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Set schleunige Friede.

ImTag" beschäftigt sich K. V. Scheller-Steinwartz mit den Leuten, die in diesen Tagen nach einem raschen Frieden gerufen baden. Und warum? ,o antwortet er ihnen: Weil die Zustände im Innern unerträglich sind und durch jeden Frieden besser würden? So gewiß es ist, daß unsre Manen zum Teil schwer leiden, so gewiß in es jetzt. daß der Nahrungsmittel vorrat ausreichen wird, um uns über die nächsten entscheidenden Wochen und Monate binwegzubringen: so groß auch, daß er sich durch raschen Friedensschluß nickt um ein Korn venneh- ren würde, da auf der ganzen Welt die NabrungSunt- eideac Ul kurz geworden ist und nur der Starke sie an sich reißen kann. Schwer zu tragen sind für große Teile des Volkes die Leiden gewiß, aber sie werden getragen. Sie würden leichter getragen, weint das Volk ei mähe, daß sie getragen werden unissen, um einen Ausgang des Dampfes zu erreichen, der uns einzig Erleichterung dringen kann, wenn nickt tagtäglich, auf Grund völliger Verkennung der Lage und der Möglichkeiten, den Lei­denden gevredigt würde, daß nichts als die bloße Ab­wehr erreicht und an kein preiswürdiges Kampfergeb- nts gedacht werden dürfe. Gewiß, wir führen einen Verteidigungskrieg: wir alle wollen ruhig mtd mäßig auf dem Standpunkt des 4. Augusts 1914 bleiben: aber xw Ergebnis auch des reinsten Verteidigungskrieges muß der wirkliche Status ano fein, d. b., es muß Ent­schädigung für die erlittene Unbill, für die zur Verteidi­gung verbrauchte Kran bringen und Sicherheit gegen die Wiederholung des großen Raub- und Bernichtungs- zuges gegen überlegene deutsche Tüchtigkeit in der fried­lichen Arbeit. Diese Entschädigung und Sicherung müs­sen und können wir erkämpfen.

Wie ich den Engländer kenne und ich kenne ihn länger und beyer als viele der jetzigen Rufer zum Nicht- trett würde er eher der kaufmännischen Ueberlegung Raum zu geben sich entschließen, ob sich noch weiter em- nieblt. gutes Geld dem schleckten nachzuwerfeu, wenn nicht die ihm sonst ganz unverständlichen, wiederholten Hufe nach einem Ver.ändigungsfrieden als Zeichen rnseres nahen Zusammenbrucks gedeutet würden und seine Siegeszuversicht höben. Er wird auch nur dann zu ehrlicher Wiederaufnahme der Beziehungen mit uns nach dem Kriege bereit sein, wenn wir ihn geschlagen laben. Das ist so wahr wie paradox. Nur der Respekt ist beim Engländer die Grundlage der Freundschaft. Leine Geickickre beweist ihm, daß seine FormelHände veg, oder ick schlage zu!" wirksamer ist, um auf der Welt Freunde und Achtung zu gewinnen, als die Formel »Entschuldige, daß ick lebe". Erst Faschoda als Auftakt jur Entente hat das glänzend dargetan.

Wir werden nach dem Kriwe aller Handelssperre zum Trotz eine wirtschaftliche Erholung erleben, ine es uns leicht machen wird, mich die frnanztellen Kriegs­lasten zu tragen und nach und nach zu tilgen. Auf der ganzen Welt ist ein Vakuum entstanden, das deutsche Fudustrieerzeugnisse mit Gewalt ansaugen muß: alle versuchten Wirtschaftskriege werden daran scheitern. Wir werden fast allein über Schiffe zur AnSfuhr ver­fügen. Die Geschickte der Kontinentalsperre ist lehr­reich für das Scheitern der Versuche, natürliche Gesetze außer Kraft zu setzen, nur daß wir dann die Rolle spielen werden, die England damals siegreich durchjuhrte.

Günstige Verträge betreffend Zölle und Rohstoftbe- zug, Warenaustausch und Verkehr müssen bei den Friedensschlüssen weit höher geschätzt werden als die rein politischen Abmachungen. Gott behüte uns vor Annexionen, die Geld, Arbeit und Blut kosten könnten. Atrikäniicke Sandwüsten in Gärten zu verwandeln, Ne- gern dieSegnungen der Kultur" aufzuzwingen, dazu werden wir' zunächst weder Zeit noch Geld noch Kraft übrig haben: ebensowenig widerspenstige Nachbarn ein- zudeütschen. Es gäbe Nützlicheres als Entschädigung zu gewinnen. Wir werden arbeiten, und was nur für diese Arbeit brauchen, umß uns der Friede geben und lassen, wie er uns Sicherheit geben und Macht lassen muß. Auch die übrige Welt muß dabei am besten fah­ren, denn sie samt die Erzeugnisse deutschen Geistes und deutscher Hände nicht mehr entbehren. Auch draußen umß das Pendel einmal zurückschwingen mti> die Welt von der Mayenpsychose genesen, in der sie bezüglich des deutschen Wesens jetzt noch durch Neid und Lüge be­sangen ist. Die ewigen Gesetze der Entwicklung lassen sich nickt aufheberr. Und sie gebieten unfern Steg.

DeL dieses Wort schrieb, ist kein Heimkrieger. Seit 20 Jahren vor dem Feinde, als Diplomat im Auslande wie als Flieger im Felde hat er das Beobachten und Kämpfen, das Wägen und Wagen gelernt, das Fürch­ten nie.

Sie Echeimbeweise der Kriegsschuld.

So1 lange hat sich das französische Volk belügen lasten, so lange hat es sich selber belogen, daß es heute steif und fest die eigene Lüge glaubt und für lautere Wahrheit hält nie gegen Deutschland Kriegs- und Er­oberungsabsichten gehegt zu hahen. Es lebt und kämpst in dem Wahne, unschuldig am Kriege zu sein wie ein Lamm, das schnöde von dem raubgierigen Deutschland überfallen worden sei. Wie es mit diesem Wahne bestellt ist, wissen die gegenwärtigen Machthaber Frankreichs ganz genau; denn sie kennen die geheimen Vertrüge und Abmachungen, die mit den Kriegsgenossen vor und wäh­

rend des KrtegeS aelMosien worden sind. Immer nur die jeweilig leitenden Minister und die Minister des Krieges und der Marine durften volle Kenntnis davon erhalten. Das französiscire Volk bildet sich zwar ein, es regiere Höchsteigen selber,- es besitze, wie das drüben heute so beliebte Schlagwort lautet, das Selbstbestun- mungsrecht unbeschränkt mrd übe es aus. In Wirk­lichkeit lenken es die, die den Krieg gewollt, ihn ange­zettelt, die es zu dem Wahne verleitet haben, es kampfe jetzt einen Verteidigungskampf.

Mancherlei von den Geheimbeweisen der Kriegs­schuld ist uns inmitten des Kriegs bekannt geworden, Drüben aber hat man geflissentlich dafür gesorgt, tw davon die breite Öffentlichkeit nicht das geringste er­fuhr. Um uidjt den Verdacht aufkommen zu lassen, daß jene geheimen Verträge den Beweis der KnegGchuld enthalten und enthüllen könnten, hat jüngst der fran- -ösische Ministerpräsident Ribot erklärt, er werde die Veröffentlichung der den französisch-russischen Zweibund betreffenden Abmachungen und Schriftstücke unter der Voranssetzung der russischen Genchrnigung veranlassen. Sofort fügte er hinzu, Frankreich sei angegriffen wor­den. nickt Angreifer gewesen. Als er solche Veröffent­lichung in Aussicht stellte, unter einer Bedingung, von der er von vorrcherein wußte, daß sie unerfüllbar blei­ben würde, zitterte seine Stimme, wie berichtet wird, vor innerer Ehrlichkeit". Es war aber das Zittern des Bewußtseins, die Veröffentlichung müsse den Wahn des französischen Volkes zerstören, daß es in Notwehr um Leib und Leben gegen das angeblich raubmorderffche Deutschland zu kämpfen habe.

Dieses offenbart einer der Geheimbeweise, die un­längst wider Willen der Geheimbündler aus Tageslicht gesommert ist. Er offenbart zugleich, daß Ribot gegen seine Ueberzeugung gesprochen hat, als er scheinbar um reinem, tatsächlich mit schuldbelastetem Gewissen alle ge­heimen, seither angstvoll gehüteten Verträge und Schrift­stücke kundzugeben versprach. Ein schweizerisches Blatt hat nämlich den Inhalt eines französisch-russischen Ge- Heimvertrages aus dem Februar dieses Jahres ver­raten, worin sich die französische Regierung von dem zarischen Rußland als Kriegsbeute Elsaß-Lothringen und die linksufrige Rheinprovinz hat versprechen lassen. Außerdem sollte Frankreich Syrien bekommen. solche Abmachungen schließt man nicht, wenn man einen Ver­teidigungskrieg führt. Was lange vor dem Kriege schon festgelegt war: der Raubzug gegen Deutschland, wird in dem neuen französisch-russischen Geheimvertrage aus­drücklich bestätigt. So bildet dieser einen untrüglichen Beweis für die Kriegsschuld Frankreichs.

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