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Korrespondent derRutzkoie Slovo" erhielt eine draht- üche Mitteilung aus Moskau, wonach die Ansrnfnng der Republik unmittelbar bevorstehe. Es ist zweifel­los, daß Rußland entschlossen sei, die Monarchie end- giltia fallen zu lassen.

DieAgenzia Stefani" meldet aus Petersburg vom 26. März: Die konstituierende Versammlung wird endgiltig nach Moskau einberufen und wahrscheinlich auf Ende April.

Der Streik in Petersburg dauert fort.

Die Arbeit in den meisten Petersburger Fabriken ruht laut Bericht desB. L.-A.". Fortgesetzt kommen Ausschreitungen gegen die Fabrikleitungen vor. In den Putilowwerken sind die Zustände gänzlich chaotisch. Die Arbeiter hielten Versammlungen ab, in denen als Ursache des Streikes die unnötige Fortsetzung des Krie­ges bezeichnet wurde. Alle Direktoren der Werke wur­den gefangen abgeführt. In peinlichste Lage geriet die neue Regierung infolge des Streiks in der Noten- druckerei der Reichsbank.

Aus gut unterrichteter Quelle verlautet aus Stock­holm, daß in den letzten Tagen bei einer Reihe: ange­sehener schwedischer Firmen große Bestellungen für Rntzland eingingen, die sich alle auf Friedensware be­schränken.

Ueber Bauernnnruhen

heißt es in verschiedenen Blättern , nach russischen Quel­len, anläßlich der von der neuen Regierung angeordne- ten Getreidebeschlagnahme hätten in verschiedenen Gouvernements Zusammenstöße stattgefunden. Die Bauern Hütten sich geweigert, Getreide zu den neuen Höchstpreisen abzugeben. Die Bauernbevölkerung und die Geistlichkeit zeigten sich immer mehr als Zaren­freunde.

Massenverhaftung hoher russischer Offiziere.

Wie aus Moskau telegraphiert wird, meldetRutz- koje Slowo", daß mehr als die Hälfte aller Gouverneure im ganzen russischen Reiche der Volkswut während der Revolution zum Opfer gefallen sind. Nach Petersburger Meldungen setzt die neue Regierung die Massenverhaf- tungen hoher Ossizere fort, die im Verdacht stehen, An­hänger der monarchischen Regierungsform zu fein.

Die einsame Zarenfamilie.

«-s> Genf, 28. März. (T. U.) Havas meldet laut Bl. Mp." aus Petersburg: Alle Dienstboten des Pa­lais in Zarskoje Selo, in dem der Zar mit seiner Fa­milie gefangen sitzt, ersuchten um ihre Verabschiedung, da sie nicht mehr einem von ganz Rußland gemiedenen Manne länger dienen wollten. Alle verließen das Pa­lais, was den Zaren schmerzlich berührte.

Großfürst Nikolai Nikolajewitsch erhielt die Erlaub­nis, sich nach der Krim zurückziehe« zu dürfen. Die provisorische Regierung hat alle Orden mit Ausnahme des St. GeorKsordens abgeschafft.

Der Nückzna der Großfürsten.

Die Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, Nikolai Michailowitsch, Alexander Michailowitsch, BorisWladi- mirowitsch, Sergius Michailowitsch, Georg Michailo­witsch, Demitrius Konstantinowitsch, die Prinzen Gab­riel Konstantinowitsch und Igor Konstantinowitsch und der Herzog Alexander von Oldenburg sandten der pro­visorischen Regierung ein Telegramm, in dem sie sich vollständig der Anschauung anschlietzen, die in der vom Großfürsten Michael Alexandrowitsch ausgesprochenen Abdankungsurkunde dargelegt ist. Gleichzeitig sprachen sie den festen Entschluß aus, die provisorische Regie­rung in jeder Weise zu untMMWMMMMM^^ Apanagegüter der Krone, Großfürsten mrd Prinzen drückten sie die Ansicht aus, daß diese in Uebereinstim­mung mit der obengenannten Urkunde jetzt Staatsei­gentum seien.

Der bulgarische Heeresbericht

vom 27. März meldet: Mazedonische Front: Auf dem Westufer des Prespasees rückten starke feindliche Patrouillen vor, wurden aber durch Feuer vertrieben. Gegen die Pervena Stena ließ der Feind nach heftigem Artilleriefeuer einen Angriff vor. Einigen feindlichen Einheiten ist es gelungen, sich unseren. Schützengraben zu nähern, wurden aber durch Gegenanriffe zuruckge- worfen. Auf der übrigen Front schwache Artillerie- tätigkeit. Eine feindliche Abteilung, die gegen unsere Posten südlich von Gergeli vorzurücken versuchte, wurde durch Feuer vertrieben. Auf der übrigen Front lebhafte Lufttätigkeit. Rumänische Front: Ruhe.

Bomben auf Galatz.

Progrös de Lyon" zufolge wurde am 23. März morgens Galatz von einem bulgarisch-deutschen Flug- zeuggeschwader mit Bomben belegt. Angeblich wurde kein Schaden angerichtet.

vi weiten wu ein v^vvvji» ^^ v^^ Nargival wurde ein Stützpunkt, der vom F halten war, genommen. In den Argonnen ein Handstreich im Abschnitt von Lefour de

Sie feindliche» Heeresberichte.

m. Französischer Nachmittagsbericht vom 27 März. Südlich der Oise erweiterten wir unsere Fortschritte im unteren Walde von Coucy, des ganzen, nördlichen Teiles, welchen wir besetzt halten. Der Femd wurde über die Linie Barisis-Servats zurückgeworfen. Süd- lich des Waldes eroberten unsere Truppen in glän­zender Weise im Laufe eines Nachtangriffs das Dorf Coucy-Le Chateau, das von den Deutschen tatkräftig verteidigt wurde. In der Gegend nördlich von Smssons sot mortprtfi nördlich von finde sestge- aelang uns Paris. Wir brachten Gefangene ein. IN Lowrmgen icheiterte ein feindlicher Angriffsversuch gegen, unsere kleinen Posten völlig. Sonst war die Nacht ruhrg.

Gärung in Italien.

** Bern, 28. März. (T. U.) Eine Sonderaus­gabe derNationalzettung" meldet lautTgl. Rösch.", daß nach demAvanti" die Arbeitgeber von Foggia lApulien) eine Regelung der Lebensmittelfrage ver­langen, wenn die Armee weiter erhalten werden soll. Andere Artikel verlangen eine Entscheidung über Krieg oder Friede« dnrch das Volk. Allgemein scheint eine

Gärung vorhanden zu sein.

Gedrückte Stimmung.

Die Wiener Blätter veröffentlichen aus einem Briefe, der an einen italienischen Kriegsgefangenen einzuschmuggeln versucht wurde, folgende Stellen: Mein Giuseppe, der noch immer im Schützengraben ist, schreibt haarsträubende Briefe. Er beklagt sich sehr über das Essen. Pakete werden nicht angenommen. Die Menage wurde reduziert, manchmal leiden sie auch Hunger. Wenn die Urlauber nach Hause kommen, machen sie ein bißchen Revolution. Auch wir verunstalten Kuudae- bungen, alles, um endlich den Frieden kommen zu se­hen, den wir sehnlichst erwünschen.

Aus dem Briefe ist zu ersehen, daß die Stimmung in der italienischen Bevölkerung wesentlich anders ist als sie von der kriegshetzerischen Presie dargestellt wird. Die Nachrichten Über zahlreiche Kundgebungen * der WM M M" MWch M .BeMi-ung,

ebenso die seit langem erwiesene Tatsache, daß die M- lienifche Bevölkerung erst durch die auf Urlaub befind­lichen Soldaten die Wahrheit über die wirkliche Situa­tion ersährt. Bezeichnend ist auch, daß -die italienische Zensur Nachrichten über das Wohlbescnden der italie­nischen Kriegsgefangenen nicht passieren läßt. Sie ste­hen offenbar zu sehr im Widerspruch mit den Schrek- kensschilderungen, mit denen die italienische Heereslei­tung die Mannschaften davon abzuhalten sucht, sich frei­willig gefangen zu geben.

kriegsakerlei.

Der deutsche Gesandte in Peking abgereist.

Reuter meldet aus Peking: Der deutsche Gesandte ist mit dem Personal der Gesandtschaft nach Schanghai abgereisi, wo er sich auf dem holländischen Dampfer Rembrandt" nach San Francisco einschiffen wird. Von dort wird er durch die Vereinigten Staaten wahrschein­lich nach Holland weiterreisen.

Versenkte neutrale Schiffe.,

Wie das norwegische Ministerium des Aeutzern mit- teilt, ist am 22. März die norwegische BarkSirius" mit einer Ladung Korn von Buenos Aires nach Ny- borg unterwegs von einem deutschen Uboot in die Luft gesprengt worden. Der in CHristiania beheimatete DampferGrenmat" ist am Sonnabend durch Geschütz­feuer versenkt worden, ebenso der DampferHugin" und der DampferKornes".

Ei« englischer Hauptmann über den Ausgang des Krieges.

Ein bei Serre in deutsche Kriegsgefangenschaft ge­ratener englischer Hauptmann, der seit Kriegsbeginn im Felde steht, wurde nach seiner Meinung über das Ende des Krieges gefragt, worauf der englische Offizier laut derKöln. Volksztg." erklärte, er glaube nicht, daß der Krieg durch die Waffen entschieden werde, sondern daß sich darüber schließlich die Diplomaten zusammenfinden würden. Der Offizier klagte bitter darüber, wie sehr sich seit der ersten Expedition der Ersatz des brittschen Hee­res verschlechtert habe.

Mißglückte Fliegerangriffe auf Sofia.

Der PesterAz Est" meldet aus Sofia unterm 25.: Heute früh 8 Uhr erschienen von Süden her 7 feind­liche Flugzeuge über Sofia. Sie wurden durch die Ab­wehrgeschütze zum Rückzüge gezwungen. Nach 45 Mi­nuten erschien abermals ein feindlicher Flieger, der ebenfalls zur Umkehr gezwungen wurde, ohne daß er Bomben hätte abwerfen können.

Politiidie Rundschau«

Die Stellung des Kanzlers zur Friedensfrage. Eine Berlmer Korrespondenz schreibt: Im Publikum regen sich hier und da Befürchtungen, daß der Reichskanzler gegenüber dem Zusammenbruch Rußlands und der da­durch bedingten unleugbaren Schwächung des Verban­des mit einem Friedensangebot heraustreten könne. Soweit wir uns haben informieren können, ist hieran nicht zu denken. Es ist Sache unserer mehr und mehr unterliegenden Gegner, um Frieden zu bitten. Auf die­sem Standpunkt steht auch dem Vernehmen nach der Herr Reichskanzler. Ebenso wird die Befürchtung, daß Wilson mit Friedens- und Kongreß-Ansinnen an uns herantreten und dabei ein geneigtes Ohr des Herrn- Reichskanzlers finden könne, gerade von aufrichtigen Anhängern des Kanzlers auf das bündigste zurück- gewiesen.

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1915 das Landratsamt in Elbing übernommen um dem Inhaber der Stelle den Eintritt in das Heer zu ermöglichen, und der jetzt um seine Enthebung von der Lanoratsstelle gebeten Hat, wurde vom Kaiser in einem Harrbschreiben der Dank ausgesprochen und ihm dabei das Berdienstkreuz für Kriegshilfe verliehen.

Emöhrungssrazen im Ausschutz.

Die Nachprüfung der Ernteergebnisse.

Nach den dem Ausschuß des Reichstages für Er- nährungsfragen vorliegenden Mitteilungen sollen die Ausschüsse zur Nachprüfung des Ernteergebnisses in je­dem Komnmnalverband aus Unterkommissaren der Reichsgetreidestelle, der Reichsgerstengesellschaft und der Reichshülsenfruchtstelle, sowie aus Sachverständigen aus anderen Gemeinden bestehen und zusammen mit Mi- litärpersonen in jedem landwirtschaftlichen Bereich die Erntebestände aufnehmen, die für den eigenen Gebrauch des Erzeugers bestimmte Menge sofort aussondern, den ablteferungspflichtigen Ueberschuß gegen Aushändi­gung eines Anerkennungsscheines in eines von der Gemeinde zu stellendes Lager bringen lassen und den Ueberzrahmepreis vereinbaren. Liefert der Betriebsin- Haber nicht freiwillig, so geht der Ueberschuß mit der Aussonderung an den Kommunalverband über und der Uebernahmepreis wird durch die zuständige Behörde festgestellt. Verheimlichte und versteckte Vorräte ver­fallen dem Kommunalverband ohne Entschädigung. Außerdem erfolgt rücksichtslose Bestrafung. In der De­batte äußerte Präsident v. Batocki: Allen ehemaligen kriegswirtschaftlichen Erfahrungen zuwider sei die Ernte zum ersten Male überschätzt worden und diese Ueberschätzung erst reichlich spät bekannt geworden. Der Ernst der Lage rechtfertige weder eine scharfe Kritik noch skeptische Vorschläge. Weiterhin erklärt Präsident von Batocki: Die Schweinebestände reichten für die not­wendigen Schlachtungen nicht hin, daher müßten die Rindviehbestände scharf angegriffen werden. Die wohl­habenden Gemeinden würden 75 Pfennig, die ärmeren bis zu 90 Pfennig pro Kopf und Woche als Zuschüsse für die Zusatzfleischmengen erhalten.

Vermifdites.

DasPensionsschwein" im Wohnzimmer. Der Mit­bewohner einer Mietskaserne in Sangerhausen nahm seit einiger Zeit mit Verdruß wahr, daß durch die Zim­merdecke eine übelriechende Flüssigkeit herabtropfte. Da eine Beschwerde bei der über ihm wohnenden Familie keine Abhilfe brächte, wandte er sich an die Polizei, und diese stellte fest, daß der andere Mieter heimlich bet Nacht und Nebel ein Schweif» eingeschmuaaelt hatte, das in der Wohnstube liebevoll gepflegt und gefüttert wurde, nun aber seinen Aufenthalt in magistratlichem Gewahrsam hatte nehme» müssen.

Heiteres »oxn Tage. Der Einsame. Junge Frau: Alles Lüge bei den Männern! Wie oft hat der meinige mir versichert, daß er ohne mich nicht leben könne . . . . jetzt, wo wir verheiratet sind, kann er's!" - Boshaft. Sind die Witze in meinem neuen Lustspiel ilicht fa­mos?"Gewiß! Ueber die hab ich schon früher herz­lich gelackt!" Schlechter Trost. Passagier (ärgerlich!: Zehn Minuten zu spat! Bahnhofsvorsteher:Ja, ich sah Sie die Landsiratze herabkvmnren: den Feldweg hätten Sie gehen müssen, da wären S' höchstens fünf

hatten Sie

Minuten zu

sreundin:

ich nur wüßte, wie tch bei-Aufhebung der Ber- AM MMM MäutigaM die MMM M M

WUT" *W WW muß er zurückgeben!"

(fliegende Blätter".)

Verseilung für französische Koheil.

Am 7. August 1914 wurden die vom Kriegsaus­bruch überraschten Angehörigen der deutschen Kolonie in Marrakesch (Marokko) mit dem gesamten Personal der dortigen Konsularvertretung gezwungen, den Ort zu verlassen und über Casablanca zunächst nach der Küstenstadt Oran befördert. Der Vorsteher des Kaiser­lichen Konsulats in Marrakesch war der Legationsrat Hans Moraht. Schon die Vorgänge auf der Fahrt ließen ahnen, daß man die Gelegenheit nicht versäumen werde, an den Gefangenen, unter denen sich eine Anzahl deut- @er Frauen mit ihren Kindern befand, jene sadWsche ut auszulassen, die nun leider einmal zu den Merk­malen der heutigen französischen Art gehört. Die Auf­sichtführenden, die solcher Neigung folgen, brauchen weiter nichts zu tun, als die Wehrlosen auf der Fahrt dem Zugriff der Menge auszusetzen: alles übrige er­gibt sich von selbst.

Im Oran mußte der Gesangenenzug seinen Weg zu dem Bergbahnof nehmen, obwohl eine andere Halte­stelle dicht am Bahnhof liegt: der Weg führt durch die ganze Stadt steilaufwärts in etwa 25 Minuten. Die Männer' ohne Unterschied hatten ihr Handgepäck selbst zu tragen: das alles in der Tropenhitze, die der 15. August über die afrikanische Küstenstadt breitete! Offen­bar bestand die Absicht, der aus die Beine gebrachten Bevölkerung des Hafenorts den Stabile! der gedemü- tigten Feinde und die Lust zur Betätigung chrer nied­rigen Instinkte zu verschaffen. Der Transportführer wollte den Zug anfänglich ohne Bedeckung durch die Menge ziehen lassen und entschloß sich erst auf Drängen eines französischen Zivilarztes, ihm ein kleines Zuaven- detachement beizugeben. Nachmittags gegen 3 Uhr setzte sich die Schar in Bewegung. Wie zu erwarten, schritt der Pöbel, der sich zu beiden Seiten des steilen Weges angesammelt hatte, sofort zu Tätlichkeiten. Mit am schlimmsten erging es des Konsul Moraht, der einem Oesterreicher zur Seite stand, als dieser, gedrückt durch fein schweres Handgepäck, etwas zurückbleiben mußte. Sein Augenglas wurde ihm heruntergeschlagen, Hand­tasche und Dtantel weggerissen. Es regnete Fausthiebe und Schläge mit Harten Gegenständen auf seinen Kopf und Rücken. Auch die Zuaven beteiligten sich an diesen Roheiten mit Stößen mit den Gewehrkolben.

Am gefährlichsten gestaltete sich die Lage, als bei einer Wegbiegung an einem Abhang eine Rotte mit Feldsteinen bewaffneter Menschen auftauchte, die sie nun in die Kolonne hineinprasseln ließen. Dem Kon­sul Moraht wurde durch einen Steinwurf der Tropen­helm zertrümmert, so daß er den Rest des Weges in dieser Sonnenglut barhäuptig zurücklegen mußte. Blut­überströmt und zu Tode erschöpft gelangten die Unglück­lichen: soweit sie nicht auf dem Wege liegen geblieben waren, auf dem Bahnhof an, der einem Schlachtfeld glich. Einer der Mißhandelten, der Reichsangehörige Bock aus Marrakesch, starb dort nach wenigen Minuten. Aufrecht erhalten konnten sich höchstens noch drei oder vier. Deutsche Frauen, die Samariterdienste an den Verletzten üben wollten, wurden von französischen Of­fizieren mit Reitpeitschen auf die Schienbeine geschla­gen, um sie zurückzutreiben.

Der Weitertransport ins Innere erfolgte in einem aus Viehwagen zusammengestellten Eisenbahnzug. In der ganzen Behandlung lag System, dictiert von Grau­samkeit und der Absicht, der Bevölkerung zu zeigen, baß

handeln wolle. .._, ___

Sollen wir noch weiter bet der Schilderung dieser Leiden verweilen oder uns in Worten erschöpfen, vom Hohn auf die Zivilisation, vom Schandfleck für eine sich der Gesittung rühmende Nation oder dergleichen mehr? Wir fürchten, man ist durch das Uebermaß dessen, was wir in dieser Richtung schon gehört und erfahren Haben, abgestumpft geworden gegen Worte. Darum wollen wir uns einer Tat erfreuen, die sich an den gleichen Namen dessen knüpft, der als Vertreter des Deutschen Reiches dafür, daß er auf seinem Posten ausharrt, so schändlich mißhandelt wurde, und der machtlos zusehen mußte, wie man seine Schutzbefohlene» halb und ganz

zu Tode quälte.

Wer von den Zeitgenossen in Algier oder in Frank­reich jetzt etwa die Meldung unseres Admiralstabs der Marine vom 20. März zu Gesicht bekomurt oder sonst von chr erfährt (was früher oder später der Fall sein wird), dem mag es vielleicht dämmern, als ob er den Namen jenes Kommandanten, der das Schlachtschiff Danton" durch einen Torpedoschutz versenkte, schon einmal gehört hätte. Und wenn sich dann solchen Rit­tern aus dem Lande, das einmal einen Bayard sein eigen nannte, die Erinnerung aufdrängt an die schmäh­liche Behandlung, die ein wehrloser Moraht über fiS ergehen lassen mußte, so möge die Tat, mit der jetzt ein wehrhafter Moraht, ein Bruder des ersteren, eines der stolzesten Schlachtschiffe Frankreichs vernichtete, ihnen zu dem Ahnen verhelfen, daß das Schicksal oft seltsame Launen, und die Sühne für feige Niedertracht noch nicht chr letztes Wort gesprochen hat. Lb.

inen

Weitere Drahtnachrichten.

Die «ervöse« Engländer.

»^ Rotterdam, 28. März. (T. U.) DerNicuwe Rotterdamsche Courant" meldet lautBoss. gtg.' aus London: Im Unterhause teilte vorgestern Bonar Law mit, seit drei Tagen laufen hartnäckige Gerüchte um, daß eine deutsche Invasion an bestimmten Punkten der eng­lischen Ostküste bevorstehe. Kein vernünftiger Mensch glaube das, denn die Ursache fei ein Befehl an die Trup­pen, auf alles vorberettet zu sein.

Mexikosorgen Amerikas.

<e* Genf, 28. März. (T. U.) Wie derPetit Pari- sien" lautBoss. Ztg." aus Wachington meldet, kom­men täglich alamierende Nachrichten aus Mexiko. So sei jenseits der mexikanischen Grenze eine Armee von 150 bis 200 000 Deutschen in der Bildung begriffen oder sei bereits ausgestellt. Der mexikanische General Obrigon soll in ÄKexiko gefangen genommen worden sein. Man weiß nicht, ob die deutsche Armee mit Car- rauza, Villa oder Diaz sufammenärdeitet. Sicher ist angeblich, daß der deutsche ®ufiuß militärisch wie finanziell Ntexiko beherrscht.

Renterberichte aus Judie«.

<^ Amsterdam, 28. März. (WTB.) Das Reuter- sche Bureau meldet aus Delhi, daß die indischen Mit­glieder des gesetzgebenden Beirats beim Vizekönig in der Schlußberatung über den Haushaltsplan des Kaiser­reiches diesem in warmen Worten zugestimmt und daß viele von ihnen die Haltung des Volkes gegenüber den neuen Steuervorlagen als patriotische Begeisterung ge­schildert hatten. Der Vizekönig brächte in seiner Schluß­rede ein Angebot von 100 Millionen Pfund Sterling an die Regierung des Mutterlandes ein und betonte die Notwendigkeit allgemeiner Zeichnuvg bei den Kriegs