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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Melder

für den Kreis Hersfeld

SWett

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, tm . amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder- l holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags. 8

Nr. 141. °"M «»yw-aiM* Mittwoch, den 20. Juni

1917

AMilicher Teil.

Mit Zustimmung der Reichskartoffelstelle werden hierdurch gemäß § 2 der Verordnung vom 19. März 1917 (R. G. Bl. S. 243) folgende

Frühttartoffel-HLchftp reise

für die Provinz Hessen-Nassau festgesetzt. Sie gelten für die in der Provinz erzeugten Kartoffeln und zwar für die Erzeuger.

Vom

1. 7.

Juli

1917

Zentner 9,90 Mark

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8.14.

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77

9,70

77

7/

15.21.

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7/

77

9,50

77

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22.-28.

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77

7/

9,30

77

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29.31.

7/

77

9,20

77

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1. 7.

August

77

77

9,00

77

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8.14.

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7/

77

8,80

77

7/

15.21.

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7/

77

8,40

77

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22.-28.

77

77

7,90

77

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29.31.

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7/

77

7,60

7/

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1. 7.

September

77

77

7,00

77

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8.-14.

77

77

6,40

77

Mit dem 15. September tritt der Höchstpreis von 6 Mark für den Zentner Herbst- und Winterkartoffeln in Kraft.

Gaffel, den 16. Juni 1917.

Provtnztalkartoffelstelle. Dyes.

* * *

Hersfeld, den 18. Juni 1917.

Wird veröffentlicht.

Tgv. No. I. 6531. Der Laudrat.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 12. Juni 1917.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher weise ich erneut auf die Verfügung vom 14. Februar 1917 i. 1706 Kreisblatt No. 46 Hin, mit welcher

Königlichen Beschäler auf der Gestütsstatimt Niederaula bekannt gegeben habe und erinnere ausdrücklich an die pünktliche Einsendung der Listen über die Absohlungsergebnisse an den Stations­wärter sowie auch an die Bezahlung der fälligen Deck- und Füllengelder seitens der Züchter.

Tgb. No. I. 5900. Der Landrat.

J. B.:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 19. Juni 1917.

Diejenigen Herren Bürgermeister der Landge­meinden und Gutsvorsteher, welche bis heute noch

Am dramallschen Wendepunkt der Weltgeschichte.

Eilten Ueberblick über Krieg, Kriegführung und die moralische Haltung des deutschen Volkes enthält ein Artikel, den der Berliner Berichterstatter des icywedychen Aftonbladet" veröffentlicht. Es heißt darin: ,,In die­sem Kriege herrscht nicht das Verhältnis ritterlicher Feindschaft. Deutschlands Gegner haben enteil siegreichen Papterselbzug gefiihrt mit jeder nur denkbaren Art von gemeiner Verleumdung. Man erinnere nur an, die eben­so widerwärtige wie wahnwitzige Geschichte, mr deren Wahrheit die englische Regierung eingetreten ist, daß nämlich die Deutschen die Leichen ihrer eigenen Land»- leute nnd die ihrer Feinde zur Fettsabrikatlvn ver­wendeten. Die englische Regierung, hat, trotz der an sie ergangenen Aufforderung, diese widerwärtige Beichul- digung heute noch nicht zurückgenommelu diese schmut­zigste aller Lügen, welche während des Krieges erdacht worden ist. Es unterliegt keinem Zwei el, dap dieser Lügeufeldzug eine recht starke psychologische Wirkung in Deutschland hervorgerufen hat. Das Empfinden, ge­haßt zu sein nnd geschmäht zu werden, Jt peinlich mr tapfere Truppen. Der Verfasser dieses Artikels ist bei vielfachen FrontbesUchen häufig gefragt worden:Wie kommt es eigentlich, daß wir Deutschen wgehgyt und, daß man es wagt, derartige Gemeinheiten über uns zu verbreiten?" Das deutsche Volk ist sich seiner Starke bewußt. Ein derartiges Bewußtsein verbindet und ^ die Hand des Schwertes fester ««nässe«. Das Volk schließt sich in sich selbst enger Stammen, aus Verach­tung über die Verleumdungen. Aber die» hindert nicht, daß sie im Innern lneunen wie eine rue ganz verheilte Wunde. Kann man da verstehen, daß das deutsche Volk entschlossen ist, auszuhalten bis, zum Letzten, und daß seinen Kräften etwas von Verbitterung mnewohnt? . .

Kein einsichtiger Beobachter kann im Zweifel da­rüber sein, daß dieses Volk durchhalten sann und wird, daß es militärisch niemals zerschmettert werden kann. Ebensowenig bringt die Hungerwaffe^Deutschland zum Nachgeben. Bis zur nächsten Ernte ist es für Dennch- land verhältnismäßig leicht, durchzuhalten. Und wenn diese Ernte geborgen ist, wird sich dann der deutsche Bürger nicht sagen: Ist der Krieg an der Front nicht bereits entschieden? Haben die Feinde nicht eingesehen, daß es eine Unmöglichkeit ist, benEinsamen" zu ver­nichten? Der Ubovt-Kliea geht mit einer verhängnis­vollen Unregelmäßigkeit seinen Gang und hat in seinen Erfolgen den Voranschlag des Admiralstabes weit über­

feine Liste für den Bedarf an Sinmachezucker für ihren Bezirk eingereicht haben, wollen dies sofort tuen, widrigenfalls sie keine Aussicht auf Zuweisung von Zucker für Einmachezwecke mehr haben.

Der Landrat

J. V.:

v. Hede m a n n, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung

über die Preise für Stroh und Häcksel.

Vom 8. Juni 1917.

Auf Grund des § 15 der Verordnung über den Verkehr mit Stroh und Häcksel vom 8. November 1915 (Reichs-Gesetzblatt S. 743) in Verbindung mit § 1 der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegs­ernährungsamts vom 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzblatt S. 402) wird folgendes bestimmt:

Artikel 1.

Außer dem im § 5 Abs. 1 der Verordnung über den Verkehr mit Stroh und Häcksel vom 8. November 1915 in der Fassung der Verordnung vom 23. November 1916 (Reichs-Gesetzblatt S. 1288) festgesetzten Uebernahme- preise dürfen dem Erzeuger auch die Kosten der Be­förderung bis zur Verladestelle des Ortes, von dem die Ware mit der Bahn oder zu Wasser versandt wird, sowie die Kosten des Einladens daselbst vergütet werden) der hierfür zu zahlende Betrag darf zwei Mark für den Doppelzentner nicht übersteigen.

Dies gilt auch für den Verkauf des der Absatzbe­schränkung nicht unterliegenden Strohes durch den Erzeuger.

Artikel 2.

Soweit der Hersteller von Häcksel gemäß Artikel 1 eine besondere Vergütung gezahlt hat, darf er diese beim Verkaufe von Häcksel neben dem festgesetzten Höchstpreis in Rechnung stellen.

Artikel 3.

Vorstehende Bestimmungen treten am 14. Juni 1917 in Kraft.

HMMjMI von Batoc

aus der Heimat«

):( Hersfeld, 18. Juni. (Beschlagnahme und BestandserhebungfürelektrischeMaschinen, Transformatoren und Apparate.) Am 15. Juni 1917 ist eine Bekanntmachung Nr. 9090/3. 17. R. in. 1, betreffend Beschlagnahme und Bestandser­hebung für elektrische Maschinen, Transformatoren und Apparate in Kraft getreten. Die Bekannt­machung Nr. 2519/8. 15. B. 5, betreffend Bestands-

troffen. Am 1. Oktober werden 5 Millionen Tonnage auf dem Meeresgrund ruhen. Wird da nicht endlich ein Ende kommen? Wird mau dann im Westen nicht auch erkannt haben, daß es Zeit ist, in Verhandlungen für einen Frieden einzntreten, der nicht die Vernichtung des Gegners bedeutet? Kann sein, daß England dies dann immer noch nicht eingesehen hat. Und doch liegt ein Ergebnis dieses Krieges, und zwar das bedeutungs­vollste, bereits vor: Englands Herrschaft auf der See existiert nicht mehr in dem Btatze, wie vorher! Wenn sonst niemand das erkennt, so hat es das deutsche Volk getan. Und dieses deutsche Volk läßt seinen Feind, den es einmal gepackt hat, in dem Augenblick nicht loS, in dem die Weltgeschichte am dramatischen Wendepunkt an­gelangt ist."

Schlagworle.

Zu den Kriegsmitteln unserer Feinde gehören von Kriegsbeginn an ihre Schlagworte, geprägt aus Lüge und Heuchelei. Den Verleumdungsfeldzug eröffneten sie mit dem Schlagwort: Schutz den kleine« Völ­kern und Staaten. England und Frankreich hatten Belgien schon Jahre vor dein Kriegsausbruche zur Kriegsteilnahme verführt und verpflichtet. Als es wegen seines Neutralitätsbruches von Deutschland be­setzt und so ein Opfer des Krieges durch eigene Schuld wurde, bezichtigten sie drüben Deutschland der Verge­waltigung. Aber England als Schützer der kleinen Staaten widerlegte sich selbst alsbald nur zu offensicht­lich: alle Neutralen Europas verfielen seiner rücksichts- lomt Gewalt- und Erpressungspolitik und erfuhren so, was das angeführte Schlagwort im Feindesmuude in Wahrheit besagt. Alle kleinen Völker des Festlandes wissen ein Lied davon zu singen, wie England sie schützt. Griechenlands Geschick liefert dafür das anschaulichste Beispiel, und das Los Serbiens, Montenegros und Ru- mäitienS zeigt nicht minder, wie England und feine Ge­nossen die sie inen Völker zur Schlachtbank treiben, um sie, wenn das Verhängnis über sie hereinbricht, erbar­mungslos ihrem Schicksal zu überlassen.

Dann ertönte drüben die Losung gegen den preu­ßisch-deutschen M i l i t a r i s m n s. Eine Zeit- tiwg behauptete sie sich, obwohl gerade die Feinde das verkörperten, was sie mit dem Schlagwort Militarismus brandmarken wollten; obwohl sie aus Eroberungssucht und Machtgier sich weit stärker mit dem Militarismus ausgerüstet hatten als Deutschland, dessen Volksheer nie* mals etwas anderes gewesen ist, als das wirksamste

erhebung für elektrische Maschinen, Transformatoren und Apparate vom 15. Oktober 1915 wird darin auf­gehoben und durch die Bestimmungen der neuen Be­kanntmachung ersetzt und erweitert. Die Gegenstände, auf welche sich die Bekanntmachung erstreckt, sind in § 1 aufgeführt. Es handelt sich um: 1. Elektro­motoren von 2 PS (1,5 kW) an aufwärts nebst Zu­behör, 2. Stromerzeuger (Dynamomaschinen, Gene­ratoren) von 2 kW bezw. kVA an aufwärts nebst Zubehör, 3. Umformer und Motorgeneratoren von 2 kW bezw. kVA an aufwärts, au der Sekundärseite gemessen, nebst Zubehör, 4. Transformatoren von 2 kVA an aufwärts nebst Zubehör, 5. Schalkapparate, Sicherungs-, Anlaß- und Regulierapparate, Meßin­strumente usw. für Stromstärken von 200 Ämp. an aufwärts, soweit sie nicht schon als Zubehör zu den unter 1 bis 4 aufgeführten Maschinen und Trans­formatoren gehören. Sie sind beschlagnahmt mit der Wirkung, daß die Vornahme von Veränderungen an den beschlagnahmten Gegenständen verboten ist und rechtsgeschäftliche Verfügungen über sie nichtig sind. Inwieweit Veränderungen und Verfügungen zulässig sind, ist in § 3 festgelegt. Die betroffenen Gegenstände unterliegen auch einer Meldepflicht. Die Meldungen haben auf den amtlichen Meldekarten an das Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Amt, Abt. R. HL 1, Berlin W 15, Kurfürsten dämm 193-194, zu erfolgen, und zwar bis zum 80. Juni 1917. Wieweit außerhalb des Meldetermins besondere Meldungen vorgeschrieben sind, ergibt sich aus § 7. Die Meldekarten und sonstigen vorgeschriebenen Formulare sind beim Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Amt oder bei den zuständigen Maschinen« usgleichstellen mittels frankierter Postkarte anzufordern. Anfragen und Anträge, welche diese Bekanntmachung betreffen, sind an das Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Amt, Abt. R. in. 1, Berlin W 15, Kurfürstendamm 193194 (nicht an die zuständige Maschinenausgleichstelle), zu richten. Der Kopf der Zuschrift ist mit den WortenBetrifft elektrische Maschinen" zu versehen. Oeffentliche Elektrizitätswerke haben Anfragen und Iwe^laintT^ __

Berlin SW 11, Königsgrätzer Str. 28, zu richten. Die Veröffentlichung erfolgt in der üblichen Weise durch Anschlag und Abdruck in den Tageszeitungen) außerdem ist der Wortlaut der Bekanntmachung bei den Landrats-Aemtern und Polizei-Behörden ein- zusehen.

Oberaula, 15. Juni. Heute mittag gegen 1 Uhr ertönte Feuerlärm. Eine große Menge Langholz sowie geschnittenes Grubenholz welches am Bahnhöfe lagerte und verladen werden sollte, war aus unbe­kannter Weise in Brand geraten. Der Schaden ist bedeutend.

Mittel zum Schutze des Vaterlandes. Das Schlagworl vom Militarismus mußte schließlich stumpf werben al3 sein Widersinn noch offenkundiger wurde, indem Eua- land und die Vereinigten Staaten von Amerika die Wehrpflicht einführen und so den Militarismus nach- machien, den sie soeben noch erschlagen wollten.

Weiter erfanden die Feinde das Schlagwort von der F r e i h e i t d e r V ö l k e r, die von Deutschland bedroht werde. Diese Freiheit zu retten, sollte ihr Kriegsziel sein. Sie wollen sogar auch uns die Freiheit und das Volksrecht der Selbstbestimmung erkämpfen. Sie wi­dersprechen sich aber: sie wollen uns durch den Krieg zu einer Freiheit zwingen, wie sie ihnen paßt. Die Frei­heit, die ihnen vorfchweht, ist jedoch ganz ander», als wie wir sie gemäß unsrer völkischen Eigenart haben. Eine uns von den Feinden aufgezwungene Frechen wäre unerträglich mit der Selbstbestimmung, die sie nach ihren Schlagworten allen großen wie kleinen Völkern zusprechen. Weil die Freiheit, wie die Feinde sie mei­nen, für uns in Wirklichkeit Unfreiheit werden müßte, wehren wir uns dagegen. Unser Kaiser hat in feiner Osterbotschaft gesagt:Frei, sicher und stark wollen wir wohnen unter den Völkern des Erdballs. Ich wüßte nicht, was uns in diesem furchtbaren Kriege mehr.ein gutes (gewissen vor Gott geben und unsre Kampses- energie mehr stärken könnte, als das Bewußtsein, wir sümpfen um unsre Freiheit, um unser Leben, um Sein oder Nichtsein."

Als Wilsön die Vereinigten Staaten von Amerika in die offene Kriegsteilnahme hinetnftthrte, setzte er das Schlagwort in Umlauf. Demokratie gegen Knechtschaft! Volksherrschaft gegen MstemoMMr! Volksrecht gegen Sklaverei! Danach sollte der Weltkrieg der Kampf der Demokratien und Republiken gegen Die Völker sein, die angeblich unter dem Joche von Fürsten schmachten. Auch dieses Schlagwort von der Demokratie schlägt den Tatsachen geradezu ins Gesicht. Wenn De­mokratie bedeuten soll, daß die Völker sich selbst regie­ren, so ist sie sicherlich nicht in England und in den Republiken vo «Frankreich und Amerika verwirklicht. Dort regiert nicht das Volk oder die Golksmehrheit, son­dern eine der Zahl nach winzige, ihrem Geldsache nach aber allmächtige Minderheit. Diese Minderheit benutzt die Macht-, die sie vermöge ihres Geldes ausübt, nur, um ihrem Nimmersatten Eigennutz zu frönen. Sie kennt nicht den wahrhaft völkischen Grundsatz der deutschen Fürsten, des Volkes erste Diener zu sein. Das schlag- wort: Demvkrntie gegen Fürstentuin hat deshalb keine Zugkraft für das deutsche Volk: denn es weiß, was es an seinem Fürstentum hat. Es wird dafür bis zum letz­ten Atemzüge rümpfen, um es zu behalten