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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

BezLgsprei»-vierteliährlicUfLr»Hersfeld1.50.Mmk, durch die Post be- zogenLM Mark. Dru».und-Verlag vomLudwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlichLFranz Funk in>Seisfssld.

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für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis öbträgt für 'die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im l amtlichen Telle 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Widder- f holungen wird Rabatt gewährt-^MeiM jeden Werktag nachmittags. ^

Nr. 109. ws.rB« Freitag, den 11. Mai

1917

Amtlicher Teil

Hersfeld, den 5. Mai 1917.

Der von der Gemeinde Stürklos angekaufte Zucht­bulle, Simmentaler Rasse, 18 Monate alt, gelbschäck ist von der Körungskommtssion für zuchttauglich befunden worden.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. No. 4549. J. V.:

v. H e d e m a n n, Reg.-Assessor.

Bus der Heimat.

* (K riegsunbrauchb ar") DerB L.-Anz." schreibt: Zur Vermeidung irriger Ausassungen ist die Bezeichnungarbeitsverwendungsunfähig (a. v. u.)" in Zukunft nicht mehr anzuwenden, sondern durch kriegsunbrauchbar (kr. u.)" zu ersetzen. Soweit in der Kriegsmusterungsanleitung, in Erlassen usw. die Be­zeichnunggarnison- und arbeitsverwendungsunfähig" gebraucht ist, hat sie die Bedeutung von kriegsunbrauch bar.

* (Höchst- und Richtpreise für Gänse und Gänsefleisch.) Im Kriegsernährungsamt schweben zur Zeit Berhandlnngen über die Regelung des Verkehrs mit Gänsen und der Preise für Gänse und Gänsefleisch im Jahre 1917 18. Da Körnerfutter, insbesondere auch Gerste, zur Gänsemast voraussicht­lich nicht mehr zur Verfügung stehen wird, wird im Herbste nur noch die Stoppelmast der Gänse in Frage kommen. Für Schlachtgänse und Gänsefleisch werden angemessene Höchst- oder Richtpreise festgesetzt werden. Wer jetzt noch übermäßige Preise für junge Gänse zahlt an einzelnen Orten sollen 10 bis 15 Mk. für Gänseküken gezahlt sein tut das auf eigene Gefahr;

MMB

Rücksicht genommen werden.

* (Bevor stehende Beschlagnahme der Türklinken.) Mit der demnächsten Enteignung der metallenen Türklinken muß gerechnet werden. Die Freie Bereinigung Berliner Hausdesitzervereine hat das Kriegsministerium ersucht, von der Beschlag­nahme der metallenen Türklinken und dergleichen Abstand zu nehmen. Bei dem Mangel an Material und geschulten Arbeitskräften sei die sachgemäße Wiederanbringung von Millionen Türklinken nahe­zu unmöglich. Ein Bescheid der Kxiegsmetall- Aktiengesellschaft sagt indessen:Wir machen darauf aufmerksam, daß bei dem außerordentlich großen Bedarf an Metallen die in Aussicht genommene Ent­eignung der Türklinken im vaterländischen Interesse nicht zu vermeiden ist."

Unser Kronprinz als Heersiihrer im Weltkriege.

Oberst Jmmannel schreibt in denDtsch. Krgsn.";

Als der Krieg kam, stellte der Kaiser und König sei­nen ältesten Sohn an die Spitze einer Armee. Er be­folgte hierbei das Beispiel des Komas Wühelm 1. Auch der alte königliche Herr hatte bei Ausbruch der Kriege 1866 und 1870 seinen Sohn,unseren Fritz", mit der Führung einer Armee betraut. Noch heute lebt die volkstümliche Gestalt des Siegers von Königgrätz, Wei- tzenburg, Wörth, Sedan im Gedächtnis des deutschen Volkes fort, gewissermaßen die Verkörperung eines kv- niglichen Helden auf dem Schlachtfelde.

Abschnitt des

Unser Kronprinz übernahm die 5. Armee. Sie hatte die Aufgabe, sich in der Eifel zu sammeln und durch das Großherzogtum Luxemburg hiuüirrch gegen die Maas unterhalb Verdun vorzudringcu. ^ie bildete somit den linken Flügel der großen Stoßgruppe, die im Norden der ostfranzösischen Sperrbefestigungen die Wucht des deutschen Angriffes nach Frankreich hlnetntragen sollte. In eiligen Märschen unter der 'flutenden Auaustsonne ging es über die Hochebenen der schluchtrerchen Aideri- neu. Im Südostwinket Belgiens stieß sie am 22. August auf die französische 3. Armee Rüsten, die sich über Longwy gegen das nördliche Luxemburg im Vormarsch befand. kUi heftigen täglichen Kämpfen warf das kronprinzliche Heer in der Linie Bii'tvn Mn- sonAudunle Roman die Bortruppen öA SentbeS zu­rück und schlug üesseu Hauvtkrafte am 25. August am ......... _ i hierauf drang die Armee nach Frankreich ein, um die Maas in der Gegend von Steuan zu erreichen. Die französischer Grenzbefesttam sonnten der überwältigenden Kraft unserer schw----- Artillerie nicht trotzen. Schön am 26. fiel die Festung Lougwn nach fünftägiger, am 28. der M^bnnkt Mont- medy nach kurzer Beschießung inchie Hande der ^eger. So waren feste Stützpunkte gewonnen und dre Effen- ' bahnverbindung von dem Rbem her durch Luxemburg im Rücken der 5. Armee sichergestellt.

In den ersten Septembertagen setzte der Kron- priuz ben Marsch über die Maas uu erbalb Verdun fort. Der linke Flügel seiner Armee beobachtete die Festung Verdun aus der Nordfront und hielt zwischen Maas itnb Mosel Verbindung mit der 6. Armee Kronprinz Rupvrecht von Bayern. Die Mttte und der rechte Flit- rei drangen in sehr anftrenäcnbcn Eilmärschen durch

ungen

leren

* (Die Verteilung des Einmachzuckers.) Nach der jetzigen Lage >er Zuckerwirtschaft hat es sich ermöglichen lassen, statt der ursprünglich vorgesehenen 600 000 Doppelzentner 900 000 Doppelzentner Zucker für die häusliche Obstv. Wertung in diesem Jahre bereitzustellen. Die Ko cmunalverbände sind ange­wiesen worden, auf mög chst sachgemäße und gerechte Verteilung des Einma zuckers hinzuwirken. Ein- machzucker soll nur a.. Haushaltungen, nicht au Einzelpersonen ohne eig men Haushalt, und an die Haushaltungen wieder nach der Zahl der Haus­haltungsangehörigen, abgegeben werden. Es soll keinem Haushalt mehr zugeteilt werden, als er billigerweise für die der Kriegsknappheit entsprechend in bescheidenen G.enzen zu haltende häusliche Obst­verwertung bean pruchen kann. Bei der etwaigen be­vorzugten Berücksichtigung der Obstgartenbefitzer soll vermieden werden, daß der Obstzüchter zu über­mäßiger Inanspruchnahme des Obstes zu Gunsten des späteren Verbrauchs im eigenen Haushalt an Stelle der Veräußerung an andere Verbraucher ver­anlaßt wird. Gegebenenfalls ist der Obstzüchter im Verhältnis zu seiner vorzugsweise» Belieferung mit Einmachzucker zu verpflichten, einen bestimmten Teil des eingemachten Obstes für Lazarette oder ähnlichen gemeinnützigen Zwecken gegen angemessene Bezahlung herzugeben. Eine nochmalige Zuteilung von Ein- machzucker im Herbst aus der neuen Ernte, wie im vergangenen Wirtschaftsjahr, wird in diesem Jahre nicht stattfinden.

):( Hersfeld, 10. Mai. Wir werden ersucht darauf hinzuweisen, daß es allen Privatpersonen, die nicht eine Aufkaufsbescheinigung des LandratsamteS haben, bei Strafe verboten ist, Eier auf dem Lande zu kaufen, was in letzter Zeit in erheblichem Umfange geschehen ist. Uebertretung dieser Vorschriften wird strafrechtlich verfolgt.

Cassel, 9. Mai. Verschwr ilden ist seit acht Tagen ^^ilMM^MMMMMIiHlM! den Eltern beauftragt, ein Brot zu holen. Das Brot hat er nicht abgeholt aber das Geld dafür ver­nascht, dann ist er verschwunden. Die angefteSten Nachforschungen blieben bis jetzt erfolglos. Auch der vier Jahre alte Junge Theis wird vermißt.

Eschwege, 9. Mai. Wegen gewerbsmäßiger Wild­dieberei wurde hier der Landwirt Georg B., früher in Eschwege, jetzt in Brillwitz ansässig, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte hat das Wild in großen Mengen in den Gegenden Datterode und Grebendorf erlegt und in der fleisch- knappen Zeit »erschachert.

Eisenach, 9. Mai. Infolge des übermäßigen Gas­verbrauches und der geringen Kohlenlieferungen sieht sich der Magisttrat zu der Maßregel gezwungen, die Ab­gabe von Gas zu gewerblichen Zwecken und für die Preßanlage am Bahnhof gänzlich einzustellen. Ferner

die Wälder und Schluchten der Argonnen vor und ka­men bis in die Gegend zwischen Barennes und Cler- mont. Während sich! die vier Armeen des deutschen rech­ten Flügels an der Marne mit den Franzosen und Eng­ländern schlugen, fiel unserem Kronprinzen die schwere Aufgabe zu, den rechteil Flügel zu decken und die Vor­stöße der Franzosen beiderseits der Maas zwischen Toul und Verdun abzuwehren. Es ist ihm in vollem Umfange gelungen, denn es glückte den Franzosen nicht, in dieser Gegend nennenswerte Fortschritte zu machen und, wie sie es beabsichtigt hatten, unsere Angriffs- gruppe in der Ostflanke zu bedrohen. Bekanntlich iah sich unsere Oberste Heeresleitung veranlaßt, die Marne­schlachten am 9. September aboUüredKu und in eine befestigte Stellung zurückzugehen, an der bis zu dieser Stunde alle französischen Anläufe unter den schwersten Verlusten gescheitert sind.

Auch innerem Kronprinzen blieb die Geduldsprobe nicht erspart, alle Langen und Gärten eines mühsamen Schützengrabenkrieges durchzukosten. Während des gan­zen Kriegsjahres 1916 wurde im Abschnitt seiner Armee der Stellungskrieg mit äußerster Zähigkeit geführt. Da galt es für den Heerführer, die Stimmung der Trup­pen aufrechtzuerhalten und ihren Geist zu beleben. Wie dies unserem Kronprinzen gelungeli ist, beweisen die glänzenden Kämpfe in den Argonnerl von Juni und Juli 1915. In einem Gewirr von Bergen, WaldeS- dickichten, Schlllchten wurde Schritt um Schritt gerun­gen. Dem Feinde blieb nicht nur jeder Fortschritt ver­sagt, sondern er mußte auch allmählich unter bedeuten­den Opfern erhebliche Geländeteile räumen. Sticht min­der lebhaft ging es beim Priestenvalde zu, her zum Schutze der Südfront von Atetz voll unseren Truppen mit außerordentlichem Geschick verteidigt würbe.

Endlich im Februar 1^6, schlug für den Kronprin­zen und seine Arnree die Stunde der befreienden Tat, auf die er so oft in zündenden Worten die Truppen hin­ge, viesen hat. In geivaltlgeui Anlauf nahmen nach gründlichster ArtilleMvorberettung unsere Kämpfer einen fast 20 Kilometer breiten Gelandestreifen vor Ver- duu auf dem östlichen Maasufer, den die Franzosen in anderthalbjähriger Arbeit nach allen Regeln der Kunst ausgebaut hatten. Die maebtw Panzerfeste Douaumoitt wurde bereits am 26.. Februar gestürmt, bald darauf die deutsche Linie von Osten her bis an den Hohenrand der Eötes Lorraines vorgeschoben. Dann griff der deut­sche Attsturnr auch auf das ivestliche Maasufer hinüber, Die beherrschende Höhe des Toten Btannes, später auch die Höhe 80Lwürbe genommen. Im Jnni fiel die Pan­

dürfen sämtliche ntrigen Gasabnehner bis auf wei­teres nicht mehr als M. ihres im April gehabten Gas­konsums verbrauchen. Wenn durch diese Maßnahme nicht eine größere Sparsamkeit erzielt werden sollte, kann unter Umständen die gänzliche Einstellung der Gaslieferung an die Konsumenten angeordnet werden.

Marburg (Wests.), 9. Mai. Zwischen Fröndenberg und Warburg stahl ein Dieb bet der Fahrt durch den stockdusteren Eisenbahntunnel einer Dame die gefüllte Börse. Aber schon im Tunnel ging der Bestohlenen ein Licht auf und sie machte Lärm, fodaß der Sünder auf der nächsten Station abgeführt werden konnte.

Hanau, 7. Mai. Der Kaufmann Paul Klanck und seine Frau Therese aus Hamburg traten vor längerer Zeit mit ihren fünf Kindern eine Reise durch Deutsch­land an; sie stiegen in Hanau, Cassel und vielen anderen Städten in vornehmsten Hotels unter hoch- klingenden Namen ab und verschwanden dann unter Hinterlassung beträchtlicher Schulden. Als die Polizei von Lindau dem sauberen Paar auf der Spur war, dampfte es nach München ab und ließ sich dort die Haare rot färben. Die Verwandlung nutzte ihm aber nichts; es wurde abgefaßt und mußte sich gestern vor dem Schöffengericht in Hanau wegen der zahlreichen Schwindeleien verantworten. Der Ehemann wurde zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis, seine Frau zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

Frankfurt a. M., 9. Mai. Gegen die drohende Erhöhung des Druckpapierpreises hat kürzlich der Kreisverein für die Provinz Hessen-Nafsau und das Großherzogtum Hessen des Vereins Deutscher Zeitungverleger in einer Entschließung Stellung ge­nommen. Es wurde darin auf die lebhafte Beun­ruhigung hingewiesen, die die Gerüchte über die weitere Erhöhung des Zeitungsdruckpapierpreises in den Kreisen der Zeitungsverleger hervorgerufen haben, und hervorgehoben, daß schon durch die letzte Erhöhung die äußerste Grenze erreicht wurde, bis zu jjQäiiiWBWr»

stellung von Zeitungen notwendigen, zum größten Teil beschlagnahmten Materialen, sowie die Arbeits­löhne (sind in fortwährendem Steigen begriffen. Wenn auch die schwierige Lage der Papierfabriken nicht verkannt wird, so wird doch der sicheren Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es der Regierung gelingt, die drohende Katastrophe von den Zeitungen abzuwenden. An die Regierung wird die dringende Bitte gerichtet, eine weitere Preiserhöhung des von den deutschen Zeitungsverlegern benötigten Druck­papiers durch Festsetzung von Höchstpreisen für das zur Fabrikation notwendige Holz zu verhindern und die beteiligten Stellen anzuweisen, daß die jetzt geltenden Preise nicht überschritten werden dürfen. Auf die Kriegswichtigkeit der gesamten Presse wird aufmerksam gemacht und besonders die Notwendigkeit der Erhaltung der Provinzpresse betont.

zerseste Baux, dann schob sich unser Vordringen wie ein« eiserne Klammer näher und näher an den Mittelpunkt der Festung heran. Die Franzosen setzten chre ganze Kraft zur Behauptung der Festung ein und scheuten auch nicht die schwersten Verluste, um sich in Gegen­stößen Erleichterung zu verschaffen. Die Sommeschlach- ten im Sommer 1916 brachten es mit sich, daß ein Teil der von uns genommenen Stellungen vor Verdun, da­runter auch die Panzerfesten Vanx und Douaumont freiwillig geräumt werden mußten. Aber der Geist des kronprinzlicklen Heeres blieb unerschüttert. Der Druck auf Verdun ließ nicht nach. Alle Vorstöße der Franzo­sen zersplitterten sich an der eisenfesten Haltung der 5. Armee.

Im Spärjahr 1916 erweiterte sich der Befehlsbereich unseres Kronprinzen >mch beiden Seiten hin. Die West­front wurde neu eingeteilt, wobei ihm der ganze Raum von der Oise durch die Champagne, Lothriugeu und die Vogesen angewiesen wurde. Später fand eine neue Gliederung statt, die jetzt noch besteht und dem Kron­prinzen die Heeresfront zwischen Oise und Mosel über- wies.

Der große Vorstoß der Franzosen Mitte April 1917, der den linken Flügel unsererSiegfriedstellung" tref­fen und durchbrechen sollte, stieß somit gerade auf den von der Heeresfront Kronprinz gehaltenen wichtigen Abschnitt. Ungeheure Munitionsmassen und alle Ätittel der Techllik haben die Franzosen eingesetzt, um den Sturm von 60 Divisionen vorzubereiren. Unsere Stel­lung, schmiegsam und anpassungsfähig, wurde durch­aus siegreich behauptet, denn auf einzelne vorgeschobene Punkte kann es in dem größten Ringen aller Zeiten nicht mehr ankmumen. Der Feind verblutet sich bei sei­nen Anläufen und hat wohl selbst trotz Beschönigmrgen die bittere Erkenntnis gewonnen, daß von einem Durch­bruch hier ober anderwärts keine Rede sein kann.

So hat sich unser Kronprinz als Heerführer im Weltkriege unvergängliche Verdienste um das Vater­land erworben. Geduldig im Starren, stark im Ver­trauen, wuchtig im Angriff, zugleich erfüllt von Für­sorge für die Truppen, ist er ein vorbildlicher Führer Die ihm anvertraute Armee und Heeresfront bat alle ihre Aufgaben auf das beste erfüllt und wird sie auch künftig bis zum siegreichen Ende lösen. Der Wablspruck des Kronprinzen als Führer:Die beste Bertetdtgunp ist der Angriff, die sicherste Abweiir der Gegenstoß", hat sich in vollen. Umfang bei der Führung der Heere durch alle Schlachten und Wechselfülle des Krieges hindurch bewährt und wird auch künftig sich bestätigen.