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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im f amtlichen Telle 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder- | holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags. ;

Nr. 157. w>- =««Ä*w Sonntag, den 8. Juli

1917

Amtlicher Teil.

H-rsseld, den 6. Juli 1917.

Die Lebensmittelkarten für die nächste Ausgabe- periode, sowie die Kartenblätter sind nunmehr den Verteilungsstellen in den Gemeinden zugegangen. Außer den auf Grund der Eintragung in den Karten übersandten Lebensmittelkarten haben alle Ver­teilungsstellen eine Anzahl Reservekarten erhalten. Ueber die Ausgaben dieser Reservekarten ist eine be­sondere Liste zu führen und die nicht ausgegebenen Karten sind nach Schluß der Ausgabeperiode mit dieser Liste der KartenauSgabestelle hier einzusenden. Alle in den Gemeinden vorkommen' en Veränderungen im Personenbestand sind stets 10 Tage vor der näch­sten Kartenausgabe nnter Angabe der Nummer des betreffenden Kartenblattes, auf welches sich die Ver- änderungbezieht,unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars der KartenauSgabestelle hier mitzuteilen. Bei der Zusendung der Lebensmitelkarten für die mit dem 9. Juli ds. Js. beginnende Ausgabeperiode konnten die Personenveränderungen, die im Juni ein­getreten waren, hier nicht mehr berücksichtigt werden, weil die Personenbestandveränderungsanzeigen seitens der Gemeinden hierfür zu spät eingingen. Es muß daher von den Ausgabestellen in den Gemeinden bei den fortgezogenen Personen der entsprechende Abzug an Karten gemacht werden. Für die neu zugezogene Personen können die Reservekarten, soweit nötig, be­nutzt werden. Es muß besonders darauf geachtet werden, daß bet neu zuziehenden Personen die Ab- meldebescheinigung über die an den früheren Wohn­orten bezogenen Lebensmittelkarten vorgelegt «erden, insbesondere muß jede neu zuzi'hende Person von ihrem früheren Wohnort eine Zuckerumtauschkarte vorlegen. Alle diese Bescheinigungen sind bei der Anmeldung hier miteinzureichen.

I. L. No. 46. Der Landrat.

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Bezirksfettstelle für Speisefette für den Regierungsbezirk Cassel.

Nr. 2970. Cassel, den 2. Juli 1917.

Um eine bessere Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung herbeizuführen, wird folgendes ange­ordnet : Bis zum Eintritt der neuen Ernte wird die wöchentliche Fettration für Bersorgungsberechtigte vom 8. Juli an von 60 Gramm auf 75 Gramm für den Kopf der Bevölkerung erhöht. Der dadurch entstehende Mehrbedarf an Speisefetten wird den Be­darfskreisen zugewiesen, während die Ueberschußge- biete den Mehrbedarf der eigenen Aufbringung ent­nehmen.

Für die Selbstversorger bleibt die bisherige Zu­teilung von 120 Gramm je Kopf und Woche bestehen. Der Vorsitzende

J. V.: gez. Unterschrift.

* *

Hersfeld, den 6. Juli 1917.

Wird veröffentlicht.

Die Fettausgabestellen wollen entsprechend ver­fahren.

Der Vorsitzende des Kreisausschußes.

I. A. No. 6675. I V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 5. Juli 1917.

Bekanntmachung.

Der Bezirk des verstorbenen Oberbrandmeisters Bätz zu Hersfeld (2. Oberbrandmeisterbezirk) wird bis zur Wiederbesetzung der Stelle, die voraussichtlich erst nach Beendigung des Krieges erfolgen wird, bis auf weiteres wie folgt verteilt:

1. durch den Oberbrandmeister Gliemeroth zu Hersfeld die Ortschaften: Eitra, Sieglos, Ober- haun, Unterhaun, Bingartes, Rotensee, Peters- bcrg, Sorga, Kathus, Wilhelmshof und Ober- rode.

2. durch den Feuerwehrhauptmann Schüßler zu Hersfeld die Ortschaften: Kalkobes, Allmers- Hausen, Gtttersdorf, Untergeis, Obergeis, Aua, Friedlos, Heenes, Reilos, Rohrbach, Tann, Biedebach, Mecklar, Meckbach, Meisebach.

Die in Frage kommenden Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich, dies in ortsüblicher Weise zur Kenntnis der Ortseingesessenen zu bringen. Tgb. Nr. I. 8236. Der Lanbrat.

J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Anordnung

zur Ergänzung der Anordnung des Kreisausschusses über Eier vom 13. Oktober 1916.

Auf Grund der Verordnung des Bundesrats über Vier vom 12. August 1916 wird bestimmt:

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Der Versuch zur Abgabe von Eiern an andere Per­sonen oder Anstalten, als die in der Anordnung des Kreisausschusses vom 13. Oktober 1916 zugelassenen, ist verboten.

§ 2.

Zuwiderhandlungen gegen die vorstehende Be­stimmung werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10.000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft.

Neben der Strafe kann auf Einziehung der Eier, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, erkannt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht.

§ 3.

Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Ver­öffentlichung in Kraft.

Hersfeld, den 27. Juni 1917.

Der Vorsitzende des Kreisansschusses.

A. 608211. J. B.:

v. Hede man, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 29. Juni 1917.

Da von der Rüstungsindustrie sehr große Mengen von Schmiedekohlen in Anspruch genommen werden, wird sich voraussichtlich ein gewisser Mangel an solchen Kohlen auch für die Deckung des Bedarfs der landwirtschaftlichen Betriebe bemerkbar machen. Bei der im Laufe des Sommers sich vollziehenden Abfuhr der großen Lager werden große Mengen von Koks­grus anfallen.

Es wird deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Koksgrus zur Streckung der Schmiedekohlen wohl verwendbar ist, da nach den angestellten Ver­suchen eine etwa zu gleichen Teilen zusammengesetzte Mischung von Schmiedekohlen und Koksgrus zur Unterhaltung der Schmiedefeuer sich brauchbar er­wiesen hat.

Tgb. Nr. i. 6917. Der Landrat.

J. V.:

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Bus der Heimat

§ Hersfeld, 7. Juli. Von Sonntag, den 8. Juli d. Js. ab werden versuchsweise die Triebwagensahrten T 2007 von Heringen bis Vacha weitergeführt und T 2008 von Vacha bis Gerstungen verändert wie folgt durchgeführt: T 2007 Heringen (Werra) ab 1.01 nachm., Lengers ab 1.08 nachm., Heimboldshausen ab 1.18 nachm., Philippsthal ab 1.23 nachm., Vacha an 1.33 nachm. In Vacha Anschluß an Zug 1144 nach Sal- zungen. Nach Aufnahme des Uebergangs aus Zug 1144 für Richtung Gerstungen: T 2008 Vacha ab 1.45 nachm., Philipptsthal ab 1.56 nachm., Heimbolds­hausen ab 2.03 nachm., Lengers ab 2.11 nachm., Heringen (Werra) ab 2.18 nachm., Widdershausen ab 2.26 nachm., Dankmarshausen ab 2.32 nachm., Berka (Werra) ab 2.41 nachm., Gerstungen an 2.48 nachm. Triebwagenfahrt T 2008, Heringen (Werra) ab 1.20 Gerstungen an 1.51 nachm. fällt vom gleichen Tage ab weg.

):( Hersfeld, 7. Juli. lDieHausschlachtungen im Winter 191718. Es ist entgegen auftreten­den Grüchte« nicht beabsichtigt, die Hausschlachtungen während des kommenden Winters zu verbieten. Die Genehmigung hierzu kann jedoch nach § 9a Absatz 2 der Verordnung über die Regelung den Fleischver­brauchs vom 2. Mai 1917 nur dann erteilt werden, wenn der Selbstversorger ein Tier, das er nach dem 30. September 1917 schlachtet, mindestens 3 Monate in seiner Wirtschaft gehalten hat.

):(Hersfeld,7. Juli. (Geistiger Liebesdienst.) Es ist für unsere Truppen, die von allem, was früher ihr Leben ausmachte, losgelöstjsind, unbedingt erforder­lich, daß sie anregende und neu belebende Eindrücke bekommen. Was sollte ihnen aber im Kriegsgebiet, fern der Heimat, dieses geistige Ersrischungsbad geben können, außer dem Buch? Es ist billig, praktisch und kann ohne Mühe bis in die erste Stellung mitge­nommen werden. In seinem inneren Wert, in seiner Wirkung ist es mit nichts vergleichbar. Das Buch erschließt den Soldaten trotz seiner äußeren Unschein- barkeit eine ganze Welt. Darum werden sich am Opfertage zu weiterem Lesestoff fürs Feld im Hessen­land am 7. und 8. Juli üs. Js. gewiß ungezählte Men­schen finden, die mit Freuden die Gelegenheit begrüßen, unseren geliebten Feldgrauen und unserer Marine, die dieselben Bedürfnisse hat, diesen geistigen Liebes­dienst zu erweisen.

):( Hersfeld, 7. Juli. Bon beachtenswerter Seite ist darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineralwässer stets eis­kalt verabfolgt werden, und daß der Genuß so kalten Wassers leicht ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe. Die Verkäufer von Mineralwässern im Ausschank sind angewiesen, das Getränkfernerhin nur in derTrinkwasser-Temperatur von etwa 10° Clc. abzugeben. Gleichzeitig wird das Publikum vor dem Genusse eiskalter Getränke über­

haupt also auch des zu kalten Bieres, insbesondere aber der Mineralwässer gewarnt.

Stellrilbengerichte.

(für 4 Personen)

1. Steckrübensuppe.

2 Liter Wasser, 2 Pfund Steckrüben, 2 Pfund Kartoffeln, Salz, Pfeffer, 1 Zwiebel.

Steckrüben und Kartoffeln in Wasser mit Ge­würzen garkochen, durchquetschen, nach Belieben mit etwas geriebener Mußkatnuß abschmecken. Man kann die Suppe auch nur von Steckrübenwasser herstellen.

2. Braune Steckrüben.

34 Pfund Steckrüben, 3 Eßlöffel Zucker, 8 ge­strichene Eßlöffel Mehl, Salz.

Geschnittene Steckrüben in Salzwasser halb gar­kochen und abgießen. Zur Soße Zucker und Mehl ohne Fett in eiserner Pfanne bräunen, mit Stecküben Wasser auffüllen und die Steckrübenstücke darin gar­schmoren lassen.

3. Auflauf von getrockneten Steckrüben.

200 gr. getrocknete Steckrüben werden gewaschen, 24 Stunden in 3724 Liter kaltem Wasser geweicht, mit dem Einweichwasser kalt zu Feuer gebracht und 3 Stunden langsam gekocht (Kochkiste: 20 Min. An- kochzeit, 34 Stunden Kochkiste). Zur Soße: Va Liter Steckrübenwasser, 4 Eßlöffel Tomatenmark, Vs Zwiebel in Würfel geschnitten, 4 Eßlöffel Mehl, 1 Prise Salz und Zucker werden zu einer Soße gekocht.

Die gargekochten Steckrüben gibt man in eine Back­form, gießt die Soße darüber und läßt das Gericht 3/4 Stunden im Backofen oder unter dem Topf bei mäßiger Hitze backen.

4. Saure Steckrüben.

3. Pfund Steckrüben schälen, in Stücke schneiden, W -" 13111 j;nfMMMM^^ttfigrwftifaMtf ..ÄM» und einy. Prise Zucker weichkochen, abgießen, 80 Gramm Mehl mit 1P/a Liter Steckrübenwasser glattrühren, kochen, Soße mit Salz, Essig und Zucker abschmecken, die Rübenstücke hineingeben und noch einmal aufkochen lassen.

5. Falscher Hasenbraten.

21/2 Pfund 'frische oder 150 gr. getrocknete Steck­rüben, 56 Eßlöffel Steckrübenmehl, Haferflocken oder Grieß oder Stoßbrot oder Mehl nach Bedarf, Zwiebel, Lorbeerblatt, Pfeffer, Salz, nach Belieben einige getrockene Pilze und sehr fein gehackte Salz­gurke, 20 gr. Fett.

Die Steckrüben werden in Wasser mit den ange­gebenen Gewürzen und etwaigen Pilzen gargekocht, abgegossen, durch die Hackmaschine gegeben, etwas Flüssigkeit ab-epreßt (Flüssigkeit zur Soße verwenden), mit Steckrübenmehl, Pfeffer, Salz und fein gehackter Salzgurke nach Geschmack und soviel Haferflocken oder Grieß oder Stoßbrot oder abgebackenem Mehl (Mehlkloß) vermischt, daß ein fester Teig entsteht die Maße wird geformt, in Fett gebräunt und im Ofen oder unter dem Topf mit Zugabe von wenig Steck­rübenwasser in 3/4 Stunde gargebraten. Die Soße mit etwas Mehl ebnen und wenn man es hat, Tomatenmus oder Oxena oder Suppenwürfel öaran- geben.

6. Steckrübenglöße.

2 Pfund in Wasser weichgekochte Steckrüben zer­reiben oder durch ein Sieb streichen, durch die Hack­maschine geben und die Flüssigkeit etwas abpreffen, 1 Ei oder Eiersatz (kann fehlen, wenn 6 gestrichene Eßlöffel gesiebtes Steckrübenmehl hinzugegeben werden) 180200 gr. Stoßbrot oder Mehl oder Grieß, Flocken oder gekochte, geriebene Kartoffeln, Salz nach Belieben, Muskat und geriebene Zwiebel hinzugeben, schnell vermischen, Klöße abstechen oder formen, in Mehl wenden und in kochendem Salzwasser langsam gar werden lassen. Zwiebel-, Merretich- oder Kümmel­soße dazu reichen.

Verwendung getrockneter Steckrüben.

Zu verwendende Menge: 100 g. getrocknete Steck­rüben sind gleich 2 Pfund frischer Steckrüben.

Menge des Einweich- und Kochwafsers: Aus 100 gr. Steckrüben

zur Suppe: 4 Liter Wasser,

zu Gemüse: 23 Liter Wasser.

Einweichen: die getrockneten Steckrüben werden 24 Stunden mit kaltem Wasser eingeweicht.

Kochen: Die getrockneten Steckrüben werden mit dem Einweichwasser kalt zu Feuer gesetzt und langsam 23 Stunden gekocht oder 20 Minuten angekocht und 34 Stunden in der Kochkiste gelassen:

Weitere Zubereitung: wie frische Steckrüben. Herstellung von Steckrübenmehl.

Die getrocknete», nötigenfalls nachgetrockneten Steckrübenschnitzel, tm Mörser fein zerstoßen und durchsieben.