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Amerika war nie neutral

DaS Amerika Wilsons war seit Kriegsausbruch nie neutral, stand immer als krämerhafter Schwert- Velfer an Englands Zeicc. Es lieferte der Entente Geld und Münttton in Fülle, war gegen jeden «ee- rechts- und VölkercMSbruch Englands urit Larmnes- aeduld ausgestatter, aber von einer merkwürdigen, ner­vösen Feinsühligkeit, gegenüber jeder deutschen Aktion, die den Amerikanern auch nur die allergeringste Be- schrünknna selbsteingebildeter Rechte auferlegte. Die Anglo-Amerikauer durften laut für England propagie­ren, die Teuisch-Amerikaner durften sich nicht das lei­seste Wort für das Vanb ihrer Barer gestatten. Dann nannte man sie sofort gehässig Bindestrich-Amerrkaner.

Aber Amerika unterstiitzte die Entente von vorne herein nicht nur mit Geld und Kriegsgut, sondern auch mit dem Vlm abenteuernder Volksgenossen. Ein ame- tikannmes Fliegergeschwader kampsi seit langem an der Westfront, und man hätte sich einmal Wilsons empör­tes Patriotengesicht vorstellen sollen, wenn ^entsch- Amerikaner ein ähnliches Geschwader für uns Deutsche ausgerüstet Hätten. Das ist kaum auszudenken. sofort hätte Wilson von eklatanter Reutralitätsverletzuna gc- sproclun. Aber bei dem amerikanischen Fliegeraeichwa- der ist es nicht geblieben. Schon seit langem rümpfen Amerikaner m Tausenden in den Reihen unterer Feinde. So betonen die LondonerDaily News m einem dem Zusammentritt des amerikanischen Kongrei- ses gewidmeten Begrüßnnasartikel. daß »ert Krregsve- ginn rund 55 000 amerikanische Freiwillige im englischen und »OGO im franFsticken Leere dienen.

Von anderer Leite ist die Zahl der gegen Deutsch­land rümpfenden Amerikaner aber sogar noch weientlim höher gesüstim worden. Lo hielt der ehemalige löotah demokratische Renostagsabgeordm'rc für Metz, der Lan­desverräter Weilt, Ende Januar Stetes Jahres m der Uevlian Hall ?n London einen Bortrag, m dem er bc= richtete wie viele Amerikaner rreiwillig schon setzt mr englikwen Heere Kriegsdienste leisten. Die von ihm untgeteilte Zahl beruht, wie er ausdrücklich hervorhob, aus amtlicher ?. stisung. Er tagte mit einer Verbeu­gung vor dem der amtlichen Nanon stammverwandten Amerika, man schätze die Zahl der bei den englischen Truppen auf den verschiedenen Fronten gegen die Mit- Blmädue kämpsenden Amerikaner auf rund eine Vier- telmillion. Daß die im englischen Heere stehenden Amerikaner unter dem Schutze der neutralen Flagge der Bereinigten Staaten nach Europa gekommen sind, bi-ancht nicht besonders betont zu werden. Woraus sich also wieder ganz klar ergibt, daß Amerika seine Schisf- fabrt von vorneherein im uns feindlichen Sinne aus- nutzte und daß es deshalb nur zu bedauern ist, daß wir ihm nicht schon früher dieses Handwerk legten. Jetzt wird es ihm nicht mehr so leicht gemacht werden, unse­ren Feinden Hilfstruppen zu senden. Der feige Schutz der äußerlich neutralen amerikanischen Flagge ist ja nun fortgefallen.

Deutsch« &e.

Von M. A. von Lütgenvoeff.

Man sollte den deutschen Tee eigentlich garnicht mit dem jetzt so'beliebten Wort eines Ersatzmittels be­zeichnen, sondern einfach, ohne erst viele Veraleiche zu ziehen, als das nehmen, was er ist: als gesundes und wohlscymeckendes, einheimisches Getränk. Aber die Ge- ivvttnbeit ist ein böser Tyrann, der vom Neuen nichts wissen will, und so verwirft man von vornherein Ge­schmack und mumm des neuen Tees, beu man vielleicht kaum gekostet, geschweige 'bemt gründlich erprobt hat. Und doch gilt bei den deutschen Secierten vor allem das Ausprobieren; denn da hier jeder Verbraucher sein eigener Verfolger sein kann, so vermag er jederzeit auch die Auswahl zu treffen, die seinem Geschmack am besten entspricht.

Gerade jetzt im Frühling, wo die in den Pflanzen ausgespeicherten Nährstoffe die jungen Blätter füllen, sollte die Frage der Teeversorgung in den Vordergrund treten; denn nur junge Blätter liefern guten Tee. Na- türlich steht der Teeversorgung auch der gan^e Som­mer zur Verfügung, zumal da die Blütentees gewöhn­lich erst im Laufe des Sommers gesaunnelt werben können. Wer aber auf feinen Blättertee hält. beginne schon möglichst zeitig im Frühjahr mit derErnte". Nur schürfe man sich ein, daß das Pflücker! der Tee­blätter durchaus nicht so einfach ist und vielmehr mit großer Sorgfalt vorgenommen werden muß. soll der Erfolg befriedigen. So muß zunächst daraus geachtet werben, daß keine fremden, giftigen oder sonst den Ge­schmack verderbenden Bestandteile mitgepflückt werden. Jedes Blatt wird für sich und zwar stengellos aepflückt. Orte, an denen die Pflanzen mit Staub oder Ruß überzogen sind, meide man oder reinige dann wenig­stens die Blätter vor dem Trocknen gründlich, obgleich bei manchen jungen Blättern vorherige Wässerung das Aroma etwas beeinträchtigt.

Ueber die Witterung, in der die Ernte erfolgen soll, gehen die Ansichten auseinander. Einesteils wird und wohl auch mit Recht trockenes warmes Wet­ter als die beste Zeit zum Pflücken bezeichnet, andern- teils aber Regenwetter bevorzugt, das die Blätter rei­nigt und erfrischt. Für eurpfindliche Blüten und Blät­ter wie Preisel- und Heidelbeeren etwas Reaen kaum schaden dürften. Für Blüten gelten natürlich dieselben Regeln wie für die Blätter. Man pflückt ebenfalls nur einzelne, stengel- und blätterlose Exemplare und zwar möglichst kurz nach dem Aufblühen; überreife oder gar entblätterte Blüten sind als unbrauchbar auszuschnei- den.

Die gleiche Sorgfalt, die aus das Pflücken verwen­det wird, muß man auch dem Trocknen des Tees an- gedethen lassen. Zu starke Temperaturunterschiede, also Schnelltrocknung durch Hitze wie etwa Röste, schadet un­ter allen Umständen. Bei normaler Zimmertemperatur eventuell auch in der Nähe des Ofens erzielt man ge­wöhnlich die gleichmäßigste Trocknung der in dünnen Lagen auf Papier, Tellern u. dgl. ausgebreiteten Blät­ter, die, um gut durchzutrocknen, auch öfters umgewen- det werden müssen. Neuere Untersuchungen empfehlen eine vorherige leichte Gärung, ein Verführen. das sich

indes nW Äser Mr den FavktkveMev etwek. Setftt die Blätter so trocken j hub, daß sie beim Zerreiben ui Pul­ver zerfallen, ist die Trocknung beendet, worauf der Tee in gut luftdicht schließenden Behältern aufzubewah- ren ist

Nun tritt aber die wichtigste Frage an uns heran: welche Blatter soll man wählen, um einen woblschmel- kenden Tee zu erhalten, einen Tee, der uns das diene nicht als leidigen Ersatz fühlen läßt'? Unwissentlich hat wohl Jeder von uns schon eine ganz beträchtliche Men­ge deutschen Tee getrunken; denn was als echter chinesi­scher ober indischer Tee in den Handel kam, enthielt gar nicht selten massenhaft Bestandteile deutscher Herkunft. Aber eine Teesorte ausfindig zn machen, die aanz dem empfindlichen Geschmack des Teeliebbabers ..von frü= her" entspricht, ist freilich nicht leicht. Die uns mr Ver- sügnnq stehende Auswahl an fein und aromatisch schmeckenden Kräutern ist indes so groß, daß nach einigem Ausprobieren so zieinlich Jeder die ihm Ansageitbc Sorte ober Mischung finden kann. Als, deutscher Tee kommen zunächst die Blätter der Erdbeere, Himbeere, Brombeere, schwarzen Johannisbeere, sowie der Heidel­and Preiselbeere in Betracht, die am besten in Mischun­gen von zwei- ober dreierlei Sorten zu geniesten sind. Als Zusätze zu Tcemischuugen werben Blätter vöm Weidenröschen und Schlehdorn, von der Kirsche, Eber­esche, Weide, Birke tittb Ulme bisweilen auch junge Rosenblätter benutzt.

Die Anwendung uou Blüten in Frage kommen außer Lindenblüten, Echlüsselbtuinen, Hollunderbtüten, Heidekraut, Reseda, Veilchen usw. - hänat von der Geschmacksrichtung des Teetrinkers ab. Sie mit Aus­nahme der Lindenblüten in größerer Menge her Tee- mischung zuzusetzen, ist, für den Erwachsenen wenig­stens, nicht zu empfehlen, weil sie dem Tee einen allzu blumigen Geschmack verleihen, wogegen Kinder das blumiä-würzige Aroma der Blütentees dem reinen Blättertee gewöhnlich verziehen. Zu reichhaltige Pii- schungen schaden ebenfalls dem Aroma des Tees. Der Geschmack der Hauptblättersorte soll immer vorberrschen und nur durch Beimischungen anderer Blätter oder Blüten verbessert, aber nicht bis zur Unkenntlichkeit verändert werden. Gilt doch anch das sog. Parsärmie- ren der echten Teesorten, wie z. B. mit Magnolien- ober Orangenblüten für den wirklichen Teekenner als höchst geschmacklos und unzulässig. Auf alle Fälle ver­meide man aber das wahllose Durcheinandermisthen einer größeren Anzahl verschiedener Blätter und Blü­ten. Nicht jede Wiesenblume, und wenn sie noch so prächtig gefärbt ist und süß duftet, liefert einen brauch­baren Tee, und mit ein paar wichen Zusätzen kann man oft eine gut zusammengestellte Mischung vollständig un­brauchbar mache». Auch mit Zusätzen von Tannenna­deln fei man so sparsam wie möglich. Man muß im­mer im Auge behalten, daß es sich nicht um die Zu­sammensetzung irgend eines heilkräftigen Medizinal- tees handelt, sondern um ein Getränk, bei dem der Wohlgeschmack das Haupterforöernis barstem.

Zweifellos wird der deutsche Tee von Rieten auch nach dem Kriege beibebalten werden. Und wenn so man­che Million, die bisher für Teelieferungen ins Aus­land ging, von nun an im Lande bleibt, wird das un­teren Fitranzen wohl auch nichts schaden.

Fortsetzung des amtlichen Teils.

Hersfeld, den 3. Mai 1917.

Die Herr« Bügermeister n«d Gutsvorsteher des: Kreises werde«, soweit sie noch rückständig sind, mit ( Bezug auf meine Kerfügaug vom MstApru 1190 mit Frist von 24 Stunden an die Erstattung des Berichts über die ausgegebenen Lebeusmittel- Karten erinnert. Ich mache ausdrücklich darauf auf­merksam, daß in diesem Berichte avzugebe« ist, wie­viel Karten von jeder Sorte ausgegebe« worden find «ud daß die nicht verbrauchten Karten zurnckznsenden find. Soweit Karte« vachbestell tworde« find, werde« fie vachgeliefert.

Tgb. No. K. G' 1344. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Affefior.

= Rotklee =

(Regierungsware)

= Weissklee =

Hersfeld, den 30. April 1917.

Dem Kreise ist Hühnerfutter zugeteilt worden, das deblnächst zur Abgabe gelangt. Ich weise darauf hin, daß bei der Verteilung nur diejenigen Hühyer- besitzer berücksichtigt werden können, die ihrer Ab­lieferungspflicht im weitgehendsten Umfange nachge­kommen sind.

. Der Lorsitzende deS Kreisausschufies.

J. A. No. 4334. J. V.:

v. Hedemann, Reg^Affefsor.

Gelbklee

trifft in den nachten Tagen ein und werden

"8

Um denjenigen unserer tapferen Feldgrauen, die keine Angehörigen besitzen und aus diesem Grunde bisher keinen Urlaub genommen haben, eine Freude zu bereiten, wird beabsichtigt, von Zeit zu Zeit eine Anzahl

Soldale« in

darauf jetzt schon Bestellungen entgegengenommen.

während des ihnen zu diesem Zwecke gewährten Urlaubs unter^ubringen. Es soll auf diese Weise ein Teil des Dankes, den wir sämtlichen Feldgrauen schulden, abge­tragen werden.

Hiesige Familien, welche geneigt sind, beurlaubte Feldgraue kostenfrei bei sich aufzunehmen, werden ge­beten, sich alsbald im Zimmer 4 des Rathauses zu melden.

H e r s s e l d, am 7. Mai 1917.

Der Magistrat.

Städtische Sparkasse, Hersseld.

Reichtbank-Girokonto. Postscheckkonto Nr. 13152 Frankfurt a/M.

Tägliche Verzinsung der Einlagen.

Aufbewahrung der Kriegsanleihen.

Die Domäne E i ch h o f bei Hersfeld nimmt noch

zchle« M Wer auf Weiden.

Der Auftrieb «folgt am 15. Mai

Kontrollbüchkl für Biehhiindler find zu haben in

Schneiderin

Berlin akadem. ausgebildet, führt jede Art von Neuan­fertigung sowie Umänder­ungen aus.

Horn, Kaiserstx. 21

b. Börner.

Arbeitsbücher sind vorrütig in WMBMMtti.

In das Handelsregister B ist zu Nr. 17 bei der Firma Lullusbrunnen-Gesell­schaft nt. b. H. zu

Hersseld heute eingetragen worden: An die Stelle des bis­herigen Geschäftsführers Kaufmann Karl Martiny in Hersfeld ist der Großkauf- mann Edmund Dietrich in Fritzlar getreten.

HerSfeld, den 3. Mai 1917.

Königs. Amtsgericht

Abt. II.

Sie ÄnStskrköillsU, amtl. Hinterlegungsstelle für Mündeivcrmögen, nimmt allgemein Wertpa­piere zurBerwahruag und Verwaltung (Verlosungs­kontrolle Zinsscheineinlösung usw.) an, in Casset bei der Direktion, außerhalb durch die Laudesrentereien.

Die Direktion.

Gebr. Piano zu kaufen gesucht. Ange­bote mit Preis unter W. I. an die Geschätsstelle d. Bl. üralejelzl wird eine Zeitung am meisten gelesen. Deshalb haben auch Anzeigen den besten Erfolg.

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(Mmato.