Amtlicher Teil
Hersfeld, den 7. Mai 1917
An die Landwirte des Kreises
Die Nachschau -er Getreidevorräte am 15. April hat wider Erwarten gegenüber der Borratserhednng am 15. Februar ein ungünstiges Ergebnis gezeigtigt. Ich nehme nicht an, daß der Fehlbetrag in der mißbräuchlichen Verwendung der Borräte durch die Selbstversorger zu suchen ist und glaube, daß die Bestäube, die vorhanden fein müssen, auch noch vorhanden sind. Ich habe aus diesem Grunde eine nochmalige NachprusungderBeständednrchdieOrtSkommiffionenan- geordnet und erwarte, daßjederBefitzervonBvrräteu an Brotgetreide, Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten seinen Ueberschuß voll heraus gibt und bei der Aufklärung vo« Unstimmigkeit bereitwillig mithilft. Ein Durch- Halten ist nur möglich, wenn jeder, selbst der kleinste Ueberschuß znr Verfügung -stellt wird. Ich vertraue, daß jeder Landwirt deu Ernst der Lage erkennt und dem Baterlaude gegenüber dadurch feine Pflicht erfüllt, daß er alle über die gesetzlich festgesetzten Mengen hinaus sich in seinem Besitze befindlichen Vorräte abgibt. Es ist unverastwortlich, wenn jemand mit seinem Ueberschufle an Vorräten zurück- hält, außerdem find in solchen Fällen schwere Strafen z« erwarten.
Den Herr« Bürgermeister« laste ich in den nächsten Tagen Sie Listen über die B»rratserhebn«ge« am 15. April und 15. Februar nochmals mit eingehender Verfügung zugehen.
Tgb. No. K. G. 1378. Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
Trotz aller Warnungen
haben wir fast an jedem Sonntag darüber zu klagen, daß in den Hnlagen Blumen, Sträucher und Zweige abgerissen werden und allerhand sonstiger Unfug vor- kommt. Die Hütten werden verunreinigt, am letzten Sonntag sind im Galgengraben die Stufen einer Treppe herauSgerissen und der bei Kleinshöhe stehende Abort, umgeworfen worden. Diese sinnlosen Rohheiten haben uns veranlaßt, das Aufsichtspersonal anzuweisen, verschärfte Wachsamkeit zu üben. Verstöße gegen die Vorschriften werden unnachsichtlich verfolgt.
Hersfeld, den 7. Mai 1917.
Der Magistrat.
Inhaber von EruudstSüeu, die mit der FrWahrrbeftellnug der Grnndftüüe
daz» gebrauche«,
wollen dieses sofort auf der Polizeiwache anmelden, werden ihnen dann der Reihe nach, so wie die Meldungen erfolgt find, Gespanne zugewiesen.
Hersfeld, den 4. Mai 1917.
Die Polizei-Verwaltung.
ES An-
Kohlearaweis««g für Den augenblicklichen Ledars.
Diejenigen Haushaltungen die
nachweislich nicht im Besitz von Kohlen sind
können Nußkohlen in kleinen Mengen erhalten.
Anmeldungen hierzu sind am 9. Mai auf der Polizeiwache anzubringen.
Bei jeder Anmeldung wird nachgeprüft, ob auch tat- fächlich keine Kohlen mehr vorhanden sind.
Hersfeld, den 8. Mai 1917.
Die PolizeiVemaltnng.
HerSfelS, den 1 Mai 1917.
Viehseuckenpottzettiche Anordnung.
Auf Grund des § 18 ff des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 R. G. Bl. S. 519 wird mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt:
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in sämlichen Gemeinden des Kreises erloschen ist, wird die vieh- seuchenpolizeiliche Anordnung vom 15. Februar, Kreisblatt No. 40 wieder aufgehoben.
Tgb. No. l. 4669. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
Hersseld, den 8. Mai 1917.
Dem Landratsamt stehen ca. 75 Ztr. Saatmais zur Verfügung. Interessenten werden ersucht,Bestellungen sofort bei der Firma A. Löwenberg hier aufzugeben. Der Preis wird sich voraussichtlich auf 18 Mark pro Ztr. stellen. Der Mais befindet sich noch an den
Kolben.
Tgb. No. I. 5010.
Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
Hersfeld, den 25. April 1917.
Allen Landwirten wird die Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen Hagelschaden dringend empfohlen.
Da es hagelfreie Gegenden nicht gibt, so ist es eine unangebrachte Sparsamkeit, von der Ausgabe einer Hagelversicherungsprämie abzusehen.
. Auf Beihilfen aus öffentlichen Mitteln können die nicht versicherten Hagelgeschädigten nicht rechnen. Alle maßgebenden Instanzen haben frühere Unterstützungsanträge abgelehnt und auf die Selbsthilfe
jedes Landwirts durch Hagelversicherung hingewiesen.
Die Landwirtschaftskammer empfiehlt die Norddeutsche Hagelversicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit in Berlin. Ihr Vertreter ist Herr Spezial- dtrektor Buchholz, Caffel, Kölnische Str. 25.
Tgb. No. I. 4492. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
Hersfeld, am 1. Mai 1917.
Im Monat April d. Js. sind von mir den nachbenannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:
A. JahreSjagdscheine:
a. entgeltliche:
am 2. 4. dem städtischen Oberförster a. D. Pfannkuchen in Hersfeld.
„ 10/4. „ Oberleutnannt von Otto in Niederaula.
„ 16. 4. „ Gutsbesitzer Hermann Overbeck zu Hof Kühnbach.
„ 30/4. „ Landwirt Adam Roos in Kerspenhausen.
b. unentgeltliche:
Keine!
B. Tagesjagdscheine:
Keine!
Der Landrat
I. B.:
v. Hedemann, Reg.-Affeffor.
ßckiMW oon MndtiM«.
Zur Erörterung der etwaigen Einwendungen gegen den Plan und zur Feststellung der Entschädigung für das zum Bau des II. Gleises Gerstungeu-Vacha zu enteignende in der ^.Gemeinde E^ivd »hau . h belege e> nachstehend bezeichnete Grundeigentum habe ich Termin aus
Sonnabend, den 19. Mai 1917
vormittags 9 Uhr
in Widdershausen, Zusammenkunft am Bahnhof (nach Eintreffen des Zuges auS Gerstungen) anberaumt.
Alle Beteiligten werden gemäß § 25 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom I I. Juni 1874 (G. S. S. 221) aufgefordert, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.
Beim Ausbleiben wird ohne ihr Zutun die Entschädigung festgestellt und wegen Auszahlung oder Hinterlegung die Entschädigung verfügt werden.
Ltd.
Katastermäßige Bezeichnung deS Grundstücks
Eigentümer (Name, Stand und Wohnort)
Das Grundstück ist verzeichnet im Grundbuch
WirtschaftS-
EMArt und Lage
Nr.
Gemarkung (Gemeinde)
Karten -btatt (Flur)
Parzelle
von
Band
Blatt
1
Wldders- Haufen
7
119/38 etc.
Ruch, Johannes Friedrich, Bergmann und Ehefrau Eva Elisabeth, geb. Eitgeroth in Widdershausen HauS Nr. 54
Widdershausen
17
382
Hosraum nebst Gebäude
O
7
118/36
dieselben
Widders Hausen»
17
382
Hofraum
3
N
7
28
Thenert Georg, Schmied und Ehefrau Anna Margarete geb. Reiter zu Widdershansen Haus Nr. 86
18
414
Hofranm nebst Gebäude
Caffel, den 28. April 1917.
Größe der zu enteignen- den od. dauernd zu beschränkenden Grundfläche
ha
a
1
qm
58
08
68
Meldungen zum Hilfsdienst werden fortwährend entgegengenommen.
Anmeldungen der offenen Stellen für alle Berufe und Beschäftigungen jeder Art.
Unentgeltliche Stellenvermittlung. Weibliche mittlung durch weibliches Personal.
Auskunft kostenlos.
HUfsdienstmeldestelle Hersfeld mit Stellenvermittlung Rathaus Zimmer 12.
Ver-
M
erlzeugschlosser,
Schmiede, Schloster, Dreher werden jederzeit eingestellt/ Nur tüchtige Kräfte wollen sich melden.
J. C. Ostheim, ^’Ä"' Marburg a. d. Lahn.
Seriitiitrnn.
Nächsten Sonnabend, den 18. Mai 1917, Vormittags von 1O Uhr ob werde ich im Hause des Schreinermeisters Christian Vockroth zu Hersfeld nachbenannte Mobiliar- Gegenstände, alS:
8 Bettstelle« mit Matratze, 1 Schreibtisch, mehr. Schränke, Tische, Stühle, 1 vollständige Kücheneinrichtung, 1 Regulator, mehrere Kisten, Bilder und «och andere Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern.
Die Sachen sind gebraucht. Besichtigung von 9 Uhr ab.
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Besorgung neuer Zins- und Dividendenschein bogen
Diskontierung und Einzug von Wechseln.
Ausschreibung von Wechseln und Schecks auf In und Ausland.
Domizilierung von Wechseln.
Eröffnung von laufenden Rechnungen.
Gewährung von Vorschüssen.
Beleihung von Wertpapieren.
Scheckverkehr. — Reise-Kreditbriefe