nicht abgegeben werden.
der
3. Krtbl. U Nr. 346 Hinter'm
Stift
Garten
Das Geld ist abgezählt mitzubringen. Ablieferung Abschnitte durch die Verkäufer bis zum 23. d. Mts.
Hersfeld, am 21. August 1917.
Der Magistrat—Versorgungsstelle—.
Schirme i. sticke
Pfeifen, Mützen in grosser Auswahl. Reparaturen, sowie neu Überziehen von Schirmen, schnell.
Emil Itorting, Drechsler
Hersfeld, Klausstr.
20,92 ar öffentlich meistbietend verkaufen, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden.
Gg. Ritzel,
Nachlaß-Konkursverwalter.
•eeeeieeeee
Geschäftsbücher
Schneiderin
Berlin akadem. ausgebildet, führt jede Art von Neuanfertigung sowie Umänderungen aus.
Horn, Fuldastrahe 6.
Aüeitsbüchtt
— find vorrätig in —
Geschäftspapiere
jeder Art aus der Fabrik von F. C. König &
Ebhardt, Hannover.
Briefordner aller Systeme
sämtliche Contorbedarfsartikel.
F. Sauer, Hersfeld Weinstr.
DamwcMHn.
Gründliche Ausbildung an eigner Garderobe. Vor-, nachmittags u. abends.
Monatlich 12 Mark einschl. Zuschneiden und Zeichenunterricht.
UMMI W sreiiesir.
•eeeeieeeee
Rechnungen in allen Größen L Funks Buchdruckerei
Sie Wkeskreöiiksfft,
amtl. Hinterlegnngssielle für Mündelvermögee?,
nimmt allgemein Wertpapiere zur Berwahrnng und Berwsltnng (Verlosungskontrolle Zinsscheineinlösung usw.) an, in Casse! bei der Direktion, außerhalb durch die Landesrentereien'
Die Direktion.
ar*' «sgel-
für alle Vogelarten besondere naturgemäße Mischungen.
Niederlage bei Firma
sogiiie lehn.
kauft zum höchsten Tagespreis.
Bemh. Bolz
Kaiserstr. Ecke.
MHra Katalog frei Holzrahmenmatr.Kinderbett. Eiseumödeisgvrit Lutzl.