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Ä sie mW in Best letzten KriogSjahren gegen die ökonomische Mißwirtschaft der Regierung in schärfste Opposition getreten sncd. Das erhellt vor allem aus der Tatsache, daß an die Spitze der revolutionären Re- 'gierung der Präsident der Duma. Rodzianko, ge­treten ist, ein Mann, von dem man schwerlich umftürz- lerische Tendenzen .m Sinne russischer Sozialrevolutio­näre voraussetzen darf. Das gleiche gilt von dem neuen Kommandanten der Reichshauptstadt Engel. Hardt. Die Engelhardts sind ein im Gouvernement Mohilew reich begütertes, völlig verrußtes Geschlecht, die sich Engelgardt sprechen und sogar einen Vertrerer in den russischen Re.chsrat entsandt haben. Diese bei­den, zur Zeit vielleicht wichtigsten Persönlichkeiten ge­hören (ebenfalls einer sonst äußerst gemäßigten Rich­tung an. Dieser Umstand sollte uns zu bedeuten geben, daß es sich bei den gegenwärtigen Vorgängen in Ruß­land weit weniger um einen Kampf gegen den Zaren und zarische Gewalt als gegen die bisherigen Machtha­ber handelt, die von dieser als Vertreter der Regie­rung eingesetzt worden waren. Wir können es daher wieder wie 1905 erleben, daß die Bauern mit dem Ruf: Es lebe der Zar, nieder mit der Regierung" Städte und Güter plündern, BeanNe nieberffafagen und eine provisorische Regierung einsetzen: alles im Namen des Zaren. Vor allem springt aber noch eins in die Au­gen: die Beziehungen, die sich besonders in den letz­ten Monaten zwischen den Herren Rodzranko, Mttiu- kow und ihren kadettischen Gesinnungsgenosse einer­seits und dem großbritannischen Botschafter Buchenan anderseits angewonnen haben. Wie man weiß, hat Herr Buchenan Mühe, Zeit und Geld nie gewogt, um die ihm ergebenen russischen Politiker für ihren Kampf gegen das russische Kabinett zu stärken und dessen end­lichen Sturz herbeizuführen. Und zwar nicht etwa, um dem russischen Volke zu Brot und Kohlen zu verhelfen, die ihm von der Regierung angeblich vorenthalten werden, sondern um sich mit Hilfe russischer Fäuste ein Kabinett zu schaffen, das sich Englands Wünschen ge­genüber gefügiger zeigt, als bisher geschehen war. Diese Verquickung zwischen englischer Botschaft und re­volutionärer Regierung drückt den unheilvollen Vor­gängen der letzten Tage einen so deutlichen Stempel auf, daß man versucht ist, von einer englischen Revo­lutionen auf russischem Boden zu sprechen. Wie dem aber auch sei, die Geister, die sie rief, wird sie nun nicht mehr bannen können. Denn die Petersburger und Moskauer Vorgänge müssen im ganzen Lande Fernwirkungen auölösen, deren die zwölf Herren an der Newa vielleicht über kurzem nicht mehr Herr wer­den können. Daß hierbei auch die Stimmung der Front eine, vielleicht entscheidende, Rolle spielen wird, liegt

auf der Hand.

Der Zar

aber, der vor vierzehn Tagen in sein Hauptquartier abgereist ist, ist nunmehr vor eine Alternative gestellt, die über Sein oder Nichtsein zu entscheiden hat: ent­weder: Paktieren mit den Revolutionären und Aner­kennung ihrer Regierung, oder Entsendung von meh­reren Armeekorps gegen Petersburg zur Rückerobe­rung seiner Residenz und Züchtigung der Meuterer. Ein Drittes gibt es unserer Meinung nach nicht. Da- . mit steht und fällt aber auch das Schicksal Herrn Bu- chenans und seiner englischen Revolution. Denn der englischen Politik trauen wir jede Skrupellosigkeit zu, letzten Endes auch die des bestellten Zarenmordes. Gelingt ihr sein eingefädelter Plan, dann geht es morgen vielleicht schon um die Zarenkrone, schlägt er sich Mr.

a ...

Buchenmr"^ _ ....... ....

hatte, immer noch nicht weit genug von Petersburg entfernt sein, um ihn gegen die Rache russischer Patrio­ten zu schützen! '

Wir in Deutschland Haben allen Anlay, der weite­reil Entwicklung der Dinge in Rußland nüchternen Auges zuzuschauen. und sollten uns davor Huten, zu glauben, daß durch sie auch gleich die Frage über Krieg oder Frieden entschieden würde. Nur m einer Hinsicht sind wir mit Sorge erfüllt: das ist das Schicksal unse­rer deutschen Stämmesgenossen im ganzen Reicy, auf die gewissenlose Personen die Wut der meuternden Massen vielleicht werden lenken wollen, um sich selbst vor ihrer Justiz zu retten.

Dervegte Kammersitzung in Paris.

Der Kriegsminister kann im Lärm nicht reden.

Lyoner Blätter melden ergänzend aus Paris über die Vorgänge in der letzten Kammersitzung. Abgeord-, nete Anglais interpellierte über das FliMveseu. Er sagte u. a.: Uebera« herrsche Anarchre. , Nirgends sei Verantwortlichkeit. In einigen Flugzeugfabrrken werde nachts nicht gearbeitet, da einige Hundert Specialisten von der Front noch nicht freigelassen seien. Äm fran­zösischen Heere seien 42 Flugzeugmodelle im Gebrauch. Die Herstellung erfolgte. nicht schnell genug. Dentsch- land sei in dieser Beziehung entschieden überlegen. In Verdun Mid an der Somme hätte nur eine ganz geringe Ueberlegenheit der französischen Flugzeuge über die deutschen der französischen Armee gestattet, durchzuhalten. Der Generalissimus habe dies persönlich in einem Bericht zugegeben. Anglais verlangte dann eine Geheimsitzung. Nach der Geheimsitzung ergriff .(kriegsminister Lyautey das Wort, doch war der Lärm der Sozialisten und Radikal-Sozialrsten derart, daß er nicht zuende reden konnte und inmittc»» der größten Nu- ruhe den Sitzungssaal verließ. Nachdem der Minister seinen Rücktritt angeboten hatte, zog Anglais feine Tagesordnung zurück.

Fraukreichs Kriegskosten.

Jm Pariser BlattOeuvre" stellt ein Mitarbeiter .......- ""-rank-

iarden

folgende Statistik auf:" Die Kriegsausgaben F reichs bis zum Frieden kann man, auf 120 Milli

Frank veranschlagen, das heißt am. 3157,89 Frank für jeden Einwohner des Landes. Dre nach beendetem Kriege zu tragenden Lasten würden sein: Verzinsung der Schuld zu 5 v. H. 6000 Millionen Frank: Schuldentil­gung, auf vierzig Jahre verteilt 3000 Millionen Frank; Pensionen 1500 Millionen Frank; Entschädigungen 1500 Millionen Frank; das sind insgesamt 12 000 Millionen Frank, also eine Milliarde monatlich od/r auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet 27,77 Frank.

Neue Verlegenheiten für Wilson.

Die ersten Tage der nächsten Woche werden für Washington die spannendsten der gallzen Kriegszeit sein", meldet lautKöln. Ztg." von dort der Bericht­erstatter derTimes", der diese Wendung schon mehr­fach gebraucht hat. Die Ausfahrt bewaffneter Kauf­fahrteischiffe werde das Verhältnis zu Deutschland kri­tisch gestalten. Auch die innere Lage sei beunruhigend. Die Eisenbahuangestellten verlangten die Inkraftset­zung des Achtstundentags mib drohen für Samstag mit Maßnahmen im Hinblick auf eine allgemeine Etn- stelluna des Dienstes. Man begreift, daß ein Ausstand im jetzigen Augeirblick bem Ansehen Amerikas schaden . ' ch auf das Volk selbst einen nachteiligen Em- fluß auSüben könnte, da die Preise der Lebensmtttel noch mehr steigen würden.

und am

Neues MS Washington.

Aus Washington eingegangene Nachrichten besa­gen, daß sowohl die Regierung als auch die Arbeiter­führer zöaerir, in der Angelegenheit des allgemeinen Eisenbahnstreiks den ersten Schritt zu tun. Beide Teile blieben hartnäckig auf ihrem Standpunkt. Nach anderen Meldungen aus Washington wird die nächste Botschaft des Präsidenten an den Kongreß Ungewöhn­lich militant sein. Er wird vermutlich die militärische Ansbildung der jungen Männer und eine Vergröße­rung der Armee verschlagen. Falls dies bewilligt wird, wird er den Kongreß auffordern, die außeror­dentliche Session ganz den Kriegsmaßregeln zu widmen.

Die Gewerkschaften fordern den Achtstundentag.

s-j Haag, 16. März. (T. U.) Nachdem von Reuter vor einigen Tagen mit großer Begeisterung aus Neu- york gemeldet wurde, daß die gesamten Arbeitergewerk­schaften Wilsons Politik unterstützen würden, lauten die letzten Nachrichten lautB. L.-A." jetzt dahin, daß die Gewerkschaften beabsichtigen, in einen Sympathiestreik mit den Eisenbahnern einzntreten, falls ihre Forderung nach dem Achtstundentag nicht bewilligt würde.

Große Frieöensknudgebnng in Neuyork.

Wie in verschiedenen Blättern berichtet wird, fand am Freitag in der Neuyorker Carnegiehall eine von der Friedensföderation veranstaltete riesige Friedenskund­gebung statt, in der die Wünsche des amerikanischen Volkes gegenüber den Entschließungen der Regierung zum Ausdruck gebracht wurden. Die Versammlung gestaltete sich zu einer Huldigung für Deutschland.

Chirra auf der Seite der Gegner.

Unter dem englisch- amerikanischen Druck.

Ueber Wachington meldet Reuter, daß die chine­sische Regierung den diplomatischen Verkehr mit Deutschland abgebrochen habe. Das Staatssekretariat habe lautKöln. Ztg." die Mitteilung erhalten, daß die chinesische Regierung die dentschen Kauffahrteischiffe in Schanghai mit Beschlag belegt habe. Die Beman­nungen feien weggenommen und unter Bewachung gestellt worden. Es handle sich um 13 Schiffe mit zu­sammen 35 000 Tonnen.

Eine Bestätigung der Reuterschen Meldung liegt allerdings nur bei Havas vor; man darf sie indes bei den Bestrebungen Wilsons und der Engländer als rich­tig unterstellen. Der nächste Zweck des Abbruchs war ja auch die Beschlagnahme der deutschen Schiffe, ähn­lich wie bei Portugal. Natürlich bleibt China uns für sein Tun ebenso verantwortlich wie Portugal für das feinige.

Der Bruch mit China.

t8-^. Paris, 16. März. (WTB.) Die Agence Havas meldet aus Peking: Der Minister des Aeutzer« hat den Gesandten der Mliierten mitgeteilt, daß die Regiernng dem deutschen Gesandten, dem Personal der Gesa«dt- schaft und den deutschen Konsuln in China die Pässe zn- gestellt habe.

der WUchemmle Taschboolkries.

Das erste Abwehrmittel, das die französischen Be­hörden gegen den uneingeschränkten U-Bootkrieg ge­funden haben: die Mitteilung an die Franzosen, daß von jetzt an nur noch allwöchentlich die Zahl der ver­senkten Schiffe bekanntgegeben werden soll, wird auch in Frankreich nicht mit dem Enthusiasmus ausgenom­men, den Herr Briand vielleicht erhofft hat. Man er-

lichsten und irrigsten Vermutungen bei kämen. Man werde darin keinesivegs ein Zeichen sehen, daß die Zahl der versenkten Schiffe abgenommen habe. Die Vertuschungs- und Verschleierungspolitik des wac­kelnden Briandschen Ministeriums genügt also selbst den ebenso leicht^ beruhigten wie begeisterten Franzosen in anbetracht der mehr und mehr fühlbaren U-Boots- sperre nicht. Zumal dies Verfahren für die Bewohner der Republik nicht eben neu ist. Denn seit Beginn des Krieges hat man Frankreich nicht für reif und ent­schlossen genug gehalten, um ihm, wie es in Deutfchland geschieht, die Verlustlisten des Heeres ohne jede Kür­zung zugänglich zu machen. Ebenso bemüht sich der ganze Regierungsapparat in Frankreich nach Kräften, der Bevölkerung die zuverlässigen und genauen Listen vorzuenthalten, die dieGazette des Ardennes" in jeder Nummer über die in deutsche Gefangenschaft geratenen Franzosen und über die Opfer enthält, die das Geschütt- feuer der Franzosen unter den eigenen Landsleuten in der Frontzone fordert.

Aussagen der GeretLeten von derMinas"

Die Szenen beim Untergang des italienische« Trnppentransportschiffes.

Die beiden einzigen Ueberlebenden des am 13. Feb­ruar 1917 im Mittelmeer durch zwei Torpedotreffer versenkten italienischen Truppentransportöampfers Minas", die gefangen genommenen italienischen Sol­daten Guiseppe Fabrizio und Luzi Jnferardi, beide Automobilisti" vom 13. Regiment Artigleri 5. Kom­pagnie (Rom), sagen nach ihrer Rettung durch das Un­terseeboot übereinstimmend folgendes aus:

In Neapel wurden mit uns eiugeschifst: mehrere serbische Offiziere, darunter ein General, drei Ober­sten, ea. 12 italienische Offiziere, darunter 2 Majore, und 1000 Mann. Die Unlust der Truppen, nach Sa­loniki z« gehe«, war groß. Von den ursprünglich 50 Automobilisten waren kurz vor der Abfahrt zehn de­sertiert. Der Kai war bei der Abfahrt voll von wei­nenden Frauen; es standen dort noch ca. 20 Automo­bile, die mit einem wetteren Transport, vermutlich auch nach Saloniki, abgeben sollten. Der Dampfer verließ am 13. Februar 1 Uhr mittags Neapel, Bestim- mung Saloniki. Er nährn zunächst direkten Kurs von Neapel nach der Straße von Messina,,wo an der Ost­front am 14. Februar mittags ein italienischer Zer­störer sich bei dem Dampfer einfand und ihn bis zum 15. Februar begleitete. Bei bewegter See erfolgte plötzlich am 15. Februar, 12 Uhr 50 nachmittags, eine heftige Explosion, während die Truppen zum größten Teil seekrank und schlafend unter Deck waren. Es ent­stand eine allgemerne ungeheure Panik. Weder von den Offizieren des Dampfers, noch von den Armeeof­fizieren wurden irgendwelche Befehle gegeben. Nur ein Jnfairterielelttnant rief: Schwitnmwesten anzie­hen! Die Soldaten entkleideten sich und sprangen zum TeU sofort über Bord. Die 6 Schiffboote waren zu Wasser gelassen, kenterten aber, da sie überfüllt wa­ren und bei der Fahrt des Dampfers unterschnitten. Fast alle Leute, anch alle Offiziere, werden dabei er­trunken sein. Wir beide waren zuerst in einem Schiffs­boot, sind aber rechtzeitig heransgesprungen und nach einem Holzstoß geschwommen. Da wir nach der ersten Explosion, die im Maschinenraum erfolgte, mit Koh­lenstaub geschivürzte Soldaten sahen, glaubten wir nicht an ein Unterseeboot, sondern dachten an eine Maschincnexploston und wollten nach einiger Zeit, weil der Dampfer nW sank, an Bord zurückketzreu, wo noch

der größte Test der Soldaten an Deck stand. Der Ka­pitän des Dampfers, der mit uns im Wasser schwamm, kehrte auch mit einem Matrosen an Bord zurück. Da traf den Dampfer achtern in einem Raum mit Muni­tion der zweite Torpedo. Er sank sofort und riß die an Deck befindlichen Truppen mit in die Tiefe.

Lriegsakerlei.

Die bürgerliche Dienstpflicht in

Frankreich.

hat der Senator Senat die Vor-

Wie französische Blätter melden, Berenger zu Anfang, der Woche dem ------- - - - . läge zur Mobilisierung der bürgerlichen Hilfskräfte in Frankreich unterbreitet. DasJournal" teilt mit, daß die amtlich anerkannten Bedürfnisse die Heranzie­hung von mindestens 400 000 Arbeitern aus dem Zwil-

leben erfordern.

Sarrall läßt sich kriegstraue«.

i-» Lugano, 16. März. (T. U.) General Sarrail hat lautB. T." in Saloniki eine französische Kranken­schwester namens Dejoannis geyetratet.

Politische Rundschau.

Staatssekretär Helfferich in Belgien. Der Stellver­treter des Reichskanzlers, Staatsminister des Innern Dr Helfferich, hat sich zur Information nach Belgien, zunächst nach Brüssel, begeben. __

Der Fiderkommitzgejetz-Ausschutz des Abgeordne­tenhauses nahm einen Antrag an, wonach die Neuein­richtung und Erweiterung von Fideikommissen in der Zeit vom 1. Juli 1917 bis 1. Juni 1920 verboten wer­den soll.

Die Entscheidung über das Jesuitengesetz soll nun­mehr, wie derBayerische Kurier" hört, in greifbare Nähe gerückt sein. Der Bundesrat wird sich voraussicht­lich demnächst mit der Angelegenheit befassen.

Hilfsdienst im Etappengebiet.

Von Otto von Gottberg.

(Schluß.)

Wenn viele Deutsche seinem Rufe folgen, werden unsere schlagenden Fronten eine den Sieg beschleuni­gende Verstärkung spüren. Bislang verzichten sie auf manches Gewehr, denn hinter jedem Armeekorps tun etwa sechstausend Mann Arbeitsdienst. In Säge- und Wasserwerken, oder landwirtschaftlichen Betrieben wer­den vielleicht zwei Helfer nötig sein, um künftig die Ar­beit eines strammen K. V. zu leisten. Den Platz des Schreibers, Burschen oder Pferdepflegers mag ein Hel­fer füllen mit dem Bewußtsein, durch freiwillige Mel­dung dem Vaterland einen Streitbaren geschenkt zu ha­ben.

Bedeutsame Wirkung wird das Gesetz aber nur ha­ben, wenn Heer und Volk mit ernster Entschlossenheit seine Durchführung fördern. Die Heimat muß mit ste­tem Druck Menschen frontwärts schieben. Namentlich Arbeitgeber und Schulmänner können dabei helfen. Auf der Scholle sestzuhaiten haben wir freilich Leute, die Brot und Nahrung schaffen. Des Heeres Aufgabe ist es, des Helfers Weg in den militärischen Organismus zu ebnen und ständig nachzudenken, wie es neue Arbeit für Leute mit schwarz-weitz-roter Armbinde finden kann. Die Armeeverwaltung hat sich mit dem Gesetz abgefun­den, obwohl Zusätze es den Truppenbehörden unbe­quem oder unhandlich machen und der Soldat es gern ungerecht nennt. Der durch den Zivilisten abgelöste oder neben ihm arbeitende Uniformierte hört zunächst un- tiiänbia und dann entrüstet, daß der wie der Soldat be-

kein Mann im grauen Ehrenkleid der Deutschen nn an den eigenen knappen Sold von 35 Pfennig zu denken.

Er dient nicht wie das bunthäutige Gesinde! unter Eng­lands Fahnen um Geld. Der Staat ist durch das neue Gesetz gezwungen, den Helfer als Arbeiter zu behan­deln, und darum ihm gleich hohen Lohn wie die Heimat zu bieten. Die Wehrpflicht kann Jugendliche und Al­te nicht fassen. Bezahlung muß sie lotsen. Der deutsche Soldat, ob hoch oder niedrig, aber dient in Krieg und Frieden ohne Entgelt und empfängt an Sold nur genug, um die ihm nicht vom Fiskus gelieferten Le­bensbedürfnisse gemäß Rang und Stellung zu bestrei­ten. Wollten wir unsere Führer und Truppen heute nach Gebühr bezahlen, dann wären wir morgen banke­rott. Allein Hinoenburg und Tirpitz verdienten ein Ge­halt, höher als das gesamte Einkonnnen aller Kriegs- lieferantem Doch wartet des Soldaten ein schönerer Lohn als der Reichtum, den hinter der Front Gerechte und Ungerechte häufen. Wenn die Siegesglocken ver­klungen sind, wirb er beim Gam * ' ' ' tzen auch auf die prächtigsten _______ _______

rern nicht mit Blcken von Ned und Begehren schauen.

rt tue Scegesalocken ver- ana durch heimische Stra- Billen vE Kriegswuche-

Weitere Drahtnachrichten.

Weitere Meldungen aus Nutzland.

Die neue« und die alten Machthaber.

»-fc Amsterdam, 16. März, 12,15 Hör morgeirs. (WTB.) Hier sind folgende Reuterdepeschen aus Pe­tersburg vom 14. März eingelaufen: Bark, Protopopow Stürmer und andere sind durch die Revolutionäre ver­haftet worden. Diese habe« das Winterpalais besetzte Die Botschafter Frankreichs und Englands haben mit dem Exekutivausschutz der Duma Verhandlungen ange­knüpft.

Nach anderthalb Stunden hat Moskau sich der Re­volution ohne Blutvergießen angeschlosien.

Großfürst K v r i l l erklärte, er stelle sich Rodzianko vollständig zur Verfügung. Alexejewo antwortete, er nehme den Vorschlag der Duma au. General B r v s - silow erklärte, er tue seine Pflicht gegen Kaiser und Baterland. Goremnkin ist verhaftet worden. Das erste und das vierte Donkosakenregiment haben sich der Revolution angeschlosien.

Rodzionka hat namens des Militärkomitees der Duma an die Marine- und Armeckommandanten aller Fronten ein Manifest gesandt, in dem er sie bittet, ruhig z« bleiben, aber den Kampf gegen den Feind fortzu- setzen, während das Konritee den Frieden im Innern des Landes aufrechterhalte.

Die Revolutionäre haben eine provisorische Regie­rung eingesetzt. Die Arbeiterführer der Duma haben an die Arbeiter verschiedene Aufrufe gerichtet, in denen sie sie auffordern, die Ordnung aufrechtzuerbalten und die Arbeit wieder aufzunehmen, bamit dre Kämpfer an der Front den Kampf fortsetzen könnten.

Die Lage in Moskau.

Ferner liegt aus Moskau folgende Reuterdepesche vor: Hier kam es anläßlich der Revolution zu große» Frendenkundgebungen. Es hat sich ein Militärkomitee gebildet, um mit Unterstützung einer Artilleriebrigade von fünf Regimentern und von 1000 Miliziruppen die Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Militärkommandant von Moskau sowie mehrere 1000 Gendarmen nud Po« lizeibeamte sind verhaftet worden, die politischen Ge­fangenen sind freigelasien worden. Nischni Nowgorod und Charkow habe« sich der Revolution angeschlosien.