Je länger der Krieg dauert, um so mehr wächst die Zahl der Krieger, die er durch Verwundung oder Krankheit an Körper und Gesundheit dauernd so schä- Mat, daß ihre ErwerbSfähigkeit beschränkt wird. Die Reihe der Ausgaben, für sie zu sorgen, wird als Kriegs- beiwädigtenfürsorgc zusammengemtzt. Diese zielt darauf ab. den Kriegsbeschädigten zu helfen, Satz sie tu Zukunft nicht nur auf die gesetzlich ihnen zukommende Reute angewiesen sind, sondern daß sie sich zu dieser Rente entweder in ihrem frühern oder in einem andern Berufe so viel hinzu verdienen, um ein auskömmliches, befriedigendes Leben führen zu können, wie es Denen gebührt, die im Dienste des Vaterlandes ihre Lebenskraft bleibend geschädigt haben.
Die Rente wird nach den Gesetzen vom 31. Mai 1906 und vom 17. Mai 1907 geregelt. Tiefe Gesetze betreffen die Versorgung der kriegsbeschäSigten Mann- schasteil und Unteroffiziere bis zum Feldwebel. Wer einen Teil seiner Erwerbsfähigkeil eingebüßt hat, erhält den entsprechenden Teil 6er Bollrente, die erwerbsunfähige Kriegsbeschädigte bekommen. Die Krieasfür- iorge entspringt dem Willen, den Schwachen zu Helfen, wie er der mustergültigen Sozialgesetzgebung des Deutschen Reiches zugrunde liegt. Sie will durch freiwillige soziale Liebestätigkeit die gesetzlich festgelegte Versorgung ergänzen. Diese verbürgt zwar eine bestimmte Geldleisturg (Rente), aber sie kann den Kriegsbeschädigten kein zufriedenstellendes Los sichern, weil sie nicht die Mitte! unD Wege zu weisen vermag, um den in ihrer Erwerbsfähigkeit geschmälerten Kriegern die Wie- deraumahme ersprießlicher Erwerbstätigkeit zu ermög-
lichen.
Die wichtigste Aufgabe der Kriegsbeichäörgtenfur- sorge bezweck: Sie bestmögliche Heilung der Kriegsbeschädigten. Diese Heilbehandlung, das nrutz unterstrichen werden, beabsichtigt nicht, den Kriegsbeschädigten ihre gesetzlichen Rentenausprüche zu schmälern, sondern will lediglich, ohne Rücksicht auf den Rentenbezug, die Verletzten so wiederherstellen, daß sie entweder in ih- ehemaligen Berufe wieder beschäftigt werden oder idern erwerbstätig sein können. Die weite-
rem
in einem andern erwerbstätig sein können. Die weiteren Aufgaben bestehen Saun Sarin. den Kriegsbeschädigten durch sachgemäße Berufsberatung, Berussschulung oder Berufsumsthuluna sowie durch Arbeitsvermittlung in das wirtschaftliche Leben zurückzuführen.
Die KriegsbesHäSigten-ß'.'orgL ruht also nicht auf gesetzlicher Grurrdlage. Es ist ausdrücklich Grundsatz der KriegsbeschäSigtenfürsorge, daß der in der Erwerbstätigkeit stehende Kriegsbeschädigte nur nach seiner Leistung, nicht aber unter Berücksichtigung der ihm gewährten Rente zu entlohnen ist. Weder soll der Lohn der Rente halber herabgesetzt, noch soll der Kriegsbeschädigte wegen der ihm neben dem Lohne zufließenden Rente irgendwie sonst benachteiligt werden. Kriegsbeschädigte, die ibren alten Beruf wieder ausüben oder einen andern Beruf ergreifen können, büßen also ihre Rente nicht ein, sondern verbessern ihre Lage, wenn sie sich irgendeinen Verdienst suchen.
Sie Aassichlen Des A-Lool-Krieges.
Der verschärfte U-Boot-Krieg ist eine reiflich nach allen Seiten hin erwogene und sorgfältig vorbereitete Maßregel. SinSeuburg ist nicht ein Mann, der ins Blaue hineinredet, und wenn er sagt, wir könnten alle
er Sverrgebietserklärung auf uns «eh--, men, so wird es damit wohl seine Richtigkeit Haben. John Bull scheint es auch gar nicht mehr recht wohl in seiner Haut zu sein. Natürlich suchen die leitenden Persönlichkeiten die Gemüter zu beschwichtigen. Die besten Kräfte beschäftigen sich damit, Abwehrmittel gegen die große Gefahr zu finden, die dem englischen Brotkorbe droht, aber daß man eins gefunden hat, davon verlau-
ichtiaken
lett.
Vorräte an Kartoffeln, Kohlrüben und Gemüse, deren Haltbarkeit in Frage steht, können durch Trocknen für die menschliche Ernährung gerettet werden.
In den nächsten Tagen wird voraussichtlich die Stadt in der Lage sein, das
Sroiite in SntOls ni Winden
zu übernehmen.
Wer Kartoffeln oder Kohlrüben, um diese vor dem Verderben zu schützen, trocknen lassen will, wird ersucht, schon jetzt schriftliche Anträge an uns einzureichen. Weitere Mitteilung erfolgt dann von hier aus.
Hersfeld, am 1. März 1917.
Für die Woche vom 26. 2. bis 4. 3. d. I. werden auf jeden Butterkarrenabschnitt
30 Gramm Butter
verabfolgt.
Der Butterverkauf beginnt am Sonnabend dieser Woche. Die Butter wird nur gegen Vorlage der ganzen Butterkarte, welche mit dem Namen des Haushaltungsvorstandes und der Nummer der Kundenliste versehen sein muß, verabfolgt. Diejenige Butter welche bis zum kommenden Sonntag, mittags 1 Uhr, nicht abgeholt worden ist, wird ohne Kartenabgabe anderweit verkauft.
Weiter wird ersucht, zum Einschlägen der Butter geeignetes Papier oder geeignete Gefäße mitzubringen.
Hersfeld, den 28. Februar 1917.
Die Lolirei-Bemaltmn.
tet nichts. Die Hoffnung ist alles, was man Den täglichen Zahlrnrwgaven um versenkte Schiffe entgegen- stellen rann. Kraftausörücke wie „verrückt gewordener Prusiianismus. Seepest, Piratentum" mögen Sie Schret- bereitelkeit befriedigen, aber sie heben kein versenktes Schiff, bringen keine neuen Borräte in die Speisekammer.
Mrö diese Speisekammer ist keineswegs so gefüllt, daß England der nächsten Zukunft mit Gleichmut ent- gegenseven konnte. Wir wollen uns nicht auf «Schätzungen einlafsen, selbst wenn sie sich auf Angaben des „Ecoiwmist" oder anderer volkswirtschaflicher Fach- btätter Englands stützen: denn durch Streckung läßt sich die Zeit des Aushaltens mit den vorhandenen Vorräten verlängern, und unsere eigene Erfahrung lehrt, was sich durch systematische Zuteilung erreichen läßt.
Mit Sicherheit wissen wir nur, daß in Friedenszeiten bei dem Rückgänge der englischen Landwirt- tebaft % aller Lebensmittel von außen eingeführt werden mußten, unD daß während des Krieges die angebaute Fläche nicht nur nicht größer geworden, sondern sogar etwas eingeschrurupst ist, obgleich Hunderttausende von Hektaren des besten Wetzenbodens verfügbar waren, die nur als Viehweide dienen. Es ist für England eben unmöglich, Die eigene Erzeugung von Levens- miftelu zu vermehren, weil es auf Dem Lande an Arbeitskräften fehlt. Die immer mehr fortschreitende.Industrialisierung hat dem Ackerbau viele Menschen entzogen, und bei dem herrschenden Landsysteur, das dem Arbeiter eine Verbesserung seiner Lage, ein Selbststän- digwerden, unmöglich macht, sind die jungen Leute, die noch Schneid hatten, ausgewandert, zum größten Teil nach Den Vereinigten Staaten, und so der alten Heinrat verloren gegangen. Im Vergleich zu Deutschland war die englische Auswgnderung geradezu ungeheuerlich groß.
Die Lage ist nun so, daß England für Die Ernährung feiner Bevölkerung zum größten Teil auf über- feeische Zufuhr angewiesen ist, und wenn diese unterbunden wird, muß eine Gefahr entstehen, wie sie grö-
Her gar nicht gedacht werden kann. Die Entziehung des besten Blutes der Nation durch Auswanderung hat bereits ihren Einfluß auf die allgemeine Gesundheit aus- geübt: in neuerer Zeit ist z. B. die Zahl der Geisteskranken bedenklich gestiegen. Bisher hat England noch keinen Mangel an Lebensrnitteln gehabt. Bei den hohen
geübt: in neuerer Zeit ist z.
Frachtsätzen fanden sich immer noch genügend neutrale Schiffe, die das Wagnis unternahmen, England mit Korn und Fleisch zu versorgen. Jetzt aber scheint den Neutralen der mögliche Gewinn nicht mehr in Einklang mit der Gefahr zu stehen und sie ziehen vor, ihre Schiffe aufzulegen. England selbst braucht von seinem eigenen Schiffsraum mehr als die Hälfte für Heer und Flotte, so daß für andere Zwecke nicht genügend übrig bleibt, und dieser Teil ist nicht minder dem Versenkt- weröen ausgesetzt. Wenn England nicht sehr große Vorräte aufgespeichert hat, und um für 45 Millionen Menschen zu genügen, müßten sie schon sehr groß sein, so liegt die Gefahr wirklichen Mangels in nicht allzu weiter Ferne.
Trotz aller Beschwichtigungsversuche verhehlt man sich in England den Ernst der Lage nicht, daß nämlich England endlich am eigenen Leibe zu spüren haben wird, was Krieg bedeutet. Deutschland ist entschlossen, den ungehemmten U-Boot-Krieg durchzuführen. Was das heißt, kann nicht besser gesagt werden, als mit den der „Morning Post": „Gelingt es Deutschland, England zur See abzuschließen und die Stimmen der Neutralen unbeachtet zu lassen,.so wird es den Krieg gewinnen!"
„Der Engländer ist der reichste Mann, der Franzose der Bankier der Welt, der Deutsche aber ist der arme Schnorrer." So ist es von unsern Feinden jahrzehntelang der Welt eingebleut worden, bis es sest- stanS wie das Amen in der Kirche, und bis — wir
es selbst glaubten. So tief ist dieser Glaube eingewurzelt, daß heute iwdj viele Leute es gar nicht fassen können, daß Deutschlands wirtschaftliche Kraft sich in diesem Kriege der feindlichen ebenbürtig, ja überlegen °^Man machte sich eben vielfach einen ganz falschen Begriff Darüber, worin eigentlich der Reichtum eines Volkes beruht. Wir sahen, wie England und Frankreich alljährlich Riesensummen an das Ausland verlieben hat, wir sahen, daß es in England und Frankreich viele Leute mit prunkendem Reichtum gab, daß ganze Bolksklafien „es nicht mehr nötig hatten", zu arbeiten und im Sport oder Nichtstun ihre Lebensaufgabe erblickten, während wir arbeiteten und bescheiden waren. Wir sahen das alles und ließen uns blenden.
Der Krieg erst hat mit diesem Schwindel gründlich aufgeräumt und hat es allen klargemacht, daß nicht der Staat der reichste ist, dessen Bürger in behäbiger Ruhe die höchsten Renten verzehren, sondern der die größten natürlichen Hilfsquellen und die arbeitskräf- tigste Bevölkerung hat. Das Uebergewicht Englands und Frankreichs beruhte bisher auf ihren größeren Gelöforöerungen an das Ausland. Diese aber haben nur so lange Wert, als vom Auslande Waren dafür bezogen werden können. Die Weltmißernte des letzten Jahres und vor allem der unbeschränkte U-Boot-Krieg sorgen dafür, daß dies Uebergewicht schwindet, und daß die Feinde — wie wir schon längst — mehr und mehr auf ihr eignes Land zurückgewiesen werden. Nur was sie da an Werten und Kräften finden, das macht ist Stärke aus. Wer da am meisten aufzuweisen hat, tu
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wird Sieger bleiben.
Man hat versucht, das, was die einzelnen Völker an tatsächlichen Werten besitzen, zahlenmäßig zu erfassen, indem man den Wert des landwirtschaftlichen und städtischen Grundbesitzes, der Bergwerke, der privaten und öffentlichen Gebäude und deren Einrichtungen, der Eisenbahnen und sonstigen Verkehrsanlagen, der vorhandenen Waren und des Metallgeldes geschätzt und zusammengerechnet hat. Da haben sich denn im Jahre 1914 folgende Zahlen ergeben für den Wert des Volksvermögens: Deutschland 400 England 320 Frankreich 240 Rußland 230 Milliarden Mark. Ebenso hat mau das Einkommen aller Einzelpersonen zusammen- gezählt und Hat dabei als jährliches Gesamteinkommen aller Deutschen 43 Milliarden Mark festgestellt. Diese Berechnungen sind nicht etwa nur von deutscher Seite angestellt worden: auch das feindliche und neutrale Ausland hat sie vorgenommen und ist zu ganz ähnlichen Ergebnissen gelangt.
Vor diesen nüchternen Zahlen brechen alle Verleumdungen in nichts zusammen: das einst verachtete „arme" Deutschland steht als reichstes unter den rümpfenden Völkern da. Die Schale sinkt noch weiter zugunsten Deutschlands, wenn wir den andern großen Wertfaktor eines Landes, die Arbeitskraft seiner Bevölkerung, ins Auge fassen. Ein Land kann an natürlichen Schätzen noch so reich sein, es wird trotzdem aus keinen grünen Zweig kommen, wenn die Bevölkerung unfätzig ist, diese Schätze zu heben. In Geldwerten läßt sich die Volkskraft allerdings nicht ausdrücken, wohl aber lassen sich Vergleiche mit Bezug auf die Intelligenz und die Arbeitsfähigkeit ziehen. Bezüglich der Intelligenz marschiert Deutschland weitaus an der Spitze, denn unter 10 000 Rekruten finden wir nur
2, die nicht lesen und nicht schreiben können, in England dagegen 100, in Frankreich 320, von Rußland ganz zu schweigen. Und was die Arbeitskraft angeht,
——’■--— to Hn^ü^DeMsMaud 28 Millioneu Menschen gewerblich tätig, in England und Frankreich dagegen nur je 20 Millionen.
Veranlaßt durch den Frühschluß der Reichsbank, sowie den Kohlenmangel halten wir von
unsere Geschäfte für die Kundschaft geöffnet nur
von 9 bis 1 Uhr.
Jakob Nahn.
mitteldeutsche Priuat-Bank, H Filiale Hersleld.
L Heiner. Depositenkasse, Hersleld.
bedürfen fein sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie mein in Größe verschwindend kleines, nach Maß und ohne Feder Tag und Nacht tragbares, auf feinen Druck, wie auch jeder Lage und Größe des BruchleidenS selbst verstellbares
Umversal-Bruchbaud
tragen, das für Erwachsene und Kinder, wie auch jedem Leiden entsprechend herstellbar ist.
, So ergibt sich ein stolzes Bild: nicht nur Deutschlands Heeresmacht, auch Deutschlands Wirtschaftsmacht allen voran. Und da wollte noch jemand behaupten, wir könnten nicht durchhalten, wenn wir wollten!
Musketier Vogel.
Hersstlderlnndni.KmsvemneL.
Hauptvereinsoersammlung
Sonnabend, den 10. März nach«. 2 Uhr
im Gasthaus „zum Stern" Hersfeld.
Tagesordnung:
1) Vortrag
b
c
des Herrn Direktors Fürst über den Kalkstickstoff und seine Anwendung
des Herrn GutSpächters Dootermann über die Kolikkrankheit der Pferde.
des WinterschülerS Battenberg — Frielingen — über den Anbau des LeimS.
2) Wahl der Delegierten für die Generalversammlungen des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer für 1917.
3) Mitgliederaufnahme.
4) Geschäftliches.
Der Vorstand
Für die laufende Woche, bis einschl. den 4. 3 d. I., werden aus den Kopf der Bezugsberechtigten
30 Gramm Margarine
verabfolgt. Der Verkauf findet am Sonnabend dieser Woche statt.
Die Fettkarte, welche mit dem Namen des Haushaltungsvorstandes und der Nummer der Kundenliste versehen sein muß, ist beim Einkauf vorzulegen.
Zum Einschlägen der Magarine geeignetes Papier oder geeignete Gesäße sind mitzubringen.
Hersfeld, am 28. Februar 1917.
Mein Spez. Vertreter ist am
Samstag d. 3. März mittags v. 2lä bis 5 in Hersfeld, Hotel Deutsches Haus und gleichen Tags morgens von 8 bis IN Fulda Ceutral-Hotel, sowie Sonntag, den morgens von 8 bis 11 in Bebra Bahnhofhotel Schlüter mit Muster vorerwähnter Bänder, sowie mit ff. Gummi und Federbänder, neuesten Systems, in allen Preislagen anwesend. Muster in Gummi- Hängeleib- Leib- und Muttervorfall-Binden, wie auch Geradehalter und Krampfaderstrümpfe stehen zur Verfügung. Neben fachgemäßer, versichere auch gleichzeitig streng diskrete Bedienung.
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