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Zwei deutsche MegeEiziere Hallen Sei einem Mh- “ — Flug in die Wüste die Wasserrohrleitunaea zerstört, die die Engländer zur Versorgung ihrei- großen Kampfmassen die Dämme entlang gebaut hatten. Außerdem wurden zwei englische Flugzeuge während des Kampfes selbst abgesÄossen.
Talaat Pascha in Berlin.
zum
Großvezier Talaat Pascha traf Montag abend mit dem Balkanzuge aus Konstantinopel in Berlin ein. Er ist seit zwei Jahrzehnten der erste Großvezier, der in Berlin Besuch macht.
Zum Besuch des türkischen Großvesiers schreibt der „B. L.-A.": Gewichtige Gründe haben den unentbehrlichen Staatsmann veranlaßt, für kurze Zeit nach Deutschland zu kommen. Durch die Erhebung . Großvesier hat Talaat Pascha, der früher das Ministerium des Innern und der Finanzen verwaltete, die oberste Stelle der auswärtigen Politik der Türkei übernommen. In diesem Charakter will er mit den Leitern der verbündeten Regierungen Fühlung nehmen. Daß der Augenblick eine derartige vertrauliche Verständigung besonders erwünscht macht, liegt auf der Hand. Dre neuen wichtigen Momente, welche die Zusammenkunft der Ententevertreter in den Pyrinäen veranlaßten, werden nun auch in Berlin und im deutschen Großen Hauptquartier zur Erörterung gelangen.
Las große rassische Durcheinanter.
Aus Stockholm vorliegende Nachrichten lassen erkennen, daß die Sorgen der neuen russischen Regierung noch immer im Zunehmen begriffen sind. Die provisorische Regierung fühlt sich durch die Tätigkeit von angeblichen Agenten des alten Regimes stark beunruhigt und läßt, um einer Gegenbewegung vorzubeugen, Massenverhaftungen vornehmen. Sie ist nach Meldungen aus Petersburg gezwungen, sich an die Bevölkerung fast jeden Tag mit einem anderen Aufruf zu wenden. Nach dem Ausruf an die Bauern, die Felder zu bestellen, hat die Regierung die Landbevölkerung abermals in einem Ausruf aufgefordert, alle Lebensmittel, die sie nicht für den eigenen Gebrauch benötigen, abzuliefern, damit die Bevölkerung in den Städten ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann. Außerdem sollen jetzt Lebensrnittel für die Front in genügender Menge bereitgestelli werden, damit unter den Truppen kein Nahrungsmangel eintritt. Dieser in außerordentlich ernsten Tonen gehaltene Aufruf beweist, daß die Frage der Lebensmittelversorgung noch durchaus nicht gelöst ist.
Die Wiederaufnahme der Arbeit in den russischen Munitionswerkstätten bedeutet, nach der Ansicht der „Nowoje Wremja", keineswegs einen Sieg der provisorischen Regierung. Nach der Ansicht des Blattes haben die Arbeiter ihre Tätigkeit nur deswegen wieder ausgenommen, weil die Delegationen der Frontarmee eine immer drohendere Haltung einnahmen und weil die Petersburger Garnison bereit war, mit den Waffen gegen die Streikenden vorzugehen. Angesichts dieser Drohungen nahmen die Arbeiter ihre Tätigkeit mit Widerstreben auf. Die Fabriken und Werkstätten, in denen Kriegsmaterial hergestellt wird, stehen ständig unter strenger Bewachung der regierungstreuen Truppen.
Die plötzliche Beseitigung aller höherer Beamten sowie der Gouverneure, die auf Veranlassung der provisorischen Regierung durchgeführt wurde, macht sich
Wirrwarr, daß die neueingesetzten Beamten sich nicht zurechtfinden können. Die neuen Beamten werden sogar unter dem Druck der Verhältnisse nach und nach wieder entfernt und von Zeit zu Zeit durch abgesetzte Beamte wieder ersetzt. Besonders in den höheren Verwaltungskreisen ist die Lage außerordentlich schwierig geworden.
Gutschkow an der rumänischen Front.
Der russische Kriegsminister Gutschkow ist in Jassy an gekommen. Sofort wurde eine Besprechnno der Ar- meeführer unter seinem Vorsitz abgehalten, worauf Gutschkow eine Abordnung von Offizieren und Soldaten des Abschnittes von Jassy empfing, denen er dre Lage Rußlands auseinandersetzte. Später wurde er vom König Ferdinand in längerer Siudlenz emofangeu. Bor seiner Rückreise hielt er eine zweite Bewrechung mit den Armeeführern und dem rumänischen Minciter- präsidenten sowie dem Kriegsminister ab.
Ladung -es Zaren vor Gericht?
Das ukrainische Pressebureau berichtet laut ,FM. Ztg." nach der „Rußkaja Walja": Der Rat der Arbeiter , und Soldaten in Tiflis hat einstimmig beschlossen den früheren Zaren Nikolaus Romanow vor Gericht lade« zu lassen und abzuurteile«. Dieser Beschluß wurde sofort telegraphisch an den Arberterrat in Petersburg übermittelt, damit dieser verhindere, daß der frühere Zar durch eine schleunige Flucht nach England sich der Hand seiner Richter entziehe. *
Ein englischer Fühler?
Die „Köln. Ztg." meldet von der schweizerischen Grenze: Der Basier Anzeiger meldet aus Bern: Von wohlunterrichteter Seite verlautet, daß der englcsche Gesandte in Bern durch Bermittlung des schwetzernchen Bundesrats eine Unterredung mit dem österreichrich- ungarischen Gesandten nachgesucht habe.
Die englischen Sozialisten für eine Frievensaktton?
Das russische Arbeiterblatt „Prawda" erklärt zuverlässige Nachrichten erhalten zu haben, nach denen die englische Sozialdemokratie für die Einleitung von Friedensverhandlungen eintritt und sich der Friedensaktion der internationalen Sozialdemokratte anschlretzen wird.
Der Erfolg unserer Uboote.
Ein wertvolles englisches Eingeständnis..
Der „Daily Telegraph" vom: 16. April veröffentlicht einen Aussatz des Mariueschriftstcllers Archibald Hurd über die englischen Schiffsverluste,.in dem u. a. ausae- sührt wird: Bei Prüfung des UmsMges der der britischen Handelstonnage erwachsenen Verluste ergebe sich, daß die seit Ende vorigen Jahres im englischen Schiffbau gemachten Fortschritte die in der Seeschiffahrt an- gericyteten Verheerungen nicht mehr aufzuwiegen imstande wären. Jede Scknffsversenknng bedeute daher nicht nur den Verlust
Jede Schiffsversenkung bedeute daher erlust der Ladung nebst dem Fahrzeug, ernde Ausschaltmlg.eines gewisseu not- Sraums. Die SAindVerluste übten da- „_ ___ Einführung von Nahrungsmitteln und Kriegsmaterial eine schwere Wirkung aus.
(Damit wird die von deutscher Seite stets behauptete Unmöglichkeit, so rasch Schiffe bauen zu können, daß die durch den U-Bootskrieg verursachten Verluste wett gemacht werden können, von englischer »elte bestätigt.)
Wie England feine Borräte streckt.
Angesichts der kritischen Lebensmittellage ergehen in England tiigM neue Bestimmungen Mr Beehmung
des Aufbrauches der vorhandenen Bestände. Die Herstellung von Blätterteig und anderen leichten Gebäck- arten wird verboten und die Anfertigung von Kuchen auf solche beschränkt, die höchstens 15 v. H. Zucker und 30 v. H. Weizenmehl enthalten. Eine andere Verordnung beschränkt den Verbrauch von Gebäck in Teehäusern und Klubs, in den Nachmittagsstunden auf zwei Unzen für die Person. Bezüglich des Zuckers besteht ein freiwilliges Rationierungssystem bei einer Wochen- ration von % Psund auf den Kopf. Angesichts der Ueber- schreitungen erwägt die Regierung jedoch obligatorische Rationierung. Der 17. April war der erste obligatorische sleischlose Tag für die Hotels, Gastwirtschaften und Klubs. Die Regierung leitet erzieherische Maßnahmen ein, um das Volk zur Einschränkung des Bror- genufses zu veranlassen.
Gewaltige Güterstockung in englischen Häfen.
Wie „Statist" laut „B. L.-A." schreibt, sei in Liverpool und Manchester die Stockung im Transportwesen durch die Archäufung von Gütern so gewaltig, daß eine Besserung der Bersandverhältnisse in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei, worunter die Industrie schwer leide.
Vier englische Zerstörer gesunken?
Einer Meldung der „Voss. Zig." zufolge herrscht in
London seit einigen Tagen große Sorge über das Schicksal von vier Zerstörern, die im Kanal vor der Themse Dienst taten und von denen man seit vierzehn Tagen nichts mehr gehört hat. Inzwischen habe die Admiralität die Torpedierung des einen Zerstörers bekanntgegeben. Man glaube aber allgemein, daß auch die anderen drei verloren seien.
Anschläge gegen König Konstantin?
In der Hand des Generals Sarrail soll nach einer Meldung des Londoner Gewährsmannes der „Voss. Zt." eine Geheimorder der französischen Regierung sich befinden, den König von Griechenland gefangen zu nehmen und ihn in Frankreich zu internieren, sobald Sarrail den Beweis für royalistische Jntrigen gegen die Entente erreicht habe.
Laut „Dtsch. Tgsztg." verlangen Pariser Blätter sofortige Gewaltmatznahmen gegen Griechenland, weil Lambros nicht demissioniert hat. Die Entente müsse die ganze beschlagnahmte Flotte an Venizelos ausliefern und die Bahnstrecke Athen-Larissa unter eigene Verwaltung nehmen, damit Venizelos von der Landseite her keine Ueberrumpelung zu befürchten habe.
Deutschfreundliche Stimmung in Brasilien?
Der bisherige brasilianische Vizekonsul in Berlin glaubt in einer Zuschrift an die „Voss. Zig." feststellen zu können: Für Kenner brasilianischer Verhältnisse dürfte es außer allem Zweifel stehen, daß die jetzt täglich gemeldeten Ausschreitungen gegen Deutsche in Brasilien nicht etwa von Brasilianern, sondern von Portugiesen herrühren. Die Angriffe sind kein Ausdruck der Stimmung des brasilianischen Volkes, denn diese ist ausgesprochen deutschfreundlich.
Die Lage in Mexiko.
Eine Sonderdepesche aus El Paso an den „New Aork Herald" meldet laut „Basler Nachrichten", daß die Staatsangestellten infolge der von den größeren Städten gesandten Berichte auf Ereignisse von schwer wiegender Bedeutung in Mexiko aef
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Neue Ritter des Po«r le merite.
Der „Reichsanzeiger" meldet: Dem Generaladjutanten General der Infanterie von Jacobs und dem Fliegeroffizier Leutnant d. R. Boß ist der Orden Pour le merite verliehen worden.
Ueber 10 000 Ostpreußen verschleppt.
In der Sitzung der Provinzialkommission für ost- preußische Kriegsgeschichte wurde festgesteM, daß nach dem Material der Auskunftsstelle die Zahl der verschleppten Ostpreußen über 10 000 beträgt.
Zum Heldentode des Prinzen Friedrich Carl.
Die englische Regierung hat dem König von Spanien mitgetejlt, daß die sterbliche Hülle des Prinzen Friedrich Carl von Preußen nicht vor Beendigung des Krieges ausgeliefert werden könne. Indessen wird die englische Regierung die ausführlichsten Mitteilungen über den Ort der Gefangennahme des Prinzen, sowie über dessen Grab zur Verfügung stellen, und diesem die sorgfältigste Pflege angedeihen lassen.
140 Millionen Mark tägliche Ausgabe in England.
Ein Dokument schwerer Besorgnis über die Finanzlage Englands bildet die von 35 Unterhausmitgliedern aller Parteien eingereichte Resolution, die die Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Staatsausgaben mit der Befugiris, Staatsbeamte zu vernehmen, fordert. In der Begründung wird ausgefA-rt, daß die Ausgaben jetzt täglich 7 Millionen Pfund betragen und die Regierung nicht ans Sparen denke. Die Finanzkmttrolle des Unterhauses habe praktisch aufgehört.
Die Franzosen sollen sich das Fleischessen abgewöhnen.
Wie der „Petit Parisien" erführt, beabsichtigt die französische Regierung, die ganze Bevölkerung durch einen patriotischen Aufruf aufzufordern, nur noch einmal täglich eine Fleischspeise zu genießen.
Amerikauischer Borschutz in Rutzland.
Nach einer Neuyorker Radio-Wieldung bewMgte laut „B. T." das Staatsdepartement der russischen provisorischen Regierung einen Vorschub von 200 Millionen Dollars für siebzig Tage zu 2% %, um die amerikanischen Forderungen für die Kriegslieferungen zu begleichen.
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Dienstpflichtdebatte in Washington. Im Washingtoner Repräsentantenhaus soll am Dienstag eine Debatte über die allgemeine Dienstpflicht stattfinden. Man rechnet auf drei stürmische Sitzungen.
Gescheiterter Plan eines dänischen Menschenfreundes. Der Plan des dänischen Arztes Dr. Ther sen, Tausende von deutschen und österreichisch-ungarischen Kindern für die Kriegsdauer in Dänemark unterzubringen, ist als gescheitert anzusehen.
Explosionen in feindlichen Munitionsbetrieben. Der „Matin" meldet aus Angonleme, in der dortigen Pulverfabrik habe sich eine schwere Explosion ereignet, die bedeutenden Sachschaden angeruhtet habe. — In dem Pa- tronendepvt eines Munitionsbetriebes in Petersburg ereignete sich eine Explosion, bei der sechs Personen getötet und 35 verwundet wurden.
Politische Rundschau.
Der Unabhängige Avsschuß für einen deutschen Frieden veröffentlicht in Berliner Blättern eine Kund- Ädie sich zunächst gegen die bekannte sozialdemo- KriodenSresolution wendet, in d« ein Friadan
„ohne Mrnexwnen und Kriessemschädignngsn" gefordert wird, und die sich weiter gegen eine Aeußerung Scheidemanns von den „unsinnigen Forderungen" des Unabhängigen Ausschusses richtet. Für die Mittelmächte Bebe es in der gegenwärtigen Stunde nur eine Aufgabe:
Jen Sieg! Weiter wird in der Kundgebung zum Ausdruck gebracht, daß es unstatthaft sei, innenpolitische Aenderungen, die nicht ohne Kampf erzwungen werden könnten, vorzunehmen, solange Millionen unserer Besten dem Feinde ihre Brust zu bieten haben. Die Kundgebung schließt mit der Forderung an die Regierung, gegen die sozialdemokratische Erklärung offen Stellung zu nehmen.
Ein sächsischer Minister über die Lage. Bei der Einweihung des neuen Hauses der Dresdener Gewerbekam- nrer hielt der Minister des Innern Graf Vitztbum eine Rede, in der er u. a. ausführte: Von dem Frieden trennt uns keine lange Zeit mehr. Aber noch gibt es kein anderes Mittel, den Frieden zu erreichen als den Kampf mit den Feinden, die ihn avlehnten. Die Ofsen- fivmacht unserer Feinde im Osten scheint achrochen, aber bei der Zerrissenheit der inneren Verhältnisse können noch Wochen vergehen, ehe sich der Friedenswille in Rußland durchsetzt. Im Westen jedoch haben Engländer und Franzosen in ihrem unaesckwächien Vernichtungskampf neue Massen gegen unser Heer geworfen, das im Begriff ist, diesen letzten Ansturm unserer Feinde abzuschlagen. Mit der Zuverlässigkeit eines Uhrwerkes arbeiten indessen unsere U-Boote auf dem Weltmeer.
Strenge Winter und Welternte.
Der strenge Frost, der feit Anfang Januar bis in dre letzten Wochen Europa hecmgesucht hat, ist natürlich allgemein zum Nachteile der künftigen Ernte gewesen. Das Internationale Landbaubureau hat darüber Untersuchungen angestellt, deren Resultat jetzt in stattsti- scheu Angaben veröffentlicht wird. In Frankreich mußten die Vorarbeiten in der Landwrrtschast, sogar Pflügen und Säen, zeitweilig eingestellt werden. Die während des Herbstes 1916 mit Getreide bebaute Land- fläche weist jetzt eine schwerwiegende Verminderung auf, nämlich 15 % für Weizen, 10 % für Roggen, 5 % für Hafer. Nur der Anbau von Gerste ist nicht gesunken, sondern hat mit 109 000 ha gegenüber dem Vorjahre um 10 % zugenommen. — In Großbritannien war heftige Kälte mit Schneestürmen gepaart, wodurch die Feldarbett fehr erschwert wurde. In Indien wieder- unt ist die letzte Aussaat verhältnismäßig günstig ge- weien. Dagegen haben die Reisländer Bengalen, Vikar und Orissa, die sonst die Hälfte der britisch-indischer' Ernte lieferten, sehr ernstlich unter heftigen Regenfäl- len und Ueberströmungen gelitten. Auch in Japan ist das Säen des Weizens und der Gerste durch Regen verzögert worden. — Auf der südlichen Halbkugel jedoch ist die neue Ernte 1916/17 unter leidlich günstigen Umständen eingebracht worden. Australien weist folgende Zahlen auf: Weizen 39 048 000 Zentner, Hafer 912 000, Gerste 3 012 000, Mais 2 159 000 Zentner. Der Gesamtertrag der Getreideernte von Australien und Argentinien umfaßt aber dennoch nur 60111000 Zentner gegen 85 907 000 oder 30% mehr im Jahre 1915/16. Das ergibt, mit den besten fünf Jahren verglichen, im Durchschnitt eine Ernte von 92%. — Was die Kartoffelernte anbelangt, so werden vom Internationalen Landbaubureau auf Grund des amtlichen statistischen Materials folgende Summen errechnet: Frankreich, Canada, Bereinigte Staaten, Javan, Jta- JuM^iMiiiMt^^ zuletzEM gefamt 286 634 000 Zentner gegenüber 331 701 000 Zentner Kartoffeln im Jahre 1915 geliefert.
Vermischtes.
Die Lebensmittelversorgung der Kurorte. Die maßgebenden Stellen und insbesondere das Kriegsernährungsamt haben sich in den letzten Tagen eingehend mit der Frage der Lebensmittelversorgung unserer Kur- und Badeorte befaßt. Die Beratungen sind zu einem vorläufigen Abschluß gebracht worden. Danach dürfte eine Sonderbelieferung der Kur- und Badeorte mit Lebens- Mitteln durch das Reich keinesfalls in Frage kommen, da auf diese Weise eine Doppelbelieferung eintreten würde. Man will aber die Lebensmittelversorgung der Kurorte durch einen Ausgleich für den zwischenstaatlichen Verkehr sicherstellen. Das heißt also, wenn man an- ntmmt, daß etwa von Bayern 1000 Fremde preußische Kurorte besuchen, während 10 000 preußische Reisende nach bayrischen Kurorten fahren, so soll hierfür ein Ausgleich dadurch geschaffen werden, daß man ein sogenanntes Reichsanmelde- und AbmeldeversaHren, wahrscheinlich durch Ausstellung von Karten, einführen wird. Allerdings ist man sich über die Einzelheiten der Durchführung dieses Planes noch nicht klar.
Karpfen im Leichemvase«. Großes Aufsehen erregte in Berlin ein Borfall auf dem Alexanderplatz. An einem Leichenwagen lüftete sich bei einem Ruck ein Seitenvorhang, und aus der Oeffnung heraus sprang zur höchsten Verwunderung des Publikums, das sich bald ansammelte, eine ganze Anzahl munterer Karpfen. Der Kutscher hatte vier Körbe geladen, die alle mit Karpfen gefüllt waren. Ein Korb war umgefallen. Der Mann erklärte, daß er den Transport für einen Fischhändler auszuführen habe und in Ermangelung eines anderen Fuhrwerks einen Leichenwagen dazu genommen habe.
Weitere Drahtnachrichten.
Der bulgarische Heeresbericht
vom 23. April meldet: Zwischen Barbar und Doiransec während des ganzen Tages sehr heftiges feindliches Ar- tillcriefener, das mehrmals die Stärke von Trommel-
'ien,
jener erreichte. Unsere Stellungen wurden südlich von Doiran sehr heftig l»cschossen, wo gegen 10 Uhr nachmittags nach fortgesetztem Trommelfeuer englische Jnfau- tcrieabteilnuge« gegen unsere Stellungen vorrückte«, aber blutig zurückgeschlageu wurde« und gezwnugen wurde«, in ihre Gräben zurückzngeheu. Auf der übrigen Front schwache Artillerictätigkeit. Rumänische Front: Ruhe.
Balfours Besuch in Amerika.
im Washington, 23. April. (WTB.) Reuter meldet: Balsour besuchte morgens das Staatsdepartement und begab sich darauf in das Weiße Haus, wo er von Wilson und seinem Militär- und Flottenadjutanten em- pfangen wurde.
Handel und Verkehr.
Die Landwirtschaftliche Zentral-DahrlehnSkasse für Deutschland zu Berlin, die Zentral-Geldansaleichstelle der Raiffeifenschen Genossenschaftsorganisation. Hat auf die sechste Kriegsanleihe für sich und die ihr angeschlch« senen Raiffeisen-Vereine und sonstigen Msialieder 162,5 Millionen Mark gezeichnet. All den bisherigen Kriegsanleihen zusammen ist sie mit mehr als einer halben RMliärde Mark betettiat 1528 Millionen MarkJ