SJHUtoW Mt Nicht «ach.
, Der Korrespondent der „Manchester Guardian" hatte laut „B. L.-A." in Moskau eme Unterredung mit ;VhIiutoro. Dieser erklärte auf eine Frage, ob er von einem Friedensvorschlage Oesterreichs an Rußland etwas wüßte: „Wir haben kein amtliches Angebot erhalten, das die Grundlagen von Friedensverhandlun- gen bilden könnte. Wir glauben noch immer an unseren Sieg." Ueber Konstantinopel und die Meerengen sagte Miljukow im Zusammenhang mit den Aeußerungen der vorläufigen Regierung: „Wenn die Jnternationalisie- rung die Freiheit des Handelsverkehrs durch die Meerengen bedeuten würde, so könnte Rußland sich damit zufrieden geben. Es muß aber auf seinem Recht bestehen, die Meerengen für die fremden Kriegsschiffe zu schließen. Das ist nur möglich, roenn Rußland die Meerengen besitzt." Miljukow meint nicht, daß Amerika Rußlands Besitz von Konstantinopel beanstanden würde, da die Alliierten sich darüber schon früher geeinigt hätten.
Oesterreich-Ungarn und Rußland,
r Der Friedenswille in Wien.
Bon maßgebender Wiener Stelle erhält einer Buda- pester T. U.-Drahtung zufolge der „Pester Lloyd" Mit- teilungen, die den Friedenswillen der österreichisch-ungarischen Monarchie beleuchten. Die im Wiener „Fremdenblatt" veröffentlichte Kundgebung des auswärtigen Ansts, so heißt es, richtet sich der Form nach nach den Beschlüssen der sozialistischen Parteien Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns. Diese Beschlüsse, die jüngst in Berlin gefaßt wurden, boten unserer, Regierung einen willkommenen Anlaß zu der jetzt vorliegenden unzweideutigen Erklärung, die jedes absichtliche oder unabsichtliche Mißverständnis über ihre Haltung in der Friedensfrage fortan unmöglich machen müsse. Unsere Regierung gibt nunmehr kund und zu wissen, daß der von der Sozialdemokratie gewünschte Friede ohne Anncktionen und Entschädigungen in der Tat ihre Absicht und ihr Programm gegeunber Rußland von Anfang a« gewesen ist. Der Friede, den das russische Volk jeden Tag von uns haben kann, soll ein Frieden in Ehren sein. Die Lösung, die wir am 5. November vorigen Jahres in Uebereinstimmung mit unserem deutschen Verbündeten der polnischen Frage gegeben haben, ist der beste Beweis dafür, daß wir mit dem russischen Volke einen Frieden der Selbstlosigkeit und des dauernden Einvernehmens schließen wollen.
In dem Artikel des „Fremdenblattes" wurde aus- geführt, daß die österreichisch-ungarische Monarchie absolut keinen aggressiven Plan gegen Rußland hat und auch nicht beabsichtigt, ihr Gebiet auf dessen Kosten zu erweitern. Wir sind, so wird weiter erklärt, nicht nur entschlossen, durchzuhalten, sondern fühlen uns auch militärisch stark genug, um den Kampf auszufechten und die Feinde, die uns zu ihm nötigen, niederzuzwingen. Wenn wir uns bereit gefunden haben, ein Friedensangebot zu machen, so ist es geschehen, weil wir die Fortsetzung der Menschenschlächterei verhindern und alles aufbieten wollen, um kostbare Menschenleben, die die Fortführung des Krieges erfordern müßte, zu erhalten.
Die Berliner Presse über die Wieuer Kriegsziel- Erklär««g.
Die Berliner Presse begleitet die Kundgebung der Wiener Regierung an Rußland mit mehr oder weniger eingehenden, der Neigung des einzelnen Blattes entsprechenden Betrachtungen. Aus den ziemlich umfangreichen Darlegungen des „L o k a l - A n z e i g'e'r.s" läßt sich
Weise wie der Verbündete seine Karten au Deutschland müsse ebenso wie Bulgarien und der Türkei in der Sicherstellung der Landesgrenzen freie Hand
vorbehalten bleiben.
Die „Deutsche Tageszeit,u.n,g" steht der Kriegsziel-Erklärung mit Bedenken gegenüber, nicht allein wegen der Sache selbst, sondern auch wegen der Wirkungen, die die Erklärung nach innen und außen haben müsse. Zum Schluß stellt die „Tageszeitung" ausdrücklich fest, daß für das Deutsche Reich die Dinge wesentlich anders liegen als für Oesterreich-Ungarn.
Auch die „T ä g l i ch e R u n ö s ch a u" bezweifelt, daß die Kundgebung der Wiener Regierung in Petersburg so freundlich ausgenommen werde, wie man in Wien erwarte. Der Sache des Friedens ist nach der Meinung der „Rundschau" wenig mit der Kundgebung gedient.
Die „B v s s i s ch e Z e i t u n g" meint, daß man wohl nicht zu weit ginge, wenn man annimmt, daß Deutschland zu einer Verständigung mit Rußland ohne Verringerung des russischen Territoriums bereit wäre
Der „Vorwärts" schreibt: „Da unter den Verbündeten volle Uebereinstimmung besteht, ist ohne weiteres anzunehmen, daß zwischen den Zeilen des »Fremdenblatt" auch die wahre Meinung der deutschen Regierung zu lesen ist, die man in den Zeilen der „Nordö. Allgem. Ztg." vergeblich gesucht hat.
ir „NordS.
Die Friedensfrage.
x Wien, 28. April. (T. U.) Die „Neue Freie Presse veröffentlicht laut „Bl. Mv." eme Unterredung die der Führer der bulgarischen Sozialdemokratie Sa- charow einem Sofioter Berichterstatter des genannten Blattes gewährte. Sacharow reist nach Stockholm. Er sagte u. a.: Dem russischen Reiche fallt tuen die Aufgabe zu, die Welt vom Kriege zu befreien Wir können und dürfen nicht erwarten, daß die russische Armee „die Waffen streckt und die Grenze öffnet. Wir begrüßen mit Freuden die Berliner Friedensrevolution der Sozialdemokratie der Mittelmächte. Ich bm überzeugt, daß Miljukow und überhaupt alle vernünftigen Ru sen die Revolution im Süllen als ein großes Glück betrachten und vou der Fortsetziiüa des Krieges nicht ganz aufrichtig sprechen. Wir bulgarischen Sozialdemokraten wollen unsere bescheidenen Kräfte mit zur Beendigung des Krieges beitragen. Ich Dia überzeugt, daß der Krieg noch vor dem Winter beendet ist.
Ein Umschwung in der Stimmung der Eutente?
tat Bern, 28. April. (T. U.) In England und Frankreich scheint sich, laut „Bosi. Ztg," ein Umschwung in der Kriegsstimmung zu oollziehen. Dieser Eindruck wird bestätigt durch die Nachricht, daß in den Ländern der Entente sich die Friedensstimmung nicht mehr unter der Oberfläche hält, sondern offen in die Erscheinung tritt. So veröffentlicht die englische unabhängige Arbeiterpartei einen Aufruf an das englische Volk, in der der Regierung der schwere Vorwurf gemacht wird, daß sie einen Frieden mit den Mittelmächte« auf jede Weise zu verhiuoern suche. Deutschland habe niemals an eine Vernichtung des englischen Volkes gedacht.
«»• München, 28. April. tT. U-) Der bayerische Ministerpräsident Gras Hertling wird laut „Tgl. Rdsch." heute, Sonnabend früh mit dem BaUanznge nach Wien fahren. Es ist selbswerständlich, daß die Wiener Reise im gegenwärtigen Augenblick im Verein mit den Erklä- w&tefc0» *
M» der Wüste
Man schreibt der „Köln. Ztg." aus dem Felde: Seit Wochen, vielleicht Atonalen, war von der Obersten Heeresleuung der strategische Rückzug geplant. Auch zu uns an der Kampffront drangen allerlei dumpfe Gerüchte, die bestimmtere Form erst durch die Nachrichten beka- men, daß alle Dörfer hinter uns planmäßig von Zivilisten geräumt wurden und alle brauchbaren Gegennän- üe, die als Rohmaterial verwandt werden konnten, wie Dachrinnen, Atessingteile und dergleichen mehr, sorgfältig gesammelt uno nach hinten gebracht wurden. Unsere Bataillone, welche zur Ruhe nach hinten kamen, beteiligten sich später mit einem Feuereifer an dem Abmontieren der Häuser, Front- und Etappensoldaten arbeiteten zum erstenmal ohne Streitigkeiten einmütig zusammen. Die Dörfer hatten zum Teil doch schon ihren Knacks weg, nun, da es inest dem später nachfolgenden Gegner den Aufenthalt zu versalzen, wurde Erstaunliches geleistet.
Mein Quartier befand sich neben der Kirche in H. Die große Kirchenglocke wurde vom hohen Turm Herabgeworfen. Natürlich hatten sich viele Feldgraue angesammelt, um des seltenen Schauspiels teilhaftig zu werden. Unzählige pyotographische Apparate richteten sich auf das Ungetüm, das langsam anfing, das Gleichge- lü.dü zu verlieren, und plötzlich mit donnerndem Getöse zur Erde fiel. Ein biederer Berliner meinte, sie käme auf die Kaiser-Wilhelms-Gedächtnis-Kirche; ich glaube aber eher, daß sie nach ihrer Seelenwanderung einem unserer freundlichen Gegner als Granate begegnen und dann einen anderen Laut von sich geben wird. Mit großem Gebrumm flog dann der Klöpsel nach, von dem ein hinter mir stehender Kölner sagte: Dat.es dat Dinge, wat Schiller en singer Glock vergessen hät.
Im übrigen brannte das Dorf an allen Ecken und Enden, der Rauch war teilweise unerträglich. Alles, ivas dem Feinde irgendwie hätte nützlich werden können, wurde mit einer geradezu liebevollen Sorgfalt vernichtet. Unsere Pioniere betätigten sich beim Sprengen von Kellern und Wasserstellen. Von letzteren blieben nur einige Brunnen für die Nachhut unversehrt. Doch auch diese wurden nachher von unserer Nachhutkompagnie zerstört. Einer unserer Witzbolde hatte ein Schckd mit der Aufschrift „Nachhutbrunnen" an einer großen leeren Tonne befestigt. Am Eingang vom Dorf zum Feinde brachten unsere Gefechtsordonnanzen eine große Tafel an mit der Aufschrift: „Herzlich willkom-» men". Der Engländer, der die Aufschrift zuerst las und übersetzen konnte, wird wohl ein paar Whisky voller Wut heruntergegossen haben, vorausgesetzt, daß ihn die Verpflegung nicht im Stich ließ. Das möchte ich aber glauben. Nicht nur die Dörfer, auch sämtliche Sratzen und sonstige Verkehrswege wurden gründlich zerstört. Tiefe Sprengtrichter an den Kreuzpunkten, große ab-
große Tafel an mit der Aufschrift men". Der Engländer, der die Aufs
gesägte Bäume, die quer über die Straße geworfen wurden, durchgefahrene und morsche Stellen auf den Kunststratzen, wo der Frost, Tauwetter und Regen noch ein übriges taten, werden seinem Vormarsch die nötige Verzögerung geben.
Wütend ist der Tommy hierüber. So wütend, daß seine Flieger sich jetzt einzelne Reiter, welche sie zwischen unseren Vorposten sehen, zu ihrer Zielscheibe machen. Sie lassen sich auf 150 Meter herab und verfolgen diese mit ihren Maschinengewehren. Gestern kam ein kleiner Adjutant mit seinem Pferd schweißtriefend zurück und klagte: Ach, Herr Rittmeister, eine halbe Stunde lang bin ich gejagt worden. Ein Geschütz von uns, was nach vorn sollte, mußte sich in einen Hohlweg flüchten und hier eine Stunde ausharren. Ein “ " ~ " ------ * ------------n
sonst. Schließlich wurde der Geschützführer durch ein deutsches Flugzeug aus seiner tragikomischen Lage befreit.
StieastifletfeL
Eine Friedenskundgebung der italienische« Arbeiter.
Der Zentralvorstand der christlich-sozialistischen Arbeitervereinigung Italiens verbreitet laut „Köln. Ztg." am 1. Mai eine Kundgebung, worin die Arbeiter zum Zusammenschluß für die Erreichung eines baldigen Friedens aufaefordert werden.
Neutralitätskundgevunge« in Neuyork.
Lyoner Blätter melden aus Neuyork, daß nach einer Versammlung zugunsten der Aufrechterhaltung der Neutralität sich ungefähr 20 Umzüge bildeten, an denen viele Tausende von Personen teilnabmen. Die Kundgebungen, die anfangs friedlich verliefen, seien durch Kriegshetzer gestört worden, sodaß schließlich die Polizei habe eingreifen müssen.
Schwere Luftkämpfe an der Aisne.
Erfolge unserer Flieger.
Am 26. April war an der Westfront die beiderseitige Fliegertätigkeit besonders in den Abendstunden, äußerst rege. Den 4 bis 6 Flugzeugen starken Auf- klürungsgeschwadern des Feindes gelang es infolge unserer Gegenwirkung bisher nicht, ihren Auftrag ungestört zu erfüllen. Wir haben bekanntlich wiederholt solche Geschwader restlos vernichtet. Deshalb versucht es der Gegner neuerdings, die Aufklärung mit Geschwadern bis zu 20 Flugzeugen zu erzwingen. Das führte am 26. April an der Aisnefront zu zahlreichen schweren Lnftkämpfe«. Bei diesen büßte der Gegner 11 Flugzeuge ein; sieben davon befinden sich in unserm Besitz. Ein deutscher Seeflieger brächte ein feindliches Großkampfslugzeug zum Absturz ins Meer. Unsere Bomben- und Erkundsflieger griffen aus niederen Höhen feindliche Stellungen und Ortsunterkünfte mit Maschinengewehrfeuer und Bomben an. In der Nacht vom 26. zum 27. wurden französische Lager bei Breuil und Joucherv mit 2700 Kilogramm Sprengstoffen belegt. Mehrere schwere Explosionen erfolgten darauf. Seit dem 1. Januar d. I. haben damit unsere Flieger an der Westfront insgesamt 140,000 Kilogramm Bomben mit zum Teil beobachtetem guten Erfolge auf militärisch wichtige Angaben des Gegners, besonders Bahnhöfe, Ortsunterkünfte, Lager und Parks abgeworfen.
Politische Rundschau.
Die deutschen Arbeiter verzichte« auf die Arbeits- r«he am 1, Mai. An der Spitze des Blattes bringt der „Vorwärts" eine Erklärung der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zum 1. Mai. Darin heißt eS: Die Mittel zur Verteidigung von Heim und Herb muß uno wird unseren Vätern, Brüdern und Söhnen im deutsche« Heere die deutsche Arbeiterklasse liefern. Die deutschen Arbeiter werden »deshalb auch in diesem Jahre wie in den beiden vor- berigen auf die Arbeitsruhe am i. Mai verzichten. Leider wird durch Verbreitung von Flugblättern versucht, die Arbeiter zu einem politischen De- monstrationsstrelk oder zu einem revolutionären Ge- ««Mreik am v W tu veranlasst Die AuMMtr
terbewegung haben. Arbeitseinstellungen zu politischen Demonstrationszwecken sind gegenwärtig unverantwortlich und müssen aufs schärfste verurteilt werden.
Der Bund der Landwirte an seine Mitglieder. Der engere Vorstand des Bundes der Landwirte wendet sich in einem Aufruf an seine Mitglieder, indem er sie auf- fordert, die Lebensmittelverordnungen genau innezuhal- ten ohne Rücksicht darauf, ob die Landwirte diese Verordnungen billigen oder nicht.
Besprechung der Seekriegführung im Hauptans- Ichutz. Im Hauptausschuß des Reichstages kennzeichnete am Freitag bei der zweiten Beratung des Marineetats der Staatssekretär des Reichsmarineamts gelegentlich der Besprechung der Seekriegführung die von der englischen Admiralität seit zwei Monaten befolgte Taktik mit Bezug auf die Veröffentlichung über die Wirkungen des Ubootkrieges. Ein sozialdemokratischer Redner führte aus, in der Schlacht am Skagerrak habe sich deutsches Personal und Material ausgezeichnet bewährt, das könne wohl von niemanden bestrstten werden. Von etnem Abbau des U-Boot-Krieges könne jetzt trotz unerwünschter politischer Verwicklungen keine Rede sein. Er schließe sich jenen an, die der Meinung seien, daß der Tag nicht mehr fern sei, wo auch England mit uns zu Verhandlungen über den Frieden sich bereit erklären müsse.
Der Reichsschatzsekretär über das
Ergebnis der Kriegsanleihe.
Im Hauptausschutz des Reichstages machte am Freitag vor Eintritt in die Tagesordnung der Nachmittagssitzung der Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf v. Roedern u. a. folgende Angaben über die Ergebnisse der letzten Kriegsanleihe. Das Zeichnungsergebnis hat sich bis heute erhöht auf 12.978.940.700 Mk. Da die Frist für Feldzeichnungen noch bis Mitte Mai läuft, unterliegt es für mich keinem Zweifel, daß bei der sechsten Kriegsanleihe die gewaltige Summe von 13
der sechsten Kriegsanleihe die gewaltige _....._______ Milliarden erreicht werden wird. Für alle sechs Anleihen ergibt sich jetzt ein Gesamtzeichuungsergebnis von rund 60.195.200.000 Mark. Es sind gezeichnet worden: 9.051.000.000 Mark Stücke und 2,566.000.000 Mark Schuldbucheintragungen, im ganzen 11.617.562.000 Mk. 5 % Reichsanleihe und 1.361.378.700 Mk. 4 % Schatzanweisungen. Zum Umtausch in 4% % Schatzanweisungen angemeldet sind außerdem 492.725.000 Mark ältere Anleihen. Die Zahl der Zeichner wird nach Schätzung der Reichsbank die Zahl der Zeichner bei der letzten Anleihe beträchtlich übersteigen. Der: Rei< retär schloß mit Worten des Dankes an alle, glänzenden Ergebnis beigetragen haben.
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Vermischtes.
Verfälschung von Lebensmittelkarte» ist schwer« Urkundenfälschung. Das Landgericht Bochum hatt« eine Ehefrau, weil sie von Kartoffelmarken, die durck Aufdruck der liefernden Firma nach erfolgtet Belieferung entwertet worden waren, den Entwertungsauf- druck abradiert und von den Marken erneuten Gebrauch gemacht hatte, wegen einfacher Urkundenfälschung verurteilt. Dasselbe Gericht bestrafte wegen desselben Vergehens eine Schülerin und ihre Mutter, weil sie von entwerteten Margarinemarken die Entwertung abra- diert und sie zum zweiten Mal benutzt hatten, zu zwei Tagen beziehungsweise einer Woche Gefängnis. Das
schung in der Absicht begangen war,"sich einen Vermö- gensvorteil zu verschaffen, der darin bestand, daß die Angeklagten ohne die verfälschten Ledensmittelmarkeu me entsprechenden Waren teurer kaufen mußten oder solche überhaupt nicht hätten erstehen können.
Das Rätsel des späten Frühlings ist endlich gelöst worden, und zwar von einem schwedischen Beamten. Ein Journalist aus Kund, der aufs Land gefahren war, um zu sehen, ob es dort auch noch nicht grün werde, besuchte in einem Dorfe seinen dort ansässigen Freund, einen Beamten, den er fragte, ob er ihm sagen könne, wieso es in ö e^cm Jahr garnicht Frühling werden wolle. „Ei freilich", erwiderte der Helle Schwede, „das will ich Dir ganz genau sagen. Ich bin sicher, es liegt daran, daß die Erde in eine verkehrte Lage geraten ist. Es ist ja auf allen Fronten soviel geschossen worden, daß die Erdkugel ganz schief stehen muß. Deshalb haben wir jetzt auch keinen Frühling, wie es sich gehört, und mit den andern Jahreszeiten geht es ebenso. Bevor die Schießerei nicht aUfhört und Friede geschlossen wird, kommt das nie mehr in Ordnung. Am besten
machen." ^a, ja, der Krieg!
irteien atz zu
Getäuschte Hoffnungen. Unter dieser Ueberschrift schreibt die »Köln. Ztg." in einem Leitaufsatz u. a.: Aus den feindlichen Versuch, was die Waffen nicht erreichen könnten, durch die Formel „erst Revolution, dann Absolution" zustande zu bringen, wird die Antwort die fein, daß sich vor dieser Frage alle deutschen Parteien freiwillig umschmelzen zu einer festen Einheit aller Deutschen, die, rote sie in den Krieg eintrat, durchkälten und allen feindlichen Sprengungsversuchen widerstehen wird. Wie weit sich Deutschland demokratisieren will, wird nach dem glücklich beendeten Kriege aus dem Entschluß des deutschen Volkes und dem freien Kampfe der Meinungen, unbeeinflußt vom Ausland, hervorqehen. wie sich denn auch der sozialdemokratische Parteiausschutz dahin ausgesprochen hat, daß es Aufgabe des deutschen Volkes allein fei, seine inneren Einrichtungen nach seinen Ueberzeugungen zu entwickeln. Bis dahin müssen wir wie im Kampfe, so in der Vorbereitung zur Herbeiführung eines ehrenvollen Friedens einig sein.
Weitere Drahtnachrichten.
Ein rumänisches Torpedoboot versenkt.
o-^ Genf, 28. 9lpril. (T. UJ Das rumänische Torpedoboot „Zmu" wurde laut „B. L.-A." am 16. April versenkt. Mit dem Schiff gingen nach einer Havasmel- duna drei freutesttoe Seeoffiziere unter.
Schwedische Teuerungsknndgebungen.
»* Kopeuhage«, 28. April. (T. U.) In Carlscrono ist es vorgestern nach einer Meldung der „Berlingsk« Tidende" laut „B. L.-A." zu Militärdemonstrationeu gekommen. 200 Matrosen der Kriegsmarine und Angehörige des Grenadierregiments versammelten sich auf dem großen Marktplatz. Dort schloß sich ihnen eine große Anzahl von Zivilisten an. Die Volksmenge zog unter den Rufen „Mehr Brot!" durch die Stmtzen. Offiziere versuchten die Soldaten zur Rückkehr in die Ka- sernen zu bewegen. Obgleich die Polizei mit blanker Waffe vorging, gelang es ihr nicht, die Menge zu zer-