MEcks AM Tote. «63 etitM Mamtotttust »6« 6000 Toten und Verwundeten entspricht. An anderen Abschnitten erlitt der Gegner ähnliche, zum Teil noch höhere Verluste. Da die Franzosen allein bis zum 28. April mindestens 47 Divisionen, die festgestellt wurden, einsetzten und auf der breiten Front von 60 Kilometer Sei den gescheiterten Massenstürmen ganz ungewöhnlich starke Verluste erlitten, so dürften die französischen Ge- samtverlnste in den ersten vierzehn Tagen der großen französischen Offensive die Ziffer von 150 000 erreichen, wenn nicht überschreite«.
Aehnlich hoch stellen sich dre enalrscheu Verluste. Die Engländer, die auf mel finalerer Front von 20 bis 30 Kilometer Ausdehnung anstürmten, setzten bis zum 28. April allein 34 Divisionen, davon sechs zum Weiten Male ein. Die Zahl der eingesetzten englischen Sturmtruppen entspricht infolge der erheblich größeren Stärke der englischen Divisionen der der französischen. Bei der dichteren Massterung der englischen Angriffstruppen waren die englischen Verluste entsprechend höher. Unter Berücksichtigung der hohen französischen und englischen Verluste in den Kampftagen vom 28. April bis 3. Mai müssen die Gesamtverlnste der Engländer und Franzosen bei Beginn der Doppeloffensive auf mindestens 300 000 Mann veranschlagt werden.
Neue 56000 Tonnen versenkt
Berlin, 4. Mai. (Amtlich. WTB.) Nach einer amtlichen Veröffentlichung sind an neuen Ubootserfol- gen 18 versenkte Handelsschiffe mit insgesamt 56 000
Bruttoregistertonnen zu melde«. Davon wurden acht
Schiffe mit 24 500 To. im englischen Kanal versenkt.
„Das Uboot beherrscht die Kriegslage!"
Major Redway schreibt im Londoner „Globe" vom 23. April: Das Uboot beherrscht die Kriegslage! Wenn es keine Uboote gäbe, dann würde es uns ganz gut gehen. Die blutigste Schlacht könnte nicht die gleichen Wirkungen haben, wie die ständigen schleichenden Angriffe auf unsere Verbindungen zur See durch die Uboote. „Eine wahrhaft erschreckende Aussicht" folgert der „Manchester Guardian" aus den neuerlichen Schiffsversenkungen. Es sei möglich, daß gegen den Tauchbootkrieg kein Kraut gewachsen sei und daß die anerkannten orthodoxen Grundsätze über Seemacht nachgeprüft werden müßten, aber man nuisse sich mit aller Macht auf Neubauten werfen.
Uboote im Kampf.
Reuter meldet aus London: Zwei Uboote griffen den Dampfer „Rockingham" an. Durch geschicktes Ma- növrieren vermochte der Kapitän einige Zeit dem Angriff auszuweichen, schließlich wurde der Dampfer aber von einem der beiden Uboote eingeholt. Ein Torpedo traf ihn am Steuerbord in der Nähe des Maschinen- raumes. Ein Hilfsmaschinist wurde getötet, ein Heizer verwundet, ein Rettungsboot zertrümmert. Die Besatzung verließ, das Schiff mit den anderen Booten und der Daurpfer sank binnen 25 Minuten.
Phantastische Kampfmittel gegen Uboote.
Laut „B. L.-A." arbeiten Edison «nd 75 andere der gelehrtesten Techniker der Vereinigten Staaten ««««- tervrochen Tag und Nacht, um Mittel gegen die Uboote z« finden. Sie wollen an Bord des angegriffenen Schiffes derartige eleftrifte Wellen erzeugen können, daß entweder die Torpedos aus ihrer Richtung Zerbracht oder ihre Explosion bewirkt wird, bevor sie das
Der neue Edisouapparat gehört in ein Museum für krankhafte Kriegsphantasie.
®-£ Lugano, 5. Mai. (T. U.) Auf Veranlassung der italienischen Regierung wird infolge der durch den Ubootkrieg hervorgerufenen Unsicherheiten auf dem Meere ein Flugpostdienst zwischen dem italienische« Festland «nd der Insel Sardinien eingerichtet werden.
Feindliches Eingeständnis
der deutschen Ueberlegenheit in der Lust
■ Bald nach Ausbruch der russischen Revolution äußerte der bekannte englische Flieger-Spezialist Pem- berton-Billings in der Londoner Zeitschrift „Imperialist" lebhafte Befürchtungen hinsichtlich der möglichen Wirkungen der russischen Ereignisse auf England. Ein deutscher Sieg im Westen könne die „schon jetzt erschöpften Franzosen" zwingen, dem russischen Beispiel zu folgen, und dann werde Frankreich der britischen Regierung ein Ultimatum stellen müssen. Italien werde dann abfallen, und der Krieg würde für England „grimmige Wirklichkeit" werden, für Deutschland aber nur ein Steckenpferdspiel mittels seiner Luftflotte und seiner Uboote." Die Zerstörung der Entente könne den Deutschen, meint Pembertvn-Billings, nur durch, den Krieg in der Luft und unter Wasser gelingen. Dre von ihm befürchtete Störung in der Mächtegruppierung der Entente ist nun zwar bisher nicht eingetreten, dafür aber seine selbst unter der Annahme des zur England günstigsten Falles gemachte Voraussage, die unterleger.ycit in der Luft werde England daran hrnder«, «neu entscheidenden Sieg im Westen zu erringen.
Jetzt, nach dem Scheitern der unter den rurchtbar- sten Opfern wochenlang fortgesetzten Durchbruchsver- suche im Westen, gestehen die englische und französische Presse die Ueberlegenheit der deutschen Luftstrettkrafte unumwunden ein; die Meldungen von der Front und Gefangenenaussagen gewähren bezeichnende Eirrblicke in die große Unzufriedenheit der französischen Jnfan- terie mit den Leistungen ihrer Flieger denen man vor allem zum Vorwurf macht, daß sie das moralische Zusammenwirken aller Waffengattungen, wie es den deutschen Fliegern in so hervorragendem Maße gelungen ist, nicht hätten herbeiführen können. ......
Gefangene klagten darüber, daß wahrend der Durchbruchsversuche keine französischen Flieger zu sehen waren, während deutsche Flieger aus einer Höhe von 200 Metern die französischen Angriffswellen nrtt Maschinengewehren beschossen, und sie berichten über empfindliche Verluste, die sie durch Maschinengewehr aus der Luft erlitten. Ein Gefangener beachtet von 20 Toten und Schwer-verwundeten an eurer Stelle durch Ftteger- feuer, ein zweiter an einer anderen Kampffront sagt aus, daß von seinem 40 Mann starken Zuge 15 durch Maschineugewehrfeuer aus der Luft gefallen seien.
Die englisch-französische Offenste versagte auch in der Luft. Die deutschen Kanwsgeschwader halten die Luft über den deutschen Linien frei und starken die Zuversicht der kämpfenden Infanterie in das stegverhei- tzende Zusammenwirken mit den anderen Waffengattungen. Ja, unsere Flieger sichren selbst, von chrerr Flugzeugen aus gegen die feindliche Infanterie käm- pfend, unsere Angriffslinien zum erfolgreichen Gegenstoß. Diese Feststellung der deuttchen -Heeresberichte wird jetzt vor: den Feinden nachdrücklich unterstrich« und bestätigt.
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S«t»»is«rteilt W« Sie Sage.
Der Fachkritiker des „Matin" nimmt laut „Tgl. Rbsch." die jüngsten OperaNonen der englisch-französischen Streitkräfte zum Anlaß, einen neuen Gesamtplan zu befürworten. Es sei unmöglich, den wahren Zustand der Zentralmächte richtig zu beurteilen. Helfen könne nur noch eine zusammenfassende militärische Verständigung der Entente.
Das Mitglied des französischen Heeresausschusses Forry solgert im „Petit Parisien", daß Hindenburg durch seinen Rückzug die engli'ch-sranzösische Front zu dreiviertel neutralisiert habe, sodaß ihr nur noch insgesamt 70 Kilometer zur Entwicklung übrig blieben.
Borboten einer russischen ©egenteeolnflon?
w Rotterdam, 5. Mai. (T. II.) Die holländischen
Blätter veröffentlichen in ihrer späten Abendausgabe laut „B. L.-A." eine Reuterdepesche aus Petersburg, von vorgestern nachmittag vier Uhr. Sie hat folgenden
Wortlaut: Abteilungen bewaffneter Soldaten versammeln sich vor dem tanrischen Palast, um die vorläufige
Regierung zu stürzen. Sie führen rote Fahuen mit
sich nnd fordern den Rücktritt Miljnkows.
„Svenska Dagbladet" erfährt aus Haparanda, daß die Arbeiter einer großen Petersburger Fabrik den Beschluß gefaßt haben, die provisorische Regierung, die nnr eine Bremse der Revolution sei, müsse gestürzt und ihre Macht beut Arbeiterrat übertragen werden.
s-p Stockholm, 5. Mai. (T. U.) Die neuen Beratungen der provisorischen Regierung mit Delegierten des Arbeiter- und Soldatenrates mit Tschetdse an der Spitze über die Art der Verpflichtungen gegenüber der Entente sollen vermuten lassen, daß die Sozialisten schließlich doch noch ins Kabinett eintreten werden. Petersburger Meldungen sprechen übn einer Bewegung zugunsten einer Koalitionsregierung.
Die Maifeier in Odessa eine gewaltige Kundgebung für die »^Solidarität des Weltproletariats".
^ Amsterdam, 5. Mai. (T. U.) Die „Times" melden laut „Borw." aus Odessa: Die Maifeier war die größte Kundgebung, die Sttdrußland jemals sah. Der Vorbeimarsch von 150 000 Demonstranten dauerte von 8 Uhr morgens bis zur Dämmerung. Die Behörden nahmen an der Kundgebung teil, die die Solidarität des Weltproletariats demonstrieren sollte. Die Fahnen trugen die Aufschrift: Frieden ohne Annexion und ohne Entschädigungen.
Die Gärung unter den Petersburger Soldaten, die sich schon in der teilweisen Weigerung, an die Front abzugehen, äußerte, ist, wie Berliner Blätter meinen, anscheinend durch die neueste an die Entente gerichtete Note Miljnkows zum Ausdruck gekommen. Wie die „Kreuzzeitung" sagt, wurde die Note offenbar auf Bestellung von London und Paris verfaßt, wo man wegen der immer stärker werdenden Friedensströmung in Rußland ernstlich besorgt sei. Neues werde in der Note nicht gesagt, und man könne in Ruhe abwarten, wie die Dinge in Rußland sich weiter entwickelten und wie lange Miljukow sich noch halten werde.
Die Stockholmer Konferenz.
Der Vorsitzende der sozialdenrokratischen Partei, Ebert, schreibt im „Vorw." über die Möglichkeiten von Stockholm u. a.: Die Vorbedingungen für eine frucht- bare Arbeit sind gegeben. Den unmittelbaren Frieden
Frieden, der alle Völker erfüllt, einmütigen Aus- ' druck zu geben und zu einer Verständigung Wer die Richtlinien gemeinsamer Friedensarbeit in allen Ländern zu gelangen, dann ist viel gewonnen, dann sind wir dem Frieden ein großes Stück näher gekommen. Das muß Wer auch die Konferenz erreichen, wenn sie den Erwartungen gerecht werden soll. die mit Recht in. sie gesetzt werden. Sollten diese berechtigten Erwartungen enttäuscht werden, dann bürden die Schuldigen sich eine Verantwortung auf, die sie nicht tragen können.
ßriegsatierlei.
Starke Unzufriedenheit mit -er englischen Admiralität.
Englischen Zeitungen zufolge hat die Entrüstung über die neuerliche Beschießung von Ramsgate die starke Unzufriedenheit mit der Admiralität erheblich erhöht. Die Behörden in Ramsgate haben sich geweigert, die Mitteilung der Admiralität, daß das deutsche Geschwader abgeschlagen worden sei, öffentlich anzu- schlagen.
Wie sich der englische Kö«ig die Zeit vertreibt.
„Daily Mail" zufolge arbeitet der König von England allwöchentlich zwei oder drei Tage bet gutem Wetter auf dem Kartoffelfelde im Schloßgarten zu Windsor, ebenso die Prinzessin Mary und Prmz Henry.
Ernste Lage in Mailand.
Trotz aller Vertuschungsbeurühungen der italienischen Zensur erscheint die Lage in Mailand sehr ernst. Alle Berichte stimmen dem „B. L.-A." zufolge darin überein, daß die Arbeitseinstellung in ganz Mailand vollständig war. In verschiedenen Stadtteilen fanden Tumulte statt. Es mußte Kavallerie einschreiten. Viele Fenster und Tramwagen gingen in Trümmer. Die Unruhen dauerten auch am Donnerstag noch an.
Politische Rundschau.
Der Kanzler und die Kriegszielinterpellationen. Wie das „B. T." berichtet, sei Freitag abend in Kreisen der Parteiführer im Reichstage allgemein angenommen worden, daß die Beantwortung der Resolutionen, die von den Konservativen und den Sozialdemokraten etn- gcbracht sind, durch den Reichskanzler Ende der kommenden oder Anfang der übernächsten Woche erfolgen werde.
Der Wechsel in preußischen Verwaltungsstelle«. Zu den bevorstehenden Verändermigen in der hohen Beamtenschaft der preußischen Verwaltung teilt der „B. Lok.-Anz." Mit, daß fünf Regierungspräsidenten und die gleiche Zahl von Landraten ihre Entlassung erbeten haben.
Der Verfassungsansschuß des Reichstages hat Freitag nach längerer Debatte mit großer Mehrheit be- schlossen, zunächst über die gemeinsamen Anträge der Fortschrittler, Nationalliberalen und dem Zentrum zu verhandeln in Verbindung Mit der Resolution der Arbeitsgemeinschaft über die Zustimmung des Reichstags zu Bündnissen, Kriegserklärungen und Friedensver- trägen und die Verantwvvtlrckkelt des Reichskarrzlers. Dieser Beschluß wurde gegen die Stimmen der rechtsstehenden Parteien gefaßt.
Der Berfassungsausschuß des Reichstages hat gegeti die vier Sttmmen der Kvilservativen beschlossen, liach dem üemeinjdMiftlWien Anträge des Zentrums, der Na- ttonalltberalen und der Forffchrittler den Artikel 17 Abs. 2 der Reichs Verfassung wie folgt zu ändern: Die Mww Witz »»» des >« mEu wi
Namen veS Reiches erfassen und bedürfen zu ihrer Till tigkeit der Gegenzeichnung des Reichskanzlers oder seines Stellvertreters, der dadurch die ^Verantwortlichkeit gegenüber dem Reichstage übernimmt. Außerdem nahm der Ausschuß die Entschließung derselben Antragsteller an, wonach ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, durch den die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers wegen Verletzung seiner Amtspflicht und deren Feststellung durch den Staatsgerichtshof geregelt wird. In einem dem Verfassungsausschutz voruegenden Antrag wird u. a. auch die Neueinfügung eines Arttkels 26 a der Reichsversay'ung verlangt, der lautet: Während der Dauer des Krieges gilt der Reichstag als ununterbrochen versammelt. Der Ausschuß hat dann mit großer Mehrheti beschlossen, den ersten Antrag zu beraten, und zwar in Verbindung mit dem seinerzeit im Reichstage eingebrachten Antrag Bernstein, die Einholung der Zustimmung des Reichstages bei Einleitung und Abschluß von Bündnissen, bei Kriegserklärungen und $tie= densverträgen sicherzustellen und die verfassungsmäßige Stellung des Reichskanzlers durch die Bestimmung zu prazisieren, daß der Reichskanzler zu entlassen ist, wenn der Reichstag es verlangt. Abgelehnt wurde der vorerwähnte im Reichstag bereits eingebrachte Antrag Bernstern. Abgelehnt wurde auch ein Zusatzantrag der Konservativen, die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers auch gegenüber dem Kaiser und dem Bundesrat restzulegen.
Vermischtes.
Professor Horst Kohl, der bekannte Bismarck-For- scher, ist in Leipzig im Alter von 62 Jahren verschieden. Kohl hat sich als Herausgeber zahlreicher Schriften zur Bismarck-Literatur, u. a. von Bismarcks Reden und Briefen und von Bismarcks „Gedanken uW Erinnerungen" auch in der weiteren Oeffentlichkeit einen Namen gemacht. Er lebte als Studienrat zu Leipzig-Conne- witz.
Der Borsitzeude der Deutsche« Turnerschaft, Ge- hermer Sanitätsrat Dr. med. Theodor Torplitz in Bres- lau konnte rn diesen Tagen auf eine 28jährige ununter- biDdkne Tätigkeit im Ausschutz der Deutschen Turner- schaft zuruckblicken. Er gehört zu den Männern, die ernst rn der Jugend sich der Turnsache ergaben und chr neben den Berufsaufgaben ihr Leben lang die Treue bewahrt haben. Durch den Tod des Alt- und Grotz- mersters der Deutschen Turnerschaft ist ihm bis zum nächsten Deutschen Turntag die Oberleitung der Deutschen Turnerschaft zugefallen.
Die Wandervögel tm Kriege. Die Wandervögel, jene Gemeinschaft wanderfroher Burschen, denen in Friedenszeiten wohl jeder Naturfreund bei Wanderun- gen durch Wald und Feld gern begegnete, haben trotz der Jugendlichkeit der meisten ihrer Angehörigen doch eine ganz ansehnliche Zahl von Kämpfern für des Va- terlandes Freiheit gestellt. Nach einer Aufstellung der Bundeslertung sind gegenwärtig etwa 8000 Wandervogel beim Heere. Bon tönen wurden gegen 1500 zum Offizier befördert, an 2000 gehören zum Unteroffiziers-
Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse tragen über 2000 Mann, etwa 100 verdienten sich die hohe Auszeichnung der ersten Klasse. Freilich haben auch schon eine Anzahl die Treue zum Baterlande mit dem Heldentode besiegelt.
Die ,,Hexe" i« der Schule. Unter den Mädchen einer Klaffe der Lukas Cranachschule rn Gotha entstand, wie ihurmger dlatetr^meldem eine ParntWaüilrch, daß diese
innen zugertegelt, sodaß die sich nach demGarderoberaurn Kebene Lehrerur nrcht wieder in die Klasse sonnte. Jhr Pochen und Rufen zwecks Oeffnen der Tür schien vielmehr die Mädchen noch nrehr in Angst und Aufregung 6“^ricyen. Samt und sonders stürzten sie an die geM neten Fenster und weinten und schrien nach Hilfe. An- fierfieF1»^1^ fui^ Polizeibeamte liefen herbei und dre Tur zur Klane wurde mit Gewalt ge- oifnet Die Kinder stürzten aufgeregt heraus und waten zwecks Fortsetzung des Unterrichts nur schwer zu bewegen, Meder auf die Schulbank in die Klasse zurück- Mkehren. Wre die Kinder zu ihrer Einbildung gekommen sind, vernrogen sie nicht anzugeben.
Borullon-„Erfaß"-Wurfel haben den Anlaß zu ei- urr Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungs- mrttelgesetz gegeben, die die Kauflerrte Dtax und Paul Graffert . vvr das Schöffengericht Berltn-Schöneber« führte. Die Angeklagten hirtten ein Rezept zur Anfer- tigung eines Ersatzes für Hühnerbrühe erworben und brachten danach solche Bouillon-Ersatz-Würfel auf den Markt. Nach dem sachverständigen Gutachten bestand die „Bouillon", die etwas nach Salz und nach einem Pklanzenanszug schmeckte und zum Preise von 18 ^ für 1000 Würfel verkauft wurde, zu mehr als 70 Prozent «us Lalz mch ersthiell nicht den geringsten Nährwert. Der Strafantrag lautete auf je 1000 Mark Geldstrafe. Das Gericht ging über diesen Antrag weit hinaus, da iiach seiner Meinung das Publikum völlig betrogen worden fei und etwas erhalten habe, was auch nicht den geringsten Nährwert besaß. Es sei dringend notwendig, durch empfindliche Strafen ^afür zu sorgen, daß solche
n Nährwert Vera«. Es sei dringend notwendig, pfindliche Strafen ''afür zu sorgen, daß solche Täuschungen endlich aufhören. Die Strafkamnrer verurteilte jeden der beiden Angeklagten zu 3 Monaten Gefängnis und 1000 wtark Geldstrafe.
Weitere Drahtnachrichten.
Eine geheime Uutervaussitzuttg.
w Amsterdam, 5. Mai. (T. 1t.) Am kommenden Donnerstag, Melleicht auch Freitag, hält laut „Bl. Btp." das Unterhaus eine Geheimsttzung ab, wo Bonar Law. wie er erklärte, wenn möglich eine Erklärung der Regierung über die irische Frage abgeben werde. Ferner erklärte Bonar Law. die Regieruilg werde noch in Erwägung ziehen, ob diese geheime Sitzung event, über mehrere Tage ausgedehnt werden soll.
Stimmungsmache für Miljnkow.
>*• Eine verspätet eingetroffene Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur vom 3. Mai besagt: Bis spät abends fanden zahlreiche Kundgebungen zu gunsten der provisorischen Regierung statt. Bor dem Palast des Ministerrates sprach eine Reihe von Rednern zu einer großen Volksmenge, insbesondere die Minister Miljukoiv und Schillgarew. Mstjukow, der mit Gutsch- kow einer der Veranstalter der Revolution gewesen sei und der Stürmer entlarvt habe, werde niemals ein Verräter des Baterlaudes sein urid werde seinen Posten nur dnrck Geivalt verlassen. Rodzianko sprach von dem Feilide, der das freie Vaterland bedrohe und ermähnte das Volk, den Krieg bis zum siegreichen Ende durchzu- führen, der des gauzen russischen Volkes würdig sei. Am Nachlnittag wurde eine Sitzung des Rates der Är- better und Soldaten abgehalten. Man kam aber zu keiner Elltscheidung. Die Beratung soll morgen wieder ausgenommen werben. Bis jetzt scheint sich Neigung zugunsten eines Koalitionsministeriums zu zeigen. Im Laufe der Nackt wohnte der ausführende Ausschutz der Arbeiter und Soldaten einer Sitzung der provisorischen %gim M.’ . .