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Versierter Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^^^ für den Kreis Hersfeld

versierter WW Äreisblatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im i amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder- ? holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags. .

Nr. 132. »«ä^ Sonntag, den 27. Mai

1917

Dritter Kritgrvfingsttn.

Kämpfer waren die ältesten Christen, Kämpfer für ihr höchstes Gut, für ihren Glauben. Am Pfingst- tage wurden sie heiligen Geistes voll, des Geistes siegreicher Kraft und Zuversicht. Von da an begann, langsam zwar, aber unaufhaltsam ihr Siegeslauf. In fihrem Kämpfen erfüllte sie { die Gleichheit eines Geistes, der Berge versetzt, der eine ganze Welt von Feinden überwindet. Sie kannte» keinen Unterschied des Ranges und der Geburt, des Standes und des Berufes. In Bedrängnis und Not blieb einer dem anderen gleich, allesamt beseelt von heiliger Be­geisterung, von heiligem Willen zum Siege. Der Geist Gottes hatte seine allmächtige Wunderkraft in ihre Herzen gesenkt. Vom ersten Pfingtage an lebte in ihnen der Geist der Eintracht. Sie waren eins im Glauben und in der Wahrheit, eins in der Hoffnung und im Vertrauen. Fast die ganze damalige Welt trachtete danach, sie mit allen Waffen und Mitteln der Gewalt, des Hasses, der Verleumdung zu ver­nichten. Aber umsonst erschöpften sich ihre Feinde im Erfinden neuer Qual und Pein gegen sie. Jede neue Verfolgung ward ein neuer Sieg für sie. Keine Mühsal und Entbehrung kein Leid und kein Tod schreckte sie. An ihrer gottbegnaD rn Glaubenstreue brachen sich die Wut und die Uebrrmacht ihrer Ver­folger. Zuletzt triumphierte ihr Geist, der Psingstgeist, der siegesbewußt iedes Opfer brächte, der alles hingab, um alles zu retten und zu gewinnen, der über den Tod hinaus mit Adlerssittichen in das ewige Leben trägt.

Jedes der christlichen Feste, das wir in diesem Kriege begehen, zwingt uns, seinen Inhalt und seinen Sinn in Beziehung zn setzen zu dem furchtbaren Er­leben der Gegenwart. So ergibt sich am dritten Kriegspfingsten der Vergleich unsers Kämpfens mit dem aus der ersten Pfingstzeit. Den damaligen christlichen Kämpfern gleichen die Deutschen an Opfer­treue und Tapferkeit, an Heldenmut und Glaubens- stärke, 'n Geduld und EinnmJ ^.L«'.^reiten sie um ihres BäterlandeBLebe» um ihres Volkstums Zu- kunft. Siegesgewitzheit haben sie wie jene. Der Psingstgeist der Kraft und der Zuversicht hat in unserem Volke Macht wie einst in den Jüngern Jusu und deren Gefolgschaft.

Es hat lange gewährt, bis die ältesten Bekenner des Christentums ihren Glauben zum Endsiege Hringen konnten. Die Zeit schien zuerst ganz und gar gegen sie zu sein. Ihre Gegner, im Bewußtsein ihrer erdrückenden Uebermacht, hielten es für un­möglich, daß selbst der zäheste Widerstand der an Zahl und äußeren Machtmitteln so schwachen Christen­scharen die Zeit überdauern könne. Auch unsere Feinde haben sich lange damit vertröstet, daß die Zeit für sie streite. Jetzt, am dritten Kriegspfingsten, sind sie schon so weit, daran zu zweifeln. Ein Liverpoler Blatt hat gestehen'müfsen:Die'Zeit die in den früheren Kriegsabschnitten unser Verbündeter und später unser unsicherer Neutraler war, ist jetzt endgültig in die Reihe unserer Feinde eingetreten. Können wir in dem Rennen um die Zeit gewinnen?" Jeder weitere Kriegstag macht es ihnen drüber schwerer, diese Frage zu bejahen. Die Lage unseres Haupt- feindes England ist so, daß ihr Ernst ihn erkennen läßt, seine Alleinherrschaft zur See, die er längst nicht mehr aufrechtzuerhalten vermochte, schwinde desto mehr, je länger sein verzweifelte», aber vergebliches Kämpfen auf Frankreichs Boden fortdauert. Wir aber sind am dritten Kriegspfingsten dessen gewiß, daß die Zeit uns mit jeder Stunde dem Endziele näher­bringen muß, an dem unser Ausharren gekrönt sein wird und wir die Früchte eines guten, gerechten Friedens einheimsen können.

Das Fest des Geistes ist Pfingsten. Im besondern Maße ist es das dritte Kriegspsingsten. Denn der Geist gibt in diesem Kriege den Ausschlag. Der Geist gewinnt: der Geist unserer Helden draußen und unserer Heimarmee, der Geist der in unseren Feldgrauen, in unsern Fliegern und in den Führern und Mannschaften unserer U-Boote wie in jedem Arbeiter hinter dem Schraubstock, in jedem Bauern hinter dem Pfluge, in jeder Frau im vaterländischen Hilfsdienste waltet und wirkt. Der Geist der Kraft und der'Zuversicht, die uns die Gewißheit verleiht, daß Deutschland siegend aus dem Kriege hervorgehen muß, E der deutsche Geist. Der deutsche Geist ist unser Pfingstwunder. Hätten wir ihn nicht, sv wären wir veloren. Aber sein Siegeswille lebt in ihm nur mit Gottes Hilfe und Gottes Gnade. Nur der Geist, der Gottes ist, gewährt Dauer und Macht, der heilige psingstgeist, der unsre Waffe und unsre Wehr, unser Schutz und Schirm für alle deutsche Zukunft ist.

~ Amtlicher Teil

m Hersfeld, den 25. Mai 1917.

Arn Sonntag, den 27. d. M. (1. Pfingstfeiertag) »ini)eLuni 11 Uhr in Hersfeld in der katholischen Kirche

Gottesdienst für die im Kreise beschäftigten ratyolischen Kriegsgefangenem statt. Die Heeresver­waltung legt Wert darauf, daß die Kriegsgefangenen

an dem Gottesdienst teilnehmen, ohne daß jedoch ein Zwang zur Teilnahme auf sie ausgeübt wird.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, in deren Gemeinde jGiltsbezirk) katholische Kriegsgefangene beschäftigt werden, ersuche ich die Ar­beitgeber entsprechend zu benachrichtigen und sie zu veranlassen, die Kriegsgefangenen über die Möglich­keit des Besuches eines Gottesdienstes in Hersfeld zu verständigen. Diejenigen Kriegsgefangenen, die an dem Gottesdienst teilzunehmen beabsichtigen, sind unter Ktthruug einer zuverlässigen Person rechtzeitig nach Hersfeld zu begleiten und nach beendigtem Gottesdienst in ihre Arbeitsstätte zurückzuführen.

In denjenigen Ortschaften, in denen ein Wacht- kommando vorhanden ist, hat der Wachtmann die Be­gleitung der Kriegsgefangenen zu übernehmen. Tgb. No. I. 5697. Der Landrat.

J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 23. Mai 1917.

Der Bürgermeister Hildebrandt zu Rohrbach ist als solcher wiedergewählt und von mir bestätigt worden.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. No. 5135. I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 21. Mai 1917.

Hühnersulter.

Es stehen 150 Zentner zur Abgabe zur Verfügung. Preis 15,--Mark pro Zentner. Bestellungen sind bis spätestens zum 29. ds. Mts. an die Firma A. Löwenberg hier zu richten. Spätere Bestellungen bleiben unberücksichtigt.

Der Vorsitzende des Kreisansschnsses.

J. A. No. 5181. J. V.:

v. Hedeman u, Reg.-Assessor.

Wie bereits durch die Bekanntmachung der Krets- sammelstelle für Eier vom 1. Mai ös. Js. in der Hersfelder Zeitung gesagt worden ist, beträgt der Er­zeugerpreis für Eier 23 Pfg. pro Stück, sofern die Eier nicht kleiner als 3,8 ctm. im Durchmesser sind. Diesen Preis soll daher jeder Geflügelhalter bei Ab­gabe der Eier an die bestellten Aufkäufer oder an die Kreissammelstelle erhalten. Da Zweifel enstanden sind, wird auf Vorstehendes nochmals hingewiesen.

Der Vorsitzende des Kreisansschnsses.

J. A. No 5003. ' I. V.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 18. Mai 1917.

In Hersfeld ist eine Viehausgleichstelle für den Kreis Hersfeld geschaffen worden, an deren Spitze der Rentner Georg Gliemeroth hier, Simon-Haunestr. steht. Die Ausgleichstelle soll die Beschaffung der er­forderlichen Zugkühe und Zugochsen vermitteln. Einen etwaigen Ueberschuß oder Bedarf an solchen ersuche ich daher dem Rentner Gliemeroth anzu- melden.

Der Vorsitzende des Kreisansschnsses.

J. A. No. 1275. J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Bus der Heimat.

):( Hersfeld, 26. Mai. Vor einigen Tagen las man, daß ein Deutscher Dampfer von Hamburg nach Rotterdam gelangt sei. Wie wir hören, ist das der DampferHersfeld" der Kontinentalen Reederei A. G. in Hamburg, von dem wir vor einigen Wochen berichtet haben. Unser Wunsch, der Dampfer möge bald Gelegenheit haben, den Namen unserer Stadt auf dem Meere zu zeigen, ist also erfreulich rasch in Er­füllung gegangen. Möge das Schiff unter dem tat­kräftigen Schutz unserer Marine noch manche Fahrt glücklich vollenden.

):j Hersfeld, 25. Mai. Von dem Arbeiiskommando 1000 der Gewerkschaft Wintershall in Heringen sind die französischen Kriegsgefangene Ricros Joachim 6 56 19 Lager-Komp. Plaß Alexander 8 5013 Lager-Komp. und von dem Arbeitskommando 3031 in Hillartshausen der russische Gefangene Nykyta Kuduchyn Noi l 7. 18/1 entwichen.

):(Rotensee, 25. Mai. Mit dem Eifer nenKreuz ausgezeichnet wurde: der Gefreite Heinrich Weiß von hier, im Landsturm-Batl. Marburg.

Der hiesige H a u s f r a u e n - V e r e i n hat sich be­reit erklärt, das

Einkoche» von Mus

und dergleichen zu übernehmen, wenn ihm der Ginmach- fieser zur Verfügung gestellt wird. Wir bitten diejenigen, die von diesem Angebot Gebrauch machen wollen, mit dem Verein unmittelbar in Verbindung zu treten.

Hersfeld, den 21. Mai 1917.

Der Magistrat.

Herchlder li* Kreismm e. B.

Bereinsuersammlung

Sonnabend, den 2. Juni 1917

nachmittags 2 Uhr im GasthausZum Stern" in Hersfeld.

Tagesordnung:

1) Aussprache über die Grundsätze beim Verkauf von Pferden durch die LandwirtschaftSkammer.

2) Geschäftliches.

Der Verstand.

HttWerLM-N-MthMt

e. CL im. b. 2 '

auf

Dienstag, den 5. Juni d. 3.

i Abends 7Va Uhr in den Säal des GasthausesZum Stern" ergebenst eingeladen.

Die Bilanz und die Verlust- und Gewinnberechnung vom Jahre 1916 liegt von heute ab bis zur Generalver­sammlung inst-Geschäftslokal der Genossenschaft zur Ein­sicht der MlWeder offen.

Hersfeld, 21. Mai 1917.

Der Vorstand:

Steinweg. Heeger.

Tagesordnung:

1. Bericht des AufsichtSrates über das verflossene Ge­schäftsjahr.

2. Bericht des Vorstandes über daS verflossene Ge­schäftsjahr.

3. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz für 1916.

4. Entlastung deS Vorstandes.

5. Verfügung über den Reingewinn.

6. Erhöhung der Kreditgewährung an Genossen.

7. Wahl von einem Vorstandsmitglied und von drei Aufsichtsratmitgliedern für die statutengemäß Aus­scheidenden deren Wiederwahl zulässig ist.

8. Bericht über die durch den VerbandSrevisor in 1916 vorgenommene gesetzliche Revision.

Landwirte, erhellt Eure Scheunenböden durch Glasziegel!

In allen Sorten vorrätig bei Georg Börner,

Dachdeckergeschäft und Baumaterialien, Hersfeld.