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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Wlitr

für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, tm / amtlichen TeLe 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- : gelungen wird Rabatt gewährt. Erscheint j^en Werktag nachmittags, f

Nr. 82. =,.Ä -itowd, Sonntag, den 8. April 1917

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 28. März 1917.

Betrifft Mufterungsgeschäst 1917.

Zur Abhaltung des Musterungsgeschäfts 1917 sind folgende Termine bestimmt worden:

Mittwoch den 11. April d. 3.

Musterung der vorläufig zurückgestellten Militär­pflichtigen der Jahrgänge 1894, 1895, 1896 und 1897 und zwar aus sämtlichen Gemeinden einschließlich der Stadt Hersfeld.

Donnerstag den 12. April d. 3. desgleichen der vorläufig zurückgestellten Landsturm- pflichtigen des Jahrgangs 1898 ebenfalls aus sämt­lichen Gemeinden des Kreises und der Stadt Hersfeld.

Freitag den 13. April d. 3.

Musterung der Landsturmpflichtigen des Jahrgangs 1899 aus den Gemeinden: Allendorf, Allmershausen, Asbach, Aua, Ausbach, Beiershausen, Bengendorf, Biedebach, Bingartes, Conrode, Dinkelrode, Eichhof, Eitra, Engelbach, Friedewald, Friedlos, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Gethsemane, Gittersdorf, Goß- mannsrode, Harnrode, Hattenbach, Heddersdorf, Heenes, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Hillartsyausen, Hilmes, Hilperhausen, Holzheim, Kalkobes und KathuS.

Sonnabend den 14. April d. I. desgleichen der Landsturmpflichtigen des Jahrgangs 1899 aus der Stadt Hersfeld.

Montag den 16. April d. 3.

desgleichen der Landsturmpflichtigen des Jahrgangs 1899 aus den Gemeinden: Kemmerode, Kerspenhausen, Lampertsseld, Landershausen' LautenHäusen, L bach, Lengers, Malkomes, Meckbach, Mecklar, Meise­bach, Mengshausen, Motzfeld, Niederaula, Niederjoffa, Obergets, Oberhaun, Oberlengsfeld, Overrode, Peters­berg, Philippsthal, Ransbach, Reckerode, Reilos, Reimboldshausen, Röhrigshof, Rohrbach und Roßbach.

Dienstag den 17. April d. I. desgleichen der Landsturmpflichtigen aus den Ge­meinden : Rotensee, Rotterterode, Schenklengsfeld, Schenksolz, Sieglos, Solms, Sorga, Stärklos, Tann, Untergeis, Unrerhaun, Unterneurode, Unterweisen­born, Wehrshausen, Widdershausen, Wilhelmshof, Willingshain, Wippershain, Wölfershausen und Wüstfeld.

Die Musterungen finden in Hersfeld in der neuen Turnhalle ^August-Gottliebstraste) statt und beginnen jedesmal Morgens um V»9 Uhr.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit angewiesen, Vorstehendes alsbald und wieder­holt auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Be­teiligten zu bringen und dafür zu sorgen, daß sämt­liche Gestellungspflichtige zu den Terminen pünktlich erscheinen.

Etwaige Ausweise über frühere Musterungen haben die Mannschaften mit zu bringen. Ebenso sind auch etwaige ärztliche Zeugnisse über frühere Krank- keiten (Bluthusten, Epilepsie usw.), deren Vorhanden­sein sich im Musterungstermine nur schwer feststellen läßt, mit vorzulegen. Die Herren Ortsvorstände brauchen zu den Terminen nicht zu erscheinen.

J. M. No. 2566II. Der Landrat.

J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Auf Verfügung des Bevollmächtigten des Reichs­kanzlers ist der Versand von Gemüsekonserven und Fatzbohnen von Sonnabend, den 4. März 1917 an nur auf Grund unserer besonderen Erlaubnis und nur an die von uns im Einzelfall anzugebenden Stellen gestattet. Der Absatz von Gemüsekonserven ist nach wie vor verboten.

Braunschweig, den 14. März 1917. Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft m. b. H. gez. Dr. K a n t e r.

* * * Her-feld, den 29. März 1917.

Wird veröffentlicht. _ Tgb. No. I. 8278. Der Landrat.

J. B.:

». H « - e m a « n, Reg.-Asseffor.

Hersfeld, den 3. April 1917.

In letzter Zeit find mir von verschiedenen Seiten Eingaben darüber zugegangen, die sich beklagten, - die Herren Pfarrer auch in diesem Jahre die Natural- Heferungen an Eiern von den Konfirmanden an. forderten. Diejenigen, welche hieran Anstoß genommen -ah«», wissen offenbar nicht, daß die Herren Pfarrer

ebenso wie die Geflügelhalter verpflichtet sind, die ihnen auf diese Weise über die ihnen zustehende An­zahl hinaus zukommenden Eier an die zuständige Sammelstelle abzuliefern und dies auch in durchaus gesetzlicher Weise getan haben oder, soweit noch Liefe­rungen ausstehen, zu tun beabsichtiggen. Um weiterem Gerede ein Ende zu machen, weise ich hier­auf öffentlich hin.

Der Vorsitzende des Kreisansschuffes.

K. A. No. 3524. J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 30. März 1917.

Unter dem Viehbestände des Otto Kaiser, des Land­wirts und Mühlenbesitzers Rehwald, und des Stell­machers Georg Bahn in Bebra (Kreis Rotenburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Tgb. No. I. 3114. Der Landrat.

I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 2. April 1917.

Nach einer Entscheidung des Königlichen Kriegs- amts, Rechtsabteilung ist die Zuständigkeit der Schlichtungsausschüsse (§ 9 Abs. 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst vom 5. November 1916), wenn sie gemäß § 13 des Gesetzes als Schlichtungs­stelle tätig werden, nicht auf Hilfsdienstpflichtige Per­sonen beschränkt, sondern umfaßt die Streitigkeiten der gesamten Arbeiterschaft, also auch der weiblichen und der übrigen nicht hilf dienstpflichtigen Arbeit­nehmer.

J. M. No. 2838. Der Landrat.

Für. ke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 31. März 1917.

Die Beteiligten werden an die Einreicyung der ^ansuahme von Schub-

kleidungsstelle vom 28. Februar d. J. (siehe Bekannt­machung vom 22. März im Kreisblatt No. 68) erinnert. Tgb. No. I. 3379. Der Landrat.

I. V.:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 3. April 1917.

Dem Handelsmann Herz Katzenstein in Schenk­lengsfeld ist die Ausweiskarte des Viehhandelsver­bandes für den Reg-Bez. Cassel für die Zeit bis zum 1. Juli 1917 entzogen worden; dadurch ist für Katzen­stein jeder Kauf, Verkauf oder Handel mit Rindvieh, Schweinen und Schafen verboten.

Der Vorsitzende des Kreisansschuffes.

I. K. No. 696. J. B.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 29. März 1917.

Ein Sonderfall gibt Veranlassung, nochmals da­rauf hinzuweisen, daß für die Verarbeitung von Gerste auch aus den bisher freien 4« -es Erzeugers eine Mahlkarte notwendig ist, die vom Landrat aus- gestellt werden muß. In Zukunft werde ich Fälle, in denen Gerste ohne Mahlkarte zum Verarbeiten in eine Mühle abgegeben wird, der Staatsanwaltschaft zur Bestrafung anzeigen.

Tgb. No. K. G. 847. Der Landrat.

v. Hedemann, Reg.-Asseffor.

Der Landrat. Hersfeld, den 1. April 1917. Tgb. Nr. I. 3516.

Die KriegswirtschaftSstelle des Kreises HerSfeld bittet alle Diejenigen in Stadt und Land, welche in ihrem Hause Dienstmädchen beschäftigen, diese im Laufe des Sommers im weitesten Umfang der Land­wirtschaft zur Hilfe zur Verfügung zu stellen. Die Landwirtschaft befindet sich in diesem Jahre in be­sonders schwerer Lage, da zahlreiche Gefangene ander­wett verwendet werden müssen und der Landwirt­schaft nicht wie. im Vorjahre zur Verfügung gestellt werden können. Aus diesem Grunde müssen alle. Kräfte, welche in der Heimat zur Bestellung der Felder und zur Ernte vorhanden sind, verfügbar ge- machtwerden. DagerädedieDtenstmädchenvtelfachauSder Landwirtschaft stammen, so sind sie in der Lage, wert­volle Hilfe zu leisten. Alle Herrschaften werden da- her gebeten, ihre Bedürfnisse auf das äußerste einzu- schränken und Dienstmädchen und Gesinde geeigneten Landwirten, die Bedarf an Arbeitskräften haben, zur Verfügung zu stellen.

Der Vorsitzende der l^ieg-wirtschaftSstelle.

«.Hedemann, Reg.-Affeffor.

Bus der Heimat.

8 Hersfeld, 7. April. (Postdienst zu Ostern.) An den beiden Osterfetertagen findet der Schalter- dienst und die Ortßbepellnngen wie es gewöhnlichen

Sonntagen statt, dagegen ruht am ersten Feiertage der Landbestelldienst völlig. Am zweiten Feiertage wird eine Landbestellung nach sämtlichen Landorte» ausgeführt und erstreckt sich auf alle Gegenstände. Eine Paketbestellung findet hier am ersten Osterfeier- tage (Sonntag), eine Geldbestellung am zweiten Feier­tage (Montag) statt.

§ Hersfeld, 7. April. Am 1. April ist eine Be­kanntmachung in Kraft getreten, durch die Höchst­preise für Naturrohr (Glanzrohr, Stuhlrohr, Korbrohr, Malakkarohr), Peddigrohr, Flechtrohr, Rohr­schienen, Rohrbast, Rohrabfall), (Bruchpeddig, Peddig- enden), Weiden, Weidenstöcke, Weidenschienen und Weidenrinde festgesetzt werden. Die einzelnen für die verschiedenen Sorten bestimmten Preise ergeben sich aus der Höchstpreistafel in der Bekanntmachung, die noch einige weitere Bestimmungen über die Art der Berechnung der Preise enthält. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist im Landratsamt einzusehen.

§ Hersfeld, 7. April. (An die Kriegerfrauenl) Entsprechend den Bestrebungen des Reichs, alle vor­handenen Arbeitskräfte dem Dienste des Vaterlandes und der Landesverteidigung nutzbar zu machen, richtet nunmehr auch der Hersfelder Fabrikanten­verein, dessen Betriebe für Kriegszwecke arbeiten, an die Kriegerfrauen die Bitte, sich, soweit es die häus­lichen Verhältnisse gestatten, zur Arbeit in den Fab­riken zu melden. Diese Maßnahme erscheint ange­sichts des großen Mangels an Arbeitskräften durch­aus gerechtfertigt. Es gibt sicher noch viele Frauen, welche Fabrik- oder landwirtschaftliche Arbeiten leisten können und wir glauben, daß es nur dieser Anregung bedarf, um eine große Anzahl von Frauen zu veranlassen, sich zur Arbeit zu melden. Daß auf die häuslichen Verhältnisse in erforderlicher Weise Rücksicht genommen werden wird, versteht sich bei dem Entgegenkommen, welches die Betriebe ihren Arbeitern stets bewiesen haben, von selbst. Die in Betracht kommend-», Frauen mögen bedenken, daß

-n- LengerS, 6. April. Am letzten Sonntag Abend fand im Schmidtschen Saale ein Vortrag über die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands statt. Redner war Herr Bergwerksdirektor Wtlling Heringe», welcher seinen Vortrag durch Lichtbilder unterstützte. Am Schlüsse sprach ihm Herr Rechtsanwalt Rüh- mann Heringen den Dank der Versammlung aus und richtete noch einige herzliche Worte an die Zuhörer. Er legte ihnen ans Herz sich doch recht zahlreich an der Kriegsanleihe zu beteiligen.

Cassel, 7. April. Bon halbwüchsigen Burschen erstochen wurde gestern abend am Rondell beim Justizgebäude der 16jährige Arbeiter Ehrlich aus der Fuldagasse. Auf einem Spaziergange mit einem Freunde nahm er dort seinen Weg und machte den Zuschauer bei einer Schlägerei, in die 1416jährige Bengels verwickelt waren. Ohne ersichtliche Ursache fielen diese über den unbeteiligten Ehrlich her und versetzten ihm außer verschiedenen heftigen Schlägen auch einen Meffersttch in die Herzgegend. Vorüber­gehende trugen den Sterbenden zur nahen SanitätS- wache an der Fuldabrücke, wo er nach wenigen Augenblicken seinen Geist aufgab.

Vom Sichsfelde, 5. April. Aus noch unbekannter Ursache brach vorgestern in Kefferhausen (Krs. Heiltgen- stadt) Feuer aus, das eine große Ausdehnung nahm. 5 Scheunen und die Wirtschaftsgebäude der Besitzer Raub, Jakobi, Lerch, Böntng, Chr. Jakobi und Lins wurden vollständig eingeäschert. Das Feuer war in den Stallnngen des Landwirts Raub ausgebrochen.

Hingang und Mustlang.

Ging zu suchen Licht der Sonne Schne^sturm trieb in's Haus mich müd,' Fand nichts von des Frühlings Wonne Hörte nur ein kleines Lied.

Das ein Vöglein mir gesungen Wo der wilde Kirschbaum steht. Ist mir tief in'S Herz gedrungen, Klang mir wie ein fromm Gebet:

Zaget nicht in harten Zeiten, Gott hält offen seine Hand.

Grüne Saaten bald sich breiten Fruchtreich dehnt sich deutsches Land.

Euer Land das Ahn' und Erben Mut und Treu gegeben hat Und für das so Viele sterben Fern, auf blut'ger Kampfesstatt.

Einmal schlägt die frohe Stunde Da der Glocken Jubelton, Künden mit beredtem Munde: Frieden* Euer Siegeslohn.^