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»»M «« l Soldatenkomitees gebildet, in de-

-er keine Bedenken «M Wigsn, toter Mhttsücht nach dem Frieden offen Ausdruck zu geben. Es haben sich nunmehr fast überall Soldatenkomitees gebildet, in de- nen entgegen der ursprünglichen Absicht auch Offiziere Aufnahme finden. Die einzelnen Waffengattungen ge­hen nicht immer einig vor. Die Jnsanterietruppen schei­nen am energischsten die Einhaltung der den Truppen gemachten Zusagen zu verlangen, wobei wiederholt die Artillerie gegen sie ausgespielt wurde. In der letzten Zeit ist in der russischen Armee eine neue Figur aufge­taucht die sich fast überall bei den Truppen, wie auch bei den Offizieren nur wenig Beliebtheit erfreut, näm­lich der englische Verwendungsoffizier. Russische Füh­rer klagen selbst über den Druck, den diese Fremdlinge auf ihren Entschluß ausüben, und von der Mannschaft werden sie als der weiße Geist des Lagers bezeichnet. Allgemein ist der Verkehr zwischen Front und Hinter­land sehr rege. Die Soldaten entfernen sich vielfach ohne Erlaubnis von der Front.

Die provisorische Regierung hat eine Borlage Gutschkows gutgeheißen, wonach alle mehr als 43 Jahre alten einberufenen Wehrpflichtigen vom Dienst befreit und in die Heimat zurückexpediert werden.

Wie demB. L.-A." aus Lugano berichtet wird, sei »er Zustand des russischen Heeres in höchstem Grade pro­blematisch. Die Soldaten desertierte« in Masten, sodaß der Kriegsminister Manifeste erlassen müsse, um sie zur Rückkehr zu bewegen. Die Soldaten, Urrater Polen und Muselmanen, verlangen die Bildung getrennter Korps.

General Kuropatkin als Generalgouverneur von Turkistan ist, lautB. T." mit seinem Stäbe ge­fangen gesetzt worden. Er hat an den Mtnistervräsiden- ten und den Kriegsminister ein Gesuch um Verwen­dung an der Front gerichtet.

Russische Massenversammlungen für den Frieden.

DerKöln. Ztg." zufolge fordert die Petersburger sozialistische Arbeiterzeitung zur Vervielfachung der Volksversammlungen von Arbeiterzusammenkünften in ganz Rußland auf, um den Friede» zu erwirken. Das Blatt schreibt, man müßte überall von der vorläufigen Regierung entschlossen verlangen, daß Verhandlungen mit den Alliierten angeknüpft würden, um den Entwurf des Friedens, gestützt aus demokratischer Grundlage, auszuarbeiten.

LautUtro Roßji" wurden lautFrkf. Ztg." auf dem Moskauer Handelsamtsindustriekongretz die Frie­densbedingungen erörtert. Ein Redner äußerte: Wir »rauchen weder Konstantinopel noch die Dardanellen. Lin Friede mit Annexionen wäre nur die Ursache neuer Kriege.

Aus Petersburg meldetCorriere della Sera": Die Tätigkeit der Werkstätten ist infolge der politischen Be- vegung und des Kohlenmangels noch ungenügend.

Gegen die englische Einmischung.

Die englische Drangsalierung und Zurückhaltung der Russen hat lautB. T." unter den Sozialrevolu­tionären in Rußland Empörung hervorgerufen. Der Arbeiter- und Soldatenrat hat einen Beschluß gefaßt, in dem die ungebührliche englische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands zurückgewiesen wird,

Von den türkischen Fronten.

Der türkische Bericht vom 24. April meldet: Irak- front: Auf dem rechten Tigrisufer kam es am 22. April zu einem ernsten Gefecht. Auch an diesem Tage gelang es uns, den feindlichen Vormarsch aufzuhalten und dem Be^nn^des Kampfeseto^etuM^ das gegen unseren linken Flügel vorgehen wollte, ver­lustreich abgewiesen worden war, griff später stärkere feindliche Infanterie unsern linken Flügel an. Gegen abend wurde diese Infanterie noch durch Kavallerie und Panzerwagen verstärkt. Da, wo es dem Gegner ge­lungen war, in unsere Stellungen einzudringen, wurde er durch Gegenangriff mit dem Bajonett wieder hinans- geworfen. Nachdem so alle Angriffe des Feindes- gewiesen worden waren, wurden unsere Truppen plan­mäßig in neue Stellungen nördlich von Samara zurück­gezogen. Auf dem übrigen Teil dieser Front kam es zu keinen Gefechtshandlungen. Sinaifront. Am 22. April nachmittags war das Artilleriefeuer Lei Gaza zeitweise heftig. Am 23. April vormittags wurde es schwächer. Der 23. April verlief im allgemeinen ruhig. Am 24. April erschien ein feindlicher Kreuzer, ein Ka­nonenboot und ein Transportdampfer vor Akaba. Nach heftiger Beschießung, zum Teil unter Verwendung von giftigen Gasen, versuchten die Engländer, deren Stärke auf 2000 Mann geschätzt wird, sechsmal vergeblich zu landen. Die Moschee in Akaba wurde durch das feind­liche Schiffsfeuer zerstört.

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Amtlich wird aus London gemeldet: Die türkischen Streitkräfte in Palästina, die Verstärkungen erhalten haben, halten eine starke Stellung, die sich von Gaza aus in Richtung auf Bersaba erstreckt. Die Befestigung der Stellungen, die von den britischen Truppen vor der Front der türkischen Hauptlinie genommen worden sind, schreitet in befriedigender Weise fort. Unsere Artillerie hat, unterstützt durch die Mitwirkung der Flugzeuge, ein feindliches Munitionslager in Gaza in die Lust ge­sprengt.

Wilsons Kriegsziele.

Die Grundsätze Wilsouscher Politik.

Der Korrespondent derDaily News" in Washing­ton meldet lautBasler Nachrichten , daß Wilson Bal- four solgende allgemeine Grundsätze seiner Politik un­terbreiten werde: 1. Der Präsident hofft, daß der Ein­tritt Amerikas in den Krieg die Dauer der Feindselig­keiten abkürzen und man zu diesem Zwecke Anstrengun­gen machen werde. Aber ein dauernder Friede sei wich­tiger als ein sofortiger Friede, der Deutschland unbe-

K lasse. 2. Anwendung der Monroe-Doktrin, sit sie nicht durch die Teilnahme Amerikas am eu­ropäischen Kriege beeinträchtigt wurde. 3. Wilson wird sich wahrscheinlich für eine Jnternattonalisterung von K o n st a n t i n o p e l aussprechen. Dagegen soll er ge­neigt sein, sich in die Frage der Zukunft von Elsaß- Lothringen und der deutschen südafrikanischen Ko­lonien nicht einzumischen, da er diese Angelegenhei­ten als rein europäische Angelegenheiten betrachtet. 4. Wilson wird sich bereit erklären, mit den Verbündeten zusammenzugehen, um von Deutschland eine Kriegs­entschädigung zu erhalten, die für den Wiederauf­bau von Belgien verwendet werden soll.

(Wilson glaubt doch wohl selber nicht, daß diese seineKriegsziele" in Deutschlaud irgend welchen Ein­druck machen werden.) , ,

Der Londoner Korrespondent desCorrrere della Sera" telegraphiert, daß Präsident Wilson anläßlich sei. ner Besprechungen mit dem «Mischen Außenminister Balfour verlangen werde, der Werverband möge feine KxtEiM MÄgen

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gehen natürlich noch viel weiter als die Wilsonschen. So erklärt das Mailänder BlattPerseveranza" als das Mindestprogramm des Verbandes, für das auch Ruß­land weiterkämpfen müsse: Nemralistermng der Dar­danellen, vollständige Wiederher llung Belgiens, Po­lens, Rumäniens und Serbiens unter ^ iglieöerung der polnischen, rumänischen und serbischen Landesteile Oesterreichs, Auslieferung der italienischen Provinzen Oesterreichs an Italien und Rückgabe Elsatz-Lothrin- gens an Frankreich.

Also Beraubung Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und der Türkei, sowie der nationalen Hoffnungen Bul­gariens: das sind und bleiben die Mindestziele der En­tente, denen man von Washington her noch eine Ein­mischung in die innerpolitischen Verhältnisse des Deut­schen Reiches als Gratiszugabe anfügt.

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Einäscherung der Leiche des Fliegerleutnants Baldamus.

Im Dresdener Krematorium wurde Mittwoch nach­mittag fite Leiche des im Westen gefallenen Flieger­leutnants Hartmuth Baldamus eingeäschert.

Weitere Ausfuhrbeschränkung in Schweden.

Berlingske Tidende meldet aus Stockholm: Die staatliche Lebensmittelkommission beantragte bei der Regierung derartige Einschränkung der Lebensmittel­ausfuhr, daß diese in Wirklichkeit einer völliaen Ein­stellung der noch freien Ausfuhr von Lebensmitteln aus Schweden gleichkommt.

Englands Siegeswille.

Im Leitartikel derTimes" vom 16. d. M., der über- fchrieben ist:Der Weg zum Siege" heißt es lautKöln. Ztg.": Es gibt nur einen Weg zum Siege und der be­steht darin, die gepanzerte Faust Deutschlands so zu zer­schmettern, daß das Vertrauen des deutschen Volkes in seine Unbesiegbarkeit und sein Glaube an die Grimd- sätze, die darin verknüpft sind, zerstört werden.

Stapellauf des größten Krieqsschjf'es der Welt.

Lyoner Blätter melden aus Washington den Sta­pellaus des größten Kriegsschiffes der Welt, des Ueber- dreadnougthsNew Mexiko" von 32 000 Tonnen Was­serverdrängung.

Größte Sparsamkeit im Fleischverbrauch vaterländische Pflicht der Franzosen.

Pariser Blättern zufolge ließ die Regierung in der Begründung der neuen Bekanntmachung über die fleischlosen Abende erklären, daß durch diese Maßnahme hoffentlich 30 000 Stück Weh monatlich bereitaestellt werden könnten, wenn sie künftig für die Verprovian- tte'wng der Armee fehlen würden. Die größte Spa^sam- keit im Fleischverbrauch sei heute vaterländische Pflicht.

Eine Szene aus der grasen Schlacht.

Der Kriegsberichterstatter Richard Meyer meldet den Blättern von der Westfront u. a.: Winternacht mitten im April. Jedermann weiß, daß es in anderen Jahren längst hier sanfter Frühling war. Auf irgend­einem fremden Bahnhof wird das Bataillon ausgela- den. Gleich in die vorderste Stellung zur Ablösung. Führerpatrouillen sind da, die den Weg durch das Dun­kel der Nacht, durch das unbekannte Gelände wissen.

Vorne. Die Ablösung geht in Mer Stille und Ord­nung vor sich. Es muß bald Morgen sein. Was ist das? Schneegestöber. Mitten im April SÄneesturm. Fünf Uhr morgens. Aber hinzu kommt noch ein an­

derer Sturm. Eifenfetzen, Etsensplttter. vat sich die feindliche Artillerie lotzlich verhundertfacht? Trom-

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stürm, macht die Augen blind. Wie scharfe weiße Mes­ser peitscht das heran, schneidet in die Haut.

Was sind das da für Soldaten? Plötzlich ganz dicht vor dem Graben!Nicht schießen!" Wer hat das ge­rufen?Es sind die Unfrigen!" Jeder vierte, fünfte Mann trägt ruhig ein Maschinengewehr auf der Schul­ter? Deutsche Stahlhelme haben sie alle auf. Nawr- lich, deutfche Stahlhelme. Irrtum ganz ausgeschlossen. Deutsche aber die Uniform deutsche Soldaten schmeißen plötzlich. Handgranaten und immer wieder Handgranaten auf die mit den deutschen Stahlhelmen. Engländer sind's! Kanadier! Drauf!" Fluchen, Stöhnen. Ein entsetzliches Ringen, Mann gegen Mann. Man kann es gar nicht so schnell begreifen. Im Schnee­sturm sind sie unbemerkt herangekoumren, die Kanadier. Und im Schutze der gemeinen List, daß sie sämtlich deutsche Stahlhelme tragen, nicht ihre eigenen, niedri­geren, tellerförmigen.

Durch die Dunkelheit irgendeine Stimme:Wo ist unser Leutnant?" Niemand weiß es, daß er längst für immer stumm in dem frischen "Schnee verblutet ist.Wo ist der Feldwebel?" Wiederum keine Antwort. Jeder Unteroffizier fühlt plötzlich, daß er allein jetzt die Be­fehle zu geben hat. Wieder eine Stimrne:Zurück in die Hintere Sandgrube. Zurück." Wo ist hinten? Wo ist die Sarcdgrube? Alles ist schwarz. Alles ist schwar­zer und weißer Dreck. Befehl, die Sandgrube so lange wie irgendmüglich zu halten! Dahinter gibt es noch vier Sandgruben, die leicht verteidigt werden können. Irr der nächsten Sandgrube sind drei neue tadellose Ma­schinengewehre, die eine reiche Ernte in den dichten Wel­len der Kanadier halten können, die immer noch mehr aus der Nacht, aus dem Schneesturm heraus schnellen, furchtbar brüllen. Einer fällt. Viele fallen. Entsetzlich poltern die Handgranaten durcheinander. Einer fällt. Viele fallen. Auch auf unserer Seite. Was ist ein Ba­taillon? Gegemiver so vielen! Befehl, in die nächste Sandgrube zurückzugehen, die etwa süufzia Meter wei­ter hinten liegt. Dort sind Reserven. Dort sind die Maschinengewehre!Zurück!" Daß es so eine Stimme geben kann!

Darüber ist es Tag geworden, so eine dünne, fahle Dämmerung. Es schneit auch nicht mehr. Der Feind ist etrvas zurückgeblieben. Er sammelt sich. Er wirb seiner großen Verluste inne. Er wartet, bis seine Re­serven herankommen. Zeit genug für die Unsrigen, sich möglichst vorteilhaft in dem verwüsteten Hügelgelände zu verteilen, sich auf den iimbfiett Angriff vorzuberei- ten. Da stürmt er auch schon wieder heran: Voran die Sturmtrupps, dann fünf, sechs Wellen ganz dicht, dann die Gruppenkolonnen. Wieder sind es die Kanadier, jetzt aber nur noch teilweise mit deutschen Stahlhelmen. Bon den fünf Divisionen, die Kanada nach der Westfront ge­sandt hat, sind vier an dem größten, letzten Durch­bruchsversuch beteiligt. Das bedeutet die Vernichtung von vielen tausend Kanadiern, die nicht wissen, wofür sie ihr junges Leben da bin geben müssen.

Die Aufgabe ist erfüllt. Der Feind hat sich erschöpft zurückgezogen. Auch die Kanonen sind stumm. Böser Tag, böser Tag. JBIut viel Blut. Man darf gar nicht daran denken. Der Herr Maior stiert irrs Nichts. Er kann nicht mehr sprechen. Hub dennoch, ohne daß er es will, kommen Name» über seine Lippen, die Namen feiner Kompagniefchrer, die nicht mehr da sind, die da irgendwo ^n treuester^ Michtersüllung tot Heeen

Pofitisdie Rundschau.

Der Dank des Reichstags a« fite Armee. D« Reichshaushaltsausschutz hat am Mittwoch folgende Er. klärung beschlossen, die Generalfeldmarschall von Hin- denburg telegraphisch übermittelt worden ist:Die un­terzeichneten Mitglieder des ReichshaushaltsausschusseS danken den unvergleichlich tapferen deutschen Helden von Arras, an der Aisne, in der Champagne und wo immer sie für des Volkes Heil und des Vaterlandes Ehre kämpfen und bluten, für ihre in der Weltgeschichte einzig dastehenden Leistungen. Sie legen für daS deutsche Volk das Gelöbnis ab, mit ganzer Kraft uner­schütterlich für seine opfermutige Verteidigung bis zum baldigen Frieden zu sorgen." (Folgen die Unter­schriften.!

Eine Kauzlererklärung gegen die Streikbewegung Der Reichskanzler hat an sämtliche Bundesregierungen ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: Jeder deutsche weiß, daß die Sicherheit unseres Vaterlandes, daß der -L-reg m dem uns aufgezwungenen Kampfe von der Be- schaifung gewaltigen Rüstzeuges für Heer und Flotte abhangt. Dazu ist unausgesetzte, angestrengteste Arbeit in allen Betrieben, die für die Kriegführung Bedeutung haben, notwendig. In letzter Zeit ist mehrfach versucht worden, Arbeiter, fite getreu ihrer Pflicht zur Werk­statt zurückkehrten, von der Arbeit abzuhalten. Auch ia Zukunft werden solche Versuche scheitern an dem vater- lanöischen Pflichtgefühl und dem gesunden kamerad­schaftlichen Smn unserer deutschen Arbeiter und Arbet- terrnnen. Die deutsche Arbeiterschaft soll aber auch wis- ien,- daß die Staatsbehörden, die über Recht und Gesetz zu wachen haben, mit ihr gegen jene verbrecherischer Machenschaften ankämpfen werden. Wer unseren tap­feren Kriegern in diesem heiligen Kampfe ehrlos und treulos tu den Rücken fällt, der stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft und soll von der ganzen Schärfe des Gesetzes getroffen werden.

-^I^^^u^lchusse des Reichstages erklärte am Mittwoch bei Beratung des Heeresetats Kriegsminister von Stem, Sag künftig die Heimsendung von Lebens- Mittelpaketen aus der Front und Etappe bis zu einem Gewicht von 5 Kilogramm erlaubt, die private Hinaus­sendung von Lebensmitteln jedoch verboten werden solle.

Das Kriegsamt hat angeordnet, daß aus unserm gewaltigen ReklaunertenHeer, über das wir noch

der Heimat verfügen und das unser Feldheer von 1870 um ein Mehrfaches übertrifft, eine größere Zahl für den Heeresdienst im Vaterlande wieder frecgemacht wird und in der Kriegswirtschaft durch Hilfsdienst- pflichtige und Frauen ersetzt wird. Bei dieser Gelegen­heit soll auch ein Austausch zwischen Feld und Heimat stattfinden, sodatz ältere verheiratete Facharbeiter, be­sonders Familienväter, soweit die militärischen Inte­ressen es zulassen, aus der Front herausgezogen un­ser heimatlichen Kriegswirtschaft wieder zugeführt wer­den. Von den im Verfolg vorstehender Maßnahmen notwendigen Einziehung Reklamierter, mit denen in der Industrie bereits begonnen ist, bleibt die Land­wirtschaft vollkommen unberührt.

Eine Konferenz zwischen Talaat Pascha und Zi«- merman«. Der zurzeit in Berlin weilende türkische Großwesir Talaat Pascha hatte Mittwoch mittag eine Konferenz mit Staatssekretär Zimmermann, der auch der türkische Botschafter Hakki Pascha beiwohnte.

Vermischtes.

höchster Bestimmung des Großherzogs eine Anzahl von Pferden für die Frühjahrssaatbestellung zur Verfügung gestellt und an kleinere Landwirte leihweise abgegeben, welche nachweislich durch mangelnde Anspannung urit ihrer Ackerbestellung sich im Rückstände befanden.

Sechs Jahre Zuchthaus für Treivriemeudiebstahl. Die Strafkammer zu München-Gladbach verurteilte ei­nen aus dem Zuchthaus entsprungenen Arbeiter, welcher in einer Weberei vierzehn Treibriemen im Werte von achttausend Mark stahl, zu sechsjährigem Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust. Als strafverschärfend wurde betont, daß die Weberei infolge des Diebstahls mehrere Tage stillstehen mußte.

Geflttgelvergiftuug durch Kriegsgefangene. Bei den jüngst erfolgten Getreiderevisionen und Bestandsauf­nahmen bet Lissa in Posen kam die Kommission auf ei­nen größeren Hof, wo man früher große Scharen von Geflügel sich tummesu sah. Als man dem Besitzer fite Verwunderung über das jetzige Fehlen des Geflügels aussprach, sagte er, wie derBrourberger Ostd. Pr." be­richtet wird:Ja, so weit geht die Verhetzung der fran­zösischen Gefangenen. Wir hatten hier einen Gefangenen zur Arbeit, und dieser hat es fertiggebracht, uns den größten Teil des Geflügels mit Arsenik zu vergiften. Wie er zu dem Gift gekommen, konnte noch nicht ermtt= telt werden."

Witze vom Tage. In Bereitschaft.Jetzt wart i nur no auf a Verordnung, daß ma aa von jeden Ochsen täglich zehn Liter Milch abliefern muß." Mein Bursche hat den Auftrag, eine Paketadresse aukrukleben. Trotz wiederholtem und vornehmlichemDraukspuken" will sie nicht halten.Es hält jetzt nischt mehr," sagt er.Neulich wollte ich eine kleben, wissen her Herr Stabsarzt, was ich schließlich genommen habe? Marmelade, die hielt!" Schorschl sitzt traurio in sei- nem Kaninchenloch. Nichts tröstet ihn. Der arme Teu­fel hat gestern einen Schinken von der Feldpost gekriegt von der Liesel daheim heute nacht beim ^»andgra- natenwerfen hat er ihn aus Versehen zu den schwarzen Hunden hinübergeschleudert! (Jugend.)

Weitere Drahtnachrichten.

Bissi«gs Nachfolger in Belgien.

** Berlin, 25. April. (WTB.) Der General der Infanterie von Falkenhausen, bisher Befehlshaber der sechsten Armee, ist unter Beförderung zum General­obersten zum Generalgouverneur in Belgien ernannt worden.

Die deutschen Schiffe in Amerika.

»^ Zürich, 26. April. (T. U.) Die Untersuchung der neun im Neuyorker Hafen liegenden beschädigten deut­schen Handelsschiffe hat nach demDaily Chronicle" laut Voss. Ztg." ergeben, daß die Ausbesserung eines jeden Schiffes 50 000 Dollars kosten wird.

Bon der britische« Reichskonferenz.

** Amsterdam, 26. April. (T. u.) Wie au» Lon­don berichtet wird, erhielten die Vertreter Kanada», Australiens und Südafrikas auf der britischen Reich»« konferenz von den heimischen Parteien und Politikern Forderungen^ dUgeffeUt die .eine Zusichcrung- ihrer eich»-

Forderungen zugestellt, die eine Zusichcrnug th Sonderinteressen dnrch England verlangen. Die Rest konferenz beschloß all» Forderungen «rcherücksi^tat

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