Hersfelder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger ^'
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für den Kreis Hers , Kd
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Nr. 86
«M to.Ä^^ Sonnabend, den 14. April
1917
Amtlicher Teil
Hersfeld, den 2. April 1917.
Nachstehend veröffentliche ich die in der Kreistagsversammlung am 31. März ö. Js. gefaßten Beschlüsse.
Ziffer 1 der Tagesordnung. Die Prüfung der Verhandlungen über die Wahl eines Ersatzmannes für den verstorbenen Kreistagsabgeordneten Jakob Seelig von Hersfeld gab zu Beanstandungen keinen Anlaß.
Es wurde einstimmig beschlossen, diese Wahl für gültig zu erklären.
Der Gewählte, Kaufmann Lorenz Mohr von Hersfeld wurde hierauf eingeführt.
Ziffer 2 der Tagesordnung. Nachdem dem Kreistag von dem Ergebnis der Rechnungsprüfung Kenntnis gegeben war, insbesondere auch von der Erledigung der Revisionsbemerkungen, soweit eine solche erforderlich war, wurde die Kreiskommunalkassen- rechnung vom Rechnungsjahr 1915 auf eine Gesamt
einnahme von
und Gesamtausgabe von
1,323,912,97 Mk.
1,307,414,86 „
mithin auf einen Kassenbestand von 16,498,11 Mk. festgestellt und dem Kretskommunalkassen-Rendant Entlastung erteilt.
Die Ueberschreitung der Titel 2, 3, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 und 14, der Ausgabe wurde genehmigt, zumal in den Einnahme-Titeln 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10 und 11 Mehreinnahme« gegenüber stehen.
Ueber die Ueberschüsse des Rechnungsjahres 1915 ist wie folgt verfügt worden:
1000 Mark sind als Beihilfe für das Herz-Jesu- Heim in Fulda, 1500 Mk. für Verbreiterung des Landwegs Gershausen-ReimboldShausen (als geleisteter Vorschuß im abgelaufenen Rechnungsjahre),
750 Mark als Zuschuß für den hiesigen landwirtschaftlichen Kreisverein (Beitrag zu den Kosten der im Jahre 1914 stattgehabten landwirtschaftlichen Aus- ' frEmWWWWWMWWMWWWWWWWMMMW Hersfelder Kreisbahn (zu Unrecht erhobener Besoldungsanteil zum Gehalt des Kreisbaumeisters für das Rechnungsjahr 1915) zu zahlen bezw. zu verrechnen.
Der Rest ist unter Titel 2, Ziffer 3 des außerordentlichen Haushaltsetat in Einnahme gestellt worden.
Ausgaben, die im Haushaltungsplan vorgesehen sind, die aber bis zum Schluß des Rechnungsjahres aus besonderen Gründen nicht geleistet werden können, sollen nur 1 Jahr in Restausgabe gestellt, dann aber die fraglichen Beträge bet der hiesigen Sparkasse besonders verzinslich angelegt und so zur Verwendung für später bereit gehalten werden.
Ziffer 3 der Tagesordnung. Die einzelnen Posten des Haushalplanes für das Rechnungsjahr 1917 wurden näher geprüft.
Es wurde im allgemeinen nichts hiergegen zu er- inern gefunden.
Zu Titel 8 B. a. der Ausgaben, betreffend den Ausbau der Weges Sorga-Kathus, wurde beschlossen, die Arbeiten für die Dauer eines Jahres zurückzu- stellen.
Hierauf wurde der ordentliche Haushaltsplan in Einnahme und Ausgabe auf381 532 Mk. der außerordentliche Haushaltsplan auf 1,537,800,10 Mk festgestellt.
Hierbei wurde ferner beschlossen, daß im Rechnungsjahr 1917 = 50 Prozent der sämtlichen direkten Staatssteuern als Kreissteuer erhoben werden sollen.
Ziffer 4 der Tagesordnung. Zur Bestreitung der Kriegsfamilien-Unterstützungsgelder, welche der Lieferungsverband vorschußweise zu zahlen hat, sind im Rechnungsjahr 1917 voraussichtlich 1.500.000 Mk. erforderlich.
Es wird einem Vorschläge des Kreisausschusses entsprechend beschlossen, die erforderlichen Zuschüss« im Wege des Wechselkredits bet der Reichsbank auf- zunehmeu, weil diese Art der Aufbringung für den Lieferungsverband am günstigsten ist.
Ziffer 5 der Tagesordnung. Der KreisauSschuß hat unterm 24. Januar beschlossen, dem Kreistag vor- zuschlagen, das Sprunggeld für die Kreisziegenböcke mit Rücksicht auf die vom Krersverband aufzu- bringenden erhöhten Unterhaltungskosten von 1 Mk. auf 1,50 Mk. zu erhöhen.
Dieser Vorschlag ist einstimmig vom Kreistag angenommen worden. ,
Ziffer 6 der Tagesordnung. Die Kreishundesteuer ist einem Beschluß des KreisauSschusses entsprechend für jeden 1. Hund von 5 auf 10 Mark und für jeden folgenden von 10 auf 20 Mark erhöht
Ziffer 7 der Tagesordnung. Die bisherigen Mitglieder und Stellvertreter der Körungskommission werden für die nächsten drei Jahre wiedergewählt.
Ziffer 8 der Tagesordnung. Der Wagner Heinrich Höll in Friedewald ist für eine weitere AmtSdauer von 3 Jahren als Cchiedsmannstellvertreter für den Schiedsmannsbezirk Friedewald — fiSk. Oberförsterei Friedewald — gewählt worden.
Ziffer 9 der Tagesordnung. Zur Deckung der noch zn destreitenden SrnnderwerbSkosten, die durch
den Bau der Hersfelder Kreisbahn entstanden sind, sollen die Ueberschüsse aus dem Rechnungsjahre 1915, soweit über sie nach Ziffer 2 der Tagesordnung nicht bereits besonders verfügt ist, verwendet werden.
Ziffer 10 der Tagesordnung. Als Vertrauensmänner für den Ausschuß zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen bei den Königlichen Amtsgerichten des Kreises für das Jahr 1918 wurden die bisherigen Vertrauensmänner einstimmig wiedergewählt. Für den verstorbenen Fabrikanten Herrn Jakob Seelig wurde Herr Bürgermeister Wagner hier gewählt.
Ziffer 11 der Tagesordnung. Zur Prüfung der Kreiskommunalkassenrechnung für das Rechnungsjahr 1916 wurden Rentner L. Auel und Fabrikant H. Seelig hier gewählt.
Außerhalb der Tagesordnung. 1.) Für die Beamten der Kreiskommunal-Verwaltung wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1917 ab eine Kriegsbeihilfe bewilligt, wie sie die Beamten des Bezirksverbands nach Beschluß des Landesausschusses vom 29. Januar 1917 beziehen. 2.) Einem Antrag des Magistrats der Stadt Hersfeld auf Errtch.ung einer Gemüse- und Obsttrocknungsanlage entsprechend wurde beschlossen, sich im Prinzip mit der Errichtung einer solchen Anlage einverstanden zu erklären.
Der KreiSausschuß ist ermächtigt worden, sich mit dem Magistrat ins Einverr -hmen zu setzen und demnächst über die zweckmäßige Art und Weise der Errichtung einer solchen Anü ge weitere Borschläge zu machen.
Der Vorsitzende de Kreisausschuffes.
I. A. No. 3379. J. V. :
v. Hedemann. Reg.-Assessor.
Der deutsche Samartterverein in Kiel stellt Blechtafeln her, welche Maßregeln zur Rettung Erkrinken- der und für Wiederbelebung anscheinend Ertrunkener enthalten.
An Königliche Behörde- werden die Tafeln kosten- M|)M|!HMMHMMMMttM)HiKMMMM^
oder Stellen sie bestimmt sind und nur die unbedingt nötige Anzahl von Tafeln bestellt wird. An Private werden die Tafeln gegen Erstattung des Selbstkostenpreises geliefert.
Anträge auf die unentgeltliche Ueberweisung solcher Tafeln in Fällen eines wirklichen Bedürfnisses sind an den Königlichen Polizei-Präsidenten
an
hier, den Königlichen Polizei-Direktor in Hanau und die Königlichen Landräte des Bezirks zu richten. Cassel, den 8. März 1917
Der Regieruugs-Präfident
J. V.: von Lentze.
* * * Hersfeld, den 29. März 1917.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. I. 2877. Der Landrat;
J. V.: /
v. Hedemann, Reg.»Affessor.
Cassel, den 27. März 1917.
Der Bundesrat hat durch Verordnung vom 16. Februar ds. Js. R. G. Bl. S. 151 auch in diesem Jahre die Einführung der sogenannten Sommerzeit an geordnet.
Die Sommerzeit beginnt am 16. April vormittags 2 Uhr nach der gegenwärtigen Zeitrechnung und endet am 17. September 1917 vormittags 3 Uhr.
Die öffentlich angebrachten Uhren sind nach den Anordnungen des Bundesrats am 16. April 1917 vor- miitags 2 Uhr auf 3 Uhr vorzustellen und am 17. September 1917 vormittags 3 Uhr im Sinne der Verordnung auf 2 Uhr zurückzustellen.
Von der am 17. September 1917 doppelt erscheinenden Stunde von 2 bis 3 vormittags wird die erste Stunde als 2 A (2 A 1 Minute usw. bis 2 A 59. Min.) die zweite als 2 B. (2 B 1. Minute bis 2 B. 59. Minuten) bezeichnet.
Ich ersuche, dies den Standesbeamten in den Landgemeinden rechtzeitig Mr Beachtung mitzuteilen.
Der Regierungs-Präsideut.
A. I. 2169.
In Vertretung gez. Unterschrift. ♦ * *
Hersseld, den 7. April 1917.
Barstehendes wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Beachtung mitgeteilt.
Der Vorsitzende des KreiSauSschusses.
J. A. No. 3651. J. B:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 11. April 1917.
Betrifft; Revision der Getreidebestände.
Die Herren Bürgermeister haben mir nach Beendigung der Revision der Getreidebestände sofort eine kurze Anzeige zu erstatten.
Tgb. Nr. K. G. 1081. Der Landrat.
J. B.:
v. Hedemann, Reg.-Asseffor.
Anwerbung von Arbeitern und Arbeiterinnen.
Auf Grund des § 9 des Preußischen GesetzeS über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 und des Reichsgesetzes vom 11. Dezember 1915 wird folgende Anordnung erlassen:
Jede Werbetätigkeit, welche bezweckt, Arbeiter und Arbeiterinnen, die bei im Dienste der Heeresverwaltung beschäftigten Unternehmern ober in unmittelbar oder mittelbar für Heeresbedarf tätigen Betrieben beschäftigt sind, zum Aufgeben oder zum Wechsel ihrer Arbeitsstelle zu veranlassen, wird verboten.
Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.
Der Befehl des stellvertretenden Generalkommandos vom 24. Januar 1917 betreffend Arbeiteranwerbung durch die Presse sabgedruckt im K. K. V. Bl. 1917 vom 26. Januar 1917 No. 52) wird hierdurch nicht berührt.
Cassel, den 7. März 1917.
Der Kom .raudierende General von Haugwitz, General der Infanterie.
* * *
^ersfeld, den 29. März 1917.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. I. 3240. Der Landrat.
B.:
v. Hedemann, Rcg.-Assefsor.
Bus der Heimat.
* (Saatkrähen für die Volksernährung.) Infolge der gestiegenen Knappheit an Lebensmitteln gewinnt die RuSnu<- r^a der jungen Saatkrähen für WWWWWMWWWMWWWWMWWMWWWBWO tf«W der jungen Saat-, Raben- und Nebelkrähen ist außerordentlich wohlschmeckend. Sie erinnert gedraten an junge Tauben (insbesondere gefüllt schmecken junge Krähen delikat). Alte Krähen sind selbstverständlich auch zu genießen, doch müßen sie lange braten oder kochen, da das Fleisch sehr zähe und faserig ist. Man darf aber eine Krähe nicht rupfen, sondern muß mit einem kleinen Messer den Balg (Haut) abziehen. Das rötliche Fleisch sieht äußerst appetitlich aus. Unter der Haut ist meist sehr viel Fett abgelagert, besonders sind im Herbst die Krähen sehr feist.
* (Ersatz-Truppenteile und Gespanne zu Hilfsaktionen für Landwirtschaft.) Das Kriegsamt hat die stellvertretenden Generalkommandos darauf hingewiesen, daß zur Frühjahrsbestellung alle irgend entbehrlichen und verwendbaren Truppen und Gespanne der Ersatztruppenteile restlos zur Hilfsaktionen der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen sind. Auch ist weiterhin verfügt worden, daß auf Anforderung hin Hilfskommandos schon jetzt überall da zu stellen sind, wo es sich um Bergung von angefrorenen und der Gefahr der Fäulnis ausgesetzten Kartoffelmieten handelt. Diese dankenswerten Maßnahmen sind mit besonderer Freude zu begrüßen. Allseitig in der Landwirtschaft von ihnen Gebrauch zu machen, ist sehr empfehlenswert. Sie dürften wesentlich dazu beitragen, eine ordnungsmäßige, rechtzeitige Frühjahrsbestellung durchzuführen.
):( Hersfeld, 13. April. (Krieg s-J ugendwehr Hersfeld.) Die Kriegsjugendwehr Hersfeld veran- staltet am nächsten Sonnabend den 14. April, von abends 8 Uhr ab, einen Unterhaltungsabend unter teilweiser Wiederholung der Vortragsfolge vom 18. März d. J. Herr Landesrat Beck in Cassel hat sein Erscheinen in der Jugendwehr für diesen Abend zuge- sagt und wird ihn durch eine vaterländische Ansprache besonders verschönen. Ein Souderzug der Kreisbahn, der abends 6 Uhr aus Hetmboldshausen nach Hersfeld und um 11 Uhr von Hersfeld nach Heimboldshausen fährt, wird, da er auf allen Dtationen hält, den Landbewohnern jener Gegenden es ebenfalls ermöglichen, den Unterhaltungsabend zu besuchen.
):( Hersfeld, 13. April. Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt ein Merkbla tt betreffend das Keimlingsverfahren bet Saatkartoffeln bei. Die in diesem Blatte mitgeteilten Ratschläge verdienen weiteste Beachtung aller Kartoffelanbauer.
Man zeichnet Kriesranleihe bei jeder Bank, Kreditgenoffenschast, Sparkasse, Lebensaerslchernngsge- lelllchast. P-ltanktalt.