Zu den Versagen der Sriegsanleihe.
Bon Geb. Kinanzrat Bastian, z. Z. dienstiuenö Un Rachricktenbureau 'der Reichsbank für me
Kriegsanleihen.
Zweieinhalb Jahre habe ich mit am Schalter emer Reichsbankanstalt gestanden und während -er Knegs- anleLhezeichnnugen manchen ergrenenden Beweis itaatv- Wrgerlicher EinsiM, ieelengrotzer Opferberettichaft gesehen. Äber keine Frage: die Zeichnungen aus dem Felde haben mi« immer am meisten ergriffen. Da hatte ich das eherne Dopvetwort vom Blut und vom Gut; sie hätten vielleicht ein Recht gehabt zu sagen, wenn wrr draußen Ge nn^. .st und Leben in Sce Schanze schlagen, so mög.n die daheim dem Vaterland die Gelder darleihen, ohne Orfer und gegen hohe Zinsen. Unerschütterlich Aeibt Bestand und Aufstieg des Deutschtums, un- erschiinerUch das Deutsche Reich in seinem Bermögens- besitz und in seinem Geist, der die wirtschaftlichen Wunden des Krieges zum Heilen bringen wird. Also kann von einem Oper in der Darleihung der Geldmittel nicht die Rcde fein.
Aber nein, sie verschmähten draußen dreien stand- punkt, wollten, wenn sie das Höchste wagten, auch ihr Vermögen dransetzerl für des Vaterlandes Ruhm und Ehre. Denn sie wußten, mehr als viele von uns daheim, ein Geldsieg ergänzt und vollendet die mttitäri- schen Schläge zum Endsieg.
Ein Berufsoffizier schrieb als Anlage zum ZetH- nungsschern: „Ich habe zu Hause angefragt, ob mcht noch ein weiterer Betrag flüssig gemacht werden kann und hoffe, noch rechtzeitig vor Zeichnungsschluß die bejahende Antwort zu erhallen." Also mit eurer Zeich- mrng ehrenhalber war es ihm nicht getan; alles was frei zu machen war, sollte in den Dienst des Vaterlandes gestellt werden, sollte mithelken, die Entscheidung zu unseren Gunsten zu erzwingen.
Ein anderer Kämpfer, der sich die höchsten ^.aprer- keitsorden errungen hat, beauftragte seine Mutter, sein ganzes Guthaben zu zeichnen und begleitete diese Wil- lensmeinung mt: folgenden Worten: „Ich ritt heute mit dem Kommandeur über das Schlachtfeld. Und merkwürdig, mit; en im Toben der Schlacht hatte mein Kommandeur sie Rute, im Anschluß an den Aufruf zur Kriegsanleihezeichnuna über die deutsche ungeahnte Widerstands kraft und den neuen Milliardensieg zu sprechen. Kaum konnte man seine Worte hören, aber soweit das Auge reimte, sah man nur den Drang nach vorwärts und auswärrs. Wenn davon nur ein wenig überstrahlen wollte auf die Lauen daheim, dann müßten sich die Zeichnungen vor der staunenden Welt zu unerhörten Milliarden häufen."
Den überlegenen Truppen überlegenes Kriegsgerät, das wollen wir beherzigen. Weil aber doch die Mahnungen aus dem Felde bei uns daheim die Wirkung haben, als kämen sie aus einer anderen, einer höheren Welt, darf die Bitte gewagt werden: »Mögen millionenfach Briefe von draußen in die Heimat gelangen mit dem aufrüttelnden Mahnruf: Helft mit für euren, ach, so beauemen Teil zum Endsiege! Zeichnet! Füget Geld zu Geld, Kraft zu Kraft, vielleicht zum letzten entscheidenden S.chlage!"
Leschassuas von Karlossetziflanzgul.
Vielfach wurde in den Zeirungen in letzter Zeit die Streckung des Kartonelsaatguts durch das sogenannte aun itiM verkannt werden, daß die,es Verfahren unter gewissen llmstän- den zur Streckung unserer Saatkartoffelvorräte wesentlich beizutragen vermag. Für den Großbetrieb ist die Verwertung dieses Verfahrens von vornherein natürlich gänzlich ausgeschlossen. Für gärtnerische Betriebe jedoch wie für Laubenkolonisten und Schrebergartenbe- sitzer wird das Verfahren besonders dann noch ange- wendet werden können, wenn diejenigen, welche mit der Ligenart des Stecklingsverfahrens noch nicht vertraut
sind, vorher rechlzema an emem Reinen Versuch sie kniffe und Schwierigkeiten herauszufinden versuchen, welche hiermit verbunden sind. Wir geben daher im Nachstehendem die wichtigsten Anleitungen.
Frühkartoffeln:
(Sorten: Sechs Wochen, Schneeflocken, frühe Rosen.)
Man breitet die für die Stecklingsanzucht bestimmten Saatkartoffeln im temperierten Raum (ohne sie zu bedecken) aus, läßt sie genügend abtrocknen und sortiert ' ' gen Tagen die gesunden und gutes Keimver- eigenden heraus, pilzkranke Kartoffeln werden
nach eint.
'an-
mögen 3cto----------, ,,„„„.—---------------------- entfernt, bei angefaulten Knollen schneidet man die Faulstellen fort, um die noch gesunden Augen der Kartoffelknolle mit zur Stecklingszucht zu verwenden. Die nicht brauchbaren Knollen können zum Teil zur menschlichen Nahrung, zum Teil als Viehfutter dienen.
Die brauchbaren Knollen werden nun ganz oder geteilt (zerschnitten) in mit Erde gefüllte Holzkästen oder direkt im Gewächshaus in Erde gelegt und mit Erde bedeckt und bei einer Temperatur von 12 bis 15° Celsius der vollen Sonne ausgesetzt. (Der Beginn dieser Arbeiten richtet sich nach den späteren Anpslanzungsuköglich- keiten der Kartoffelpflanzen. Können oder sollen dieselben unter Glas herangezogen werden, so kann bereits Dritte bis Ende Januar begonnen werden; fürs Freie bestimmt, beginne man später.) Innerhalb acht Tagen haben öte Kartoffeln je nach Augenzahl fünf bis acht Triebe oder mehr entwickelt. Sind diese Triebe 10 bis 15 Ztm. lang geworden, haben also mehr als sechs Blätter entwickelt, beginnt das Schneiden der Stecklinge und zwar derart, daß dieselben über den beiden unteren Blättern des Triebes glatt abgeschnitten und in mit s« diger Erde gefüllte Behälter (VermehrungLbeet usw.) gesteckt werden mit der Schnittfläche nach unten. Die Bewurzelung der Stecklinge erfolgt innerhalb 8 Tagerr. Die bewurzelten Stecklinge werden nun wieder entspitzt (ebenso die inzwischen ausgetriebenen Seitenaugen des Muttertriebes an der Knolle, alle Stecklinge werden wieder gesteckt usw.) und in kleine 5 Ztm. Töpfe oder sonstige billige Behälter gepflanzt und immer dem Sonnenlicht ausgesetzt in Frühbeetkästen oder sonst geeignete Räume bei 4 bis 5° Celsius Temperatur gestellt, damit sie kurz und gedrungen bleiben. Durch mehrmaliges Entspltzen der Triebe erhält man nicht nur viel Stecklinge, sondern gute buschige Pslanzen.
Wichttg ist, dafür bedacht zu sein, daß die über den Wurzeln sich zeigende Knöllchenbildung der jungen Kartoffeln mit den Wurzeln nicht verfilzt, weshalb man zeittg genug die Pflanzen in 10 Ztm. große und ganz frühe Pflanzen nochmals in 13 Ztm. Töpfe verpflanzt ohne die Wurzeln zu stören.
Auch die Knolle kann zum Schluß noch zur Pflanzung verwandt werden. Auf diese Art und Weise erhält man bis 50 und mehr Kartoffelpflanzen, von welchen jede einen Vollertrag liefert, ohne großen Ausfall wie bei Saatkartoffeln. Es findet also nicht nur eine Steigerung der Saatmenge, sondern eine solche der Ernte statt.
Sonnenlicht ausi eignete Räume r
-anges E tecklinge,
Ganz frühe Kartoffeln pflanze man unter Glas aus:
Mittelfrühe Kartoffeln:
(Sorten: Paulsens Juli, Perle von Erfurt.)
Das Verfahren ist anfangs dasselbe wie bei der Frühkartoffelpflanzenanzucht, nur mit dem Unterschied, daß man hier später, Anfang März, beginnt. Die Sonne hat schon größeren Einfluß und werden die bewurzelten und entspitzten Stecklinge ins kalte Mistbeet unter Glas gebracht und hier anstatt in Töpfe gepflanzt, eingeschlagen und weiter behandelt (entspitzt) und vor Frost ge- ichützt. Die Auspflanzung erfolgt beizeiten und zwar mit Vorliebe auf gutem gedüngtem Sandboden in süd-
Spätkartofseln:
Saatkartoffeln im März im frostsicheren Schuppen oder Diele ausbreiten, nach Aussortierung dicht an dicht im Mistbeet legen, mit Erde bedecken und mit Glasfenstern abdecken. Die Triebe werden dann wie oben ent- ivitzt und im Mistbeet oder sonst warm und hell (Tageslicht) zu haltendem Raume in sandiger Erde gesteckt.
Die bewurzelten Stecklinge im frostfreien, dem Tageslicht zugangigen Frühbeetkasten einichlaaen (man
kann aus I Quadrat«. vi» E Pskauzen nnkervrknaen^ Sobald die Jahreszeit es erlaubt, erfolat das Auspflan- zen (Ende Mai.) Es erfolgt diefts im Großbetrieb ohne jede Beeinträchtigung mittels Pflug (ähnlich wie dir
teckrübenpflanzung).
Weitere Bedingungen für das Aus pflanzen der Stecklingspfl anzen.
Der Boden muß früh und gut bearbeitet sein.
Frühkartoffelpflanzen dürfen wie auch die Saatkartoffeln nur auf gutem Boden, auf dem schon in früheren Jahren Gemüse angebaut war und in warmer Lage gepflanzt werden. Zum Schutz gegen Frost ist tiefes An-- Häufeln nötig.
Die Pflanzen dürfen nicht zu früh ausgepflanzt werden, sie holen bei späterer Pflanzung und angewärmten Boden die früher gepflanzten ein und bringen sichere und besondere Ernten.
Die Kartoffelpflanzen bringen im Vergleich zu den Saatkartoffeln 4 Wochen frühere Ernten; sie dürfen nicht zu hoch gepflanzt werden.
Mittelfrühe und späte Sorten bringen die besten Ernten.
Frühsorten können enger als Spätkartofseln gepflanzt werden.
Im allgemeinen stellen die Kartoffelpflanzen dieselben Ansprüche an den Boden wie die Kartoffelknollen Warmer, trockner, sandiger, leichter Boden, der mittels Pflug oder Spaten rechtzeitig bearbeitet und gut gedüngt ist, sagt beiden am meisten zu.
Englischer Kansnensutler.
Die norwegische Zeitung „Morgenbladet" vom 2. Februar d. Js. bringt folgenden lehrreichen Fall. Eine norwegische Reederei stellte dem norwegischen Schnfs- reeOeiverein folgende Frage, weiche dieser in einem Zirkularschreiben wegen ihrer großen Bedeutung zum Abdruck brächte.
„Einer unserer Kapitäne berichtet: Es kommt in England bisweilen vor, daß die Behörden englischen oder alliierten Schiffen verbieten, in See zu geyen, weil deutsche U-Boote im Fahrwasser beobachtet wurden. Ein solches Verbot kann für 1—3 Tage gelten. Mir sind Fälle bekannt, in denen norwegische Schiffe in englischer Zeitcharter unter solchen Verhältnissen — unter der Airdrohung, daß im Nichtweigerungsfalle die Chartermiete nicht bezahlt würde — gezwungen waren, auszulausen. Was hatten Sie von dem oben Gesagten? Bin ich verpflichtet, in See zu gehen, wenn es englischen Schiffen aus den oben erwähnten Gründen verboten ist, auszulausen?
Der Norwegische Schiffsreederverein gab hierauf folgende Antwort: „Wenn der Kapitän eines norwegischen Schiffes unter den erwähnten Verhältnissen sich weigert, auszulausen, so sind wir der Ansicht, daß er nicht nur handelt, wie er berechtigt ist, sondern daß er auch wie ein Seemann seine Pflicht erfüllt, da er für das Leben seiner Besatzung und die Schiffsfracht verantwortlich ist."
Auch den norwegischen Schtffahrtskreisen. welche bekanntlich starke Sympathien für England haben, scheint es allmählich klar zu werden, in welcher Weise die Neutralen für Englands eigennützige Zwecke ausgenutzt werden. Englands Schiffe müsst fahren des Seekrieges sorgfältig behüt im englischen Hafen bleiben; bei den r
en vor den Ge-
„ -_:tet werden und bei den neutralen Schif
fen, auch wenn die Gefahren noch so groß sind, in See gehen, um Waren fürdie englische Volkswirtschaft her- anzuichaffen. Gelingt tönen dies, um so besser: gelingt es ihnen nicht, dann sind sie eben für John Bull Kanonenfutter gewesen. Und am Ende freut man sich dann noch in England die im Kriege so beträchtlich gesteigerten Gewinne neutraler Reedereien, welche den EnAänöern schon jetzt Konkurrenzsorgen bereiten, auf diele Weise geschmälert zu haben.
Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung eines Stellwerks auf Bahnhof Oberhaun sollen in 2 Losen gemeinsam vergeben werden:
Los 1 Erd-, Maurer-, Asphalt-, Sternhauer-, Schmiede- und Eisenarbeiten.
Los 2 Zimmer- und Stakerarbeiten.
Verdingungsunterlagen u. Zeichnungen können auf dem unterzeichneten Amt eingesehen und (ohne Zeichnung) gegen Einsendung von Mk. 1.25 bezogen werden.
Verdingungstermin am16. März d. I. vormittags 11 Uhr im Dienstgebäude des Betriebsamts. Zuschlagsfrist 2 Wochen.
Hersfeld
Kgi.Eisenbahn-Betriebsamt.
HamäHtil
zum Eintritt auf sofort oder 15. März gesucht.
Rich. Kray,
Bahnhofswirt — Fulda.
Für diese Woche bis einschl. den 11. d. Mts. werden auf Abschnitt 3 der allgemeinen Lebensmittelkarte
100 Gramm Graupen
verabfolgt.
Die Kaufmannsgeschäfte werden ersucht, die Abschnitte der Lebensmittelmarken in einem verschlossenen Umschlag mit Aufschrift der Anzahl der Marken bis 'Päteftens zum 12. d. MtS. im Zimmer 4 des Rathauses abzuliefern.
Hersfeld, den 7. März 1917.
Der Magistrat — Berlorgnngrltelle.
$« SlitKuWß für Seit M gelte, @tIli„,
schließt
AMMMWrTmmnölsljichte.
Für Sommerrübsen, Leindotter und Mohn werden außer den lohnenden Abnahmepreisen Fläche«- zut«g--n, für Senf eine Truschprämie gewährt. Der Bezug von Ammoniak für die Anbauer wird vermittelt.
Näheres durch den unterzeichneten Kommissionär des Kriegsausschusses
K. Strauß Söhne
------Kirchbain.----- -
R e g.-B e z. C a s s e l.
r „ Den Heldentod für« Vaterland er- —m litt am 1. März als Führer einer Sturmabteilung mein lieber, herzensguter, unvergeßlicher Sohn
Willi fleftert
Unteroffizier im 3nf.-Regiment Dr. 96,
Inhaber des eisernen Kreuzes und der Fürstlich- Reuß’schen Verdienstmedaille im 22. Lebens-
In tiefstem Schmerze:
Theodor Rekert, Lehrer.
Beileidsbezeugungen dankend verbeten !
Gesucht
zum 15. März oder später sauberes fleißiges
3mtitod|ti
Kran Bergassesor
Woeste
Philippsthai, Werr«.
e Rechnungen»
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L. Funks Buhedruckerei.
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