Die Lage in RMaad
Russische Zustände.
Der Stockholmer Korrespondent des „Handelsblad" berichtet: Die Stadt Kamonow-Podolsk in der Ukraine ist von Deserteuren, die sich weigern, nach der Front zurückzukehren, überfüllt. Russische Matrosen rissen das schwedische Wappen vom schwedischen Konsulatsge- Väude in Aboe herunter. Die russische Regierung hat versprochen, die Schuldigen zu bestrafen und dem Konsul Genugtuung zu geben. — „Utro Rossij" meldet laut „B. L.-Ä." aus Charkow, daß diese Woche drei ukrainische Regimenter nach Kiew befördert wurden. Die Eisenbahnwaggons waren mit ukrainischen Fahnen geschmückt. Die Soldaten erklärten auf die Frage, wohin sie reisten, sie gingen nach Kiew, um dem ukrainischen Zentralausschutz zur Verfügung zn stehen. „Birschewija Wjedomosti" schreibt, daß die kaspische Seehandelsflotte in Streik getreten ist. Hierdurch sind mehrere Städte in größte Not geraten, weil die bisher in kleinen Mengen ankommenden Lebensrnittel hierdurch gänzlich ausgeblieben sind.
Tereschtschenko über die Erklärung des Kanzlers.
Aus Petersburg wird laut „B. T." amtlich telegrafiert: Das Auswärtige Amt steht sich gezwungen, auf kategorische Weise die Angabe über Erklärungen zu dementieren, die riach den Behauptungen des Reichskanzlers Dr. Michaelis Tereschtschenko abgegeben haben sollte hinsichtlich der Kriegsziele, die Frankreich im gegenwärtigen Kriege angeblich zu erreichen beabsichtigt. Tereschtschenko hat gar keine Proteste vorgebracht, auch keine speziellen Erklärungen bei der französischen Regierung abgegeben, außer der von der provisorischen Regierung angegebenen Erklärung hinsichtlich der Kriegsziele, die am 18. Mai zur allgemeinen Kenntnis gebracht wurde. Diese Erklärung, die sympathisch ausgenommen wurde, wird zum Gegenstände genauer Untersuchung auf der Konferenz werden, die zwischen den Alliierten in der nächsten Zukunft stattfinden wird.
Rebellion im Kaukasus.
^ Haag, 3. August. (T. U.) Die Lage im Kaukasus wird laut „B. L.-A." täglich schlimmer. Die Rebellion breitet sich aus. Die Situation ist äußerst be- drghlich. Kerenski hat die vollständige Neuorganisation der Kankasusarmee angeordnet. In der Festung Kars zerstörten die meuternden Soldaten u. a. die Flugzeughalle.
Verhaftung der Bolschewiki-Führer.
Reuter meldet aus Petersburg, daß die Führer der Bolschewiki in Helsingfors ergriffen und ihre Blätter beschlagnahmt worden seien.
Ernste Sorge um Podolien.
Sockholm, 3. August. (T. U. Die militärische Lage in Podolien wird laut „B. L.-A." russischerseits als tiefernst beurteilt. Das Lebensmittelministerium führt laut „Rjetsch" aufgrund von Mitteilungen des Generalstabes die schleunigste Bergung der Ernte hinter der Südwestfront durch.
Ein bedeutsames Kanzlerwort.
Während seines Dresdener Aufenthaltes empfing, wie gemeldet, der Reichskanzler Dr. Michaelis den Chefredakteur der „Dresdner Neuesten Nachrichten" Professor Julius Wolfs zu einer längeren Unterredung. Der Kanzler äußerte sich zunächst über seine Antrittsbesuche und im Zusammenhang damit über die Pflege der bmr- - -^SWft^^
Kriegspolitik kam der Kanzler mehrfach zu sprechen und sagte dabei u. a. folgendes:
„Der größte Fehler, der gemacht worden ist, heißt Nervosität. Die innerpolitischen Kärnpfe in der letzten Amtszeit des Herrn von Bethmann Hollweg sind von den verschiedensten Seiten leider mit einer Nervosität geführt worden, hinter der unsere Feinde, ja auch Neutrale, nichts anderes vermuteten als Schwäche. Zugleich ist die Friedenssehnsucht, die in Wirklichkeit wohl bei allen Kulturmenschen und Kulturvölkern gleich groß ist, wiederholt in einer Weise bekundet worden, die jedenfalls, wenn auch durchaus irrtümlich, von Feinden und Neutralen als ein Symptom unserer Schwäche ausgelegt wird. Wir sind, Gottlob, stark, was wir in drei Jahren, glaube ich, hinreichend bewiesen, und werden, das halte ich für meine, für unser aller, auch der Presse, nächste Aufgabe, den überzeugenden Beweis zu führen haben, daß wir zwar leider vorübergehend nervös, aber nie geschwächt waren. Wir sind nach innen und außen so kräftig und gesund wie je, wir werden fortfahren in unseren Bestrebungen, zum Frieden zu gelangen, aber die früheren Fehler nicht wiederholen. Ich bin herzlich bereit, jede Gelegenheit zu einem ehrenvollen Frieden zu ergreifen. Darauf hat unser Volk, das in drei Jahren Unerhörtes gelitten und ertragen hat, unbedingten Anspruch. Unerwartet können jeden Tag neue Ereignisse unseren auf Starke gegründeten Willen zu ehrenvollem Frieden in Tatsachen umsetzen, aber es gilt auch hier wie stets: Die Berhaltniise sind stärker als die Menschen und ihre.Absichten. Den Ereignissen müsserl wir unsere Politik anpasien. Jetzt gilt es unter Vermeidung jeder Nervogtat die Gegner von der nngeminderten Kraft Deutschlands zu überzeugen, daß die Spekulation auf unsere vermeintliche Schwäche aus ihrer Berechnung ausscheidet. Die gesamte Presse muß in deutschen Lebensfragen mit der Regierung gehen. Im einzelnen mag der politische und Partetstandpunkt noch so weit vom anderen entfernt sein. Das Ziel dieses Krieges, einen baldigen ehrenvollen Frieden, fördert jeder, der sich in seinem Wirken in der Oeffentlichkett tagtäglich sagt: Im Großen einig nnd ohne Nervosität!"
Das Programm dar neuen österreichischen Regierung.
Der „Pester Lloyd" meldet aus Wien: Der leitende Gedanken des neuen österreichischen Kabinetts wird die Zusammenfassung aller Kräfte und sämtlicher Kationen in Oesterreich sein. Das Programm der Regierung besteht in einer Berfassungsrevision auf der Basis der Schaffung nationaler Autonomie und einer KreiSein- teilung in ganz Oesterreich bei Beibehaltung der Krön- lander. Die Wirtschaftspolitik der Regierung nurd besonders für Krieg, UebergangSwirtschast und Frieden vorbereitet mit dem Leitmotiv der Veintng del' tzroduk- tion. WaS die Zusammenetzung des KaStnettS anve- langt, so ist wahrscheinlich, daß außer dem Mintste^ra- sidenten Seidler drei Bcamteuiniutstcr verbleibe l. Dvg- genvurg, Hoefer und Czapp. Alle Ubrigen Minister des Kabinetts werden Parlamentarier sein. Bitt Ausnahme der Tschechen scheinen sich sämtliche Parteien dem Plane der Neubildung des Kabinetts gegenüber wohlwollend zu verhalten. In den tschechischen Parteien ist eill Zlvie- spalt eingetreten. Es ist nicht ansgeschlossen, daß die tschechischen Klerikalen unt* Sozialdemokraten dem neuen Kabinett gegenüber wohlivollellde Neutralität bervatzren tver.helt.
AusMilvisches Echo MKMzMMKMNM
Zu den Erklärungen des deutschen Reichskanzlers schreibt der „Basler Anzeiger: Der neue deutsche Reichskanzler hat die Ententeregierungen mit großem Geschick an der Stelle gepackt, wo sie am meisten verwundbar sind: an dem Widerspruch zwischen Worten und Handlungen, an dem Widerspruch zwischen den angeblichen und den wirklichen Absichten, den er in der glücklichen Lage war, gerade der französischen Regierung nachzuweisen. Man wird nun von deutscher Seite mit Mecht darauf Hinweisen können, daß in Deutschland zwar auch Anhänger einer Annektionspartei bestehen, daß sie aber dort nur eine Partei bilden, während in Frankreich die Regierung den Anuektions-Gedanken vertritt. Der „Bund" schreibt: Ribots Antwort habe in den Hauptsachen die Angaben des Reichskanzlers bestätigt.
Wie der Schweizerische Pressetelegraph meldet, werden die Enthüllungen des Reichskanzlers über den französisch-russischen Geheimvertrag von den italienischen Blättern erst nachdem die Antwort des französi- Men Ministerpräsidenten vorliegt, auszugsweise veröffentlicht. Der „Corriere della Sera" schreibt: Diese Enchüllungen seien offensichtlich zu dem Zwecke erfolgt, zwischen Frankreich und Rußland Zwietracht zu säen.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Sofia: Die Enthüllungen des Reichskanzlers über die ftanzöstfchen Kriegsziele und die Geheimverträge haben einen starken und befriedigenden Eindruck in Regierungs- und politischen Kreisen gemacht. Die gesamte Presse bespricht die Enthüllungen in dem Sinne, daß die Völker des Vierbundes jetzt deutlich erkennen, daß sie einen Verteidigungskrieg führen, während die Völker des Vierverbandes erkennen müssen, daß sie sich für wahnwitzige, nie erreichbare Kriegsziele hinschlachten lassen.
Lloyd George's Kriegsziele"
Im englischen Unterhause verlangte Oberst Sykes von Lloyd George eine deutliche Erklärung, daß die Regierung nicht mit den Friedenszielen spiele,' wenn das der Fall werde, würde das ganze Königreich sich dagegen auflehnen. Lloyd George äußerte sich dazu wie folgt: Die Regierung hat ihre Auffassung über die allein möglichen Friedensbedingungen nicht im geringsten geändert. Wir sind fest entschlossen, uns nicht an einer Konferenz wie der beabsichtigten zu beteiligen. Ich gehe sogar weiter und erkläre ohne Zögern, daß wir nicht gesonnen sind, Teilkonferenzen gut zu heißen, bei denen über Friedensbedingungen verhandelt oder solche aufgestellt würden.
Im weiteren Verlaufe feiner Unterhausrede sagte Lloyd George, das Haus solle darauf vertrauen, daß die Regierung nur ein einziges Ziel habe, nämlich den Krieg zu gewinnen. Die Alliierten hängen jetzt von England mehr ab als von irgend einem anderen Lande der Welt. Wenn England aber nicht einig bleibe und man einen wertvollen Kollegen aus dem Ministerkabi- nett nach dem anderen in tue Arme derjenigen treibe, welche für pazifistische Ziele kämpfen, so zweifle ich, so schließt Lloyd George, ob wir gewinnen werden. Ich bitte das Haus, die Einigkeit des Volkes zu bewahren, damit ein Sieg, welcher der Opfer wert ist, gesichert wird.
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Doppelzüngigkeit gegen Deutschland.
Der „Manchester Guardian" wirft der englischen Regierung Doppelzüngigkeit gegenüber Deutschland vor, dem sie durch Lloyd George einen demokratischen Kriegen anbieten lasse, während gleichzeitig durch Bonar Law eine Abordnung engiffa-eo Koniervattver die Versicherung gebe, daß die Durchführung der Beschlüsse der Pariser Konferenz nach wie vor einen Teil der englischen Regierungspolitik für die Zeit nach dem Kriege bilde. Das liberale Blatt schreibt: Unruhe erregt Bonar Laws Angabe, daß die Pariser Beschlüsse, die einen Boykott Deutschlands nach dem Kriege vorsehen, noch voll in Kraft find. Lloyd George fordert die deutsche Demokratie auf, sich ihrer gegenwärtigen Regierung zu entledigen und die Zügel selber zu ergreifen, indem er sozusagen im stillen einen deuwkratischen Frieden anbietet. Was aber kann der Wirkung der Erklärungen Lloyd Georges unter der deutschen Arbeiterschaft mehr schaden, als der Ausspruch Bonar Laws! Gebe« wir nicht vor, für den internationalen demokratischen Frieden zn kämpfen? Was für ein Recht hat dann aber die Regierung, sich schon jetzt auf einen Handelskrieg festzulegen, der nach Beendigung des Kneges in Kraft treten soll?
Rücktritt Hendersons? .
-^ Amsterdam, 3. August. lT. U3 Der Londoner Korrespondent des Handelsblad meldet: Vorgestern abend ging das Gerücht, daß Minister Henderson zurücktreten werde. Er war durch ein dringendes Telegramm aus Paris zurückberufen worden. Der Rücktritt Hen- Sersons aus dem Kabinett wird den Koalitionscharakter des Ministeriums ganz sicher schwächen und überdies wichtige Folgen haben. Die ganze Angelegenheit stellt eine sehr verwickelte Intrigue dar, die von Northcliffe inszeniert worden ist, dem es ein Dorn tot Auge war, daß das liberale Element im Kabmett durch die Aufnahme Churchills verstärkt worden ist. Die bedeutendste internationale Folge des Rücktritts Hendersons würde sein, daß er, wenigstens was Großbritannien anbetrifft, ein tödlicher Stich für die Stockholmer Konferenz dar- stellt. Der Kongreß der Arbeiterpartei, der am 10. August stattfinden soll, wird infolge dieses Ereignisses von außerordentlicher Wichtigkeit sein.
KriessMeclel
Der Kanzler in Wien.
In Wien fand beim deutschen Boffchafter Grafen Wedel und Gemahlin ein Abendessen statt, an dem auch der Reichskanzler Dr. Michaelis mit den Herren seiner Begleitung teilnahm.
Vorträge für Kriegsgefangene.
Der Professor der Aegyvtolvgie an der Leipziger Universität Geh. Hofrat Dr. Steindorf begibt sich im 9luf= trage der deutschen Gesandtschaft in Bern nach der Schweiz, um im Laufe dieses Monats in Bern, Zürich, Chur, St. Gallen und anderen Städten den deutschen internierten Kriegsgefangenen Vorträge zu halten.
Die Amerikaner im Feuer.
Die Kopenhagener „Politiken" meldet aus Paris: Zum ersten Male in diesem Kriege und amerikanische Truppen im Feuer gewesen. Bei der letzten französischen Offensive waren auch amerikanische Truppen beteiligt.
Die Einschnürnna Hollands.
Aus dem Haag wird amtlich gemeldet: Da von der britischen Regierung die Nachricht eingetroffen ist, daß das Legen von Minen im neuen britischen Minenfelde nicht länger aufgeschoben werden kann und da die genaue Abgrenzung der offen gelassenen schmalen Fahrrinne erst geschehen kann, wenn genaue astronomische Ortsbestimmungen möglich sind, so ist die Fahrt nach dem Norden von England vorläufig als äußerst ge* kävrlick au betrachten.
Die IMMNM WAS,
Wie die „Agenzia Americana" meldet, würde öv Kongreß der Republik Peru vom Präsidenten mit einet Neutralitätserklärung eröffnet und mit dem Hinweis auf die guten Beziehungen zu allen fremden Ländern Der Präsident bezeichnete die wirtschaftliche Lage PeruS als vorzüglich, da die Ausfuhr etwa 400 Millionen Franken ausmache, die Einfuhr dagegen nur 200 Mill
Politische Rundschau.
Bei der Reichstagsersatzwahl im vierten bübischer Reichstagswahlkreis wurde für den verstorbenen Abgeordneten Dr. Blankenborn (natlib.) der Bürgermeister von Lörrach, Gugelmeier (natl.) mit 3242 abgegebenen Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht ausgestellt.
Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der Pariser Konferenz. Ein Leitaufsatz des „Journal des Debüts" führt aus: Die Erklärung, mit der die Pariser Balkankonferenz abgeschlossen hat, ist leider sehr unbestimmt gehalten. Ueber die politische Hauptfrage: über das Verhältnis zwischen Griechenland und Italien im Süd- epirus ist kein Wort gesagt. Es wäre jedoch die Aufgabe der Konferenz .gewesen, diese Frage endgültig zu klären, um so einen Reibungspunkt, der bisher bestand, zu beseitigen.
Vermischtes.
Eine Greisin, die Goethe noch gekannt hat. Dieser Tage starb in Weimar im Alter von 96 Jahren die Frau verwitwete Rat Asmus. Sie war eine der ältesten Weimaranerinnen und stammt aus einer Familie, die weit in die Goethe- und Schillerzeit binaufreicht. Wie die „Weimarische Landeszeitung" mitteilt, hat Goethe noch gekannt, bei dessen Tode -sie bereits Jahre alt war. Unter seiner Leitung wirkte sie in nigen Kinderkomödien mit, und mit Stolz erzählte gern, daß sie öfters auf Goethes Schoß gesessen.
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Die umsichtige Störchin. Aus Greifenberg Pommern wird der „Rhein.-Westf. Ztg." berichtet: Ein erheiternder Zwischenfall hat sich auf einem Gut in der Nachbarschaft unserer Stadt zugetragen. Ein Storchen- paar mit seinen Jungen hatte auf dem Scheunendach eines Besitzers sein Nest aufgeschlagen. In nächster Nähe hing die Frau eines anderen Gutsbesitzers ihre Kinderwäsche zum Trocknen auf die Leine. Die Störchin beobachtete den Vorgang, sah sich die Wäsche genauer an und nahm sie von der Leine, um ihr Nest
damit wohnlich herzwrichten.
Profeffor Adolf Wagner. Im Befinden des an einem Blasenleiden erkrankten Professor Wolf Wagner ist eine erhebliche Besserung eingetreten. Der Patient war zum ersten Male außer Bett und fühlt sich schon vollkommen träftig. .
Umfangreicher Schleichhandel Mit Fleisch. In Lo- bau wurde der Stellmacher Kurlenda wegen umfangreicher Fleischschiebungen verhaftet. Kurlenda betrieb schon seit langem einen schwunghaften Fleischhandel mit Berliner Gastwirten. Wie aus beschlagnahmten Briefen hervorgeht, erhielt Kurlenda 800 Mark für eine« Zentner Schweinefleisch.
Lebendig verbrannt ist in der vergangenen Nacht in Berlin in einer Wohnung in der Angermünder Straße 10 die 57 Jahre alte Frau Hedwig Lisette. Hausbewohner bemerkten die Gefahr erst gegen 5 Ubr morgens. A_ts. ülL.HeuLiwLÜL ea.icbtea, frand die Wohnung in Flammen und war vollständig verqualmt. Beim Eindringen fand die Wehr die Frau schon vollständig verbrannt vor. Bernmtlich ist sie erst erstickt und dann verbrannt.
Die Aufklärung des Rummelsburger Leicheufundes ist jetzt anscheinend der Lichtenberger Kriminalpolizei gelungen. Wie das „B. T." erfährt, stammen die in dem Güterwagen offenbar erstickten Kinder aus Frankfurt am Main. Bet dem Leichenfund in einem Güterwagen auf dem Bahnhof Berlin-Rummelsburg handelt es sich um die 8- und 10jährigen Knaben Reihendanz und Kreß aus Sachsenhausen bei Frankfurt a. M>, die von ihren Eltern vermißt werden.
260 Mill. M. Besitz- und Kriegssteuer in Berlin. Das Ergebnis der Veranlagungen zur Besitzsteuer und zur Kriegssteuer liegt jetzt für den Stadtkreis Berlin vor. Wie die „T. R." von zuständiger Seite erfährt, beträgt das endgültige Soll der Besitzsteuer 10 511180,31 M., das vorläufige Soll der Kriegssteuex 216 854 135,49 M. Davon entfallen auf Einzelpersonen 176 431 635,69 M., auf Aktiengesellschaften und eingetraaene Vereine 23 474 415,60 M. und auf Gesellschaften unt belchrankter Haftung 16 948 084,20 M. Das endgültige Steuersoll der Kriegssteuer dürfte sich nach Zugangstelluna der aus verschiedenen Gründen ausgesetzten Veranlagungen auf WO Mill. M. erhöhen.
Das Kriegswucheramt in Berlin schließt 5 Betriebe auf einmal. 'Die Cafee- und Hotelbetriebs-Geiellichaft m. b. H. Berlin, Friedrichstratze 87, ist wegen großer Verstöße gegen die Vorschriften zur Sicherung unserer Kriegsernährung vom Kriegswucheramt aus dem Handel ansgeschlossen worden. Damit werden folgende fünf Betriebe der Gesellschaft geschlossen: Vwtona-Cafee, Linden-Restaurant, Victoria-Diele, Wenigroßhandlung Victoria und Rickards-Diele, die sämtlich am 9. August zumachen müssen. ___________________________
Weitere Drahtnachrichten.
Der Wechsel in den Reichsämtern,
$^ Cöln, 3. August. (T. U.) Der "Köln. Volks- zeitung" wird aus zuverlässiger Quelle berichtet, da^ anstelle des in Aussicht genounnenen BürgEerMs Schwan der in Straßburg t. E. der Overbürgewu^ste» von Cöln, Wallraf, zum Staatsiekretar des Reichsamts des Innern berufen sei. Zum Nachfolger des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes Dr. Zimmernmun ist Herr von Küvlmann, bisher deutscher Botschafter in Konstantinopel, ernannt worden.
Die Niederwerfung Deutschlands.
w Bern, 3. August. (T. 11.) Dem Exchange Tele- graph wird laut Voss. Zta. aus Washington gemeldet: In politischen Kreisen verlautet, daß zwischen dem Kabinett in Washington und den alliierten Regierungen das Abkommen bezüglich der Friedensbedingungen un- terzeiMnet wurde. Die amerikanische Regierung hat beschlossen, vor der Niederwerfung Deutschlands nicht in eine Diskussion der Kriegsziele einzutreten.
Der neue griechische Kammerpräsident.
^ Genf, 3. August. (WTB.) Agene Havas meldet aus Athen: Der Abgeordnete für Samos «ebeulis ist zum Kammerpräsidenten gewählt worden.
Krisenstimmnng in Frankreich.
x> Genf, 3. August. «WTB.i Stach einer Harms- meldmtg ist der Marineminister Admiral Lacace zurück- getreten. Auch der Unterstaatssekretär Denys Cochi« hat sein Anst niedergelegt.