Morse M erringen- Sie Sen Nuynr seines Namens Wer die ganze Welt verbreiteten. Dieses danke ich Dir an der Bahre des Entschlafenen, dessen einfache, offene Weise unberührt von äußerem Glanz stets vorbildlich gewesen
Daß er das Ende des Krieges, in dem er so Großes geleistet hat, nicht erlebte, ist tief bedauerlich. Sein Wert wird aber in seinem Gerste fortgeführt werden.
Die Aufbahrnng der Leiche.
_ In der kleinen Kapelle des Westsanatoriums in der Rankestraße zu Charlockenburg war die Leiche des Grafen Zeppelin aufgebahrt. Der wuchtige Eichensarg, der den Zinksarg umschließt, stand auf einem schwarzen Sockel, umgeben von 4 schweren Kandelabern, deren Lichter auf das Gesicht des verblichenen Greises ihre Strahlen sandtem Die ganze Kapelle war in Trauer- ichmuck gehüllt. Zahlreiche Kränze und andere Blumengebinde gruppierten sich um den Sarg. Der Graf wurde in der Ulanenuniform, die er immer getragen hat, zur letzten Ruhe gebettet. Die feldgraue Ulanka zeigte den »cpmucl der sämtlichen Orden m Eisernen Kreuz von 1870 bis 31
Trauerfeier im eu
letzten Ruhe gebettet. Die feldgraue Ulanka zeigte den Schmuck der sämtlichen Orden des alten Kriegers, vom Eisernen Kreuz von 1870 bis zum Eisernen Kreuz 1. Klaffe von 1914 und bis zum Stern des Schwarzen Adlerordens. In den gefalteten Händen hielt er einen Blumenstrauß. Der wuchtige Schnurrbart gab auch jetzt dem Gesicht sein so charakteristisches Aussehen. Prof. Arthur Kampf war heute morgen beschäftigt, den Grafen auf dem Totenbett zu zeichnen. Nachmittags um Uhr wurde der Sarg geschlossen. Um 5 Uhr fand eine •- .lgsten Familienkreise statt. Daran schloß sich die Ueber,uhrung nach dem Anhalter Bahnhof an, von wo der Transport der Leiche nach Stutt-
gart erfolgt.
Decke des bayerischen Kriegsministers.
Ein militärisches Programm.
Der neue bayerische Kriegsminister Freiherr von Hellingrath, hielt im bayerischen Landtage seine An- trittsrede. Sie war zugleich ein militärisches Programm, das allseitig gutgeheißen wurde. Der Minister erklärte: Ich habe ungern die Tätigkeit im Felde mit der Schreibstube vertauscht. Aber die Tätigkeit im Felde hat mir die Kenntnis dessen gegeben, was dem Heere nottut. Was draußen Tgg für Tag von den Truppen in unermüdlicher Pflichterfüllung geleistet, was an Heldenmut im Kampf gegen eine Welt von Feinden vollbracht wird, das übersteigt fast die Grenze des Menschenmöglichen, das vermag nur ein ethisch hochstehendes, gesundes und tüchtiges Volk. Was unsere Truppen dort geleistet haben, das erfüllt uns mit fester Zuversicht und gesundem Optimismus für die deutsche Zukunft. Die hervorragenden Leistungen unserer Armee beruhen nicht zuletzt auf den von gegenseitigem Vertrauen getragenen Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Wer seine Pflicht verletzt, eignet sich nicht zum Vorgesetzten, wer seine Untergebenen beleidigt und sich einer vorschriftswidrigen Behandlung schuldig macht, den trifft schwere Sühne und für den, der die gemeinen Handlungen einer Schinderei begeht, für den habe ich
einen eisernen Besen, für diesen ist kein Platz in der Armee. Ich gehe noch weiter. Ich fordere nicht nur, daß keine derartigen Verfolgungen vorkommen, ich fordere auch von jedem Vorgesetzten, daß er ein warmes Herz für seinen Untergebenen hat und allezeit für ihn eintritt. Hiermit läßt sich wohl Strenge verbinden, an den Mann auch scharfe Anforderungen stellen. Am meisten geachtet und eschätzt ist der Vorgesetzte, der im Dienst hart gegen
alt, der aber —, —, ,, ,.
ohlwollen sich ihr unbedingtes ertrauen zu sich1 Belehrung und Erziehung sind ' Mittel, um Soldat Mißhandlungen zu verhüten. Wir müssen alles aufbieten, um die Manneszucht in höchstem Maße zu Tör= Lern und zu erhalten. Erziehung und Drill müssen sich bei der Manneszucht gegenseitig ergänzen. Unsere Mannschaften sind in ihrer übergroßen Mehrzahl über jedes Lob erhaben, und sie beweisen durch ihre Leistungen, daß die harte Schule der Armee nicht umsonst war. Mit scharfen Worten brandmarkte dann der Kriegsmi- rrister die verbrecherischen
lern. :ten=
Kriegsschwätzereie«
und rief aus: Die Oberste Heeresleitung hat unbe- Lingten Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Zu den Berichten betreffend die Behandlung unserer Gefangenen durch die Feinde, besonders durch die Franzosen, schloß sich der Kriegsminister durchaus den Darlegungen des preußischen Kriegsministers an. Mit Nachdruck wies er auf die Bedeutung der Erfolge der neuen Kriegsanleihe hin. Für den Entscheidungskampf — und dabei schloß die Rede — muß alles auch in der Heimat bereit sein. Die Parole muß lauten: „Jetzt geht es vorwärts an den Feind mit Gold und mit Eisen!"
Sarrail in einer gefährlichen Lage.
Wie in einer belagerten Festung.
Das Balkanabenteuer der Entente nähert sich laut einer Sofioter T. U.-Drahtung feinem Fiasko. Vergleicht man die Lage der Armee Sarrail im Frühiahr 1916 Mit der gegenwärtigen, so ergibt sich folgendes Bild: Die serbische Armee ist von 100 OÖO Man« auf ein kleines Häuflein zufammengeschmolzen. Die Schwierigkeiten des Nachschubes von Mensche«, Munition und anderem Bedarf, hervorgerufen durch Transportschwierigkeiten, haben die Aktionen der Ententearmee bedeutend geschwächt. Sarrail ist jetzt gezwungen, mit seiner Artillerie sehr sparsam nmzngeyeu und sich nur auf kleine Jnfanteriekämpfe einzulassen. Ein Angriff der Engländer nordwestlich des Dotransees wurde im Keime erstickt, was genügend Sie Sage der Ententetruppen schildert. Die Armee Sarra,l befindet sich soz«sage,l in einer belagerten Festung, ans der sie nur hie und da Ausfälle macht. Auch die Möglichkeit des Rücktransportes ist infolge der Ubootgefahr sehr beschMnkcker „Temps" laut „Frkf. Ztg." behauptet, ist es Ventzelos jetzt gelungen, Zwei bis drei Divisionen aus griechischen Freiwilligen zu bilden, welche der General Sarrall an die mazedonische Front zu stellen suh beeilt.
Sckegsalierlei.
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Weizen-Beschlagnahme in Dänemark.
Der dänische Staat übernimmt laut Frkf. Ztg." alle Bestände ausländischen Weizens von über 10 000 Kilo, die sich im Lande befinden. Jeder Verkauf und Kauf von Weizen, sei es ausländischer oder dänischer, muß in Zukunft durch das Kornkontor des Ministeri- umS; des Innern vor sich gehen. Die Verteilung auf die dänischen Mühlen wird ebenfalls von dort gehand- habt.
Entente-Pläne über Palästina.
Die Ententediplomatie bestätigt ihre Kunst, das Fell
gen.
Neger als Menschenschlitchter.
Ein französischer, nach Spanien beurlaubter Flieger vom 5. Fliegerkorps berichtet laut „B. L.-A", daß sich hinter der ersten Linie der französischen Truppen an vielen Stellen Senegalneger befinden, die mit Revolvern und Messern bewaffnet sind. Ihre Ausgabe ist, nachdem die Franzosen einen feindlichen Graben genommen haben, vorzugehen und die noch lebenden Verwundeten zu ermorden.
ein russischer Transportdampfer gesunken.
Kopenhagener Blätter melden aus Christiania: Während des gestrigen Orkans an der Murmanküste
.. . . gestrigen Orkans an der Murmanküste wurde ein großer russischer Transportdampfer, der in der Kolsbucht verankert lag, mit voller Ladung auf das Meer hinausgetrieben, wo er sank. Der Wert der Ladung belief sich auf 10 Millionen Rubel. Die Besatzung ist gerettet.
Politische Rundschau.
Steuer-fragen im Hanptansschutz. Der Hauptaus- schutz des Reichstages lehnte bei der Abstimmung über den Paragraphen des Entwurfes betreffend Erhebung eines Zuschlages zur Kriegssteuer den sozialdemokratischen Antrag auf Erhebung eines Zuschlages von 33% Prozent ab, nahm dagegen den Zentrumsantrag betreffend das Kinderprivileg in seiner neuen Fassung an. Danach soll sich der Zuschlag, sofern das Gesamtvermögen des Steuerpflichtigen nach dem Stand vom 31. Dezember 1916 mit dem Vermögenszuwachs 100 000 Mark nicht übersteigt, ermäßigen: bei Steuerpflichtigen mit mehr als zwei Kindern unter 18 Jahren auf 15 Proz., mit mehr als drei Kindern unter 18 Jahren auf 10 und mit mehr als vier Kindern unter 18 Jahren auf 5 Prozent: bei Steuerpflichtigen mit mehr als fünf Kindern unter 18 Jahren soll der Zuschlag nicht erhoben werden.
Ueber die Gewährung von Familiennnterstütznn- gen an arbeitende Frauen hat der Reichskanzler einen Erlaß ergehen lassen, in dem es heißt: Von verschiedenen Seiten, besonders aus ländlichen Bezirken, ist unter Anerkennung der Gewissenhaftigkeit anderer Kriegerfrauen Klage geführt worden, daß sich ein Teil der Kriegerfrauen, und zwar selbst solche, die früher stets auf Arbeit gegangen sind, nicht zur Uebernahme von Arbeit bereitfinden ließ, trotzdem sie körperlich und nach ihren gesamten Verhältnissen dazu sehr wohl imstande seien. Weigern sich Kriegerfrauen, die nach ihren häuslichen Verhältnissen abkömmlich sind und körperlich zu arbeiten vermögen — vor allem junge alleinstehende Kriegerfrauen — zu arbeiten, so wird angenommen werden können, daß sie dann auch der Familienunterstützung zum Durchkommen nicht bedürfen. Es wird deshalb zu rechtfertigen sein, bei diesen Kriegerfrauen zur Entziehung der Kriegsunterstützung zu schrecken.
Aus Gras Zeppelins Leben.
Ferdinand, der fünfjährige.
Die Mutter Zeppelins hat uns in einem Brief eine charakterstische Schilderung von dem jungen Grafen gegeben. In einem Erinnerungswert ist dieser Brief aus
Engelsköpfchen, der Liek _ nkel und wird in auswärtigen Kreisen der „Herzkäfer" zu Hause aber der „Knöpfleschwab" genannt, welche beiden Titel ihm gleich gut stehen. Ferdinand ist wie der Vater die
aber der „Knöpfleschwab" genannt, 1 ihm gleich gut stehen. Ferdinand ist . Gemütlichkeit selbst. Seme wssenschaftlichen Studien haben noch nicht begonnen, er wendet aber seine ihm angeborenen Geistesgaben beim Kühehüten, Holztragen, Jäten, Steineführen usw. mit Erfolg an. Er ist auch so ziemlich au fait aller landwirtschaftlichen Arbeiten, weiß immer genau, aus welchem Felde die Knechte beschäftigt sind, interessiert sich ungemein für neue Pflüge und Sämaschinen usw. Er ist sehr stolz darauf, ein Württem- berger zu sein und eben sein erstes Paar Stiefel bekom-
men zu haben."
Der fliegende Graf.
Es ist bekannt, daß Graf Zeppelin seinen Ruhm schwer erkämpfen mußte und erst das große Unglück bei Echterdingen eigentlich seinen Ruhm und seine Popularität begründete. Es war im Jahre 1894. Der Graf baute bereits Luftschiffe, baute und probierte und kam doch nicht zum Ziel. Seine Bekannten waren so weit, seine Flugideen für Hirngespinste zu halten und nur wenige gab es, die auf feiner Seite standen und ihn auf- munterten, weiter zu arbeiten, um das ersehnte Ziel zu erreichen. Aber es hatte sich auch im Volke herum gesprochen, daß Graf Zeppelin durchaus fliegen wollte und so kam es, daß bedauernde Blicke ihm folgten, wenn er in Gedanken einmal seines Weges ging. Ein kleiner Schlosser, der oft von Graf Zeppelin herangezogen wurde, um gröbere Teile herzustellen, schwor auf den Grafen und hatte die feste Zuversicht, daß er doch einmal zum Himmel hinansteigen werde. Er traf nun eines Tages mit einem Mann zusammen, der hinter dem Grafen Zeichen machte, die andeuten sollten, daß er nicht ganz normal wäre. Ehe er sich versah, hatte der Schlosser ihm eine Ohrfeige versetzt, die seine Bekanntschaft mit dem Straßenpflasier vermittelte. Der Graf sah das und kam hinzu, um sich nach der Ursache der Schlägerei zu erkundigen. „Er hat den Herrn Grafen beleidigt," erklärte der Schlosser. „Na, wenn er fliegen will," prustete es vom Straßenpflasier und mit zerschundenen Gliedern erhob sich der Bestrafte. Der Graf lächelte: „Sie werden mitsliegen dürfen, wenns so weit ist, aber nicht in den Rinnstein, sondern in die Luft," lächelte er gelassen und setzte seinen Weg fort. Und es kam der Tag, da der Graf tatsächlich das Wunder vollbracht und ein Luftschiff fertig hatte, das zu fliegen vermochte, gelenkt von Menschenhand. Angesichts der Schlossers erinnerte der Graf sich an den kleinen Zwischenfall vor einigen Jahren und beauftragte den Schlosser, den Mann, den er so tapfer bestraft hatte, herbei zu schaffen. Er kam und wurde eingeladen, die nächste Fahrt neben dem Grafen mitzumachen. Doch lehnte er ab. Er hätte von dem Flug in den Rinnstein genug, doch glaube er, daß der Graf fliegen könne. Er war denn in Zukunft einer der eifrigsten Verteidiger des fliegenden Grafen und wurde der Freund des Schlossers, der ihm den Glauben an die Flugkunst des Grafen Zeppelin eingebläut hatte.
Graf Zeppelin und 6er Musketier.
Graf Zeppelin weilte sehr oft an den Fronten. Es war im Sommer 1915 als er oben bei Bpern nach einem heißen Gefecht eintraf und in dem Dörfchen dicht hinter der Front den Divistonsstab besuchte. Dabei traf er auf einen Musketier, der mit verbundenem Fuße dnteMtoMte, Der Grat M um am .WEM
geherr Sie denn nicht tnS Lazarett?" ES war ei« Oft« Preuße aus der Gegend von Darkehmen: „Min Fott war ock so gesund. Herr Graf," meinte er treuherzig. Der Graf war überrascht: „Sie kennen mich also?" „Jawohl, Herr Graf. Ich hebb den Herrn Grafen doch ob Mine Schnupptobackdosen." Der Graf lachte: „Na, denn verstehe ich's." Er wollte sich entfernen, aber der ' Ostpreutze humpelte ihm in den Weg. „Verzeihen der Herr Graf, aber ich meine, wenn icy doch mal eenen kranken Fott hebb, denn kann ick doch flöge. Doto bruckt man do Fott doch nich. Un de Herr Graf ward gewötz mie doch behilflich sond?" Graf Zevpeckn icbüttelte den Kopf: „Das geht nicht so ohne weiteres, mein Lieber. Da müssen Sie erst ausgebildet werden." Und der Ost- preuße bat so lange, bis der Graf ihm versprach ihn erst einmal ohne Ausbildung die nächste Fahrt mitmachen zu lassen und wenn er später gesund geworden wäre, könne er Luftschiffer werden. So wurde es auch. Der Litauer erhielt einige Tage später ein Kommando zu den Luftschiffern und warf von seiner ersten Fahrt seinen Kameraden eine Karte ab des Inhalts: „Wenn ju eenmohl keene Beene hebbt, denn kommt zu öö Luftschiffer. Schriest mie nur, ock seggs denn offenem Freund dem Grasen Zeppelin." Leider kam der Biedere nicht dazu bei »seinem Freund für Kameraden ein gutes Wort einzulegen, denn er verunglückte bald darauf im Dienst am Luftschiff. Auf seinem Grabe aber hat Graf Zeppelin einen Kranz «is- derlegen lassen.
Vermisdites.
General Litzmau«, der Sieger von Brezani unS Eroberer von Kowno, ist von einem schweren Schicksals schlage getroffen worden. Seine Gattin Klara, geh. Ossent, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. In dem Nachruf, den ihr der General widmet, stehen die Worte: „Sie war eine wahrhaft deutsche Frau: nächst Gott war das Vaterland ihr höchster Gedanke".
Zu dem Raubmord an der Tochter des Staatssekretärs von Capelle wissen Berliner Blätter noch zu melden: Ella Emilia Irma v. Capelle, am 21. Juni 1887 geboren, war die einzige Tochter des Staatssekretärs Eduard v. Capelle. Sie hat sich am 4. Mai 1907 mit dem Kapitänleutnant Siegfried von Saldern vermählt. Dieser war bei Kriegsausbruch Führer der 4. Kompagnie der Matrosen - Artillerie - Abteilung in Kiautschou. Er war am 7. April 1900 in die Marine eingetreten und am 10. April 1911 Kapitänleutnant ge- Nach dem Fall von Tsingtau war Kapitän« . o. Saldern in japanische Gefangenschaft geraten und seine Gattin hatte ihn dorthin begleitet. Staatssekretär v. Capelle hat außer seiner auf so ruchlose
worden.
leutnant v. Saldern
Weise ermordeten Tochter Irma nur noch einen Sohn, Erich, der in Wilhelmshaven am 7. Oktober 1884 geboren ist und bei Ausbruch des Krieges Hauptmann im 75. Infanterie-Regiment in Bremen war.
60,000 Mark Schaden durch eine fortgeworfene 3k garecke. Ein löjährcg^r Arbecker harte im vorigen Monat im MagaztN der stavlffcyen Gasanir^rt zuLandsoerg .(Warthe) einen brennenden Z garettenstummel fortgeworfen, wodurch das ganze Gebäude eingeäschert unb ein Schaden von 60,000 Mark verursacht wurde. L. wurde nunmehr vom Schöffengericht zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
Für 50 Millionen Mark Wollsachen ins Feld! I» seinem Dank an die frerwülige Krankenpflege gedachte der Kaiser voll Anerkennung auch der Arbeck des KriegS- ausschusies 'ür warme Unterkleidung. Ueber feine
LLWM ^rte^jdljrcv üt? ZUM ^ 1916 gt' jetzt der Bericht vor. Er verzeichnet bis zum 1. Oktober 1916, also für zwei Jahre, nicht weniger als 82 Eisenbahntransporte mit 937 Wagen, die Wollsachen im Werte von insgesamt 50 Millionen Mark den Truppen zuführten. Die Verteilung besorgten zahlreiche auf den verschiedenen Kriegsschauplätze« errichtete „Feldwolldepots". Ein wichtiges Ärbecksge- biet des Kriegsausschusses war auch die auf Ersuchen
des Kriegsministeriums er' nütziger V-""" ' T'"'" „ ____________
naten wurden je 100 000 Klgr., in den Sommermonate»
:riums erfolgte Versorgung gemein« mit Strickwolle. In den Wintermo-
creme
je 50 000 Klar. Strickwolle beschafft und durch Vermittelung der Vereine an bedürftige Heimarbeiterinnen verteilt, die daraus gegen Bezahlung Socken für die Soldaten ftrictten. In einem Jahre hat der KriegS- ausschutz für etwa 11 Millionen Mark Strickwolle verteilt, wodurch bedürftigen Frauen ein Verdienst von rund 6 Millionen Mark an Stricklohn entstand!
Die Butter aber war weg! Vor einigen Woche« so schreibt man der „Straßb. Post", war in den Blät- tern zu lesen, ein Schwindterpaar labe sich in den nach Straßeurg fahrenden Eisenbahnzügen e.ne stattlich« Ernte geholt unter der Vorspiegelung, sie seien beauftrage Nahrungsmittelaufseher. Sogar ein falsche» Ausweis sei benutzt worden. Der Fall sprach sich natürlich auf dem Lande gehörig herum, und mancher mochte dabei behaupten, rhm wäre so etwas aber „nit paniert". Da fuhr neulich mit einem Stratzourger Zug wieder allerhand Schmuggelware mit den dazugehörigen Erzeugern und Besitzern. Ein Herr und eine Frau stiegen eat. Der Herr fragt die nächste Bauersfrau: „Was hemrer denn in dem Korb?" „Ei — Butter!" „So?! Die Butter ist beschlagnahmt: bitte dieser Frau auszubäudigen — ich bin Nahrungsmittelkontrolleur, hier ist mein Ausweis —!" Schon will die kostbare Butter trotz der Einsprüche den Besitzer wechseln, al- sich plötzlich ein kräftiger Landmann einmischt: „Wat tsch doi Wellen Ihr dere Frau de Butter lonn! (lassen) ... Ob Ihr dere Frau de Butter lonn!!" „Aber erlauben Sie!" „Do würd nix erlaubt, als in die Eck do asetz« bis zü der nechscht Station!" Und dabei blieb es, denn der Bauer zog ein Messer und setzte eine wachthabende Miene auf. Auf der nächsten Station zoa der mutige Landwirt mit seinen zwei „Spitzbuewe" zum Stationsvorsteher und sagte: „Do, Herr Stationsvorsteher..." Aber die Papiere waren gut und richtig, ihre Träger waren richtige Nahrungsmittelbeamte. Als man dan« nach der Bauersfrau mit dem großen Butterkorb sehen wollte — da war sie weg!
ßandel und Verkehr»
Die Anmeldung der Auslandsforderuuge». Für die Anmeldung der Auslandsforderungen liegen jetzt in der „Nords. Allg, Ztg." Richtlinien vor. aus denen hcv vorgeht, daß auch Forderungen gegen die besetzten Ge> biete (Belgien, Polen usw.) anzumelden sind. Die an- zumeldenden norhcrungcn sind in bestimmte Gruppe» geteilt. Die Anmeldung muß auf amtlichen Anmelds. bogen, die je nach dem Lande, auf das sie sich beziehen eine verschiedene Farbe tragen, erfolgen. Auf dem gleichen Bogen können mehrere Forderungen aitgemelöä werden, wenn sie sich gegen ein und dasselbe feindlich« Land richten. Die Frist für die Anmeldung der Forderungen läuft bis zum 15. April. Die einzelnen Lan- deszentralbehörden erlassen noch nähere Bestimmungen bei welchen Stellen die Auslandsforderunam av«»- Müden sind.
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