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Briefe aus Australien.

28. L 1817.

(G. 0.)Die Hccresvcrwalruug gestattet nicht, daß noch mehr Verwundete nach Slnfttalieri gebracht wer­den, bo nach Zettungsnawrickteu an der Front Mangel an Leuten herrscht."

ohn: Datum.

Die Ernte steht hier furchtbar schleckt: die Felder sehen wie gewalzt aus. Und wie prächtig und ichwer stand der Weizen! Die Unwetter haben ihn vernichtet."

21. 2. 1917.

Auaenvticklich sieht es hier schlimm aus: Tausende von Arbeitern sind beschüstigungslos. Alle öffentlichen Arbeiten liegen still, tut man kein Geld geliehen bekom­men kann: alles Geld wird dem Kriege nachgeworfem Plan fordert schon wieder zur Zeichnung einer neuen Kriegsanleihe für unsere Truppen in Höhe von 20 Mil­lionen Pfund ruf.

Wir hatten einen furchtbaren Bergarbeiterstteik. Die ganzen Bergleute von Australien n^ren im Aufstaus. Sie verlangten achtstündige Arbeitszeit. die von der Ein­fahrt ins Bergwerk bis zum Emporkommen gerechnet werden sollte. Der Streit dauerte sechs Wochen, dann erhielten die Bergleute ihre Forderungen bewilligt, und zwar unter solchen Bedingungen, daß sie bis an das Kriegsende nicht mehr streiken werden. Die Bergwerks- besißer haben die Erlaubnis erhalten, die Kohlenpreise um 3 Schilling die Tonne zu erhöhen.

Meiner Annchr nach sind die Leute Lumpen, die tu diesen Zeiten streiken. Sie wußten genau, was der Streik behütete. Die ganze Sauffahrt wurde angehal­ten, selbst für die Truppeutransportschiffe gab es keine Kohlen. Die Bahnen und Straßenbahnen mußten den Fährbetrieb verringern.

Gaslicht durste nur von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gebrannt werden. Zuwiderhandlungen wer­den mit 5 Schilling bestraft."

MM»U

Täglich entwerfen in der letzter! Zeit die Berichte des deutschen Hauptguarriers ein ebenso erschütterndes wie entsetzliches Gemälde von der todesmutigen Auf- opferunin mit der unsere Truppen an der Westfront von Flandern bis zur Aisne, und von dort bis über die Ebampagne hinaus dem verzweifelten Ansturm der Franzosen und Engländer trogen. Wie sie, ungebrochen selbst von einer wockenlangen Beschießung der deut­schen Graben von lautenden Tonnen berstenden Eisens und Stahls, die anstürmenden feindlichen Massen samt ihrer wie die rviweltlichen Ungetüme anumtenden Tanks zusamucenschießen.

So heißt es in der ärmlichen Meldung vom 25. April.Auf der ganzen breiten kilometerlangen An- grifssfroni zwischen Lens und Bullecourt liegen die von Granaten '.md Kugeln hingemähten Sturmreihen der Engländer verstreut."

Und:Wieder und wieder warfen die Engländer ihre Sturmbauien ins Feuer, um den emscherdenden Durchbruch zu erzwingen. Unsere Truppen wiesen alle irritierten englischen Angriffe blutig zurück nh hielten unerschütterlich die ganze Stellung."

Und wieder an einer anderen Steffen Jöer diese mit großer ZäHiSbeit vorstürmenden Engländer- Haufen blieben im Feuer liegen und vermochten die Niederlage des 23. April nicht zu ändern."

So wird Grahenabschnitt um Grabenabschnitt mit einer Nervenkraft und Heldenkraft verteidigt, die nie­mand erfassen kann, der nicht selbst in der Hölle des modernen Krieges gestanden hat. Dnrch Maschinenge- wehrfeuer, durch Infanteriefeuer, durch besonnen gelei­tetes und mit dein Griff des niederstürzenden Falken eiusetzendes Geschützfeuer, besäen unsere Tapferen die Vorfelder der Westfront unt toten Engländern und Franzosen.

Am 24. April liest man abermals in der amtlichen Melduna:Nach Berichten der Kanrpftruppe wurden ganze Lturmreihen der Engländer vom sicheren Ma­schinengewehrfeuer einfach umgeuräht. Andere gerieten in das deutsche VernichtnugSsener der Haubitzen und Feldgeschütze und würben völlig zermalmt".Beider­seits der Straße Arras-Cambrai liegen bre englischen Gefallenen in förmlichen Barrieren".

Der Durchbruch durch die deutsche Westfront ist umso bewunderungswerter als den vereinigten Riesen- Heeren der Briten und Franzosen ein Ueberfluß an Munttnon eine Verschwendung tödlicher Geschosse ge­stattet, der zu widerstehen fast über das Maß mensch­licher Kräfte hinauszugehen scheint.

Arbeiten doch für die Entente nicht nur die gegen uns kriegführenden europäischen Staaten, in allen ih­ren Fabriken Tag und Stacht, sondern auch Amerika und Japan senden Schiffsladung nach Schiffsladung von Granaten, Patronen, Bomben, Geschützen und Gewehren übers Meer, die alle der Vernichtung des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes dienen sollen.

Die heldenmütigen demschen Truppen an der Westfront werden deshalb verstehen, nur zu gut ver­stehen, daß der erste ©eneralguartiermetfter Ludendorff in dem Hauptquartiersbericht vom 24. April auch den Dank der Armee denen abstattete, die unser Heer in die Lage versetzen, gleiches mit gleichem zu vergelten und den Massen feindlicher Geschosse deutsche Geschosse entgegen zu setzen.

Und der Reichskanzler hat in einem Schreiben an die Bundesregierungen am 26. April das noch einmal umgeschrieben mit den Worten, daß die deutschen Arbei­ter und Arbeiterinnenin Uebereinstimmung mit der Leitung ihrer bewährten Berufsorganisationen chre ganze Kraft daran setzen. unseren kämpfenbeu Brüdern zu schaffen, was sie zur Verteidigung der Heimat brau­chen."

So ist es, und so mutz es sein.

Keine politische, keine wirtschaftliche Forderung eines Einzelnen ober einer Gruppe daheim, sollte, an­gesichts der unermeßlichen furchtbaren Gefahr, die da­durch über die sümpfenden Heere heraufbeschworen wird, mit Mitteln geführt werden können, die die Versorgung des Heeres mit Munition und mit Lebensmitteln auch nur einen Augenblick verdünnen.

Die Armee sieht mit Zuversicht neudn Kämpfen entgegen." Auch dies steht im Hauptquartiersbericht und kennzeichnet die Lage. Die Armee kann es nur, wenn

Bandwm «Nv Arbeiter, wy»« «er Er «tuest WW täglich und stündlich tun. ,

Säuglingsschuh und Sinbetfitfotit.

Die Lebenskraft des deutschen Volkes darf infolge des Krieges für später keine Schwächung erfahren: sie muß erhöht werden, um in unserer Volkszahl gegen­über beut jährlich um Millionen anwachsenden russischen Reiche einen Ausgleich zu bringen. Die Kraft eines Volkes beruht aber in seinem Nachwuchs, in seiner Ju­gend. Sie zu pflegen bedeutet einen der ernstesten Pflich­ten des Reiches und wenn die Jugendfürsorge schon vor dem Kriege der Gegenstand verschiedenster gesetzlicher Maßnahmen war, so ist es jetzt und nach dem Kriege mit eine der wichtigsten Aufgaben des Staates, den ge­setzlichen Säuqlingsschntz und die Kinderfürsorge weiter auszubauen.

Das Kaiserin-Augusta-Viktoria-Haus zur Bekämp­fung der Säuglingssterblichkeit veröffentlichte jetzt sei­nen Bericht über das Geschäftsjahr 1915/16. Hier ver­einigen sich alle Bestrebungen des Deutschen Reiches, die für den Säuglingsschutz bestimmt sind. Gründliche Aufklärung über Mutterpflichten, Säuglingsernährung und Gesundung brachten die in Höhe von über einer Million verteilten Merkblätter des Hauses, wobei die Landesverbände, Stadt- und Gemeindebehörden usw. schätzenswerte Mitarbeit leisteten. Neue Säuglings­heime und Krippen wurden errichtet und hier eine große Anzahl von Freibetten für Wöchnerinnen und Kinder der Kriegsteilnehmer aufgestellt. Selbst in den besetzten Gebieten von Belgien wurde die Säuglingsfürsorge ge­pflegt und eine WanderausstellungMutter und Kind" fand in alten Bevölkernngstreisen außerordentlich leb­haften Zuspruch.

Mit dem Säuglingsschutz muß auch die Kinderfür- sorge bei uns weitere Pflege erfahren. Die kürzlich in Berlin stattgefundene Tagung bet Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge befürwortete die Kriegspatenschaft, ebenso die Beaufsichtigung der aufsichtslosen Kinder, da viele Mütter in den Kriegswerkstätten beschäftigt sind, und regte auch eine Fürsorge für die jugendlichen Ar­better und Arbeiterinnen an. Die Frauenarbeitszen- trale des Hilfsdienstes wird im Anschluß an die Frauen­arbeitsmeldestellen in ganz Deutschland Fürsorgever­mittlungsstellen errichten zwecks Beaufsichtigung der tagsüber ohne ihre Mütter verbleibenden Arbeiter­kinder.

Besonders die Grotzstadtkinder der minderbemittel­ten Kreise brauchen regelmäßig Gesundheitspflege und körperliche Erholung, besonders jetzt mehr als sonst, sollen sie bei der knappen Ernährung trogbem kräftig ge­deihen. Unter der Schirmherrschaft der deutschen Kai­serin ist ein Aufruf in alle deutschen Gauen getragen worden, Stadtkinder und Kinder aus den Industrie- bezirken für einige Monate auf dem Lande in Einzel- pfleaeftellen unterzubringen. Land und Stadt sollen durch diese gewaltige Kriegszeit dauernd verbunden werden zu einem einigen deutschen Heimatland und wiederum in unseren Grotzstadtkindern wird dadurch die Heimatliebe feste Wurzeln schlagen: sie werden die vielseitige und schwere Arbeit verstehen lernen und ge= kräftigt an Leib und Seele wieder ins Elternhaus zu­rückkehren.

Die Anfrage von Kurgästen für unser Bad mehren sich derart, daß wir mit den bisher angemeldeten Wohn­ungen nickt auSreichen werden um die Kurgäste unter­zubringen. Wir richten daher an Sie Bürgerschsiff die Bitte, die Entwicklung des Bades dadurch zu fördern, daß jeder der irgendwie dazu in der Lage ist, stch zur

Ausnahme von KmMea,

auch ohne Verpflegung, meldet.

HerSfeld, den 2. Mai 1917.

Der Magistrat.

Von unserer Belegschaft starben im letzten Jahre den Helden­tod :

Der Kaufmann Wilhelm Berg in Fulda hat zur Errichtung einer Abdeckerei auf seinem GrundstückIn der Wassermannsecke-' Kartenblatt Q Parzelle Nr. 205 die

Erteilung der Eenehmigung

beantragt.

Es wird dies Vorhaben mit der Aufforderung ver­öffentlicht etwaige Einsprüche binnen 14 Tagen bei der unterzeichneten Polizeibehörde wo die Beschreibungen Zeichnungen und Pläne zur Einsicht ausliegen, geltend zu machen.

Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden.

Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf

MMWWtaW

in das Zimmer Nr. 5 des Rathaufes anberaumt.

Im Falle des Ausbleibens der Unternehmers oder der Widersprechenden wird gleichwohl mit den Erörter­ungen vorgegangen werden.

Hersfeld, den 27. April 1917:

Bürobeamter

Schmiede meister

Fabrikarbeiter

Fabrikarbeiter

Fabrikarbeiter

Hauer

Auch diesen denken bewahren.

Peter Ritz, Petersberg Ernst Kremz, HeringenWerra Georg Otto, Heringen Werra Karl Melchior, Dippach Joh. Scholl, Dippach Gg. Thornagel, Lengers.

tapferen Helden werden wir ein ehrendes An-

Gewerkschaft Wintershall

HeringenWerra.

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Die Polizei-Verwaltung.

Zur Feststellung des Jahresbedarfs an

Koch- und heizkohleu

sowie des Bedarfs für Zentralheizungen und der Klein­gewerbe der Bevölkerung der Stadt sind diesseits An­meldeformulare beschafft, die bis zum 1O Mai auf der Polizeiwache in Empfang zu nehmen sind. Die Formulare sind nach sorgfältiger, vollständiger Ausfüllung an eine der hiesigen Kohlenhandlungen von Waldeck, Möller, Reuß oder Braun bis zum 14. Mai abzugeben.

Die Kohlenhandlungen werden ersucht an der Hand der ihnen eingereichten Bedarfsanmeldungen «lphabetisch Kundenlisten aufzustellen und diese sowie die Anmelde­formulare alphabetisch geordnet bis zum 20. Mai zur Prüfung hierher einMreichen.

HerSfeld, den 2. Mai 1917.

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