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., Nun ward das Wort zur Tat. Nicht mehr der schwache Trommelklang antwortete den Schüssen von Serajewo, sondern der Donner aller Gewitter der Welt "Er deren Blitz und eisernem Hagelschlag unser Erd- ball seitdem durch drei lange, furchtbare Jahre erzittert. Die rastlosen, schweren, dumpfen, inzwischen Millionen von uns zum Alltagsgeräusch gewordenen Schläge da draußen wnseits von Deutschlands Grenzen, vor denen die Festen Lüttichs fielen. Mitten in diesem belgischen Kanonendonner marschierte der große, deutsche Heer­bann erst auf, wandelte sich der Frieden in den feiten.

Seit 43 Jahren waren wir den Frieden gewohnt. Hatten un Frieden geschaffen, uns des Friedens gefreut. Hatten vom Frieden gesprochen, so oft und viel zu viel gesprochen, daß sich uns nun das Sprichwort in sein Ge­genteil. verkehrte: Si vis bellum, para pacem! Nun sa-4 daheim nicht den Krieg, den Deutschland Gott

Dank überhaupt kaum sah, aber das seltsame, rasch vergängliche und gewaltige Zwieding zwischen Krieg und Frieden: die Mobilmachung.

Ein heimliches, riesiges Kunstwerk war durch Men- schenalter in Deutschland verborgen. Nur Wenige, denen der Säbel über den Karmoisinstreifen am Beinkleid oder dem Scharlach des Generals klirrte, kannten, am Königs- Platz in Berlin und in den Generalkommandos der deut­schen Städte, alle die vielen tausend Räder und Rädchen, die letzt ein einziger Befehl gleich dem Fingerdruck aus den Knopf einer unübersehbaren Maschine in Bewe­gung setzte.

Nun arbeitete das verschwiegene Meisterwerk der deutschen Kriegsmaschine plötzlich am hellen Tag vor aller Augen. Wir sahen, wie sie, die mit bisher unsicht­baren Gersterarmen alles umfaßte, was in Deutschland kampfen und karren, reitem und streiten, helfen und hei- len konnte. Wir hörten den Jubel der endlosen, laub- geschmückten Truppenzüge mit ihren trotzigen Kreide- Jnschristen. Wir sahen das überwältigende Wunder der deutschen Mobilmachung, in der kein Ding mehr klein war und ein anderes groß, sondern alles groß, wie es sich selbstverständlich, wie nach einem ehernen Natur­gesetz ohne Hast und ohne Hemmnis, vom Hufnagel bis zur Bildung der Armeen vollzog.

Auf dies Erwachen des schlafenden Heros im Kyff- hauier, auf die kriegerische Bereitschaft Deutschlands wa­ren die Kriegskundtgen unter unseren Feinden vorbe- reitet. Aber zu ihrem Staunen und Schrecken stieg hin­ter dem Aufmarsch der deutschen Heere das Aufgebot aller deutschen Herzen und Seelen gewappnet aus der Erde: das friedliche, menschenbeglückende Volk der Dich­ter und Denker lohte jäh und furchtbar im furor teuto- Nieus. Der ruhige und friedliche deutsche Michel wurde zum grimmigen St. Michael mit dem flammenden Schwert.

Als ein Held stand Deutschland da, nach dem Dich­terwort: Auf ewig vor sich selbst verschönt! In einem Strahl von oben, der alles verklärte, was irdisch war. In einer Lichtgestalt, die durch die Jahrhunderte und Jahrtausende leuchten wird. Jeder von uns hatte die­ses Lichtes einen Anteil. Er war dabei. Er fühlte sich als Teil jener Kraft, die sich damals in wenigen Stun­den rätselhaft zur stärksten, unüberwindlichsten Macht der Erde zusammenballte. Das waren jene Tage nein das war der eine wochenlange, große deutsche Tag, an dem es in Deutschland keinen Rang und Stand und Unterschied mehr gab, an dem ein deutscher Blick zum andern alles sagte, an dem ganz Deutschland als ein einziger, lebender, in heiligem Zorn und feierlich­ster Zuversicht atmender Mensch erschien! Dieser ÄMÄHiiiiiÄMÄÄejÄiijtij

bleiben, auch jetzt,. bis zum Sieg das ist die Pflicht eines jeden unter uns. Möge er die Augen schließen, und jetzt, wo der Tag der Mobilmachung sich zum drit­ten Mal jährt, still an diese heilige Zeit deutschen Le­bens zurücköenken! Ein Sonnenstrahl wird ihm von diesen Weihestunden der Vergangenheit in Sturm und Wirrnis der Gegenwart fallen und ihm und uns allen den Weg in die Zukunft weisen! Den Weg zum Sieg! Den ehernen, unerschütterlichen, gläubigen Willen zum Sieg! Denn das und nichts anderes ist der Geist je­ner Tage! Ist der Geist, der uns bisher siegreich durch den Kampf mit der Menschheit geleitet hat und Weiter über uns walten wird bis zum guten Ende, solange wir an mt& glauben, solange wir einig sind wie damals nach dem Wort des Kaisers aus jenen Tagen:Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war."

Eingeständnisse im russischen Bericht.

Im russischen Bericht vom 26. Juli heißt es: Oestlich von Tarnopol gingen unsere Truppen unter dem Druck des Femdes auf die Flüise Gesditschne und Gesno zurück. Gestern und heute haben bei Moresti und Trembowla überlegene deutsche Kräfte angegriffen. Versuche, die Lage wiederherzustellen, hatten keinen Erfolg. Nachdem der Feind zu gleicher Zeit unsere Stellungen am Seret^, bei Trembowla, in der Gegend von Zalawie und Podganischik eingedrückt hatte, begann er in nord­östlicher Richtung zu operieren. Daher gingen unsere Truppen, die die Stellungen in der Gegend von Trern- bowla besetzt hielten, ostwärts zurück. Unsere Gegen- angriffe führten infolge der geringen Truppenstärke und des moralischen Zustandes der Truppen zukeinem greifbaren Eraebnis. Seinen Vorstoß südwärts längs ^s ^ westlichen Serethufers entwickelnd, besetzte der Feind Woanow, Budwanow und Dsimatsch. Die schwere Artillerie des Fe ndes beschießt das östliche se- rethufer und die Gegend des Dorfes Labylow/oki heftig. Am Abend begannen unsere Truppen den Rückzug vom Sereth ostwärts. Mehrere Truppenttile fahren fort, ihre Stellungen aus eigenemlAntrieb.fnr Stich zu las­sen und die ihnen anvertrauten militärischen Pflichten zu vernaMläisiaen aber neben ihnen finden sich auch Kuppend gegen das Vaterland.Hin­gehend erfüllen und mit der denkbar geringsten Kanw- serz<iäl den, Neinde hartnäckigen Widerstand bieten. In Aer Zest Hatich besonders das tlst Jüsauterieregi- ment ausaezeiclnet, das während der schrecklichen Kämpfe" bereits all Offiziere einschließlich des Kommandeurs verloren hat, Zwischen dem ^cretb und dem Duiebr fahren unsere Truppen fort, unter dem Druck? des Feindes in 'siidöstlicherNichtungzurückäU- weichen. Sie sümpften am 25- W ff^ ffi »Ä einer Linie Kossow-Barycz. Zwischen dem Dntestr und den Karpathen gingen unsere Truppen unter dem

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Küjnvse mir 24. und 24. InU (bllie'fe.;fe^'tl^ WaÄÄ rftoÄtfö Ä"Stern SItoS Unsere Mmwcn Baien etwa tausend Gefangene und 24 Kanonen erbrütet.

Die Friedensbewegung in Frankreich.

Besorgte Blätterstimme«.

aT£ Ä *?mM eines FMens, Ä> Ä W^ ^MS-

ten. Die Ellthüllungetr Clemenceaus über die Frie­densarbeit in Frankreich veranlassen erneut, die große Bedeutung der Gefahr der Friedensbewegung darzu- tnn. ImPetit Journal" schreibt Pichon, es besteht eine Friedenswerbearbeit, deren Urheber sich des Hochver­rats schuldig machen. Unerschütterlich verfolgen sie ihr Werk und versuchen Meuterei und Fahnenflucht hervor- zurufen. DerFigaro" schreibt, Deutschland rechne schon heute auf die moralische Entmutigung Frank­reichs.Libertee" hebt warnend als Beispiel Rußland hervor und sagt, auch in Frankreich gebe es Lenine. Alle Blätter verlangen, mit eiserner Strenge gegen die Friedensaktion vorzugehen.

Ei« weiteres Stimmungszeichen.

Laut derKöln. Ztg." wurde an einen Kriegsge­fangenen im Munsterlager ein in Geheimschrift abgefaß­ter Brief gesandt, der ein deutliches Bild von der Lage und der Stimmung der mittleren französischen Kreise gibt. Der Briefschreiber sagt: Die Revolution muß jeden Augenblick ausbrechen. Wir sind verloren. Die Soldaten wollen nicht wieder z«r Front zurück. Sie zerbrechen alles in den Zügen und rufen:Nieder mit dem Krieger Es lebe die Revolution!" Die Soldaten haben selbst einen General getötet. Keine Division will mehr angreifen, denn unsere Artillerie schießt auf un­sere Leute. Wenn Du unsere Soldaten sehen würdest, welchen Blick sie haben, denn sie leiden. Wir sind ver­raten! Die Russen wurden ebenso. verraten.

Englands Kriegswille.

Der Friedensantrag Macdovalds im Unterhause abgelehnt.

Der bekannte Antrag Ramsay Macöonalds, daß nach der durch den Deutschen Reichstag angenommenen Friedensentschließung die Regierung in Uebereinstim- mung mit den Verbündeten chre eigenen Friedensbe- dingungen dementsprechend näher darlegen solle, wurde mit 148 gegen 19 Stimmen abgelehnt. Beachtenswert erscheint, daß auch an dieser Abstimmung wieder von 670 Mitgliedern des Unterhauses ganze 167, also we­niger als ein Viertel, teilgenommen haben. Die Mehr­zahl der englischen Parlamentarier scheint also doch von den immer wiederholten Phrasen der Herren Asquith, Bonar Law usw. genug zu haben und wenig geneigt zu sein, sich ihren Ansichten durch bindende Abstim­mungen zu verpflichten.

Bonar Law sagte u. a.: Unsere Ziele sind in der Hauptsache heute dieselben als damals, als Asquith seine Rede in der Guildhall hielt. Die Friedensworte kamen erst von Deutschland, als es zu Tage trat, daß es am Verlieren war, und das beste Mittel, um die Er­füllung der in der Reichstagsresolution zum Ausdruck gebrachten Ansichten zu erreichen, besteht darin. daß wir zeigen, daß wir fortkämpfen wollen, bis wir unsere Ziele erreicht haben.

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DieKöln. Ztg." bemerkt zu den Erörterungen im englischen Unterhause: Der Friedenswille des deut­schen Volkes erfährt höhnische Zurückweisung. Noch im­mer wird an der alten Lüge festgehalten, daß die Mit­telmächte aus Eroberungssucht den Krieg begonnen hät­ten. Wir hoffen, der Reichstag wird den Engländern diesen Schlag ins Gesicht nicht vergessen. Das deutsche Volk dankt für eine Freiheit von Englands Gnaden.

Italienische Schmerzen.

Italien wird unangenehm gegen England.

Köln. Ztg." Höchst verstimmt über Lord Cecils un­glückliche Antwort im Unterhause auf die Ausführungen des pazifistischen Abgeordneten Bruxton, wonach die Zerstückelung Oesterreichs nicht zu den Kriegszielen ge­höre. DerCorriere della Sera" fordert, daß Serbien wieder in seine Rechte und in diegerechten" Grenzen gemäß seiner Wünsche eingesetzt werde. Diese Rechte (das heißt die Raubziele Serbiens, Italiens uns Ru­mäniens), die von den Verbündeten ausdrücklich aner­kannt worden seien, könnten aber nicht mit der Inte­grität Oesterreichs in Einklang gebracht werden. Ein weiterer und unverzeihlicher Irrtum Lord Cecils sei die Behauptung, Deutschland sei der Hauptfeind, ohne zu begreifen, daß die Zerstückelung Oesterreichs die schlimmste Strafe für Deutschland sei. Wenn der Vier­verband inmitten Europas das Bestehen' eines unbesieg­baren, bedrückenden Granitblockes dulde, habe er den Krieg verloren. Ein gerechter und dauerhafter Friede komme erst dann, wenn die Aspiration Italiens, Ser­biens, Rumäniens, Polens und Böhmens erfüllt würde. DerCorriere della Sera" hofft, solche lächer­liche Kurzsichtigkeit Englands werde auf dem Pariser Kongreß nicht zum Ausdruck gelangen.

(Die heilige Einigtest!)

Das Nboot der schlimmste Feind.

Eine Washingtoner Meldmtg derDaily Mall" vom 21. Juli behandelt eine Derttschrift der Marinebehörden an Präsident Wilson. Darin wird eine große Offensive zur See zusammen mit gewaltige« Luftangriffe« als notwendig erklärt, um die U-Boot-Gefahr zu beenden. Die Denkschrift sagt den schlietzlichen Sieg Deutschlands voraus, wenn die Verbündeten an der Offensive sestbal- ten, dagegerr im Monat eine Million Tonnen Schiffs­raum vernichtet wird, während nur der dritte Teil da­von durch Neubauten ersetzt werden kann.

Englisches Eingeständnis über die Schlacht bei Jütland.

Der englische Admiral Henderson schreibt in der Daily Niail": Nachdem die Regierung einmal ange- fangen hatte, alles zu vertuschen und geheim zu halten, um ihre eigenen Handlungen zu bemänteln, kommt ihr von selbst die Erkeirntnis, alles in das rechte Licht zu stellen, selbst unsern mißglückten Versuch, in der Schlacht bei Jütland die deutsche Flotte zu vernichten. -- Das WochenblattWorld" schreibt dazu: Es ist sehr bemerkerksivert, daß hier zum ersten Male schwarz auf weiß erklärt wird, daß das Ergebnis der Schlacht bei Jütland sehr unbefriedigend gewesen ist, und man sich genötigt gesehen hätte, eine falsche Darstellung davon zu geben.

Englische Lazarettschiffe für Munitionstransporte.

Daily Mail" von, 29. Juni schreibt u. a.: Der in dem Pcesopvtauiienbericht behandettc furchtbare Bor­fall, der sich bei Ausladung von Munition aus dem La­zarettschiffBarela" ereignete, dürfte die spätere Ver­senkung von Hospitalschifseii durch die Deutschen recht- fertigen.

(Nach diesem Eingeständnis derDaily Mail" wird man englisHersetts den Mißbrauch von v-uarett- febtffen nicht mehr bestreiken können. Die englische Heu­chelei ist wieder einmal entlarvt.)

Dauernder Kohlen- u«d Gaomangel i« Italien. Schiff bald sank

Viele Zeitungsnachrichten aus Italien bestätigen

wieder den außerordentlich großen Mangel an Kohlen dU Mwetstz Stun Stillstand cutzelner RtunitimMb

rikett führte. Auch hat sich MeöetMt Mfdkge der Ver­senkung einzelner Dampfer Mängel an Eisenblech, Kup­fer usw. bemerkbar gemacht. Der Präfekt von Mailand hat amtlich angezeigt, daß es ich kommende« Winter kein Gas geben werde.

Politische Rundschau.

Teilung des Reichsamts des Innern? Die Ab­trennung eines Reichswirtschaftsamts vom Reichsamt des Innern scheint in der Tat schon feftzustehen. Als sein zukünftiger Leiter wird ein Mann aus dem Wirt­schaftsleben, der aber nicht Parlamentarier ist, genannt. Den übrigen Teil des Reichsamts des Innern dürfte nun doch Graf Roedern übernehmen.

Die Besprechungen des Kanzlers in Wien. Die Wiener Blätter melden: Der ungarische Ministerprä­sident Graf Esterhazy trifft am 31. Juli in Wien ein, um an dem zu Ehren des deutschen Reichskanzlers Dr. Michaelis stattfindenden Empfange teilzunehmen und sich mit dem Kanzler zu besprechen.

Die Besprechungen beim Kanzler. In den Be­sprechungen mit Mitgliedern der einzelnen Fraktionen des preußischen Landtages entwickelte der Kanzler, wie derB. L.-A." noch berichtet, seine Stellungnahme zu der viel besprochenen Frage der Parlamentarisierung, die sich kurz dahin zusammenfassen läßt, daß er nicht abgeneigt ist, Aemter in den Reichs- und preußischen Ministerstellen mit geeigneten und mit dem Vertrauen ihrer Fraktionen ausgestatteten Parlamentariern zu besetzen. Im übrigen machte die zielbewußte, aufrechte Haltung des Kanzlers auf alle bisherigen Teilnehmer an den Besprechungen den besten Eindruck.

Vermischtes.

Umzug im Reichskanzlerpalais. Herr v. Bethmann Hollweg ist mit seinem Privateigentum bereits aus dem Reichskanzlerpalais ausgezogen. Der neue Reichs­kanzler Dr. Michaelis, der vorläufig ein Gartenzimmer im ersten Stock neben dem Kongreßsaale als Arbetts­raum benutzt, wohnt noch nicht im Reichskanzlerpalais. Sein Umzug wird bewerkstelligt werden, während der Kanzler sich auf seiner Reise nach Wien, München und Dresden befindet.

Eine Mutter mit ihre» drei Kinder« in den Tod. Die in Stettin wohnende Witwe Anna Steck, die fett zwei Jahren, seit dem Tode ihres Mannes, an Schwer­mut litt, hat sich in einem solchen Anfall mit ihren drei Kindern im Alter von sechs bis vierzehn Jahren mit Gas vergiftet.

Ein Mörder gerichtet. Freitag morgen wurde der wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zum Tode und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilte Hausdiener Drahin, der am 18. Mai 1916 den prakti­schen Arzt Dr. Gumbrecht in Hamburg erschoß, weil er ihm die Ausstellung eines ärztlichen Attestes nach seinem Wunsche verweigerte, und einen Schutzmann bei der Verhaftung durch einen Sttch verletzte, im Hofe des Untersuchungs-Gerichtsgefängnisses in Hamburg durch das Fallbeil hingerichtet.

Das Aufgebot der Rothäute. Die Verehrer von Fe- nimore Cooper und Karl May werden mit Interesse erfahren, daß die Vereinigten Staaten uns auch mit einer Schar von Rothäuten zu beglücken gedenken. Wie derGaulois" voll Stolz verkündet, hat man nämlich in Ilmerika bereits mit der Musterung der fer, so fügt das Blatt hinzu, find entschloffen, von ihrer berühmten Friedenspfeife erst an den Ufern des Rheins Gebrauch zu machen. Dann werden sie wohl Nicht­raucher werden.

Brand eines Riesenhotels bei Neuyork. In dem Seebad Longbeach bei Neuyork ist lautB. L.-A." das Hotel Nassau, ein gewaltiger Bau, durch Feuer ver­nichtet woa'den. Das Hotel war, als der Brand aus- brach, von etwa 900 Gästen besetzt, zu denen auch Sarah Bernhard gehörte. Bei dem Rettungswerk spielten sich furchtbare Szenen ab.

Durch Marineflieger gerettet. Pastor Brodersen aus Wandsbek, der in Humarkfähre auf Alsen als Ba­degast weilt, unternahm demB. T." zufolge abends mit seinem 15 Jahre alten Sohn eine Ruderpartie, um zu fischen. Da ein Ruder brach und das zweite ver- lmen ging, so geriet das Boot in Seenot und wurde Nordwärts nach dem Kleinen Belt zu abgetrieben. In der Dämurerung wurde das Boot von der Jnselwache gesichtet. Rettuilgsboote, die sofort ausfuhren, bemerk­ten von dem Boote in der Dunkelheit nichts. Am frü­hen Morgen wurde eure Marinefliegerabtettung von dem Unfall benachrichtigt. Ein Flugzeug entdeckte am Vormittag um 11 Uhr das Boot, nahm es ins Schlepp­tau und brächte es ein.

Weitere Drahtnachrichten.

Eine Balkanoffensive der Entente?

wi Genf, 28. Juli. (T. 1t.) Wenn man den Er­klärungen des Balkankommissars Jonnart glauben darf, bereitet die Pariser Eutentekonferenz eine Balkanoffen­sive vor. Die neue Sachlage, vor allem der Ausbau der Bahn AthenSaloniki, ist gleichsam, so sagte Jonnart, als Vorbedingung für eine Offensivaktion gegen Bul­garien und die Türkei geschaffen.

England muß seine Lebensmittel einteile«.

®-£ Haag, 28. Juli. (T. 11.) Hollänösch Nieuwe Bureau meldet lautB. T." aus Lorröon: Die gestri­gen Parlameutsverbanölungen waren zum Tell sensa­tionell, zunächst wegen der Erklärungen des Lebens- mittelkvittrvlleurs Lord Rbondda, daß er Höchstpreise für alle Lebens,nittel festsetzen werde, um den Kriegswu- chcr auszuschalten und daß die Regierung alle Mahl- müblen auf KriegSdauer verstaatlichen sowie die ®e= müse- und Zuckerrationierung einführen werde. Der Lebensmittelkontrolleur sagte, daß für die wichtigsten LebeuSmittel, vor allem für Brot, Fleisch und Zucker, Höchstpreise festgesetzt werden sollen, und zwar für alle Stufen, die die LevenSmittel durchlaufen, vom Erzeu­ger bis zum Kleinhändler.

Neue englische Neutralitätsverleßung gegenüber Holland.

»-# Amsterdam, 27. Juli. (WTB.) Das Niederlän­dische Telegraphenbureau meldet: Heute wurden west- wärtd Tezel von dem englischen UbootE 55" die vor einiger Zeit nach Zeebrügge aufgebrachten niederlän­dischen DampferBatavier 2" undZeemeuw" unge­halten und eine Prisenbemannung auf beide Schiffe ge­setzt, in der Absicht, die Schiffe zu beschlagnahmen. Die­ses fand offenbar im niederländischen Seegebiet statt, da die Pnsenbemannung bei Annäherung holländischer Torpedoboote zurückgenommen wurde. BeiBata- vier 2" wurden vermutlich die Ventile geöffnet, sodatz das Schiff bald sank.Zeemenw" wird wahrscheinlich hierher gebracht werden. Es verlautet, daß die Eng- länder einen Teil bei Bemannung desBatavierS B gelange» iiab&W, IMS M Ms nicht KMWgt.