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hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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für den Kreis Hersfeld

Sreisllatt

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im / amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder- : holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags. :

Nr. 65

Seliger Bezugspreis DierteljährUdi 1.80 Mk.

Sonntag, den 18. März

1917

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 10. März 1917.

Der bisher mit der Abnahme der zur Baugruppe II u. in gehörigen Bauausführungen beauftragte Bahn­meister Bechtold in Sorga ist zum Militärdienste eingezogen worden.

Die Abnahme der in Betracht kommenden Bau­ausführungen dieser Baugruppen ist künftig bis auf Weiteres von den Ortspolizeibehörden unter Hinzu­ziehung des zuständigen Gendarmeriewachtmeisters vorzunehmen. Den Anträgen auf Bauabnahmen ist in allen Fällen tunlichst bald zu entsprechen. Formu­lare zu den Abnahmeprotokollen find in der Funk'schen Druckerei hier zu haben.

Die Abnahme der zur Baugruppe I gehörigen Bauausführungen erfolgt noch wie vor durch den Königlichen Hochbaubeamten.

I. B. Nr. 156. Der Landrat.

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Funke, Kreissekretär.

Holzabfuhr.

BiS zum Beginn -er Frühjahrsbestellung find alle Fuhrwerksbesitzer, die Perde, Zugochsen oder Zugkühe haben, auf Aufforderung ihrer Ortspolizeibehörde verpflichtet, für von dieser ihnen bezeichnete Geschäfte oder Personen Holz auS den Benachbarten Wäldern anzufahren.

Ueber die Berechtigung einer hiergegen eingeleg­ten Beschwerde entscheidet entgültiz die untere Ver­waltungsbehörde (LandratKamt, Kreisamt, Bezirks- -trecktion.)

Die Vergütung für die Holzanfuhr ist ausschlieff lich Sache der Vereinbarung zwischen den Fuhrwerks besitzern und dem, für den die Anfuhr des Holzes er

1^^^ ^ hat die Gestellung des Fuhrwerks zu erfolge» ohne Rücksicht auf eine etwaige eingelegte Beschwerde oder eine vorherige Regelung der Vergütung.

Zuwiederhandlungen werden mit Gefängnis bis

zu 1 Jahr bei Vorliegen mildernder Umstände mit Hast oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.

Der Kommandierende General von H a » a w i N General der Infanterie.

* *

Hersfeld, den 15. März 1917.

Wird veröffentlicht.

Tgb. Ro. I. 2635.

Der Landrat.

I. V.:

v. H,- emann, Reg.-Affessor.

Polizei-Verordnung

zur Abänderung der Polizei-Verordnung vom 8. April 1808, betreffend die Beförderung von Dampspflügen auf (haussierten öffentliche« Wegen sowie den Betrieb von Dampspflügen in der Nähe dieser u»d anderer öffentlicher Wege.

Auf Grund des § 189 des Gesetzes über öie all­gemeine LandeSverwaltung vom 80. Juli 1883 (Gesetz- Sammlung Seite 195) in Verbindung mit den §§ 6, 12 und 18 der Verordnung über -ie Polizei-Verwal- tung in den neu erworbenen Landesteilen vom 20. Sep. temver 1867 (Gesetz-Sammlung S. 1529) verordne ich für den Umfang der Provinz Heffen-Nastau, was folgt.

Artikel L

Der 8 5 bei; Polizei-Verordnung vom 8. April 1908 erhält folgende Fassung:

Zur Bedienn«« eines Transport» müssen min­destens drei Personen vorhanden sein, von denen eine -er Lokomotive voraufgehe« nnd nötigenfalls den mit Pferden den Transport Passierende» Beistand leisten

muß.

Artikel ri.

Diese Verordnung tritt mit ihrer veröffent. lichung in Kraft. (No. 8715/* il 1886)

Caffel, am 22. Februar 1817,

Der Oberpräsident.

* * *

Hersfeld, den 12. März 1917.

Wir» veröffentlicht.

Tgb. Ro. I. 2585.

Der Landrat.

J. V.:

».Hedemann, Reg.-Affessor.

Unter Aufhebung meiner Bekanntmachung vom 29. August 1916 wird der Gebührentartf für Fleisch- und Trichinenbeschauer vom 26. Februar 1904 auf Grund des § 14 Abs. 2 deS Gesetzes vom 28. Juni 1902, betreffend die Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes, widerruflich bis aus weiteres, wie folgt, abgeändert:

a) Abschnitt 1 letzter Satz lautet:

Die Gebührensätze zu 1 bis 4 erhöhen sich um die Hälfte ihres Betrages, wenn der Beschauort 2 km. oder mehr vom Wohnorte des Beschauers entfernt liegt.

b) Abschnitt ii lautet:

Den zu Fleischbeschauern für die den approbierten Tierärzten vorbehaltenen Zweige der Beschau er­nannten Tierärzten stehen für die den Tierärzten ausschließlich vorbehaltene Beschau (Ergänzungöbe- schau) folgende Gebühren zu:

i.

2.

3.

für ein Stück Rindvieh (ausschließlich Kälber), ein Pferd, einen Esel oder ei« Maultier 3,75 Mk., für ein Schwein 2,50 Mk.,

für ein Kalb oder ein sonstiges Stück Kleinvieh 1,80 Mk.

Außer diesen Sätzen erhalten die Tierärzte in

den Fällen der Ergänzungsbeschau, wenn der Be­schauort 2 km. oder mehr von ihrem Wohnorte enC- fernt liegt, an Reisekosten für den Kilometer Land­weg 50 Pfg., für den Kilometer Eisenbahn 7 Pfg. ohne besondere Zu- und Abgangsgebühren. Eine Bb- rnndung auf mindestens 8 km. hat nicht stattzufinden, die Sätze sind vielmehr nur für die wirklich zurück­gelegte Entfernung des Hin- und Rückweges zu ge­währen. Bei Berechnung der Entfernung wird jedes angefangene Kilometer für ein volles gerechnet, für Hinweg und Rückweg getrennt. Sind die tt einer

Ergänzungsbeschau betrauten Tierärzte

aus

anderem Anlässe an dem Befchauorte anwesend, so haben sie keine Reisekosten zu beanspruchen.

Hinsichtlich der Kosten der Untersuchung der in ein öffentliches Schlachthaus gelangenden Schlachttiere und der Kosten der durch Beschlüsse der Schlachthaus- gemeinden ungeordneten Untersuchung des nicht im öffentlichen Schlachthaus ausgeschlachteten frischen Fleisches sowie hinsichtlich der für diese Unter­suchungen zu erhebenden Gebühren verbleibt es bei den besonderen gesetzlichen Bestimmungen.

Diese Abänderungen treten mit dem Zeitpunkte ihrer Veröffentlichung in Kraft. (A. H. 851.)

Caffel am 20. Februar 1917.

Der Regierungspräsident.

S»M»>»WMMMWiW

Hersfeld, den 9. März 1917.

Wird veröffentlicht.

Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich

die Schlachtvieh- und Trichinenbeschauer auf den neuen Gebührentarif hinzuweisen.

Tg». No. I. 2599. Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Bus der Heimat.

):( Hersfeld, 17. März. Es wird darauf aufmerk­sam gemacht, daß die F e l d t a u d e n in der Zeit vom 1. April bis 1. Mai ds. Js. so einzusperren sind, daß denselben daS BuSfliegen ins Feld unmöglich ist. Zuwiederhandlungen werden bestraft.

):( Hersfeld, 17. März. (Stadtverordneten­versammlung.) Montag, -e« 19. März. Fort­setzung der Beratung des städt. Haushaltsvoranschlags für 1917.

):( Hersfeld, 16. März. Die für die Soldaten- und Marineheime durch die Kriegsjugendwehr Hersfeld seinerzeit erfolgte Sammlung ergab einen Reinertrag von 3414,12 Mark. Die Sammlung erstreckte sich auf die Landgemeinden des Kreises Hersfeld mit Aus- nähme von Niederaula, Hattenbach, Kemmerode, Kleba, Niederjossa, Mengshausen, Reimboldstzaufen und Solms. In diesen Gemeinden erfolgte die Sammlung durch das Rote Kreuz, Zweizoerein Niederaula. Die Höhe des gesammelten Betrages legt Zeugnis ab von -er großen Opferfreudigkeit der ländlichen Bevölke­rung für die segensreiche Einrichtung der Heime.

):( Hersfeld, 17. März. (Ausschneiden und aufheben.) Für Zubereitung von grünen Heringen sind folgende Arten bei dem derzeitigen Oelmangel sehr zu empfehlen: GrüneHeringe in weißer Tunke. Man rührt Mehl mit Master, dem man einige Brühwürfel zusetzt, glatt, giebt etwas Z»iebel, Salz, Lorbeerblatt, Petersilie, einen Schuß Essig und sonstiges Gewürz hinzu, kocht es gar und gießt die Tunke durch ein Sieb. Die gut gereinigten und nicht gesalzenen Heringe werden hineingelegt, bis anS kochen gebracht, noch einige Minuten darin gar ziehen lassen und so zu Tisch gebracht. Hat man Butter kann man der Tunke noch ein Stückchen frisch -u- setzen. Bon den Resten kann man durch Zusatz von Senf, Essig und etwas Zucker einen Fischsalat bereiten. EinmartniertegrüneHeringe. Die grünen Heringe werden ganz wie gesalzene Heringe ein­mariniert. Heringe in Gallerte. Nachdem die grünen Heringe geschuppt und ausgenommen sind, kocht man Wasser mit Essig, Zwiebeln, Salz und Gewürzen, legt die Heringe hinen und läßt sie gar ziehen, dann nimmt man die Heringe aus der Brühe, die man mit Gelatine steift (10-12 Blatt auf ein Liter Flüssig­keit), legt die Heringe in eine Schüssel, gilzt die Brühe darüber und läßt sie bis zum anderen Tage stehen. Bet der Verwendung von Klippfischen ist wichtig da« Entwässern. Der Fisch wird der Länge nach in der Mitte geteilt und quer in 28 finger­breite Streifen geschnitten. DaS anhaftende Salz

wird durch Waschen entfernt, woraufman die Fleischstücke in ein Gefäß mit frischem, kaltem Wasser legt. Vorteilhaft ist es, auf den Boden des Gefäßes ein Si-b oder einen Teller zu legen, weil dadurch das Wässern gefördert wird. Der Fisch muß etwa 60 Stunden wässern, wobei das Wässer öfter» zu er­neuern ist. Beim Wässern geht der Klippfisch auf, seine Masse nimmt 3040% zu. Nach dem Entwässern haben die Klippfische den Charakter frischer Seefische angenommen. Sehr gut sind folgende Klippfisch-Ge­richte: Man koche eine deutsche Kartoffelsuppe mit viel Gemüse, nehme dazu einen Teil des Fischwassers und als Einlage den in Stücke geschnittenen, vorher ge­kochten Fisch ohne Gräten. 2l/i Teile geschälte Kartoffeln werden gekocht und gut durchgestampft, etwas Zwiebel hellgelb angeschwitzt, mit 1 Teil vorher ge­kochtem und zerkleinerten Klippfisch vermischt und z« einem Brei gerührt, dann mit Pfeffer und Salz ab- geschmeckt. Sahr gut auch auf der Pfanne gebacken. Heiß anrichten. 1 Teil geschälte Pellkartoffeln werden in Scheiden geschnitten,- 2^» Teile Steckrrübe» weich gekocht) das Ganze mit 1 Teil vorher gekochte» und zerkleinerten Klippfisch vermischt. Man füge eine braune Mehlschwitze hinzu und lasse eS einmal aufkochen. Augezeichnet schmeckt Klippfisch auch mit Sauerkraut und Kartoffeln durcheinandergekocht. Mitgeteilt vom Hausfrauenverein.

):( Hersfeld, 17. März. (Sitzun g der Stadt­verordnetenversammlung am 14. März.) An­wesend: Herr Vorsteher Beckerund 13 Stadtverordnete, vom Magistrat: Herr Bürgermeister Wagner und die Herrn Beigeordneten Schtmmelpfeng und Rehn. Nach einer längeren vertraulichen Beratung trat die Versammlung erst gegen 6 Uhr in die Tages­ordnung der öffentlichen Sitzung ein und wählte zu­nächst den Herrn Stadtverordneten I. Schüßler zum Mitgliede der Armenverwaltung anstelle des ausgeschiedenen Herrn Beigeordneten Altenburg.

des Amtsan-

Herr G. Braune als geeignete Person in Borschlag gebracht. Nachbewilligt wurden zum folgenden Punkt der Tagesordnung die durch die Einführung des Herrn Bürgermeisters Wagner entstandenen Kosten, sowie dessen Umzugskosten. Ferner wurde dem Büro- gehilfen Herrn Klopp eine Unterstützung zu den ihm entstandenen Umzugskosten bewilligt und der durch den Magistrat ausgesprochenen Bewilligung eines Verlags von 150 Mark für Erteilung von Unterricht über Säuglingspflege an die Schülerinnen der städt. Kochschule zugestimmt. Einem Anträge des Herrn Polizeikommissars Braune entsprechend erhöhte man das Kleidergeld für die uniformierten Polizeibeamten in Anbetracht der hohen Tuchpreise und Macherlöhne zunächst auf die Dauer eines Jahres in angemessener Weise. Der Einrichtung einer Hilisdienftanmeldestelle für die Kreise Hersfeld und Hünfeld und der Wieder­eröffnung der früher hier bestandenen Arbeitsnach- weissteüe stimmte man zu u d erklärte sich, erforder­lichenfalls, mit der Annahme einer geeigneten Hilfs­kraft für diese» Arbeitsfeld einverstanden. Ebenso stimmte man der Kostenbewilligung für die Annahme einer Schreibhilfe für die Lebensmittelkartenausgabe- stelle zu. Sodann wurde die Annahme verschiedener Stiftungen unter dem Ausdruck des Danke» beschlossen. Es handelte sich um zwei Stiftungen des Herrn Sradtratö Jean Rechberg von je 10000 Mk für den Neubau eines Rathause» und für Arme der Stadt und der näheren Umgebung. An erstere Stiftung hat Herr Rechberg die Bedingung geknüpft, daß der Neubau de» Rathauses innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahrensauf dem Schillerplatz erfolge n müsse. Anderen­falls soll der Betrag der Armenstistung zufsllen. Ferner kommt eine Schenkung der Frau Anna Hoehl, geb. von Todenw«rth, zu Fulda im Betrage von 6500 Mark in Frage, die zum Andenken ihres verstorbene« Gatten, des früheren Hersfelder Buchhändler» nnd Buchdruckerribesiyer» Eduard Hoehl die Bezeichnung Eduard Hoehl'sche Krankenstiftung für die Stadt HerSseld" führen soll. Die Beschlußfassung auf eine Vorlage de» Magistrats betreff» Einrichtung einer Gemüse-Trockenanlage wurde heute ausaesetzt. Al»- dann erstattete Herr Bürgermeister Wagner den städtischen Ber«altung»bericht für daS Geschäftsjahr 1915. Mit Rücksicht auf die bestehende Papierknappheit und den Mangel an Arbeitskräften wird man jeden­falls diesmal von der Drucklegung deS Berichts Ab- stand nehmen. Die Beratung des städtischen Haus­haltsvoranschlag» mit seinen Nebenvoranschlägen wurde mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit auf nächsten Montag vertagt.

Mau zeichnet Kriegranleihe bei jeder Bank, Kreditgenossenschaft, Sparkasse, Lebensversicherungrge- seilschast, Bostanstalt.