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Die griechische Tragödie.

" Die Abdankung nur ein Provisorium?

W Zürich, 14. Juni. (T. u.) Der griechische Ge­sandte in Bern läßt laut,,B. T." durch die Telegrapheu- Jnformation miterlen, daß er die Abdankuna König Konstantins nur für ein Provisorium halte. Der Ge­sandte ist davon überzeugt, daß der König nicht endgül­tig auf seine» Thron verzichtet habe und die Regierung wieder übernehmen werde, sobald, es der Umstand ge­statte. Der Gesandte hat die Ueberzeugung, daß der Mehrheit des griechischen Volkes durchaus eine solche Wendung der Dinge erwünscht sei.

Der entsagende König.

LautB. L.-A." liegen in Paris Athener Depeschen vor, denen zufolge in der Nacht auf Dienstag der Führer der vor dem Königspalast aufgestellten Reservisten vom König Konstantin die Ermächtigung verlangte, seine Abdankung durch Gewaltanwendung zu verhindern. Der König habe erwidert, kein Tropfe» griechische» Blu­tes solle seinetwegen vergossen werden.

Hat Nntzland zngestinunt?

Petit Parisien gibt lautB. L.-A." offen zu, daß Zar Nikolaus sich bis zu seinem Sturz der Vergewal­tigung Griechenlands widersetzt habe. Die französische Presse verschweigt aber, ob die provisorische Regierung Rußlands ausdrücklich ihre Zustimmung zu dem Vor­gehen gegen Griechenland gegeben habe oder ob sie überhaupt darum befragt worden fei.

Prinz Alexander von Griechenland als Thronfolger.

^ Amsterdam, 14. Juni. (T. U.) DieTimes" melden lautVoss. Ztg.": Wie in gut unterrichteten Kreisen berichtet wird, ist die Nachricht, daß Prinz Ale­xander und nicht Kronvrinz Georg Nachfolger auf dem griechischen Thron wird, noch unbestätigt. Die Wahl Prinz Alexanders sei damit zu erklären, daß er weit weniger unter deutschem Einfluß steht und daher auch eher von Benizelos anerkannt werde als Kronprinz Georg.

Eine nentrale Stimme über Griechenland.

»^ Bern, 14. Juni. (WTB.) DieNeue Zürcher Zeitung" kommt in der Besprechung der Abdankung des Königs Konstantin zu folgenden Schlußfolgerungen: Die Bevölkerung, deren Syuwathie für die Entente in das Gegenteil umgeschlagen ist, wird diesen offenkundi­gen Einbruch des Auslandes vielleicht mit weniger ru­higem Blut ansehen, als das Ministerium Zaimis. An­dererseits muß mau freilich voraussetzen, daß, selbst wenn Lust zu einer Auflehnung vorhanden sein würde, Griechenland nicht mehr über die erforderlichen Kräfte verfiigt.

Die Aufsasftmg in Italien.

»^ Bern, 14. Juni. (WTB.)Secolo" sagt zur Slbdankung des Königs Konstantin, sie sei das Ende des Kampfes zwischen Benizelos und dem Kömg. Plan habe schon lange erwarten müssen, daß einer von beiden stür­zen werde.Corriere della Sera" meint, man könne nicht ohne Genugtuung feststellen, daß das Ereignis die griechische Lage kläre und sichere und endlich den Alliier­te« in Mazedonien erlaube, ihre Aufgabe ohne irgend­welche Befürchtungen für Rücken und Flanken zu füllen.

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Der Zustand der russischen Armee.

Einer Stockholmer Drahtung derKölrr. Ztg." folge nahm der Offizierskongreß, der vor kurzem

Zeitungen als geheim bezeichnen, die Moskauer Blätter aber im Wortlaut veröffentlichen. Danach fam der

zu- im

Kongreß nach allen übereinstimmenden Meldungen der Truppenführer zu der Ueberzeugung, daß die «ngehenre Mehrzahl der Arureekorps der völligen Auflösung nahe sei. Unter der großen Masse der Soldaten sei der krie­gerische Geist völlig gesunken, was in dem dringenden Verlangen nach Frieden auch auf Kosten des National- stolzes mid der nationalen Interessen zum Ausdruck komme, ferner in der hartnäckigen Weigerung, auch in kleinen Abteilungen anzugreifen, in der Vernachlässi­gung des Wach- und Patrouillendienstes, in Angriffen auf Batterien, die das Feuern durch Verbrüderung mit den Deutschen verhindern wollten. Die Manneszucht fei auf das äußerste gesunken. Große Truppenteile ver­weigerten plarrmäßig den Gehorsam, benrühten sich, strenge Vorgesetzte durch laue Männer ihrer Wahl zu ersetzen und übten Lynchjustiz an Unteroffizieren. Das Ansehen der höheren Führer sei gleich Null.

In Petersburg dauert die Unruhe an.

Unter den Truppen der Petersburger Besatzung herrscht noch immer Unruhe. In den Kasernen wur­den nach Meldungen der Presse politische Versammlun­gen unter der Leitung von Sozialrevolutionären und le­ninistischen Agitatoren abgehalten.

Bei den Kommunalwahlen. in Petersburg kam es vielfach zu Ausschreitungen. In der Stadt ist lautB. L.-A." ein neuer Streik ansgedrocheu, an dem sich alle in der Waffen- und Munitionsindustrie beschäftigten Arbeiter beteiligen. Im ganzen streiken die Arbeiter in 120 Fabriken. Die beschleunigte Abreise der Pe­tersburger Bevölkerung dauert unvermindert fort. Viele begeben sich aus Furcht vor neuen Wirren in die östlichen Gebiete des Reiches, ja sogar nach Japan.

Kosaken in Petersburg.

Ntach einer Londoner Meldung desCorriere della Sera" berichten die Petersburger Mitarbeiter Londoner Blätter einstimmig, daß am vergangenen Dorinerstag Kosaken in Kriegsausrüstung in Petersburg erschienen sind. Der Mitarbeiter vonMorntng Post" bemerkt, daß binnen kurzem die Wiederherstellung der Ordnung erreicht werden wird.

Sozialistischer Sieg bei der Stadtvertreterwahl in Petersburg.

* h Stockholm, 14. Juni. (T. u.) Nach einer Mel­dung der Telegraphenagentur hat lautB. T." bei den Wahlen der Stadtduma in Petersburg, wo zum ersten Male in Rußland, das allgemeine Wählrecht zur Gel- imrg kann nach den bisher vorliegenden Angaben der sozialistische Block den Sieg davongetragen.

Meuterei einer italienischen Brigade.

DerKöln. Ztg." wird unterm 18. Juni von der Tiroler Front berichtet: In den Kämpfen auf der Hoch­fläche der Sieben Gemeinden hat die italienische Bri­gade Safari mitte« t« de« Kämpfe« des erste» Tages schwere Meuterei begange». Sie weigerte sich, zum be­fohlenen Sturmangriff vorzugehen. Major Marchese ließ daraufhin nach einem von Cadorna schon vor eilli- ger Zeit erlassenen Befehl über Meutereien vier Rädels­führer seines Bataillons erschießen. Daraufhin schoß der Regimentsadjutgut dxn übrigens bei Mannschaften tote Offizieren gleich mthgtziLN Steter ute&r.

^Amtliche Meldung desAdmiralstab». j

im> Berlin, 18. Juni. (Avntlch WTB.) I» den Sperrgebieten um England sind durch die Tätigkeit unserer Uboote 2V MV BRT. versenkt worden. Unter den Schiffen befanden sich: der englische bewaff­nete Dampfer Fhenins (6699 Brt.) mit 9700 To. Stück­gut von England nach Indien, der französische Segler St. Hubert mit Kohlen nach Frankreich, der englische- Fifchdarnpfer Golden Hope nud Virginia. Von letz­terem wurde der Kapitän gefangen genommen. Unter den Ladungen der übrigen versenkten Schiffe be­fanden sich u. a.: hauptsächlich Holz, ferner Stückgut so­wie Tran nnd Fischbein nach England. Eine unserer Uboote hatte mit einer Segler-Ubootsfalle bei den He- briden ein Gefecht, wobei das Uboot mindestens vier Treffer auf der Ubootsfallc erzielte.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Das internierte U. 52.

w Genf, 14. Juni. (T. U.) Das in Cadix inter- nierte UnterseebootU. 52" kreuzte um Kap Bincenz und Kap Spartel an der spanischen Küste am Eingang der Gewässer von Gibraltar. Die Besatzung erklärte, das Uboot habe in den letzten Tagen mehrere Schiffe versenkt.

Neutralitätspolitik des neuen spanischen Kabinetts.

Ministerpräsident Dato hat einer Havas-Meldung Wfolge erklärt: Wir haben, als wir das letzte Mal die Regierung innehatten, außerordentliche Mittel für die Erfordernisse des Heeres und der Marine verlangt. Wir schlagen vor, dabei zu beharren und hoffen die Billigung des Landes zu erhalten. Was die äußere Politik an- langt, so wird das Kabinett eine Politik strengster Neu­tralität Spaniens fortsetze«. Die Regierung wird die Neutralität nicht aufgeben. Das Kabinett hält es nicht für nötig, die Kammer anfzulösen, die es vielleicht noch nötig haben wird. Die Regierung, sagte Dato, ist bei voller Kenntnis der nationalen Fragen durchaus zuver­sichtlich.

Französische Stimmen über das Kabinett Dato.

** Bern, 14. Juni. (WTB.) Gelegentlich der Neubildung des spanischen Kabinetts glaubtMatin" wiederholen zu müssen, daß Frankreich von Spanien ausschließlich freundschaftliche Gegenseitigkeit auf wirt­schaftlichem Gebiete verlauge, aber niemals daran ge­dacht habe, auf Spaniens Heraustreten aus der Neu­tralität zu dringen. ImEcho de Paris" wird in einem von der Zensur stark gestrichenen Aufsatz festgestellt, daß der ganze Fehler der französischen Diplomatie und Re­gierung sei, daß Fmnkretch niemals eine eigentliche spanische Politik gehabt habe.

Untetfeeboofeftieg und Kriegskosten.

Die Kriegskostenfrage scheint während des Welt­krieges nicht die Bedeutung zu gewinnen, wie man sich ehedem meist vorgestellt hatte, in keinem der krieafiih- renden Länder. Man wird fast sagen können: Je höher die Kosten des Krieges auwachsen, um so weniger Auf­sehen erregen sie, und Lloyd Georges Wort von den ,Fetzten silbernen Kugeln" wird jedenfalls niemals Wahrheit werden. Eine höchst bemerkenswerte Rolle

.. . n Staaten dürfte sich nicht

zum wenigsten daraus erklären, daß sie längst Gläu­biger unserer Feinde geworden waren, deren nahenden Bankerott sie kommen sahen und nach Möglichkeit hin­dern wollten.

Gerade im Zusammenhang mit der Kriegstetluah der Bereinigten Staaten und insbesondere mit ihren ,

ane

der Vereinigten Staaten und insbesondere mit ihren ge­waltigen Schiffsbauplänen erscheint es angebracht, ein­mal die Postens tafle des Ü-Bootkrieges aus- zuwerfen. Wie stellen sich dabei die materiellen Ver­luste des Feindes zu denen, die wir selbst erlitten Haben? Die Antwort ist ohne weiteres klar. Den ungeheuren Werten gegenüber, die den Verbandsmächten, England vor allem, in Schiffen und Ladungen verloren gegangen sind und täglich verloren gehen von den Kosten der Abmehrmatznahmen sehen wir dabei noch ganz ab haben w i r eine fast verschwindend zu nennende Ein­buße. bestehend in verlorenen Ubooten und verbrauch­ter Munition (Torpedos, Minen) zu buchen. Und die­ses sehr ungleiche Verhältnis erfährt mit jedem Tage Ubootskrieg eine progressive Steigerung. Je mehr Ka­pital die Feinde in den Handelsschiffbau stecken, um so unterschiedlicher wird der gegenseitige Wertverlust, in um so höherem Grade dürfen mir die Erfolge des Ubootskrieges auch als mittelbaren wirtschaftlichen Ge- winn von erheblicher Bedeutung betrachten.

Freilich, unsere Feinde haben ja die Absicht fund getan, nach dem GrundsatzTonne um Tonne" sich allen durch den Ubootskrieg verursachten Schaden später, nach errungenem Siege, von uns vergüten zu lassen. Im Ernst wergen sie selbst kaum an die Er­reichbarkeit einer derartigen Friedensbedingung glau­ben. Aussichten darauf haben niemals bestanden, heute bestehen sie weniger denn je, und wir dürfen es getrost den Ubooten selbst itberlassen, auf solche siegesgewisse Forderung Antwort zu geben.

Sriegrollerlei.

Cadornas Heeresbericht unter italienischer Zensur.

Die italienische Zensur. die in diesen Tagen beson­ders stark arbeitete, hat diesmal den Generalissimus der italienischen Armee, General Cadorna, erreicht. Der letzte Absatz seines Heeresberichtes ist lautBoss. Ztg." in den römischen Btontagsblättern von der Zensur ge­strichen und unleserlich gemacht worden. Stand etwas ungünstiges darin oder etwas, was der Feind nicht er- fabreit darf?

Die ««einigen italienischen Minister.

i^- Lugano, 14. Juni. (T. U.) Die Kabinetts­krise ist nun lautBl. Mp." offenbar.Corriere della Sera" berichtet, daß einige Minister bereits Montag abend ihre Entlassung etnßerewj haben. Vorgestern abend haben alle Minister dem Ministerpräsidenten ihre Aemter zur Verfügung gestellt Bosellt plant eine Um­bildung des Kabinetts. (So ist also die Ministerkrise trotz des großen Berföhnunasaktes zwischen Boselli und Sonnino dennoch zum Ausbruch gekommen.)

Hollands netter Kriegsminister.

b* Haag, 14. Juni. (T. U,) Baron Dr. B. C. Jong, der ehemalige KabiMlisches des Holländischen .KriegsminisieriumS, ist lautB. T." zum Kriegsmi- »ister ernannt worden. Jong nt der erste Zivilist in Holland, der das Amt eines Kriegsministers übernimmt.

Imfreien" Slwrlfö.

United Preß" meldet aus Washington: Die Re- gierung blit die Verhaftung aller Personen, die sich nicht i> die utztkmalM VklMWMrasMerr oiMttrggen jg?

1W/ MStWE, IN Neuyork Mb 81 V^fv! einer anarchistischen Äersaumrlung verhaftet w Der Name«sz»g der zweiten Gar-e-Drago

men au)

_ ....... worden.

Der Name«szug der zweite« Garde-Dragoner.

Das zweite Garde-Dragoner-Regiment in Verlin, Kaiserin Alexandra von Rußland, trägt wie derB. L.» A." meldet, zukünftig Achselstücke und Schulterklappen ohne Nmnenszug. Die Namenszüge auf den vorhan» denen Schulter-klappen werden entfernt.

Sie Einteilung unserer Mahlzeiten.

In einer Sitzung der Pariser Akademie der Ms. senschaften waudte. sich der Professor der Medizin Ber- aonis aus Bordeaux in einem Bortrag über die Kunst des Essens mit scharfen Worten gegen die verkehrteil Etzstunden, an denen man in Frankreich in grober Ver« kennung des BufammenbaunS zwischen Nahrung und Lelstungösahigkett festhält. Diese Verkehrtheit müsse sich besonders tn der heißen Jahreszeit unvorteilhaft und zum Schaden der Gesundheit zur Geltung bringen. Die ^^e^Sinnlosigkeit sei das Morgenfrühstück, das viel zu gehaltlos fet. Gerade dieses erste Frühstück müßte be- sonders reichlich sein, da es einen vollen Arbeitstag einleite. Dagegen nimmt man dann ein viel zu reich­liches Msttagsmahl ein, was sich als zweite Sinnlosig- ke,t kennzeichnet. Denn die bet dieser Mahlzeit einge­nommenen Lebensmittel liefern ihr Maximum an Ka­lorien zu spät, als daß sie während der Arbeitsstunden restlos ausgenutzt werden können. Die dritte Mahl­zeit abends zwischen 7 und 8 Uhr endlich stellt sich als dritte Sinnlosigkeit dar, denn sie bringt nicht nur seinen Nutzen, sondern bedroht zudem die Ruhe des Schlafes durch schwere Träume und Aufgeregtheit. Professor Vergonie gab sodann in folgendem seine Auffassung einer neuen vernunftgemäßen Einteilung der Etzstun- den.Zunächst eine starke Mahlzeit gegen halb 8 Uhr morgens, die dazu angetan ist, deur Körper 1500 Kalo, rten zuzuführen und zwar hauptsächlich aus Kohlenhy- dratem Gemüsen oder Teigwaren gebildeten Stoffen, die sich schnell assimilieren und den Muskelrr wie der Leber rasch und sicher die notwendigen Nährstoffe zu- Erem Zwischen 12 und 1 Uhr sollte überhaupt keine Mahlzeit erfolgen. Es gibt keine Zeit, die schlechter für die Nahrungsaufnahme, und noch dazu eine so reichliche, gewählt sein könne. Man setzt damit die Berdauungs- maschinerie in Gang und mutet ihr eine schwere Arbeit M, die vollständig zroecklos ist. Gegen 4 Uhr nachnnt- tags steigt dann die Kurve des Nahrungsbeditrfnisses wieder. Es bedarf eines Ersatzes für die verbrauchte Kraft, aber dieser Ersatz braucht nur schwach zu sein, weil die Kurve bald wieder nach unten weist. 3 bis 400 Kalorien reichen hier vollständig aus, und diese werden vollständig eine Tasse gezuckerten Tees und einige kleine Kuchen liefern. Gegen 8 Uhr abends senkt sich die Kurve des Aufnahmebedjirfntsses cndgiilttg, um gegen 11 Uhr abends ihr Minimum zu erreichen und zur völligen Ruhe überzugehen. Ein EnergiezufuhrbebürfmS liegt somit nicht vor. Aber man muß gleichwohl an die lange Pause der nächtlichen Nüchternheit derlkerr. Es ist das der Augenblick, der die Tätigkeit der Leber als Anhäu- fer der Energiemenge in Anspruch nimmt, und deshalb muß man ihr die Mittel bieten, diese Ansprüche» zu be­friedigen, dazu reicht eine Mahlzeit aus, die etwa 800 Kalorien liefert. Und da es angesichts der Länge der Nacht nicht nötig ist, daß die Nayrung schnell assimiliert wird, so steht nichts dem entgegen, daß man bet dieser Schlutzmahlzeit Fleisch und Fett begiinstigt, deren Ver­dauung längere Zeit in Anspruch nimmt." Auch gegen­über dieser Darlegung gilt wohl der alte Satz, jeder

Vermischtes.

Der teure Wein. 7,500,000 Mark, eine noch nie er­lebte Summe, erzielte in diesem Jahre die Vereinigung Rheingauer Weinbergbesitzer bei ihren Frühjahrsver- steigerungen in Rüdesheim, bei denen insgesamt 585 Stück ausgeboten wurden. Der Durchschnittspreis für das Stück betrug rund 13,000 Mark, darunter befand sich auch der Weltrekord-Wein aller Zeiten mit 33,020 Mark für das Stück.

Die Pfandstücke der Luise von Belgien. Die am

Dienstag in München zu Ende geführte Versteigerung des gepfändeten Eigentums der Prinzessin Luise von Belgien ergab 82,000 Mark. Der Gläubiger, der die Versteigerung veranlaßt und die Forderung von 70,000 von einem Hotelbesitzer gekauft Hatte, ist somit völlig befriedigt.

Ein Raubmord in Hannover. Mittwoch mittag nach 1 Uhr wurde der etwa siebzig Jahre alte Schank­wirt Harmening, der die StehbierhalleZur Sonne" in der Luisenstraße zu Hannover bewirtschaftet, in seinem Lokale ermordet aufgefundem Die Leiche lag ausae- streckt am Biertreseu in einer Blutlache. Die Untersu­chung ergab, daß der Mörder seinem Opfer die Kehle vollständig durchschnstten hatte, sodaß der Tod nach kur­zer Zest durch Verbluten eingetreten sein muß. Au­genscheinlich handelt es sich um einen Raubmord, da auch die Kasse im Tresen rbres Inhalts beraubt war. Ueber die Person des Mörders, der nach vollbrachter

Tat das Lokal schleunigst verlassen und die Tür abge­schlossen hatte, fehlt vorläufig jeder Anhalt.

Eine liebende Gattin. Die 26jährige Frau Emilie Richter in Kottbus hatte in einem Feldpostpäckchen an ihren Ehemann, mit Strychniu bestrichenen Würfelzucker und Kuchen geschickt. Die Sendung erhielt ein anderer

Landsturmmann Richter, der bei derselben Kompagnie stand und der 14 Tage lang an Strychnmvergistung im Lazarett lag. Das Schwurgericht in Kottbns bedachte die Frau mit 5 Jahren Zuchthaus.

Einsturz eines Werkes der französischen Rttst««aS- indnstrie. Eine amtliche Havasmeloung besagt: Am Morgen des 13. Juni ist ein Teil der Gebäude des Werkes Renault in Billarcourt eingestürzt. Zahlreiche Verletzte wurden in die Krankenhäuier gebracht. Der Unfall ereignete sich in einem 150 Meter langen, drei Stock hohen Gebäude, in dem sich große Werkzeugma-

Stock hohen Gebäude, in dem sich große Werkzeugma­schinen befanden. Gegen 10 Uhr morgens ließ sich das erste Krachen vernehtnen. Man gab Alarmzeichen und zahlreiche Arbeiter verließen die Werkstatt. Ungefähr zehn Minuten später stürzte das Gebäude zusammen. Die Aufräumungsarbeiten zur Bergung der Opfer wer­den fortgesetzt. Achtzehn Personen wurden getötet, fech-

zig verletzt.

Weitere Drahtnachrichten.

Eine Erklärung im österreichischen Herreuhause.

**. Wie«, 14. Juni, (WTB.) Im Senenbauft gab gestern Ministerpräsident Graf von Klamm Mar- tinitz bei Veginn der Sitzung eine Erklärung ab, in der er zunächst des Bündnisses mit Deutschland, der Türke: und Vulgärsten gedachte. Bet der Besprechung des öfter» reichlichen Verfaisungsproblems betonte der Minister­präsident, es handele sich daruim daß der Staat de« selbständigen BedürfuMe« der Völker eutgegeukomme soweit als es die verläßliche Ltzahruna der ihm armer-

int anver-