Kaiserliche oslerbokschasi an 6« Soll
Die innerpolitische Erneuerung.
Amtlich wird aus Berlin gemeldet: Der Kaiser und König hat an den Reichskanzler und Präsidenten des Staatsministeriums Dr. von Bethmann Hollweg einen Erlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt!
Leuchtend stehen die Leistungen der gesamte» Natron in Kampf und Not vor Meiner Seele. Die Erlebnisse dieses Ringens um den Bestand des Reiches leiten mit erhabenem Ernst eine neue Zeit ein. Als dem verantwortlichen Kanzler des Deutschen Reiches und ersten Minister Meiner Regierung in Preußen, liegt es Ihnen ob, den Erfordernissen dieser Zeit mit den rechten Mitteln und zur rechten Stunde zur Erfüllung zu verhelfen.
Die Wehrmacht als wahres Volksheer zu erhalten, den sozialen Aufstieg des Volkes in allen Schichten zu fördern, ist vom Beginn Meiner Regierung an Mein Ziel gewesen. Bestrebt, in festbewahrter Einheit zwischen Volk und Monarchie dem Wohle der Gesamtheit zu dienen, bin Ich entschlossen, den Ausbau unseres inner- politischen, wirtschaftliche» »nd sozialen Lebens, soweit es die Kriegslage gestattet, ins Werk zu setzen.' Noch stehen Millionen Volksgenossen im Felde, noch muß der Austrag des Meinungsstreites hinter der Front, der bei einer eingreifenden Verfassungsänderung unvermeidlich ist, in höchstem vaterländischen Interesse verschoben werden, bis die Zeit der Heimkehr unserer Krieger gekommen ist und sie selbst am Fortschritt der neuen Zeit mitraten und taten können. Damit aber sofort beim glückliche» Ende des Krieges, das, wie ich zuversichtlich hoffe, nicht mehr fern ist, das Nötige und Zweckmäßige auch in dieser Beziehung geschehen kann, wünsche ich, daß Se Vorbereitungen unverweilt abgeschlossen werden.
Mir liegt die Umbildung des preußischen Landtags und Sie Befreiung unseres gesamten innerpolitische» Lebens von dieser Frage besonders am Herzen. Für die Aenderung des Wahlrechts zum Abgeordnetenhause sind auf Meine Weisung schon zum Begiuu des Krieges Vorarbeiten gemacht worden. Ich beauftrage Sie nunmehr, Mir bestimmte Vorschläge des Staatsministeriums vorzulegen, damit bei der Rückkehr nuse- rer Krieger diese für die innere Gestaltung Preußens grundlegende Arbeit schnell im Wege der Gesetzgebung ausgeführt werde. Nach den gewaltigen Leistnngen des ganzen Volkes in diesem furchtbare» Kriege ist »ach Meiner Ueberzeugung für SasKlassenwahlrecht i n Preußen kein Raum m e'y'r. Der Gesetzentwurf wird ferner unmittelbare und geheime Wahl der Abgeordnete» vorzusehen habe». Die Verdienste des Herrenhauses und seine bleibende Bedeutnng für den Staat wird kei» König von Preuße» verkennen, das Herrenhaus wird aber de» gewaltigen Anforderungen der kommenden Zeit bester gerecht werden können, wenn es im weiteren und gleichmäßigeren Umfange als bisher aus de» verschiedenen Kreisen und Berufen des Volkes führende, durch die Achtung ihrer Mitbürger ausgezeichnete Männer in seiner Mitte vereinigt.
Ich handle nach den Ueberlieferungen großer Vorfahren, wenn Ich bei Erneuerung wichtiger Teile unseres festgefügten und sturmerprobten Staatswesens einem freien, tapferen, tüchtigen und hochentwickelten Volk das Vertrauen entgegenbringe, das es verdient.
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Der Erlaß Kaiser Wilhelms an den Reichskanzler wird von den Wiener Blättern als bedeutungsvolle Okterbotschast an das deutsche Volk besprochen. Das „Neue Wiener Taqblatt" führt aus, das Deutsche Reich wert seine Wesensart den Ausbau und die Weiterbildung auf allen Gebieten im besten modernen Sinne wollte und will. Daß dies auch weiter der Fall sein soll, bezeuge der Kaiser in seinem Erlaß an den Reichskanzler. Der Kaiser hat Vertrauen zu feinem Volke wie das treue, tapfere, tüchtige und hochentwickelte Volk zu ihm. — Die „Neue Freie Presse" schreibt: In allen Ländern werden die Worte des Kaisers gehört werden. Die Verleumder, die Deutschland als den Hort der Reaktion bezeichnen und diesen Kampf der Machtgier zu einem Freiheitskrieg verfälschen wollen, werden durch die Osterbot- schaft des Deutschen Kaisers gebührend gezüchtigt.
Der Bruch zwischen Oesterreich und Amerika.
Infolge Eintritts des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen Reich und den Bereinigten Staaten von Amerika wurde der k u. k. diplomatische Vertreter in Washington angewiesen, von der Regierung -er Vereinigten Staaten seine Pässe z« verlangen und mit dem Personal der Botschaft das Land zu verlassen. Dem amerikanischen Geschäftsträger in Wien wurden die
Pässe zugestellt.
Reuter über ein amerikanisches Millionenheer.
Reuter berichtet aus Washington: Es ist Befehl gegeben worden, die Marinemiliz und die Reserven zu mobilisieren und einen Motorbewachungsdienst an den Küsten einzurichten. Nach amtlicher Schätzung sind 7 756 000 Mann zwischen 18 und 24 Jahren in den Vereinigten Staaten verfügbar. Daraus ergibt sich, was Amerika leisten könnte, wenn es die Männer bis zu 50 Jahren aufruft. Die erste Armee soll fünf Millionen Mann betragen. (Wenn eben nur das Wenn nicht dabei wäre.)
Die beschlagnahmten deutschen Schiffe.
Havas meldet laut „Frkf. Ztg." unterm 8. April aus Neuyork: 27 deutsche Schiffe, darunter der große Dampfer „Vaterland" von zusammen 125 000 Tonnen, wurden in Neuyork beschlagnahmt. In Besitz genommen wurden ferner in Boston 6 Handelsschiffe mit 78 000 Tonnen, in Philadelphia 6 Dampfer mit 36 000 Tonnen, in Baltimore 3 Dampfer mit 31000 Tonnen. Die Gesamtzahl der beschlagnahmten deutschen Schiffe beträgt angeblich 94 mit einer Gesamttonnage von 600 000 Tonnen, geschätzt auf 2 Milliarden Francs.
Die letzten Meldungen aus Amerika.
** Rotterdam, 10. April. (T. U.) Aus Pittsburg wird laut „B. L.-A." gemeldet, daß eure kleine Schlacht entstand, als etwa 200 Deutsche den Eisenbahntunnel nach Brighton zu zerstören versuchten. Die Deutschen leisteten bewaffneten Widerstand. Ein Deutscher und ein amerikanischer Soldat wurden getötet. Viele Leute wurden verwundet. Schließlich wurden die Deutschen verhaftet.
Ueber die Stimmung in Südamerika
verbreitet Reuter allerlei Meldungen, die natürlich auf ihre Richtigkeit hin nicht nachzuprüfen sind. So soll in der öffentlichen Meinung Chiles wegen der Versen- kuM des brasilianischen Dampfers „Parana", wegen des Entschlusses Kubas und der Haltung Panamas Beunruhigung herrschen. Man glaube, daß auch Chile sich «raulaßt sehe« könnte, am Kriege gegen Dentschland »il»nnchm»n. Kerner besagt eine ReuiernreLdnng am
glaube, daß ai Kriege gegen
£ ^ sich Deutschland
I fW (Peru): Die Blätter vesvrechsn Sen Mnkrur Ku- das in den Hrtea und die Haltung Panamas, die zu-
das m den Krieg und die Haltung Panamas, die zusammen mit der Vernichtung eines brasilianischen Dampfers Südamerika veranlassen, Deutschland gegenüber schneller formelle Entschlüsse zu fassen.
Havas meldet aus Rio de Janeiro: In der öffentlichen Meinung und in der Presse wird ein sofortiges energisches Einschreiten gegen Deutschland gefordert. Der Präsident erklärte, er werde nur so lange damit warten, bis ein amtliches Ergebnis der Untersuchung vorliege, wie der Dampfer „Parana" versenkt wurde.
Panama an der Seite der Union.
Nach einer Reutermeldung aus Panama unterzeichnete der Präsident der Republik eine Proklamation, in der er den Vereinigten Staaten die Hilfe Panamas zur Verteidigung des Kanals zusichert.
Kuba im Kriegszustand mit Deutschland.
j-^ Amsterdam, 9. April. (T. U.) Aus Havanna wird gemeldet, der Senat hat einstimmig einen Antrag angenommen, in dem erklärt wird, daß sich Knba im Krcegszustand mit Deutschland befindet.
Eingreifen Mexikos?
Nach einer Meldung des Neuyork „Herald" marschieren laut „B. L.-A." Truppen des mexikanischen Generals Villa gegen Rio Grande City in Texas.
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Ich brauche mein bares Geld
wenn der Frieden kommt,- vielleicht auch schon früher, wenn meine Geschäfte es plötzlich erfordern und zeichne -och Kriegsanleihe!
Das mache ich so:
Ich habe 2000 Mark. Dafür kaufe ich mir Schuldbuch. Das kostet für 2000 nur 1956 Mark.
Alle Jahre gibt es 100 Mark Zinsen.
Brauche ich mal 1000 Mark, so gibt mir die Dar« lehnskasse, die ja auch nach dem Krieg noch 4-5 Iahre bestehen bleibt, dieses Geld sofort. Ich zahle ihr dafür 5V8 ’/o, also 51 Mark 25 Pfennig jährlich. Da ich loo Mark Zinsen kn'ege, kann ich mir das gut leisten. Es bleiben mir immer noch 45 Mark 75 Pfennig übrig.
Go habe ich hohe Zinsen und immer bares Selb!
Zwei Amerikaner im MitteLmeer versenkt.
Die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" enthält die
Meldung, der amerikanische Dampfer,, Missourian" (7914
Tonnen) sei im Mittelmeer versenkt worden.
Reuter meldet aus Perpignan (an der französischen Mittelmeerküste): Ein deutsches Unterseeboot hat einen amerikanischen Dampfer 20 Meilen von Banjuls für Mer torpediert. Eine Schaluppe aus dem Hafen von Vendres hat sich mit Volldampf an die Stelle begeben, wo der amerikanische Dampfer torpediert worden war. Dieser war aber schon gesunken.
Ein italienisches Linienschiff gesunken?
Das „Berner Tagblatt" meldet aus Chiasso, daß das italienische Linienschiff „Conte di Cavour" vom Typ „Giulio Cesare" dieser Tage unterging.
Der „Conte di Ca-vour" ist 1911 vom Stapel gelau- fen. Er hatte eine Schnelligkeit von 22 Seemeilen und faßte 22 500 Tonnen. Seine Besatzung trug etwa 1000 Mann. Eine amtliche Bestätigung der Nachricht von seinem Untergang liegt bisher nicht vor.
Deutsche Seemannstreue.
9-*. Amsterdam, 9. April. (T. U.) Aus Washington wird gemeldet, daß das deutsche Kanonenboot „Cor- moran", welches in Guam Santa interniert worden ist, von der Besatzung nicht ausgeliefert wurde. Die amerikanischen Behörden haben oas Boot vernichtet. Zwei Unteroffiziere und fünf Mann wurden getötet, 20 Offiziere, 12 Unteroffiziere und 321 Mann wurden gefangen gesetzt.
Es handelt sich hier um den früheren russischen Dampfer „Rjasan", der bei Beginn des Krieges von der „Emden" in den ostasiatischen Gewässern aufgebracht und nach Tsingtan gebracht wurde. Hierauf wurde der Dampfer tu den deutschen Hilfskreuzer „Cvr- moran" umgewandelt, auf den die Besatzung des deutschen Ka uoneubvvtes gleichen Namens mit den Geschützen überging.
Eine plumpe französische Lüge.
** Berlin. 9. April., (T. UJ Der Lyoner Funkspruch vom 1. April und im Anschluß Havas verbreitet die "Nachricht, daß an Bord des deutschen Pätt-eikreu- zers „Baden" wegen Ernährungsschwierigkeiten Meuterei ausgebrochen und hundert Plan» des Schiffes in der Marinekaserne eingesperrt seien. Wenn es sich nicht um einen Aprilscherzdes französischen Radiodienstes handelt, so liegt eine überaus plumpe Erfindung vor. Vielmehr sind die Verpflegungs- und ErnährungSver- hältnisse auf dem genannten Schiffe durchaus normal. Prinz Friedrich Karl von Preußen seiner
Verwundung erlegen.
w- Berlin, 10 April. (T. U.) Das Befinden des PrivM Friedrich Carl von Pre^heu Sorte sich kwt.
„Bl. W" in 6er Testen Zeit, wie aus den fortkaufe«. den günstigen Nachrichten hervorging, in erfreulicher Weise gebessert. Aus diesem Grunde war wohl seine Ueberführung in ein weiter rückwärts gelegenes Lazarett ins Auge gefaßt worden. Nunmehr ist jedoch durch eine Nachricht des Königs von Spanien, der die ganze Zeit hindurch in besonderer Weife um die Uebermitt- lung von Nachrichten an die besorgten Eltern bemüht war, bekannt geworden, daß der Prinz in -ex Nacht von Sonnabeud auf Sonntag an innerer Verblutung gestorben ist.
Zum Tode des Prinzen schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": In weiten Kreisen, in denen der Prinz durch seine sportlichen Leistungen große Volkstümlichkeit genoß, wird sein Heldentod die Erinnerung an Um fortleben lassen. Das Blatt hebt ferner hervor, daß die deutschen Fürstensöhne zusammen mit den Söhnen des deutschen Volkes zu kämpfen und zu sterben wissen. Im „B. L.-A." heißt es: Würdig war er in die Fußtapfen seines unsterblichen Großvaters getreten, dessen Namen er trug. Die „Voss. Ztg." weist darauf hin, daß dieser Prinz, -er frei von jedem Dünkel gewesen sei, durch seinen Tod der französischen Preste Anlaß gebe, Deutschland und die deutschen Fürstenhäuser zu beschimpfen.
Prinz Friedrich Carl ist der am 6. April 1893 geborene zweite Sohn des Prinzen Friedrich Leopold und der Prinzessin Luise Sophie, geborenen Prinzessin zu Schleswig-Holstein.
Kampfflieger Oberleutnant Berr t.
Wieder hat der Tod einen der Besten aus der Reihe der Fliegertruppe gerissen. Der Kampfflieger Oberleutnant Berr ist am 6. April gefallen. Sein Flugzeug stieß während eines Luftkampfes mit dem Flugzeug eines Kameraden zusammen. Beide Führer stürzten tödlich ab. Oberleutnant Hans Berr wurde am 20. Mai 1890 geboren. Vor dem Kriege gehörte er dem 4. Jägerbataillon in Naumburg an. Am 3. März 1915 trat er zur Fliegertruppe über. Nachdem er neun Flugzeuge und einen Fesselballon abgeschossen hatte, erhielt er am 4. Dezember 1916 den Orden Pour le meiste. Als ein unbesiegter Sieger ist er geschieden. Sein Geist und sein Gedächtnis leben in der Fliegertruppe weiter.
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Erfolg eines deutschen Protestes.
o-*; Genf, 10. April. (T. U.) Nach einer Meldung des französischen Kriegsministers hat die französische Regierung laut „Bl. Mp." dem deutschen Protest Folge geaeben und jetzt angeordnet, daß die deutschen Kriegsgefangenen nunmehr in einer Entfernung von mindestens 30 Kilometern hinter der Feuerzone beschäftigt werden sollen.
Amerikanische Flieger an der französischen Front.
Wie die „Bas. Nachr." laut „B. L.-A." aus Waching- ton erfahren, haben sich für den amerikanischen Fliegerdienst an der französischen Front zwei bis dreitausend Freiwillige gemeldet, darunter der einzige Sohn des Ministers des Innern Lange. Das amerikanische Fliegergeschwader in Frankreich wird künftig berechtigt sein, die amerikanischen Farben zu führen.
Neue Ritter des Pour le Merite.
te£ Berlin, 9. April. (T. U.) Seine Majestät der Kaiser hat dem kommandierenden General der Luft- streitkräfte Generalleutnant von Hoepner, dem Chef des GeuMckstübes der Luststrestkraite Oberstleulna>u Thomsen und dem Leutnant der Reserve von der Jagdstaffel Boelcke den Orden Pour le Meiste verliehen. Oberleutnarrt Freiherr von Richthofen vom Ulanen-Re- gimnt Nr. 1 wurde zum Rittmeister befördert.
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„Petit Parisien" berichtet, daß die Ernteaussichterl. in Frankreich sich in letzter Zeit noch verschlechtert haben.
Lyoner Blätter melden aus Madrid: In den pro- technischen Werkstätten von Reus (Provinz Tarragona) wuröeik durch eine Explosion viele Arbeiter getötet oder verletzt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bestimmt.
Nach Meldung Lyoner Blätter ist wegen der Ber- pflegungsschwierigkeiten das Verpflegu»göwese« und der gesamte Seetransport in Frankreich in der Hand des Ministers Violette vereinigt worden.
Vermischtes.
Feindliche Anschläge gegen die deutsche Landwirtschaft. Da es unseren Feinden bisher weder durch den Sieg der Blauten Waffe noch auch durch den Hungerkrieg gelungen ist, uns niederzuringen, so hat man jetzt in Frankreich, wie nsttgeteilk wird, zu einem anderen Mittel gegriffen. In Liebesgabenpaketen versteckte, auch in Brot oder Kuchen eingebackene Zettel mit chiffrierter Schrift wurden gefunden und entziffert. Es handelt sich um Anweisungen, die als militärische Befehle ausgegeben werden, und die als Arbeiter in der Landwirtschaft oder Industrie beschäftigten französischerr Kriegsgefangenen zu Sabotageakten aller Art aufsor- dern. Die Saatkartoffeln sotten durch Ausstecken der Triebe keimunfübig gemacht, die aufgespeicherte Kartoffelernte durch Nebergießen mit Schwefelsäure vernichtet werdeit. Seuchenbehälter mit bakterienhaltigen Pastillen für Vieh werben angeboten, ebenso Ärandstistungs- apparate, die erst nach drei bis fünf Stunden Feuer verursachen und in Eisenbahnwagen, in Scheunen, in Kriegsfabriken, in öffentlichen Gebäuden, in Wohnhäusern niederzulegen sind. Ein ganzes, bis in die Einzelheiten ausgearbeitetes Programm fordert solche und noch andere Sabotageakte und verspricht dem Vollbringe r solcher „Taten" spätere Belohnungen, wie es dem „Pflichlvcdgessenen" Strafen androbt. „Eine Geisel, die auf das deutsche Volk nie derfauft," nennt die Anweisung diesen Plan. Die „Geißel" kann dank der Auf- mcrffamfek der genauen Ueberwachung das deutsche Volk nicht treffen, wohl aber würden diejenigen französischen Kriegsgefangenen, die sich schweren Kriegsvergehens schuldig machen sollten, strenger Bestrafung gewärtig feitr müssen.
Den Fliegerhelde» Freiherr» von Richthofen ehrte seine Garnisonstadt Nttlitsch durch Umwandlung des Namens Lindenstratze in Manfred-von-Richthofenstraße und seine Vaterstadt Schweidnitz durch einen Glücks wunschbrief und Ebrentrunk.
Ei» gesunder Beruf. Bei der Futzwaschung am diesjährigen Gründonnerstag, wie sie alljährlich am Bayerischen Hofe in Münäfen stattfindet, war der älteste Apostel ein Schwabe, der 99jährige Schäfer Josei Meier aus Mündling, Bezirk Doiiamvörth. Er hiitet heute noch für seine Gemeinde vierzig Schafe. Der alte Weißbarl geht vollständig frei, ohne Stütze, hört und sieht noch gut, und auch sein Gedächtnis ist ausgezeichnet. Er bat sein ganzes Leben als Schäfer auf der Weide verbracht und ist nie krank gewesen. Er hat vier Kinder, drei Enkel und sieben Urenkel als Nach»